TV-Tipp für den 4. März

März 4, 2008

BR, 21.45

To die for (USA 1995, R.: Gus Van Sant)

Drehbuch: Buck Henry

LV: Joyce Maynard: To die for, 1992

TV-Wetterfee Suzanne Stone Maretto  lässt für ihre Karriere Männer über die Klinge springen, bis sie an die Mafia gerät.

Bitterböse Mediensatire mit Nicole Kidman, Matt Dillon, Joaquin Phoenix, Casey Affleck, Dan Hedaya, Kurtwood Smith, Buck Henry (als Mr. H. Finlaysson), Joyce Maynard (als Suzannes Anwältin), David Cronenberg, George Segal (jeweils Gastauftritte)

Hinweise

Homepage von Joyce Maynard

My-Space-Seite von Gus Van Sant


TV-Tipp für den 3. März

März 3, 2008

Arte, 21.00

Der unsichtbare Dritte (USA 1959, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Ernest Lehman

Ein immer wieder unterhaltsamer Hitchcock-Cocktail: Feindliche Agenten halten den lebenslustigen Werbekaufmann Roger Thornhill für einen US-Spion. Die Polizei hält ihn für einen Mörder. Um seine Unschuld zu beweisen, geht die Jagd „North by Northwest“.

Mit Cary Grant, Eva Marie Saint, James Mason, Leo G. Carroll, Martin Landau

Hinweise

Arte zum Film

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

BBC Four: Audioausschnitte aus Alfred-Hitchcock-Interviews


TV-Tipp für den 2. März

März 1, 2008

Weil der Film sehr früh läuft und er in den kommenden Tagen nicht wiederholt wird, poste ich den TV-Tipp für den Sonntag bereits etwas früher:

Das Vierte, 13.50

Der Schrecken vom Amazonas (USA 1954, R.: Jack Arnold)

Drehbuch: Harry Essex, Arthur Ross

Ein Forschertrupp will den sagenumwobenen Kiemenmensch, ein in der Schwarzen Lagune lebendes Fisch/Mensch-Wesen, finden. Sie finden ihn. Aber der Kiemenmensch verliebt sich in die Forscherin (natürlich bildschön) und die Geschehnisse nehmen ihren, spätestens seit „King Kong und die weiße Frau“ bekannten, fatalen Lauf.

Ein kleiner Klassiker des Monsterfilms, der damals ein Kassenschlager war und zwei nicht so gute Fortsetzungen hatte.

„Atmosphäre (der Film wurde in 3-D gedreht) und Plot sind sehr stark, und mit seinem kleinen Budget ist der Film ein exzellentes Beispiel dafür, wie man einen guten Monsterfilm drehen muss.“ (Paul Hardy: Die Science-Fiction Filmenzyklopädie)

Mit Richard Carlson, Julia Adams, Richard Denning, Ben Chapman, Ricou Browning

Hinweise

Ohrensessel: Bernd Begemann redet über Jack Arnold

Bernd Kalkhof: The incredible B-Movie-Man (deutsch)

John Brosnan: Jack Arnold – A history of horror

Schlechter Geschmack: Der Schrecken vom Amazonas


TV-Tipp für den 1. März

März 1, 2008

macdonald-blue-city.jpg

Sat.1, 02.05

Blue City (USA 1986, R.: Michelle Manning)

Drehbuch: Lukas Heller, Walter Hill

LV: Ross Macdonald: Blue City, 1947 (Blue City)

Billy Turner kehrt nach fünf Jahren in seine Heimatstadt Blue City zurück. Sein Vater wurde ermordet und Billy will den Mörder finden. Das gefällt der korrupten Stadtspitze nicht.

Walter Hill produzierte. Zusammen mit Lukas Heller schrieb er auch das Drehbuch. Die Musik ist natürlich von Ry Cooder. Und doch war „Blue City“ ein Flop. Denn Walter Hill konnte nicht die Regie übernehmen. Der düstere Krimi wurde mit damals populären Teenie-Stars aufgepäppt, Michelle Manning drehte ihr Regiedebüt und der Film wurde für fünf Razzies (den Negativ-Oscar für ausgewählt schlechte Leistungen) nominiert.

