KrimiWelt-Bestenliste Oktober 2009

September 26, 2009

Die Bestenliste der KrimiWelt-Jury für den Oktober sieht so aus:

1 (5) Wolf Haas: Der Brenner und der liebe Gott

2 (1) James Sallis: Dunkle Schuld

3 (8) Tana French: Totengleich

4 (7) Warren Ellis: Gott schütze Amerika

5 (7) Friedrich Ani: Totsein verjährt nicht

6 (-) Ulrich Ritzel: Beifang

7 (-) David Peace: Tokio im Jahr Null

8 (3) Reggie Nadelson: Kalter Verrat

9 (2) Richard Stark: Das Geld war schmutzig

10 (9) Andrew Brown: Schlaf ein, mein Kind

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In ( ) ist die Platzierung des Vormonats.

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Nach den großen Veränderungen der Vormonate gibt es dieses Mal nur zwei (wenig überraschende) Neueinsteiger und fast nur alte Bekannte. Sallis, Ani, Ritzel, Peace, Nadelson, Stark sind regelmäßig auf der Liste. French auch, aber „Totengleich“ ist erst ihr zweiter Roman. Nur Ellis (ein Mann aus der Comic-Szene) und Brown sind für passionierte Kriminalromanleser neue Namen.

Haas ist zwar für Krimifans ein alter Bekannter, aber weil er in den vergangenen Jahren keine Brenner-Romane schrieb, war er noch nicht auf der KrimiWelt-Bestenliste vertreten.

Und Ken Bruen ist wieder draußen.

Hm, wenn er draußen bleibt, beweisen die deutschen Kritiker immerhin ihre Eigenständigkeit gegenüber England und Amerika.


Shortlist für CWA Ellis Peters Historical Award 2008/2009

September 26, 2009

Die CWA hat die Shortlist für den diesjährigen Ellis Peters Historical Award verkündet:

– Rennie Airth: The Dead of Winter (Macmillan)

– Philip Kerr: If the Dead Rise Not (Quercus)

– Shona MacLean: The Redemption of Alexander Seaton (Quercus)

– Mark Mills: The Intelligence Officer (HarperCollins)

– Andrew Williams: The Interrogator (John Murray)

– Laura Wilson: An Empty Death (Orion Publishing Group)

Am 29. Oktober wird in London der Gewinner bekannt gegeben.


Einige Berichte aus der Welt des Verbrechens

September 26, 2009

Vor einigen Jahren druckten Tageszeitungen auch die Links zu den ihn ihren Meldungen zitierten Berichten ab. Heute geschieht das nur noch manchmal und SpiegelOnline verzichtet meistens darauf.

Deshalb gibt’s jetzt einige Links zu sicher lesenswerten (ich kam noch nicht dazu), brandneuen Berichten aus der Welt der Politik, Wirtschaft und Wirtschaftskriminalität.

Beginnen wir mit der aktuellen Studie von PWC zur Wirtschaftskriminalität:

Betrug, Spionage, Korruption und andere Straftaten haben in den vergangenen zwei Jahren über 60 Prozent der deutschen Großunternehmen getroffen. Gleichzeitig sind die direkten finanziellen Schäden durch Wirtschaftskriminalität drastisch gestiegen. Im Durchschnitt verursachte jedes aufgedeckte Delikt einen Schaden von knapp 4,3 Millionen Euro, während der Vergleichswert im Zeitraum von 2005 bis 2007 bei knapp 1,6 Millionen Euro lag, wie aus der Studie „Wirtschaftskriminalität 2009 – Zur Sicherheitslage in deutschen Großunternehmen“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hervor geht. Die zusätzlichen Aufwendungen für das Schadensmanagement, beispielsweise Anwaltskosten, lagen von 2007 bis 2009 unverändert bei rund 830.000 Euro je Delikt.

„Die direkten Kriminalitätskosten sind aber oft nur die Spitze des Eisbergs. Vor allem bei Korruption, Datendiebstahl oder auch Preisabsprachen wiegt der Schaden für den Ruf des betroffenen Unternehmens mittlerweile schwerer als der messbare finanzielle Verlust“, betont Steffen Salvenmoser, ehemaliger Staatsanwalt und Partner bei PwC.

Weitere Infos und die Studie (kann kostenlos bestellt werden; pdf derzeit nicht vorhanden).

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Transparency International hat ihren „Global Corruption Report 2009“ vorgestellt:

Schwerpunktthema des Berichts ist in diesem Jahr die Privatwirtschaft. Dem Bericht zufolge führt das enorme Ausmaß globaler Korruption – Bestechung, Preiskartelle und unzulässige Einflussnahme auf die Politik – zu immensen Kosten und verhindert eine nachhaltige Entwicklung. Der Bericht zeigt, wie korrupte Praktiken den fairen Wettbewerb unterminieren, wirtschaftliches Wachstum hemmen und letztlich die Existenz der Unternehmen gefährden. Korruption führt zudem zu sinkender Arbeitsmoral sowie zu Vertrauensverlust bei Kunden und Geschäftspartnern. Gleichzeitig steigen die Risiken, erwischt zu werden; so müssen Unternehmen wegen korrupter Praktiken allein in den letzten zwei Jahren Milliarden an Bußgeldern zahlen. (…)

Größtes Defizit ist in Deutschland die fehlende Ratifizierung der UN-Konvention gegen Korruption. Hier hat die  große Koalition in der vergangenen Legislaturperiode versagt. Deutschland wird deshalb im November bei der dritten Vertragsstaatenkonferenz in Doha bei den Verhandlungen über weltweite Überwachungsmechanismen nicht gleichberechtigt teilnehmen können. Dies schadet der deutschen Wirtschaft, die ein hohes Interesse an international einheitlicher Korruptions­bekämpfung hat. Weitere regulative Defizite in Deutschland sind das Fehlen eines Korruptions­registers, das Fehlen eines umfassenden Hinweisgeberschutzes und das Fehlen von Transparenz­anforderungen bei der freihändigen und beschränkten Vergabe.

Hier geht’s zum Bericht.

Oh, und hier zu den Wahlprüfsteinen von TI zur Bundestagswahl.

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International geht’s weiter mit Statewatch. Ben Hayes hat die Studie „NeoConOpticon – The EU Security-Industrial Complex“ geschrieben:

Despite the often benign intent behind collaborative European ‘research’ into integrated land, air, maritime, space and cyber-surveillance systems, the EU’s security and R&D policy is coalescing around a high-tech blueprint for a new kind of security. It envisages a future world of red zones and green zones; external borders controlled by military force and internally by a sprawling network of physical and virtual security checkpoints; public spaces, micro-states and ‘mega events’ policed by high-tech surveillance systems and rapid reaction forces; ‘peacekeeping’ and ‘crisis management’ missions that make no operational distinction between the suburbs of Basra or the Banlieue; and the increasing integration of defence and national security functions at home and abroad.

It is not just a case of “sleepwalking into” or “waking up to” a “surveillance society”, as the UK’s Information Commissioner famously warned, it feels more like turning a blind eye to the start of a new kind of arms race, one in which all the weapons are pointing inwards. Welcome to the NeoConOpticon.

Hier geht’s zur Pressemitteilung und Telepolis hat mit Ben Hayes über seine Studie gesprochen:

Die EU hat bereits eine Reihe von überwachungsfreundlichen Gesetzen eingeführt, mehr sogar als die USA. Diese Maßnahmen beinhalten die verpflichtende Überwachung von Telekommunikation; die Einführung von Fingerabdrücken in EU-Reisepässen, Visa und Aufenthaltserlaubnissen sowie die Einführung biometrischer Identifikationssysteme; Auswertung und Austausch von Flugdaten; Überwachung finanzieller Transaktionen. Im Rahmen des europäischen Sicherheitsforschungsprogramms hat die EU Aufträge für Forschung und Entwicklung erteilt, (…) Dieses gesamte Programm dient in Wirklichkeit dazu, Europas Polizeibehörden, Sicherheitsdienste, Grenztruppen, Agenturen zum Krisenmanagement und paramilitärische Einheiten mit den neuesten Überwachungstechniken auszurüsten.



TV-Tipp für den 26. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 26, 2009

BR, 20.15

Erntedank. Ein Allgäukrimi (D 2009, R.: Rainer Kaufmann)

Drehbuch:

LV: Volker Klüpfel/Michael Kobr: Erntedank, 2004

Kommissar Kluftinger sucht einen Mörder, der sich bei seinen Taten anscheinend von Sagen inspirieren lässt.

