TV-Tipp für den 7. Mai: Das Ding aus einer anderen Welt

Mai 7, 2011

Neuer Sender, neues Programm (also genaugenommen der ZDFtheaterkanal mit neuem Namen und jugendlicherem Programm; wobei, wie wir gleich sehen werden, nicht nur Rock’n’Roll)

ZDFkultur, 00.00

Das Ding aus einer anderen Welt (USA 1951, R.: Christian Nyby, Howard Hawks)

Drehbuch: Charles Lederer

LV: John W. Campbell jr.: Who goes there?, 1938 (Wer da?, Das Ding aus einer anderen Welt; Novelle, Erstveröffentlichung unter dem Pseudonym Don A. Stuart)

Anscheinend lief dieser SF-Klassiker (denn ich als Teenager wahnsinnig spannend fand) seit über zehn Jahren nicht mehr im TV.

Die Story: In der Arktis entdecken einige Wissenschaftler ein „Ding“, das, nachdem sie es in ihre Forschungsstation gebracht und aufgetaut haben, beginnt sie zu dezimieren. Die Forscher und einige Militärs versuchen das scheinbar unbesiegbare Wesen aus dem Weltall zu töten.

Die Kritik zu diesem Kassenknüller: „wunderbare Film (…) einem der besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten“ (Phil Hardy: Die Science-Fiction-Filmenzyklopädie, 1998)

1982 drehte John Carpenter ein Remake, das damals an der Kasse und bei der Kritik furchtbar floppte, aber inzwischen einen guten Ruf hat.

Campbells Geschichte wurde 1965 von den „Science Fiction Writers of America“ zum besten vor 1965 erschienenem Kurzroman gewählt.

Die erfreuliche Meldung für den SF-Fan: Nächsten Samstag läuft bereits um 22.40 Uhr die ebenfalls seit Ewigkeiten nicht mehr gezeigte „Invasion vom Mars“ (USA 1953, R.: William Cameron Menzies).

mit Kenneth Tobey, Margaret Sheridan, Robert Cornthwaite, Douglas Spencer, James Young, James Arness

Hinweise

Wikipedia über „Das Ding aus einer anderen Welt“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „The Thing from another World“

B Movies über „Das Ding aus einer anderen Welt“

LeonScripts: Drehbuch „The Thing from another World“ von Charles Lederer (Fassung vom 29. August 1950)

Daily Motion: „The Thing from another World“ (gesamter Film)


Don Winslow und die Auferstehung des „Bobby Z“

Mai 6, 2011

Vor „Bobby Z“ hatte Don Winslow fünf, teilweise übersetzte Kriminalromane mit dem Privatdetektiv Neal Carey und das etwas als Fremdkörper in seinem Werk stehende „Isle of Joy“ (über einen Privatdetektiv, der in den fünfziger Jahren in New York in ein Komplott gerät) veröffentlicht.

In „Bobby Z“ ließ Don Winslow erstmals einen Roman in Südkalifornien in der dortigen Surferszene spielen. Denn der Loser Tim Kearney soll, nachdem er den Hell’s Angel Stinkdog im Knast ermordete, bei einem Gefangenenaustausch den verschwundenen Drogenhändler und Surferlegende Bobby Z (die Kurzform für Robert James Zacharias) spielen. Danach, so sichert ihm DEA-Agent Tad Grusza zu, erhält er eine neue Identität. Kearney willigt ein – und gerät schneller als ihm lieb ist zwischen die Fronten von mexikanischen Drogenkartellen, rachedurstigen Hell’s Angels, verschiedenen Polizeibehörden und alten Bekannten von Bobby Z. Kurz gesagt: seine Überlebensaussichten tendieren gegen Null; was auch daran liegt, dass DEA-Agent Grusza von Anfang an davon ausging, dass Kearney während des Austausches erschossen wird.

Oh, und dann ist da auch noch der echte Bobby Z, der eigentlich tot sein sollte, aber quicklebendig ist, und Kearney muss Papa für einen sechsjährigen Jungen spielen, der ihn für seinen Vater, den Surfer Bobby Z, hält.

Don Winslow erzählt diese ziemlich abgedrehte Geschichte, die Michael Connelly zu recht an Elmore Leonard erinnerte, in seinem, auch aus seinen späteren Werken bekanntem, lakonischem Hardboiled-Tonfall. Gleichzeitig brennt Winslow ein furioses Feuerwerk an absurden Situation und rasanten Action-Szenen (gerne auch zusammen) ab, das die Erlebnisse von Tim Kearney zu einem höchst kurzweiligem Vergnügen werden lässt.

Winslows nächster Roman war der mit dem Shamus ausgezeichnete, bislang nicht übersetzte Privatdetektivkrimi „California Fire & Live“, dann kam das Epos „Tage der Toten“ (The Power of the Dog) und spätestens seitdem ist Don Winslow der Chronist des Verbrechens an der kalifornisch-mexikanischen Grenze und der Surfer.

Seit dem 1997 erschienenem „Bobby Z“ hat Don Winslow in seinen Romanen diese Gegend südlich von Hollywood nicht mehr verlassen und mit jedem Roman stieg die Zahl seiner Fans.

Erst jetzt, mit dem Thriller „Satori“, einem Prequel zu Trevanians „Shibumi“, über die Lehr-und Wanderjahre des Killers Nikolai Hel, der 1952 in Peking einen Mann ermorden soll, verlässt er wieder seinen Hinterhof und man muss kein Hellseher sein, um zu wissen, dass Winslow mit dem angenehm altmodischem Politthriller (so mein Eindruck nach dem ersten Drittel) noch bekannter wird.

Die unterschätzte Verfilmung von „Bobby Z“ ist unterhaltsames, humoristisch gefärbtes Old-School-Action-Kino. „Kill Bobby Z – Ein Deal um Leben und Tod“ macht, wie das Buch, einfach Spaß und Keith Carradine Bruce Dern, spärlich bekleidet am Strand stehend, als durchgeknallter Erzähler der Geschichte des legendären Surfers Bobby Z ist einen Blick wert.

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Don Winslow: Bobby Z

(übersetzt von Judith Schwaab)

Suhrkamp, 2011

288 Seiten

8,95 Euro

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Originalausgabe

The Death and Life of Bobby Z

Alfred A. Knopf, New York 1997

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Frühere deutsche Taschenbuchausgabe

Don Winslow: Die Auferstehung des Bobby Z.

Goldmann, 2001

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Deutsche Erstausgabe im festen Einband

Karl Blessing Verlag, 1997

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Verfilmung

Kill Bobby Z – Ein Deal um Leben und Tod (The Death and Life of Bobby Z, USA 2007, R.: John Herzfeld)

Drehbuch: Bob Krakower, Allen Lawrence

Mit Paul Walker, Laurence Fishburne, Olivia Wilde, Jason Flemyng, Keith Carradine, Joaquim de Almeida, J.R. Villarreal, Jason Lewis, Jacob Vargas, Michael Bowen

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Hinweise

Homepage von Don Winslow

Deutsche Homepage von Don Winslow

Meine Besprechung von Don Winslows „Pacific Private“ (The Dawn Patrol, 2008)

Meine Besprechung von Don Winslows „Pacific Paradises“ (The Gentlemen’s Hour, 2009) und „Tage der Toten“ (The Power of the Dog, 2005)

Don Winslow in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 6. Mai: Tödliche Versprechen

Mai 6, 2011

WDR, 23.15

Tödliche Versprechen – Eastern Promises (GB/USA/Can 2007, Regie: David Cronenberg)

Drehbuch: Steven Knight

Eine Hebamme gerät zwischen die Fronten der Russenmafia. Denn sie besitzt ein Tagebuch, das einige Verbrecher belastet. Ein Killer soll sie umbringen.

Hartes, in London spielendes, top besetztes Gangsterdrama von David Cronenberg.

Steven Knight schrieb unter anderem das Oscar- und BAFTA-nominierte und mit dem Edgar Allan Poe-Preis ausgezeichnete Drehbuch zum Stephen Frears-Film „Kleine schmutzige Tricks“ (Dirty Pretty Things, GB 2002).

„Eastern Promises“, wurde, oft in den Kategorien, bester Film, beste Regie, beste Hauptrolle und bestes Drehbuch, für zahlreiche Preise nominiert und erhielt auch einige. Knights Drehbuch war für den Edgar nominiert.

Im Moment arbeiten Steven Knight, David Cronenberg und Viggo Mortensen an einer Fortsetzung von „Eastern Promises“.

mit Viggo Mortensen, Naomi Watts, Armin Müller-Stahl, Vincent Cassel

Hinweise

Steven Knight: Eastern Promises (Drehbuch)

Englische Homepage zum Film (umfangreich; mit Hintergrundtexten und Filmausschnitten)

Deutsche Homepage zum Film (die Readers Digest-Version; dafür mit einem Cronenberg-Interview)

Film-Zeit über den Film

Die „taz“ redet mit David Cronenberg über „Tödliche Versprechen“

Wikipedia über „Tödliche Versprechen“ (deutsch, englisch)


Die KrimiZeit-Bestenliste Mai 2011

Mai 5, 2011

Die KrimiZeit-Bestenliste für den Wonnemonat Mai:

1 (2) Friedrich Ani: Süden

2 (1) Peter Temple: Wahrheit

3 (3) Daniel Woodrell: Winters Knochen

4 (8) Arne Dahl: Opferzahl

5 (-) Patrick Pécherot: Belleville-Barcelona

6 (-) Dominique Manotti: Roter Glamour

7 (10) Elisabeth Herrmann: Zeugin der Toten

8 (-) Adrian McKinty: Der schnelle Tod

9 (9) Didier Decoin: Der Tod der Kitty Genovese

10 (-) Reginald Hill: Der Tod und der Dicke

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In ( ) ist die Platzierung des Vormonats

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Ani und Woodrell: gut. Temple, Pécherot, McKinty und Decoin liegen auf meinem Zu-Lesen-Stapel, aber jetzt wird erst einmal der neue Don Winslow gelesen.


TV-Tipp für den 5. Mai: Mean Streets – Hexenkessel

Mai 5, 2011

WDR, 23.15

Mean Streets – Hexenkessel (USA 1973, R.: Martin Scorsese)

Drehbuch: Martin Scorsese, Mardik Martin

New York, Lower East Side: Charlie versucht sich um seinen leicht durchgeknallten Kumpel Johnny Boy zu kümmern. Denn dieser verärgert mit seinen Eskapaden auch die Mafia.