„Recht brutale und erschreckend simple Auseinandersetzung mit dem Phänomen kleinstädtischer Gewalt und den dort herrschenden Machtstruckturen.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

Mit Judd Nelson, Ally Sheedy, David Caruso, Paul Winfield

Hinweise

Krimi-Couch über Ross Macdonald

Mordlust über Ross Macdonald

January Magazine über Ross Macdonald: 50 Years with Lew Archer (umfangreiches Tribut mit zahlreichen Texten über Ross Macdonald und Lew Archer)

Thrilling Detective über Ross Macdonald

Kirjasto über Ross Macdonald

The Ross Macdonald Files (Eine Ross Macdonald-Fanpage)


Die zwanzigsten Agatha-Nominierungen

Februar 29, 2008

Aus reinem Pflichtgefühl – immerhin trägt der „Agatha Award“ ihren Namen zu Ehren von Agatha Christie, ehrt daher traditionelle Kriminalromane (Cozys eben) und diese gehören nicht zu meiner bevorzugten Lektüre – gibt es die Nominierungen für den XX Agatha Award:

 

Bester Roman

The Penguin Who Knew Too Much, von Donna Andrews (St. Martin’s Minotaur)

Her Royal Spyness, von Rhys Bowen (Penguin Group)

Hard Row, von Margaret Maron (Grand Central Publishing)

A Fatal Grace, von Louise Penny (St. Martin’s Minotaur)

Murder With Reservations, von Elaine Viets (NAL)

 

Bestes Debüt

A Beautiful Blue Death, von Charles Finch ( St. Martin ’s Minotaur)

A Real Basket Case, von Beth Groundwater (Five Star)

Silent In The Grave, von Deanna Raybourn (Mira)

Prime Time, von Hank Phillipi Ryan (Harlequin)

 

Bestes Sachbuch

Arthur Conan Doyle: A Life In Letters, von Charles Foley, Jon Lellenberg , and Daniel Stashower (Penguin Press)

The Official Nancy Drew Handbook, von Penny Warner (Quirck Productions)

 

Beste Kurzgeschichte

„A Rat’s Tale“, von Donna Andrews (Ellery Queen Mystery Magazine Sept/Oct, 2007)

„Please Watch Your Step“, von Rhys Bowen (The Strand, Spring, 2007)

„Casino Gamble“, von Nan Higginson (Murder New York Style, L & L Dreamspell)

„Popping Round To The Post“, von Peter Lovesey (Ellery Queen Mystery Magazine, November, 2007)

„Death Will Clean Your Closet“, von Elizabeth Zelvin (Murder New York Style, L & L Dreamspell)

 

Bestes Kinder-/Jugendbuch

A Light In The Cellar, von Sarah Masters Buckey (American Girl)

Bravo Zulu, Samantha!, von Kathleen Benner Duble (Peachtree Publishers)

Cover-Up: Mystery At The Super Bowl, von John Feinstein (Knopf [Random House])

The Falconer’s Knot, von Mary Hoffman (Bloomsbury USA Childrens‘ Books)

Theodosia And The Serpents Of Chaos, von R.L. LaFevers (Houghton Mifflin)

 

Der Preis wird am 26. April verliehen. Erstmals wurde der Agatha-Preis 1989 an Carolyn G. Hart für „Something Wicked“ als bester Roman und Elizabeth George für „A Great Deliverance“ als bestes Debüt verliehen.

 

(Dank an David J. Montgomery für die Infos)


TV-Krimi-Buch-Tipps online

Februar 29, 2008

Die Alligatoren haben sich die TV-Krimi-Buch-Tipps geschnappt. Alfred hat sie für das staunende Publikum angerichtet und das Ergebnis ist hier zu sehen. Wie immer gefällt es mir (zum Beispiel die schönen Filmplakate zu „Der unsichtbare Dritte“ und „Sacramento“).

