Eine Tote, einige Drehbücher

August 22, 2007

Magdalen Nabb starb am 18. August 2007 in Florenz im Alter von sechzig Jahren. Im Krimiblog gibt’s weitere Informationen; bei Spiegel Online die DPA-Meldung.

Erinnern Sie sich noch an die Walter Mosley-Verfilmung „Teufel in Blau“? Jetzt kann bei Daily Script eine frühe Fassung des von Regisseur Carl Franklin geschriebenen Drehbuchs „Devil in a blue dress“ gelesen werden.

Dort gibt es auch das von Iris Yamashita geschriebene Drehbuch zum von Clint Eastwood inszenierten Kriegesfilm „Letters from Iwo Jima„.

Bei Horrorlair gibt es von Mark L. Smith das Drehbuch zu „Vacancy„; der deutsche Titel des Hororthrillers mit Kate Beckinsale und Luke Wilson ist „Motel“ und die Kritiken waren ganz gut.

Oh, und Ian Rankin hat Unsinn erzählt.  Der wichtige Satz ist: J. K. Rowlings schreibt keinen Kriminalroman.  Vor allem nicht in irgendwelchen Cafés.


TV-Tipp für den 22. August

August 21, 2007

Während James Ellroy seit Jahren an seinem neuesten Roman schreibt,  können wir noch einmal die unterschätzte Verfilmung eines seiner frühen Werke genießen:

Tele 5, 23.15

Der Cop (USA 1987, R.: James B. Harris)

Drehbuch: James B. Harris

LV: James Ellroy: Blood on the moon, 1984 (Blut auf dem Mond)

Sergeant Lloyd Hopkins geht bei der Jagd nach einem Serienmörder nicht gerade zimperlich vor.

Erste düster-nihilistische, unterschätzte Verfilmung eines Buches von James Ellroy. Die zeitgenössische Kritik war verheerend: „distanzloses Starvehikel“ (Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms), „mittelmäßiger Polizei-Thriller“ (Lexikon des Internationalen Films), „Doch anstelle subtiler Psychologie und Suspense setzen Woods und Harris auf drastische Mittel, die aus einem Polizei- einen Gewaltfilm machen.“ (Fischer Film Almanach 1989).

Zu den wenigen Verteidigern von „Der Cop“ gehört Georg Seesslen: „Es ist eine fast schon abstrakte (und gelegentlich ironische) Studie über den harten und besessenen Cop, der am Ende alles verliert: Frau, Familie und bürgerliche Existenz.“ (Georg Seesslen: Copland)

Mit James Woods, Lesley Ann Warren, Charles Durning

Wiederholung um 03.50 Uhr


Ein bisschen Luxus – Kapitel 14 online

August 21, 2007

Weiter geht’s mit dem 14. Teil. Wir begleiten immer noch die Bösen und dieses Mal endet die Fortsetzung auch mit einem richtigen Cliffhanger. Aber lesen Sie selbst!


TV-Tipp für den 21. August

August 21, 2007

HR, 23.15

Geheimring 99 (USA 1955, R.: Joseph H. Lewis)

Drehbuch: Philip Yordan

Lieutenant Diamond will den Gangsterboss Mr. Brown unschädlich machen. Der Krieg zwischen beiden eskaliert immer weiter.

Dieses späte Noir-Juwel ist vom ersten bis zum letzten Moment mit sexueller Spannung aufgeladen. „Nahezu unverhüllt thematisierte B-Film-Regisseur Joseph H. Lewis den engen Zusammenhang zwischen unterdrückter Sexualität, sexueller Frustration und exzessiver Gewalt. (…) Es ist eine Welt sexueller Perversion und fatalistischer Abhängigkeit.“ (Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

Mit Cornel Wilde, Richard Conte, Lee Van Cleef


TV-Tipp für den 20. August

August 19, 2007

Weiter geht’s mit den bekannten Namen, in alphabetischer Reihenfolge: Warren Oates, Sidney Poitier und Rod Steiger. Bei den drei Schauspielern ist klar, wer der Gute und wer die Bösen sind. Kleiner Hinweis: der Gute trägt einen Anzug.

Der Film läuft in der Reihe „Film-Klassiker der 60er“.

