Neu im Kino/Filmkritik: „Der kleine Nick auf Schatzsuche“ in der Nachbarschaft

Die bisherigen beiden Spielfilme mit dem kleinen Nick gefielen mir sehr gut. Deshalb und wegen des Regisseurs Julien Rappeneau, von dem die Drehbücher für die beidenLargo Winch“-Actionfilme und den Polit-Thriller „Zulu“ sind, die mir ebenfalls gefielen, interessierte mich der neueste „Der kleine Nick“-Film. Für diesen Kinderfilm waren ein anderer Regisseur und Drehbuchautor verantwortlich. Eben der schon erwähnte Julien Rappeneau. Und Nick wird selbstverständlich von einem anderen Jungen gespielt. Immerhin sind seit dem letzten Film acht Jahre vergangen und in der Zeit wird aus einem ungefähr neunjährigem Kind ein Mann. Auch Nicks Eltern werden von anderen Schauspielern gespielt. Spielen tut die Geschichte wieder in einem zeitlosen, schrulligen Früh-Sechziger-Jahre-Paris, das auch aus einem Jacques-Tati-Film stammen könnte.

Dieses Mal erfährt der kleine Nick, dass sein Vater in Südfrankreich in dem Ort Aubagne Geschäftsführer werden soll. Während sein Vater begeistert über die Beförderung ist und seine Mutter den Umzug plant, will der neunjährige Nick nur bei seinen Freunden bleiben. Also muss ein Plan her, wie er seine Eltern von dem Ortswechsel abhalten kann. Bei einem Museumsbesuch erfahren er und seine Schulkameraden von Schätzen, die es in ihrem Viertel geben soll.

Nick kommt so auf die Idee, dass er und seine Freunde den legendären Schatz des Wikingers Ole Einauge finden. Dann hätte er genug Geld hat, um seinen Vater zu überzeugen, die neue Stelle nicht anzunehmen und er könnte weiter mit seinen Freunden durch die Gegend stromern, Fußball spielen und die Lehrer ärgern.

Diese titelgebende Schatzsuche ist allerdings nur ein Plot in der Komödie „Der kleine Nick auf Schatzsuche“. Es geht auch um andere Versuche von ihm, den Umzug zu verhindern. Ein Comicheft spielt dabei eine wichtige Rolle. Und es geht um die Abenteuer, die er zusammen mit seinen Freunden erlebt. Und wir sehen, was Nicks Eltern tun. Seine Mutter im Haushalt; sein Vater bei der Arbeit im Pariser Minigroßraumbüro und bei der Besichtigung der Firma in Aubagne.

Diesen Wust von Subplots und Anekdoten erzählt Julien Rappeneau durchaus nett mit viel Sympathie für seine Figuren und die von den „Der kleine Nick“-Erfindern René Goscinny und Jean-Jacques Sempé erschaffene Welt. Der Epilog von „Der kleine Nick auf Schatzsuche“ ist vielleicht gut gemeint, aber vollkommen unpassend. Und er sagt auch nur das, was der vorherige Film schon besser gesagt hat.

Rappeneaus Kinderfilm ist letztendlich nie so charmant und anspielungsreich wie Laurent Tirards Filme „Der kleine Nick“ (2009) und „Der kleine Nick macht Ferien“ (2014).

Der kleine Nick auf Schatzsuche (Le Trésor du Petit Nicolas, Frankreich 2021)

Regie: Julien Rappeneau

Drehbuch: Julien Rappeneau, Mathias Gavarry (basierend auf der Figur „Der kleine Nick“ von René Goscinny und Jean-Jacques Sempé)

mit Ilan Debrabant, Jean-Paul Rouve, Audrey Lamy, Anton Alluin, Oscar Boissière, Léandre Castellano-Lemoine, Malo Chanson-Demange, Simon Faliu, Malick Laugier, Pierre Arditi, Grégory Gadebois, Jean-Pierre Darroussin, Adeline d’Hermy, Noémie Lvovsky

Länge: 103 Minuten

FSK: ab 0 Jahre

Hinweise

AlloCiné über „Der kleine Nick auf Schatzsuche“

Moviepilot über „Der kleine Nick auf Schatzsuche“

Wikipedia über „Der kleine Nick auf Schatzsuche“

Meine Besprechung von Laurent Tirards „Der kleine Nick macht Ferien“ (Les Vacances du petit Nicolas, Frankreich 2014)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: