Neu im Kino/Buch- und Filmkritik: Ryan Gosling ist „Der Astronaut – Project Hail Mary“ ist seine Mission

März 19, 2026

Als Ryland Grace wach wird, liegen neben ihm zwei ziemlich verweste Leichen und er hat keine Ahnung, wo er ist.

So fangen Krimis und Horrorgeschichten an. „Der Astronaut – Project Hail Mary“ ist allerdings keine Horrorgeschichte und auch kein Thriller, sondern der von Sony Pictures erhoffte nächste Science-Fiction-Blockbuster. Als Grundlage des Films diente der dritte und bislang neueste Roman von Hard-SF-Autor Andy Weir, dem Autor von „Der Marsianer“. Ryan Gosling übernahm die Hauptrolle. Sandra Hüller hat in ihrem gelungenem Hollywood-Debüt die wichtigste und mit entsprechend viel Leinwandzeit ausgestattete Nebenrolle.

Es dauert im Roman und im Film einige Zeit, bis Ryland Grace herausgefunden hat, wer er ist und wo er sich befindet. Er ist in dem Raumschiff Hail Mary und fliegt zum Tau-Ceti-System. Er erwachte aus einem künstlichen Koma. Er und seine beiden toten, arg verwesten Mitastronauten wurden dorthin geschickt, um die Welt zu retten. Denn die Astrophagen entziehen der Sonne das für das Leben auf der Erde nötige Licht. Die einzelligen Lebewesen begeben sich entlang des Petrowa-Strahls auf eine Reise zu Tau Ceti. Die Menschheit hofft, dass die Astronauten herausfinden, warum die Astrophagen sich zu dem Ort bewegen und wie man die Entwicklung umkehren kann.

Vor dem Raumflug ohne Rückfahrtticket war Dr. Ryland Grace Lehrer an einer Highschool. Davor stand dem promovierten Molekularbiologen eine Karriere als Wissenschaftler offen. Er publizierte auch ein in der Wissenschaftler-Gemeinde wahrgenommenes Papier über den Ursprung des Lebens. Darin vertrat er die These, Leben sei nicht unbedingt von Wasserstoff und Sauerstoff abhängig. Die Wissenschaftlerin Eva Stratt (Sandra Hüller) nahm ihn in ihr Team, die Petrowa-Taskforce, auf. Sie wurde von allen Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen beauftragt, die Menschheit zu retten. Alles, was sie dafür braucht oder haben möchte, steht ihr zur Verfügung. Sie muss es nur anfordern.

An seinem Zielort trifft Ryland auf ein Alien-Schiff und einen Außerirdischen. Dieser knuffig aussehende, an Bernd das Brot erinnernde Außerirdische, den Ryland Rocky nennt, hat die gleiche Mission. Nur: wie sollen sie sich verständigen?

Das Regie-Duo Phil Lord und Christopher Miller („Spider-Man: Into the Spider-Verse“, „The Lego Movie“) und Drehbuchautor Drew Goddard halten sich in ihrer Verfilmung eng an Andy Weirs Roman. Aber immer, wenn es im Roman wissenschaftliche Erklärungen gibt, biegt der Film in Richtung Comedy ab. So bleibt im Film die gesamte Wissenschaft rätselhaft. Das war in „Der Marsianer“ anders. In Ridley Scotts Verfilmung von Andy Weirs Debütroman, ebenfalls nach einem Drehbuch von Drew Goddard, glaubte man nach dem Film, man habe die gesamte Wissenschaft und die Feinheiten des Kartoffelanbaus verstanden. Nach „Der Astronaut – Project Hail Mary“ fühlt man sich bestenfalls kurzweilig unterhalten und besser. Denn trotz drohendem Weltuntergang und Selbstmordmission ist „Der Astronaut“ ein Feelgood-Film.

Lord und Goddard erzählen die Geschichte mit ihren zahlreichen Rückblenden, flott und immer auf die nächste Pointe hin. Die Zeit – der Film dauert fast drei Stunden – vergeht schnell, aber die Geschichte ist auch etwas dünn für die epische Laufzeit.

Bei dem ebenfalls sehr langem Roman – aufgrund des kleinen Drucks führen die 560 Seiten etwas in die Irre – erfahren wir mehr über die wissenschaftlichen Grundlagen und auch über die komplizierte Arbeit der Wissenschaftler an den Astrophagen, den ständigen Versuchen und, manchmal tödlichen, Irrtümern, und den Vorbereitungen für den viele Jahre dauernden Flug durch den Weltraum.

Gleichzeitig besteht genug Zeit, sich zu fragen, warum es in der Hail Mary nicht eine leicht zu findende Datei gibt, die den aus dem Tiefschlaf aufwachenden Astronauten sofort verraten würde, wo sie gerade sind und warum sie dort sind. Weil es so ein Papier mit den wichtigen Informationen nicht gibt, muss Ryland alles mühsam enträtseln.

Der Astronaut – Project Hail Mary (Project Hail Mary, USA 2026

Regie: Phil Lord, Christopher Miller

Drehbuch: Drew Goddard

LV: Andy Weir: Project Hail Mary, 2021 (Der Astronaut; Der Astronaut – Project Hail Mary)

mit Ryan Gosling, Sandra Hüller, Lionel Boyce, Ken Leung, Milana Vayntrub

Länge: 157 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Die Vorlage (mit mehr naturwissenschaftlichen Erklärungen und Filmcover)

Andy Weir: Der Astronaut – Project Hail Mary

(übersetzt von Jürgen Langowski)

Heyne, 2026

560 Seiten

14 Euro

Originalausgabe

Poject Hail Mary

Ballantine Books, New York, 2021

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Der Astronaut – Project Hail Mary“

Metacritic über „Der Astronaut – Project Hail Mary“

Rotten Tomatoes über „Der Astronaut – Project Hail Mary“

Wikipedia über „Der Astronaut – Project Hail Mary“ (Roman: deutsch, englisch; Film: deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Phil Lord/Christopher Miller „22 Jump Street“ (22 Jump Street, USA 2014)

Meine Besprechung von Drew Goddards „Bad Times at the El Royale“ (Bad Times at the El Royale, USA 2018)

Meine Besprechung von Ridley Scotts Andy-Weir-Verfilmung „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ (The Martian, USA 2015)

Homepage von Andy Weir

Bookmarks über „Der Astronaut“

 


Neu im Kino/Filmkritik: „Spider-Man: Across the Spider-Verse“ in den nächsten Film

Juni 3, 2023

Fünf Jahre nach seinem ersten Auftritt in „Spider-Man: A new Universe“ (Spider-Man: Into the Spider-Verse) ist Miles Morales zurück. Der in Brooklyn lebende Sohn afroamerikanischer und puertorikanischer Eltern wurde damals, nach dem Tod von ‚Spider-Man‘ Peter Parker, zu Spider-Man. Der Film war bei den Kritikern, den Fans und dem Publikum ein Riesenerfolg. Es war auch der erste Kino-Animationsfilm mit dem Superhelden und er etablierte im Kino gelungen die Idee des Multiverse. In den Comics war die Idee, dass es verschiedene parallele Welten gibt, in denen die Superhelden ähnliche Erlebnisse haben, aber auch ganz andere Erlebnisse haben können und sie bei einigen Gemeinsamkeiten doch verschiedene Personen sind, schon lange etabliert. Aber halt noch nicht im Kino.

Ausgehend von dieser Idee des Mulitverse gibt es viele Spider-Men, die alle über die bekannten Spinnenfähigkeiten verfügen und in der Nachbarschaft gegen Bösewichter kämpfen. Sie haben verschiedene Geschlechter und Hautfarben. Sie verhalten sich teils verschieden und sie können verschieden alt sein. Es kann auch sein, dass ein Spider-Man in einer Welt gestorben, aber in einer anderen Welt noch lebendig ist. Und es gibt bestimmte Ereignisse, wie der Tod einer bestimmten Person, die immer eintreten. Diese Idee des Mulitverse, die inzwischen auch im Marvel Cinematic Universe (MCU) (also den Marvel-Realfilmen) etabliert ist, führt im MCU zu einem ermüdenden Anything Goes. Im Spider-Verse führt sie dagegen, jedenfalls in „Beyond the Spider-Verse“, zu der Frage, welche Ereignisse unvermeidbar sind, welche nicht und ob unvermeidbare Ereignisse nicht doch verhindert werden können. Oder, anders gesagt: Kann das vorherbestimmte Schicksal geändert werden? Beantwortet wird, soviel kann verraten werden, diese Frage in diesem Film noch nicht.

