TV-Tipp für den 7. September

September 7, 2008

SWR, 01.30

Lange SWR Jazz-Nacht

Warum sollte es im TV dem Jazz besser gehen als dem Rock und der Klassik (die immerhin an ausgewählten Feiertagen das Gnadenbrot eines besseren Sendeplatzes erhält)? Die guten Sendeplätze sind immer noch fest in den schmierigen Klauen der Volksmusik. Dafür bekommt die Jazzmusik manchmal die Stunden von der Geisterstunde bis Sonnenaufgang spendiert. Das Programm ist selbstverständlich auch dann unauffällig mainstreamig.

Mit Cassandra Wilson, Stacy Kent, Roy Hargrove, Till Brönner, Les McCann, Walter „Wolfman“ Washington, Mike Batt


TV-Tipp für den 6. September

September 6, 2008

Vox, 20.15

Out of sight (USA 1998, R.: Steven Soderbergh)

Drehbuch: Scott Frank

LV: Elmore Leonard: Out of sight, 1996 (Zuckerschnute, Out of sight)

Auf der Flucht verbringt Jack Foley im Kofferraum einige Zeit mit Deputy U. S. Marshal Karen Sisco. Zwischen ihnen funkt es gewaltig. Als Jack in Detroit seinen letzten Coup plant, erscheint auch Karen auf der Bildfläche.

Hochgelobte und uneingeschränkt empfehlenswerte Leonard-Verfilmung mit George Clooney, Jennifer Lopez, Ving Rhames, Don Cheadle, Dennis Farina, Luis Guzman

Von Elmore Leonards Homepage: “Out of Sight, like Get Shorty, was a totally happy film experience for Elmore. The Get Shorty production team and writer: Danny DeVitos Jersey Films and screenwriter Scott Frank, once again collaborated on an Elmore Leonard project. Jersey signed Steven Soderbergh to direct and he cast George Clooney and Jennifer Lopez in the lead roles. (…) Clooney and Lopez added considerable sizzle to Out of Sight. Steve Zahn is hilarious as a stoner car thief; Ving Rhames, Don Cheadle and Isaiah Washington are all deadly and cool. Albert Brooks was a pleasant surprise. He makes the most out of the Ripley character. It was Scott Frank who took Ripley, off-stage in the book, and made him a key character. After Scott finished his screenplay, Elmore disagreed with the Ripley move and the ´happy´ movie ending, but admitted he was right after seeing the finished film. Out of Sight has a great look thanks to Steven Soderberghís masterful direction and Scott Frank’s savvy script. The film was a critical success but a box office so-so because of an unfortunate summer release date.”

Wiederholung: Sonntag, 7. September, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards  „Gangsterbraut“ (The Hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards  „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“


McCain, Palin – und „Die Anwälte“

September 5, 2008

Barry Eisler schreibt in seinem Blog „The Heart of the Matter“ über „Rebranding McCain„:

I’ve been meaning to offer some thoughts on where John McCain is most vulnerable to being rebranded, but I think that exercise might have been rendered academic now that McCain has chosen to commit Suicide By Palin.

Im Outfit wird dagegen schon über Sarah Palin diskutiert. Sean Chercover schreibt:

According to recent polling (yeah, I know, but…) 27% of former Clinton delegates plan to vote for the McCain this November. And that poll was taken before Palin was named to the ticket. McCain is betting that adding a woman to the ticket (regardless of her policy positions) will solidify that support and will draw even more Clinton supporters.

That simply baffles me.

Listen, I’m not saying that there aren’t plenty of good reasons to support McCain. If you’re a conservative (man or woman), he’s a very attractive candidate. But if you’re a conservative, you wouldn’t be supporting Clinton. And if you were supporting Clinton, why were you supporting Clinton? Hopefully, the fact that she has a uterus was not the primary reason for your support.

Marcus Sakey bekennt als erster „I’m a diehard feminist„, ehe er sagt:

I can’t imagine why someone who supported Clinton would vote for McCain, and I’m stunned at the suggestion that a significant portion of America is so fevered in their enthusiasm for having a woman in the White House that they will vote for a uterus instead of a policy. To me, that’s as sexist as it comes. (…)

I have posted before about my frustration with the campaign Clinton ran. But it would never have occurred to me, had she won, to vote for McCain because of his gender. So why is the opposite an okay sentiment?

