Im Gegensatz zu den vielen Pseudo-Trilogien kann in diesem Fall wirklich von einer Trilogie gesprochen werden. Auch wenn es sich primär um Werbesprech handelt und nichts dagegen spricht, dass Tarik Saleh noch ein, zwei, drei im heutigen Ägypten spielende Polit-Thriller inszeniert. Denn jeder seiner jetzt zur Kairo-Trilogie zusammengefassten Filme erzählt eine vollkommen eigenständige Geschichte erzählt. Jeder Noir-Thriller beleuchtet einen anderen Respekt der Realität. Keine Figur tritt in mehr als einem Film auftritt. Dafür spielt Fares Fares in jedem Film der Kairo-Trilogie mit. In „Die Nile Hilton Affäre“ und in „Eagles of the Republic“ ist er der Hauptdarsteller. In „Die Kairo Verschwörung“ ein wichtiger Nebendarsteller. In „Die Nile Hilton Affäre“ geht es um einen Mord in dem titelgebendem Nobelhotel und einen Kommissar, der bei seinen Ermittlungen in das sprichwörtliche Wespennest sticht. In „Die Kairo Verschwörung“ stolpert ein junger Religionsstudent in den skrupellos geführten Kampf um die Nachfolge des Imans an der Al-Azhar-Universität und ein Regierungsbeamter versucht, einen Spitzel in das verschlossene Auswahlgremium installieren.
In „Eagles of the Republic“ wird der in jeder Beziehung freizügig lebende Filmstar Georges Fahmy (Fares Fares) von der Regierung mit sanfter Gewalt gezwungen, in einem den ägyptischen Staatspräsidenten Al-Sisi verherrlichendem Biopic die Hauptrolle zu übernehmen. Penibel überwacht werden die Dreharbeiten von dem Regierungsbeamten Dr. Mansour (Amr Waked). Er zieht Fahmy immer tiefer in eine politische Intrige, die er nicht überblickt.
Tarik Saleh gelingt ein über weite Strecken überzeugendes Porträt eines sich bislang aus der Politik und der Religion heraushaltenden Schauspielers und wie es dem diktatorischem Regime gelingt, ihn gefügig zu machen und für ihre eigenen Interessen einzusetzen. Fahmy hält sich zunächst aufgrund seines Erfolgs beim Publikum für unangreifbar. Er ist der größte Star des Landes. Was soll ihm schon passieren? Aber sein Lebensstil mit Alkohol, Drogen und Frauen, also allem, was den religiösen Sittenwächtern missfällt, bietet Angriffspunkte. Üble Nachrede und der Entzug von Rollen erledigen den Rest. Ruhig und konzentriert erzählt Salen von Fahmys erfolglosem Widerstand gegen das Regime und wie er versucht, während der Dreharbeiten gute Arbeit zu leisten. Das Regime will dagegen nur ein unkritisches Propaganda-Biopic.
Wenn Fahmy später in ein Komplott verwickelt wird, wird die Geschichte zunehmend verwirrend und uninteressant. Verschiedene, möglicherweise verfeindete Fraktionen innerhalb des Regimes agieren mit nebulösen Absichten und Plänen mehr oder weniger gegeneinander. Fahmy soll in ihrem Spiel, ohne sein Wissen, eine Rolle übernehmen. Aber es ist unklar, wie wichtig er für das Gelingen des Komplotts ist. Diese Verwirrung trägt sicher zu dem Gefühl bei, dass „Eagles of the Republic“ zu lang ist. Ohne dieses Komplott oder wenn Saleh es klarer präsentiert hätte, wäre „Eagles of the Republic“ ein besserer Noir über einen Schauspieler, der gezwungen wird, für ein repressives Regime zu arbeiten.
P. S.: Gelungenes Plakat.

Eagles of the Republic (Eagles of the Republic, Schweden/Frankreich/Dänemark/Deutschland 2025)
Regie: Tarik Saleh
Drehbuch: Tarik Saleh
mit Fars Fares, Lyna Khoudri, Zineb Triki, Amr Waked, Cherien Dabis, Ahmed Khairy, Nael, Sherwan Haji, Suhaib Nashwan
Länge: 129 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
–
Hinweise
Filmportal über „Eagles of the Republic“
Moviepilot über „Eagles of the Republic“
Metacritic über „Eagles of the Republic“
Rotten Tomatoes über „Eagles of the Republic“
Wikipedia über „Eagles of the Republic“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Tarik Salehs „The Contractor“ (The Contractor, USA 2022)
Veröffentlicht von AxelB