Bevor Miles Morals sich mit der Frage der Vorherbestimmung beschäftigt, kämpft er in „Across the Spider-Verse“ erst einmal gegen Dr. Jonathan Ohnn. Als Bösewicht The Spot kann er mühelos zwischen Orten und Welten wechseln. Die erste Begegnung von Miles und The Spot ist purer Slapstick. Und er trifft Gwen Stacy wieder. Sie ist, in einer anderen Welt, Spider-Woman und sie versucht sich als Schlagzeugerin in einer Rockband. Gemeinsam besuchen Gwen und Miles andere Welten, lernen andere Spider-Men kennen, kämpfen gegen andere Spider-Men und miteinander gegen Bösewichter.

Die drei Regisseure Joaquim Dos Santos, Kemp Powers und Justin K. Thompson erzählen das visuell überwältigend und auch zum mehrmaligen Sehen einladend, Ihr Film wirkt, wie das atemlose Durchblättern eines von verschiedenen Zeichnern gezeichneten Comicbuchs. Im Film wechselt der Stil alle paar Sekunden. Das hat eine angenehme Alles-ist-möglich-Attitüde, zeigt aber auch, dass es in „Across the Spider-Verse“ nicht um irgendeine Form stilistischer Geschlossenheit geht.

Die reichlich vorhandene Action springt aus der Leinwand. Sie wirkt wie animierte Comcipanels, die sich nicht darum scheren, wie es physikalisch funktioniert, sondern wie es gut aussieht. Dazu kommen in jedem Bild zahlreiche Anspielungen und Insider-Witze. Das ist zu viel, um es beim einnmaligen Sehen vollkommen zu erfassen.

So gelungen der visuelle Aspekt des Superheldenfilms ist, so enttäuschend ist die Geschichte. Auch wenn ich wollte, könnte ich sie nicht erzählen. Und das Ende verstärkt das Gefühl noch. Denn der Film bricht mitten in einem großen Kampf ab. Mit dem Hinweis, dass sie im nächsten Film weiter erzählt werde.

In dem Moment ist, trotz seiner epischen Laufzeit von gut zweieinhalb Stunden mehr unklar als klar. Und das betrifft ungefähr alle wichtigen Punkte. Es ist, als ob ich einen Agatha-Christie-Rätselkrimi besprechen müsste, von dem ich nur das erste Drittel kenne, der Mord noch nicht geschehen ist und es sogar unklar ist, wer der Ermittler ist.

Deshalb genießt man die im Film präsentierte Geschichte am besten wie eine Zusammenstellung von fünf Kurzfilmen. Oder wie fünf Comcihefte, bei denen unklar ist, nach wie vielen Heften der Erzählbogen endet und auch, welcher Spider-Man (oder Spider-Woman) letztendlich der Hauptprotagonist ist und wer sein Hauptgegner ist. Und wie ein Comic hat hier jeder Kurzfilm mindestens eine große Actionszene und viele Erklärdialoge, die teils in die Action integriert sind. Öfter nicht.

Am Ende bleibt, wie bei „Dune“ oder, zuletzt, „Fast & Furious 10“, das Gefühl, keinen eigenständigen Film, sondern nur einen Anfang von einer größeren Erzählung gesehen zu haben. Wie bei „Fast & Furious 10“ haben die Macher in „Across the Spider-Verse“ viele Möglichkeiten ausgebreitet. Welche sie weiterverfolgen, welche nicht, welche sie in ein Spin-off ausgelagern werden, hängt weniger von erzählerischen Notwendigkeiten, sondern vor allem von den Reaktionen der Fans und damit zusammenhängenden kommerziellen Erwägungen ab.

Wie sie ausfallen, erfahren wir dann im dritten Teil, der möglicherweise den Abschluss einer Trilogie bildet. In jedem Fall heißt der dritte Spider-Man-Film mit Miles Morales „Beyond the Spider-Verse“ und er soll im März 2024 anlaufen.