Nun haben auch die Allgäuer ihren Regiokrimi im TV. Die Kluftinger-Bücher von Klüpfel/Kobr sind ja schon erfolgreich.

Im Anschluss läuft um 21.50 Uhr das halbstündige “Making of ‚Erntedank’”.

mit Herbert Knaup, Michaela Aspar, August Zirner, Eva Blum

Hinweise

Die Seite von Kommissar Kluftinger

Spiegel Online: Interview mit Volker Klüpfel und Michael Kobr über ihre Romane und die Verfilmung (22. September 2009)

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WDR, 20.15

Donna Leon: Venezianisches Finale (D 2003, R.: Sigi Rothemund)

Drehbuch: Kathrin Richter, Ralf Hertwig

LV: Donna Leon: Death at La Fenice, 1992 (Venezianisches Finale)

Wer hat Dirigent Wellauer umgebracht? Commissario Brunetti ermittelt.

Bei dem ersten Auftritt von Uwe Kockisch und Julia Jäger soll sich die Spannung in Grenzen halten.

Eine vernichtende Rezension des Buches von Ekkehard Knörer gibt es auf der crime-corner-Seite.

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ARD, 23.15

Mankells Wallander: Tödliche Fracht (S/D 2005, R.: Anders Engström)

Drehbuch: Cilla Börjlind, Rolf Börjlind

LV: Henning Mankell (Treatment)

Kommissar Wallander und seine Tochter Linda suchen die Mörder von neun, in einem LKW-Container gefundenen, toten Flüchtlingen aus dem Mittleren Osten. Die erste Spur führt zu einem Kloster.

Neunter Fall der auf dreizehn Folgen angelegten Serie mit dem neuen Wallander.

Mit Krister Henriksson, Johanna Sällström
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RBB, 23.35

Coma (USA 1978, R.: Michael Crichton)

Drehbuch: Michael Crichton

LV: Robin Cook: Coma, 1977 (Koma)

Die Ärztin Susan Wheeler hat einen schrecklichen Verdacht: ihre Vorgesetzten versetzen Patienten ins Koma und betreiben mit ihren Innereien einen schwunghaften, illegalen Organhandel. Ein Geschäft, das sie sich von Susan Wheeler nicht vermiesen lassen wollen.

„Ungemein spannender, perfekt inszenierter und geschnittener Thriller“ meint der Filmdienst, im Einklang mit anderen Kritiken, über den okayen Thriller aus der bösen Welt der Mediziner, mit einem großartigen Richard Widmark, einem herrlich hilflosen Tom Selleck und die beiden Hauptdarsteller sind auch nicht zu verachten. Der medizinische Hintergrund, immerhin schrieb ein Arzt den Roman und ein anderer inszenierte den Film, ist dagegen nicht so wichtig.

Mit Geneviève Bujold, Michael Douglas, Elizabeth Ashley, Rip Torn, Richard Widmark, Lois Chiles, Tom Selleck

Hinweise

Kriminalakte: Nachruf auf Michael Crichton

Homepage von Michael Crichton

Krimi-Couch über Robin Cook

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ZDF, 01.45

Der Todesrächer von Soho (D/E 1972, R.: Jess Frank, eigentlich Jesus Franco)

Drehbuch: Art Bernd, Jess Frank

LV: Bryan Edgar Wallace: Death Packs a Suitcase, 1961 (Der Tod packt seinen Koffer; andere Quellen nennen „The Corpse Packs His Bags“, aber über dieses Werk sind keine weiteren Angaben auffindbar; einige nennen eine ungenannte Kurzgeschichte von Bryan Edgar Wallace als Vorlage, aber in Wirklichkeit wurde wahrscheinlich nur der Name Wallace für die Werbung benutzt)

Ein Polizist und ein Krimiautor ermitteln gemeinsam in einer Mordserie. Die Spur führt ins Rauschgiftmilieu.

Nun, Herr Franco liefert die vertraute Qualität – und Arthur Brauner (der als Art Bernd auch am Drehbuch mitschrieb) schloß als Produzent das Kapitel „Wallace“ ab.

Die Musik schrieb Rolf Kühn.

Mit Fred Williams, Horst Tappert, Barbara Rütting, Wolfgang Kieling, Rainer Basedow, Elisa Montes, Siegfried Schürenberg

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ZDF, 03.00

Die Hölle am Ende der Welt (F/I 1971, R.: Jean Herman)

Drehbuch: Jean Herman, Henri Charriére

Marco, zwei Komplizen und Stripperin Popsy Pop wollen in Venezuela Diamanten klauen. Allerdings hat Popsy Pop eigene Pläne.

Drehbuchautor und Hauptdarsteller Henri Charriére ist vor allem für seine erfolgreich verfilmte Biographie „Papillon“ bekannt. Dies ist sein einziger Auftritt als Schauspieler.

Langweiliger Abenteurfilm mit Henri Charriére, Claudia Cardinale, Stanley Baker

auch „Popsy Pop“


Wer zur Hölle ist Ben Hecht?

September 25, 2009

Hecht - Von Chicago nach Hollywood

Ben Hecht dürfte nur den Menschen etwas sagen, die bei Spielfilmen auch auf die Namen der Macher achten. Denn Hecht schrieb die Drehbücher zu „Scarface“, „Angels over Broadway“ (auch Regie), „Berüchtigt/Weißes Gift“ (Notorious), „Ich kämpfe um dich“ (Spellbound), „Der Todeskuss“ (Kiss of Death) und „In einem anderen Land“ (A farewell to arms). Bei „Vom Winde verweht“ (Gone with the wind) arbeitete er ungenannt am Drehbuch mit (In „Von Chicago nach Hollywood“ schreibt er, dass er es innerhalb einer Woche schrieb. Aber wer kann schon einem professionellem Lügner blind vertrauen?). Für viele andere Hollywood-Filme, wie „Engelsgesicht“, „Der Fremde im Zug“, „Das Ding aus einer anderen Welt“, „Rope – Cocktail für eine Leiche“, „Der Fall Paradin“ und „Gilda“, machte er im Abspann nicht genannte Überarbeitungen des Drehbuchs. Er schrieb mehrere Theaterstücke, wie das mehrfach verfilmte Theaterstück „Extrablatt“ (The Front Page), und zahlreiche Erzählungen.

Bevor er in Hollywood sein Geld verdiente, arbeitete er in Chicago als Reporter. Er erzählt in dem speziell für Deutschland zusammengestellten Sammelband „Von Chicago nach Hollywood“, wie er Reporter wurde, wie er (oft am Rand der Legalität) Bilder für Artikel besorgte, wie er seine ersten spektakulären Geschichten frei erfand und dann doch zum seriösen Reporter wurde. Diese Erlebnisse verarbeitete er in „The Front Page“ und zahlreichen Gangsterdramen, wie dem Stummfilm „Underworld“ und dem Gangsterfilm-Klassiker „Scarface“. Nach seinen Jahren in Chicago war er kurz in New York und schrieb Theaterstücke und Kurzgeschichten. Da erreichte ihn, als er sich ohne einen Cent in seinem Zimmer verkrochen hat, ein Telegramm von Herman Mankiewicz: „Was hälst du davon, für dreihundert Dollar pro Woche für Paramount Pictures zu arbeiten? Alle Auslagen werden dir erstattet. Dreihundert Dollar sind aber noch gar nichts. Millionen kannst du hier scheffeln, und deine einzige Konkurrenz sind Idioten. Lass dir das nicht entgehen!“ Hecht packte seine Koffer und zog an die Westküste.

Im zweiten Teils des Buches gibt es ein kleines Panoptikum der in Hollywood versammelten Persönlichkeiten und das fast sechzigseitige Stück „Eine sündhafte Frau“.

Das ist der Titel eines Drehbuchs von Daisy Marcher. Ein mächtiger Hollywood-Produzent, der das Drehbuch nur zufällig liest (normalerweise liest er keine Drehbücher) will dieses „Meisterwerk“ verfilmen. Als Marchers Agent Orlando Higgins erfährt, dass sie ein neunjähriges Kind ist, beschließt Higgins allen diese Tatsache zu verschweigen und treibt so seine Provision auf astronomische Höhen. Denn ganz Hollywood ist verrückt nach Daisy Marcher.