Das klingt, als wären den Jungs Inhalte wichtiger als Aussehen.

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Spiegel Online meldet: Die ARD zeigt die bei RTL nach einer Folge aus dem Programm genommene Serie „Die Anwälte“ ab Montag, den 20. Oktober, um 20.15 Uhr. Hauptdarsteller Kai Wiesinger (der in der ersten und bislang einzig ausgestrahlten Folge auf mich wie ein desorientierter Nebendarsteller wirkte) wird sich freuen.

Gedreht wurden die acht Folgen bereits 2006.


TV-Tipp für den 5. September

September 5, 2008

ARD, 01.15 (Teil 1)

ARD, 02.50 (Teil 2)

Der Pate – Teil 1/Teil 2 (USA 1977, R.: Francis Ford Coppola)

Drehbuch: Mario Puzo, Francis Ford Coppola

LV: Mario Puzo: The godfather, 1969 (Der Pate)

Die Mafia als gepflegter Familienbetrieb. Ein immer wieder gern gesehener Klassiker.

Allerdings zeigt das Erste heute und kommenden Freitag die vierteilige, chronologisch erzählte, ziemlich unbekannte TV-Version. Coppola schnitt die beiden ersten „Der Pate“-Filme neu und integrierte auch Szenen, die nicht in den Kinofilmen enthalten sind.

Mit Marlon Brando, Al Pacino, James Caan, John Cazale, Robert Duvall, Diane Keaton, Sterling Hayden, Al Lettieri, Talia Shire

Hinweise

Der Pate – Teil 3: Samstag, 13. September, 01.20 Uhr (Taggenau!)

Der Pate – Teil 4: Samstag, 13. September, 02.55 Uhr (Taggenau!)

The official Mario Puzo Library

Kirjasto über Mario Puzo

Krimi-Couch über Mario Puzo


Neu im Kino: Sparrow, Wanted

September 4, 2008

Nach einer wochenlangen Durststrecke starten heute – bei großzügiger Auslegung der Regeln – zwei Filme für die Genrejunkies: der eine Film ist ein Action-Kracher und der andere Film läuft hier in Berlin in einem Kino. Aber nächste Woche wird’s besser.

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Sparrow (Man Jeuk, Hongkonk 2008)

Regie: Johnny To

Drehbuch: Kin Chung Chan, Chi Keung Fung

Eine Frau verführt vier kantonesische Taschendiebe einen mächtigen Geschäftsmann zu berauben. Selbstverständlich geht der Plan schief.

Tos Film lief bereits auf der Berlinale. Der „tip“ sagt „leichthändige Gaunerkomödie“ und hält den Film für „sehenswert“; was ungefähr den Konsens der Kritiker über den neuen Film des Machers von „The Mission“ und einigen weiteren Perlen des Hongkong-Kinos, wiedergibt.

Mit Simon Yam, Kelly Lin, Ka Tung Lam

Hinweise

Film-Zeit über „Sparrow“

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Wanted (Wanted, USA 2008)

Regie: Timur Bekmambetov

Drehbuch: Michael Brandt, Derek Haas, Chris Morgan

LV: Mark Millar (Text)/J. G. Jones (Zeichnungen): Wanted, 2003/2004

Der zweite Film hat die bekannteren Namen, das größere Budget, das witzigere Plakat (Achten Sie auf den kleinen gelben Aufkleber mit der schwarzen Schrift und überlegen sich dann, was dieses Wort nach den Diskussionen der vergangenen Monate verrät.), die größere Kopienzahl und wird wahrscheinlich keine großen Spuren in der Filmgeschichte hinterlassen.

Die Story: Wesley Gibson, Typ Schwiegermamas Liebling, wird von einer Bruderschaft, der schon sein Vater angehörte, geschnappt. Denn Wesley hat eine besondere Gabe und er soll fortan dieser Bruderschaft als Attentäter helfen Bösewichter umzubringen, bevor sie etwas anstellen. Sein erster Gegner ist der Mörder seines Vaters.

