TV-Tipp für den 23. September: Rufmord – Jenseits der Moral

September 22, 2021

ServusTV, 20.15

Rufmord – Jenseits der Moral (The Contender, USA/Großbritannien/Deutschland 2000)

Regie: Rod Lurie

Drehbuch: Rod Lurie

Als der US-Präsident eine Frau (damals praktisch undenkbar, heute Realität) zu seiner Stellvertreterin ernennt, beginnt ein Republikaner eine Schmutzkampagne.

Gut, das Zieren der designierten Stellvertreterin, nichts aus ihrem Privatleben der Öffentlichkeit zu verraten, weil es nichts mit ihrer Arbeit zu tun hat, ist in der Politik (vor allem der US-Politik) so weltfremd, dass es den gesamten Film schwächt. Davon abgesehen bietet „Rufmord“ tolles Schauspielerkino, das auch einen guten Blick hinter die Kulissen der Macht gibt.

Inspiriert wurde „Rufmord“ von der zunehmend unappetitlichen Kampagne der Republikaner gegen Präsident Bill Clinton.

mit Gary Oldman, Joan Allen, Jeff Bridges, Christian Slater, Sam Elliott, William Petersen, Saul Rubinek, Philip Baker Hall

Wiederholung: Freitag, 24. September, 01.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Rufmord“

Wikipedia über „Rufmord“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Rod Luries „The Outpost – Überleben ist alles“ (The Outpost, USA/Bulgarien 2020)


TV-Tipp für den 3. März: Nichts als die Wahrheit

März 2, 2021

Wegen dem Internatiolem Frauentag am 8. März und weil es einfach gute Filme sind, empfehle ich in den nächsten Tagen einige Filme mit starken Frauen. Beginnend mit

Tele 5, 20.15

Nichts als die Wahrheit (Nothing but the truth, USA 2008)

Regie: Rod Lurie

Drehbuch: Rod Lurie

Journalistin Rachel Armstrong veröffentlicht eine Story über die in ihrer Nachbarschaft lebende CIA-Agentin Erica Van Doren und ihr Memo, das die Begründung der US-Regierung für einen Anschlag gegen Venezuela als Lüge entlarvt. Kurz darauf lässt der von der Regierung mit der Suche nach der undichten Stelle beauftragte Staatsanwalt Dubois die Journalistin im Gerichtssaal in Beugehaft nehmen. Sie soll ihre Quelle (und damit ihre Berufsstandards) verraten.

Top besetztes und gespieltes, zum Nachdenken anregendes Drama über Pressefreiheit und Staatsmacht.

Die von Rod Lurie erfundene Geschichte ist lose inspiriert von dem wahren Fall der von der Bush-Regierung enttarnten CIA-Agentin Valerie Plame.

mit Kate Beckinsale, Matt Dillon, Angela Bassett, Alan Alda, Vera Farmiga, David Schwimmer, Courtney B. Vance

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Nichts als die Wahrheit“

Wikipedia über „Nichts als die Wahrheit“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Rod Luries „The Outpost – Überleben ist alles“ (The Outpost, USA/Bulgarien 2020)


Neu im Kino/Filmkritik: „The Outpost – Überleben ist alles“ wenn die Taliban angreifen

September 17, 2020

Am 3. Oktober 2009 überfielen Taliban Camp Keating. Der Militärstützpunkt lag in einem Tal in den Bergen nahe der Stadt Kamdesh in der nordafghanischen Provinz Nuristan und sollte einige Tage später geräumt werden. Die von Feinden umzingelten 54 US-Soldaten kämpften zwölf Stunden um ihr Leben. Acht US-Soldaten starben. Ebenso vier afghanische alliierte Mitarbeiter. 27 US-Soldaten wurden verwundet.

Die Zahl der gefallenen Taliban verschweigt Rod Lurie in seinem Kriegsfilm „The Outpost – Überleben ist alles“. Nach Angaben des US Militärs wurde das Camp von ungefähr 300 Taliban angegriffen und ungefähr 150 Angreifer starben.

Die Schlacht gehört zu den blutigsten Auseinandersetzungen des Afghanistankrieges.

Die an dem Gefecht beteiligten Soldaten wurden mit Orden überschüttet und Militärstützpunkte, die offensichtlich nicht zu verteidigen sind, wie Camp Keating, wurden geschlossen.

The Outpost“ ist einer der Kriegsfilme, der definitiv kein Antikriegsfilm ist und sich nicht für das genaue Nachzeichnen der einzelnen strategischen Entscheidungen während des Gefechts interessiert. Dafür war es auch zu chaotisch. Die Soldaten mussten sich und ihren Stützpunkt so gut es ging, spontan und ohne großen Plan verteidigen. Die Angreifer bleiben eine gesichtslose Masse, die, wie früher die Indianer in einem Western, angreifen und erschossen werden. Ihre Motive sind egal. Ihr Sterben interessiert nicht.

Stattdessen singt Lurie das Hohelied auf den einfachen, tapferen Soldaten, der im Gefecht vor allem seine Kameraden beschützen und retten will.

In der ersten Stunde zeigt Lurie den Alltag der Soldaten, die in kurzen Szenen einen Hauch von Individualität erhalten. Die jungen Männer, unter anderem gespielt von Scott Eastwood (der vom Gesicht her sehr an seinen Vater erinnert), Caleb Landry Jones und Orlando Bloom, langweilen sich und werden regelmäßig – in der Realität ungefähr alle zwei Tage, im Film, so wirkt es, deutlich öfter – von Taliban aus den Bergen heraus beschossen. Es ist der Alltag im Kriegsgebiet zwischen Langeweile und Adrenalinschüben.

Die zweite Hälfte des Kriegsfilms spielt am 3. Oktober 2009. Diese Chronik der „Schlacht von Kamdesh“ ist eine beeindruckende Schlachtplatte. Jetzt stört auch die bis dahin nervige wackelige Handkamera, die vor einigen Jahren State-of-the-art war, nicht mehr. In langen, ungeschnittenen Szenen, als habe er sich Sam Mendes‘ „1917“ zum Vorbild genommen, stürzt Kameramann Lorenzo Senatore („Hellboy“ [2019], Second Unit u. a. bei „Spectre“, „Wonder Woman“ und „London has fallen“) sich in das Kampfgetümmel. Während um ihn herum Soldaten erschossen werden und Bomben explodieren, verfolgt er sie durch das Lager.

Das ist unbestritten gut gemacht und technisch beeindruckend, ohne jemals die Qualität von „1917“ oder „Dunkirk“ zu erreichen. Gegen diese Kriegsfilme (die ich im Kino sah) wirkt der chronologisch erzählte Kriegsfilm „The Outpost“ (den ich zu Hause sah) wie der kleine, auf Video gedrehte Bruder.

The Outpost – Überleben ist alles (The Outpost, USA/Bulgarien 2020)

Regie: Rod Lurie

Drehbuch: Paul Tamasy, Eric Johnson

LV: Jake Tapper: The Outpost: An untold Story of American Valor, 2012

mit Scott Eastwood, Caleb Landry Jones, Orlando Bloom, Jack Kesy, Cory Hardrict, Milo Gibson, Jacob Scipio, Taylor John Smith, Alexander Arnold

Länge: 124 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Moviepilot über „The Outpost“

Metacritic über „The Outpost“

Rotten Tomatoes über „The Outpost“

Wikipedia über „The Outpost“ 

History vs. Hollywood gibt einen „Daumen hoch“ für die Faktentreue


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