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SWR, 23.15

In der Hitze der Nacht (USA 1967, R.: Norman Jewison)

Drehbuch: Sterling Siliphant

LV: John Ball: In the heat of the night, 1965 (In der Hitze der Nacht)

In einem Südstaatenkaff müssen ein weißer, reaktionärer Sheriff und ein afroamerikanischer Kollege einen Mord aufklären.

John Balls hochgelobter, erfolgreicher Roman war der erste Auftritt eines afroamerikanischen Polizisten als Sympathieträger. Ball wollte damit zur Verständigung zwischen den Rassen beitragen. Außerdem reflektierte er in seinem Krimi die damaligen politischen Kämpfe des Civil Rights Movements in den Südstaaten.

Die enorm erfolgreiche Verfilmung erhielt fünf Oscars, unter anderem als bester Film des Jahres. Aus heutiger Sicht ist „In der Hitze der Nacht“ ein extrem naives und einseitiges Bekenntnis zur Rassenversöhnung (etwas guter Wille und schon geht´s) und ein technisch gut gemachter Whodunit.

Poitier drehte noch zwei schwächere Fortsetzungen. Letztendlich wurde es ein normaler, bestenfalls durchschnittlicher Polizeikrimi.

Mit Sidney Poitier, Rod Steiger, Warren Oates, Lee Grant


TV-Tipp für den 19. August

August 18, 2007

Wir buchstabieren die Stars durch. Gestern Steve McQueen, heute Robert Redford. Bei ihm (geboren 18. August 1936) ist es ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk.

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Das Vierte, 18.10

Vier schräge Vögel (USA 1971, R.: Peter Yates)

Drehbuch: William Goldman

LV: Donald E. Westlake: The hot rock, 1970 (Finger weg von heißem Eis)

Dortmunder und seine Gang klauen aus dem Brooklyn-Museum den Saber-Diamnten. Der erste Diebstahl gelingt, aber ab dann geht alles schief.

Durchwachsene Verfilmung des ersten Dortmunder-Romans mit Starbesetzung und cooler Quincy Jones-Musik. 

Ursprünglich, so sagt Donald Westlake, war „The hot rock“ als ein weiteres Parker-Abenteuer geplant. Aber dann bemerkte er, dass Parker niemals den gleichen Gegenstand öfters stehlen würde. Also erfand er Parkers witzigen Bruder John Dortmunder. Bei ihm gehen die Raubzüge mit schöner Regelmäßigkeit schief.

Mit Robert Redford, George Segal, Zero Mostel, Ron Leibmann, Paul Sand, Moses Gunn, William Redfield

Auch bekannt als „Zwei dufte Typen“

Hinweise:

Homepage von Donald E. Westlake:

http://www.donaldwestlake.com/   

Meine Texte über Donald E. Westlake:

Besprechung von „What’s so funny?“ von Donald E. Westlake:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-vierzig.html  

Donald Westlake (als Richard Stark) in der Spurensuche:

Porträt der Parker-Romane:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-dreissig.html  

Rezension „Ask the Parrot“:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-dreissig-sechs.html


TV-Tipp für den 18. August

August 17, 2007

Kabel 1, 00.10

Bullitt (USA 1968, R.: Peter Yates)

Drehbuch: Alan Trustman, Harry Kleiner

LV: Robert L. Pike (Pseudonym von Robert L. Fish): The mute witness, 1963 (später “Bulitt”)

Lieutenant Bullitt soll einen Mafia-Kronzeugen bewachen. Als dieser umgebracht wird, beginnt Bullitt die Täter zu suchen.

In die Filmgeschichte ging Bullitt wegen seiner zwanzigminütigen Autoverfolgungsjagd durch San Francisco ein (andere Quellen nennen elf oder zwölf Minuten; jedenfalls für damalige Verhältnisse: verdammt lang). An der Kinokasse war der Film besonders wegen der Besetzung erfolgreich: Steve McQueen und Jacqueline Bisset. – Inzwischen hat „Bullitt“ mächtig Patina angesetzt: die Story ist wirklich simpelst, die Kamera von einer unerträglichen Glätte und, seitdem eine Autoverfolgungsjagd zum Inventar eines Polizeifilms (und selbstverständlich eines Action-Films) gehört, ist die „Bullitt“-Verfolgung auch nicht mehr so sensationell.

