TV-Tipp für den 25. Juli

Juli 24, 2007

NDR, 23.45

Der amerikanische Freund (D/F 1976, R.: Wim Wenders)

Drehbuch: Wim Wenders

LV: Patricia Highsmith: Ripley´s Game, 1974 (Ripley´s Game oder Regel ohne Ausnahme, Ripley´s Game oder Ein amerikanischer Freund)

Restaurator Jonathan hat Leukämie. Ripley bietet ihm einen gut bezahlten Mordauftrag an. Jonathan nimmt an und sein Leben gerät aus den Fugen.

Die freie Verfilmung des dritten Ripley-Romans ist eine der besten Highsmith-Verfilmungen. Wenders zu den Veränderungen: „Ich möchte, dass meine Filme von der Zeit handeln, in der sie entstehen, von den Städten, den Landschaften, den Gegenständen, von allen, die mitarbeiten, von mir. Diesen Spielraum hat mir Ripley´s Game gelassen. Weil er in der Arbeitsweise der Highsmith auch schon enthalten ist. Deshalb glaube ich, dass ich dem Buch doch nahe geblieben bin, so sehr ich mich auch davon entfernt habe. Es gibt nicht ´die Verfilmung´. Es gibt zwei grundverschiedene Sachen: Bücher und Filme. In ihnen kann eine gleiche ´Einstellung´ zu den Dingen vorhanden sein, aber nicht die gleichen Dinge.“

Stellvertretend für die vielen euphorischen Kritiken Hans C. Blumenberg: „Wenders zeigt den urbanen Alptraum, wie man ihn noch nie in einem europäischen Film gesehen hat: halb als uraltes, verkommenes Abbruchviertel, halb als futuristische Schreckenslandschaft…Die große Faszination dieses Films hat direkt mit seiner Vielschichtigkeit zu tun. Man kann ihn als pessimistischen Kommentar zur nachrevolutionären Bewußtseinskrise der späten siebziger Jahre verstehen, aber auch als brillanten Kriminalfilm, man kann ihn als urbanen Alptraum von der Zerstörung der Städte bewundern, aber man kann ihn auch als poetische Ballade einer Freundschaft lieben. Sein Reichtum, der nicht ohne Gefahren ist, erlaubt bei jedem Sehen neue Abenteuer, neue Entdeckungen.“ Außerdem entwarf er eine Gleichung: „Hitchcock + Ray + Scorsese = Wenders“ (die Gültigkeit dieser Gleichung für andere Wenders-Filme darf bezweifelt werden.)

Mit Bruno Ganz, Dennis Hopper, Lisa Kreuzer, Gérard Blain, Nicholas Ray, Samuel Fuller, Peter Lilienthal, Daniel Schmid, Lou Castel

 


TV-Tipp für den 24. Juli

Juli 23, 2007

Das Vierte, 20.15

Der 4 ½ Billionen Dollar Vertrag (GB 1985, R.: John Frankenheimer)

Drehbuch: George Axelrod, Edward Anhalt, John Hopkins

LV: Robert Ludlum: The Holcroft Covenant, 1978 (Der Holcroft Vertrag)

US-Architekt Noel Holcroft erbt von seinem Vater ein Vermögen. Es wurde im zweiten Weltkrieg von Nazis beiseitigeschaft. Angeblich um Opfer des Nationalsozialismus zu finden; in Wirklichkeit um Terroristen zu finanzieren. Holcroft ist davon nicht begeistert. 

Trotz der Besetzung und der bekannten Romanvorlage kennt kaum jemand diese Verfilmung. Das sagt doch eigentlich genug über die Qualität des Films aus.

Frankenheimer sprang in letzter Minute ein. Michael Caine ebenso. Ludlum, so Frankenheimer, war mit der Verfilmung sehr zufrieden. Doch dann gab es nach der Fertigstellung zwischen EMI und Universal Probleme über die Rechte und Universal weigerte sich, den Film entsprechend zu bewerben. In Deutschland erlebte „Der 4 ½ Billionen Dollar Vertrag“ seine Premiere 1986 auf Video. Damals war Videopremiere noch das Synonym für ‚Schrott’.

Hat „Der 4 ½ Billionen Dollar Vertrag“ vielleicht doch unentdeckte Qualitäten? Hm, Caine „found himself working from a tedious, clumsy novel by Robert Ludlum, which three good screenwriters, Axelrod, Anhalt, Hopkins, could do little to improve.

The resulting film, concerning Nazis old and new, weaves a tangled tale of conspiracy and deceit straining credulity to breaking point. That this confused narrative does not break into pieces is due entirely to Frankenheimer’s skill in holding it together and keeping it moving with stylish, lively settings, dramatic camerawork by Gerry Fisher, and a first rate group of actors led by the energetic and compelling Caine, who actually seem to believe in what they are doing.” (Gerald Pratley: The films of Frankenheimer)

Fazit: „Von dem Gespann Frankenheimer/Caine wäre mehr zu erwarten gewesen.“ (Fischer Film Almanach 1987)

Wenige Jahre vorher scheiterte Sam Peckinpah an einem Ludlum-Buch.

