TV-Tipp für den 19. Juli: Green Book – Eine besondere Freundschaft

Juli 18, 2021

ARD, 20.15

Green Book – Eine besondere Freundschaft (Green Book, USA 2018)

Regie: Peter Farrelly

Drehbuch: Peter Farrelly, Nick Vallelonga, Brian Currie

TV-Premiere. Gut gemachtes, auf einer wahren Geschichte basierendes Feelgood-Movie über die sich während einer Konzerttour durch die Südstaaten in den frühen sechziger Jahren entwickelnde Freundschaft zwischen dem Konzertpianisten Don Shirley (Mahershala Ali) und seinem für diese Tournee engagiertem Fahrer und Rausschmeißer Tony ‚The Lip‘ Vallelonga (Viggo Mortensen).

Der allgemeine Jubel über den Film, die zahlreichen Preise, unter anderem der Oscar als bester Film des Jahres (Spike Lee hatte mit seinem Wutausbruch, dass jeder andere nominierte Film den Oscar mehr verdient hätte als „Green Book“, vollkommen recht), können nicht über die doch ziemlich altbackene Ideologe des Films (der weiße Mann als Retter des Schwarzen und mit etwas gutem Willen kann der Rassissmus besiegt werden) hinwegtäuschen. „Green Book“ ist halt perfektes Hollywood-Wohlfühlkino.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Viggo Mortensen, Mahershala Ali, Linda Cardellini, Sebastian Maniscalco, Dimiter D. Marinov, P. J. Byrne

Wiederholung: Dienstag, 20. Juli, 02.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Green Book“

Metacritic über „Green Book“

Rotten Tomatoes über „Green Book“

Wikipedia über „Green Book“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood sieht sich diese Männerfreundschaft an

Meine Besprechung von Peter Farrellys „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ (Green Book, USA 2018)


Neu im Kino/Filmkritik: „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ zwischen Schwarz und Weiß

Februar 3, 2019

Das „Negro Motorist Green Book“ war ein Reiseratgeber, der Tony ‚The Lip‘ Vallelonga (Viggo Mortensen) am Anfang seiner Tätigkeit als Fahrer, Bodyguard und Problemlöser für Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) in die Hand gedrückt wird. In dem Buch sind die Hotels und Gaststätten aufgeführt, in denen Afroamerikaner in den Südstaaten bedient werden. Das war 1962 und Dr. Don Shirley war damals ein anerkannter klassischer Pianist, der in New York in einem riesigen Apartment über der Carnegie Hall wohnte. Jetzt hat er sich entschlossen, mit seinem Trio eine mehrwöchige, an Weihnachten endende Tour durch die Südstaaten zu machen. Dafür braucht der distinguierte Schwarze einen Fahrer, der auch mal zulangen kann.

Vallelonga ist Rausschmeißer im legendären Nachtclub „Copacabana“. Als Shirley sich nach einem geeigneten Fahrer umhörte, empfahlen ihm mehrere Personen Vallelonga. Weil das „Copacabana“ gerade für mehrere Monate geschlossen ist, hat der Italo-Amerikaner Zeit. Das Geld kann er auch gut gebrauchen. Vor allem, weil er keine Jobs für Mafiosi erledigen will.

Vallelonga ist vor allem streetsmart (Bauernschlau beschwört das falsche Bild herauf). Er ist ungebildet und ein Rassist. So wirft er in der eigenen Wohnung die Gläser, aus denen die schwarzen Handwerker getrunken haben, in den Müll (und seine Frau holt sie wieder heraus). Aber er hat letztendlich das Herz auf dem rechten Fleck und er sieht den einzelnen Menschen, der anständig behandelt werden soll.

Denn während er auf der Tour in ordentlichen Hotels übernachtet, muss Shirley mit Absteigen vorlieb nehmen. Vor einem Konzert in einer Villa soll Shirley die im Gebüsch stehende Holzlatrine benutzen und selbstverständlich darf er in einem Nobelhotel, in dem er auftritt, nicht mit den weißen Gästen zu Abend essen.

Der New Yorker Vallelonga beobachtet das zunächst befremdet. Auch dass Shirley all die offenen und versteckten Diskriminierungen geduldig erträgt.

Bekannt wurde Peter Farrelly mit den Komödien „Dumm und Dümmer“ und Verrückt nach Mary“. Sein neuer, aus Vallelongas Perspektive erzählter Film „Green Book“ passt überhaupt nicht zu seinem bisherigen Werk. Denn „Green Book“ ist ein Feelgood-Movie, das sich entlang vertrauter Pfade und Konflikte bewegt und immer wieder eindrückliche Bilder für die damals alltägliche Diskriminierung von Schwarzen findet. Die Inszenierung ist punktgenau. Die Schauspieler überzeugen. Viggo Mortensen und Mahershala Ali wurden für zahlreiche Preise, aktuell die Oscars, nominiert und sie erhielten auch schon etliche Preise. Wobei Mahershala Ali als Dr. Don Shirley und als Vector in dem am 14. Februar startendem Science-Fiction-Film „Alita: Battle Angel“ etwas zu sehr die Rolle des leicht hochnäsigen, extrem beherrschten Schwarzen kultiviert.

Seit seiner Premiere beim Toronto International Film Festival erhielt „Green Book“, neben Kritikerlob, zahlreiche Preise und Nominierungen. Zuletzt die Golden Globes als Bester Film (in der Kategorie „Comedy/Musical“ [beides ist der Film nicht – und „Bohemian Rhapsody“ erhielt den Golden Globe als Bester Film]), Bester Nebendarsteller (Mahershala Ali) und Bestes Drehbuch. Er ist für fünf Oscar nominiert. Nämlich in den Kategorien Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Viggo Mortensen), Bester Nebendarsteller (Mahershala Ali), Bestes Filmdrehbuch (Nick Vallelonga, Brian Currie, Peter Farrelly) und Bester Schnitt (Patrick J. Don Vito).

Green Book – Eine besondere Freundschaft (Green Book, USA 2018

Regie: Peter Farrelly

Drehbuch: Peter Farrelly, Nick Vallelonga, Brian Currie

mit Viggo Mortensen, Mahershala Ali, Linda Cardellini, Sebastian Maniscalco, Dimiter D. Marinov, P. J. Byrne

Länge: 131 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Green Book“

Metacritic über „Green Book“

Rotten Tomatoes über „Green Book“

Wikipedia über „Green Book“ (deutsch, englisch)

History vs. Hollywood sieht sich diese Männerfreundschaft an


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