TV-Tipp für den 16. Mai: Red Riding: Yorkshire Killer 1974

Mai 16, 2011

HR, 23.30

Red Riding: Yorkshire Killer 1974 (GB 2009, R.: Julian Jarrold)

Drehbuch: Tony Grisoni

LV: David Peace: Nineteen Seventy-Four, 1999 (1974)

Yorkshire, 1974: Der ehrgeizige Lokaljournalist Eddie Dunford recherchiert im Fall eines verschwundenen Mädchens. Er entdeckt Parallelen zu ähnlichen Fällen.

Auftakt der grandiosen, aus drei Filmen bestehenden Verfilmung der Red-Riding-Romane von David Peace. Den zweiten Film, „1980“, zeigt der HR in einer Woche um 23.30 Uhr und den Abschluss, „1983“, gibt es in zwei Wochen um 23.30 Uhr.

Mit Andrew Garfield, Eddie Marsan, John Henshaw, Sean Bean

Hinweise

Meine Besprechung von David Peaces „1974“ (Nineteen Seventy-Four, 1999)

Meine Besprechung von David Peaces „1977“ (Nineteen Seventy-Seven, 2000)

Meine Besprechung von David Peaces „1980“ (Nineteen Eighty, 2001)

Meine Besprechung von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty-Three, 2002)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio im Jahr Null“ (Tokyo Year Zero, 2007)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio, besetzte Stadt“ (Occupied City, 2009)

Meine Besprechung der „Red Riding Trilogy“ (der Verfilmung der entsprechenden Bücher)

David Peace in der Kriminalakte


Altlastenbeseitigung: Text und Bild, Teil 2

Mai 15, 2011

Es hilft nichts. Ich muss endlich mal wieder meinen Schreibtisch aufräumen. Dabei kann ich dann auch einige Werke, die ich teils schon vor Monaten genossen, aber bis jetzt immer noch nicht besprochen habe, endlich, nicht immer in der gebührenden Länge, besprechen.

Der Kinoeinsatz der „Losers“, der weitgehend auf dem ersten „The Losers“-Band „Goliath“ basiert, floppte an der Kinokasse und wurde bei uns leider nur auf DVD veröffentlicht. Denn die „Losers“ (ein Special-Forces-Team, das von ihren Vorgesetzten verraten wurden und bei einem Einsatz sterben sollte, überlebte, will sich jetzt für den Verrat rächen und wird von ihren Ex-Chefs gejagt) waren vergangenes Jahr das bessere „A-Team“. Trotzdem dürfte das magere Einspielergebnis das letzte Wort über weitere Einsätze der „Losers“ gesprochen haben.

Die im Original bereits zwischen 2003 und 2006 veröffentlichte Comicserie geht dagegen weiter. Der zweite „The Losers“-Band „Die Insel“ ist im wesentlichen ein Luftholen nach dem ersten Einsatz, als sie auf der Suche nach Beweisen für die Untaten der CIA und ihres Auftraggebers Max den Hafen von Houston in einen äußerst sanierungsbedürftigen Zustand versetzten, und eine Vorbereitung für den dritten Band.

So erfahren wir zunächst, wie die „Loser“ die Auszeit verbringen und nach weiteren Hinweisen über Max suchen. Dann brechen sie in die Karibik auf. Denn dort hat Max in einer Villa etwas für ihn sehr Wichtiges versteckt und die Loser wissen, dass etwas, das für Max wertvoll ist, auch für sie wertvoll ist.

„Die Insel“ ist, wie schon der erste „Losers“-Band, ein feiner Action-Comic, bei dem die amerikanischen Geheimdienste mal wieder schlecht wegkommen. Denn für sie zählt ein Menschenleben wenig, eine Intrige viel.

Ein Zitat von US-Präsident Abraham Lincoln beschließt „Die Insel“: „Gewisse Unternehmen haben sich etabliert, und eine Ära der Korruption wird folgen. Und die Vermögenden im Lande werden alles tun, um diesen Zustand zu verlängern, indem sie die Voreingenommenheit der Menschen zu ihrem Vorteil nutzen, bis der Wohlstand sich in wenigen Händen angesammelt hat und die Republik zerstört ist.“

Was das Zitat für die „Loser“ und ihren Gegner Max bedeutet, werden wir im dritten „Losers“-Band, der für Mitte Mai angekündigt ist, erfahren.

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Andy Diggle (Autor)/Jock (Zeichnungen)/Shawn Martinbrough (Zeichner): The Losers: Die Insel (Band 2)

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini Comics/Vertigo, 2010

148 Seiten

16,95 Euro

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Originalausgabe

The Losers, Vol. 7 – 12

DC Comics, 2004

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Hinweise

Homepage von Andy Diggle

Blog von Andy Diggle

Homepage von Jock

Meine Besprechung von Andy Diggle/Jocks „The Losers: Goliath“

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In der feinen TV-Action-Serie „Human Target“ holt Bodyguard Christopher Chance für andere die Kastanien aus dem Feuer. Gespielt wird Chance von Mark Valley, der mir als Christopher Chance wesentlich besser gefällt als als Anwalt Brad Chase in „Boston Legal“. Zur TV-Serie wurde auch die Comicserie wiederbelebt.

Denn die TV-Serie basiert auf einem von Len Wein erfundenem Charakter, der bereits 1972 seinen ersten Auftritt hatte. Chance war eine Mischung aus Privatdetektiv und Bodyguard, der zum Erfüllen seiner Aufträge die Identität seines Auftraggebers (aka des potentiellen Opfers eines Anschlags) annahm.

Für die Serie wurde dann einiges geändert. Immerhin hätte Chance sich dann in jeder Folge verkleiden müssen. Deshalb ist er jetzt ein ehemaliges Mitglied einer Geheimorganisation, das den Alias „Christopher Chance“ angenommen hat (vor ihm gab es bereits andere „Christopher Chances“), jetzt für Geld das menschliche Schutzschild für seine Klienten spielt und sie so vor Anschlägen schützt oder aus der Bredouille herausholt. Weil er die Gefahr liebt, nimmt er am liebsten lebensgefährliche Aufträge an.

Der Comic „Kopfgeld für den Paten“ erzählt mit den Charakteren und in der Welt der TV-Serie ein weiteres Abenteuer von Christopher Chance, das ihn um den gesamten Globus führt. Denn der alternde und vom schlechten Gewissen geplagte Pate Angelo Morelli will kurz vor seinem Tod (Krebs!) als Kronzeuge aussagen. Chance soll ihn sicher von seinem Versteck in der Nähe von Paris nach Washington bringen. Auf ihrer Reise will Morelli für seine Aussage allerdings noch die in Paris, Vatikan, Venedig, einer abgelegenen Hütte in den Alpen und Hongkong versteckten Beweise einsammeln. So wird der eh schon gefährliche Auftrag für Christopher Chance, weil sie von Mafia-Killern erbarmungslos gejagt werden, zu einer klassischen Selbstmordmission.

Für Fans der TV-Serie (zu denen ich gehöre) ist „Kopfgeld für den Paten“ ein weiteres spannendes Abenteuer mit Christopher Chance, seinen beiden Freunden, Detective Laverne Winston und Guerrero, einer schönen Frau (aka „Babe of the Week“) und viel Action, die das Budget einer „Human Target“-Serienfolge gesprengt hätte (obwohl die einzelnen Folgen normalerweise nicht vor Ort gedreht werden).

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Len Wein (Autor)/ Bruno Redondo (Zeichner): Human Target: Kopfgeld für den Paten (Band 1)

(übersetzt von Claudia Fliege)

Panini Comics, 2011

148 Seiten

16,95 Euro

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Originalausgabe

Human Target, Vol. 1 – 6

DC Comics, 2010

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Hinweise

Kriminalakte über die TV-Serie „Human Target“

Thrilling Detective über Christopher Chance

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Die Verfilmung von „Jonah Hex“ war ein Desaster, das niemand sehen wollte. Der Film war, so hört man, auch außergewöhnlich schlecht und, wie schon der Trailer zeigt, sehr fern von der Vorlage. Eigentlich hat man nur die Landschaft (Wilder Westen), den Namen des Helden und sein verunstaltetes Gesicht übernommen.