Mit Michael Caine, Anthony Andrews, Lilli Palmer, Mario Adorf, Michael Lonsdale

Homepage von Robert Ludlum: http://www.ludlumbooks.com/  

 


Ein bisschen Luxus – Kapitel 10 online

Juli 23, 2007

Weiter geht’s.


Die Barry-Nominierungen

Juli 23, 2007

Mystery News und Deadly Pleasures haben die Nominierungen für die diesjährigen Barry Preise bekanntgegeben. Die elften Barrys werden im September verliehen.

 

Bester Roman

Ace Atkins: White Shadow

Rhys Bowen: Oh Danny Boy

Barry Eisler: The Last Assassin

Dan Fesperman: The Prisoner of Guantanamo

Ariana Franklin: City of Shadows

George Pelecanos: The Night Gardener

 

Bestes Debüt

Alex Berenson: The Faithful Spy (Kurier des Todes, Heyne, Februar 2008)

Gillian Flynn: Sharp Objects

Tom Gabbay: The Berlin Conspiracy

John Hart: The King of Lies

Louise Penny: Still Life

Cornelia Read: A Field of Darkness

 

Bester britischer Kriminalroman

Ken Bruen: Priest

Stuart MacBride: Dying Light (Die Stunde des Mörders)

C.J. Sansom: Sovereign

Ian Sansom: The Case of the Missing Books

Nick Stone: Mr. Clarinet

Edward Wright: Red Sky Lament

 

Bester Thriller

Joseph Finder: Killer Instinct

Alan Furst: The Foreign Correspondent

Simon Kernick: Relentless

Stephen Leather: Cold Kill

Daniel Silva: The Messenger

Stephen White: Kill Me

 

Bestes Taschenbuch:

Ken Bruen and Jason Starr: Bust

Max Allan Collins: The Last Quarry

Sean Doolittle: The Cleanup

Jay MacLarty: Live Wire

Jim Swain: Deadman’s Poker

Brian Wiprud: Crooked

 

Beste Kurzgeschichte

Simon Brett: Cain was Innocent (Thou Shalt Not Kill, publiziert von Carroll & Graf)

Judith Cutler: Shaping the Ends (EQMM Mai, 2006)

Brendan DuBois: The Right Call (EQMM September/Oktober, 2006)

Kate Ellis: A Man of Taste (EQMM Mar/Apr, 2006)

Paul Halter: Rosemary (The Night of the Wolf, publiziert von Wildside Press)

June Thomson: A Case for Inspector Ghote (The Verdict of Us All, publiziert von Crippen & Landru)

Deadly Pleasures-Herausgeber George Easter erklärt, warum Connelly und Child nicht nominiert wurden.

 

 


Unterhaltsame Schatzsuche

Juli 23, 2007

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Als erstes sollten Sie die Verlagsprosa von „Packender Verschwörungsthriller um den meistgesuchten Schatz der Welt“ nicht sonderlich ernst nehmen. Ebenso sollten Sie das Titelbild einfach nur als eine bestimmte, mit dem Buch nicht zusammenhängende Verteilung von Farbe, betrachten. Denn Peter Wührmanns Debüt „Silberfieber“ ist eine unterhaltsame Abenteuergeschichte über eine Schatzsuche, aber kein Verschwörungsthriller, und der sich angeblich auf Wavy Island, einer Insel vor der kanadischen Küste, befindende Schatz ist sicher nicht der meistgesuchte Schatz der Welt. Ich denke da an das Bernsteinzimmer, den heiligen Gral und die Schatzkammern untergegangener Schiffe wie der Lutine, Sussex oder Flor de la Mar. Um nur einige zu nennen.

Für den sich in der Schlussphase seines Geographiestudiums befindenden Frank Schönbeck beginnt alles mit einem maskierten Mann, der sich Einstein nennt und ihn in seiner Wohnung zusammenschlägt. Einstein möchte von Schönbeck eine alte Landkarte haben. Schönbeck sagt, er habe sie wieder Professor Pfleiderer gegeben. Einstein verschwindet und am nächsten Tag ist Pfleiderer mit einem Ziegelstein erschlagen worden.

Schönbeck fliegt nach London zu seinem Studienfreund Peter Adams. Denn er hat die Karte. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, warum jemand bereit ist für eine auf den ersten Blick vollkommen wertlose Karte zu morden. Neben dem für Jungs immer interessanten Räuber-und-Gendarm-Spiel, hat auch Adams bereits Kontakt mit den Bösen gehabt. Seine neueste, geheimnisvolle Freundin sagte ihm, er solle sie Marie Curie nennen. Als Adams sie am nächsten Tag zusammen mit einem großen Mann, der Einstein sein könnte, beobachtet, ist er überzeugt, dass er und Schönbeck in Lebensgefahr schweben. Sie flüchten vor Einstein, Curie und einer deutschen Polizistin.

Ihr einziger Verbündeter ist Professor Kenneth McCully. Durch ihn erfahren sie von Wavy Island und dem sich angeblich auf der Insel befindenden Silberschatz der spanischen Flotte. Gleichzeitig unterstützt er sie finanziell und begibt sich mit ihnen auf Weltreise.

Entsprechend den Genrekonventionen treffen sich alle zum Showdown auf Wavy Island.

„Silberfieber“ ist, wie gesagt, ein unterhaltsamer Abenteuerroman für einen lauen Sommerabend. Peter Wührmann will in seinem Debütroman unterhalten und dabei noch einige Informationen vermitteln. Beides gelingt ihm. In einem Nachwort sagt Wührmann, welche Quellen er für das Leben Einsteins, der Titanic und der Schatzsuche auf Wavy Island, die in Wirklichkeit Oak Island heißt, benutzt hat.

Dass die Bösen sich sehr verräterische Namen verpassen und mit ihren Aktionen mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, als vernünftig ist, gehört in einem gewissen Rahmen zu den Genrekonventionen. Denn wenn die Bösen sich wirklich vernünftig verhielten, gäbe es kein Buch. Trotzdem macht die Dummheit der Bösen es den Guten hier zu leicht.

Noch leichter macht Wührmann es für sein Trio Schönbeck-Adams-McCully, weil er ihnen keine nennenswerten Steine in den Weg legt und sie auch nie in Lebensgefahr, halt das Brot und die Butter eines zünftigen Abenteuerromans, bringt. Deshalb unterhält „Silberfieber“ gut, ohne jemals wirklich spannend zu werden oder in Tiefen vorzustoßen, die den Roman für Jugendliche bedenklich machen würden. Wäre „Silberfieber“ ein Film, würde er wahrscheinlich ab 12 Jahren, vielleicht sogar ab 6 Jahren freigegeben.

 

 

Peter Wührmann: Silberfieber

Goldmann, 2007

352 Seiten

7,95 Euro

 

Weitere Informationen: http://www.silberfieber.de/


TV-Tipp für den 23. Juli

Juli 23, 2007

ZDF, 22.15

Wild Things (USA 1998, R.: John McNaughton)

Drehbuch: Stephen Peters

Ein beliebter Sportlehrer in einem Nobelort in Florida weist die sexuellen Avancen einer reichen Schülerin zurück. Danach behauptet sie, er habe sie vergewaltigt. Die Polizei glaubt ihr nicht, bis eine zweite Schülerin den gleichen Vorwurf erhebt.

Und das ist nur eine der ersten überraschenden Wendungen in diesem kleinen Thriller, bei dem die Stars lustvoll ihr Image ausfüllen, gegen es anspielen und sich (und uns) letztendlich fast ständig belügen. Denn in „Wild Things“ ist, unter der Sonne Floridas, nichts so wie es scheint. Eine schöne „Sommernachtsfantasie“.

Mit Kevin Bacon, Matt Dillon, Neve Campbell, Theresa Russell, Denise Richards, Robert Wagner, Bill Murray

Wiederholung: ZDF, Dienstag, 24. Juli, 00.35 Uhr

 


TV-Tipp für den 22. Juli

Juli 21, 2007

3sat, 23.45

Du lebst noch 105 Minuten (USA 1948, R.: Anatole Litvak)

Drehbuch: Lucille Fletcher (nach ihrem Hörspiel)

Die vermögende, bettlägerige Leona Stevenson hört zufällig ein Telefongespräch mit, in dem ein Mord verabredet wird. Sie versucht den Mord zu verhindern. Dabei ahnt sie nicht, dass sie das Opfer ist.

Spannender Noir-Thriller, der gerade wegen seiner genial einfachen Grundidee auch fast sechzig Jahre nach der Premiere beim wiederholten Sehen immer wieder spannend ist.

Das Drehbuch war 1949 für den Edgar als bestes Drehbuch nominiert.

Mit Barbara Stanwyck, Burt Lancaster, Wendell Corey, Ed Begley


TV-Tipp für den 21. Juli

Juli 20, 2007

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Das Vierte, 22.05

Carlito’s Way (USA 1993, R.: Brian De Palma)

Drehbuch: David Koepp

LV: Edwin Torres: Carlito’s Way, 1975 und After Hours, 1979 (auf Deutsch zum Filmstart als Doppelband „Carlito’s Way“ bei Heyne erschienen)

Drogenhändler Carlito Brigante wird vorzeitig aus der Haft entlassen und will fortan ehrlich bleiben. Aber er hat nicht mit den Umständen und seinem Anwalt gerechnet.