Grandioses Frühwerk von Martin Scorsese und der Start von mehreren großen Karrieren.

„Mean Streets besteht vor allem aus einem Mosaik von Momentaufnahmen und Anekdoten; an Stelle einer kontinuierlichen Entwicklung herrscht die Kontinuität des Stillstands. Vielleicht ist das der Hauptgrund, warum Mean Streets so irritierend authentisch wirkt.“ (Hans Günther Pflaum in Peter W. Jansen/Wolfram Schütte [Hrsg.]: Martin Scorsese – Hanser Reihe Film 37, 1986)

Die größte Ironie bei dem Film ist, dass „Mean Streets“ untrennbar mit New York verbunden ist, obwohl, wegen des Geldes, die meisten Szenen nicht an Originalschauplätzen sondern in Los Angeles gedreht wurden

Mit Robert De Niro, Harvey Keitel, David Proval, Amy Robinson, Robert Carradine, David Carradine, Martin Scorsese (als Shorty, der Killer im Auto)

Hinweise

Wikipedia über Martin Scorsese (deutsch, englisch)

Martin-Scorsese-Fanseite

Martin Scorsese in der Kriminalakte


Berndt Georg Thamm über das „Terrorziel Deutschland“

Mai 4, 2011

Berndt Georg Thamm fügte seiner reichhaltigen Biographie über kriminelle Bedrohungen mit „Terrorziel Deutschland: Strategien der Angreifer – Szenarien der Abwehr“ ein weiteres Werk hinzu. Nachdem es früher öfters über die Organisierte Kriminalität ging, geht es jetzt um den islamistischen Terrorismus und Thamm kann sich zugute halten, dass er eine Woche vor 9/11, als Osama bin Laden und al-Qaida in der Öffentlichkeit, teils auch in der Fachöffentlichkeit, nicht weiter vorkamen, die Titelgeschichte „Gotteskrieger tragen Terror nach Europa“ in der Mitgliederzeitschrift der Gewerkschaft der Polizei „Deutsche Polizei“ schrieb,.

Seitdem schrieb Thamm etliche weitere Aufsätze und Sachbücher über den islamistischen Terrorismus und wie er sich in den vergangenen zehn Jahre veränderte. Auch „Terrorziel Deutschland“ soll, so Thamm in seinem Vorwort, „das ‚Gespür für die Langzeitbedrohung‘ aufrechterhalten“.

Im Wesentlichen besteht das Buch aus einer lockeren, zunehmend ermüdend zu lesenden Aneinanderreihung von gelungenen und misslungenen Anschlägen islamistischer Terroristen und einer Auflistung ihrer Drohvideos aus den vergangenen zehn Jahren. Denn Terrorismus ist immer auch Propaganda und so ein Video hat mit minimalem Aufwand einen maximale mediale Aufmerksamkeit, die manchmal auch zu mehr oder weniger hysterische Reaktionen der Sicherheitsbehörden und der Öffentlichkeit führt.

Beim Lesen entsteht ein diffuses Gefühl der Bedrohung, das einen aber letztendlich auch ratlos zurücklässt. Denn nur durch eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die irgendwo auf der Welt stattfanden, entsteht noch kein einheitliches Bild, keine Theorie und es kann auch nicht ernsthaft über Gegenstrategien diskutiert werden. Dafür sind die von Thamm aufgelisteten Fälle viel zu verstreut über den Globus und haben teilweise viel zu wenig miteinander zu tun. Gleichzeitig geht er auch in die Propagandafalle der Terroristen (die von den Sicherheitsbehörden natürlich auch gerne ausgenutzt wird, um ihr Budget zu erhöhen und weitergehende Befugnisse zu bekommen), indem er jedes Drohvideo mit einer echten Drohung und einem Anschlag gleichsetzt.

Deshalb ist „Terrorziel Deutschland“, auch weil die im Untertitel versprochenen „Szenarien der Abwehr“ höchstens gestreift werden und die „Strategien der Angreifer“ in einem Meer von Einzelfällen verschwinden, ein enttäuschender Griff in den Thammschen Zettelkasten. Und dabei wird in der deutschen Öffentlichkeit immer noch ignoriert, dass der islamistische Terrorismus bei uns gut verankert ist. Immerhin wurde der Anschlag auf das World Trade Center von Hamburg aus geplant, in München gibt es die wichtige „vierte Moschee“ (Ian Johnson hat ein Buch über sie geschrieben, das jetzt bei Klett-Cotta erschien) und vor wenigen Tagen wurde die „Düsseldorfer Zelle“ verhaftet.

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Berndt Georg Thamm: Terrorziel Deutschland: Strategien der Angreifer – Szenarien der Abwehr

Rotbuch, 2011

288 Seiten

19,95 Euro

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Hinweise

Wikipedia über Berndt Georg Thamm

Perlentaucher über Berndt Georg Thamm

Deutschlandradio: Interview mit Berndt Georg Thamm (18. November 2010)

Cicero: Interview mit Berndt Georg Thamm (ohne Datum, aber ungefähr heute)


Alligator goes Hiatus

Mai 4, 2011

Alligatorpapiere-Alfred hat sich eine Auszeit von der täglichen Chronistenarbeit verordnet:

Wertes Publikum,
Leider werden Sie in Zukunft auf die aktuellen Nachrichten der Alligatorpapiere verzichten müssen. Aus persönlichen Gründen werden die Nachrichten ab Mai 2011 eingestellt.

Wir bedanken uns für Ihre langjährige Treue und Verbundenheit!
Aber verzagen Sie nicht – wir sind überzeugt, dass in nicht allzuferner Zeit gesammelte Nachrichten über Kriminalliteratur an anderer Stelle, in anderer, sogar besserer und zeitgemäßerer Form zu finden sein werden!
Wir werden Sie über diese Entwicklung informieren.
Die Redaktion bedankt sich bei allen ehrenamtlichen Mitarbeitern, Kolumnisten und Zuträgern, stellvertretend für alle anderen besonders bei Axel Bußmer und Thomas Przybilka für Ihre besondere Unterstützung und ihre Informationen zur Sekundär- und Primärliteratur (TP) und die täglichen Hinweise zu Kriminalfilmen (AB).

PS: Der „Krimi-Tipp Sekundärliteratur“ (KTS) von Thomas Przybilka wird auch weiterhin 2 x jährlich bei den „Alligatorpapieren“ erscheinen (und auch in die Print-Ausgabe der „Alligatorpapiere“ übernommen werden, die weiterhin mindestens 2 x jährlich erscheinen wird).

P. P. S.: Das Archiv bleibt natürlich erhalten und deshalb lohnt sich auch in Zukunft ein Klick zu den Alligatorpapieren.

Ansonsten: Schade, sehr schade (aber ich wusste es schon länger) und hoffentlich nur eine Auszeit und kein endgültiges Ende.

Und jetzt geh ich wieder mit einer Familienpackung Tempos ins Bett. Die jährliche Frühjahrserkältung hat mich erwischt.


TV-Tipp für den 4. Mai: Der Mann aus London

Mai 4, 2011

Arte, 22.30 (VPS 22.40)

Der Mann aus London (Ungarn/Frankreich/Deutschland 2007, R.: Béla Tarr, Ágnes Hranitzky [Co-Regie])

Drehbuch: László Krasznahorkai, László Krasznahorkai

LV: Georges Simenon: L’Homme de Londres, 1934 (Der Mann aus London)

Maloin beobachtet im Hafen einen tödlich endenden Streit. Als er bei der Leiche einen Koffer mit Geld findet, ändert sich sein Leben.

Atmosphärische Noir-SW-Simenon-Verfilmung, die mit 140 Minuten Laufzeit fast mehr Zeit als die Lektüre des Buches beansprucht und kein Film für die breite Masse ist.

In Berlin lief der Film in der ersten Woche in zwei Kinos als OmU mit jeweils einer Vorstellung.

mit Miroslav Krobot, Tilda Swinton

Hinweise

Japanische Homepage zum Film (eine andere habe ich nicht gefunden)

Film-Zeit über „The Man from London“

Wikipedia über „The Man from London“


Cover der Woche

Mai 3, 2011


TV-Tipp für den 3. Mai: Mr. Ripley und die Kunst des Tötens

Mai 3, 2011

ZDFneo, 21.00

Mr. Ripley und die Kunst des Tötens (D/GB 2005, R.: Roger Spottiswoode)

Drehbuch: William Blake Herron, Donald E. Westlake

LV: Patricia Highsmith: Ripley Under Ground, 1970 (Ripley Under Ground)

Der Maler Derwatt ist kurz vor seinem Durchbruch. Da stirbt er bei einem nächtlichen Autounfall. Seine Freunde, wozu Tom Ripley, Derwatts Freundin und der hochverschuldete Galeriebesitzer gehören, beschließen, den Tod von Derwatt einige Tage zu verschweigen und die Derwatt-Bilder gewinnbringend zu verkaufen. Als ein amerikanischer Derwatt-Fan ihnen einen beträchtlichen Scheck für ein neues Derwatt-Bild überreicht, beschließen sie, einige neue Derwatt-Bilder herzustellen. Doch dann will der Derwatt-Fan sich von dem Künstler die Echtheit des Gemäldes bestätigen lassen, den Derwatt-Fälscher packt das schlechte Gewissen und Tom Ripley, der nicht auf seinen gehobenen Lebensstil verzichten will, wird handgreiflich.

Herrlich gemeine, schwarzhumorige Komödie bei der alle (naja, vielleicht bis auf den Derwatt-Fälscher) von einer gehörigen Portion krimineller Energie angetrieben werden und die bürgerlichen Moralvorstellungen durchaus flexibel handhaben. Da erscheint Tom Ripley, für den Skrupel ein Fremdwort sind, fast schon als das anständigste Mitglied im Derwatt-Freundeskreis. Dafür dürfte Drehbuchautor Donald Westlake verantwortlich sein.