Das Drehbuch von Alan Trustman und Harry Kleiner erhielt einen Edgar als bestes Spielfilmdrehbuch.

Mit Steve McQueen, Robert Vaughn, Jacqueline Bisset, Don Gordon, Robert Duvall, Simon Oakland


TV-Krimi-Buch-Tipps online, Schlauch über Schorlau

August 17, 2007

Die neuen TV-Krimi-Buch-Tipps sind online. Seht euch die schönen alten Covers und Plakate an!

Als Appetitanreger die ersten Zeilen:

„Jetzt schlägt das Sommerloch unerbittlich zu. In den kommenden Wochen präsentieren die Sender Wiederholungen bis zum Abwinken. Einen zweiten Blick lohnen Peter Yates Robert Pike-Verfilmung „Bullitt“ (hat den Klassikerbonus), Don Siegels Glendon Swarthout-Verfilmung „Der letzte Scharfschütze“ (ist natürlich John Wayne), Alfred Hitchcocks Bolieu-Narcejac-Verfilmung „Vertigo“, Bertrand Taverniers Jim Thompson-Verfilmung „Der Saustall“, Joseph H. Lewis Noir-Juwel „Geheimring 99“ (keine Buchvorlage, aber gut), James B. Harris James Ellroy-Verfilmung „Der Cop“, Claude Chabrols Georges Simenon-Verfilmung „Die Fantome des Hutmachers“, Richard Brooks Evan Hunter-Verfilmung „Die Saat der Gewalt“ (Ach Gottchen, wie brav waren damals die renitenten Schüler.) und Henri Verneuils Auguste Le Breton-Verfilmung „Der Clan der Sizilianer“ (oder Ein Abend mit Jean Gabin, Lino Ventura und Alain Delon). Ernest R. Dickersons Donald Goines-Verfilmung „Never Die Alone“ erlebt seine TV-Premiere.
Für Trash-Freunde und ganz hartgesottene Bond-Fans gibt es „Casino Royale“. Der Titel ist von Ian Fleming. Sonst nichts.“
Rezzo Schlauch schreibt in der taz über Wolfgang Schorlaus Roman „Fremde Wasser“ und wie realistisch dieser ist.  Hier einige Ausschnitte:

„So spannend hat man Globalisierungskritik noch selten bekommen – und das in einem „Stuttgart-Krimi“. Keine Spur vom Provinzmief, der so viele Regionalkrimis durchzieht, statt dessen ein brisantes politisches Thema, Milieus aus allen Etagen der Gesellschaft, faktenreich und spannend erzählt. (…)

Schorlaus politischer Blick auf das Wassergeschäft ist dabei eindeutig und einseitig: die Privatisierung dient ausschließlich den Gewinninteressen der Konzerne, ihre Durchsetzung ist ein schmutziges Geschäft, alle Argumente dafür sind und waren Scheinargumente. (…)

Verdammt nah an der Realität? Nach meinen langjährigen Erfahrungen im Bundestag und nun im Beirat eines großen Energiekonzerns muss ich sagen: Milieubeschreibung eher klischeehaft und ressentiment-getrieben, Charakterzeichnung grobkörnig.“

Und hundertausende weitere Hinweise auf krimirelevante Texte gibt es bei den Alligatorpapieren.


TV-Tipp für den 17. August

August 16, 2007

Tele 5, 22.05

Assault – Anschlag bei Nacht (USA 1976, R.: John Carpenter)

Drehbuch: John Carpenter

Mit diesem geradlinigen Low-Budget-Thriller erarbeitete John Carpenter sich seinen glänzenden Ruf: Eine Straßengang belagert ein stillgelegtes Polizeirevier. Polizisten und Sträflinge müssen sich gegen die Übermacht zusammenraufen.

„Ein B-Picture ersten Ranges, wenn der Widerspruch erlaubt ist, ein Kultfilm für Kinofans.“ steht im Fischer Film Almanach 1980. Carpenters Großstadt-Western ist natürlich von den klassischen Western (Erinnern Sie sich an „Rio Bravo“?) inspiriert und der Filmfan spart nicht mit Zitaten. Gleichzeitig gibt er einen galligen Kommentar zur urbanen Gewalt ab.

