TV-Tipp für den 21. August: Männer, die auf Ziegen starren

August 20, 2015

3sat, 22.35

Männer, die auf Ziegen starren (USA 2009, Regie: Grant Heslov)

Drehbuch: Peter Straughan

LV: Jon Ronson: The men who stare at goats, 2004 (Durch die Wand; Männer, die auf Ziegen starren)

Ein Journalist hört von einer Armeeeinheit, die ihre Gegner mit gewaltfreien, teils übersinnlichen Methoden bekämpft. Er macht sich auf die Suche nach ihr.

Die Story von „Männer, die auf Ziegen starren“ klingt erfunden, ist aber wahr und der Film folgt dem Sachbuch erstaunlich genau.

Köstlich durchgeknallte Militärsatire (alles weitere in meiner ausführlichen Besprechung von Buch und Film).

mit George Clooney, Ewan McGregor, Jeff Bridges, Kevin Spacey, Stephen Lang, Robert Patrick, Waleed Zuaiter, Stephen Root, Glenn Morshower

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Männer, die auf Ziegen starren“

Metacritic über “Männer, die auf Ziegen starren”

Rotten Tomatoes über “Männer, die auf Ziegen starren”

Wikipedia über “Männer, die auf Ziegen starren” (deutschenglisch)

Homepage von Jon Ronson

Den of Geek: Interview mit Jon Ronson (5. November 2009)

UGO: Interview mit Jon Ronson (6. November 2009)

Homepage des 1st Earth Battalion

Meine Besprechung von Jon Ronsons “Männer, die auf Ziegen starren” (The men who stare at Goats, 2004)

Meine Besprechung von Jon Ronsons “Die Psychopathen sind unter uns – Eine Reise zu den Schaltstellen der Macht” (The Psychopath Test – A Journey through the Madness Industry, 2011)


Neu im Kino/Filmkritik: Die Science-Fiction-Bruchlandung „After Earth“

Juni 6, 2013

 

Derzeit hat „After Earth“ bei Rotten Tomatoes einen desaströsen Frischegrad von 12 Prozent. Dabei ist der Film nicht so schlecht. Als Teenager hätte mir die Reise von Kitai Raige, dem jugendlichen Helden, vielleicht sogar ziemlich gut gefallen.

Aber meine Teenagerjahre liegen schon einige Zeit zurück – und da fällt mir die arg biedere, um nicht zu sagen proto-faschistoide Übermenschenideologie, die dumpf autoritär-militaristische Struktur der Gesellschaft und der Familie Raige und das gesamte Plotting, das locker aus einem Fünfziger-Jahre-Science-Fiction-Film stammen kann, doch schon sehr unangenehm und, je länger ich darüber nachdenke, immer unangenehmer auf. In den USA wird „After Earth“, das neueste Werk von Vater Will Smith und Sohn Jaden Smith vor allem mit der „Scientology“-Lehre, die ja von dem Fünfziger-Jahre-Science-Fiction-Autor L. Ron Hubbard erfunden wurde, verglichen. In Szene gesetzt wurde das Werk von „The Sixth Sense“ M. Night Shyamalan, nach einer Geschichte des Produzenten Will Smith, der ein neues Vater-Sohn-Projekt suchte und die ursprüngliche Idee, in der in der Gegenwart Vater und Sohn sich gemeinsam durch Alaska schlagen, klingt gut. Aber dann verlegte er die Geschichte in die Zukunft und aus einem kleinen Film wurde ein 130 Millionen Dollar teures Projekt.

Dabei ist die in einem Jahrtausend spielende Filmgeschichte, eine banale Heldenreise, zwar doof, aber okay und in den richtigen Händen kann daraus ein großartiges Werk werden. Es ist die mitgelieferte Ideologie und die entworfene Welt, die wie ein liebloses Patchwork aus Fünfziger-Jahre-Science-Fiction-Filmen wirkt. Mit einer eigens entworfenen Mythologie, die in einer dreihundertseitigen Bibel niedergeschrieben wurde, in der alles steht, was wir nie über die „After Earth“-Welt wissen wollten, sollte wohl die Grundlage für ein künftiges „Krieg der Sterne“-Universum gelegt werden. Im Film wird sie in den ersten Minuten von „After Earth“ ziemlich lustlos in ein, zwei Minuten abgehandelt und dann vergessen. Im Presseheft erfährt man zwar mehr über diese Welt, aber zum Verständnis des Films ist nichts von diesem pompösen Weltenentwurf nötig und wenn man diese Zukunft mit unserer Gegenwart vergleicht, ist die „After Earth“-Welt merkwürdig inkonsistent. Denn während die „After Earth“-Menschen in Raumschiffen durch die Galaxie fliegen können, sind sie aus ungeklärten Gründen nicht in der Lage Planeten, auf denen es keine menschenvernichtenswütigen Monster gibt, zu besiedeln. In den Räumen herrscht ein altrömischer Retro-Schick. Die Medizin ist auf dem Stand von ungefähr 1950 stehen geblieben, wie wir an dem amputierten Bein eines Soldaten sehen können, und als Waffe gegen die Monster wird ein Schwert mit zwei Klingen verwandt, das schon vor einigen Jahrhunderten bei den Samurais gute Dienste leistete und hier etwas aufgepeppt wurde. Schusswaffen scheint es in dieser Welt nicht zu geben. Auch nicht für Soldaten…

Noch schlimmer als diese anachronistische Zukunftswelt (wenn „After Earth“ um die Jahrhundertwende spielen würde, könnte man es Steampunk nennen) ist die Ideologie, die einem aufgetischt und nicht einmal hinterfragt wird: „Fear is not real. It is a product of thoughts you create. Do not misunderstand me. Danger is very real. But fear is a choice.“

Yep. Zeige keine Gefühle, dann kannst du alles besiegen – und nur jemand, der keine Angst kennt, ist ein wahrer Mensch. Vergiss das ganze Gedöns von Menschlichkeit, Humanismus und Mitgefühl.

Das ist schon ein schwerer ideologischer Brocken, der humorlos in pathosgetränkten Bildern präsentiert wird; vor allem wenn Kitai sich mal wieder hinkniet und Kraft für seine Aufgabe sammelt. Kitai muss sich in „After Earth“ oft hinknien. Denn sein Vater Cypher (Will Smith), ein legendärer, legendär unbesiegbarer Kämpfer und General der United Ranger Corps, hat ihn auf einem Flug zu einem Trainingsplaneten mitgenommen. Auf dem Flug geraten sie in einen Meteoritenschwarm und müssen auf der seit tausend Jahren unbewohnten Erde (obwohl es auch irgendein Dschungelplanet in einer weit, weit entfernten Galaxie sein könnte), mit einer veritablen Bruchlandung, die das gesamte Raumschiff schrottet, notlanden. Inzwischen zählt der Planet, nach dem Ranger-Handbuch, zu den besonders gefährlichen Planeten, auf denen jedes Lebewesen Menschen umbringen will.

Bei der Notlandung sterben alle Passagiere, bis auf Kitai und den schwerverletzten Cypher. Weil das Notrufsignal nur von Hand ausgelöst werden kann (anscheinend haben sich automatische Notrufsignale, wie es sie inzwischen auch in normalen PKWs gibt, nicht bewährt), muss Kitai zum hundert Kilometer entfernten Heck des Schiffs gehen. Dort gibt es einen zweiten Notrufsender.

Weil vielleicht der im Heck des Raumschiffs transportierte Ursa, eine von bösen Aliens geschaffene Kreatur, die wie eine Mischung aus Dinosaurier und „Alien“-Monster aussieht, entkommen ist und der einfach alles frisst, was Angst hat, ist die Wanderung für Kitai besonders gefährlich.

Auf dem Weg zum Raumschiffheck erlebt er einige Abenteuer, die wir so schon in etlichen Dschungelfilmen gesehen haben. Denn der Junge begegnet verschiedenen, meist riesigen, Tieren, die allerdings oft merkwürdig desinteressiert an ihm sind. Kitai, der unbedingt ein großer Krieger werden will, befolgt während der Wanderung, wie es sich für eine guten Soldaten und guten Sohn gehört, brav die Anweisungen seines Vaters, der mit ihm über Funk verbunden ist.

Deshalb ist für Kitai diese mehrtägige Wanderung, die er ohne den Hauch eines Zweifels besteht, nur die Vollendung seiner Ausbildung als künftiges Mitglied der Elitesoldaten, die ihre Befehle und den Millitär-Ethos nicht hinterfragen.

Und damit verschenkt „After Earth“ jegliches Konflitkpotential und haut einem seine Botschaft „Besiege deine Angst“, monoton monothematisch wie das neue Evangelium um die Ohren. Für einen Kinderfilm mag das noch okay sein (obwohl auch Kinder gute Filme verdienen), für einen Erwachsenenfilm ist das dann arg wenig. Und „After Earth“ ist ja kein ausgewiesener Kinderfilm, aber er ist schön fotografiert, angenehm altmodisch ohne sich wild durch den Raum wackelnde Kameras aufgenommen und er hat kein Shyamalan-Ende.

After Earth - Plakat

After Earth (After Earth, USA 2013)

Regie: M. Night Shyamalan

Drehbuch: Gary Whitta, M. Night Shyamalan (nach einer Geschichte von Will Smith)

mit Jaden Smith, Will Smith, Sophie Okonedo, Zoe Isabella Kravitz, Glenn Morshower

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „After Earth“

Metacritic über „After Earth“

Rotten Tomatoes über „After Earth“

Wikipedia über „After Earth“ (deutsch, englisch)

 

 


TV-Tipp für den 28. Mai: Männer, die auf Ziegen starren

Mai 28, 2013

BR, 22.45

Männer, die auf Ziegen starren (USA 2009, R.: Grant Heslov)

Drehbuch: Peter Straughan

LV: Jon Ronson: The men who stare at goats, 2004 (Durch die Wand; Männer, die auf Ziegen starren)

Ein Journalist hört von einer Armeeeinheit, die ihre Gegner mit gewaltfreien, teils übersinnlichen Methoden bekämpft. Er macht sich auf die Suche nach ihr.

Die Story von „Männer, die auf Ziegen starren“ klingt erfunden, ist aber wahr und der Film folgt dem Sachbuch erstaunlich genau.

Köstlich durchgeknallte Militärsatire (alles weitere in meiner ausführlichen Besprechung von Buch und Film).

mit George Clooney, Ewan McGregor, Jeff Bridges, Kevin Spacey, Stephen Lang, Robert Patrick, Waleed Zuaiter, Stephen Root, Glenn Morshower

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Männer, die auf Ziegen starren“

Metacritic über “Männer, die auf Ziegen starren”

Rotten Tomatoes über “Männer, die auf Ziegen starren”

Wikipedia über “Männer, die auf Ziegen starren” (deutschenglisch)

Homepage von Jon Ronson

Den of Geek: Interview mit Jon Ronson (5. November 2009)

UGO: Interview mit Jon Ronson (6. November 2009)

Homepage des 1st Earth Battalion

Meine Besprechung von Jon Ronsons “Männer, die auf Ziegen starren” (The men who stare at Goats, 2004)

Meine Besprechung von Jon Ronsons “Die Psychopathen sind unter uns – Eine Reise zu den Schaltstellen der Macht” (The Psychopath Test – A Journey through the Madness Industry, 2011)