Spider-Man: Across the Spider-Verse (Spider-Man: Across the Spider-Verse, USA 2023)

Regie: Joaquim Dos Santos, Kemp Powers, Justin K. Thompson

Drehbuch: Phil Lord, Christopher Miller, Dave Callaham (basierend auf den von Stan Lee erfundenen Figuren)

mit (im Original den Stimmen von) Shameik Moore, Hailee Steinfeld, Oscar Isaac, Jake Johnson, Issa Rae, Brian Tyree Henry, Karan Soni, Daniel Kaluuya, Luna Lauren Velez, Shea Whigham, Mahershala Ali, Ziggy Marley, J.K. Simmons

Länge: 141 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Spider-Man: Across the Spider-Verse“

Metacritic über „Spider-Man: Across the Spider-Verse“

Rotten Tomatoes über „Spider-Man: Across the Spider-Verse“

Wikipedia über „Spider-Man: Across the Spider-Verse“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Bob Persichetti, Peter Ramsey, Rodney Rothmans „Spider-Man: A new Universe“ (Spider-Man: Into the Spider-Verse, USA 2018)


Neu im Kino/Filmkritik: „Spider-Man: A new Universe“ – schon wieder?

Dezember 13, 2018

Wer in den vergangenen Jahren zwischen all den filmischen Inkarnationen von Spider-Man, mal als Neustart, mal als Reboot oder Remake oder Weitererzählung oder irgendetwas dazwischen, den Überblick verloren hat und sich gerade fragt, wer den aktuellen Spider-Man spielt (Tom Holland), wird an dem neuen Spider-Man-Film „Spider-Man: A new Universe“ verzweifeln. Denn dieses Mal gehen die Macher nach dem Prinzip ‚im Dutzend billiger‘ vor.

Nach dem Tod von Spider-Man Peter Parker übernimmt der junge Afroamerikaner/Puertoricaner Miles Morales die Rolle von Spider-Man. Zunächst reichlich unbedarft, weil der in Brooklyn lebende Teenager von einer radioaktiven Spinne gebissen werden muss und er danach seine Spider-Man-Fähigkeiten noch nicht mühelos einsetzen kann. Dank der vielen Spider-Man-Comics, in denen Peter Parker alles wichtige über sich, seine Fähigkeiten und seine Gefühle erzählt, kann er das fehlende Wissen schnell nachholen. Trainieren muss er dann schon selbst. Und das passende Kostüm verkauft ihm, mit klugen Ratschlägen, Merchandising-Verkäufer Stan Lee.

Ermordet wurde Peter Parker von dem Kingpin. Der Verbrecher will mit einem Teilchenbeschleuniger mehrere Dimensionen miteinander verbinden. Der erste Test des Teilchenbeschleunigers endet mit der Ankunft mehrerer Spider-Men aus verschiedenen Universen in New York. Es sind ein älterer, selbstmitleidiger, leicht übergewichtiger Peter Parker, Spider-Gwen, eine weibliche Kick-Ass-Ausgabe von Spider-Man, Spider-Man Noir (selbstverständlich im Vierziger-Jahre-Film-Noir-SW), Peni Parker, eine Anime-Spidey aus der Zukunft, die in dem Roboter SP//dr: lebt und Spider-Ham, der als Schwein aus einem Vierziger-Jahre-Cartoon stammen könnte. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen den Kingpin auf, der seine weltenzerstörende Waffe noch einmal ausprobieren will.

Dabei kämpfen sie auch um ihr eigenes Überleben. Denn wenn sie in der falschen Welt sind, lösen sich ihre Körper auf.

Allein schon die vielen Spider-Men, die in „Spider-Man: A new Universe“ verleihen dem Film eine besondere Note. Gleichzeitig ist er auch der erste Kino-Animationsfilm mit Spider-Man.

Der von Bob Persichetti, Peter Ramsey und Rodney Rothman nach einem Drehbuch von Rodney Rothman und Phil Lord (auch Produzent, „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“, „The Lego Movie“) ist ein sehr unterhaltsamer Film, der von seiner Tonalität an die aktuelle Spider-Man-Inkarnation im Marvel-Universum als freundlicher Superheld von nebenan anknüpft.

Optisch knüpft der Film an die Comics an. So weit wie es in einem Film möglich ist, wird der Stil und auch die Optik der Comichefte übernommen. Dann teilt sich die Leinwand in mehrere Panels, Buchstaben springen durch das Bild, Farben sind keine Flächen, sondern Punkte und, weil früher der Druck nicht so perfekt wie heute war, sind einige Striche doppelt gezeichnet oder Farben überschreiten die geplanten Flächen. Im schlechtesten Fall sieht das wie ein 3D-Film aus, den man ohne 3D-Brille sieht, im besten Fall wie ein altes Comicheft.