In den Comics ist Jonah Hex ein zynischer Kopfgeldjäger, der nicht lange fackelt. In dem zweiten „Jonah Hex“-Sammelband „Rächende Colts“ sind sechs weitere von den aktuellen „Jonah Hex“-Autoren Jimmy Palmiotti und Justin Gray geschriebene Abenteuer enthalten, in denen Jonah Hex etliche Bösewichter umbringt. Die amoralischen Geschichten sind dabei in jeder Beziehung vom Spaghetti-Western inspiriert.

In den USA schreiben Jimmy Palmiotti und Justin Gray fleißig weitere „Jonah Hex“-Geschichten. Das 67. Heft ist gerade erschienen. Bei uns scheinen die Verkaufszahlen, wie fast immer bei Western, eher mau gewesen zu sein. Denn bislang hat Panini noch keine weiteren „Jonah Hex“-Sammelbände angekündigt.

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Jimmy Palmiotti (Autor)/Justin Gray (Autor)/Luke Ross (Zeichner): Jonah Hex – Rächende Colts (Band 2)

(übersetzt von Christian Heiss)

Panini Comics/DC Comics, 2010

148 Seiten

16,95 Euro

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Originalausgabe/enthält

Jonah Hex 7: Eine Hochzeit und fünfzig Begräbnisse (One Wedding and fifty Funerals, Juli 2006)

Jonah Hex 8: Verschließe niemals die Augen (Never turn a blind Eye, August 2006)

Jonah Hex 9: Der vertriebene Fluch (Gettin‘ un-haunted, September 2006)

Jonah Hex 10: Alligatormenü (Gator Bait, Oktober 2006)

Jonah Hex 11: Ein Baum zum Hängen (The hangin‘ Tree, November 2006)

Jonah Hex 12: Blutspuren im Schnee (Bloddstained Snow, Dezember 2006)

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Hinweise

Blog von Jimmy Palmiotti

Meine Besprechung von „Jonah Hex: Zeit zu sterben (Band 1)“

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Irgendwie war Brian Azzarellos Western-Serie „Loveless“ von Anfang an vermurkst. Es begann mit Wes Cutter, der nach dem Bürgerkrieg in seinen Heimatort, das Südstaatenkaff Blackwater, zurückkehrte, um sich für erlittenes Unrecht zu rächen. Nachdem er hinterrücks erschossen wird, will seine Frau Ruth ihn rächen – und, wie man bei dem Titel „Stunde der Abrechnung“ zu recht vermuten kann, tut sie das auch gnadenlos. Diese Abrechnung umfasst die erste Hälfte des Sammelbandes. In der zweiten Hälfte sind drei kurze Geschichten abgedruckt, die 1906, 1927 und 1934 in den Südstaaten spielen und, weil sie gar nicht mehr den Anspruch erheben, Teil eines großen, Jahrzehnte umspannenden Erzählung zu sein, sind sie als Einzelgeschichten wesentlich besser als die vorherige Western-Geschichte.

Die deutlich vom Italo-Western inspirierte Serie „Loveless“ endet mit der „Stunde der Abrechnung“ so unbefriedigend, wie sie mit „Blutrache“ begann.

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Brian Azzarello (Autor)/Danijel Zezelj (Zeichner)/Werther Dell’edera (Zeichner): Loveless – Stunde der Abrechnung (Band 4)

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini Comics/Vertigo, 2010

148 Seiten

16,95 Euro

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Originalausgabe

Loveless, Vol. 19 – 24

Vertigo 2007/2008

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Hinweise

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “Jonny Double” (Jonny Double, 2002)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Marcello Frusins “Loveless 1 – Blutrache” (Loveless: A Kin’ of Homecoming, 2006)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Marcello Frusins „Loveless 2 – Begraben in Blackwater“ (Loveless: Thicker than Blackwater, 2007)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Danijel Zezeljs „Loveless 3 – Saat der Vergeltung (Loveless: Blackwater Falls, 2008)

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Weitaus gelungener als „Loveless“ ist die ebenfalls von Brian Azzarello erfundene Serie „100 Bullets“ die mit „Das dreckige Dutzend“ zielstrebig auf ihr Ende zusteuert. Dabei wird die Prämisse, mit der die Serie „100 Bullets“ begann („Was würdest du tun, wenn jemand dir die Möglichkeit gibt, dich für ein großes Unrecht zu rächen, ohne dass du dafür von der Justiz bestraft wirst?“), nicht mehr weiter beachtet. Stattdessen bereiten sich die Minutemen, eine Killertruppe, die in Atlantic City vernichtet werden sollte, aber an verschiedenen Orten untertauchen konnte, und der Trust, eine Vereinigung von 13 einflussreichen Familien, auf ihren letzten Kampf vor. Dabei war die geplante Vernichtung der Minutemen nur ein Schachzug im Kampf der Trust-Familien untereinander.

Im dreizehnten und letzten „100 Bullets“-Sammelband kommt dann der Kampf zwischen den Minutemen und dem Trust zum Ende und wir dürften auch alle, jetzt teilweise noch rätselhaften Hintergründe erfahren. Dann ist auch die Zeit für eine große umfassende Besprechung, die viele Spoiler enthalten wird.

Bis dahin kann ich nur sagen: „Das dreckige Dutzend“ ist ein weiterer überzeugender Band einer grandiosen Krimiserie, die chronologisch gelesen werden sollte.

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Brian Azzarello (Autor)/Eduardo Risso (Zeichner): 100 Bullets: Das dreckige Dutzend (Band 12)

(übersetzt von Claudia Fliege)

Panini Comics/Vertigo, 2011

132 Seiten

16,95 Euro

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Originalausgabe

100 Bullets, Vol. 84 – 88

Vertigo, 2007/2008

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Hinweise

Wikipedia über „100 Bullets“ (deutsch, englisch)
Britische Fanseite zu „100 Bullets“

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos “100 Bullets 3 – Alle guten Dinge” (100 Bullets: Hang up on the Hang Low, 2001)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets 5 – Du sollst nicht töten“ (100 Bullets Vol. 5: The Counterfifth Detective, 2002)

Meine Besprechung von Brian Azzarello/Eduardo Rissos „100 Bullets – Dekadent (Band 10)“ (100 Bullets: Decayed, Volume 68 – 75)

Meine Besprechung von Brian Azzarellos/Eduardo Rissos „!00 Bullets: Das Einmaleins der Macht (Band 11)“ (100 Bullets: Once upon a crime, Volume 76 – 83)


TV-Tipp für den 15. Mai: Sierra Charriba

Mai 15, 2011

Arte, 20.15

Sierra Charriba (USA 1964, R.: Sam Peckinpah)

Drehbuch: Harry Julian Fink, Oscar Saul, Sam Peckinpah

Nach dem Bürgerkrieg muss Unions-Major Amos Dundee zusammen mit Konföderiertem-Captain Benjamin Tyreen (mit dem er vor dem Krieg befreundet war) gegen den Apachen-Häuptling Sierra Charriba kämpfen. Denn dieser überfällt immer wieder Siedlungen der Weißen.

Nach dem Western „Sacramento“ drehte Peckinpah „Sierra Charriba“ (Originaltitel war „Major Dundee“) und es gab auch gleich beim Dreh und beim Schnitt mächtig Ärger.