Machen wir es kurz: De Palmas Period-Picture der Siebziger ist ein grandioser Gangsterfilm

Mit Al Pacino, Sean Penn, Penelope Ann Miller, Luis Guzman, Viggo Mortensen

Davor gibt es ab 20.15 Uhr “AFI Life Achievement Award: A Tribute to Al Pacino”. Die Gala des American Film Institute, in der Al Pacino für sein Lebenswerk geehrt wurde, war am 7. Juni in Los Angeles.


TV-Krimi-Buch-Tipps online

Juli 20, 2007

Welche verfilmten Kriminalromane laufen die kommenden zwei Wochen im Fernsehen? Die gewohnt liebevoll bebilderte Auflistung gibt es hier.

Als Appetitanreger das Intro:

Hallo liebe Krimifreunde,
herzlich willkommen zu zwei bluttriefenden Wochen mit Edgar Wallace, Henning Mankell und Dashiell Hammett. Von letzterem gib es den abschließenden Teil des „Fluches des Hauses Dain“ und den auch in der x-ten Wiederholung vergnüglichen „Dünnen Mann“. Zu den empfehlenswerten Filmen der kommenden Tage gehören Brian De Palmas Edwin Torres-Verfilmung „Carlito’s Way“ (mit Al Pacino), Lynda La Plantes „Heißer Verdacht“-Serie, Don Siegels Glendon Swarthout-Verfilmung „Der letzte Scharfschütze“ (auch der letzte John Wayne-Film), Wim Wenders Patricia Highsmith-Verfilmung „Der amerikanische Freund“, René Clements Highsmith-Verfilmung „Nur die Sonne war Zeuge“, Paul Schrades viel zu unbekannte Elmore Leonard-Verfilmung „Touch – Der Typ mit den magischen Händen“, Alfred Hitchcocks Victor Canning-Verfilmung „Familiengrab“ (der letzte Film des Meisters), John Boormans John le Carré-Verfilmung „Der Schneider von Panama“, Philip Noyces Graham Greene-Verfilmung „Der stille Amerikaner“, Bertrand Taverniers Georges Simenon-Verfilmung „Der Uhrmacher von St. Paul“ (Arte wiederholt) und seine grandiose Jim Thompson-Verfilmung „Der Saustall“.
Für die Filmenthusiasten gibt es bei 3sat einen kleinen Edgar G. Ulmer Abend mit der Doku „Edgar G. Ulmer – der Mann im Off“ und seinem bekanntesten Film „Die schwarze Katze“.
 


TV-Tipp für den 20. Juli

Juli 19, 2007

Das Vierte, 22.20

Bad Company (USA 1995, R.: Damian Harris)

Drehbuch: Ross Thomas

Ex-Geheimagent Nelson Crowe heuert bei dem privaten Dienstleister “Grimes” an. „Grimes“ benutzt die während des Kalten Krieges erworbenen Fähigkeiten der Geheimagenten für neue Ziele. Schnell wird Crowe in ein nicht nur für ihn verwirrendes Spiel um Erpressung und Mord verwickelt.

Wäre wahrscheinlich als Roman besser gewesen.

Mit Laurence Fishburne, Ellen Barkin, Frnak Langella

Hinweise:

Meine Besprechung von „Umweg zur Hölle“ (Chinaman’s Chance, 1978) von Ross Thomas

Meine Besprechung von „Gottes vergessene Stadt“ (The Fourth Durango, 1989) von Ross Thomas

Alexander Verlag: Der deutsche Verlag von Ross Thomas


Spannender Gerichtskrimi aus Deutschland

Juli 19, 2007

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„Die deutsche Antwort auf John Grisham“ sagt der Verlag ganz unbescheiden. Das weckt bei mir, weil ich kein Grisham-Fan bin, kein besonderes Interesse. Der Autor ist auch noch Richter. Haben wir nicht schon aus Amiland genug schreibende Juristen? Muss jetzt auch noch ein Deutscher dicke Gerichtsthriller schreiben? Aber dann wird mir „Zug um Zug“ von Andreas Hoppert wärmstens empfohlen, das Buch wird aus dem Stapel gezogen und die ersten Seiten sind gelungen.