Mit Austin Stoker, Darwin Joston, Laurie Zimmer, Martin West, Nancy Loomis

Auch bekannt als „Anschlag bei Nacht“ und „Das Ende“

Wiederholung um 01.40 Uhr


Einmal Schenkel, einmal Schawinski

August 16, 2007

Diese Meldung der Edition Nautilus kommt nicht wirklich überraschend:

„Wir freuen uns sehr, Ihnen mitteilen zu können, dass „Kalteis“, der neue

Roman von Andrea Maria Schenkel, am kommenden Montag auf Platz 4 der

SpiegelBestsellerliste stehen wird.

Nur zwei Wochen nach Erscheinen gesellt sich der neue Roman also zu seinem

Vorgänger „Tannöd“, der nachwievor Platz 3 behaupten kann.

Eine solche Doppelbelegung ist wahrlich ungewöhnlich – für Autorin und

Verlag ist es eine wunderbare Angelegenheit!“

Ebenfalls nicht sehr überraschend ist, dass vor einigen Tagen Hans Nüsslein, der Anwalt des Journalisten Peter Leuschner, erneut eine Plagiatsklage gegen Andrea Maria Schenkels Debüt „Tannöd“ ankündigte. Leuschner sagt, Schenkel habe ganze Passagen aus seinen Sachbüchern über den sechsfachen Mord auf dem Einöd-Hof Hinterkaifeck 1922 abgeschrieben. Das Pikante bei diesem Vorwurf ist, dass Leuschner sagt, Schenkel habe aus seinen Büchern nicht die bekannten und allgemein zugänglichen Fakten, sondern die von ihm erfundenen Stellen, abgeschrieben. Das wirft jetzt natürlich auf Leuschner als Sachbuchautor ein, nun sagen wir mal, eigenwilliges Licht.

Roger Schawinski war von 2003 bis 2006 Sat.1-Chef. In diese Zeit fällt eine vom Publikum nicht akzeptierte Qualitätsoffensive. Jetzt hat er ein Buch darüber geschrieben. „Die TV-Falle – Vom Sendungsbewusstsein zum Fernsehgeschäft“ (Kain & Aber Verlag) erschien vor einigen Tagen. Im aktuellen Magazin der Wochenzeitung „Die Zeit“ ist ein Auszug abgedruckt. In ihm schildert er, wie sie große Hoffnungen in den Mehrteiler „Blackout“ (ursprünglicher Titel „Eight Days“) setzten, welchen Knatsch es hinter den Kulissen gab und welche Lehren er aus dem Quotendesaster zog. Das ist ein interessanter, aber für uns Autoren nicht besonders ermutigender Artikel. Sein Fazit: „Wir hatten gehofft, dass der Köder diesmal dem Fisch und dem Angler zugleich schmecken würde, aber wir Macher hatten den Schmaus vorwiegend mit unserem eigenen Gaumen abgeschmeckt. Das war eine Falle.“

Die von Schawinski aufgeführten Schlüsse aus der Sat.1-Zentrale reflektieren letztendlich das mit guten Quoten gesegnete Elend des deutschen Fernsehens:

„Fernsehproduktionen funktionieren bei einem breiten Publikum nur dann, wenn die Helden moralisch klar zugeordnet werden können. (…) Serien mit komplexen, verschachtelten Erzählstrukturen schrecken ab. Die Zuschauer lieben es, wenn sie sich schnell in der Handlung zurechtfinden. (…) Auch ein dramatischer Inhalt darf nicht allein als düster erlebt werden. (…) Dazu gehören zum einen die Ansprüche an die Farbgebung, zum anderen verlangt der Zuschauer jedes mal eine spannende Liebesgeschichte und dabei vorzugsweise den ewig gleichen Klassiker: die Dreiecksbeziehung. (…) Bei Mehrteilern sollten existenzielle Konfliktsituationen von epochaler Bedeutung gezeigt werden, wie Kriege oder Katastrophen, in denen die Kraft der Liebe alle Hindernisse überwinden hilft. (…) Da Bildungsbürger in ihren Verhaltensmustern besonders konservativ sind – am Sonntag schaut man immer den Tatort, und das seit Jahrzehnten -, sind sie für neue Angebote nur sehr schwer zu gewinnen, wie die verheerende Quote der Abiturienten und Hochschulabsolventen bei Blackout zeigt.“