Die Hauptgeschichte des Films erzählt letztendlich die Origin-Story von Miles Morales. Also wie aus Miles Spider-Man wird und wie er seinen ersten großen Gegner besiegt. Diese Geschichte eröffnet auch die Möglichkeit, viele bekannte Elemente aus der Welt von Peter Parker und den älteren Spider-Man-Geschichten neu und aus einem anderen Blickwinkel zu beleuchten. Und mit den Spider-Men aus den verschiedenen Universen gibt es schnell eine große Gruppe neuer und doch bekannter Charaktere. Jeder von ihnen ist Spider-Man. Aber jeder von ihnen ist ein gänzlich anderer Spider-Man.

Das gleiche gilt für den Film, der unverhohlen für die Spider-Man-Comics wirbt. „Spider-Man: A new Universe“ ist ein waschechter Spider-Man-Film, der alles hat, was man von einem Spider-Man-Film erwartet. Trotzdem ist der für sich allein stehende Superheldenfilm ein gänzlich anderer Spider-Man-Film.

Spider-Man: A new Universe (Spider-Man: Into the Spider-Verse, USA 2018

Regie: Bob Persichetti, Peter Ramsey, Rodney Rothman

Drehbuch: Phil Lord, Rodney Rothman (nach einer Geschichte von Phil Lord)

mit (im Orignal den Stimmen von) Shameik Moore, Jake Johnson, Hailee Steinfeld, Mahershala Ali, Brian Tyree Henry, Luna Lauren Velez, Lily Tomlin, Nicolas Cage, Kimiko Glenn, John Mulaney, Liev Schreiber

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Englische Homepage zum Film

Moviepilot über „Spider-Man: A new Universe“

Metacritic über „Spider-Man: A new Universe“

Rotten Tomatoes über „Spider-Man: A new Universe“ (aktuell mit 98 % Frische doch etwas überbewertet)

Wikipedia über „Spider-Man: A new Universe“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Ein Haus weitergezogen zur „22 Jump Street“

Juli 31, 2014

In „21 Jump Street“ wurden vor zwei Jahren einige Meta-Witze über das ideenlose Recycling von Ideen aus den Achtzigern gemacht und damit war nicht nur gemeint, dass in der Polizei ein Programm aus den Achtzigern wieder aufgelegt wird, sondern auch dass eine alte TV-Serie fit fürs Kino gemacht wird. Aber während die vorherigen Wiederbelebungen von mehr oder weniger kultigen und legendären TV-Serien für das Kino (wie „Starsky & Hutch“, „The A-Team“ und „Miami Vice“ [obwohl da sogar Serienerfinder Michael Mann federführend dabei war]) nicht erfolgreich genug für weitere Filme waren, war „21 Jump Street“ ein Überraschungserfolg, der jetzt zur Fortsetzung „22 Jump Street“ führte, die mit einigen Meta-Witzen über ideenlose Fortsetzungen gepflastert ist.

So wurde einfach der Auftrag aus dem ersten Film wieder genommen, aber dieses Mal suchen der unsportliche, aber schlaue Schmidt (Jonah Hill) und der sportliche, aber dumme Jenko (Channing Tatum) den geheimnisumwitterten Drogendealer nicht mehr an der Schule, sondern an der Universität. Natürlich ein anderer Dealer. Aber sie arbeiten wieder Undercover. Jetzt als Studenten. Es gab auch ein höheres Budget, was natürlich ausgegeben wurde für ein größeres Büro des immer noch sehr schlecht gelaunten Chefs (Ice Cube) und größere Waffen und größere Autos. Und ein Finale in Mexiko in der Küstenstadt Puerto, wo die vergnügungsssüchtigen Studentenmassen ihre Mega-Drogenparty, den Spring Break, feiern und die ordentliche Polizeiarbeit von Schmidt und Jenko effektiv behindern.

Bei soviel Selbstironie kann man dem Buddy-Movie natürlich unmöglich als Ideenlosigkeit vorwerfen, was die Macher gerade vollmundig behaupten: nämlich dass sie das gleich noch einmal machen. Nur größer. – Und wenn ich „21 Jump Street“ besprochen hätte, könnte ich einfach meine Kritik wiederveröffentlichen. Sie würde stimmen. Denn wieder ist die Story, über die man nicht länger als zwei Sekunden nachdenken sollte (die Macher haben es auch nicht getan), nur der Aufhänger für die zahlreichen mehr oder weniger treffenden Witze, in denen sich die Macher teilweise etwas zu sehr auf die Schulter klopfen für ihre Smartness, und die oft, wie bei vielen aktuellen Komödien, zu breit ausgewaltzt werden und immer wieder in Blödeleien ausarten.