“RIPLEY UNDER GROUND is a lighthearted black comedy, cloaked in the guise of a murder mystery. (…)RIPLEY UNDER GROUND is well-made, enjoyable fluff, and has enough pleasant twists to make it worth seeking out.” (Peter Martin, twitchfilm.net)

Mit Barry Pepper, Jacinda Barrett, Tom Wilkinson, Willem Dafoe, Alan Cumming, Claire Forlani

Auch bekannt als “Ripley Under Ground” (DVD-Titel)

Hinweise

Wikipedia über Patricia Highsmith (deutsch, englisch)

Times: The 50 Greatest Crime Writers No 1: Patricia Highsmith

Kaliber .38 über Patricia Highsmith (Bibliographie)

Krimi-Couch über Patricia Highsmith

Kirjasto über Patricia Highsmith

Wired for Books: Don Swain redet mit Patricia Highsmith (1987)

Gerald Peary redet mit Patricia Highsmith (Sight and Sound – Frühling 1988 )

Homepage von Donald E. Westlake

Kriminalakte: Nachruf auf Donald E. Westlake

Kriminalakte: Covergalerie Donald E. Westlake

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „Get Real“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „What’s so funny?“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Roman „Watch your back!“

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes Dortmunder-Kurzroman „Die Geldmacher“ (Walking around money; erschienen in „Die hohe Kunst des Mordens“ [Transgressions])

Meine Besprechung von Donald E. Westlakes „Mafiatod“ (361, 1962)

Meine Vorstellung von Westlakes als Richard Stark geschriebener Parker-Serie (mit „Nobody runs forever“)

Meine Besprechung von Richard Starks Parker-Romans „Ask the Parrot“

Meine Doppelbesprechung von Richard Starks Parker-Romanen „Fragen Sie den Papagei“ (Ask the Parrot) und „Dirty Money“

Meine Besprechung des Films “The Stepfather”, nach einem Drehbuch von Donald E. Westlake


Definitiv kein FDP-Liberaler

Mai 2, 2011

Während die Kryptoliberalen von der hoffnungslos überflüssigen FPD alles versuchen, um das Andenken des Liberalismus (Kleiner Tipp: Mal John Stuart Mill lesen.) in den Dreck zu ziehen, hat James N. Frey eine sehr sympathische und prägnante Definition von Liberalismus gegeben:

Ich bin ein Liberaler, und wie alle Liberalen bin ich für freien Handel, solange er tatsächlich frei ist und die Arbeiter angemessen für ihre Arbeit bezahlt werden. Doch jeder, der ein Hirn im Kopf und ein Herz im Leib hat, ist gegen Niedriglohnsklaverei, selbst wenn sie angeblich der Schaffung von Arbeitsplätzen und dem Aufbau von Nationen dient.

(James N. Frey, Wie man einen verdammt guten Thriller schreibt, S. 71)

Ja, der hat seinen Mill gelesen.


TV-Tipp für den 2. Mai: Firewall

Mai 2, 2011

ZDF, 22.15

Firewall (USA 2006, R.: Richard Loncraine)

Drehbuch: Joe Forte

Bankräuber Bill Cox nimmt die Familie von Jack Stanfield, Sicherheitschef bei einer Bank, gefangen. Er verlangt von Stanfield, dass dieser ihm bei dem Bankraub hilft. Stanfield versucht den Bankraub zu verhindern und seine Familie zu retten.

Gut, die Story ist mit etwas Hightech-Voodoo aufgebretzelte Dutzendware, aber die Riege der altbekannten Gesichter und die Schlägerei am Ende (sie war auch für den World Stunt Award/Taurus-Award als bester Kampf) entschädigt dafür.

„Firewall“ ist ein B-Picture mit Starpower.

mit Harrison Ford, Virginia Madsen, Paul Bettany, Carly Schroeder, Jimmy Bennett, Mary Lynn Rajskub, Robert Forster, Robert Patrick, Alan Arkin

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Firewall“

Wikipedia über „Firewall“ (deutsch, englisch)

The Writing Studio: Interview mit Joe Forte über „Firewall“


TV-Tipp für den 1. Mai: Heat

Mai 1, 2011

Kabel 1, 22.40

Heat (USA 1995, R.: Michael Mann)

Drehbuch: Michael Mann

Die Story ist einfach und altbekannt: ein Polizist jagt einen ihm geistesverwandten Dieb.

Der Film ist sogar ein Remake. Michael Mann nahm einfach sein altes Drehbuch für „Showdown in L. A.“ (L. A. Takedown, 1989) und machte aus einem anderthalbstündigem TV-Piloten einen dreistündigen Kinofilm. Dank des größeren Budgets und guter Schauspieler (eine aus heutiger Sicht sehr beeindruckende Liste von Mann-Vertrauten, Stars und damals noch unbekannteren Namen) entstand ein Klassiker.

Berater bei dem Film waren Chuck Adamson (vor seinem Tod: Polizist und Autor für „Miami Vice“ und „Crime Story“), Dennis Farina (heute: Ex-Polizist und Schauspieler) und Andy McNab (heute: Ex-SAS und Schriftsteller).

mit Al Pacino, Robert De Niro, Val Kilmer, Jon Voight, Tom Sizemore, Amy Brenneman, Ashley Judd, Mykelti Williamson, Wes Studi, Diane Venora, Ted Levine, Dennis Haysbert, William Fichtner, Natalie Portman, Tom Noonan, Danny Trejo, Henry Rollins, Jeremy Piven, Xander Berkeley, Marty Ferrero, Rick Avery, Bud Curt (ungenannt, als Restaurantmanager Solenko)

Wiederholung: Montag, 2. Mai, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Heat“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „Heat“ von Michael Mann (Fassung vom 3. März 1994)

Michael Mann in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 30. April: Kopfüber in die Nacht

April 30, 2011

ZDF, 00.20

Kopfüber in die Nacht (USA 1985, R.: John Landis)

Drehbuch: Ron Koslow

Nach „Wetten, daß…?“ und „das aktuelle sportstudio“ (die beide, wie immer, überziehen werden) richtet sich der Film primär an Menschen, die Ed Okins Problem teilen: Schlaflosigkeit.

Genau: Ed Okin kann einfach nicht einschlafen. Also fährt er ins Flughafenparkhaus, eine Frau springt zuerst auf seine Motorhaube, dann auf seinen Beifahrersitz und fordert ihn auf, möglichst schnell abzuhauen. Denn sie wird von einigen Killern verfolgt. Ed gibt Gas und erlebt eine aufregende Nacht.

Grandiose Komödie mit einer gehörigen Portion Slapstick, viel Schwarzer Serie und einem beeindruckendem Aufgebot von Stars, die niemand kennt, weil sie als Kollegen von „Blues Brothers“-Regisseur John Landis hauptsächlich hinter der Kamera stehen (und standen).

„Landis (…) ist wieder ein amüsantes Vexierspiel aus ironisch montierten Versatzstücken unterschiedlicher Genres gelungen, das häufig augenzwinkernd mit Zitaten spielt.“ (Fischer Film Almanach 1986)

Eine sträflich unterschätzte, selten gezeigte Filmperle

Mit Jeff Goldblum, Michelle Pfeiffer, Stacey Pickren, David Bowie, Dan Aykroyd, David Cronenberg, John Landis, Waldo Salt, Bruce McGill, Rick Baker, Colin Higgins, Daniel Petrie, Paul Mazursky, Jonathan Lynn, Paul Bartel, Carl Perkins, Don Siegel, Jim Henson, Jack Arnold, Amy Heckerling, Roger Vadim, Lawrence Kasdan, Richard Farnsworth, Vera Miles, Irene Papas, Clu Gulager, Jonathan Demme, Carl Gottlieb

Hinweise

Wikipedia über „Kopfüber in die Nacht“ (deutsch, englisch)

New York Times: Vincent Canby über „Into the Night“ (22. Februar 1985)

Fast Rewind über „Into the Night“

Strange Conversation über „Into the Night“ (16. Mai 2007)

Blog über „Into the Night“


Die Arthur-Ellis-Award-Nominierungen 2011

April 29, 2011

Die kanadische Autorenvereinigung Crime Writers of Canada hat die diesjährigen Nominierungen für ihren Arthur-Ellis-Preis veröffentlicht:

Best Novel

• Slow Recoil, von C.B. Forrest (RendezVous Crime)

• In Plain Sight, von Mike Knowles (ECW Press)

• The Extinction Club, von Jeffrey Moore (Penguin Group)

• Bury Your Dead, von Louise Penny (Little, Brown UK)

• A Criminal to Remember, von Michael Van Rooy (Turnstone Press)

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Best Short Story

• “So Much in Common,” von Mary Jane Maffini (Ellery Queen Mystery Magazine)

• “In It Up to My Neck,” von Jas R. Petrin (Alfred Hitchcock Mystery Magazine)

• “The Big Touch,” von Jordan McPeek (ThugLit)

• “The Piper’s Door,” von James Powell (Ellery Queen Mystery Magazine)

• “The Bust,” von William Deverall (in Whodunnit: Sun Media’s Canadian Crime Fiction Showcase)

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Best Non-Fiction

• On the Farm, von Stevie Cameron (Knopf Canada)

• Our Man in Tehran, von Robert Wright (HarperCollins)

• Northern Light: The Enduring Mystery of Tom Thomson and the Woman Who Loved Him, von Roy MacGregor (Random House)

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Best Juvenile/Young Adult

• Borderline, von Allan Stratton (HarperCollins)

• The Worst Thing She Ever Did, von Alice Kuipers (HarperCollins)

• Pluto’s Ghost, von Sharee Fitch (Doubleday Canada)

• Victim Rights, von Norah McClintock (Red Deer Press)

• The Vinyl Princess, von Yvonne Prinz (HarperCollins)

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Best Crime Writing in French

• Cinq secondes, von Jacques Savoie (Libre Expression)

• Dans le quartier des agités, von Jacques Côté (Alire)

• Vanités, von Johanne Seymour (Libre Expression)

• La société des pères meurtriers, von Michel Châteauneuf (Vents D’ouest)

• Quand la mort s’invite à la première, von Bernard Gilbert (Québec Amérique)

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Best First Novel

• The Damage Done, von Hilary Davidson (Tom Doherty Associates)

• The Debba, von Avner Mandleman (Other Press)

• The Penalty Killing, von Michael McKinley (McClelland & Stewart)

• The Parabolist, von Nicholas Ruddock (Doubleday)

• Still Missing, von Chevy Stevens (St. Martin’s Press)

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Unhanged Arthur (Best Unpublished First Crime Novel)

• Better Off Dead, von John Jeneroux

• Uncoiled, von Kevin Thornton

• When the Bow Breaks, von Jayne Barnard

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Die Preisverleihung ist am 2. Juni in Victoria, British Columibia uaf der Bloody Words Convention.