„‚Sierra Charriba‘ ist ein spannender Action-Western und das faszinierende Überbleibsel eines Monumentalfilms, den es nie gegeben hat. Seine Macher konnten sich nie einigen, welche Art von Film sie eigentlich drehen wollten.“ (Glenn Erickson, Booklet zur DVD-Ausgabe)

Arte zeigt die restaurierte bzw. Extended Version, die etwas länger als die ursprüngliche Kinoversion ist, aber natürlich immer noch die Probleme hat, die der Film bereits vor und während des Drehs hatte.

mit Charlton Heston, Richard Harris, Jim Hutton, James Coburn, Michael Anderson jr., Senta Berger, Mario Adorf, Brock Peters, Warren Oates, Ben Johnson, R. G. Armstrong, Slim Pickens, Michael Pate

Wiederholung: Dienstag, 17. Mai, 14.45 Uhr

Hinweise

Kriminalakte über Sam Peckinpah

Meine Besprechung von „Passion & Poetry: The Ballad of Sam Peckinpah“

Arte über „Sierra Charriba“

Wikipedia über „Sierra Charriba“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Major Dundee“


TV-Tipp für den 14. Mai: Invasion vom Mars

Mai 14, 2011

ZDFkultur, 22.40

Invasion vom Mars (USA 1953, R.: William Cameron Menzies)

Drehbuch: Richard Blake

Der kleine David beobachtet eines Nachts die Landung eines UFOs. Kurz darauf bemerkt er, dass sein Vater und die Nachbarstochter sich seltsam verhalten. Und das ist erst der Anfang der Invasion vom Mars.

Kultige SF aus den Fünfzigern, die damals auch als 3D-Film geplant war und der erste Alien-Invasionsfilm in Farbe ist.

„Einer der ungewöhnlichsten Filme der fünfziger Jahre. Menzies (…) lieferte hier seine letzte Arbeit als Regisseur und verleiht dem Film durch unheilschwangere Bilder und die düstere Atmosphäre eine brillante, alptraumhafte Qualität.“ (Phil Hardy, Hrsg.: Die Science-Fiction-Filmenzyklopädie, 1998)

„Wegweisender SF-Film“ (David Pringle: Das ultimative Science-Fiction-Lexikon, 1997)

mit Helena Carter, Arthur Franz, Jimmy Hunt, Leif Erickson, Hillary Brooke

Wiederholung: Sonntag, 15. Mai, 03.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Invasion vom Mars“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Invaders from Mars“

Eccentric Cinema über „Invaders from Mars“

Monstrula über „Invasion vom Mars“


Altlastenbeseitigung: Text und Bild

Mai 13, 2011

Es hilft nichts. Ich muss endlich mal wieder meinen Schreibtisch aufräumen. Dabei kann ich dann auch einige Werke, die ich teils schon vor Monaten genossen, aber bis jetzt immer noch nicht besprochen habe, endlich, nicht immer in der gebührenden Länge, besprechen.

In „Schöne neue Welt“, dem zwölften Band der grandiosen Serie „The Walking Dead“ von Robert Kirkman über eine Gruppe von Menschen, die nach einer Katastrophe in einer von Zombies beherrschten Welt, überleben wollen, scheint sich alles zum Besseren zu wenden.

Die von Polizist Rick Grimes geführte Gruppe nähert sich endlich Washington, D. C.. dem Ziel ihrer Reise. Denn dort, so hat ihnen ihr Gruppenmitglied Dr. Eugene Porter gesagt, gebe es ein Mittel gegen die Zombies. Aber kurz vor der Hauptstadt erfahren sie, dass Porter sie belogen hat. Er ist nur ein einfacher Highschool-Lehrer und ein guter Lügner. Da treffen sie auf einen Mann, der sie einlädt, zu ihnen in eine geschlossene Siedlung zu ziehen. Grimes ist skeptisch. Denn wenn etwas zu schön um wahr zu sein ist, ist es auch meistens nicht wahr. Außerdem erinnern sie sich noch gut an Philip, den durchgeknallten Herrscher von Woodbury (gegen den sie in den „The Walking Dead“-Sammelbänden fünf bis acht kämpften).

„Schöne neue Welt“ ist eine feine Fortsetzung einer tollen Serie, die die Gruppe vor eine neue Herausforderung stellt. Jetzt müssen sie sich fragen, ob sie wieder in ein normales Leben zurückkehren können. Wie in den vorherigen Bänden gibt es eine ordentliche Portion Gewalt gegen die Zombies, aber auch in „Schöne neue Welt“ steht die Dynamik in der Gruppe und wie sie auf andere Menschen reagiert, im Mittelpunkt und das ist allemal spannender als stupides Zombie-Abschlachten.

Im Moment sehe ich mir die auf den Comics basierende TV-Serie „The Walking Dead“ an. Sie bewegt sich schon in der ersten Staffel erstaunlich weit von der Vorlage weg, indem Rick Grimes und seine Gruppe andere Abenteuer erleben müssen und schon in den ersten Folgen etliche neue Charaktere auftauchen. Aber sie bleibt dem Geist der Vorlage treu; was nicht verwunderlich ist, denn Robert Kirkman ist in die Produktion stark involviert. Er ist Executive Producer und schreibt auch Drehbücher für die TV-Serie. Ich bin jedenfalls auch von der TV-Serie begeistert.

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Robert Kirkman (Autor)/Charlie Adlard (Zeichner)/Cliff Rathburn (Zeichnungen): The Walking Dead: Schöne neue Welt (Band 12)

(übersetzt von Marc-Oliver Frisch)

Cross Cult, 2011

152 Seiten

16 Euro

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Originalausgabe

The Walking Dead, Vol. 12: Life Among Them (# 67 – 72)

Image Comics, 2010/2011

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Hinweise

Offizielle „The Walking Dead“-Seite

Wikipedia über „The Walking Dead“ (deutsch, englisch)

AMC-Blog zu „The Walking Dead“ (derzeit: Berichte und Bilder von den Dreharbeiten)

„The Walking Dead“-Fanseite

„The Walking Dead“-Wiki

Kriminalakte: Meine Gesamtbesprechung der ersten zehn „The Walking Dead“-Bände, meine Besprechung des elften Bandes „Jäger und Gejagte“ und das Comic-Con-Panel zur TV-Serie

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Neben „The Walking Dead“ schreibt Robert Kirkman noch an einer weiteren Serie: „Haunt“, über einen unheiligen Priester, der nach dem Tod seines Bruders von ihm besessen ist.

Die Initialzündung für die Serie war 2006 auf der San Diego Comic-Con. „Spawn“-Erfinder Todd McFarlane saß auf dem Podium. Ein Fan fragte ihn, warum er keine Comics mehr schreibe. McFarlane antwortete höflich, erfuhr, dass dieser Fan Robert Kirkman sei und bot ihm eine Zusammenarbeit an. Es dauerte dann noch drei Jahre, bis Ende 2009 das erste „Haunt“-Heft erschien.

„Haunt“ ist dabei eine etwas andere Superheldenserie. Denn der Protagonist Daniel Kilgore ist als Priester eine Fehlbesetzung und mit seinem Bruder Kurt will er nichts zu tun haben. Kurt ist Geheimagent für die Agency, einen supergeheimen Geheimdienst (naja, das kennen wir doch aus den USA: der Geheimdienst hinter dem CIA, der ein unbegrenztes Budget hat, schmutzige Geschäfte erledigt und auch Menschen tötet; – und manchmal auch nur ein Synonym für die CIA ist). Kurt erledigt weltweit die Schmutzarbeit und bringt dabei immer wieder Menschen um.

Auch nachdem Kurt ermordet wird, will Daniel Kilgore nichts mit ihm zu tun haben. Dummerweise ergreift Kurt jetzt, wenn es gefährlich wird, von Kilgore Besitz und es gibt ein neues, fast unverletzbares Wesen, das Kilgore für die Arbeitgeber von Kurt interessant macht. Denn Kurt und seine Freundin stahlen wichtige Unterlagen von einem Dr. Shillinger, an die jetzt auch der skrupellose Supergangster Hung will.

„Haunt“ verleiht dem Superheldengenre mit dem fast unverletzbarem Haunt und den beiden Brüdern, die sich nicht grün, aber aufeinander angewiesen sind und ständig miteinander reden, einen neuen Twist. Denn hier werden die Familienprobleme nur noch im Kopf des Protagonisten ausgetragen.