Diese Burleske ist wahrscheinlich ein ausführliches Treatment für den von Ben Hecht inszenierte Film „Woman of Sin“, der Teil des Double-Features „Actor’s and Sin“ ist.

Gerade hier hätte Helga Herborth in ihrem Nachwort über die Herkunft der verschiedenen Texte und den Wahrheitsgehalt aufklären können. Aber sie beschränkt sich im Wesentlichen, um wenige biographische Information ergänzt, auf ein Nacherzählen der bereits gelesenen Texte.

Aber diese Texte von Ben Hecht sind ein wahres Lesevergnügen. Flott formuliert, pointiert, sarkastisch, ironisch und kein Jota veraltet erzählen sie Geschichten aus der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts.

Ben Hecht: Von Chicago nach Hollywood – Erinnerungen an den amerikanischen Traum

(ausgewählt, aus dem Englischen und mit einem Nachwort von Helga Herborth)

Berenberg, 2009

152 Seiten

19,00 Euro

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Erstausgabe (wahrscheinlich, aber unbestätigt, weil das Impressum der Neuausgabe in diesem Punkt unklar ist)

Geschichten aus Chicago und Hollywood

Wolke Verlag, 1989

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Hinweise

Wikipedia über Ben Hecht (deutsch, englisch)

Kirjasto über Ben Hecht


TV-Tipp für den 25. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 25, 2009

ZDF Theaterkanal, 19.40

Anwalt Abel: In tödlicher Gefahr (D 1999, R.: Olaf Kreinsen)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Fanny soll ihren Mann umgebracht haben. Aber Anwalt Abel glaubt an ihre Unschuld.

Mit Günther Maria Halmer, Peter Sattmann, Nina Hoger

Hinweise

Homepage von Fred Breinersdorfer

Meine Besprechung von Fred und Léonie Breinersdorfers „Das Hurenspiel – Ein Fall für Abel“ (2006)

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Eins Festival, 21.40

Back Fire – Eine Mutter sieht rot (F 1984, R.: Alain Bonnot)

Drehbuch: André G. Brunelin, Marie-Thérèse Cuny, Alain Bonnot

LV: Gérald Moreau: Nathalie ou la Punition, 1979

Annie Girardot sieht rot – und die Polizei sieht schweigend zu.

Schnörkelloser französischer Selbstjustiz-Thriller.

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MDR, 00.02

Coma (USA 1978, R.: Michael Crichton)

Drehbuch: Michael Crichton

LV: Robin Cook: Coma, 1977 (Koma)

Die Ärztin Susan Wheeler hat einen schrecklichen Verdacht: ihre Vorgesetzten versetzen Patienten ins Koma und betreiben mit ihren Innereien einen schwunghaften, illegalen Organhandel. Ein Geschäft, das sie sich von Susan Wheeler nicht vermiesen lassen wollen.

„Ungemein spannender, perfekt inszenierter und geschnittener Thriller“ meint der Filmdienst, im Einklang mit anderen Kritiken, über den okayen Thriller aus der bösen Welt der Mediziner, mit einem großartigen Richard Widmark, einem herrlich hilflosen Tom Selleck und die beiden Hauptdarsteller sind auch nicht zu verachten. Der medizinische Hintergrund, immerhin schrieb ein Arzt den Roman und ein anderer inszenierte den Film, ist dagegen nicht so wichtig.

Mit Geneviève Bujold, Michael Douglas, Elizabeth Ashley, Rip Torn, Richard Widmark, Lois Chiles, Tom Selleck

Hinweise

Kriminalakte: Nachruf auf Michael Crichton

Homepage von Michael Crichton

Krimi-Couch über Robin Cook

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ZDF, 00.15 (Teil 1)

ZDF, 01.45 (Teil 2)

Frederick Forsyth: Das schwarze Manifest (USA 2005, R.: Charles Martin Smith)

Drehbuch: Adam Armus, Nora Kay Foster

LV: Frederick Forsyth: Icon, 1996 (Das schwarze Manifest)

Moskau in den Neunzigern: Im Auftrag des britischen Botschaftrs soll Ex-CIA-Agent Jason Monk dem rechtsradikalen Populisten Igor Komarov das Handwerk legen.

Freie Verfilmung des gleichnamigen Buches von Frederick Forsyth. Gut besetzt, vor Ort gedreht und vom ZDF sicher nicht grundlos immer im Nachtprogramm versteckt.

Mit Patrick Swayze, Patrick Bergin, Michael York, Annika Peterson, Ben Cross, Jeff Fahey, Joss Ackland

Auch bekannt als “Icon – Das schwarze Manifest”

Hinweis

Fanseite über Frederick Forsyth

Kriminalakte: Nachruf auf Patrick Swayze


Neu im Kino: Die Entführung der U-Bahn Pelham 123

September 23, 2009

Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 (The Taking of Pelham 123, USA 2009)

Regie: Tony Scott

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: John Godey: The Taking of Pelham One Two Three, 1973 (Abfahrt Pelham 1 Uhr 23)

In New York nehmen Gangster die Passagiere einer U-Bahn als Geisel. Sie fordern binnen einer Stunde 10 Millionen Dollar Lösegeld. Ein Fahrdienstleiter beginnt mit den Verhandlungen.

Jetzt – immerhin sollte der Thriller ursprünglich Ende Juli starten – ist das nur wenig upgedatete Remake des 1973er-Thrillers endlich auch bei uns zu sehen. Denn Autor John Godey hat sich eine ebenso einfach, wie spektakuläre Story ausgedacht. Da musste Brian Helgeland nur der Story folgen und aus den vielen im Buch auftretenden Charakteren (die so auch ein Bild der US-amerikanischen Gesellschaft in den frühen Siebzigern entstehen lassen) die für einen Film wichtigen auswählen.

mit Denzel Washington, John Travolta, Luis Guzmán, John Turturro, James Gandolfini

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Die Entführung der U-Bahn Pelham 123“

Meine Besprechung von John Godeys „Abfahrt Pelham 1 Uhr 23“ (The Taking of Pelham One Two Three, 1973)

„The Taking of Pelham 123“ in der Kriminalakte

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Bonushinweis

„Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ (USA 1973) läuft im TV:

Tele 5, Sonntag, 27. September, 22.15 Uhr

Tele 5, Dienstag, 29. September, 01.50 Uhr (Taggenau!)


TV-Tipp für den 24. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 23, 2009

Arte, 14.45

16 Uhr 50 ab Paddington (GB 1961, R.: George Pollock)

Drehbuch: David Pursall, Jack Seddon

LV: Agatha Christie: 4.50 from Paddington, 1957 (16 Uhr 50 ab Paddington)

Miss Marple beobachtet in einem vorüberfahrenden Zug einen Mord. Die Polizei glaubt der schrulligen alten Frau nicht. Deshalb klärt sie den Fall alleine auf.

Erster Miss Marple-Film, der den Plot mit reichlich britischem Humor würzte.

Mit Margaret Rutherford, Arthur Kennedy, Stringer Davis

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ARD, 00.50

Killer – Tagebuch eines Serienmörders (USA 1996, R.: Tim Metcalfe)

Drehbuch: Tim Metcalfe

LV: Thomas E. Gaddis/James D. Long: Killer: A Journal of Murder, 1970

Produktion: Oliver Stone

Widmung: „For Sam Peckinpah“

Auf Tatsachen beruhender Spielfilm über Carl Panzram (bravourös gespielt von James Woods), dem ersten bekannten Massenmörder der USA. Er wurde 1929 wegen Mordes an 21 Menschen hingerichtet.

Differenziertes Drama, das allerdings immer auf dem Niveau eines gehobenen Fernsehspiels bleibt.

Hinweis

Mark Gado auf der Crimelibrary über Carl Panzram


Ein Blick hinter die Kulissen der Gerichtsmedizin

September 23, 2009

Tsokos - Dem Tod auf der Spur

Michael Tsokos ist ein richtiger Spielverderber. Bereits auf den ersten Seiten seines Sachbuchs „Dem Tod auf der Spur“ verweist er all unser TV-erprobtes Wissen über Gerichtsmediziner in das Reich der Legenden.

Denn sie nehmen die Obduktion nicht mit Taschenlampen oder in dunklen Obduktionssälen vor, hören dabei keine laute Musik (je nach Alter: Punk, Rock oder Klassik, aber nie Volksmusik), sie lagern ihre Brötchen nicht bevorzugt neben entnommen Organen und sie sind keine spleenige Gesellen mit einem makaberen Humor, sondern sie sind ganz normale Menschen, die an ordentlich ausgeleuchteten Arbeitsplätzen arbeiten.

Auch ihre Fälle sind eher nicht CSI-spektakulär.

Die meisten der von Tsokos in „Dem Tod auf der Spur“ geschilderten zwölf Fälle, in die er als Gerichtsmediziner involviert war, sind, entsprechend der Häufigkeit der nicht-natürlichen Todesursachen, Suizide und tödlich verlaufende Unfälle. Zum Beispiel wenn jemand mit einer brennenden Zigarette einschläft oder betrunken durch die Winternacht stolpert.

Sie werden bei jedem Tod, der auf den ersten Blick kein alters- oder krankheitsbedingtes Ableben ist, gerufen. Dann müssen die Gerichtsmediziner herausfinden, wie der Tote gestorben ist. Tsokos schildert nüchtern, wie sie bei einer Obduktion die einzelnen Spuren zu einem Bild formen. Dabei gibt es auch bei scheinbar klaren Fällen, wie dem Tod der siebenjährigen Jessica, immer wieder Überraschungen. Als sie starb war sie schwer unterernährt. Die erste Vermutung war, dass sie verhungerte. Aber die Obduktion ergab, dass sie an ihrer letzten Mahlzeit starb.

Selbstverständlich schildert Michael Tsokos, der Leiter des Instituts für Gerichtsmedizin der Charité und des Landesinstituts für gerichtliche und soziale Medizin in Berlin, in seinem locker geschriebenen Buch auch einige Fälle, die CSI-würdig sind.

Da gibt es einen tödlich verlaufenden Jagdunfall, bei dem die Spuren zunächst in alle Richtungen deuten. Oder ein fahrendes Auto explodiert auf einer Landstraße. Auf dem Rücksitz ist ein Toter, aber von dem Fahrer fehlt jede Spur. Ein anderer Autofahrer wird, ebenfalls auf einer Landstraße, enthauptet in seinem Auto gefunden. Und es gibt auch eine Variation der Geschichte des Mannes, der vom Himmel fiel.

Neben den reinen Fällen beschreibt Tsokos auch, wie eine Obduktion vonstatten geht. Er liefert Hintergrundinformationen über die verschiedenen Todesarten. Er erzählt, eher knapp, wie die verschiedenen forensischen Wissenschaftler und die ermittelnden Polizisten zusammenarbeiten und was die moderne Wissenschaft zur Aufklärung von Verbrechen leisten kann.

Denn die Quantensprünge in der Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten haben auch dazu beigetragen, dass es heute Serien wie „CSI“ gibt, in denen nicht mehr die Arbeit von Polizisten, sondern die von Wissenschaftlern im Mittelpunkt steht.

Und so schließt sich der Kreis: die Innovationen in der Wissenschaft führen zu populären TV-Serien, die wiederum das Interesse an Sachbüchern darüber befördern und so die Erkenntnisse aus der Wissenschaft auch einem Nicht-Fachpublikum zugänglich machen.

Michael Tsokos (unter Mitarbeit von Veit Etzold und Lothar Strüh): Dem Tod auf der Spur – Zwölf spektakuläre Fälle aus der Rechtsmedizin

Ullstein, 2009

240 Seiten

8,95 Euro

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Hinweise

Berliner Zeitung: Interview mit Michael Tsokos (6./7. Juni 2009)

Seite des Instituts für Rechtsmedizin der Charité

Seide des Landesinstituts für gerichtliche und soziale Medizin, Berlin


TV-Tipp für den 23. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 23, 2009

3sat, 11.30

Polt muss weinen (A/D 2001, R.: Julian Roman Pölsler)

Drehbuch: Susanne Freund, Julian Roman Pölsler

LV: Alfred Komarek: Polt muss weinen, 1998

Wer ermordete den allseits unbeliebten Weinbauern? Landgendarm Polt ermittelt.

Komareks erster Polt-Krimi erhielt 1999 den Glauser. Sein neuer Polt-Krimi „Polt.“ erschien vor wenigen Tagen im Haymon Verlag.

Mit Erwin Steinhauer, Hans Clarin

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Arte, 14.45

Rendezvous mit einer Leiche (USA 1988, R.: Michael Winner)

Drehbuch: Anthony Shaffer, Peer Buckman, Michael Winner

LV: Agatha Christie: Appointment with death, 1938 (Der Tod wartet)

Hercule Poirot klärt während einer Urlaubsreise in Israel den Mord an einer reichen Amerikanerin auf.

Trotz der guten Besetzung ein Langweiler.

Mit Peter Ustinov, Lauren Bacall, John Gielguld, Carrie Fisher, Piper Laurie, David Soul, Nicholas Guest

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MDR, 22.05

TATORT: Money! Money! (D 1998, R.: Peter Ristau)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Dorsey organisert ein Kettenspiel. Als seine Partnerin Angie umgebracht wird, ermitteln Erhlicher und Kain im Milieu krimineller Geschäftemacher.

Im Vergleich zu den Post-2000-Ehrlicher-Filmen wird dieser schwache Ehrlicher immer besser. Denn er hat eine sauber entwickelte Handlung und weist ohne einen allzu erhobenen Zeigefinder auf kriminelle Abzocker hin.

Mit Peter Sodann, Bernd Michael Lade, Ulrich Noethen, Julia Jäger

Hinweise

Homepage von Fred Breinersdorfer

Meine Besprechung von Fred und Léonie Breinersdorfers „Das Hurenspiel – Ein Fall für Abel“ (2006)

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SWR, 23.00

Coma (USA 1978, R.: Michael Crichton)

Drehbuch: Michael Crichton

LV: Robin Cook: Coma, 1977 (Koma)

Die Ärztin Susan Wheeler hat einen schrecklichen Verdacht: ihre Vorgesetzten versetzen Patienten ins Koma und betreiben mit ihren Innereien einen schwunghaften, illegalen Organhandel. Ein Geschäft, das sie sich von Susan Wheeler nicht vermiesen lassen wollen.

„Ungemein spannender, perfekt inszenierter und geschnittener Thriller“ meint der Filmdienst, im Einklang mit anderen Kritiken, über den okayen Thriller aus der bösen Welt der Mediziner, mit einem großartigen Richard Widmark, einem herrlich hilflosen Tom Selleck und die beiden Hauptdarsteller sind auch nicht zu verachten. Der medizinische Hintergrund, immerhin schrieb ein Arzt den Roman und ein anderer inszenierte den Film, ist dagegen nicht so wichtig.

Mit Geneviève Bujold, Michael Douglas, Elizabeth Ashley, Rip Torn, Richard Widmark, Lois Chiles, Tom Selleck

Hinweise

Kriminalakte: Nachruf auf Michael Crichton

Homepage von Michael Crichton

Krimi-Couch über Robin Cook


Cover der Woche

September 22, 2009

Hunter - ...und schließ ihm beide Augen zu


Kleinkram: Witeout, Zensursula, MyPDFScripts

September 22, 2009

„Whiteout“ – nach dem Kinostart. Die Kritiker sind nicht begeistert.

Drehbuchautor William Martell auch nicht. Er erklärt warum der Film nicht funktioniert und wie er hätte funktionieren können. Eine sehr amüsante, sehr lehrreiche und sehr lange Lektüre:

From the trailer, it looks like THE THING meets MY BLOODY VALENTINE, but the bad reviews made it sound like neither. They made it sound like a mystery… and I really love mystery films. (…)

Um, where were the clues? Where was the mystery? Because there were no real clues and no real suspects, I knew who the bad guys were about 5 minutes in because they were the only characters to choose from. You will know who the killer is and who the mastermind is right away – there are practically big arrows hanging over them that say “Guilty”. That makes the mystery part completely pointless… we figured out, so why can’t Kate? Is she stupid? Oh, and what’s the point of sitting through the rest of the film and all of those endless flashbacks of her traumatic backstory? (…)

One of the things I often do in my mystery scripts is come up with dialogue that has a double meaning, so that the audience thinks the character is talking about something story/plot related, but they are actually talking about their motivations for the crime. The audience doesn’t notice until the second time the see the movie.

CulturePopMike Russell hat sich mit dem „Whiteout“-Zeichner Steve Lieber unterhalten. Hier geht’s zum Comic-Strip, hier zum Interview.

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Eine Fleißarbeit von Daniel Schultz: „Zensursula – eine Rückschau“ (pdf) und einige Erklärungen dazu.

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„Go into the Movies“ Scott Myers hat sich mit den Machern von MyPDFScripts unterhalten.

Aktuell gibt es dort zum Beispiel das Drehbuch „The Informant!“ von Scott Z. Burns (auch bekannt als „der neue Film von Steven Soderbergh mit Matt Damon in der Hauptrolle“; deutscher Kinostart ist am 5. November)



TV-Tipp für den 22. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 22, 2009

Arte, 14.45

Ein Herr ohne Kleingeld (F/I 1959, R.: Jean Delannoy)

Drehbuch: Michel Audiard, Jean Delannoy, Maurice Druon

LV: Georges Simenon: Le baron de l’écluse ou la crosière du ‚Potam’, 1940 (Der Baron an der Schleuse oder Die Kreuzfahrt der ‚Potam’ in „Emil und sein Schiff“, Erzählung)

Baron Jérome Napoléon Antoine ist bettelarm. Aber er führt trotzdem ein luxuriöses Leben. Als er eine Luxusyacht gewinnt scheint sich sein Schicksal zu wenden.

Amüsant-ironische Komödie mit einem grandios aufspielenden Jean Gabin.

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3sat, 20.15

Polt muss weinen (A/D 2001, R.: Julian Roman Pölsler)

Drehbuch: Susanne Freund, Julian Roman Pölsler

LV: Alfred Komarek: Polt muss weinen, 1998

Wer ermordete den allseits unbeliebten Weinbauern? Landgendarm Polt ermittelt.

Komareks erster Polt-Krimi erhielt 1999 den Glauser. Sein neuer Polt-Krimi „Polt.“ erschien vor wenigen Tagen im Haymon Verlag.

Mit Erwin Steinhauer, Hans Clarin

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BR, 00.15

Der Wolf: Dein bis in den Tod (Dänemark/Schweden/Deutschland 2008, R.: Erik Richter Strand)

Drehbuch: Kjersti Rasmussen

LV: Gunnar Staalesen: Din, til døden, 1979 (Dein bis in den Tod)

Varg Veum soll ein gestohlenes Auto wiederbeschaffen. Als er beginnt Fragen zu stellen, wird’s gefährlich.

Anscheinend ziemlich aktualisierte und storytechnisch veränderte Verfilmung des zweiten Varg-Veum-Romans.

Mit Trond Espen Seim, Bjørn Floberg, Kathrine Fagerland

Hinweis

Homepage von Gunnar Staalesen


TV-Tipp für den 21. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 21, 2009

Arte, 14.45

Kommissar Maigret stellt eine Falle (Fr/I 1957, R.: Jean Delannoy)

Drehbuch: Rodolphe-Marie Arlaud, Michel Audiard, Jean Delannoy

LV: Georges Simenon: Maigret tend un piège, 1955 (Maigret stellt eine Falle)

Maigret sucht einen fünffachen Frauenmörder.

Erster von drei Maigret-Filmen, in denen Jean Gabin den Kommissar spielte. Netter psychologischer Rätselkrimi, der auch eine gelungene kleine Sozialstudie ist.

“Delannoy inszenierte diese klassische Kriminalkonstruktion sehr spannend und mit viel Einfühlungsgabe für atmosphärische Details, filmisch beinahe ebenso sorgfältig wie Maigret bei der Arbeit.” (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm)

“Intelligenter, gut gespielter, atmosphärisch dichter Kriminalfilm.” (Katholischer Film-Dienst)

Der Film gewann den Edgar-Allan-Poe-Preis in der Kategorie “bester ausländischer Film”.

mit Jean Gabin, Annie Girardot, Jean Desailly, Lino Ventura

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Kabel 1, 20.15

Die Stunde der Patrioten (USA 1992, R.: Philip Noyce)

Drehbuch: W. Peter Illiff, Donald Stewart

LV: Tom Clancy: Patriot games, 1987 (Die Stunde der Patrioten)

In London vereitelt Jack Ryan einen Anschlag einer IRA-Splittergruppe. Einer der Attentäter schwört blutige Rache an Ryan und dessen Familie.

Erster Auftritt von Harrison Ford als Jack Ryan – im Vergleich zum Buch entschärft, aber immer noch militaristischer Murks (beispielsweise als wir per PC-Bildschirm verfolgen können, wie die US-Army ein Ausbildungslager in der nordafrikanischen Wüste zerstört).

Clancys zweites Buch „Die Stunde der Patrioten“ spielt zeitlich vor seinem Debüt „Jagd auf Roter Oktober“.

Mit Harrison Ford, Anne Archer, Patrick Bergin, Sean Bean, James Fox, Samuel L. Jacksonn, James Earl Jones, Richard Harris

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Das Vierte, 20.15

Die Apothekerin (D 1997, R.: Reiner Kaufmann)

Drehbuch: Ralf Hertwig, Kathrin Richter

LV: Ingrid Noll: Die Apothekerin, 1994

Die spröde Apothekerin Helle Moormann hat es faustdick hinter den Ohren und kennt sich – berufsbedingt – mit Giften aus.

Schwarze Komödie mit viel Leerlauf.

Mit Katja Riemann, Jürgen Vogel, Richy Müller, August Zirner, Andrea Sawatzki

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Arte, 21.00

Tote schlafen fest (USA 1946, R.: Howard Hawks)

Drehbuch: William Faulkner, Leigh Brackett, Jules Furthman

LV: Raymond Chandler: The big sleep, 1939 (Der große Schlaf)

Unbestritten – neben „Der Malteser Falke“ – der Klassiker unter den Privatdetektiv-Krimis und eines der Meisterwerke des Film Noir.

Mit Humphrey Bogart, Lauren Bacall, Elisha Cook Jr.

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NDR, 21.00

TATORT: Rache-Engel (D 2005, R.: Robert Sigl)

Drehbuch: Andreas Föhr, Thomas Letocha, Jochen Senf

Eine Stiftungsvorsitzende wird ermordet. Kommissar Palu und sein Team suchen unter fünf Verdächtigen den Täter.

Grauenhafte Abschiedsvorstellung des SR-Kommissars Max Palu. In seinen jungen Jahren war er ein erfrischend anderer Kommissar. In den letzten Jahren schlug er sich nur noch lustlos durch zunehmend schlechte Filme. Verantwortlich dafür war unter anderem auch Hauptdarsteller Jochen Senf, der einige der Drehbücher schrieb. Auch „Rache-Engel“ stammt aus der Feder des gelegentlichen Krimi-Autors.

Die Erstausstrahlung war von einem gewaltigen Kulissendonner begleitet: Zuerst war Jochen Senf lautstark in der Presse beleidigt, dass er nicht mehr Palu spielen durfte. Dann hielt er das vorliegende Drehbuch für indiskutabel und schrieb in zwei Wochen (Hey, Paul Schrader schrieb „Taxi Driver“ in fünf Tagen.) ein neues Drehbuch. Vor der Ausstrahlung regte sich „Bild“, natürlich penibelst bebildert, über eine kurze Sexszene auf. Der Sender veränderte sie vor der Ausstrahlung. Der Regisseur schrie entsetzt, man habe die gesamte Aussage seines Filmes entstellt (Hm, in welchen Spielfilmen hängt alles von einer knappen Minute in der Mitte des Films ab?).

Und das Publikum durfte einen der schlechtesten Tatorte seit langem sehen: idiotische Dialoge, absurde Szenen, sinnlose Kameraarbeit, indiskutable Schauspielerleistungen. Der „Tatort“ in heftiger Konkurrenz zu C- und D-Filmen (bei denen immerhin der Anteil von Sex und Gewalt in Ordnung ist). Leichter fiel kein Abschied.

Mit Jochen Senf, Gregor Weber, Annett Rennenberg, Alexander Held, Nikolai Kinski, René Soutendijk, Sylvester Groth

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HR, 23.30

Hallam Foe – Aus dem Leben eines Außenseiters (GB 2007, R.: David Mackenzie)

Drehbuch: David Mackenzie, Ed Whitmore

LV: Peter Jinks: Hallam Foe, 2001 (Über roten Dächern)

Der 17-jährige Außenseiter Hallam Foe glaubt, dass seine Stiefmutter seine Mutter ermordet hat. Da trifft er die Hotelpersonalchefin Kate. Sie ist das Ebenbild seiner Mutter.

