Seit vierzig Jahren sind Lore (Dagmar Manzel) und Harry (Joachim Król) miteinander verheiratet. Die Tochter ist aus dem Haus – und lädt sie zu ihrer dritten Hochzeit ein. Harry genießt inzwischen das Leben als Pensionär zwischen Gartenpflege und Bierkonsum. Lore arbeitet noch in der Bibliothek und organisiert Lesungen mit, unter anderem, Clemens Meyer und Christoph Hein. Aber soll das alles gewesen sein? Und Warum bleibt man nach vierzig Jahren Ehe immer noch zusammen?
Während Andreas Dresen, nach einem von ihm und Laila Stieler geschriebenem Drehbuch, die beiden leise groß aufspielenden Hochkaräter Joachim Król und Dagmar Manzel lustvoll miteinander zanken lässt, wird schnell die tiefe Verbundenheit zwischen ihnen deutlich. Sie gehören zusammen. Damals und heute immer noch.
„Alte Liebe“ ist ein zwischen Küche und kleinem Wohnzimmer spielendes Zwei-Personen-Stück. Das Kammerspiel wirkt dabei nie wie ein irrtümlich ins Kino gekommenes Fernsehspiel, sondern, dank seiner beiden Hauptdarsteller und den Bildern, immer wie ein für die große Leinwand inszenierter Kinofilm.
Für Laila Stieler und Andreas Dresen ist „Alte Liebe“ nach den auf Tatsachen beruhenden Dramen „Gundermann“, „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ und „In Liebe, eure Hilde“ ein kleiner Film. Er ist eine gelungene Entspannungsübung über den Sinn des Lebens und lebenslanger Partnerschaften, wie die zwischen Dresen und Stieler. Sie lernten sich 1985 kennen und arbeiteten bei neun Langfilmen zusammen.
Ihr neuester, gewohnt sehenswerter und gelungener Film richtet sich vor allem an ältere Menschen, die vor den gleichen Fragen wie Harry und Lore stehen.

Alte Liebe (Deutschland 2026)
Regie: Andreas Dresen
Drehbuch: Laila Stieler, Andreas Dresen
LV: Elke Heidenreich/Bernd Schroeder: Alte Liebe, 2009
mit Dagmar Manzel, Joachim Król, Anna von Seld, Liane Düsterhöft, Christoph Hein, Clemens Meyer
Länge: 110 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
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Hinweise
Meine Besprechung von Andreas Dresens „Als wir träumten“ (Deutschland/Frankreich 2015)
Meine Besprechung von Andres Dresens „Gundermann“ (Deutschland 2018)
Meine Besprechung von Andres Dresens „In Liebe, eure Hilde“ (Deutschland 2024)
Veröffentlicht von AxelB