Notiz an mich nach „Passenger“: Keine Urlaube im Wohnmobil. Niemals!
Begründung für euch: Die enden tödlich.
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Das muss ich vielleicht erklären.
Also: Tyler Genocchio (Jacob Scopio) und Madi Brecker (Lou Llobell) sind schon seit drei Jahren zusammen und sie haben genug Geld, um sich in einem von ihre liebevoll ausgestattetem Mercedes Sprinter auf eine Reise durch die USA von unbekannter Dauer begeben können. Er denkt dabei so in die Richtung einer ewigen Reise im Stil von Jack Kerouacs „On the Road“. Sie will es ihm zuliebe ausprobieren.
Als sie im Hinterland mitten in der Nacht auf einer einsamen Landstraße ein verunglücktes Auto entdecken, versuchen sie dem schwer verletztem Fahrer zu helfen. Dabei nehmen sie einen „Passenger“ auf. Dieser Mitreisende ist ein Geist. Ein sehr böser Geist, der Reisende, die in der Dunkelheit unterwegs sind und anhalten, tötet. Er ist das Gegenteil von Christophorus, dem Schutzheiligen der Reisenden.
André Øvredal erzählt die Geschichte nach einem Drehbuch von Zachary Donohue und T. W. Burgess in unter neunzig Minuten mit vielen Suspense-Szene und in oft sehr langen Takes. Herausragend ist eine dreiminütige Sequenz auf einem nächtlichen Parkplatz. Madi fühlt sich von dem Dämon verfolgt, der sie umkreist, aber immer unsichtbar bleibt. Die Kamera wechselt dabei ständig die Perspektive und steigert das Gefühl von einer unsichtbaren Bedrohung. Wenn Madi kurz darauf im Van die Überwachungskameras überprüft, wird es filmisch konventioneller, aber nicht weniger spannend. Denn irgendeine Kamera sollte nicht nur den menschenleeren Parkplatz aufgenommen haben. Auch ein gemeinsamer Filmabend im Wald, der von dem unsichtbar bleibendem Dämon unterbrochen wird, gehört zu diesen langen und gelungenen Suspense-Szenen. Sie, der sardonische Humor und die atmosphärischen Bilder vom Nomadland lassen einen vergessen, dass die US-amerikanische Mythen zitierende Geschichte eher dünn ist. Ein Horrorschriftsteller hätte sie wahrscheinlich als Kurzgeschichte oder Novelle veröffentlicht.
P. S.: Sie konnten nicht darauf verzichten: zum Abspann gibt es „The Passenger“. In diesem Fall wird der Song nicht von Iggy Pop, sondern von Siouxsie and the Banshees gesungen. Dass es in dem Song um etwas anderes geht und dass Iggy Pop, so heißt es, während seiner Zeit in West-Berlin zu dem Text inspiriert wurde, als öfters in der S-Bahn durch die Stadt fuhr, muss uns in diesem Zusammenhang nicht weiter kümmern.

Passenger (Passenger, USA 2026)
Regie: André Øvredal
Drehbuch: Zachary Donohue, T.W. Burgess
mit Jacob Scipio, Lou Llobell, Melissa Leo, Joseph Lopez
Länge: 94 Minuten
FSK: ab 16 Jahre
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Hinweise
Rotten Tomatoes über „Passenger“
Veröffentlicht von AxelB