In der Kriminalakte gibt es nur die ersten Zeilen:

Willkommen zu zwei ziemlich ruhigen Wochen. Nachdem vergangenes Jahr der Grafit Verlag einen Thriller von Charles den Tex veröffentlichte, lohnt sich ein Blick auf die Verfilmung seines Krimis „Claim – Der Betrug“. Gleiches gilt für die – nach einhelliger Meinung – ziemlich vergurkte Ross Macdonald-Verfilmung „Blue City“. Immerhin erlebt der über zwanzig Jahre alte Krimi um 2.00 Uhr nachts seine TV-Premiere. Walter Hill und Lukas Heller schrieben das Drehbuch. Aber dann übernahmen damalige Teenie-Stars die Hauptrollen.
Immer wieder schön ist dagegen Alfred Hitchcocks „Der unsichtbare Dritte“, der Sam-Peckinpah-Western „Sacramento“, George Stevens Jack-Schaefer-Verfilmung „Mein großer Freund Shane“, Sean Connerys letzter Auftritt als James Bond in „Sag niemals nie“, Claude Berris düstere Alain-Page-Verfilmung „Am Rande der Nacht“, der von Robert Hültner geschriebene Münchner Tatort „Vorstadtballade“ und für die trauernden Roy-Scheider-Fans gibt es „Tödliche Umarmung“ von Jonathan Demme.


TV-Tipp für den 29. Februar

Februar 29, 2008

Das Vierte, 20.15

Eine Leiche zum Dessert (USA 1976, R.: Robert Moore)

Drehbuch: Neil Simon

Ein Millionär lädt die berühmtesten Detektive der Welt ein. Er behauptet, sie könnten einen Mord nicht aufklären, der um Mitternacht stattfinden wird. Die Detektive sehen das anders.

Neil Simon zieht in seiner Krimikomödie die Images der bekanntesten, literarischen Detektive der Welt (hier: Miss Marple, Hercule Poirot, Sam Spade, Nick Charles aka Der dünne Mann mit Gattin Nora, Charlie Chan) und die Prinzipien des Whodunits durch den Kakao. Ein köstlicher Spaß – nicht nur für Genre-Fans.

Verkörpert werden die Meisterdetektive und Tatverdächtige u. a. von Truman Capote, Peter Falk, Alec Guiness, David Niven, Peter Sellers

Wiederholung

Samstag, 1. März, 16.05 Uhr


Neu im Kino: 8 Blickwinkel, Michael Clayton, No Country for old Men

Februar 28, 2008

8 Blickwinkel (USA 2007, R.: Pete Travis)

Drehbuch: Barry Levy

Das Kinofilmdebüt von Pete Travis und Barry Levy ist ein Thriller über einen Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten. Der Witz ist, dass das Attentat aus acht verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird. Das führt selbstverständlich zu einigen Wiederholungen. Aber gegen Ende gibt’s dann Action.

Mit Dennis Quaid, Forest Whitaker, Signourney Weaver, Matthew Fox, Bruce McGill, Edgar Ramirez, William Hurt

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „8 Blickwinkel“

Los Angeles Times über Barry Levy 

 

 

Michael Clayton (USA 2007, R.: Tony Gilroy)

Drehbuch: Tony Gilroy

Michael Clayton ist der Troubleshooter für eine große New Yorker Kanzlei. Als einer ihrer Anwälte ausrastet und damit den Prozess gegen das mulitnationale Chemieunternehmen U/North gefährdet, ist Clayton gefordert. Doch dieser steckt gerade selbst in einer Midlife-Crises.

Endlich – immerhin war „Michael Clayton“ bereits für November angekündigt – läuft Gilroys Regiedebüt auch in Deutschland an. Der Autor der Bourne-Trilogie hat einen Paranoia-Thriller inszeniert, bei dem die Bedrohung nicht mehr vom Staat sondern von der Wirtschaft ausgeht. Trotzdem haben Action-Fans bei „Michael Clayton“ schlechte Karten. Fans des guten, im positiven Sinn altmodischen Schauspielerkinos haben dagegen gute Karten.