So ist „22 Jump Street“, wie „21 Jump Street“, eine durchaus witzige, etwas zu lang geratene und zu selbstgenügsame Buddy-Komödie, die auch zeigt, wie Schmidt und Jenko als eingespieltes Team zusammenarbeiten und sie einige Beziehungsprobleme bearbeiten müssen, weil sie an der Universität aus persönlichen Gründen verschiedene Verdächtige haben.

Im Abspann werden schon die nächsten Fortsetzungen angekündigt – und einige haben wirklich Potential.

22 Jump Street - Plakat

22 Jump Street (22 Jump Street, USA 2014)

Regie: Phil Lord, Christopher Miller

Drehbuch: Michael Bacall, Oren Uziel, Rodney Rothman (nach einer Geschichte von Michael Bacall und Jonah Hill, sehr lose basierend auf der TV-Serie „21 Jump Street“)

mit Jonah Hill, Channing Tatum, Peter Stormare, Ice Cube, Wyatt Russell, Amber Stevens, Jillian Bell, The Lucas Brothers, Nick Offerman, Jimmy Tatro, Rob Riggle, Dave Franco

Länge: 112 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „22 Jump Street“

Moviepilot über „22 Jump Street“

Metacritic über „22 Jump Street“

Rotten Tomatoes über „22 Jump Street“

Wikipedia über „22 Jump Street“ 


Neu im Kino/Filmkritik: Noch eine Fortsetzung: „Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“

Oktober 27, 2013

 

Ich gehöre sicher nicht zum Zielpublikum von „Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“, aber während der Vorführung des Kinderfilms lachten die Erwachsenen öfter als die Kinder. Wobei öfter nicht oft bedeutet und das auch nichts über die Qualität des Films sagt. Denn der Trickfilm „Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“ ist eine erstaunlich lieblos-langweilige Angelegenheit, die direkt nach dem Ende des ersten Films beginnt.

Die fantastische Erfindung von Flint Lockwood, die aus Wasser Essen machte, wurde vernichtet, auf der Insel feiern alle und Chester V, der Chef des Multis Live Corp, macht Flint ein Angebot, das er nicht ablehnen will: er darf als Erfinder bei ihm arbeiten. Die Realität als kleines Rädchen bei Live Corp ist anders als die Fantasie. Als er einem Wettbewerb nicht gewinnt, begeht er einen blamablen Fauxpas und möchte sich am liebsten umbringen. Da betraut Chester V ihn mit einem Geheimauftrag: er soll auf seine Insel zurückkehren und seine Erfindung endgültig vernichten, die jetzt aus Essen Tiere erschafft, die als Mischwesen, sogenannte Naschtiere (Foodimals), wie Tacodile, Shrimpansen und Nilpfertoffeln, gefräßige Nahrung sind.

Gemeinsam mit seinen Freunden aus dem ersten Film kehrt er zurück.

Der Film wirkt, als habe man einfach die Ideen, die man so hatte, in einer rudimentären Geschichte, die ziemlich egal ist und die daher etliche Möglichkeiten verschenkt, willkürlich aneinandergeklatscht. Denn nichts hat für die Geschichte Konsequenzen. Logisch und unterhaltsam ist das alles auch nicht.

Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“ ist kein guter Kinderfilm und, trotz 3D, ein sehr eindimensional-langweiliger Film mit höchstens funktionalen Animationen.

Im Original sprechen unter anderem Bill Hader, Anna Faris, Will Forte, Benjamin Bratt und James Caan die Charaktere. In der deutschen Fassung haben wir Cindy aus Marzahn.

Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2 - Plakat

Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2 (Cloudy with a Chance of Meatballs 2, USA 2013)

Regie: Cody Cameron, Kris Pearn

Drehbuch: Erica Rivinoja, John Francis Daley, Jonathan Goldstein (nach einer Geschichte von Erica Rivinoja, Phil Lord und Christopher Miller)

Länge: 96 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“

Moviepilot über „Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“

Metacritic über „Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“

Rotten Tomatoes über „Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“

Wikipedia über „Wolkig mit der Aussicht auf Fleischbällchen 2“ (deutsch, englisch)