Neu im Kino/Filmkritik: „Godzilla Minus Zero“ in großer Schlacht

Godzilla ist zurück.

Und jetzt sollte ich erklären, welcher Godzilla zurück ist.

Seinen ersten Auftritt hatte er 1954 in Inoshiro Hondas „Godzilla“. Der SW-Monsterheuler thematisierte auch die Folgen des Zweiten Weltkriegs, vor allem der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, für Japan. Seitdem trat er in unzähligen weiteren Filmen auf. Die meisten Filme waren billig. Mit kindlicher Freude zertrampelte Godzilla Großstädte, während Menschen versuchten, ihn zu besiegen. Manchmal kämpfte Gozilla auch gegen andere Kaijus. Die Menschen kämpften gegen sie. Am Ende war eine Großstadt kaputt. Und viele Kinder und Jugendliche hatten einen wunderschönen Sonntagnachmittag vor dem Fernseher verbracht.

Später durfte Godzilla im Big-Budget-Hollywoodkino mitmischen. Aktuell in dem „MonsterVerse“. Die bislang fünf Filme waren teuer. Der günstigste soll 135 Millionen US-Dollar gekostet haben. Sie haben viele ziemlich gut aussehenden CGI-Effekte und sind, in verschiedenen Abstufungen, schlecht.

Mitten in dieses Hollywood-Franchise platzte 2023 „Godzilla Minus One“. Takashi Yamazaki erzählt in seinem mit einem Oscar für die besten visuellen Effekte prämiertem Monsterfilm, der am Ende des Zweiten Weltkriegs beginnt, vom Kampf einiger tapferer Menschen gegen Godzilla. Der aus Hollywood-Sicht extrem günstig produzierte Film – er soll 10 Millionen US-Dollar gekostet haben – war ein Überraschungserfolg.

„Gozilla Minus Zero“ ist die zwei Jahre später spielende Fortsetzung. Godzilla ist doch nicht tot. Artgenossen von Godzilla tauchen auf. Alles deutet auf einen großen Kampf zwischen Menschen und Monstern hin. Auf der Seite der Menschen kämpfen dann viele Menschen, die bereits in „Godzilla Minus One“ gegen Godzilla kämpften.

Für die ursprünglich nicht geplante Fortsetzung hatte Takashi Yamazaki, der wieder das Drehbuch schrieb, Regie führte und für die visuellen Effekte zuständig war, mehr Geld zur Verfügung. Er sagt bescheiden, das Budget sei etwas gestiegen. In jedem Fall war das VFX-Team größer. Dieses Mal bestand es nicht aus 35, sondern aus 50 Leuten. Es wurde im IMAX-Format gedreht. Und er ist einige Minuten länger.

Sein Film ist ein leicht zwiespältiges Vergnügen. Die Actionszenen sind gelungen. Vor allem im Finale wird dem Affen ordentlich Zucker gegeben. Aber sie sind rar. Die Auftritte von Godzilla und seinen, uh, Artgenossen noch rarer.

Zwischen den Actionszenen wird ordentlich gemenschelt, analysiert und sich auf den Kampf gegen die Monster vorbereitet. Die politischen Implikationen sind deutlich. Die Szenen mit Menschen sind oft quälend. Beispielsweise bemüht sich ein Mädchen schon von ihrem ersten Auftritt an erfolgreich, möglichst nervig zu sein. Das überbordende, kulturell bedingte Pathos und die damit verbundene Todesverachtung ist arg gewöhnungsbedürftig. Andere Szenen in der Familie und bei der Arbeit sind durchaus gelungen, aber auch eigentlich immer länger als nötig. So kommt der Monsterfilm auf deutlich über zwei Stunden Laufzeit.

Trotz aller Kritik ist „Godzilla Minus Zero“ ungleich besser als die Hollywood-Filme des „MonsterVerse“. Er bietet den Fans schon, was sie wollen und von einem japanischen Godzilla-Film erwarten.

Godzilla Minus Zero (Godzilla Minus Zero, Japan 2026)

Regie: Takashi Yamazaki

Drehbuch (und visuelle Effekte): Takashi Yamazaki

mit Ryûnosuke Kamiki, Minami Hamabe, Min Tanaka, Hidetaka Yoshioka, Masami Nagasawa, Yuki Yamada, Kuranosuke Sasaki, Jun Kunimura, Sakura Ando, Miou Tanaka, Sae Nagatani

Länge: 135 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Godzilla Minus Zero“

Metacritic über „Godzilla Minus Zero“

Rotten Tomatoes über „Godzilla Minus Zero“

Wikipedia über „Godzilla Minus Zero“ 

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