„Einfach mitreisend ist dieser Abenteuertrip eines jungen Ausreißers, faszinierend mühelos changiert das freche Szenario zwischen Murder Mystery mit Gothic Touch und moderner Lovestory. Ein Film, der ganz tief im Zuschauer seinen Widerhall findet.“ (Programm Fantasy Filmfest 2007)

„A viewing delight.“ (Variety)

Die TV-Premiere eines vielfach nominierten und ausgezeichneten Kritikerlieblings, der in den Arthouse-Kinos auch gut lief, war zu einer unverschämten Zeit (Mittwochnacht, offizieller Beginn um 00.50 Uhr).

Mit Jamie Bell, Sophia Myles, Ciarán Hinds, Claire Forlani

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Eins Festival, 03.10

Back Fire – Eine Mutter sieht rot (F 1984, R.: Alain Bonnot)

Drehbuch: André G. Brunelin, Marie-Thérèse Cuny, Alain Bonnot

LV: Gérald Moreau: Nathalie ou la Punition, 1979

Annie Girardot sieht rot – und die Polizei sieht schweigend zu.

Schnörkelloser französischer Selbstjustiz-Thriller.


Hörenswert

September 19, 2009

Im SWR2-Forum gibt es ein hörenswertes Gespräch zwischen

Carl Bergengruen (Fernsehspiel-Chef des SWR Baden-Baden)

Fred Breinersdorfer (Drehbuchautor und Anwalt, Berlin) und

Hans Leyendecker (Süddeutsche Zeitung)

über den Fall Heinze und die ÖR-Fernsehlandschaft. Hübsch, wie Bergengruen eine heile Welt zeichnet, während Breinersdorfer und Leyendecker die Fahne des kritischen Journalismus hochhalten und sehr plastisch ein mafiös-korruptes System charakterisieren.


TV-Tipp für den 20. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 19, 2009

Kabel 1, 16.45

Die diebische Elster (USA 1987, R.: Hugh Wilson)

Drehbuch: Jeph Loeb, Matthew Weisman, Hugh Wilson

LV: Lawrence Block: The burglar in the closet, 1978 (Frisch geklaut ist halb gemordet, Der Dieb im Schrank)

Buchhändler und Einbrecher Bernice Rhodenbarr stolpert bei einem Einbruch über eine Leiche. Um nicht selbst ins Gefängnis zu wandern, muss sie (Yep, Bernie ist eine Frau.) den Mörder fangen.

Ehe ich jetzt länger aushole, nur soviel: Muss echt nicht sein. Dieser lärmige 80-er-Jahre-Schrott hat wirklich nichts (bis auf einige Wendungen in der Story) mit Lawrence Blocks witzigen Burglar-Romanen zu tun.

Mit Whoopi Goldberg, Bob Goldthwait, G.W. Bailey, Lesley Ann Warren, James Handy, John Goodman

Hinweise

Homepage von Lawrence Block

Unbedingt kaufen müssen Sie das von mir herausgegebene Buch „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“ (KrimiKritik 5, Nordpark-Verlag)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers” (1994)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers” (1995)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks: “All the flowers are dying” (2005)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Lucky at Cards” (2007)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Abzocker“ (Grifter’s Game, 2004; frühere Ausgaben: Mona, 1961; Sweet slow death, 1986)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Verluste” (Everybody dies, 1998)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Killing Castro“ (Originalausgabe unter dem Pseudonym Duncan Lee als „Fidel Castro Assassinated“, 1961)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Falsches Herz“ (The Girl with the long green Heart, 1965)

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ZDF Theaterkanal, 19.40

Anwalt Abel: In tödlicher Gefahr (D 1999, R.: Olaf Kreinsen)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Fanny soll ihren Mann umgebracht haben. Aber Anwalt Abel glaubt an ihre Unschuld.

Mit Günther Maria Halmer, Peter Sattmann, Nina Hoger

Hinweise

Homepage von Fred Breinersdorfer

Meine Besprechung von Fred und Léonie Breinersdorfers „Das Hurenspiel – Ein Fall für Abel“ (2006)

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Eins Festival, 20.15

Back Fire – Eine Mutter sieht rot (F 1984, R.: Alain Bonnot)

Drehbuch: André G. Brunelin, Marie-Thérèse Cuny, Alain Bonnot

LV: Gérald Moreau: Nathalie ou la Punition, 1979

Annie Girardot sieht rot – und die Polizei sieht schweigend zu.

Schnörkelloser französischer Selbstjustiz-Thriller.

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ZDF, 22.00

Fred Vargas: Bei Einbruch der Nacht (F 2009, R.: Josée Dayan)

Drehbuch: Emmanuel Carrère

LV: Fred Vargas: L’homme à l’envers, 1999 (Bei Einbruch der Nacht)

In den Bergen zerfleischt eine Bestie Schafe und zuletzt auch eine Bäuerin. Eine Komponinistin, ein Waisenkind, ein greiser Schäfer, ein Grizzly-Forscher und Kommissar Adamsberg jagen das Tier.

Erste von vier Vargas-Abenden, die das ZDF sonntags zeigt (unter anderem ein Zweiteiler). Warum das ZDF mit dem zweiten Auftritt von Jean-Hugues Anglade als Kommissar Adamsberg beginnt, wissen nur die Lerchenberg-Fernsehgötter. Aber wenn es keine filmübergreifenden Plots gibt, ist es ja auch egal.

Mit Jean-Hugues Anglade, Hélène Fillières, Alain Fromager, Maurice Garrel, Corinne Masiero, Tobias Moretti

Hinweise

Facebook-Seite von Fred Vargas

Krimi-Couch über Fred Vargas

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ARD, 00.05

Arabeske (USA 1966, R.: Stanley Donen)

Drehbuch: Julian Mitchell, Stanley Price, Pierre Marton (Pseudonym von Peter Stone)

LV: Alex Gordon (auch Gordon Cotler): The Cipher, 1961

Oxford-Professor Pollock soll eine hethitische Inschrift entziffern. Er weiß nicht, dass er danach umgebracht werden soll.

Schwungvolle Agenten-Komödie in einem verschwenderischen Dekor, z. B. trägt Sophia Loren nur Kleider von Dior. Ist einer der besten nicht von Hitchcock inszenierten Hitchcock-Filme – und eine prall gefüllte Wundertüte an Intrigen und Gegenintrigen.

Gordons Buch war 1962 als bestes Debüt für den Edgar nominiert.

Mit Gregory Peck, Sophia Loren

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BR, 00.15

Das Haus der Lady Alquist (USA 1944, R.: George Cukor)

Drehbuch: John Van Druten, Walter Reisch, John L. Balderston

LV: Patrick Hamilton: Gaslight, 1938 (Theaterstück)

Nach dem Umzug leidet Paula Alquist an Wahnvorstellungen. Oder will sie jemand in den Wahnsinn treiben?

Über den bekannt-beliebten Romantikthriller schreibt das Lexikon des internationalen Films zutreffend: „Ein ungebrochen spannender Psychokrimi, angesiedelt im viktorianischen Zeitalter, hervorragend inszeniert und gespielt. Reizvoll vor allem durch die außergewöhnliche Kameraführung.“

Ingrid Bergman erhielt für ihre Leistung den Oscar und den Golden Globe. Für die Ausstattung gab es einen weiteren Oscar. Außerdem war „Das Haus der Lady Alquist“ in allen wichtigen Oscar-Kategorien nominiert: Bester Film, Drehbuch, Kamera, Haupt- und Nebenrolle. Der große Abräumer war in diesem Jahr aber das Musical „Going my way“ (Der Weg zum Glück, R.: Leo McCarey). Erinnert sich noch jemand an diesen Film?

Hamilton schrieb auch die Vorlage zum Hitchcock-Film “Rope – Cocktail für eine Leiche”.

Mit Charles Boyer, Ingrid Bergman, Joseph Cotton, Angela Lansbury (Debüt), Barbara Everest

Hinweis

Kirjasto über Patrick Hamilton


TV-Tipp für den 19. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 19, 2009

ZDF, 20.15

Einsatz in Hamburg: Tödliches Vertrauen (D 2009, R.: Buddy Giovinazzo)

Drehbuch: Stefan Cantz, Jan Hinter

Ein neuer Fall für Kommissarin Jenny Berlin: sie soll herausfinden, wer die alleinerziehende Mutter eines achtjährigen, schweigsamen Schlüsselkindes erstach.