Kurz vor Feierabend taucht bei Marc Hagen ein neuer Klient auf. Hasso von Neuendorff heißt er und nach Hagens Ansicht ist er ein Arschloch. Aber er kann ihn, den Juristen mit entzogener Lizenz, und seine Chefin, die Alkoholikerin Dr. Irene von Kleist, bezahlen. Also verteidigen sie von Neuendorff entsprechend seinen Wünschen gegen den berechtigten Vorwurf der Wilderei. Von Neuendorff kommt mit einer Geldstrafe davon und ist sehr zufrieden mit den Beiden, obwohl von Kleist nicht zur Verhandlung erschien und Hagen ihn über eine Ausnahmegenehmigung vertreten musste.

Kurz darauf wird von Neuendorff verhaftet. Er soll seine Freundin Barbara Beck erschossen haben. Er beauftragt von Kleist und Hagen mit seiner Verteidigung. Die Anklage ist überzeugend, aber Hagen findet Zeugen, die ihren Klienten entlasten.

Soweit, so vertraut. Aber „Zug um Zug“ ist nicht „Ein Fall für zwei“. Höchstens bei den ersten Fällen von Anwalt Renz und seinem Detektiv Matula waren die Klienten ähnlich zwiespältig. Doch das war vor über zwanzig Jahren.

Denn von Neuendorff sagte vor der Mordanklage zu Hagen: „Wenn jeder weiß, was geschehen ist, aber man dem Täter trotzdem nichts anhaben kann. Das ist es, was ich unter einem perfekten Mord verstehe.“ Er ist Großmeister im Schach – was ihn dazu befähigt, weit vorausschauende Pläne zu machen -, Hoppert gab seiner Geschichte den Titel „Zug um Zug“, strukturierte die Geschichte in vier, Schachspielern geläufige, Teile – Vorbereitung, Eröffnung, Mittelspiel und Endspiel – und erklärte die einzelnen Phasen des Spiels mit Zitaten aus „Meyers Schachlexikon“.

Außerdem lässt die Wahl des in Mordklagen vollkommen unerfahrenen, anwaltlichen Katastrophenduo von Kleist/Hagen beim Leser alle Alarmglocken schrillen und kaum an der Schuld von Neuendorffs zweifeln.

Doch dann findet Hopperts Held Hagen immer wieder genügend Beweise für die Unschuld ihres Klienten und es erscheint auch für uns denkbar, dass von Neuendorff hereingelegt wurde. Schließlich gibt irgendjemand der Polizei immer wieder anonyme Hinweise, die von Neuendorff schwer belasten und die Anklage nimmt diese Beweise ohne eine weitere Prüfung gerne in ihre Beweisführung auf. Dieser Tippgeber könnte der Mörder sein.

Während Andreas Hoppert noch die be- und entlastenden Indizien und Aussagen für von Neuendorffs Schuld präsentiert, jagt er uns durch die Feinheiten des deutschen Rechts und der Rechtssprechung. Dieser, etwa die Hälfte des Romans einnehmende Teil, ist spannend erzählt und steht den aus US-amerikanischen Thrillern bekannten Gerichtsverfahren und Tricks in Nichts nach.

Erst auf den letzten Seiten, dem schachtechnisch gesprochen „Endspiel“ verlässt Hoppert der Mut. Denn hier führt er, wenn wir im Spielduktus bleiben, einen neuen Spieler ein und er wechselt das Brett. Das ist aber nur ein kleiner Schönheitsfehler bei einem ansonsten gelungenen Gerichtsthriller.

Insofern ist der Vergleich mit John Grisham nicht vollkommen falsch. Für mich ist Andreas Hoppert eine der Entdeckungen des Jahres.

 

Andreas Hoppert: Zug um Zug

Grafit, 2006

352 Seiten

9, 95 Euro

 

Weitere Informationen:

Grafit-Verlag: Interview mit Andreas Hoppert zu „Zug um Zug“: http://intra.grafit.de/archive/upload/buecher_interview_45000176.pdf


TV-Tipp für den 19. Juli

Juli 19, 2007

3sat, 23.20

Die seltsame Liebe der Martha Ivers (USA 1946, R.: Lewis Milestone)

Drehbuch: Robert Rossen, Robert Riskin (ungenannt)

LV: John Patrick (als Jack Patrick): Love Lies Bleeding (Kurzgeschichte)

Martha Ivers ist die Herrin der Stadt. Nach zwanzig Jahren taucht ihr Jugendfreund Sam wieder auf und mit ihm ihre unrühmliche Vergangenheit.

Anscheinend wurde „Die seltsame Liebe der Martha Ivers“ nach der deutschen Erstaufführung 1989 nicht mehr im TV gezeigt. Warum nur, wenn jeder drittklassige Krimi fast im Wochentakt läuft? Denn „Die seltsame Liebe der Martha Ivers“ scheint ein gelungener Noir zu sein. Jedenfalls sagt das Lexikon des internationalen Films: „Ein düsterer, fatalistischer „film noir“, der gegenseitige Abhängigkeiten und psychische Ausweglosigkeit anspricht und inszenatorisch ein morbides Klima von beklemmender Intensität schafft. Schauspielerisch perfekt.“

Mit diesem Film begann die Filmkarriere von Kirk Douglas.