(via The Rap Sheet)


Die Edgar-Gewinner 2011

April 29, 2011

Gestern wurden in New York von der Mystery Writers of America (MWA) die Edgars vergeben. Den renommierten Krimipreis gewannen:

BEST NOVEL

The Lock Artist von Steve Hamilton (Minotaur Books)

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BEST FIRST NOVEL BY AN AMERICAN AUTHOR

Rogue Island von Bruce DeSilva (Tom Doherty Associates – Forge Books)

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BEST PAPERBACK ORIGINAL

Long Time Coming von Robert Goddard (Random House – Bantam)

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BEST FACT CRIME

Scoreboard, Bavon: A Story of College Football, Crime and Complicity von Ken Armstrong and Nick Perry (University of Nebraska Press – Bison Original)

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BEST CRITICAL/BIOGRAPHICAL

Charlie Chan: The Untold Story of the Honorable Detective and his Rendezvouz with American History von Yunte Huang (W.W. Norton)

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BEST SHORT STORY

The Scent of Lilacs von Douy Allyn (Ellery Queen Mystery Magazine,Dell Magazines)

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BEST JUVENILE

The Buddy Files: The Case of the Lost Boy von Dori Hillestad Butler (Albert Whitman & Co.)

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BEST YOUNG ADULT

Interrogation of Gabriel James von Charlie Price (Farrar, Straus, Giroux Books for Young Readers)

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BEST PLAY

The Psychic von Sam Bobrick (Falcon Theatre – Burbank, CA)

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BEST TELEVISION EPISODE TELEPLAY

Luther: Episode 1, Drehbuch von Neil Cross (BBC America)

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ROBERT L. FISH MEMORIAL AWARD

Skyler Hobbs and the Rabbit Man von Evan Lewis (Ellery Queen Mystery Magazine, Dell Magazines)

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GRAND MASTER

Sara Paretsky

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RAVEN AWARDS

Centuries & Sleuths Bookstore, Forest Park, Illinois

Once Upon A Crime Bookstore, Minneapolis, Minnesota

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THE SIMON & SCHUSTER – MARY HIGGINS CLARK AWARD

The Crossing Places von Elly Griffiths (Houghton Mifflin Harcourt)

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Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!

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Und hier geht’s zur Liste der nominierten Werke.


Schreibtipps von V. S. Naipaul

April 29, 2011

Schon etwas ältere, aber sehr kluge Worte von V. S. Naipaul, der 2001 den Nobelpreis für Literatur erhielt, über das Schreiben:

VS Naipaul’s Rules for Beginners

1. Do not write long sentences. A sentence should not have more than ten or twelve words.

2. Each sentence should make a clear statement. It should add to the statement that went before. A good paragraph is a series of clear, linked statements.

3. Do not use big words. If your computer tells you that your average word is more than five letters long, there is something wrong. The use of small words compels you to think about what you are writing. Even difficult ideas can be broken down into small words.

4. Never use words whose meaning you are not sure of. If you break this rule you should look for other work.

5. The beginner should avoid using adjectives, except those of colour, size and number. Use as few adverbs as possible.

6. Avoid the abstract. Always go for the concrete.

7. Every day, for six months at least, practice writing in this way. Small words; short, clear, concrete sentences. It may be awkward, but it’s training you in the use of language. It may even be getting rid of the bad language habits you picked up at the university. You may go beyond these rules after you have thoroughly understood and mastered them.

(entdeckt bei The Rap Sheet; aber auch India Uncut)


TV-Tipp für den 29. April: Fletch – Der Troublemaker

April 29, 2011

RBB, 00.00

Fletch – Der Troublemaker (USA 1985, R.: Michael Ritchie)

Drehbuch: Andrew Bergman

LV: Gregory Mcdonald: Fletch, 1974 (Fletch)

Journalist Fletch recherchiert undercover im Penner-Milieu. Da erhält er von einem reichen Pinkel den Auftrag, ihn umzubringen. Fletch wittert, neben viel Geld, eine gute Story.

Der kurzweilige Roman erhielt den Edgar-Allan-Poe-Preis und sollte unbedingt gelesen werden. Der Film ist dagegen, trotz Edgar-Nominierung, eine schwache Angelegenheit.

Alle Fletch-Romane sind bei Vintage Crime/Black Lizard im Original erhältlich. Die deutschen Übersetzungen gibt’s im Antiquariat ihres Vertrauens.

Mit Chevy Chase, Joe Don Baker, M. Emmet Walsh, Geena Davis (in einer Nebenrolle)

Hinweise

Homepage von Gregory Mcdonald

Thrilling Detective über Fletch

Mystery File: Lee Goldberg über Gregory Mcdonald und Fletch (und die Verfilmung)

Mein Nachruf auf Gregory Mcdonald


TV-Tipp für den 28. April: Dreimal schwarzer Kater

April 28, 2011

WDR, 20.15

TATORT: Dreimal schwarzer Kater (D 2003, R.: Buddy Giovinazzo)

Drehbuch: Stephan Cantz, Jan Hinter

In einem Heim stirbt die gelähmte Lisa. Kommisar Thiel und Pathologe Boerne beginnen zu ermitteln.

Nach zwei äußert unterhaltsamen Fällen inszenierte Buddy Giovinazzo den dritten Fall: New York in Münster? Das nicht, aber gewohnt respektlos und witzig.

Mit Axel Prahl, Jan Josef Liefers, Friederike Kempter, Christine Urspruch, Mechthild Großmann, Oliver Bokern, Claus D. Clausnitzer

Hinweise

Wikipedia über Buddy Giovinazzo (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über Buddy Giovinazzo

Buddy Giovinazzo in der Kriminalakte


Neu im Kino/Filmkritik: Der „Fast & Furious“-Betriebsausflug nach Rio de Janeiro

April 28, 2011

Wegen des ausgefeilten Plots, den differenzierten Charakterzeichnungen, dem feinen Witz und den grandiosen Schauspielerleistungen wird niemand in einen Film der „The Fast & The Furious“-Reihe gehen.

Im inzwischen fünften Teil, der im Original nur noch knapp „Fast Five“ heißt, bei uns immerhin „Fast & Furious Five“, wird am bewährten Rezept von schnellen Autos, heißen Frauen und viel Action nichts geändert. Nur an der Laufzeit wurde geschraubt. Mit 130 Minuten hat der fünfte Teil zwar den kürzesten Titel, aber die längste Laufzeit. Denn es gibt auch einiges zu erzählen. Stunttechnisch. Die Geschichte passt dagegen auf eine, zugegeben größere, Zylinderkerze als bei den vorherigen Filmen:

Dominic Toretto (Vin Diesel) und Brian O’Conner (Paul Walker) sind auf der Flucht in Rio de Janeiro gelandet. Während eines Autodiebstahls aus einem Zug geht einiges schief (Yeah, Baby, Action) und sie fragen sich, warum der örtliche Gangsterboss unbedingt ein bestimmtes Auto wollte. Sie finden in dem Flitzer das elektronische Fahrtenbuch und wissen so, wo der Drogenlord sein Drogengeld zwischenlagert. Sie wollen es (immerhin über hundert Millionen Dollar oder ein echt großer Haufen Kohle) klauen, holen ihre alten Kumpels (bekannt aus den vorherigen „Fast & Furious“-Filmen) und sorgen mit dem Überfall auf eines der Geldverstecke dafür, dass der Gangster das gesamte Geld an einem Ort versteckt. Dummerweise ist es jetzt in einem High-End-Safe im örtlichen Polizeirevier. Das hält die Jungs (und Mädels) nicht davon ab, es trotzdem zu versuchen.

Gleichzeitig ist ein superharter US-Fahnder (Dwayne Johnson) mit seinem Team auf ihrer Fährte.

Aber wegen der in fast jeder Sekunde absolut vorhersehbaren Story, die sogar die Autoren einer mediokren US-Action-TV-Serie vor Scham erblassen lassen würde, geht niemand in einen solchen Film, sondern wegen der Action. – Und die ist atemberaubend. Das beginnt mit einer Gefangenenbefreiung (ein Bus wird zerlegt), dem Diebstahl von drei Flitzern aus einem fahrendem Zug (ein Zug wird ziemlich ordentlich demoliert und ein Auto im Wasser versenkt), über eine atemberaubende Jagd durch die Favelas, einigen kleineren Action-Szenen, und endet mit dem Diebstahl des Safes, der einfach an zwei Autos angehängt, aus der Wand gerissen und durch die Stadt geschleift wird. Bei der Verfolgungsjagd wird dann mal flugs die halbe Innenstadt zerlegt. In diesen Momenten sieht man, wohin das Geld für den Film geflossen ist und, wie bei den alten Bond-Filmen, gibt es die bekannte Mischung, neu und schmackhaft angerichtet, und mit viel Arbeit für die Stuntleute garniert.

„Fast & Furious Five“ ist Entertainment fernab jeglicher Wirklichkeit, aber sehr unterhaltsames Kino der Marke „Hirn aus, Gang rein.“ – und absolut Jugendfrei. Züchtiger sahen die Frauen wohl nie aus. Unblutiger starben zuletzt in den Karl-May-Verfilmungen die Bösen. Und sogar in Punkto „Alkoholkonsum“ können diese Verbrecher als Vorbild dienen.

Fast & Furious Five (Fast Five, USA 2011)

Regie: Justin Lin

Drehbuch: Chris Morgan (basierend auf Charakteren von Gary Scott Thompson

mit Vin Diesel, Paul Walker, Jordana Brewster, Tyrese Gibson, Chris ‚Ludacris‘ Bridges, Matt Schulze, Sung Kang, Gal Gadot, Tego Calderon, Don Omar, Joaquim de Almeida, Dwayne Johnson, Elsa Pataky, Michael Irby

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Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Deutsche Facebook-Seite zum Film

Film-Zeit über „Fast & Furious Five“

Wikipedia über „Fast & Furious Five“ (deutsch, englisch)