Mit George Clooney, Tom Wilkinson, Tilda Swinton, Sydney Pollack, Michael O’Keefe

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Drehbuch „Michael Clayton“ von Tony Gilroy

Film-Zeit über „Michael Clayton“

Coming Soon unterhält sich mit Tony Gilroy über „Michael Clayton“

Greencine unterhält sich mit Tony Gilroy über „Michael Clayton“ 

Filmmaker Magazine unterhält sich mit Tony Gilroy über „Michale Clayton“ (und die Bourne-Filme und Armageddon) 

 

 

No Country for old men (USA 2007, R.: Joel & Ethan Coen)

Drehbuch: Joel & Ethan Coen

LV: Cormac McCarthy: No Country for Old Men, 2005

Endlich! Die Coen-Brüder sind wieder zurück in ihrer alten Form. Lassen wir einfach die Statistik der IMDB sprechen: 4 Oscars (unter anderem bester Film) gewonnen, weitere 77 Preise gewonnen, für weitere 31 Preise nominiert und auf Platz 38 der IMDB-Liste der besten Filme aller Zeiten.

Die Story? Lewellyn Moss findet in der texanischen Wüste die Überreste eines gescheiterten Drogendeals: Leichen, Heroin und zwei Millionen Dollar. Er schnappt sich die Kohle und steht auf der Abschussliste eines gnadenlosen Killers.

Mit Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin, Woody Harrelson, Kelly Macdonald

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

„You know, for kids!“  – The Movies of the Coen Brothers (eine sehr umfangreiche Seite über die Coen-Brüder)

Drehbuch „No Country for Old Men“ von Joel & Ethan Coen (28. November 2005)

Drehbuch „No Country for Old Men“ von Joel & Ethan Coen (Shooting Draft)

Film-Zeit über “No Country for Old Men”

Offizielle Webseite der Cormac-McCarthy-Gesellschaft

Time: Cormac McCarthy und die Coen-Brüdern reden über „No Country for Old Men“


TV-Tipp für den 28. Februar

Februar 28, 2008

Arte, 22.45

Die Wohlgesinnten – Auf den Spuren einer literarischen Sensation (D 2008, R.: Hilka Sinning, Edda Baumann-von Broen)

Drehbuch: Hilka Sinning, Edda Baumann-von Broen

Alle reden von Jonathan Littells 1400-seitigen Debütroman „“Die Wohlgesinnten“. In ihm erzählt er die fiktiven Lebenserinnerungen eines SS-Obersturmführers und seiner grausamen Taten während dem Dritten Reich. In Frankreich wurde der Roman von der Kritik abgefeiert und über 800.000-mal verkauft. Auch die deutsche Erstauflage ist mit 120.000 Exemplaren großzügig bemessen. Das Echo der deutschen Kritiker ist allerdings – sehr höflich formuliert – nicht so euphorisch.  

Da lese ich lieber alle Werke von Jonathan Littells Vater, einem gewissen Robert Littell.

Wiederholungen

Sonntag, 9. März, 03.50 Uhr (Taggenau!)

Mittwoch, 19. März, 01.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte zur Doku und zum Roman

Perlentaucher über Jonathan Littells „Die Wohlgesinnten“


Familienprobleme für Handyman Jack

Februar 27, 2008

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Das neunte Handyman-Jack-Roman „Das Höllenwrack“ von F. Paul Wilson ist ein eher untypisches Abenteuer für den Mann, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, nicht auf dem staatlichen Radar zu erscheinen. Das ist in Zeiten des Antiterrorkampfes natürlich schwieriger denn je. Aber bis jetzt ist es ihm gelungen.

Doch nachdem sein Vater und zahlreiche weitere Passagiere auf dem La-Guardia-Flughafen von Terroristen mit vergifteten Patronen erschossen werden, hat Jack ein Problem. Weil er keinen Pass auf seinen Namen hat, kann er die Leiche seines Vaters nicht aus dem Leichenschauhaus abholen. Er muss seinen größeren Bruder Tom, den er aus tiefstem Herzen hasst, darum bitten. Tom ist inzwischen Richter in Philadelphia und, wie Jack schnell feststellt, Trinker und Verbrecher. Gegen Tom wird ermittelt und er hätte den Bundesstaat überhaupt nicht verlassen dürfen.