Mit Barbary Stanwyck, Van Heflin, Kirk Douglas


Keine Geheimnisse, trotzdem spannend

Juli 17, 2007

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„Was ist Spannung?“, fragte dpr vor einigen Tagen in die Runde. Ich schrieb, Larry Beinhart zitierend, Spannung sei „die Ankündigung – oder Drohung, Verlockung oder Andeutung -, dass etwas geschehen wird.“

Ein gelungenes Beispiel für Beinharts These liefert H. R. F. Keating mit „Inspector Ghote reist 1. Klasse“. Dieser Kriminalroman hat keine Toten, keine wilden Verfolgungsjagden (naja, einmal muss Inspector Ghote einem Zug nachlaufen), keine Action und auch kein Rätsel. Denn das Ende ist von der ersten Zeile an offensichtlich.

Und trotzdem ist diese fast vierzig Jahre alte Geschichte spannend. Das liegt an der genial einfachen Konstruktion der Geschichte.

Inspector Ghote soll in Kalkutta den verhafteten Schwindler Battacharya abholen. Ghote beschließt mit dem Zug von Bombay nach Kalkutta zu fahren. Die Times of India bringt eine kleine Meldung mit einem Bild von Ghote. Ganz in der Nähe von Ghotes Büro liest der Schwindler Battacharya – in Kalkutta wurde der falsche Mann verhaftet – die Meldung und er beschließt, incognito mit Inspector Ghote zu reisen. Er verkleidet sich und setzt sich neben den nichts ahnenden Inspector Ghote.

Die gesamte Hinfahrt wird von der Frage beherrscht, wie (dass Ghote Battacharya enttarnt ist klar) er den Schwindler enttarnt.

Am Ende der Fahrt verhaftet Ghote Battacharya. In diesem Moment sind wir genau in der Mitte der des Romans. In der zweiten Hälfte schildert Keating die Rückfahrt. Jetzt will Battacharya flüchten. Außerdem soll Ghote ihn zu einem Geständnis bewegen.

Am Ende der Fahrt kann Ghote den Schwindler seinen Kollegen übergeben.

Das ist die auf knapp 200 Seiten erzählte Geschichte.

Auch das Ende – immerhin hat niemand ernsthaft geglaubt, dass Ghote den Bösen entwischen oder sich von ihm korrumpieren lässt – ist absolut nicht überraschend, aber befriedigend.

Warum ist das so?

Keating, einer der Großen der britischen Kriminalliteratur und langjähriger Krimikritiker der „Times“, beherrscht die Grundlagen. Gleich auf der ersten Seite verspricht er uns ein Duell zwischen einem kleinen, unauffälligen Inspector, der Stolz darüber ist, dass sein Bild in der Zeitung erschien, und einem begnadeten, aber überheblichen Schwindler. Es ist ein Kampf zwischen David und Goliath, der für Ghote noch aussichtsloser ist, weil Battacharya ihn einfach nur düpieren will. Ghote hat eigentlich keine Chance zu gewinnen.

Als Leser verfolgen wir die erste Runde des Duells. In ihm muss Ghote Battacharya enttarnen. Weil er ein guter Beobachter ist, gelingt es ihm. Auf der Rückfahrt muss er eine Flucht verhindern. Auch hier hat Battacharya wieder ein vollkommen anderes, ebenso genau definiertes Ziel. Er will flüchten. Dabei ist er, im Gegensatz zu dem unbeholfenen, gewöhnlichen Ghote, ein welterfahrener Charmeur. Die Mitreisenden lassen sich gerne von ihm blenden. Außerdem behauptet Battacharya, dass er Verbündete habe, die ihm helfen würden. Kurz: Ghote ist bei dieser langen Zugfahrt vollkommen auf sich allein gestellt.

Als Leser wollen wir jetzt wissen, wie Ghote die Flucht von Battacharya verhindert.

Dabei können wir nur auf eines Vertrauen: H. R. F. Keating als Lokführer wird uns sicher zum Ziel bringen.

Und das ist das Geheimnis von Spannung: Am Anfang verspricht uns der Autor ein spannendes Abenteuer. Wir folgen ihm. Und am Ende bringt er uns wieder sicher zurück. Er löst das anfangs gegebene Versprechen auf eine abenteuerliche Zugfahrt ein.

 

 

H. R. F. Keating: Inspector Ghote reist 1. Klasse

(übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti)

Unionsverlag, 2007

192 Seiten

9,90 Euro

 

 

Originalausgabe:

Inspector Ghote goes by train

Collins, London, 1971

 

 

Deutsche Erstausgabe:

Inspector Ghote reist 1. Klasse

Rowohlt, 1975

 

 

Die Übersetzung wurde für die aktuelle Ausgabe überarbeitet und ergänzt.