Aber eigentlich ist die Story nur der Aufhänger für viele Actionszenen, die Heerscharen von Programmierern lange beschäftigten.

Mit Angelina Jolie, James McAvoy, Morgan Freeman, Terence Stamp, Thomas Kretschmann

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Wanted“

Homepage von Mark Millar

Den of Geek redet mit Mark Millar (2008)

Newsarama redet auch mit Mark Millar (2008) (und hier ist Teil 2, in dem er einiges über „Wanted 2“ sagt)


TV-Tipp für den 4. September

September 4, 2008

ARD, 00.55

Police Python 357 (F/D 1976, R.: Alain Corneau)

Drehbuch: Daniel Boulanger, Alain Corneau

Zu nachtschlafender Stunde gibt es einen seit Ewigkeiten nicht mehr gezeigter Polizeifilm. Wahrscheinlich dachte ein Redakteur: “Wenn’s ein Noir ist, dann senden wir ihn wenn’s draußen Dunkel ist.”

Die Story erinnert (unhöfliche Leute sagen: der Plot ist abgekupfert) natürlich an den Noir-Klassiker „Spiel mit dem Tod“: Die einsame Polizist Marc Ferrot verliebt sich in Sylvia, die Geliebte seines Vorgesetzten Ganay. Als der eifersüchtige Ganay sie ermordet, setzt er seinen besten Mann darauf an, den Nebenbuhler, der als Mörder hängen soll, zu finden. Erst langsam begreift Ferrot, dass er der gesuchte Nebenbuhler ist und alle Beweise auf ihn als Mörder deuten.

„Geschickt in Szene gesetzter Polizeithriller.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

„Police Python 357 ist eine stilistische Neuerung im Genre und beschwört zugleich dessen Traditionen. (…) Es ist der melancholische Rückblick des Genres auf seinen mythischen Helden, von dem es weiß, dass er nicht mehr zu retten ist.“ (Georg Seesslen: Copland)

Mit Yves Montand, Simone Signoret, Francois Périer, Stefania Sandrelli Mathieu Carrière, Vadim Glowna, Claude Bertrand


Zitat des Tages: Noir

September 3, 2008

Das Genre des Noir ist trügerisch, denn es setzt den Fokus mehr auf das Warum als auf das Wer oder Was. Im Gegensatz zum Kriminalroman liegt die Verwirrung des Noir darin, dass die Struktur nicht zur Auflösung eines Rätsels führt, sondern vielmehr neue Fragen aufwirft. Borges unterschied zwischen dem Kriminalroman und dem Noir folgendermaßen: Im ersten steht das Chaos für die Verletzung der Ordnung; der Detektiv löst den Fall und stellt die Ordnung wieder her. Im Noir hingegen treffen der Detektiv und auch der Leser unter dem Chaos auf ein weiteres Chaos. Es gibt keine Antworten, nur noch mehr Fragen. Dadurch täuscht die Struktur des Noir den Leser, denn sie hält ihn fest, damit er sich Fragen stellt, und nicht, damit er Antworten findet.

Raúl Argemí

(gefunden in „Chamäleon Cacho„)


TV-Tipp für den 3. September

September 3, 2008

BR, 23.15

Kino Kino extra

mit einer Sondersendung über die 65. Biennale. Denn auch dieses Jahr bewerben sich in Venedig etliche gute Filme um den Goldenen Löwen. Jury-Präsident Wim Wenders („Der amerikanische Freund“) wird ihn verleihen. Die Coen-Brüder haben für „Burn After Reading“ schon viel Lob erhalten, Guillermo Arriaga hat „The Burning Plain“ vorgestellt, Takeshi Kitano ist inzwischen bei „Achilles und die Schildkröte“ angelangt und alles weitere erfahren Sie in dieser halben Stunde aus Venedig.