Jetzt sind, in zwei Sammelbänden, die ersten zwölf Hefte und damit die erste große „Haunt“-Geschichte erschienen, die aber genug Spuren für weitere Geschichten, die bislang in den USA noch nicht erschienen sind, legt.

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Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert Kirkman (Autor, Co-Creator)/Ryan Ottley (Zeichner)/Greg Capullo (Zeichner): Haunt – Band 1

(übersetzt von Claudia Fliege)

Panini Comics, 2010

132 Seiten

16,95 Euro

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Originalausgabe

Haunt, Vol 1 – 5

Image Comics, 2010

Todd McFarlane (Tusche, Co-Creator)/Robert /Kirkman (Autor, Co-Creator)/Greg Capullo (Zeichner): Haunt – Band 2

(übersetzt von Claudia Fliege)

Panini Comics 2011

156 Seiten

16,95 Euro

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Originalausgabe

Haunt, Vol. 6 – 12

Image Comics, 2010

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Hinweis

Homepage von Todd McFarlane

Homepage von Image Comics

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Auch bei „American Vampire“ begann die Zusammenarbeit eher zufällig. Scott Snyder wollte von Stephen King eigentlich nur einen Blurb, aber dem Horror-Autor gefiel das Konzept so gut, dass er, wie schon bei der Krimireihe Hard Case Crime, statt des Blurbs eine Geschichte anbot und, wie bei Hard Case Crime, bewies er seinen guten Geschmack. Außerdem schrieb er, nachdem bereits aus einigen seiner Romane Comics wurden, mit „American Vampire“ erstmals eine Geschichte direkt für einen Comic.

In „American Vampire“ bekämpfen sich in den USA die alten, europäischen Vampire und die neuen amerikanischen Vampire – und alle Vampire haben nichts mit der „Twilight“-Teenieheimeligkeit gemeinsam.

Denn der Protagonist Skinner Sweet war vor seinem Vampirdasein der gemeinste, hinterhältigste und bösartigste Bandit des Wilden Westen und jetzt ist er, als erster seiner Art, eine neue Art von Vampir, die Dinge tun kann, die die alten europäischen Vampire nicht tun konnten. So macht ihm das Tageslicht nichts aus.

Im ersten „American Vampire“-Sammelband, der die ersten fünf „American Vampire“-Hefte enthält, werden zwei voneinander unabhängige Geschichten erzählt, die in jedem Heft weitererzählt werden. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig und sorgt gerade im ersten „American Vampire“-Heft bei der Geschichte von Scott Snyder, weil unklar ist, wer der Protagonist ist, für Irritationen. Ab dem zweiten Heft ist der Aufbau dann allerdings klar. Die eine Geschichte, geschrieben von Stephen King, spielt im Wilden Westen und erzählt, wie Skinner Sweet zum ersten amerikanischem Vampir wurde und von seinen ersten Jahren als Vampir. Denn er ist, auch wenn er so dem Tod entging, überhaupt nicht von seinem neuen Leben als Vampir begeistert.

Die andere, von Scott Snyder geschriebene Geschichte, spielt in den zwanziger Jahren in Hollywood und das Starlet Pearl Jones gerät in die Fänge der Vampire. Skinner Sweet, der gegen die Menschen kämpft, die ihn zum Vampir machten, versucht Pearl Jones zu helfen und sie nimmt ihre Existenz als Vampir auf eine durchaus bissfreudige Weise an.

Der erste „American Vampire“-Sammelband ist ein vielversprechender Auftakt, der mit einer ordentlichen Western- und Stummfilm-Hollywood-Prise und blutigen Kämpfen (denn diese Vampire haben nichts mehr von der Eleganz eines Bela Lugosi, aber viel von dem Furor eines losgelassenen Kampfhundes), punktet. Oder in den Worten von Stephen King im Vorwort des Sammelbandes: „Wenn Ihnen die Geschichte gefällt, danken Sie nicht mir, sondern Scott, denn er hat mir den kompletten Leitfaden geliefert. Ich habe hier und da Kleinigkeiten ergänzt, mich aber nie weit von seinen Vorgaben entfernt. Wozu ein Meisterwerk verbessern?“

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Scott Snyder (Autor, Creator)/Stephen King (Autor)/Rafael Albuquerque (Zeichner): American Vampire – Band 1

(übersetzt von Bernd Kronsbein)

Panini Comics/Vertigo, 2010

196 Seiten

16,95 Euro

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Originalausgabe

American Vampire, Vol. 1 – 5

DC Comics, 2010

Hinweise

Homepage von Rafael Albuquerque

Homepage von Stephen King

Mein Porträt zu Stephen Kings Geburtstag

Meine Besprechung von Stephen Kings/Richard Bachmans „Qual“ (Blaze, 2007)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Nachgelassene Dinge“ (The things they left behind) in Ed McBains „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions, 2005)

Meine Besprechung von Stephen Kings „Colorado Kid“ (The Colorado Kid, 2005)

Stephen King in der Kriminalakte und in seinem Trailer-Park

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„Keine zehn Pferde kriegen mich in die Nähe von Cassandra Hack! Da kann ich mir ja gleich selbst den Kopf einschlagen“, sagt Michael Myers über Cassandra Hack und, obwohl die Blurbs auf dem Buchcover oft eine höfliche Form der Lüge sind, würde ich Myers nicht wiedersprechen. Denn er ist ein ausgewiesener Experte und der letzte, der etwas Unhöfliches über ihn sagte, sah danach ziemlich schlecht aus.

Hack ist ein Mädchen, das Slasher (das sind diese Mörder, die mit einem großen Messer immer wieder töten) und, manchmal, andere Serienmörder jagt, ihren Vater sucht und von dem treudoofem Vlad begleitet wird.

Hack-Autor Tim Seeley erzählt in dem neuesten „Hack/Slash“-Band „(Re)Animatoren“ meistens keine 08/15-Geschichten über die Jagd nach durchgeknallten Slashern (Gibt es auch andere? Nun, in „Eiskalt serviert“ schon.), sondern er variiert bekannte Erzählungen und lässt bekannte Charaktere auftreten. Das können echte Charaktere, wie die „Suicide Girls“ in „Selbst/Mord“, das können erfundene Charaktere, wie Dr. Herbert West (bekannt aus den „Re-Animator“-Filmen von Brian Yuzna) in der langen Geschichte „Cassie & Vlad trefffen den Re-Animator“, sein. Das kann auch die in den USA jedem Kind bekannt Geschichte des „Zauberers von Oz“ sein, die in „Hinter dem Regenbogen“ wieder verfilmt werden soll. Bei den Dreharbeiten gibt es dann einige, ähem, Probleme.

Die lange Geschichte „Cassie & Vlad trefffen den Re-Animator“ ist dann auch die beste Geschichte des Sammelbandes. In ihr findet Cassie ihre Eltern und alle Charaktere haben auch genug Zeit, sich zu präsentieren. Dagegen wirken die anderen Geschichten oft etwas skizzenhaft. Gerade bei „Hinter dem Regenbogen“ hätten einige Seiten mehr gutgetan. Dafür wird man in „Selbst/Mord“ mit einer kräftigen Portion Sex, Gewalt und Mord entschädigt.

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Tim Seeley (Autor)/Emily Stone (Zeichnungen): Hack/Slash: (Re)Animatoren (Band 5)

Cross Cult, 2010

(übersetzt von Frank Neubauer)

160 Seiten

19,80 Euro

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Originalausgabe

Hack/Slash: Reanimation Games

Image Comics, 2009

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Hinweis

Homepage von Tim Seeley


Gratis-Comic-Tag, die zweite

Mai 13, 2011

Am Samstag, den 14. Mai, ist es wieder so weit: der Gratis-Comic-Tag wird gefeiert.