Schawinskis Fazit ist natürlich aus der Sicht eines privaten TV-Senders, der von seinen Werbeeinnahmen lebt. Serien mit folgenübergreifenden Handlungen sind in Deutschland inzwischen eine Garantie für schlechte Quoten. „Die Sopranos“, „The Shield“, „24“, „Prison Break“ und die Miniserie „Rom“ sind alle keine Quotenknüller. Aber dafür verkaufen sich die DVD-Boxen ausgezeichnet. Einige Serien wie „Deadwood“ erleben ihre Premiere für ein breites Publikum als DVD-Box. Auch hier scheinen die Verkäufe ganz ordentlich zu sein. Immerhin sind diese Boxen im Preis immer noch nicht gefallen.

Insofern ist es schade, dass „Blackout“ immer noch nicht auf DVD erschienen ist.

Aber auch das kennen wir von deutschen TV-Filmen und TV-Serien. Sie werden teils nicht, teils nur in Teilen („Die besten Folgen von…“), teils – nein, eigentlich immer – sehr lieblos veröffentlicht. Oft gibt es kein Bonusmaterial. Keine Audiokommentare. Keine entfallenen Szenen. Keine informativen Berichte über verschiedene Aspekte der Produktion. Fast immer erinnert das Cover an eine schnell hingeschluderte Heimarbeit auf einem alten PC mit einem noch älteren Grafikprogramm.


TV-Tipp für den 16. August

August 15, 2007

Tele 5, 20.15

Fegefeuer der Eitelkeiten (USA 1990, R.: Brian De Palma)

Drehbuch: Michael Cristofer

LV: Tom Wolfe: The Bonfire of the Vanities, 1987 (Fegefeuer der Eitelkeiten)

Ein Yuppie überfährt nachts einen Afroamerikaner und alle haben endlich die Story ihres Lebens.

Damals zu Unrecht verrissene und geflopte eigenständige Verfilmung eines grandiosen Buches über New York, die Achtziger, Ehrgeiz, Yuppies, Schwarze, Bürgermeister und – in diesem Sumpf niederer Gelüste – ein Richter als moralische Instanz. Noir im Gewand von Satire, Sittenbild und hoher Literatur.

Michael Cristofer schrieb auch das Drehbuch zu „Die Hexen von Eastwick“ und zur vor Ewigkeiten geplanten und auf unbekannte Zeiten verschobenen Michael Connelly-Verfilmung „Im Schatten des Mondes“ (Void Moon). Außerdem drehte er die Cornell Woolrich-Verfilmung „Original Sin“.

Mit Bruce Willis, Tom Hanks, Melanie Griffith, Kim Cattrall, Morgan Freeman, F. Murray Abraham

Wiederholung um 00.30 Uhr


TV-Tipp für den 15. August

August 15, 2007

Genug vom King? Wie wär’s dann mit einigen unverbesserlichen Einbrechern?

SWR, 23.15

Topkapi (USA 1964, R.: Jules Dassin)

Drehbuch: Monja Danischewsky

LV: Eric Ambler: The light of day, 1962 (Topkapi)

Gentleman-Gauner Walter will mit seiner Gang einen kostbaren Dolch aus dem Topkapi-Museum in Istanbul klauen. Ohne die Hilfe des zwielichtigen Fremdenführers Arthur haben sie keine Chance.

Mit dem düsteren Gangsterfilm „Rififi“ erfand Dassin das Caper-Movie, mit seiner Parodie „Topkapi“ trug er es zu Grabe.

Amblers Buch erhielt den Edgar-Allan-Poe-Preis.

Mit Melina Mercouri, Peter Ustinov, Maximilian Schell, Robert Morley, Akim Tamiroff


Besprechung von Andrea Maria Schenkels „Kalteis“ online

August 13, 2007

In der Berliner Literaturkritik ist meine Besprechung von Andrea Maria Schenkels zweitem Roman „Kalteis“ erschienen. Im Gegensatz zu vielen anderen Kritikern hat mir das Buch absolut nicht gefallen. Ich halte es in jeder Hinsicht für gescheitert. Und dabei hat mir „Tannöd“ gut gefallen. Naja, lesen Sie selbst.


Ein bisschen Luxus – Kapitel 13 online

August 13, 2007

Das 13. Kapitel ist online. Jetzt erfahren wir etwas über die Beweggründe der bösen Jungs.