 

 

Weitere Informationen:

Unionsverlag über Keating:

http://unionsverlag.ch/info/person.asp?pers_id=1750

Krimi-Couch über Keating:

http://www.krimi-couch.de/krimis/h-r-f-keating.html

Wikipedia (englisch) über Keating:

http://en.wikipedia.org/wiki/H._R._F._Keating

H. R. F. Keating empfiehlt 100 Kriminalromane: http://www.classiccrimefiction.com/keating100.htm

Das Zitat von Larry Beinhart ist aus seinem empfehlenswerten Buch „Crime – Kriminalromane und Thriller schreiben“ (How to write a Mystery, 1996)


TV-Tipp für den 18. Juli

Juli 17, 2007

WDR, 00.15

Die Freunde der Freunde (D 2002, R.: Dominik Graf)

Drehbuch: Markus Busch, Dominik Graf

LV: Henry James

Die Freuden, Zweifel und Irrwege der ersten Liebe – wundervoll stimmig inszeniert von Dominik Graf. Der Film erhielt den TV Movie Award und den Grimme Preis.

„Diese Verbindung einer Liebesgeschichte voller Sehnsucht, Romantik und Unerreichbarkeit mit einer glasklaren Gespenstergeschichte fasziniert mich. (…) Das Übersinnliche spielt sich bei [James] unter der Oberfläche ab, im zwischenmenschlichen Bereich, der unausgesprochen bleibt. Dies mit Bildern und Assoziationen zu füllen ist überaus spannend.“ (Dominik Graf, Katalog Filmfest München)

Mit Sabine Timoteo, Matthias Schweighöfer, Florian Stetter, Jessica Schwarz

Jump-Cut-Besprechung:

http://jump-cut.de/filmkritik-diefreundederfreunde.html


Neue Spurensuche online

Juli 17, 2007

„Pack diese Krimis ein!“ heißt meine vierzigste Spurensuche und, wie der Titel verrät, habe ich dieses Mal nur Leseempfehlungen für die schönsten Tage des Jahres:

 

Wolfgang Brenner: Bollinger und die Friseuse, 2007

James Crumley: Land der Lügen (The Final Country, 2001)

Horst Eckert: Königsallee, 2007

Gunter Gerlach: Engel in Esslingen, 2007

Lee Goldberg: Mr. Monk und die Feuerwehr (Mr. Monk goes to the Firehouse, 2006)

Lee Goldberg: Mr. Monk besucht Hawaii (Mr. Monk goes to Hawaii, 2006)

Steve Hamilton: Blind River (Ice Run, 2004)

Ed McBain (Hrsg.): Die hohe Kunst des Mordens (Transgressions, 2005)

David Peace: 1974 (Nineteen Seventy Four, 1999)

David Peace: 1977 (Nineteen Seventy Seven, 2000)

David Peace: 1980 (Nineteen Eighty, 2001)

Ross Thomas: Umweg zur Hölle (Chinaman’s Chance, 1978)

Elmore Leonard: Up in Honey’s Room, 2007

Donald E. Westlake: What’s so funny?, 2007

Daniel Woodrell: Winter’s Bone,  2006

Michael Connelly: Der Mandant (The Lincoln Lawyer, 2005)


TV-Tipp für den 17. Juni

Juli 17, 2007

ARD, 22.45

Im Schatten der Blutrache (D 2007, R.: Jana Matthes, Andrea Schramm)

Spielfilmlange Doku über eine Blutrache in Deutschland unter zwei kurdischen Familien. Alles beginnt damit, dass die mehrfache Mutter Gülnaz ihren gewalttätigen Ehemann nach 22 Ehejahren verlässt. Sie will die Scheidung. Er will seine Ehre wiederherstellen.

„Im Schatten der Blutrache“ gibt „bedrückende Einblicke in Lebensrealitäten mitten in Deutschland (…) Über zwei Jahre haben die Autorinnen die Familie von Gülnaz in langen Einstellungen mit der Kamera begleitet und die Blutfehde unter zwei kurdischen Familien protokolliert. Entstanden ist das Porträt einer Welt, die archaische  Werte reproduziert und Abweichungen gnadenlos bestraft.“ (Rainer Braun: Tödliches Ehrgefühl in Berliner Zeitung, 17. Juni 2007)

Pressemappe zum Film


Kleinkram: ein Mafia-Killer, ein Schweigen, ein Interview und fünf mögliche Harry Potter-Enden

Juli 16, 2007

Ein kleines Update zur Lebensgeschichte von Giorgio „Engelsgesicht“ Basile.