Schon der erste Gratis-Comic-Tag mit 17 teilnehmenden Verlagen, 30 Comics und über 150 Comic- und Buchhandlungen, die die Comics kostenlos verteilten, war ein voller Erfolg.

Dieses Jahr sind 29 Verlage und 44 Comics, teilweise sogar Erstveröffentlichungen, dabei.

Zu den Verlagen gehören bekannten Namen, wie Carlsen, Epaha und Panini, und auch neue, kleine Verlage, wie Comic Culture, Epsilon und Piredda.

Aber auch wer mit den Verlagsnamen wenig anfangen kann, dürfte einige der Comicserien kennen. Andere lohnen mit Sicherheit einen Blick.

Am zweiten Gratis-Comic-Tag werden „Die Peanuts“, „Donald Duck“, Die „Muppets-Show“, „Die Schlümpfe“ „Star Wars: Clone Wars“, „Marvel: Thor & Iron-Man“ und „DC Comics: Grenn Lantern – Secret Origin“ und „Die Simpsons“ verteilt.

Diese Namen dürften auch den Nicht-Comic-Fans etwas sagen. Es gibt aber auch tonnenweise Hefte mit unbekannteren Charakteren. Der „Goon“ schlägt in einer bislang unveröffentlichten Geschichte wieder zu und, spätestens wenn die von David Fincher produzierte 3D-Animationsverfilmung startet, wird auch jeder den „Goon“ kennen.

Es gibt ein Abenteuer von Professor Bell (der, so die Ankündigung, Lehrer von Sir Arthur Conan Doyle war und Doyle zu Sherlock Holmes inspirierte), das komplette siebte Album von dem „Tramp“, ein Science-Fiction-Heft der Dystopie „Golden City“, eines der Dystopie „Wasteland“, eine neu übersetzte und überarbeitete Version von „Canardo: Weiße Vögel sterben leise“, „Weissblechs Gratis-Grusel-Geisterstunde“, mysteriöse Kriminalfälle aus dem viktorianischem England in „Green Manor“ und eine neue Geschichte der deutschen Zombieserie „Die Toten“.

Und natürlich gibt es auch extra ausgezeichnete „Comics für Kids“, Mangas und Witziges.

Da dürfte wirklich für jeden etwas dabei sein. Wenn die kostenlosen Hefte nicht schon verteilt wurden. Denn letztes Jahr war der Andrang groß.

Die Idee für den Gratis-Comic-Tag kommt aus den USA und soll die Bandbreite der Comics von Micky Maus über Superman hin zu Comics, die sich explizit an Erwachsene richten und auch intellektuell herausfordernd sind, zeigen und neue Leser gewinnen.

Weitere Infos zum Gratis-Comic-Tag gibt es auf der Homepage und hier findet ihr den Händler in eurer Nähe.


Tokio-Trilogie, die Zweite: David Peace und „Tokio, besetzte Stadt“

Mai 13, 2011

„Tokio, besetzte Stadt“, der zweite Band von David Peaces Tokio-Trilogie, spielt 1948 und wieder basiert der Roman auf einem wahren Verbrechen; nämlich dem Fall Hirasawa Sadamichi, der 1950 trotzt dünner Beweislage zum Tode verurteilt wurde, 1987 in der Todeszelle starb und dessen Fall immer wieder, auch noch nach seinem Tod, in zahlreichen Berufungsverfahren immer wieder neu verhandelt wurde.

Hirasawa Sadamichi war des mehrfachen Giftmordes und Diebstahls (man will ja nichts unterschlagen) angeklagt. Er sollte sich in einer Bank als Seuchenexperte ausgegeben und die anwesenden Angestellten und Kunden vergiftet haben, indem er ihnen sagte, sie müssten ein Gegengift trinken und es ihnen verabreichte. Zwölf Menschen starben, vier weitere kamen schwer vergiftet ins Krankenhaus.

Dieser Massengiftmord ist für David Peace nur der Auftakt, um ein eindrucksvolles Bild der von der Kriegsniederlage zutiefst zerrütteten japanischen Gesellschaft zu zeichnen. Dabei interessiert ihn, wie bei „Tokio im Jahr Null“, dem ersten Band der Tokio-Trilogie, nicht die Aufklärung des Verbrechens oder eine rein faktengetreue Nacherzählung der Ermittlungen. In „Tokio im Jahr Null“ war der Mörder ziemlich schnell bekannt und wir begleiteten Inspektor Minami auf der Suche nach weiteren Beweisen und in seine Psyche; naja, die Suche nach den Beweisen war für Peace der Vorwand, ganz tief in Minamis Psyche und seinen zunehmenden Wirklichkeitsverlust einzudringen.

In „Tokio, besetzte Stadt“ ist, dank zielstrebiger und wenig aufregender Ermittlungsarbeit, die vor allem nach dem Ausschlussprinzip vonstatten geht, ziemlich schnell klar, wer für die Tat in Frage kommt und, auch wenn die Beweise dünn sind, für die Morde büßen soll. Aber die Giftmorde in der Bank sind für David Peace, der selbst einige Jahre in Tokio lebte, nur die Camouflage um sich den japanischen Experimenten mit B- und C-Waffen, den Versuchen der Amerikaner nach Kriegsende in den Besitz dieser Forschungen zu kommen und wie die Japaner versuchten, dies zu verhindern, zu widmen. Hier versucht er eine Erklärung dafür zu finden, wie jemand einen solchen Massenmord begehen kann und was diese Morde für die damalige Gesellschaft bedeuteten. Gleichzeitig deutet er einen Zusammenhang zwischen dem Massengiftmord an japanischen Zivilisten in einer Bank mit entsprechenden militärischen Forschungen während des zweiten Weltkriegs an.

Das erzählt Peace, indem er die Ereignisse von zwölf verschiedenen Personen (die als „Kerzen“ einem Schriftsteller ihre Geschichte erzählen) erzählen lässt. Langsam vervollständigt sich ein Bild, das nichts mit der offiziellen Erklärung gemeinsam hat, aber trotzdem skizzenhaft und so für verschiedene Interpretationen offen bleibt.

Die Wiederholungen in den verschiedenen Geschichten sind eine Folge der gewählten Struktur, die Peace zwingt, einige Ereignisse mehrmals, aber aus verschiedenen Perspektiven, zu erzählen und weil jede Person eine andere Stimme hat, sind die einzelnen Monologe auch verschieden gut lesbar. Einige, vor allem die späteren Kerzen, sind in ihrem halluzinatorischem Ton, sogar fast unlesbar.

Aber insgesamt ist „Tokio, besetzte Stadt“ ein verstörender Einblick in die Seele eines zerrissenen Landes und, wie immer bei David Peace, ziemlich weit weg von allen Krimikonventionen.

Peter Torberg übersetzte den Roman, wie auch die anderen Romane von David Peace, kongenial. Ihm gelingt das scheinbar Unmögliche, die rhythmische Prosa von David Peace, die, was vor allem beim Vorlesen des Originals auffällt, näher am Rap als an geschriebener Prosa ist, in ein ebenso rhythmisches Deutsch zu übersetzten.


David Peace: Tokio, besetzte Stadt

(übersetzt von Peter Torberg)

Liebeskind, 2010

352 Seiten

22 Euro

–

Originalausgabe

Occupied City

Faber & Faber, London, 2009

–

Hinweise

Meine Besprechung von David Peaces „1974“ (Nineteen Seventy-Four, 1999)

Meine Besprechung von David Peaces „1977“ (Nineteen Seventy-Seven, 2000)

Meine Besprechung von David Peaces „1980“ (Nineteen Eighty, 2001)

Meine Besprechung von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty-Three, 2002)

Meine Besprechung von David Peaces „Tokio im Jahr Null“ (Tokyo Year Zero, 2007)

Meine Besprechung der „Red Riding Trilogy“ (der Verfilmung der entsprechenden Bücher)

David Peace in der Kriminalakte

Spiegel über Hirasawa Sadamachi (Heft 21/1985)

Wikipedia über Hirasawa Sadamachi


TV-Tipp für den 13. Mai: Thomas Crown ist nicht zu fassen

Mai 13, 2011

WDR, 23.15

Thomas Crown ist nicht zu fassen (USA 1968, R.: Norman Jewison)

Drehbuch: Alan R. Trustman

Versicherungsagentin Vicky Anderson glaubt, dass der vermögende und seriöse Geschäftsmann Thomas Crown ein Bankräuber ist. Zwischen beiden entspinnt sich ein erotisch aufgeladenes Katz-und-Maus-Spiel.