Und ich bin wieder zurück, arbeite meine Post auf, vernichte die Spams (Oder hat jemand Interesse an Aktionoptionen, Penisvergrößerungen und will Urlaubsfotos von Unbekannten sehen?), lese die Tageszeitung nach, besuche gut zwei Dutzend Blogs und fülle den Kühlschrank wieder mit den Dingen auf, die ein echter Mann braucht: Brot, Wurst, Käse, Gemüse und Milch.


Blogger on the run

August 6, 2007

Die kommenden Tage bin ich unterwegs und weiß deshalb nicht, wie viel Zeit ich zum Bloggen habe.

Deshalb gibt es bereits jetzt den ultimativen TV-Tipp:

Am kommenden Sonntag, den 12. August, zeigt Kabel 1, nach 23.00 Uhr die erste Staffel der derzeit besten Polizeiserie:

Kabel 1, 23.20

The Shield – Gesetz der Gewalt (USA 2002, Erfinder: Shawn Ryan)

Wenn die Quote stimmt, wird Kabel 1 nach der ersten Staffel auch die bislang noch nicht im deutschen Fernsehen gelaufenen Folgen zeigen.

Mein „The Shield“-Fantum habe ich bereits öfters bekundet:

Zum Ende der ersten Staffel im Fernsehen (und der Absetzung der Serie)

Zur DVD „The Shield – Die komplette erste Staffel“

Zur DVD „The Shield – Die komplette dritte Staffel“

Bereits eine Stunde früher startet „Las Vegas“. Nachdem Pro 7 vergangenes Jahr die Ausstrahlung nach wenigen Folgen abbrach, erhält das Glam-Drama mit James Caan bei Kabel 1 eine zweite Chance.

Bevor ich meinen Schreibtisch in dem bekannt-kreativen Chaos zurücklasse, gibt es einen kurzen Überblick über einige zuletzt gelesene Krimis, die ich auch demnächst ausführlicher besprechen will:

Robert Brack: Schneewittchens Sarg (Edition Nautilus) – Der dritte Krimi mit PI Lenina Rabe ist ein spannender Krimi über die 68er in ihren Wohnprojekten damals und heute. Brack ist ein sträflich unterschätzter Autor.

Martin Compart: Der Sodom-Kontrakt (Alexander-Verlag) – Kritikerpapst Martin Compart schreibt einen Noir-Thriller, wie wir ihn sonst nur aus Amiland kennen. Ross Thomas, Jean-Pierre Manchette und die üblichen Verdächtigen grüßen respektvoll.

G. M. Ford: Rotes Fieber (Goldmann)

G. M. Ford: Die Geisel (Goldmann) – Zwei spannende Thriller mit dem Journalisten und True Crime-Bestsellerautor Frank Corso. Ford legt weiterhin seine Finger in schmerzende Wunden: in „Rotes Fieber“ (2004 veröffentlicht) ist es die US-amerikanische Politik gegen den Terrorismus; in „Die Geisel“ ist es die Privatisierung des Strafvollzugs. Demnächst wird’s eine „Spurensuche“ über G. M. Ford und seine sechsteiligen Corso-Serie geben.

Frank Göhre: St. Pauli Nacht (Pendragon) – Die stark überarbeitete Fassung seiner in einer Nacht spielenden Sammlung von Kurzgeschichten gewinnt durch die Überarbeitung. Bei dieser limitierten Auflage sind auch die gleichnamige Verfilmung und der nicht mehr erhältliche Kurzroman „Rentner in Rot“ enthalten. Für den Preis ein wahres Schnäppchen.

John Rickards: Die Stadt der toten Seelen (Goldmann) – Der zweite Krimi mit PI Alex Rourke ist letztendlich eine enttäuschende, im leseunfreundlichen Präsens geschriebene Geschichte, die definitiv kein Thriller ist.

Dieter Paul Rudolph: Die Zeichen der Vier – Astrid Paprotta und ihre Ina-Henkel-Romane (Nordpark) – Eine werkimmanente Interpretation der vier Henkel-Romane von einem Fan für andere Fans. Ein Interview und eine Bibliographie runden das Werk ab.