Tom erfährt schnell, dass Jack in der Illegalität lebt, gute Kontakte zu Verbrechern hat und in bestimmten Kreisen hoch angesehen ist. Außerdem hatte ihm sein Vater gesagt, wenn er wirkliche Probleme habe, solle er sich an Jack wenden. Er könne dann helfen. Und Tom, der unter keinen Umständen ins Gefängnis gehen will, hat Probleme die mit Geld und einem neuen Pass aus der Welt geschafft werden können.

Mit einer kleinen Erpressung und einem Appell an die familiären Gefühle überzeugt er Jack, ihn auf die Bermudas zu begleiten. Er will sein dort gebunkertes Vermögen abholen. Aber die Steuerfahndung war schneller. Jetzt hat er nur noch eine Hoffnung: die Lilitonga von Gefreda. Dieser Schatz soll vor über vierhundert Jahren vor den Bermudas untergegangen sein. Anhand der Schatzkarte finden sie die Lilitonga von Gefreda und erwecken sie in New York zum Leben.

Jetzt haben die beiden verfeindeten Brüder ein wirkliches Problem. Denn die katholische Kirche versenkte damals das Schiff, damit niemand mit dem teuflischen Ding, das Menschen vom Erdboden verschwinden lassen kann und alles Leben in ihrer näheren Umgebung vernichtet, in Berührung gerät.

„Das Höllenwrack“ ist eine unterhaltsame Abenteuergeschichte. Ein richtiger Schmöker eben, bei dem in der ersten Hälfte viel passiert und in der zweiten Hälfte das Ende – besonders wenn man weiß, dass F. Paul Wilson weitere Handyman-Jack-Romane geschrieben hat – doch sehr absehbar ist. Aber in „Das Höllenwrack“ geht es ihm weniger um thrillertypische Spannung und überraschende Plottwists, sondern um moralische Fragen.

F. Paul Wilson fragt sich, wie sehr Väter als Vorbild dienen können. Wie wirkt sich die Erziehung auf verschiedene Menschen aus? Dabei hat er mit Jack und Tom zwei gegensätzliche Charaktere entworfen, die beide von dem gleichen Mann erzogen wurden und dann ganz verschiedene Lebenswege einschlugen. Hier der nach außen hin respektierte Richter, der in dreifacher Scheidung lebt, korrupt, drogensüchtig, verantwortungslos und nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Dort die nach außen hin gescheiterte Existenz ohne einen Beruf, die unter dem Radar des Staates als Berufsverbrecher lebt, aber dafür eine ihn liebende, schwangere Freundin, Freunde und moralische Standards hat. Er ist, wie ein Bluessänger singt:

“He went and fixed that problem, and now I sleep so good at night (…)

Yeah, Jack might be an angel, or he could be the devil too

Only thing I know is, you don’t want him mad at you.”

Diese beiden unterschiedlichen Charaktere prallen in „Das Höllenwrack“ immer wieder aufeinander. Dabei bestimmt der böse Bruder Tom weite Teile das Geschehens. Denn er muss sich in dieser Geschichte mit seinem eigenen verpfuschten Leben auseinandersetzen und sich fragen, welche zweite Chance er gerne hätte.

Auch Serienheld Jack steht vor schwierigen Fragen. Die wichtigste ist, wie sehr er seine Handlungen von dem Gefühl der Rache leiten lassen will. Denn natürlich sucht Jack die Mörder seines Vaters. Und dann ist da noch die Lilitonga von Gefreda, die seine Freundin Gia und ihre Tochter Vicky bedroht, während Tom am Liebsten nichts mit den von ihm in Gang gesetzten Ereignissen zu tun hätte.

 

 

 

F. Paul Wilson: Das Höllenwrack

(übersetzt von Michael Kubiak)

Blanvalet, 2007

512 Seiten

8,95 Euro

 

Originalausgabe

Infernal (A Repairman Jack novel 09)

Forge, New York 2005

 

Hinweise 

Homepage von F. Paul Wilson

Evolver: Martin Compart über F. Paul Wilson

Phantastik-Couch über F. Paul Wilson

Krimi-Couch über F. Paul Wilson


Wer ist Diablo Cody?

Februar 27, 2008

In der Kurzfasung ist sie der amerikanische Traum: sie schrieb ein Drehbuch, es wurde verfilmt, das Publikum stürmte in die Kinos, die Kritik liebte den Film und jetzt erhielt sie den Oscar für das beste Drehbuch des Jahres.

„Juno“ heißt die Komödie über eine schwangere Sechzehnjährige. Sie startet am 20. März in Deutschland. Bis dahin kann das Drehbuch (natürlich im Original) oder ein Interview mit Diablo Cody gelesen werden.

Aktuell gibt es bei Planet Interview (auch im Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung „jetzt“),  Stern, MSPMag (etwas älter, auf englisch und ausführlich) oder NewsBlaze (dit0) Interviews mit ihr.

Außerdem bloggt Diablo Cody und bei Entertainment Weekly hat sie eine Kolumne.


TV-Tipp für den 27. Februar

Februar 27, 2008

3sat, 22.25

Kottan ermittelt: Der Geburtstag (A 1977, R.: Peter Patzak)

Drehbuch: Helmut Zenker

Ende Januar zeigte 3sat den ersten Kottan-Film. Jetzt den Zweiten mit dem zweiten und letzten Auftritt von Peter Vogel als Major Adolf Kottan. Ob Ende März der dritte Kottan-Film, der auch der erste mit Franz Buchrieser ist, läuft, weiß ich noch nicht. Aber schön wäre es schon, wenn 3sat wieder einmal die witzigen „Kottan ermittelt“-Krimis zeigen würde.

Bis dahin können wir mit Kottan Geburtstag feiern. Denn anstatt sein Wochenendhaus auf den Kopf zu stellen, muss er im Wald einen mehrfachen Frauenmörder suchen.

Mit Peter Vogel, Walter Davy, Curt A. Tichy, Bibiane Zeller, Birgit Machalissa  

Weitere Infos zu Kottan gibt es hier.

     


Wahre Worte

Februar 26, 2008

über die Defizite deutscher Serien bei den Privatsendern und die Grundlagen des Schreibens von TV-Serien. Formuliert von Jörg Tilmes (Storyfabrik).


Cover der Woche

Februar 26, 2008

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TV-Tipp für den 26. Februar

Februar 26, 2008

3sat, 22.25

Die heitere Apokalypse: Der Filmemacher Roy Andersson (D 2008, R.: Sven von Reden)

Drehbuch: Sven von Reden

In der Reihe „Kinomagazin“ wird der schwedische Regisseur Roy Andersson vorgestellt. In den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gehörte er zu den Rebellen, die das Kino revolutionierten. Nach einem Flop zog er sich zurück, produzierte und drehte erfolgreich Werbefilme und feierte vor acht Jahren mit „Songs from the Second Floor“ eine furiose Rückkehr. Von Reden traf sich mit Andersson anlässlich seines neuesten Films. Die skurrile Komödie „Das jüngste Gewitter“ startet in Deutschland am 6. März und der Trailer sieht verdammt vielversprechend aus.

Hinweise

3sat zur Doku

Informative Homepage zu „Das jüngste Gewitter“

Intro: Interview mit Roy Andersson


Oscars 2008

Februar 25, 2008

Die Oscars sind vergeben. Die Coen-Brüder haben einige erhalten: bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch, beste Nebenrolle. Ihre Cormac-McCarthy-Verfilmung „No Country for Old Men“ startet am Donnerstag. Ebenso, nach einigen Verschiebungen, Tony Gilroys Thriller „Michael Clayton“. Tilda Swinton erhielt den Oscar für die beste Nebenrolle.

Aber am meisten freut mich der Oscar für den besten Dokumentarfilm. „Taxi to the Dark Side“ erhielt ihn.  Ich durfte die beeindruckende Doku über folternde US-Soldaten im Kampf gegen den Terror während des letzten One-World-Berlin-Filmfestivals präsentieren.