Ein Kassenhit und mindestens ein Semi-Klassiker.

„Just the movie to see if you want to see an ordinary, not wonderful, but highly enjoyable movie—of which there have been so few this year.“ (New York Times, 27. Juni 1968)

„‘The Thomas Crown Affair’ ist vornehmlich eine private Fingerübung von Jewison, Michel Legrand (zu dessen Musik der Film geschnitten wurde) und seinem Cutter, bei der die Schauspieler nicht so sehr als wahre Persönlichkeiten mit ihren eigenen Spannungsfeldern auftreten, sondern hauptsächlich als sprechende Köpfe.“ (Derek Elley, Focus on Film, März 1981)

„Beim Publikum der späten sechziger Jahre kam diese etwas klebrige Mischung, deren Unterhaltungswert sich zugestandenermaßen auch aus heutiger Sicht kaum wegnörgeln lässt, außerordentlich gut an, und Jewisons Kunstgewerbe wurde von manchen Kritikern gar als große Filmkunst bezeichnet.“ (Robert J. Kirberg: Steve McQueen, 1985)

mit Steve McQueen, Faye Dunaway, Paul Burke, Jack Weston, Yaphet Kotto

Hinweise

Wikipedia über „Thomas Crown ist nicht zu fassen“ (deutsch, englisch)

DVD Verdict über „The Thomas Crown Affair“

Reel Views über „The Thomas Crown Affair“


Was soll der „Heidenlärm“, Herr Hellmann?

Mai 12, 2011

Julian von Thelen ist als Hotelmanager eines Fünf-Sterne-Hotels ein Ass. Für seine Untergebenen ist er ein Aas. Doch dass der vierundreißigjährige Single eines Abends, spärlich bekleidet, an der Türschwelle zu seinem Apartment wie eine gefällte deutsche Eiche umfällt und sich dann stundenlang nicht bewegen kann, gönnt man ihm dann doch nicht. Auch nicht, dass er mit höchst unfeinen Mitteln aus seinem Job gedrängt werden soll.

Von Thelen glaubt, dass der Grund dafür in einem von ihm vor einigen Wochen in einer Nebenstraße beobachtetem Mord liegt. Dummerweise ist er der einzige Zeuge und die Polizei glaubt ihm nicht. Und seitdem er an seiner Türschwelle umfiel benimmt er sich an bestimmten Türschwellen, bei Telefonaten und auf Konferenzen immer seltsamer. Denn der Atheist von Thelen behauptet, die „Stimme Gottes“ zu hören und dass er ihm gehorchen müsse.

Mehr soll hier nicht verraten werden. Denn bei einem glänzend geschriebenem Thriller wie „Heidenlärm“, der sich im besten Sebastian-Fitzek-Tempo liest, steigt der Lesespaß mit dem eigenen Nichtwissen.

Im Verhörzimmer der „Kriminalakte“ beantwortete der „Heidenlärm“-Schreiber Alfred Hellman einige Fragen.

Was war die Ausgangsidee für „Heidenlärm“?

Es gab zwei, beide drehen sich um Betrug und falsche Versprechungen:

1. Medikamentenfälschung – hat mich beschäftigt, weil sie so hinterhältig und verlogen daherkommt, Heilung verspricht, aber Leid bewirkt. Die Umsätze sollen höher sein als beim Rauschgifthandel.

2. Ein Gefühl, das Julian Barnes so beschrieben hat: ‚Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn’.

Warum hast du dich entschieden, die Geschichte aus der Perspektive des doch ziemlich unsympathischen Hotelmanagers Julian von Thelen zu schreiben?

Weil unsympathische Protagonisten spannender sind als nette Leute. Außerdem bleibt Platz für Läuterung.

Warum hast du hast „Heidenlärm“ aus von Thelens Perspektive geschrieben?

Es war für mich die einzige Möglichkeit. Andere Perspektiven habe ich ausprobiert, von Varianten der 3. Person Singular, bis hin zur auktorialen Position, fand aber, dass ich diese Geschichte am besten ‚von innen’ erzählen kann. Vor allem, weil so die Gratwanderung zwischen Glauben und Zweifel leichter darzustellen war.

Wie wichtig war für dich beim Schreiben, dass die Geschichte in Berlin spielt?

Berlin bildet – erst recht für jemanden wie mich, der aus dem angeblich katholischen Rheinland stammt – eine ziemlich heidnische Kulisse. Das erzeugt einen schönen Kontrast. Grundsätzlich könnte die Geschichte aber auch woanders spielen. Gäbe es Gott, wäre er ja überall – und das Verbrechen sowieso.

Wie sähe deine Wunschbesetzung für eine Verfilmung aus?

Der Hotel-Manager Julian van Thelen, Empfänger himmlischer Botschaften und Ermittler wider Willen: Hugh Laurie.

Der Boulevard-Magazin-Regisseur: Jean Reno oder Udo Kier.

Dessen Gehilfe, der Kameramann und Killer: Javier Bardem.

Der geschäftsführende Medikamentenfälscher: Philip Seymour Hoffman

Die oft errötende, aber charakterstarke Linda Kranz: Charlotte Gainsbourg.

Der Priester: Bruno Ganz.

Schwarzheinrich, der Hüter des Kirchenportals: Bill Nighy.

Bernadette aus Treptow, die als Erste die Tränen der Berliner Madonna sah: Cosma Shiva Hagen.

Der Psychiater Professor Conrads: Christoph Waltz.

Welche fünf Bücher würdest du für den Strandkorb empfehlen?

1. Don Winslow, „Tage der Toten“, Suhrkamp – fast so gut wie „Der Pate“.

2. Colin Cotterill, „Dr. Siri und seine Toten“, Goldmann – der einzige Leichenbeschauer von Laos, geschrieben gegen fast alle Krimi-Regeln.

3. Val McDermid, „Vatermord“, Knaur – ein realistischer und spannender Ausflug in menschliche Abgründe.

4. Åke Edwardson, „Toter Mann“, List – der feinste Krimi-Schreiber aus Schweden.

5. Roger Smith, „Kap der Finsternis“, Heyne – Spannung und Tempo aus Südafrika.

Alfred Hellmann: Heidenlärm

Emons, 2011

240 Seiten

9,90 Euro

–

Hinweise

Meine Besprechung von Alfred Hellmanns „Vor den Hymnen“

Mein Interview mit Alfred Hellmann über „Vor den Hymnen“


TV-Tipp für den 12. Mai: The Sentinel – Wem kannst du trauen?

Mai 12, 2011

ZDF, 20.15

The Sentinel – Wem kannst du trauen? (USA 2006, R.: Clark Johnson)

Drehbuch: George Nolfi
LV: Gerald Petievich: The Sentinel, 2003

Aus den Reihen des Secret Service soll ein Attentat auf den Präsidenten geplant werden. Die Ermittlungen führen David Breckinridge zu seinem ehemaligem Freund Pete Garrison. Doch bevor er ihn verhaften kann, flüchtet Garrison. Garrison will auf eigene Faust den Verräter finden; falls er nicht vorher von Breckinridge erwischt wird.