Cover der Woche

September 2, 2008


Hinweise: The Big Thrill, Getting away with murder, Plots with Guns – und ein Gespräch mit George Pelecanos

September 2, 2008

Pünktlich zum Monatsersten geht die aktuelle Ausgabe von The Big Thrill online. Die September-Ausgabe des Magazins der ITW berichtet unter anderem über die neuen Bücher von Tess Gerritsen und Larry Beinhart (Ja, er hat ein neues Buch geschrieben und eine deutsche Übersetzung ist, wie bei „The Librarian“, sehr unwahrscheinlich), Interviews mit Stephen Hunter (der Mann hat die Vorlage für den Mark-Wahlberg-Film „Shooter“ geschrieben) und Michael Palmer (zuletzt „Mörderisches Spiel“) – und, das muss extra angekündigt werden, ein Gespräch mit Veteran Book Reviewer Oline Cogdill (Sun-Sentinel).

Gegen Jahresende erscheint im Mira Verlag die deutsche Ausgabe von „Thriller“. Der von James Patterson herausgegebene Sammelband war 2006 die erste Veröffentlichung der International Thriller Writers und enthält neue Kurzgeschichten von Lee Child, James Grippando, J. A. Konrath, Heather Graham, James Siegel, James Rollins, Gayle Lynds, Michael Palmer und Daniel Palmer, David Morrell, Chris Mooney, Dennis Lynds, John Lescroart und M. J. Rose, David Liss, Gregg Hurwitz, Eric Van Lustbader, Christopher Rice, Alex Kava, F. Paul Wilson, Christopher Reich, Brad Thor, Steve Berry, Douglas Preston und Lincoln Child und anderen. Das verspricht einige hundert Seiten Lesevergnügen.

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Bei ShotsEzine feiert Mike Ripley in seiner Kolumne „Getting away with murder“ neben vielen anderen Büchern auch die englische Ausgabe von „Therapy“, dem Debüt von Sebastian Fitzek, ab.

Dort gibt es auch ein Interview mit George P. Pelecanos zu seinem neuen Buch „The Turnaround“. (Pelecanos vorletztes Buch „The Night Gardener“ erschien vor wenigen Tagen als „Der Totengarten“ bei Rowohlt. Ich werde es demnächst abfeiern. Denn es ist, lassen Sie sich nicht von dem Etikett „Thriller“ irritieren, einfach ein guter Roman.)

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Die Sommer-Ausgabe von „Plots with Guns“ ist online.


TV-Tipp für den 2. September

September 2, 2008

Arte, 21.00

Waffenhandel: Ein Bombengeschäft (F 2008, R.: David Andre, Paul Moreira)

Drehbuch: Paul Moreira

Beginn eines „Arte Themenabends“; was inzwischen ja nur noch heißt: eine spielfilmlange Doku und anschließend eine halbstündige Diskussion. Davon abgesehen ist die Doku über den illegalen Waffenhandel sicher sehenswert.

Wiederholungen

Donnerstag, 4. September, 09.55 Uhr

Mittwoch, 10. September, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte zum Themenabend (Online-Dossier)


Anfang und Ende einer Geschichte, Scott-Phillips-Interview, Noirs, Ned-Kelly-Preise

September 1, 2008

Bei Murderati hat Alexandra Sokoloff (von der ich noch keinen Roman gelesen habe) einen sehr interessanten Post über den ersten Akt einer Geschichte, also den ersten Seiten eines Buches oder den ersten Minuten eines Films, in der Held, seine Welt und der Gegner eingeführt werden. Insgesamt müssen nach ihrer Meinung

– Opening image
– Meet the hero or heroine
– Hero/ine’s inner and outer need.
– Hero/ine’s arc
– Meet the antagonist (and/or introduce a mystery, which is what you do when you’re going to keep your antagonist hidden to reveal at the end)
– State the theme/what’s the story about?
– Allies
– Mentor
– Love interest
– Plant/Reveal (or: Set ups and Payoffs)
– Hope/Fear (and Stakes)
– Time Clock (possibly. May not have one and may be revealed later in the story)
– Central Question
– Sequence One climax
– Act One climax

eingeführt werden. Das ist viel, aber ich denke, dass sie die wichtigen Punkte nennt (und höchstens in Serien oder bestimmten Genrevarianten Punkte weggelassen werden sollten). Denn wenn ich nicht nach ungefähr einem Viertel der Geschichte weiß, wer die Hauptperson ist; was sie in dieser Geschichte erreichen will; was geschieht, wenn sie ihr Ziel nicht erreicht und wer ihr Gegner ist, dann werde ich höchstwahrscheinlich das Buch gelangweilt zur Seite legen.