 

P. S.: Ich habe die Kommentarfunktion für die nächsten Tage ausgestellt.


TV-Tipp für den 7. August

August 6, 2007

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HR, 0.45 Uhr

Das unbekannte Gesicht (USA 1947, R.: Delmer Daves)

Drehbuch: Delmer Daves

LV: David Goodis: Dark passage, 1946 (Dark Passage – Die schwarze Natter)

Ein unschuldig Verurteilter (Bogart) flieht aus dem Gefängnis, unterzieht sich einer Gesichtsoperation und versucht seine Unschuld zu beweisen.

Ein unterschätzter Bogart-Film – was auch daran liegt, dass Humphrey Bogart und Lauren Bacall davor in „To have and have not“ (Haben und Nichthaben) und „The big sleep“ (Tote schlafen fest) aufeinander trafen. Danach ist ein spannender Film Noir einfach ein Abstieg; besonders wenn Bogart und Bacall kaum zusammen zu sehen sind. Aufgrund der Story ist Bogart im ersten Drittel des Films nicht zu sehen und danach, bis zum letzten Drittel, nur mit Verband. Das erste Drittel wurde ausschließlich aus Bogarts Perspektive gedreht.

Delmer Daves erzählte zu den Schwierigkeiten der subjektiven Perspektive: „Ich war der erste, der in den Vereinigten Staaten die Arriflex einsetzte. Wir bekamen sie von der US-Regierung. Es war eine Beutekamera von den Nazis. Ich hatte ein Schulterstativ machen lassen, um sie in Augenhöhe zu halten…und dann ging der Kameraoperateur so, wie der Mann ging. Zuerst dachte ich, wie einfach, man braucht nur einen Mann, der dasteht und alles macht. Als ich meinen Test machte, sah es so aus, als seien die Schultern viel zu breit, und so nahmen wir schließlich in dem Film zwei Männer für die zwei Arme: Ein Mann war der rechte Arm, und ein Mann war der linke, und sie waren unmittelbar gleich neben der Kamera. Ich hatte sogar drei Operateure bei einer Einstellung, um den Fluss der Kontinuität zu bewahren. Ich hatte nämlich herausgefunden, dass wir mit unseren Augen nicht so schneiden, wie man in einem normalen Film schneidet. Jede Einstellung war ein Probleme, und anstelle von Schnitten machte ich Reißschwenks.“

Mit Humphrey Bogart, Lauren Bacall, Bruce Bennett, Agnes Moorehead

auch: „Die schwarze Natter“


Ein bisschen Luxus – Kapitel 12 und Interview online

August 6, 2007

Sodele, das zwölfte Kapitel ist online. Außerdem haben die drei Damen die Befragung des unschuldigen Dichters (Ich! Ich! Ich!) online gestellt.


TV-Tipp für den 6. August

August 5, 2007

WDR, 22.45

Koran im Kopf (D 2007, R.: Antonio Cascais, Marcel Kolvenbach)

Halbstündige Doku über Khaled und Barino. Die beiden jungen Muslime wuchsen in Deutschland auf und leben inzwischen streng nach dem Islam. Die beiden Filmemacher suchen nach den Gründen für diese Radikalisierung.

„Koran im Kopf“, (…), ist ein beunruhigender Film geworden. Die Zuschauer werden Zeugen, wie ein Suchender mehr und mehr in den Bann von Menschen gezogen wird, denen Toleranz als verwerflich gilt. Am Ende des Films stellt sich aber auch die Frage, warum Barinos Mitbürger nicht in der Lage waren, die Werte der abendländischen christlichen Gesellschaft überzeugender zu vertreten. (Kirchenbote)
Weitere Berichte und Informationen:

Kölner Stadt-Anzeiger (Bericht über den Film)

Blog von Antonio Cascais (sieht ganz interessant aus)

WDR-Presseinformation (unglaublich, aber wahr: mehr habe ich nicht auf der WDR-Homepage gefunden.)


TV-Tipp für den 5. August

August 4, 2007

Heute vor 45 Jahren starb Marilyn Monroe. Deshalb ist der TV-Tipp des Tages ihr letzter vollendeter Spielfilm

MDR, 00.00

Misfits – Nicht gesellschaftsfähig (USA 1961, R.: John Huston)

Drehbuch: Arthur Miller

Eine frisch geschiedene Frau schließt sich drei Cowboys an. Gemeinsam gehen sie auf Mustangjagd.

