Neu im Kino/Filmkritik: Die „Lebensansichten eines Huhns“, erzählt aus der Perspektive des Huhns

Das titelgebende Huhn ist ein echtes Huhn; also genaugenommen acht verschiedene Hennen, die verschiedene besondere Fähigkeiten hatten und sich während der Dreharbeiten die Arbeit teilten. Die in György Pálfis Film vorkommenden Menschen haben nur Nebenrollen und die Tiere sorgten, so Pálfi, „für eine ruhige und fröhliche Drehatmosphäre für das gesamte Team“.

Das titelgebende, namenlose schwarze Huhn wird in Griechenland in einer Hühnerfarm geboren und, weil die Henne nicht ihr vorherbestimmtes Schicksal akzeptiert, büxt sie aus. Sie erkundet die Welt, muss vor größeren Tieren, die sie als Nahrung betrachten, und Autos, die sie beim Überqueren einer Straße überfahren wollen, flüchten. Immer wieder, wenn ihr der Ort nicht gefällt oder die Situation potentiell lebensbedrohlich wird, haut sie ab. Erst in einem heruntergekommenem Restaurant mit Seeblick bleibt sie länger.

Die Erlebnisse des Huhns in diesem Restaurant bestimmen die zweite, deutlich schwächere Hälfte des Films. Aus einem spannenden und witzigem Road-Movie wird ein gewöhnliches Flüchtlingsdrama und ein ebenso gewöhnlicher Gangsterfilm. Der Wirt des Restaurants ist nämlich in kriminelle Machenschaften zwischen Drogen- und Menschenschmuggel verwickelt.

Diese Storyschwächen werden durch die Idee, ein Huhn als Protagonisten einer Geschichte zu wählen, den Mut, die Geschichte mit echten Tieren zu erzählen und dem guten Schnitt, der die erste Hälfte zu einem veritablem Action-Thriller macht, weitgehend wettgemacht.

Insgesamt gelungener ist Jerzy Skolimowskis „Eo“ (Polen/Italien 2022) über die Abenteuer eines aus einem Zirkus befreiten Esels.

Lebensansichten eines Huhns (Kota, Deutschland/Griechenland/Ungarn 2025)

Regie: György Pálfi

Drehbuch: György Pálfi, Zsófia Ruttkay

mit den Menschen Ioannis Kokiasmenos, Maria Diakopanagioti, Argyris Pantazaras, Eleni Apostolopoulou, Mahmod Bamerny, Antonis Tsiotsiopoulos, Antonis Kafetzopoulos

und den Hühnern Eszti, Szandi, Feri, Enci, Eti, Enikő, Nóra, Anett

Länge: 97 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Internationaler Titel: Hen

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Filmportal über „Lebensansichten eines Huhns“

Moviepilot über „Lebensansichten eines Huhns“

Metacritic über „Lebensansichten eines Huhns“

Rotten Tomatoes über „Lebensansichten eines Huhns“

Wikipedia über „Lebensansichten eines Huhns“

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