Die Drehbücher zu „Juno“ und „No Country for Old Men„, nach Ansicht der Juroren die besten verfilmten Drehbücher des vergangenen Jahres, gibt es online.  Die Nominierten – und einige Drehbücher aus Filmen, die in anderen Kategorien nominiert waren – ebenso. Eine umfassende Liste gibt es bei Simply Scripts.


Ein Strauß Buntes

Februar 25, 2008

R. i. P. Robin Moore (31. Oktober 1925 – 21. Februar 2008)

Er schrieb den erfolgreich verfilmten Tatsachenroman „The French Connection“. In der New York Times erschien ein Nachruf.

R. i. P. Stephen Marlowe (7. August 1928 –  22. Februar 2008)

Der Krimiautor (er publizierte unter seinem Geburtsnamen Milton S. Lesser, Spephen Marlow [die Drumbeat-Romane], Jason Ridgway und einmal auch als Ellery Queen) wurde 1997 von der Private Eye Writers of America (PWA) für sein Lebenswerk geehrt. Hier geht’s zum von AP geschriebenen Nachruf.

(via The Rap Sheet)

„Plots with Guns“ ist zurück mit einem gut geschnürten Päckchen Kurzgeschichten und Bildern von Frauen mit Wummen, garniert mit dem Spruch „Noir is now“.

Watch the Skies: Der amerikanische Verlag Tor/Forge (zu seinen Nicht-S-F-Autoren gehören Max Allan Collins, Loren D. Estleman, Stuart M. Kaminsky, Andrew Klavan, Tim Willocks, F. Paul Wilson; – oh, und Andreas Eschbach ist auch dabei) bietet jede Woche den Link zu einem kostenlosen Download von einem Science-Fiction-Roman an.  Diese Woche hat Tor in  „Watch the Skies“ den Hugo-nominierten Roman „Old Man’s War“ von John Scalzi.

Vor den Oscar gibt’s die Razzies. Die Gewinner sind hier zu finden.  Lindsay Lohan, Eddie Murphy und „I know who killed me“ (Ich weiß, wer mich getötet hat) sind vielleicht etwas überrepräsentiert.

Und diese Meldung ist einfach grandios. Da spricht ein wahrer Schnellmerker.


TV-Tipp für den 25. Februar

Februar 25, 2008

SWR, 22.30

betrifft: Heilbronner Polizistenmord – Die Jagd nach einem Phantom (D 2007, R.: Stefan Maier, Stefan Rocker)

Drehbuch: Stefan Maier, Stefan Rocker

Doku über den Mord an einer Polizistin in Heilbronn im April 2007. Die einzige Spur der Polizei führt zu einer Frau, die seit Jahrzehnten in mehreren EU-Staaten Verbrechen begeht und von der die Polizei nur die DNS hat.

Wiederholung

Mittwoch, 27. Februar, 13.45 Uhr

Hinweis

SWR zur Doku


TV-Tipp für den 24. Februar

Februar 24, 2008

BR, 23.45

Mythos Hollywood (D 1999, R.: Eckhart Schmidt)

Drehbuch: Eckhart Schmidt

In seiner spielfilmlangen Doku wirft Schmidt einen Blick hinter die Kulissen der Traumfabrik und zeigt, dass sie zu Recht als Fabrik bezeichnet wird.

Nach dem tristen Blick hinter die Kulissen geht’s dann zu Pro 7 (Hm, vielleicht besser zu einem amerikanischen oder britischen Sender. Denn dort fehlt die deutsche Moderation.) und zur glamourösen Oscar-Verleihung.

Hinweise

BR zur Doku

Offizielle Oscar-Seite


Hollywood klopft an meine Tür

Februar 23, 2008

Das ist doch eine gute Überschrift für diese Meldung: Hollywood-Drehbuchautor Lee Goldberg weist in seinem immer lesenswerten Blog „A Writer’s Life“ auf meine Besprechungen der von ihm geschriebenen Monk-Romane hin.