Ludger Menke erklärt mir im Krimiblog, warum mir das neueste Buch von Jan Costin Wagner „Das Schweigen“ nicht gefallen wird. Danke!

Marcus Sakey beantwortet im Monday Interview bei Things I’d rather be doing einige Fragen. Sakeys Debüt „Der Blutzeuge“ (The Blade Itself, 2007) ist jetzt bei Goldmann auf Deutsch erschienen und ich will es die Tage lesen.  Nachdem Ken Bruen, Lee Child, T. Jefferson Parker, George Pelecanos und zahlreiche vertrauenswürdige Kritiker das Buch loben, erwarte ich einiges von dieser Rachegeschichte.

Sie wollen wissen, wie der neue Harry Potter endet? Hier gibt es fünf mögliche Enden. Allan Guthrie hat auch mitgeschrieben. JK Rowling nicht.


Ein bisschen Luxus – Kapitel 9 online

Juli 16, 2007

Das Abenteuer geht weiter.


TV-Tipp für den 16. Juli

Juli 16, 2007

Tele 5, 22.00

Heißer Verdacht: Aktion Soko – Teil 1 (GB 1993, R.: David Drury)

Drehbuch: Lynda La Plante

Im Apartment eines Transvestiten wird die Leiche eines Callboys gefunden. Jane Tennison ermittelt.

Ursprünglich war „Heißer Verdacht“ nur als Zweiteiler von jeweils 100 Minuten geplant. Aber der große Erfolg bei Publikum und Kritik führte zu sechs weiteren, ebenso erfolgreichen Folgen. Denn die Filme zeichnen ein realistisches Bild der Polizeiarbeit, sind spannende Thriller mit exzellenten Drehbüchern und außergewöhnlichen Leistungen der Schauspieler (wobei natürlich Helen Mirren im Zentrum der Aufmerksamkeit steht) und sie sind treffende Beschreibungen der englischen Gesellschaft und ihrer Probleme in den Neunzigern. Halt alles das, was deutschen Krimis oft fehlt.

Wie die vorherigen „Heißer Verdacht“-Krimis wurde auch die dritte Doppelfolge für zahlreiche wichtige Preise nominiert und erhielt etliche. Lynda La Plantes wurde Drehbuch für den Edgar Allan Poe Preis und den Emmy nominiert.

Tele 5 zeigt montags die in den Neunzigern gedrehten „Heißer Verdacht“-Filme.

Mit Helen Mirren, Peter Capaldi, David Thewlis, Tom Bell

Wiederholung um 01.55 Uhr

Teil 2 am Montag, den 23. Juli 2007, um 22.05 Uhr (Wiederholung um 02.00 Uhr)

Homepage von Lynda La Plante:

http://www.laplanteproductions.com/


Private Eye Writers of America geben Shamus-Nominierungen bekannt

Juli 15, 2007

Die Private Eye Writers of America (PWA) haben am Freitag die Shamus-Nominierungen bekanntgegeben. Der Preis wird am 28. September 2007 erliehen.

Die Nominierten sind:

Bestes Hardcover:

• Ken Bruen: The Dramatist (St. Martin’s Minotaur)

• Daniel Judson: The Darkest Place (St. Martin’s Minotaur)

• Ken Kuhlken: The Do-Rei-Me (Poisoned Pen Press)

• Marcia Muller: Vanishing Point (Mysterious Press)

• Kris Nelscott: Days of Rage (St. Martin’s Minotaur)

 

Bestes Taschenbuch:

• Lori G. Armstrong: Hallowed Ground (Medallion Press)

• Pete Hautman: The Prop (Simon & Schuster)

• P. J. Parrish: An Unquiet Grave (Pinnacle)

• Paco Ignacio Taibo II/Subcomandante Marcos: The Uncomfortable Dead (Übersetzt von Carlos Lopez) (Akashic Books)

• Brian M. Wiprud: Crooked (Dell)

 

Bestes Debüt:

• Mike Doogan: Lost Angel (Putnam)

• Jack Frederickson: A Safe Place for Dying (St. Martin’s Minotaur)

• Steve Hockensmith: Holmes on the Range (St. Martin’s Minotaur)

• Declan Hughes: The Wrong Kind of Blood (Morrow)

• George D. Shuman: 18 Seconds (Simon & Schuster)

 

Beste Kurzgeschichte:

• Mitch Alderman: Sudden Stop (Alfred Hitchcock’s Mystery Magazine [AHMM], November 2006)

• O’Neil De Noux: The Heart Has Reasons (AHMM, September 2006)

• Loren D. Estleman: Square One (AHMM, November 2006)

• Bill Pronzini: Devil’s Brew (Ellery Queen Mystery Magazine, December 2006)

• Bruce Rubenstein: Smoke Got in My Eyes (from Twin Cities Noir, edited by Julie Schaper; Akashic Books)

 

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