Sokoloff nennt als Beispiel immer wieder „Das Schweigen der Lämmer“. Mir fällt jetzt gerade der Anfang von „High Noon“ ein: nach wenigen Minuten kennen wir den für die Geschichte zentralen Konflikt. Robert B. Parker hat eine wahre Meisterschaft entwickelt, den zentralen Konflikt auf den ersten Seiten zu präsentieren. Am knappsten dürfte ihm das in dem Spenser-Roman „Die blonde Witwe“ gelungen sein. Hier sind die ersten Zeilen:

„Ich denke, sie war’s“, sagte Rita Fiore.

Wir saßen in ihrem Büro, weit oben, mit Blick über den Hafen.

„Und dabei bist du ihre Anwältin“, meinte ich.

„Da siehst du, wie’s um ihren Fall steht.“

Auf den folgenden Seiten versucht Spenser die Unschuld der titelgebenden blonden Witwe zu beweisen.  Denn wenn ihm das nicht gelingt, wird eine Unschuldige verurteilt. Aber auch ihre eigene Anwältin hält sie für schuldig.

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Ebenfalls bei Murderati schreibt Toni McGee Causey über das Ende einer Geschichte. Ein ebenfalls sehr lesenswerter Beitrag, der so beginnt:

I’m going to admit to something.

I will often go read the end of a book waaaaaaaaaaaaaaaay before the middle. Sometimes I will read it after I’ve only read a couple of chapters. Many times I have stood in the store, read the opening, flipped to the end and read it, then bought the book.

Wenn Sie wissen wollen, warum diese Verrückte zuerst das Ende liest und dann das Buch kauft, dann müssen Sie einmal klicken.

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Im NoirZine gibt es ein schönes Interview mit Scott Phillips. Er schrieb das auch verfilmte „The Ice Harvest“ (Alles in einer Nacht), „The Walkaway“ (Der Irrgänger) und „Cottonwood“.

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Bei FilmNoir gibt es eine Liste von wichtigen Krimiautoren, deren Werke die Vorlage für Noir-Filme waren. Auf den ersten Blick ist das eine kleine, feine und ziemlich vollständige Liste.

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Via the Rap Sheet erfahren wir die diesjährigen Gewinner des Ned-Kelly-Preises, der von der Crime Writers Association of Australia vergeben wird. Die Gewinner sind:

Best Crime Fiction

Shatter, von Michael Robotham

Best First Crime Novel

The Low Road, von Chris Womersley

Best Non-fiction

Red Centre, Dark Heart, von Evan McHugh

CWA’s Lifetime Achievement Award

Marele Day (The Disappearances of Madalena Grimaldi, Mrs. Cook: The Real and Imagined Life of the Captain’s Wife).


TV-Tipp für den 1. September

September 1, 2008

Tele 5, 20.15

Johnny Handsome – Der schöne Johnny (USA 1989, R.: Walter Hill)

Drehbuch: Ken Friedman

LV: John Godey: The three worlds of Johnny Handsome, 1972 (Die drei Gesichter des Johnny Handsome)

Nachdem Johnny Handsome aus dem Knast entlassen wird, beginnt er sich an seinen früheren Komplizen zu rächen.

Ein geradliniger, unsentimentaler, düsterer Gangsterfilm mit der Musik von Ry Cooder.

Danach gibt’s in der „Wir lieben Kino“-Reihe ein einstündiges Mickey-Rourke-Porträt.

Mit Mickey Rourke, Ellen Barkin, Elizabeth McGovern, Morgan Freeman, Lance Henrikson, Forest Whitaker


TV-Tipp für den 31. August

August 31, 2008

BR, 23.15

Gilda (USA 1946, R.: Charles Vidor)

Drehbuch: Marion Parsonnet

In Buenos Aires trifft der glücklose Spieler Farrell auf seine frühere Geliebte Gilda und das Unheil nimmt seinen Lauf.

„Gilda“ zählt inzwischen zu den Noir-Klassikern. Nicht wegen der mittelprächtigen Story, sondern wegen Rita Hayworth. Sie zieht ihre Handschuhe aus und wir wissen, was wahre, auch heute noch knisternde, Erotik ist.

Mit Rita Hayworth, Glenn Ford, George Macready

Hinweise

Arte über „Gilda“

Wikipedia über „Gilda“

Noir of the Week über “Gilda“

Dobermann-Pedigrees über „Gilda“ (Fanseite; vor allem Bilder)


KrimiWelt-Bestenliste September 2008

August 30, 2008

Die Bestenliste der KrimiWelt-Jury für den September sieht so aus:

1 (7) Richard Stark: Fragen Sie den Papagei

2 (2) Jenny Siler: Portugiesische Eröffnung

3 (-) Heinrich Steinfest: Mariaschwarz

4 (-) Andrew Vachss: Der Fahrer

5 (9) Leonardo Padura: Der Nebel von gestern

6 (-) Deon Meyer: Weißer Schatten

7 (1) John Harvey: Schlaf nicht zu lange

8 (3) Tana French: Grabesgrün

9 (7) Rex Miller: Fettsack

10 (-) Håkan Nesser: Eine ganz andere Geschichte

In ( ) ist die Platzierung des Vormonats.

Als alter Donald-Westlake-Fan freue ich mich natürlich sehr über den ersten Platz für sein Alter Ego Richard Stark. Ebenso ist Andrew Vachss nach langer Übersetzungspause mit einem angenehm altmodischen Einzelwerk wieder zurück auf dem deutschen Buchmarkt. John Harvey hat mir ebenfalls gut gefallen. Rex Miller dagegen nicht. Die Großartigkeit von „Fettsack“ erschließt sich mir nicht.


TV-Krimi-Buch-Tipps online

August 30, 2008

Don Alfred hat mal wieder keine Kosten und Mühen gescheut (der Alligator war dabei eine gute Argumentationshilfe) und die neuen TV-Krimi-Buch-Tipps sind online bei den Alligatorpapieren. Die ersten Zeilen der aktuellen Tipps lesen sich so:

Der Höhepunkt der beiden kommenden Fernsehwochen ist die Wiederholung von Francis Ford Coppolas „Der Pate“. Allerdings nicht die bekannten Kinofilme, sondern die sehr selten gezeigte, vom Meister selbst neu geschnittene TV-Fassung. Wegen der Uhrzeit empfehle ich das Programmieren des Rekorders.
Zu den weiteren sehenswerten Filmen gehören Sidney Lumets Edwin-Torres-Verfilmung „Tödliche Fragen“, Alan Parkers William-Hjortsberg-Verfilmung „Angel Heart“, der Noir-Klassiker „Gilda“ (ich sage nur Handschuhe), John Frankenheimers Evan-Hunter-Verfilmung „Die jungen Wilden“, Walter Hills John-Godey-Verfilmung „Johnny Handsome“, Basil Deardens Catherine-Arley-Verfilmung „Die Strohpuppe“, Steven Soderberghs Elmore-Leonard-Verfilmung „Out of sight“, Alfred Hitchcocks Robert-Bloch-Verfilmung „Psycho“, René Clements Sébastien-Japrisot-Verfilmung „Der aus dem Regen kam“ und wenn Sie die Tage Martin Scorseses „Casino“ verpasst haben, können Sie sich die Wiederholung ansehen.
Weil wahrscheinlich die gekürzte Fassung von Brian de Palmas „Scarface – Toni, das Narbengesicht“ gezeigt wird, muss ich von diesem Klassiker abraten.
Ganz ohne Wertung weise ich auf die Erstaustrahlung von „Der Heckenschütze“, nach einem Roman und Drehbuch von Felix Huby, hin.


TV-Tipp für den 30. August

August 30, 2008

NDR, 20.15

Tatort: Stoevers Fall (1992, R.: Jürgen Roland)

Drehbuch: Willi Voss (Dramaturgie: Dieter Hirschberg)

Kommissar Stoever glaubt nicht, dass ein hoher hanseatischer Polizist korrupt sein soll. Als ein befreundeter Polizeireporter ermordet wird, beginnt der Mordkommissar zu ermitteln.

Ein schöner, später Roland mit Dieter Thomas Heck („Fein. Fein.“) als dubiosen Polizisten.

Danach gibt’s die sicher sehenswerte 90-minütige Reportage „Ein Abend für die Reeperbahn: Kiez, Kultur und Tabledance“ und den verzichtbaren Wolfgang-Staudte-Film „Fluchtweg St. Pauli – Großalarm für die Davidswache“ (D 1971).

Mit Manfred Krug, Charles Brauer, Lutz Reichert, Dieter Thomas Heck, Hans Häckermann, Horst Frank, Jürgen Roland


P. I. Spenser schlägt wieder zu

August 29, 2008

Der neue Spenser ist vor allem der neue Spenser. Denn selbstverständlich unterscheidet sich das neueste Abenteuer des Bostoner Privatdetektivs Spenser, „Der gute Terrorist“ von Robert B. Parker, im Guten wie im Schlechten kaum von den vorherigen Fällen.

Es beginnt mit einem für Spenser alltäglichen Fall: er soll die Ehefrau Jordan Doherty, eine Dozentin am Concord College, beschatten. Ihr Mann Dennis glaubt, dass sie ihn betrügt. Spenser beschattet sie und nimmt heimlich einen außerehelichen Geschlechtsverkehr auf. So weit, so normal. Doch nach dem Sex redet sie mit ihrem Liebhaber über ihren Ehemann und seine Arbeit als FBI-Agent. Doherty beschäftigt sich mit der Terrorismusbekämpfung und Gruppen wie „Freedom’s Front Line“ und „Last Hope“. Ihr Liebhaber Perry Alderson soll, so das FBI, der Anführer von „Last Hope“ sein und diese Gruppe soll vor allem als Vermittler zwischen Attentätern und Leuten, die einen Attentäter brauchen, fungieren.

Spenser informiert Doherty über den Ehebruch und damit könnte die Sache zu Ende sein. Doch kurz darauf wird Jordan Doherty erschossen, Vinnie erschießt den Killer und etwas später ist auch Doherty tot. Spenser ist fest davon überzeugt, dass Perry Alderson die Dohertys umbringen ließ. Aber er hat keine Beweise.

Robert B. Parker entwirft auf den ersten Seiten gewohnt souverän die Prämisse. Aber nachdem bekannt ist, dass Alderson ein Terroristenhelfer ist, beginnt die Geschichte zu stagnieren. Denn Spenser versucht nichts über „Last Hope“ und die damit verbundenen terroristischen Aktivitäten von Alderson herauszufinden, sondern wälzt immer wieder die gleichen Probleme mit seiner Freundin Susan, seinem Buddy Hawk und seinen Vertrauten bei Polizei und FBI. Denn Spenser verbeißt sich in diesen Fall, so analysiert Susan scharfsinnig, weil sie ihn vor zwanzig Jahren verlassen hatte und er sie aus den Händen von Bösewichtern retten musste. „Spenser auf der Flucht“ (A Catskill Eagle, 1985) erzählt diese Geschichte und der Roman gehört zu den besten Spenser-Abenteuern.

Auf der Strecke bleibt dabei zuerst das Terrornetzwerk von Alderson. Denn darüber schreibt Robert B. Parker nichts. Danach die Motive des „guten Terroristen“. Denn außer einigen Halbsätzen zu 1968 schreibt Parker nichts dazu. Dabei hat Parker sich in früheren Spenser-Romanen immer wieder mit den Auswirkungen von 1968, wie dem Feminismus und der Rassendiskriminierung, beschäftigt. So musste der Macho Spenser in „Bodyguard für eine Bombe“ (Looking for Rachel Wallace, 1980) eine Feministin beschützen. Und wenn Robert B. Parker sich schon nicht für eine Neubetrachtung von 1968 interessiert, hätte er wenigstens – immerhin war es die freie Entscheidung des Autors, aus dem Bösewicht einen Unidozenten, Ehebrecher und, letztendlich für die gesamte Story völlig überflüssig, Terroristen zu machen – die Veränderungen in den USA nach 9/11 thematisieren müssen. Doch „Der gute Terrorist“ könnte genauso gut vor zehn, zwanzig oder auch vierzig Jahren spielen. Aber auch dann wäre der 35. Spenser-Roman – besonders nach der Lektüre von einigen Ed-Brubaker-Werken – nur ein müdes Routineprodukt, das Spensers erste Terroristenjagd „Kopfpreis für neun Mörder (The Judas Goat, 1978), eine langatmige Ich-knall-einen-Terroristen-nach-dem-nächsten-ab-Geschichte, in einem milderen Licht erscheinen lässt.