Ein Klassiker. Nicht nur, weil „Misfits“ der letzte Film von Marilyn Monroe und Clark Gable ist, sondern auch weil Arthur Miller in seinem ersten Spielfilmdrehbuch  eine schonungslose Bestandsaufnahme des nicht mehr existierenden amerikanischen Traums vom Freien Leben im Wilden Westen liefert. Denn Millers zeitgenössischen Cowboys sind von der Gesellschaft verachtete Außenseiter. Unter der Regie von John Huston spielen die Schauspieler ausgezeichnet und die Jagdszenen sind superb fotografiert.

„Nach einer langen Dürreperiode, was wirklich amerikanische Filme betrifft, gibt es jetzt Grund zur Freude, denn The Misfits ist so durch und durch amerikanisch, dass niemand außer einem Amerikaner ihn gemacht haben könnte.“ (Paul V. Beckley, New York Herald Tribune)

Mit Marilyn Monroe, Clark Gable, Montgomery Clift, Eli Wallach, Thelma Ritter


TV-Tipp für den 4. August

August 3, 2007

Herz, was begehrst du mehr? Drei „Kinomagazin“-Dokus und ein Spielfilm: Zwei Dokus sind über bekannte Horrorfilmregisseure und eine über einen Trash-Klassiker, der anschließend seine TV-Premiere erlebt. 3sat hat den heutigen Abend hübsch doppeldeutig „Film & Fantasy – Albträume des Kinos“ genannt und wir wissen genau, was wir für unsere Zeit bekommen.

Vorhang auf:

3sat, 22.20

Die Wahrheit über „Lady Frankenstein“ (D 2007, R.: Reginald Ginster)

Am Film Beteiligte, wie Welles, Neri und Fux, erinnern sich an die Dreharbeiten und wie sie mangelndes Geld mit Fantasie wettmachten.

3sat, 23.05

Lady Frankenstein (I 1971, R.: Mel Welles, Aureliano Luppi [Koregisseur])

Drehbuch: Edward Di Lorenzo (auch Geschichte), Mel Welles, Umberto Borsato (Adaption und Dialoge), Egidio Gelso (Adaption und Dialoge), Aureliano Luppi (Adaption und Dialoge), Dick Randall (Geschichte)

Frankensteins Tochter will den Tod ihres Vaters rächen. Sie baut aus Leichenteilen eine neue Kreatur.

Italo-Horror der Gothic-Horror mit Softsex mixt. Die katholische Filmkritik meinte: „Formal belangloses, zuweilen lächerlich wirkendes Horrorprodukt.“ Die FSK gab den Film ab 18 Jahren frei. Inzwischen geniest der Film, sicher auch weil er kaum gezeigt wird, Kultstatus.

Mit  Joseph Cotten, Rosalba Neri (als Sara Bey), Paul Muller, Paul Whiteman, Herbert Fux

3sat, 02.50

Das Monster in uns – Stuart Gordon und Brian Yuzna über den Horrorfilm (D 2005, R.: Gerhard Schick, Reinhard Wulf)

3sat, 03.50

Verwandlungen – Der Filmemacher David Cronenberg (D 1993/2007, R.: Peter Kremski, Brigitte Schumacher)

1993 wurde eine dreißigminütige Fassung ausgestrahlt. Für die heute Ausstrahlung wurde das Material neu zu einer einstündigen Sendung montiert.

 

Weitere Informationen:

Die Wahrheit über „Lady Frankenstein“ – Auszüge aus dem „Kinomagazin“:

http://www.3sat.de/3sat.php?/ard/35909/index.html

Das Monster in uns – Stuart Gordon und Brian Yuzna über den Horrorfilm:

http://www.3sat.de/3sat.php?/ard/35909/index.html

Verwandlungen – Der Filmemacher David Cronenberg:

http://www.3sat.de/3sat.php?/ard/35909/index.html

Eine Kritik und weitere Informationen zu „Lady Frankenstein“ (mit vielen Bildern):

http://monstrula.de/filme/ladyfrankenstein/ladyfrankenstein.htm

Download des Films (Qualität wohl nicht so toll, aber dafür kostenlos):

http://www.archive.org/details/Lady_Frankenstein