Zwölfter Einsatz der Kommissarin und weil Cantz, Hinter und Giovinazzo normalerweise überzeugende Arbeiten abliefern, dürfte dieser “Einsatz in Hamburg” für einen spannenden Abend sorgen.

Mit Aglaia Szyszkowitz, Rainer Strecker, Hannes Hellmann, Victoria Trauttmansdorff, Bruno Schubert, Florian Lukas, Anja Kling, Oliver Stokowski

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Pro 7, 22.20

Kill Bobby Z – Ein Deal um Leben und Tod (USA 2007, R.: John Herzfeld)

Drehbuch: Bob Krakower, Allen Lawrence

LV: Don Winslow: The Death and Life of Bobby Z, 1997 (Die Wiederauferstehung des Bobby Z)

Knacki Tim Kearney ist ein echter Pechvogel. Aber da erhält er von dem Drogenpolizisen Tad Gruzsa ein Angebot, das er nicht ablehnen kann: er soll freikommen, wenn er bei einem Gefangenenaustausch den legendären Drogendealer Bobby Z. spielt. Natürlich geht der Austausch schief und Kearney hat jetzt wirkliche Probleme.

Unterhaltsame, weitgehend unterschätzter Actionthriller, der sich an das Buch hält.

Mit Paul Walker, Laurence Fishburne, Olivia Wilde, Jason Flemyng, Keith Carradine, Joaquim de Almeida, J.R. Villarreal, Jason Lewis, Jacob Vargas, Michael Bowen

Wiederholung: Sonntag, 20. September, 02.30 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Don Winslow

Meine Besprechung von “Pacific Private” (The Dawn Patrol, 2008)

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Kabel 1, 00.05

Wehrlos – Die Tochter des Generals (USA 1999, R.: Simon West)

Drehbuch: Christopher Bertolini, William Goldman, Scott Rosenberg (ungenannt)

LV: Nelson De Mille: The General´s Daughter, 1992 (Wehrlos – Die Tochter des Generals)

Auf dem Militärstützpunkt Fort MacCallum wird eine nackte Frauenleiche gefunden. Sie ist eine junge Offizierin und die Tochter des Basiskommandanten Campbell. Den Militärermittlern Brenner und Sunhill bleiben nur 36 Stunden, bis das FBI den Fall übernimmt.

Die deutsche Kritik war von diesem optisch überzeugendem 08/15-Whodunit nicht begeistert: „Politisch korrekter Schund über die Not der Frau in der Männerdomäne Armee, effekthascherisch inszeniert und von John Travolta und James Woods (zu) gut gespielt.“ (Film 11/99) oder „Einer jener Filme, die Unbehagen hinterlassen: ehrlich in Handwerk und Gesinnung, indifferent für den Zuschauer.“ (AZ, 18. 11. 1999)

Auf der Haben-Seite sind neben der Optik die Schauspieler, die teilweise wirklich gute Szenen haben. Aber die Story erreicht kaum das Niveau einer „Criminal Intent“-Folge.

Der deutsche Titel „Wehrlos“ ist, im Gegensatz zum Originaltitel, mal wieder vollkommener Quatsch. Denn „Wehrlos“ ist in „The General’s Daughter“ niemand.

Der Film ist FSK-16 und für die 20.15-Uhr-Ausstrahlung wird normalerweise auf eine sinnentstellend beschnittene Version (im Wesentlichen wurde das Motiv herausgeschnitten) zurückgegriffen. Die heutige Nachtwiederholung dürfte dagegen ungekürzt sein.

Und was sagt der Autor zur Verfilmung? „In the case of The General’s Daughter, the final drafts stayed true and close to the substance and intent of my novel. (…) What I can say is that the essence of my novel was captured and conveyed on the screen through excellent acting, sharp and funny dialoge, and through the use of visual settings that even the best novelist can’t convey on paper.”

Mit John Travolta, Madeleine Stowe, Timothy Hutton, James Woods, James Cromwell, Clarence Williams III

Hinweise

Homepage von Nelson De Mille

Schnittberichte über die Kürzungen


Die Turner-Trilogie von James Sallis

September 18, 2009

Sallis - Dunkle SchuldSallis - What you have left

Das erste Mal begegnen wir Turner (wie Spenser und Parker: kein Vorname) auf der Veranda seiner einsam gelegenen Hütte irgendwo im Hinterland von Memphis. Ein Mann kommt zu ihn. Bis jetzt hat er noch nicht die Zeit für einen Besuch bei dem Zugezogenen Turner gehabt. Sie sitzen zusammen, trinken, schweigen. Richtige, gemütliche Südstaatenatmosphäre; – bis Turner seinen Besucher fragt: „Kann ich irgendetwas für Sie tun, Sheriff?“ Dieser antwortet; „Um die Wahrheit zu sagen, ich hatte irgendwie gehofft, Sie überreden zu können, mir zu helfen. Bei einem Mord.“

Denn der Erzähler Turner ist ein ehemaliger Polizist. Er war auch ein Sträfling und Psychotherapeut.

„Alles, was ich wollte, war, in Ruhe gelassen zu werden, und ich hatte enorme Schritte unternommen, um genau das sicherzustellen. Selten hatte ich mich beim Herumstreunen weit von der Hütte entfernt, hatte mir die Lebensmittel monatlich liefern lassen. Das letzte, was ich wollte, war, noch einmal Teil einer Ermittlung zu sein, im Leben anderer Leute herumwühlen, in ihrem Schlamassel und Fehlverhalten, im Irrsinn anderer Menschen, anderer Seelen“, erzählt Turner uns am Anfang von „Dunkle Schuld“.

Dass dieser Wunsch seines Ich-Erzählers nicht funktioniert, zeigt James Sallis in seinen drei literarisch beeindruckenden Turner-Romanen „Dunkle Schuld“ (Cypress Grove), „Cripple Creek“ und „Salt River“. Von Roman zu Roman kehrt Turner immer mehr zurück in die Gesellschaft. Im ersten Band freundet er sich mit dem Sheriff Lonnie Bates und dem Personal der kleinen Polizeistation an und verliebt sich in die Anwältin Valerie ‚Val‘ Bjorn. Im zweiten Band „Cripple Creek“ arbeitet er als Sheriff, seine Tochter taucht auf, wird seine Vorgesetzte und Val wird am Ende des Buches erschossen.

In „Salt River“ versucht Turner trotz dieses Verlustes weiterzuleben. Denn: „Sometimes you just have to see how much music you can make with what you have left. (…) I’m not sure how much I have left either. (…) As for me, I think maybe I’ve seen a few too many people die, witnessed too much unbearable sadness that still had somehow to be borne. I remember Tracy Caulding up in Memphis telling me about a science fiction story where these immortals would every century or so swim across a pool that relieved them of their memories, then they could go on. I wanted to swim in that pool.“

Aber die Erinnerungen lassen Turner nicht los. In „Dunkle Schuld“ springt James Sallis dabei kapitelweise von den aktuellen Ermittlungen in die Vergangenheit von Turner. Aufgrund dieser Struktur, in der auf den ersten Blick der Moloch Großstadt dem heilen Landleben gebenübergestellt wird, liest sich „Dunkle Schuld“ weniger wie ein stringend geplotteter Roman, sondern eher wie eine Sammlung von thematisch miteinander verknüpften Kurzgeschichten.

In „Dunkle Schuld“ wurde ein Obdachloser ermordet. Turner und Sheriff Bates finden heraus, dass er die Post vom Bürgermeister geklaut hat und es gibt eine Spur in die Welt der obskuren Filme die mit dem Aufkommen des Fernsehens verschwand.

Sallis, der alt genug ist, um einige dieser Z-Movies noch in einigen Provinz- und Autokinos gesehen zu haben, formuliert in „Dunkle Schuld“ eine kleine Liebeserklärung an diese untergegangene Welt. Weil James Sallis selbst ein Musiker ist, formuliert er in „Dunkle Schuld“ eine zaghafte Liebeserklärung an die Bluegrass-Music. In „Cripple Creek“ und „Salt River“ wird für Turner die Musik immer wichtiger. Und natürlich gibt es zahlreiche literarische Anspielungen. Wenn zum Beispiel am Stadteingang auf einem Schild „Pop. 1280“ steht, dann ist das ein deutlicher Hinweis auf den gleichnamigen Roman von Jim Thompson, den Noir und die Pulps.