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Robert B. Parker: Der gute Terrorist – Ein Auftrag für Spenser

(übersetzt von Frank Böhmert)

Pendragon, 2008

208 Seiten

9,90 Euro

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Originalausgabe

Now & Then

G. P. Putnam’s Son, 2007

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Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Pendragon-Homepage zu Robert B. Parker

Mein Porträt von Robert B. Parker und der Spenser-Serie in der Spurensuche

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)


Besprechung „Zukunft Kino“ online

August 29, 2008

Meine Besprechung von „Zukunft Kino – The End of the Reel World„, herausgegeben von Daniela Kloock, ist online in der Berliner Literaturkritik. Mit den meisten Artikeln konnte ich nichts anfangen, aber dafür ist es hübsch gelayoutet und hat auch eine Homepage.


Kleinkram: das ARD-Abendprogramm, Chelsea Cain und ein Zufall

August 29, 2008

Bei DWDL versucht Jürgen Knoop, Redakteur bei der ARD-Tochger Degeto und mitverantwortlich für das ARD-Programm, zu erklären, warum das Erste Spielfilme gerne zu recorderfreundlichen Zeiten ausstrahlt:

Spielfilme allerdings, die sich für den Hauptabend eignen, zeige man auch zur besten Sendezeit. „Es kommen allerdings nur wenige Filme aus unserem Portfolio hierfür in Frage – wenn man alte Klassiker wie ‚Die Feuerzangenbowle‘ außen vor lässt“, erklärt der Degeto-Redakteur.

Also eignen sich, wie ein Blick auf das Programm der kommenden zwei Wochen zeigt, „Broken Flowers“, „Paycheck – Die Abrechnung“, „Policy Python 357“ (mit Yves Montand), „Heaven“, „Scarface – Das Narbengesicht“ (Hm, gut, wegen FSK-18 schränkt das die Sendezeit ein. Aber Dienstagnacht?), „Die romantische Engländerin“ und „Der Arzt von Stalingrad“ nicht für die beste Sendezeit, aber zu später Stunde stimmt wenigstens die Quote und als Investition in die Zukunft ist es okay. Ich würde mir jedenfalls, bis auf den „Arzt von Stalingrad“ (der auch schon lange nicht mehr im TV lief), jeden dieser Filme gerne zur besten Sendezeit ansehen.

Interessant ist auch die Programmierung der TV-Version von Francis Ford Coppolas „Der Pate“ nach 01.00 Uhr nachts. Davor kommen die für das ARD-Publikum attraktiveren Filme „Hochwürdens Ärger mit dem Paradies“ (am 5. September) und „Utta Danella: Der Sommer der glücklichen Narren“ (am 12. September). Beide Filme sind, egal nach welcher Betrachtung, keine Höhepunkte der Filmkunst.

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Bei The Rap Sheet redet Ali Karim mit Chelsea Cain.

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Zufälle: Gestern entdeckte ich im Antiquariat den rororo thriller „Alice im Negerland“ (Black Alice, 1969) von Thomas M. Disch und John Sladek. Beides waren keine ausgewiesenen Krimi-, sondern S-F-Autoren, aber irgendwo hatte ich schon einmal von dem Buch gehört. Also gekauft und heute beim googeln habe ich diese, erst vor wenigen Tagen erschienene, sehr positive Besprechung von „Black Alice“ entdeckt.