Unterschätzter Thriller

Mit Michael Douglas, Kiefer Sutherland, Eva Longoria, Kim Basinger, Martin Donovan, David Rasche, Gloria Reuben, Clark Johnson

Wiederholung: Freitag, 13. Mai, 02.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Sentinel“

Wikipedia über „The Sentinel“ (deutsch, englisch)

Evolver: Marcus Wessel über „The Sentinel“

Homepage von Gerald Petievich


Heute, vor 80 Jahren: „M“

Mai 11, 2011

Ist es wirklich schon so lange her? Am 11. Mai 1931 hatte der Thriller „M – Mörder unter uns“ von Fritz Lang (Drehbuch: Thea von Harbou und Fritz Lang) in Berlin seine Premiere.

In dem Klassiker wird in Berlin ein Kindermörder von der Polizei und den Verbrechern gejagt.

Und wenn Sie den Film immer noch nicht gesehen, haben, müssen Sie diese Bildungslücke jetzt sofort schließen:

Jon Muths Comic „M“ ist ebenfalls sehr gut und Universum Film veröffentlicht am 20. Mai eine neue Ausgabe des Films mit umfangreichem Bonusmaterial.


Der ersten Bilder aus der James-Sallis-Verfilmung „Drive“

Mai 11, 2011

Die ersten Bilder aus der James-Sallis-Verfilmung „Drive“ (deutscher Titel des Noir ist „Driver“) sind online und sie gefallen mir verdammt gut.

Nicolas Winding Refn („Pusher“-Trilogie, „Bronson“, „Valhalla Rising“) führte Regie. Hossein Amini („Killshot“), schrieb das Drehbuch. Ryan Gosling („Das perfekte Verbrechen“) übernahm die Hauptrolle. Christina Hendricks, Carey Mulligan, Bryan Cranston, Ron Perlman und Albert Brooks übernahmen weitere Rollen.

Die Premiere des Films ist in Cannes.


TV-Tipp für den 11. Mai: Fight Club

Mai 11, 2011

Kabel 1, 22.45

Fight Club (USA 1999, R.: David Fincher)

Drehbuch: Jim Uhls

LV: Chuck Palahniuk: Fight Club, 1996 (Fight Club)

Yuppie Jack findet das Leben unglaublich öde. Kurzzeitige Kicks verschafft er sich mit dem Besuch von x-beliebigen Selbsthilfegruppen. Da trifft er Tyler Durden, der seinem Leben mit der Idee des „Fight Club“ (in dem Männer sich die Fresse polieren) den nötigen Kick verschafft. Bald nimmt der „Fight Club“ größere Dimensionen an.

Inzwischen: Klassiker, der mich schon damals im Kino verdammt gut gefiel. Naja, das Ende fand ich etwas schwach. Aber die zwei Stunden davor: Wow!

In seinem Roman enthüllt Palahniuk die Pointe früher.

„Handwerklich lässt Fincher keine Wünsche offen: Er hält ein rasantes Tempo, setzt virtuos visuelle Effekte ein und schafft so einen atemberaubenden Alptraum der ausklingenden 90er. Gewiss kann über dieses bemerkenswerte Werk trefflich gestritten werden, doch eines muss ihm jeder attestieren: ‚Fight Club‘ ist keine lauwarme Kommerzproduktion, sondern einer der mutigsten, irritierendsten, gleichzeitig aber auch interessantesten Filme der letzten Jahre.“ (W. O. P. Kistner, AZ, 11. November 1999)

Die andere Meinung: „Denn im Grunde ist diese manieristisch heruntergefilmte Möchtegern-Satire von Regisseur David Fincher (‚Sieben‘) nicht mehr als grober Unfug: eine große, in die Länge gezogene Luftblase.“ (Albert Baer, Rheinische Post, 12. November 1999)

Mit Brad Pitt, Edward Norton, Helen Bonham Carter, Meat Loaf, Jared Leto, George Maguire

Hinweise

Wikipedia über „Fight Club“ (deutsch, englisch)

Drehbuch „Fight Club“ von Jim Uhls (Fassung vom 16. Februar 1998)

Drehbuch „Fight Club“ von Jim Uhls (Fassung vom 18. April 1997)

Senses of Cinema über David Fincher

Homepage von Chuck Palahniuk

Meine Besprechung der Chuck-Palahniuk-Verfilmung „Choke“


Der Graf besucht Berlin

Mai 10, 2011

Am Donnerstag, den 12. Mai, diskutieren Regisseur Dominik Graf und Filmjournalist Peter Körte (FAZ), um 20.00 Uhr im Babylon (Rosa-Luxemburg-Straße 30, Nähe S/U-Bahnhof Alexanderplatz, Berlin [Wo denn sonst?]) anhand der von Graf inszenierten zehnteiligen Krimiserie „Im Angesicht des Verbrechens“ über die Möglichkeiten und Perspektiven der Fernseh- und Serienarbeit in Deutschland. Im Anschluss an die Diskussion gibt es auch eine Folge der Serie.

Außerdem wird der lesenswerte, von Johannes F. Sievert herausgegebene Interviewband „Im Angesicht des Verbrechens – Fernseharbeit am Beispiel einer Serie“ (Alexander Verlag, 2010), dessen Kernstück ein über zweihundertseitiges Interview mit Dominik Graf ist, vorgestellt.

Kleine Anmerkung: In Sieverts Interviewband „Im Angesicht des Verbrechens“ ist das Interview mit Drehbuchautor Rolf Basedow arg kurz ausgefallen. Da empfiehlt sich der Griff zu dem von Jochen Brunow herausgegebenen Film- und Drehbuchalmanach „Scenario 5“ (Bertz + Fischer, 2011). Dort gibt es ein über dreißigseitiges Interview mit Rolf Basedow und den längeren Text „Aus dem Weltreich der Autoren“ von Dominik Graf, in dem er auf die oft langjährige Zusammenarbeit mit seinen Drehbuchautoren eingeht.

Auch empfehlenswert.


Cover der Woche

Mai 10, 2011


TV-Tipp für den 10. Mai: Out of sight

Mai 10, 2011

ZDFneo, 21.00

Out of sight (USA 1998, R.: Steven Soderbergh)

Drehbuch: Scott Frank

LV: Elmore Leonard: Out of sight, 1996 (Zuckerschnute, Out of sight)

Auf der Flucht verbringt Jack Foley im Kofferraum einige Zeit mit Debputy U. S. Marshal Karen Sisco. Zwischen ihnen funkt es gewaltig. Als Jack in Detroit seinen letzten Coup plant, erscheint auch Karen auf der Bildfläche.

Hochgelobte und uneingeschränkt empfehlenswerte Leonard-Verfilmung mit George Clooney, Jennifer Lopez, Ving Rhames, Don Cheadle, Dennis Farina, Luis Guzman

Von Elmore Leonards Homepage: “Out of Sight, like Get Shorty, was a totally happy film experience for Elmore. The Get Shorty production team and writer: Danny DeVitos Jersey Films and screenwriter Scott Frank, once again collaborated on an Elmore Leonard project. Jersey signed Steven Soderbergh to direct and he cast George Clooney and Jennifer Lopez in the lead roles. (…) Clooney and Lopez added considerable sizzle to Out of Sight. Steve Zahn is hilarious as a stoner car thief; Ving Rhames, Don Cheadle and Isaiah Washington are all deadly and cool. Albert Brooks was a pleasant surprise. He makes the most out of the Ripley character. It was Scott Frank who took Ripley, off-stage in the book, and made him a key character. After Scott finished his screenplay, Elmore disagreed with the Ripley move and the ´happy´ movie ending, but admitted he was right after seeing the finished film. Out of Sight has a great look thanks to Steven Soderberghís masterful direction and Scott Frank’s savvy script. The film was a critical success but a box office so-so because of an unfortunate summer release date.”

Wiederholung: Mittwoch, 11. Mai, 04.05 Uhr

Hinweise

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Elmore Leonard in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 9. Mai: Zwischen heute und morgen

Mai 9, 2011

Arte, 23.55

Zwischen heute und morgen (D 2008, R.: Fred Breinersdorfer)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer, Dagmar Leupold

LV: Dagmar Leupold: Eden Plaza, 2002

Ein Architekt rettet einer Werbetexterin das Leben. Sie verabreden sich zu einer Nacht im Hotel. Wie wird diese Nacht ihr Leben verändern?

Das Spielfilmdebüt des Krimiautors ist kein Krimi, sondern ein Beziehungsdrama mit Erotik-Touch.

“eine französisch angehauchte amour fou als leises, entspanntes Kammerspiel – jenseits von Paragraphen und der gesellschaftspolitischen Relevanz” (Rainer Tittelbach)

Das Publikum war bei der Premiere in Berlin von dem Film (vor allem wohl den Dialogen) enttäuscht.

Mit Gesine Cukrowski, Peter Lohmeyer, Alexander Held, Harry Baer, Alexander Held

Wiederholung: Mittwoch, 25. Mai, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Fred Breinersdorfer

Meine Besprechung von Fred und Léonie Breinersdorfers „Das Hurenspiel – Ein Fall für Abel“ (2006)

Achtung Berlin: Bericht von der Filmpremiere und der Publikumsdiskussion (dem der Film absolut nicht gefiel)

Presseheft zum Film

Arte zum Film


Friedrich-Glauser-Preis 2011 verliehen

Mai 8, 2011

Auf der Criminale verlieh die Krimiautorenvereinigung „Das Syndikat“ den Friedrich-Glauser-Preis an folgende Werke:

Roman

Kurt Palm: Bad Fucking

–

Debüt

Petra Busch: Schweig still, mein Kind

–

Kurzkrimi

Judith Merchant: Annette schreibt eine Ballade (aus „Mörderisches Münsterland“)

–

Hansjörg-Martin-Preis (Kinder- und Jugendkrimipreis)

Silke Lambeck: Die wilde Farm

–

Friedrich-Glauser-Ehrenpreis

Dr. Jürgen Alberts


TV-Tipp für den 8. Mai: George Gently – Der Unbestechliche: Vergeltung

Mai 8, 2011

ZDF, 22.00

George Gently – Der Unbestechliche: Vergeltung (GB 2009, R.: Daniel O’Hara)

Drehbuch: Peter Flannery

LV: Alan Hunter: Gently with the Innocence, 1970

Inspektor George Gently und sein Assistent John Bacchus müssen in Northumberland in den Sechzigern den Mord an einem Villenbesitzer aufklären.

Endlich zeigt das ZDF die restlichen sechs Folgen der grandiosen Krimiserie.

H. R. F. Keating nannte den von Alan Hunter erfundenen George Gently „the thinking man’s Maigret“.

Mit Martin Shaw, Lee Ingleby, Jill Halfpenny, Matthew McNulty

Wiederholung: Dienstag, 10. Mai, 01.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Fantastic Fiction: Bibliographie Alan Hunter

BBC über George Gently (Pressematerial zu „George Gently“)

ZDF über George Gently

Telegraph: Interview mit Martin Shaw und Lee Ingleby zu „George Gently“ (5. Juli 2008)

Meine Besprechung von „George Gently – Der Unbestechliche“ (Staffel 1)


Das „Lexikon des internationalen Films“, die Ausgabe zum Filmjahr 2010

Mai 7, 2011

Eigentlich kann ich meine Besprechung des „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2009“ wieder posten und nur die Jahreszahl ändern. Denn die Macher haben am bewährten Aufbau nichts geändert. Wie in den vergangenen Jahren ist das Herzstück des Lexikons eine alphabetische Auflistung aller 2010 in Deutschland im Kino gestarteter, auf DVD veröffentlichter (immer mehr und auch immer mehr gute Filme, denen man einen Kinostart gegönnt hätte) und im Fernsehen erstmals gelaufener Spielfilme und längerer Dokumentarfilme. Jeder Film wird bewertet und bei den meisten Bewertungen kann ich mitgehen.

Einige Filmreihen, wie „Nachtschicht“ und „Unter Verdacht“ kommen etwas zu schlecht weg (Da hatten die Macher sich irgendwann entschieden, die Filme als Einzelwerke aufzunehmen und jetzt wird jeder neue Filme aufgenommen; beim „Tatort“ hatte man sich anfangs anders entschieden und deshalb wird der „Tatort“, bis auf einige „Tatorte“, die jetzt auf DVD veröffentlicht wurden, nicht erwähnt [und auf diese sehr lückenhafte Erwähnung hätte man besser verzichtet. Denn dass von den vielen „Tatort“-DVDen „Moltke“ besprochen wird ist gut, „Salü Palu“ hätte man sich schenken, aber „Die tote Taube in der Beethovenstraße“ erwähnen können.]). „Im Angesicht des Verbrechens“ und „Inception“ werden, wie von fast allen Kritikern zu positiv beurteilt (oder ich muss einfach akzeptieren, dass ich zur Minderheit der Nicht-Vor-Begeisterung-Sturzbesoffenen gehöre). Dafür wird „In the Electric Mist – Mord in Louisiana“ gebührend gelobt.

Ergänzend gibt es einige Listen, in denen die Herausgeber, die Redaktion der katholischen Filmzeitschrift „film-dienst“, einige 2010 angelaufene Filme prominenter herausstellen. Das sind einmal die nach Meinung der Redaktion besten Filme des Jahres (die da wären „A Serious Man“, „Carlos – Der Schakal“, „Der fantastische Mr. Fox“, „Der Ghostwriter“, „Lourdes“, „Ein Prophet“, „Der Räuber“, „Still Walking“, „Uncle Boonmee erinnert sich an sein früheres Leben“ und „Von Menschen und Göttern“), der monatliche Kinotipp der katholischen Filmkritik und eine Liste der in der Zeitschrift „film-dienst“ 2010 als „sehenswert“ gekennzeichneten Filme. Diese Listen ermöglichen eine Orientierung im Meer der Filme. Oh, und es gibt noch etliche Listen mit Filmpreisen und die „Silberlinge“, den hinsichtlich ihres Bonusmaterials herausragende DVD- und BluRay-Editionen erhalten können und weshalb auch ein „triviales Spin-Off“ wie „Elektra“ hier aufgenommen werden kann.

Immer noch fehlt eine Liste der Besucherzahlen.

Immerhin werden im Rückblick auf das vergangene Kinojahr die Kassenhits erwähnt und da fällt dann, nicht verwunderlich, der Unterschied zwischen Kunst und Kommerz auf. 5,6 Millionen sahen sich „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“, 3,7 Millionen „Eclipse – Biss zum Abendrot“, den dritten „Twilight“-Film, an. Der erfolgreichste deutsche Film war mit 1,6 Millionen Besuchern „Friendship!“; eine Komödie über zwei Ossis, die kurz nach der Wende in die USA reisen und die ich vollkommen aus meinem Bewusstsein verdrängt habe.

Die Dokumentation der Tagung des Verbandes der deutschen Filmkritik, die für mich in den vorherigen Filmjahrbüchern immer ein Höhepunkt war, ist dieses Jahr äußerst schwach ausgefallen. Das Thema war, wie wichtig das Interview mit Filmschaffenden für die Journalisten ist, wie es dem Publikum die Filme näher bringen kann und wie Journalisten Interviews gestalten können und müssen. Das wird aber nicht in Vorträgen mit anschließenden Diskussionen, sondern in verschiedenen Diskussionen abgehandelt, die viel zu oft im Ungefährem steckenbleiben und zu sehr zwischen verschiedenen Themen hin und her springen.

Uneigentlich habe ich jetzt doch eine vollkommen neue Kritik über das für Filmfans unverzichtbare „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2010“ geschrieben.

–

Film-Dienst (Herausgeber): Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2010

Schüren, 2011

600 Seiten

22,90 Euro

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Hinweise

Homepage des Film-Dienstes

Homepage des Verbandes der deutschen Filmkritik

Meine Besprechung vom „Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2008“

Meine Besprechung vom „Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2009“