Neben der Rückkehr seines Helden vom Eremitenorden zurück in die Gemeinschaft (auch wenn diese Gemeinschaft nur ein kleines Kaff ist, aus dem die Jungen flüchten) lässt James Sallis die Genrekonventionen immer mehr hinter sich. Während Turner wissen möchte, wie er nach all dem Leid, das er gesehen und erlebt hat, noch als soziales Individuum leben kann, will Sallis herausfinden, wie sehr er die Genrekonventionen dehnen kann ohne sie zu brechen.

In „Cripple Creek“ wird bei einer normalen Verkehrskontrolle ein Mann mit 200.000 Dollar erwischt. Als er gewaltsam aus dem Landgefängnis befreit wird, muss Turner zurück nach Memphis, der Stadt, in der er Polizist war, gehen.

In „Salt River“ kehrt der Sohn des Sheriffs überraschend zurück und fährt mit seinem Auto in den Eingang der City Hall. Und Eldon Brown, der mit Val als Musiker durch das Land touren wollte, kehrt ebenso überraschend zurück. Er soll einen Mord begangen haben, an den er sich nicht erinnert. Turner versucht ihm zu helfen.

Dabei entfernen sich „Cripple Creek“ und „Salt River“ so weit vom Genre, dass viele die Bücher kaum noch als Krimis einsortieren werden. Denn nachdem schon in „Dunkle Schuld“ der Krimiplot nebensächlich war, ist er in „Cripple Creek“ und „Salt River“ eigentlich nicht mehr vorhanden. Es sind in erster Linie Porträts eines Charakters und seiner pessimistisch-desillusionierten Weltsicht. Diese wird von James Sallis in knappen Sätzen skizziert. Wie ein Musiker, der sich mit zunehmendem Alter, nur noch die wichtigen Noten spielt, verknappt James Sallis seine Geschichten immer mehr. Im Original hat „Cypress Groove“ 255 Seiten, „Cripple Creek“ 192 Seiten und „Salt River“ 146 Seiten.

James Sallis erzählte mir in einem Interview, dass er das Buch immer mehr verkürzt hatte und irgendwann befürchtete, dass am Ende nichts mehr übrig bliebe.

Zum Glück hat er vorher aufgehört.

James Sallis: Dunkle Schuld

(übersetzt von Jürgen Bürger)

Heyne, 2009

304 Seiten

8,95 Euro

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Originalausgabe

James Sallis: Cypress Grove

Walker & Company, 2003

272 Seiten

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James Sallis: Cripple Creek

Walker & Company, 2006

208 Seiten

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James Sallis: Salt River

Walker & Company, 2007

160 Seiten

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Gesamtausgabe der Turner-Trilogie (Cypress Grove, Cripple Creek, Salt River) 2009 als „What you have left“

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Hinweise

Homepage von James Sallis

Thrilling Detective über Turner

Eindrücke vom Berlin-Besuch von James Sallis

Meine ‚Besprechung‘ von James Sallis‘ „Deine Augen hat der Tod“ (Death will have your eyes, 1997)

Meine Besprechung von James Sallis‘ „Driver“ (Drive, 2005)


TV-Tipp für den 18. September: Die verfilmten Kriminalromane

September 18, 2009

Arte, 14.45

Ein Herr ohne Kleingeld (F/I 1959, R.: Jean Delannoy)

Drehbuch: Michel Audiard, Jean Delannoy, Maurice Druon

LV: Georges Simenon: Le baron de l’écluse ou la crosière du ‚Potam’, 1940 (Der Baron an der Schleuse oder Die Kreuzfahrt der ‚Potam’ in „Emil und sein Schiff“, Erzählung)

Baron Jérome Napoléon Antoine ist bettelarm. Aber er führt trotzdem ein luxuriöses Leben. Als er eine Luxusyacht gewinnt scheint sich sein Schicksal zu wenden.

Amüsant-ironische Komödie mit einem grandios aufspielenden Jean Gabin.

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ARD, 01.20

Der Tod im roten Jaguar (D/I 1968, R.: Harald Reinl)

Drehbuch: Alex Berg (Pseudonym von Herbert Reinecker)

LV: Heftserie aus dem Bastei Lübbe Verlag

Jerry Cottons siebter Einsatz: Jerry gibt bei einem Mördersyndikat seine Ermordung in Auftrag. Findet er die Hintermänner, bevor er umgebracht wird?

Der Titel ist etwas irreführend. Es gibt zwar Tote und einen roten Jaguar. Aber keinen Tod im roten Jaguar. Oder soll Jerry der Tod sein? – Die Musik von Peter Thomas ist das beste an diesem Werk.

Mit George Nader, Heinz Weiss, Grit Böttcher, Herbert Stass

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RTL II, 02.30

Never Die Alone (USA 2004, R.: Ernest R. Dickerson)

Drehbuch: James Gibson

LV: Donald Goines: Never die alone, 1974

Vor seinem Tod gibt der schwarze Ex-Dealer King David einem Journalisten seinen Nachlass. Der Journalist sichtet ihn – mit uns als Beobachter.

„Einer der intelligentesten Genrefilme seit langem…Arthouse-Kino im Genregewand“ (Kai Mihm, epd-Film 9/2004)

Der Afroamerikaner Goines verdiente sein Geld, bevor er Romane schrieb, als Zuhälter, Dieb und Fabrikarbeiter. Er verbrachte viele Jahre im Gefängnis und wurde 1974 erschossen. Er schrieb hier und in seinen anderen Romanen ungeschönte, oft auf eigenen Erfahrungen basierende Reportagen aus der Wirklichkeit der Ghettos. Auf Deutsch erschienen vor Jahren „Bestie Heroin“ (Dopefiend, 1971) und seine Kenyatta-Krimis. In den USA ist er als Ghettopoet immer noch geachtet.

Mit DMX, David Arquette, Michael Ealey

Hinweise

Einige Infos über Donald Goines

Weitergehende Infos über Donald Goines

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ARD, 02.50

Schüsse aus dem Geigenkasten (D 1965, R.: Fritz Umgelter)

Drehbuch: Georg Hurdalek

LV: Jerry-Cotton-Heftserie

Der erste Fall von Jerry Cotton: er jagt, zusammen mit seinem Freund Phil Decker, eine Raubmörderbande.

Aus heutiger Sicht hat Peter Schröders Besprechung in der Filmkritik etwas: „George Nader…gibt einen tölpelhaften Jerry Cotton ab, der den bereits durch das grandiose Buch Georg Hurdaleks totalimbezilen Handlungsablauf noch dusseliger gestaltet, als es die Gauner müssen…Die Kamera hat ein Blinder vor nutzlos strapazierten stock-shots dirigiert, das Drehbuch ein sprachlich zurückgebliebener, tolldreister Mensch gefertigt, und die Regie schließlich hat Fritz Umgelter, der Wenn-die-Connie-mit-dem-Peter-Regisseur, mit der ihm eigenen Dreistigkeit an sich gerissen.“ Stimmt alles, aber was würde Schröder zu den heutigen TV-Krimis sagen? Was würde er von der heutigen Kameraführung halten?

Mit George Nader, Heinz Weiss, Sylvia Pascal, Helga Schlack, Helmut Förnbacher (inzwischen als Regisseur bekannter), Franz Rudnick, Richard Münch

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Eins Festival, 03.05

Am Rande der Nacht (F 1983, R.: Claude Berri)

Drehbuch: Claude Berry, Alain Page

LV: Alain Page: Tchao Pantin, 1983

Ex-Polizist Lambert verdient seine normalerweise flüssigen Brötchen als Tankwart. Als sein Freund, ein arabischer Kleindealer, umgebracht wird, beginnt Lambert einen Rachefeldzug.

Äußerst gelungener Film noir – gemacht von zwei Männern, die damals für leichte Unterhaltung und Komödien bekannt waren. Der in Frankreich sehr populäre Komiker Coluche brachte sich damals als Präsidentschaftskandidat ins Gespräch. Er starb überraschend 1986 mit 41 Jahren.

Mit Coluche, Richard Anconina, Agnès Soral, Philippe Léotard


RetteDeineFreiheit

September 17, 2009

Lobenswerte Initiative, guter Kurzfilm, informative Seite von Alexander Lehmann: