Altlastenbeseitigung: Nur Bild

Mai 26, 2011

Es hilft nichts. Ich muss endlich mal wieder meinen Schreibtisch aufräumen. Dabei kann ich dann auch einige Werke, die ich teils schon vor Monaten genossen, aber bis jetzt immer noch nicht besprochen habe, endlich, nicht immer in der gebührenden Länge, besprechen.

Die Story von „Shadow und der Fluch des Khan“ ist reinster Pulp und von da kommt der Shadow auch. Er ist Lamont Cranston, der als reicher Müßiggänger im New York der dreißiger Jahre die Nachtclubs unsicher macht und als geheimnisumwitterter Shadow (oder auf deutsch „Schatten“) das Verbrechen bekämpft. Jetzt kommt Shiwan Khan, ein direkter Nachfahre von Dschingis Khan, nach New York. Er will die Weltherrschaft. Dabei möchte er, dass der Shadow auf seiner Seite mitkämpft. Immerhin hat auch der Shadow eine Vergangenheit als Bösewicht.

Die Umsetzung orientiert sich an den Dreißiger-Jahre-Serials und hat damit ein angenehm nostalgisches Flair. Dazu trägt auch der Dreh in den Universal Studios, und dass bei den Außenaufnahmen die Kulisse auch immer als Kulisse erkennbar ist, bei. Hier wurde mit erstaunlicher Liebe zum Detail ein New York erfunden, das es so niemals gegeben hat.

Aber weil „Highlander“-Regisseur Russell Mulcahy Regie führte, bleibt „Shadow und der Fluch des Khan“ nicht, wie Francis Ford Coppolas „Einer mit Herz“, im leblosen Kulissentheater stecken. Bei Mulcahy ist die Inszenierung ziemlich modern geraden und die Tricks sind heute immer noch überzeugend.

Nur die von David Koepp, dem zuverlässigen Autor von gehobenem Hollywood-Popcornkino, erfundene Story schwächelt. Denn neben dem Kampf zwischen dem Shadow und Shiwan Khan muss der Shadow sich auch mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen und er verliebt sich in Margo Lane, die seine Gedanken lesen kann (was dann auch der Anlass für einige Screwball-Comedyhafte Wortgefechte ist). In „Shadow und der Fluch des Khan“ gelingt Koepp noch nicht der richtige Mix zwischen dem Hauptplot und den teilweise zu sehr im Zentrum stehenden Subplots. Außerdem sind die Charaktere alle arg zweidimensional geraten.

Dafür herrscht ein mild ironischer Ton mit kleinen Abstechern ins cartoonhafte. So als ob alle einem zuflüsterten: „Wir wissen, dass die Story Unfug ist, aber lass uns einfach zwei Stunden Spaß haben.“

Doch damals half es nicht. Der 45 Millionen teure Film war bei den Kritikern und an der Kasse ein Flop. Heute, zwischen all den Superheldenfilmen, kann „Shadow und der Fluch des Khan“ erstaunlich gut bestehen und, trotz der Mängel in der Story, gefällt mir dieser unterschätze, naive Film, der den Zauber der alten Serials, B-Pictures (weniger) und Noirs (noch weniger) wiederaufleben lassen will, viel besser als einige der hoch budgetierten, bedeutungsschwangeren Comicverfilmungen (ich sage nur „Batman“), die in den vergangenen Jahren in den Kinos liefen.

Shadow und der Fluch des Khan (The Shadow, USA 1994)

Regie: Russell Mulcahy

Drehbuch: David Koepp

LV: Charakter von Maxwell Grant (Pseudonym von Walter B. Gibson)

mit Alec Baldwin, John Lone, Penelope Ann Miller, Peter Boyle, Ian McKellen, Tim Curry, Jonathan Winters

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DVD

Koch Media

Bild: 1,85:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Booklet, Making of, Interviews mit Russell Mulcahy, David Koepp, Martin Bregman, Alec Baldwin, John Lone, Penelope Ann Miller und Jonathan Winters, Musikvideo (Taylor Dayne), Deutscher und Originaltrailer, TV-Spots, Bildergalerie

Länge: 103 min

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Wikipedia über „Shadow und der Fluch des Khan“ (deutsch, englisch)

Comic Book Movie über „The Shadow“ (mit vielen Bildern und Ausschnitten)

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In „Slow Burn – Verführerische Falle“ spielt Ray Liotta den für das Bürgermeisteramt kandidierenden Staatsanwalt Ford Cole. Er will unbedingt den geheimnisumwitterten Verbrecher Danny Ludin überführen. Aber niemand weiß, wie er aussieht und wo er sich gerade aufhält. In einer Nacht erschießt seine beste Anklägerin, die Farbige Nora Timmer, in Notwehr einen Mann, der sie vergewaltigen wollte. Ein klarer Fall, wenn da nicht ein Freund des Toten in der Polizeistation auftauchen und eine ganz andere Geschichte erzählen würde. Cole versucht die Wahrheit herauszufinden und dabei glaubt er, dass Ludin seine Finger im Spiel hat.

Na, das klingt doch ganz spannend. Aber letztendlich ist „Slow Burn – Verführerische Falle“ nur eine weitere Variante von „Die üblichen Verdächtigen“, in der man als Zuschauer immer zwei Schritte vor den durchgehend unsympathischen Charakteren ist, die einem – was noch schlimmer ist – auch herzlich egal sind.

So funktionieren die Plotwendungen und Enthüllungen dann vor allem als schnell langweilende Taschenspielertricks.

Die Produzenten waren wohl nicht allzu überzeugt von dem Werk. Immerhin wurde der Film bereits 2003 abgedreht und hatte, nach der IMDB, erst 2007 seine US-Premiere.

Slow Burn – Verführerische Falle (Slow Burn, USA 2005)

Regie: Wayne Beach

Drehbuch: Wayne Beach (nach einer Geschichte von Wayne Beach und Anthony Walton)

mit Ray Liotta, LL Cool J, Mekhi Phifer, Jolene Blalock, Guy Torry, Taye Diggs, Chiwetel Ejiofor, Bruce McGill

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DVD

Atlas Film Home Entertainment

Bild: 1.78:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Trailer

Länge: 88 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Homepage zum Film

Wikipedia über „Slow Burn“

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Ein Team von Abhörspezialisten der Polizei hört eine Investmentfirma, die verdächtigt wird, illegalen Insiderhandel an der Börse zu betreiben, ab. Irgendwann fragen die Polizisten sich, ob sie nicht ihr erlauschtes Wissen gewinnbringend einsetzen sollen. Immerhin können sie etwas Geld gut gebrauchen und sie tun ja auch niemandem weh, wenn sie an der Börse etwas spekulieren. Trotzdem beginnt mit ihrer ersten kleinen Spekulation der Weg in den Abgrund. Denn ihre Geschäfte fallen ihren Vorgesetzten und den Gangstern auf.

„Abgehört – Trau niemals einem Cop“ ist das neue Werk der „Infernal Affairs“-Macher Felix Chong und Alan Mak und wieder begeben sie sich in moralische Grauzonen und treiben ein perfides Spiel mit den gängigen Zuschreibungen von „Gut“ und „Böse“.

Das ist allerfeinstes Hongkong-Kino, das, wie „Infernal Affairs“, weitgehend auf Action und graphische Gewalt verzichtet und ein absolut blödes Cover, das dem Hongkong-Filmplakat entspricht, hat.

Abgehört – Trau niemals einem Cop (Qie ting feng yun/Overheard, Hongkong 2009)

Regie: Felix Chong, Alan Mak

Drehbuch: Alan Mak, Felix Chong

mit Louis Koo, Daniel Wu, Lau ching Wan, Zhang Jingchu, Michael Wong, Waise Lee

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BluRay (DVD identisch)

Koch Media

Bild: 2.35:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Kantonesisch (DTS HD-Master Audio 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Making of, Bildergalerie, Originaltrailer

Länge: 100 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Wikipedia über „Abgehört – Trau niemals einem Cop“

Asian Movie Web über „Abgehört – Trau niemals einem Cop“

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Grégoire Vigneron erzählt in seinem Regiedebüt „Spurlos“ die alte Geschichte von dem anständigen Mann, der zufällig ein Verbrechen begeht und sich immer tiefer in Schuld verstrickt. Dieser Mann, der Yuppie Étienne Meunier, hat auch wirklich etwas zu verlieren. Er ist mit der Tochter seines jetzigen Chefs verheiratet und er soll in wenigen Tagen der Chef des Konzerns werden. Den Grundstein für diese Karriere legte er vor fünfzehn Jahren, als er von François Michelet, der ihnen eine Formel für einen Fleckenentferner zuschickte, die Formel stahl, die jetzt die Grundlage für ein Produkt ist, das den größten Teil des Firmenumsatzes ausmacht. Aber diese Tat nagt immer noch an seinem Gewissen.

Jetzt will er sich, auf den Vorschlag seines alten, lange nicht mehr gesehen Schulfreundes Patrick, bei Michelet entschuldigen. Aber das Gespräch eskaliert und am Ende ist Michelet tot; erschlagen von Patrick, der Étienne bei einem Kampf gegen Michelet half. Anschließend drängt Patrick sich in Étiennes Leben. Und dann ist da noch der freundliche Kommissar, der Étiennes Verhalten, wozu auch seine Hilfsbereitschaft gegenüber Michelets Tochter gehört, verdächtig findet.

„Spurlos“ reiht sich in die aktuelle Serie von guten französischen Krimis, die vertraute Genreformen mit neuen Inhalten und Twists füllen, ein. Hier ist es der eher sanfte Noir und Psycho-Thriller mit einem Hauch Hitchcock. Denn egal, was Étienne auch unternimmt, um seine Schuld zu sühnen, ohne zur Polizei zu gehen, führt dazu, dass sein Leben immer bedrohter und er immer verdächtiger wird. Aber wenn er zur Polizei geht, wäre seine Karriere und seine Ehe kaputt. Was soll er also tun? Vigneron erzählt diese Geschichte straff und kurzweilig. Entstanden ist so ein feiner, im besten Sinn altmodischer Thriller, in dem die inneren Konflikte des Protagonisten im Mittelpunkt stehen.

Spurlos (Sans laisser de traces, Frankreich 2010)

Regie: Grégoire Vigneron

Drehbuch: Grégoire Vigneron, Laurent Tirard

mit Benoît Magimel, François-Xavier Demaison, Julie Gayet, Léa Seydoux, Jean-Marie Winling, Dominique Labourier, André Wilms, Stéphane De Groodt, Yves Jacques, Christelle Cornil, Georges Siatidis, William Miller

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DVD

Sunfilm

Bild: 16:9 (1:2,35)

Ton: Deutsch (DD 5.1/DTS), Französisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: ?

Länge: 91 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

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Hinweise

Homepage zum Film

Wikipedia über „Spurlos“ (deutsch, französisch)


TV-Tipp für den 26. Mai: Uhrwerk Orange

Mai 26, 2011

Arte, 23.00

Uhrwerk Orange (GB 1971, R.: Stanley Kubrick)

Drehbuch: Stanley Kubrick

LV: Anthony Burgess: A Clockwork Orange, 1962 (Uhrwerk Orange)

Der Halbstarke Alex terrorisiert mit seinen Freunden die Gegend. Nachdem er zu einer langen Haftstrafe verurteilt wird, ist er bereit an einem neuen Rehabilitationsprogramm teilzunehmen. Mit fatalen Folgen.

Als „Uhrwerk Orange“ 1971 in die Kinos kam, war er hochumstritten. Zwar sagte Kubrick, sein Film sei eine Verteidigung des freien Willens, aber Gewalt (wenn auch sehr stilisiert) und Beethoven oder „Singing in the Rain“ in einer Szene und der Verzicht auf eine eindeutige Position des Regisseurs im Film war dann für die meisten Kritiker doch zuviel.

Heute ist der stilisierte Alptraum als Meisterwerk der Filmgeschichte anerkannt – und der Roman schaffte es in die Time-Liste der 100 besten englischsprachigen Romane sein 1923.

Vor dem Spielfilm läuft bereits um 22.05 Uhr „Es war einmal…Uhrwerk Orange“ (FR 2011), eine Doku über den Film.

Mit Malcolm McDowell, Patrick Magee, Michael Bates, Warren Clarke, John Clive, Steven Berkoff, David Prowse

Wiederholung: Sonntag, 29. Mai, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Clockwork Orange“ (deutsch, englisch)

Die Welt: Interview mit Malcolm McDowell über „Clockwork Orange“ (18. Mai 2011)

Senses of Cinema: Keith Uhlich über Stanley Kubrick

Stanley Kubrick in der Kriminalakte


DVD-Kritik: Die „Serie in Schwarz“ für den Krimifan

Mai 25, 2011

Es begann mit der „Suite Noire“, einer seit 2007 in der Éditions La Branche von Jean-Bernard Pouy herausgegebenen Reihe von Kurzromanen (oder längeren Kurzgeschichten oder, lose gebraucht, Novellen), die sich am Noir orientieren und jedes Werk ist vom Titel her eine Hommage an einen oft bekannten Noir- oder Pulp-Roman. Deshalb dürfte Krimi-Fans bei vielen Titeln ein wohliger Schauer des Erkennens über den Rücken laufen.

Acht dieser Noirs wurden 2009 als „Suite Noire“ (Originaltitel) oder „Serie in Schwarz“ (Deutscher Titel) verfilmt und die so entstanden, jeweils einstündigen Filme sind für die Freunde des Schwarzen Humors und des Noirs ein Vergnügen. Denn alle Filme, von verschiedenen Regisseuren inszeniert und teils hochkarätig besetzt (so spielen Niels Arestup, Michel Aumont, Lubna Azabal, Sarah Biasini, Manuel Blanc und Francis Renaud mit), wirken, als ob das Team von „Alfred Hitchcock zeigt“ einen Betriebsausflug nach Frankreich gemacht hat. Außerdem haben die „Suite Noire“-Macher eine große Sympathie für Menschen und Milieus, die im normalen bundesdeutschen Krimi nicht vorkommen.

In „Nächste Ausfahrt Mord“ wird ein Vertreter zum Serienmörder. Der karrieregeile Biedermann muss einfach einen dummen Unfall vertuschen. In „Schießen Sie auf den Weinhändler“ bringt der genusssüchtige Weinhändler seine Frau um (denn beim Essen hört der Spaß auf) und engagiert eine junge Herumstreicherin, die etwas vom Essen versteht, als seine neue Köchin. Dummerweise ist sie überhaupt nicht von seinen Schlägen wegen falsch zubereiteter Mahlzeiten begeistert. In „Papas Musik“ will ein finanziell klammer Plattenproduzent seinem Sohn bei der Musikerkarriere helfen. Aber seinem Schicksal entkommt man nicht so einfach.

Das ist im Noir natürlich eine Binsenweisheit, die auch in „Nur DJs gibt man den Gnadenschuss“ auf die sozial engagierte Radiomoderatorin und ihren neuen, gerade aus dem Knast entlassenen Freund zutrifft. Was sie nicht weiß, ist, dass Manu sich an sie heranmacht, weil er von der Polizei dazu erpresst wird den linken Radiosender auszuspionieren. „Die Königin der Pfeifen“ ist die Transsexuelle Annabelle (Gab’s jemals in einem deutschen TV-Film eine Transe als Protagonistin? Ich glaube nicht.). Sie (ähem, er) will vor ihrer Geschlechtsumwandlung in Thailand noch ein richtig großes Ding durchziehen. Aber der Plan ist das eine, die Realität das andere.

„Das Tamtam der Angst“ ist eine herrlich abgedrehte schwarze Komödie, über einen kleinen Buch-Illustrator, der von allen unterdrückt wird. Als er ein Buch über afrikanische Zaubersprüche illustrieren soll, beschließt er, die Flüche auszuprobieren. Mit durchschlagendem Erfolg. „Schönheit muss sterben“ ist ein in Marseille spielender PI-Krimi, in dem der Detektiv sich unwissentlich mit der High Society der Stadt anlegt. In „Die Stadt beißt“ kämpft eine Illegale, die als Prostituierte arbeitete, um ihr überleben.

Alle acht Filme folgen den Vorlagen ziemlich genau. Die Veränderungen verbessern die Geschichten oder sind dem anderem Medium geschuldet. So gibt es in „Schönheit muss sterben“ kein Voice-Over des Protagonisten, sondern der Vater des Privatdetektivs, ein toter Polizist, gibt seinem Sohn während seines ersten Auftrags gute Ratschläge.

In „Nur DJs gibt man den Gnadenschuss“ wird, zum Glück, aus der Undercover-Arbeit von Manu kein Geheimnis gemacht. In „Das Tamtam der Angst“ wird die Beziehung zwischen dem Zeichner und seiner Frau nachvollziehbar und, gerade weil die Macher immer auch eine rationale Erklärung für das Leid der von den Flüchen Betroffenen anbieten, hält der Film wunderschön die Balance zwischen Rationalismus und Aberglaube. In „Schießen Sie auf den Weinhändler“ ist, immerhin sehen wir die Schauspieler, der Aufbau der Geschichte von Anfang an klar. Der Film ist, wie „Nächste Ausfahrt Mord“, ein Fest für die Freunde des Schwarzen Humors. Und dann ist da noch „Das Tamtam der Angst“.

Als Bonusmaterial gibt es zu jedem Film ein kurzes Making of, in dem meistens der Regisseur einiges zum Film erklärt. Das ist wenig, aber fast immer informativ anzuhören.

Serie in Schwarz (Suite Noire, Frankreich 2009)

–

DVD

Edel Motion

Bild: 16:9

Ton: Deutsch, Französische (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Untertitelte Making ofs zu jedem Film

Länge: 540 Minuten (4 DVDs)

FSK: ab 16 Jahre

–

enthält

Nächste Ausfahrt Mord (Vitrage à la corde)

Regie: Laurent Bohnik

Drehbuch: Laurent Bouhnik, Bibi Naceri

LV: Colin Thibert: Vitrage à la corde, 2007 (Nächste Ausfahrt Mord)

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Schießen sie auf den Weinhändler (Tirez sur la caviste)

Regie: Emmanuelle Bercot

Drehbuch: Emmanuelle Bercot

LV: Chantal Pelletier: Tirez sur la caviste, 2007 (Schießen Sie auf den Weinhändler)

–

Papas Musik (La musique de papa)

Regie: Patrick Grandperret

Drehbuch: Patrick Grandperret, José-Louis Bocquet, Emilie Grandperret

LV: José-Louis Bocquet: La musique de papa, 2007 (Papas Musik)

–

Nur DJs gibt man den Gnadenschuss (On achève bien les disc jockeys)

Regie: Orso Miret

Drehbuch: Orso Miret

LV: Didier Daeninckx: On achève bien les disc jockeys, 2007 (Nur DJs gibt man den Gnadenschuss)

–

Die Königin der Pfeifen (La reine des connes)

Regie: Guillaume Nicloux

Drehbuch: Nathalie Leuthreau

LV: Laurent Martin: La reine des connes, 2007 (Die Königin der Pfeifen)

–

Das Tamtam der Angst (Envoyez la fracture!)

Regie: Claire Devers

Drehbuch: Jean-Louis Benoît, Claire Devers

LV: Romain Slocombe: Envoyez la fracture, 2007 (Das Tamtam der Angst)

–

Schönheit muss sterben (Le débarcadère des anges)

Regie: Brigitte Roüan

Drehbuch: Santiago Amigorena, Brigitte Roüan

LV: Patrick Raynal: Le débarcadère des anges, 2007 (Landungsbrücke für Engel)

–

Die Stadt beißt (Quand la ville mord)

Regie: Dominique Cabrera

Drehbuch: Dominique Cabrera

LV: Marc Villard: Quand la ville mord, 2007 (Die Stadt beißt)

–

Hinweise

Arte über die „Serie in Schwarz“

Homepage der „Suite Noire“ (englische Version)

Seite der Éditions La Branche über die „Suite Noire“

Meine Besprechung von Patrick Raynals „Suite Noire“-Buch „Landungsbrücke für Engel“ (Le débarcadère des anges, 2007)

Meine Besprechung von Colin Thiberts „Nächste Ausfahrt Mord“ (Vitrage à la corde, 2007)

Meine Besprechung von José-Louis Bocquets „Papas Musik“ (La musique de papa, 2007)

Meine Besprechung von Chantal Pelletiers „Schießen Sie auf den Weinhändler“ (Tirez sur la caviste, 2007)


TV-Tipp für den 25. Mai: Batman hält die Welt in Atem

Mai 25, 2011

Das Vierte, 20.15

Batman hält die Welt in Atem (USA 1966, R.: Leslie H. Martinson)

Drehbuch: Lorenzo Semple Jr.

LV: Charakter von Bob Kane

Bevor Comicverfilmungen megamillionenteure Blockbuster wurden, waren sie, nun, so etwas wie „Batman hält die Welt in Atem“: bunt, kindisch, billig produziert und wirklich nichts für das intellektuelle Abendgespräch.

Die Story: Batman und Robin kämpfen gegen vier Supergangster (unter anderem dem Pinguin und das Katzenweib), die die Weltherrschaft mit einer Dehydrationsmaschine anstreben.

Die Kritik zu dem Kassenhit (jedenfalls in seiner Heimat): “Der infantile Film nimmt, nicht ohne Überraschungseffekte und eine Spur gelegentlicher Ironie, das Motiv einer alten TV-Serie wieder auf.“ (Lexikon des internationalen Films)

„Was an dem Film so sympathisch berührt, ist, dass er sich in keiner Phase ernst nimmt. Ein Film für Leute mit Sinn für Unsinn. Wackeren SF-Fanatikern wird er freilich auf die Nerven gehen.“ (Science Fiction Times)

Die Folgen: Heute sind die von 1966 bis 1968 ausgestrahlte „Batman“-TV-Serie mit Adam West und Burt Ward und der daraus entstandene Spielfilm „Batman hält die Welt in Atm“ irgendwie Kult. Aber das wird ja über jeden Trash gesagt, wenn nur genug Jugenderinnerungen dran hängen.

Oh, und Lorenzo Semple Jr. schrieb später auch die Drehbücher für „Papillon“, „Zeuge einer Verschwörung“ (Edgar-nominiert), „Unter Wasser stirbt man nicht“ (nochmal Edgar-nominiert), „Die drei Tage des Condor“ (Edgar-Gewinner), „King Kong“ (Okay, der war nichts.), „Flash Gordon“ und „Sag niemals nie“.

Mit Adam West, Burt Ward, Lee Meriwether, Cesar Romero, Frank Gorshin, Alan Napier, Neil Hamilton

Hinweise

Wikipedia über „Batman hält die Welt in Atem“ (deutsch, englisch)


DVD-Kritik: Über Hark Bohms Kassenhit „Moritz, lieber Moritz“

Mai 24, 2011

1978 war der von Hark Bohm inszenierte Film „Moritz, lieber Moritz“ der erfolgreichste deutsche Kinofilm. Heute dürfte ihn, auch weil er seit Ewigkeiten nicht mehr im Fernsehen lief, kaum noch jemand kennen. Dabei ist der Film über einen Fünfzehnjährigen, obwohl er tief in den bundesdeutschen Siebzigern verwurzelt ist und deshalb an vielen Stellen Patina angesetzt hat, auch heute noch sehenswert. Denn die Probleme, die Moritz mit dem Erwachsenwerden hat, sind universell.

Der introvertierte Moritz Stuckmann ist der jüngste Spross einer Elbdynastie. Sein Vater hat allerdings gerade das Vermögen verjubelt und der Gerichtsvollzieher schnappt sich auch die Stereoanlage von Moritz. Seine Mutter versucht noch den Schein aufrecht zu erhalten. Sein Vater hat resigniert. Seine Oma ist in einem Altersheim und, weil seine Mutter sie nie besucht, muss Moritz allein mit dem Sterbewunsch der Großmutter umgehen. In der Schule ist auch nicht alles rosig. Vor allem der Mathelehrer hat ihn auf dem Kicker. Zum Ausgleich flüchtet Moritz sich in blutige Fantasien, in denen er sich auch an dem Mathelehrer rächt.

Und dann ist da noch seine erwachende Sexualität, die er meistens damit auslebt, dass er seine junge Tante durch Schlüssellöcher beobachtet (Zur Erinnerung: Das war die Zeit vor Internet und VHS. Das war die Zeit der Pornokinos.). Zufällig trifft er die gleichaltrige Barbara. Aber will sie wirklich etwas von ihm?

Seinen einzigen Trost findet er bei einer von ihm gezähmten Ratte und in der Musik. Er spielt Saxophon.

Nach dem Erfolg von „Nordsee ist Mordsee“ beschäftigte Hark Bohm sich auch in seinem nächsten Film mit den Ängsten, Sorgen und Wünschen eines Jungen. Und, wie in „Nordsee ist Mordsee“ war auch „Moritz, lieber Moritz“ stark von Bohms Umfeld, wozu vor allem seine Kinder (die in beiden Filmen mitspielten und ihn beim Schreiben des Drehbuchs und den Dreharbeiten berieten) gehören, beeinflusst. Doch während „Nordsee ist Mordsee“ einen quasi-dokumetarischen Look hatte, sind die filmischen Vorbilder und Reminiszenzen in „Moritz, lieber Moritz“ breiter gestreut. Wenn Moritz Barbara durch Hamburg verfolgt und sich ihr nähert, weht ein Hauch Nouvelle Vague durch den Film. Wenn er seine Tante durch das Schlüsselloch beobachtet, fühlt man sich in einem Softporno („Emmanuelle“ und die Schulmädchenreport-Filme waren Kassenhits. „Der letzte Tango in Paris“ und „Im Reich der Sinne“ sorgten auch für heftige Diskussionen in den Feuilletons.). Die Szenen im noblen Familiensitz mit Blick auf die Elbe, vor allem beim gemeinsamen Essen, erinnern an die Demaskierungen des Bürgertums bei Rainer Werner Fassbinder. Die damals schockierenden Traumsequenzen und der Autounfall (den ich wesentlich graphischer in Erinnerung hatte) sorgten, wie schon bei „Nordsee ist Mordsee“, für Ärger mit der FSK über die Altersfreigabe des Films und damit um die Frage, ob auch Jugendliche im Alter des Protagonisten den Film im Kino sehen durften. Anscheinend wurde er letztendlich ab 12 Jahre freigegeben; – was seltsam ist, weil der Film jetzt eine FSK-16 hat.

Diese Traumsequenzen und die Szenen mit Moritz‘ Oma erinnern etwas an das damalige britische Filme. Das Kriegsspiel der Kinder könnte aus einem Nordirland-Drama sein. Die Folterung des Mathelehrers eine Szene aus „Uhrwerk Orange“.

Dieser Mischmasch aus unterschiedlichen Stilen fügt sich am Ende zu einem Spiegelbild von Moritz‘ Psyche und Bohm erzählt den Film auch konsequent aus Moritz‘ Perspektive.

Bohm sagt im Presseheft, dass es in „Moritz, lieber Moritz“ um Konflikte gehe, die die jugendlichen Zuschauer aus eigenem Erleben nachvollziehen könnten. Deshalb wäre ein Remake der Geschichte von Moritz im heutigen Deutschland, das den Protagonisten genauso ernst nimmt, ein spannendes Experiment.

Anmerkung zum Nachdenken: Der Jugendfilm ist freigegeben ab 16 Jahre. FSK-16-Filme dürfen im Fernsehen erst nach 22.00 Uhr gezeigt werden.

–

Moritz, lieber Moritz (D 1978)

Regie: Hark Bohm

Drehbuch: Hark Bohm

mit Michael Kebschull, Kerstin Wehlmann, Kyra Mladeck, Walter Klosterfelde, Grete Mosheim Elvira Thom, Uwe Enkelmann, Dschingis Bowakow, Wolf-Dietrich Berg, Uwe Dallmeier, Marquard Bohm

–

DVD

Arthaus/Kinowelt

Bild: 1,66:1

Ton: Deutsch (Mono DD)

Untertitel: –

Bonusmaterial: Trailer, Presseheft, Wendecover

Länge: 91 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

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Hinweise

Trailer zum Film

Wikipedia über „Moritz, lieber Moritz“

Der Spiegel: Hellmuth Karasek über „Moritz, lieber Moritz“ (Der Spiegel 11/1978)

Meine Besprechung von Hark Bohms „Nordsee ist Mordsee“


Cover der Woche

Mai 24, 2011


TV-Tipp für den 24. Mai: The Game

Mai 24, 2011

ZDFneo, 21.00

The Game – Das Geschenk seines Lebens (USA 1997, R.: David Fincher)

Drehbuch: John Brancato, Michael Ferris

Conrad schenkt seinem stinkreichen, einsamen Arschloch-Bruder Nicholas Van Orton einen Gutschein für ein Spiel, das sein Leben interessanter gestalten soll. Nachdem Nicholas das Rollenspiel beginnt, beginnt er die Kontrolle über sein Leben zu verlieren.

Düsterer Thriller (jedenfalls bis zum Beginn des dritten Aktes), der Fincher zwischen „Se7en“ und „Fight Club“ in Topform zeigt.

„Das Ganze ist ein intellektuelles Spiel mit Genre-Elementen und den Erwartungen eines an unzähligen Filmminuten geschulten Publikums. (…) Die Besonderheit an The Game ist nun, dass Fincher gerade darauf zielt, seinen Film als Spielmaterial kenntlich zu machen; methodisch tut er dies mit Sigmund Freud als Aushilfsregisseur, stilistisch mit den Mitteln des Verfolgungswahns.“ (Michael Kohler in Frank Schnelle, Hrsg.: David Fincher)

Mit Michael Douglas, Sean Penn, Deborah Kara Unger, James Rebhorn, Peter Donat, Carroll Baker, Armin Mueller-Stahl, Jack Kehoe (sein bislang letzter Auftritt, als Lieutenant Sullivan), Spike Jonze (kleine Nebenrolle), Michael Massee (dito kleine Nebenrolle)

Hinweise

Senses of Cinema über David Fincher

Drehbuch „The Game“ von John Brancato und Michael Ferris (19. Oktober 1995)

Drehbuch „The Game“ von John Brancato und Michael Ferris, überarbeitet von Larry Gross und Andrew Kevin Walker (8. Februar 1996 -Shooting Script)


DVD-Kritik: Über Hal Ashbys Lawrence-Block-Verfilmung „8 Millionen Wege zu sterben“

Mai 23, 2011

Ex-Cop Matt Scudder versucht sein Leben in den Griff zu kriegen. Die Anonymen Alkoholiker, deren Treffen er regelmäßig besucht, helfen ihm. Nach einem Treffen spricht ihn eine Frau an. Die Prostituierte bittet ihn, mit ihrem Zuhälter zu sprechen. Sie möchte ein neues Leben beginnen und hat Angst vor ihm. Kurz darauf ist sie tot und Scudder will ihren Mörder fangen.

„8 Millionen Wege zu sterben“ erzählt einen klassischen Plot und, wer die Vorlage nicht kennt, dürfte halbwegs zufrieden mit dem Werk sein. Denn als Verfilmung eines Matt-Scudder-Buches ist „8 Millionen Wege zu sterben“ gründlich gescheitert und nur einen Tick besser als die ebenfalls auf einem Roman von Lawrence Block basierende Bernie-Rhodenbarr-Verfilmung „Die diebische Elster“ (Burglar, USA 1986). Das beginnt schon damit, dass die Macher die Geschichte von New York nach Los Angeles verlegten und so innige Beziehung von Scudder und seiner Stadt negierten. Sie rissen Scudder das Herz heraus und für Scudder-Fans ist der Rest, wozu auch die vielen Änderungen in der Geschichte gehören (immerhin wurde die Prämisse übernommen), dann eigentlich egal.

Als PI-Krimi ist der Film, wenn man entweder die Vorlage nicht kennt (was ein schwerer Fehler ist und sofort geändert werden sollte) oder links liegen lässt (immerhin hat auch Alfred Hitchcock bei seinen Romanverfilmungen oft die Geschichte stark verändert), ein höchst zwiespältiges Vergnügen.

New-Hollywood-Regisseur Hal Ashby hatte mit „Harold und Maude“, „Shampoo“, „Sie kehren heim“ und „Willkommen, Mr. Chance“ einige gute Filme gedreht. Das waren beeindruckende Dramen und Satiren, vulgo Charaktergeschichten, in denen der Plot eher zweitrangig ist und auch immer mehr oder weniger viel improvisiert wurde (Oliver Stone war von dieser Bearbeitung seines Drehbuchs nicht begeistert.). Aber für einen gelungenen Detektivfilm ist das nicht unbedingt eine gute Visitenkarte und gerade in den Szenen zwischen Jeff Bridges (der Matt Scudder spielt) und Andy Garcia (der den Bösewicht spielt) wird diese Diskrepanz zwischen Drama und Krimi schmerzhaft deutlich. Sie machen sich minutenlang, wie zwei pubertierende Kinder, an, ohne dass es die Geschichte irgendwie voran bringt. Die wenigen Action-Szenen wurden von Ashby lieblos heruntergedreht. Und, als grotesken Höhepunkt gibt es in einer riesigen, leeren Lagerhalle einen Austausch von Drogen gegen eine Geisel, die eine minutenlange (gefühlt stundenlange) sinnentleerte Kreischorgie ist, die gerade wegen ihrer Absurdität einen gewissen Kultwert hat.

Dazu hat James Newton Howard einen Soundtrack geschrieben, der alle 80er-Jahre-Musikklischees in sich vereinigt und heute absolut unhörbar ist.

Auf der Haben-Seite kann „8 Millionen Wege zu sterben“ die Schauspieler (ein Film mit Jeff Bridges und Andy Garcia, in einer seiner ersten großen Rollen, kann nicht ganz schlecht sein) und die Außenaufnahmen und kleinen Szenen, die einen Eindruck von der Schattenseite Hollywoods, geben, verbuchen. Außerdem dürfte Ashbys Film einer der ersten Krimis gewesen sein, in der der Alkoholismus des Helden und die daraus entstehenden Probleme, wichtig für die Geschichte waren.

Dennoch ist Ashbys letzter Kinofilm, auch ohne die Kenntnis der mit dem Shamus Award ausgezeichneten Vorlage, ein Film der verschenkten Möglichkeiten.

8 Millionen Wege zu sterben (Eight million ways to die, USA 1986)

Regie: Hal Ashby

Drehbuch: Oliver Stone, David Lee Henry, Robert Towne (ungenannt)

LV: Lawrence Block: Eight million ways to die, 1982 (Viele Wege führen zum Mord)

mit Jeff Bridges, Rosanna Arquette, Andy Garcia, Alexandra Paul, Randy Brooks, Lisa Sloan

–

DVD

Bild: 1,85:1 (16:9)

Ton: Deutsch, Englisch, Italienisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Deutsch, Italienisch

Extras: Deutscher Trailer, Bildergalerie, Wendecover

Länge: 111 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Wikipedia über „8 Millionen Wege zu sterben“ (deutsch, englisch)

Propellerinsel (tkl) über „8 Millionen Wege zu sterben“

Ikonenmagazin: Marcus Stiglegger über „8 Millionen Wege zu sterben“

Homepage von Lawrence Block

Unbedingt kaufen müssen Sie das von mir herausgegebene Buch „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“ (KrimiKritik 5, Nordpark-Verlag)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers” (1994)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers” (1995)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks: “All the flowers are dying” (2005)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Lucky at Cards” (2007)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Abzocker“ (Grifter’s Game, 2004; frühere Ausgaben: Mona, 1961; Sweet slow death, 1986)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Verluste” (Everybody dies, 1998)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Killing Castro“ (Originalausgabe unter dem Pseudonym Duncan Lee als „Fidel Castro Assassinated“, 1961)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Falsches Herz“ (The Girl with the long green Heart, 1965)

Lawrence Block in der Kriminalakte

Senses of Cinema: Darren Hughes über Hal Ashby

Images Journal über Hal Ashby

Indiewire: Oliver Lyttelton über die Filme von Hal Ashby (6. Mai 2011)


TV-Tipp für den 23. Mai: Mathilde – Eine große Liebe

Mai 23, 2011

Arte, 20.15

Mathilde – Eine große Liebe (F/USA 2004, R.: Jean-Pierre Jeunet)

Drehbuch: Jean-Pierre Jeunet, Guillaume Laurant, Guillaume Laurant

LV: Sébastien Japrisot: Un long dimanche de fiancailles, 1991 (Die Mimosen von Hosssegor, Mathilde – Eine große Liebe)

Erster Weltkrieg und die ersten Nachkriegsjahre: Mathilde Donnay glaubt nicht, dass ihr Geliebter im Krieg gestorben ist. Obwohl alle ihr davon abraten, sucht sie ihn.

„Mathilde – Eine große Liebe“ ist, wie der Titel verrät, eine Liebesgeschichte, inszeniert von dem Macher von „Die fabelhafte Welt der Amelie“. Aber die Vorlage stammt von einem renommierten Krimiautor.

Der Film, erhielt neben anderen Preisen, zahlreiche Cesars und, für das Drehbuch, den Edgar-Allan-Poe-Preis.

Mit Audrey Tautou, Gaspar Ulliel, Jean-Pierre Becker, Tchéky Karyo, André Dussollier, Denis Lavant, Jodie Foster (Nebenrolle)

Wiederholung: Dienstag, 24. Mai, 14.00 Uhr

Hinweise

Wikipedia über Sébastien Japrisot (deutsch, englisch, französisch)

Krimi-Couch über Sébastien Japrisot

Film-Zeit über „Mathilde – Eine große Liebe“


Michael Connelly über den „Lincoln Lawyer“ (Der Mandant)

Mai 21, 2011

Bis die Michael-Connelly-Verfilmung „Der Mandant“ (The Lincoln Lawyer) bei uns anläuft, dauert es noch einige Tage.

Hören wir uns also mal an, was Michael Connelly zur Verfilmung sagt:

Während der Dreharbeiten hat er mit Matthew McConaughey, der den Lincoln Lawyer Mickey Haller verkörpert (Yep, ich Trottel dachte beim Ansehen der ersten Trailer, dass McConaughey zu jung für die Rolle sei. Aber nach den ersten Minuten des Films fragte ich mich, wie ich mir jemals einen anderen Schauspieler als Mickey Haller hatte vorstellen können), gesprochen:


TV-Tipp für den 22. Mai: The International

Mai 21, 2011

Pro7, 20.15

The International (The International, USA/D 2009)

Regie: Tom Tykwer

Drehbuch: Eric Warren Singer

Ein Interpol-Agent und eine New Yorker Staatsanwältin wollen eine mächtige Bank, die Krieg und Terror finanziert, zur Strecke bringen. Das ist natürlich nicht so einfach.

Eine Woche nachdem „The International“ 2009 die Berlinale eröffnete und dort auf ein geteiltes Echo stieß, lief Tom Tykwers neuer Film in den Kinos an. Für Berliner ist er wegen des exzessiven Berlin-Shooting natürlich ein Pflichtprogramm. Aber auch andere sollten einen Blick riskieren. Denn „The International“ ist ein grundsolider Politthriller, der weitgehend realistisch unterhält (jaja, die Schießerei im Guggenheim-Museum ist reinstes Kino. Oder glaubt wirklich irgendjemand, dass in der Realität in dem Museum minutenlang herumgeballert werden kann, ohne dass ein Polizist oder ein Sicherheitsbeamter auftaucht? Aber toll anzusehen ist sie trotzdem.).

„Es gibt doch zurzeit nicht gerade haufenweise starke Thriller mit überzeugendem Gegenwartsbezug, die trotzdem dynamisch und intensiv sind, und die nicht angestrengt aufklärerisch oder bieder moralisierend daherkommen. Energische und trotzdem nachdenkliche Filme, deren Actionsequenzen nicht so hysterisch und ermüdend wirken, sondern klug verteilt sind. So einen Film wollte ich machen, auch aus einem gewissen Frust heraus, dass es in den letzten Jahren nur ganz wenige Vorbilder gab, an denen man sich hätte orientieren können. (…) Unser Film ist auch eine Reminiszenz an die klassischen Polit-Thriller aus den Siebzigerjahren, wo die Idee eines geheimen Systems innerhalb der offiziellen Dienste sehr verbreitet war. (…) Dieses Element des Paranoia-Thrillers wollten wir aufnehmen und in die Gegenwart führen.“ (Tom Tykwer, Berliner Zeitung 31. Januar/1. Februar 2009)

Weil der Film FSK-16 ist, dürfte um 20.15 Uhr eine gekürzte Version laufen. Die Nachtwiederholung müsste die Kinofassung sein.

Mit Clive Owen, Naomi Watts, Armin Müller-Stahl, Brian F. O’Byrne

Wiederholung: Montag, 23. Mai, 00.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The International“

Rotten Tomatoes über „The International“

Nachtrag (25. Mai 2011): Sodele, der Schnittbericht zur 20.15-Uhr-Ausstrahlung ist online und der Sender hat ja wirklich beherzt zur Schere gegriffen.


TV-Tipp für den 21. Mai: Das Versprechen

Mai 21, 2011

Kabel 1, 22.35

Das Versprechen (USA 2000, R.: Sean Penn)

Drehbuch: Jerzy Kromolowski, Mary Olson-Kromolowski

LV: Friedrich Dürrenmatt: Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman, 1957

Kamera: Chris Menges

Musik: Hans Zimmer

Ein Polizist sucht nach seiner Pensionierung – zunehmend wahnhaft – einen Kindermörder. Als Beute für den Mörder wählt er ein Kind aus.

Grandiose, ruhige Studie über Alter und Einsamkeit. Penn hielt sich bei seiner Version an Dürrenmatts Buch „Das Versprechen“. Dürrenmatt schrieb es, nachdem er mit dem optimistischen Ende von „Es geschah am hellichten Tag“ (D 1958) unzufrieden war. Sogar die notorisch schwer zu begeisternde Ponkie schrieb: „Das Vorhersehbare eines Krimiklassikers – und die Brutal-Details eines grausamen Thrillers: ein respektables, aber nicht zwingend nötiges Remake.“ (AZ, 11. 10. 2001)

Mit Jack Nicholson, Patricia Clarkson, Benicio Del Toro, Mickey Rourke, Helen Mirren, Robin Wright Penn, Vanessa Redgrave, Sam Sheppard, Tom Noonan, Harry Dean Stanton, Aaron Eckhart

Hinweise

Wikipedia über Friedrich Dürrenmatt

Deutsche Homepage zum Film

Schweizer Fernsehen: Interviews mit Sean Penn, Robin Wright Penn und Aaron Eckhart zu „Das Versprechen“ (Cannes 2001)


TV-Tipp für den 20. Mai: Das Gesetz bin ich

Mai 20, 2011

WDR, 23.15

Das Gesetz bin ich (USA 1974, Regie: Richard Fleischer)

Drehbuch: Elmore Leonard

Buch zum Film: Elmore Leonard: Mr. Majestyk, 1974

Okayer Thriller über die Mafia unter Melonenfarmern, mit Charles Bronson, der zuerst seine Ruhe haben will, später rot sieht.

Von Elmore Leonards Homepage: „Before Joe Kidd was released, Clint Eastwood called Elmore and asked for a Dirty Harry like story of a guy with a big gun. Elmore told Eastwood the story of what was to become Mr. Majestyk. Eastwood said, write it up. But, by the time Elmore finished the outline, Eastwood had acquired High Plains Drifter and bowed out. Swanson then sold Walter Mirisch on the project, who interested Charles Bronson. Mr Majestyk was the story of Vince Majestyk, a Vietnam veteran and now peaceful watermelon farmer whose workers are threatened by the local mob lead by hit man, Frank Renda (Al Lettieri).

But typically in an Elmore story, Bronson represents the workers and incurs the wrath of and delivers vengeance on the mob boys. Bronson nailed his role but Al Lettieri was over the top, playing essential the same role he did in The Getaway. Elmore saw Renda as the majority of his characters, more subtle and laid back. After completing the screenplay, Elmore Leonard novelized Mr. Majestyk. The most well known scene in Mr. Majestyk is of the bad guys shooting up the watermelons. (Shot in eastern Colorado – not Northern California as in the script.) Colorado was the only place in the West the producers could find such a crop, in season. Elmore’s script called for cantaloupes. Quentin Tarantino, Elmore’s great fan, pays homage to Mr. Majestyk in True Romance (1991).”

Hinweise

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Djibouti“ (2010)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Road Dogs“ (Road Dogs, 2009)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Elmore Leonard in der Kriminalakte


Einige Worte zur Filmausgabe von Michael Connellys „Der Mandant“

Mai 19, 2011

Bis die rundum gelungene Michael-Connelly-Verfilmung „Der Mandant“ am 23. Juni im Kino startet, dauert es noch etwas. Aber die Filmausgabe von Michael Connellys Roman ist schon draußen. Sie unterscheidet sich von den vorherigen Ausgaben durch ein anderes Cover, das sich am Filmplakat orientiert (und mir gefällt), und einen 16-seitigen Anhang, in dem es informative Produktionsnotizen zum Film gibt.

Die Story dürfte inzwischen ja bekannt sein: Michael Haller in Los Angeles Strafverteidiger. Sein Büro ist sein Auto: ein Lincoln Town Car (daher auch der Originaltitel „The Lincoln Lawyer“) und als Verteidiger nutzt er für seine normalerweise schuldigen Mandanten die Lücken des Systems und die oft kleinen Ermittlungsfehler der Polizei aus, um für sie ein gutes Urteil zu erreichen; wenn es geht ohne eine Gerichtsverhandlung. Jetzt hat er mit der Verteidigung von Louis Roulet die Chance, einen Unschuldigen zu verteidigen und viel Geld zu machen. Roulet ist wegen schwerer Körperverletzung und versuchter Vergewaltigung angeklagt und die Anklage ist, so Hallers erster Eindruck, nicht stichhaltig.

Aber schnell fragt Haller sich, ob Roulet nicht nur für diese Tat begangen hat, sondern auch ein mehrfacher Frauenmörder ist und Haller vor einigen Jahren einen Unschuldigen für einen von Roulets Morden ins Gefängnis schickte (damals war Haller stolz auf sich, weil er die Todesstrafe abwenden konnte). Jetzt versucht Haller das Richtige zu tun und setzt sich zwischen alle Stühle. Denn Roulet besteht darauf, von Haller verteidigt zu werden.

Als „Der Mandant“ in den USA vor sechs Jahren erschien, war der Justiz-Thriller für Michael Connelly nur ein weiterer Ausflug von seiner erfolgreichen Harry-Bosch-Polizeiserie. Aber der zu recht für etliche renommierte Preise nominierte Thriller war so erfolgreich und Mickey Haller als Charakter so schillernd, dass Connelly seitdem Mickey Haller, neben Harry Bosch, als seinen zweiten Seriencharakter etablierte und sie auch gemeinsam in „So wahr uns Gott helfe“ (The Brass Verdict) und „The Reversal“ auftraten.

In der ersten Hälfte von „Der Mandant“ legt Connelly gewohnt gekonnt die verschiedenen Spuren aus. Die zweite Hälfte des Thrillers, die vor allem vor Gericht spielt, ist dann ein einziger packender Kampf bis zum nervenzerfetzendem Finale. Denn vor Gericht jongliert Mickey Haller gleichzeitig mit verschiedenen Bällen und es kommen immer neue dazu, bis Haller eigentlich keine Chance mehr hat, das Spiel zu gewinnen.

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Michael Connelly: Der Mandant – Der Roman zum Film

(übersetzt von Sepp Leeb)

Heyne, 2011

544 Seiten

9,99 Euro

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Deutsche Erstausgabe

Heyne, 2007

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Originalausgabe

The Lincoln Lawyer

Little, Brown and Company, 2005

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Verfilmung

Der Mandant (The Lincoln Lawyer, USA 2011)

Regie: Brad Furman

Drehbuch: John Romano

mit Matthew McConaughey, Ryan Phillippe, Marisa Tomei, William H. Macy, Josh Lucas, John Leguizamo, Michael Pena, Bob Gunton, Frances Fisher, Bryan Cranston

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Hinweise

Homepage von Michael Connelly

Meine Besprechung von Michael Connellys „The Lincoln Lawyer“ (2005, deutscher Titel: Der Mandant)

Meine Besprechung von Michael Connellys „Vergessene Stimmen“ (The Closers, 2005)

Meine Besprechung von Michael Connellys “L. A. Crime Report” (Crime Beat, 2004)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Kalter Tod” (The Overlook, 2007)

Meine Besprechung von Michael Connellys “Echo Park” (Echo Park, 2006)

Michael Connelly in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 19. Mai: Pulp Fiction

Mai 19, 2011

Vox, 22.35

Pulp Fiction (USA 1994, R.: Quentin Tarantino)

Drehbuch: Quentin Tarantino

Tausendmal gesehen, tausendmal hat’s Spaß gemacht.

„Im Stil der Pulp Fiction, der Groschenromane und B-Pictures aus den 30er und 40er Jahren, komprimiert Quentin Tarantino eine Handvoll Typen und Storys zu einem hochtourigen Film noir (…) Ein ausgezeichnetes Darsteller-Ensemble, eine intelligente Inszenierung und ein gutes Timung durch flotte Schnitte tragen dazu bei, dass Blutorgien mit Slapstick und bitterer Zynismus mit leichter Ironie so raffiniert ineinander übergehen oder aufeinander folgen, dass die Brüche und Übergänge nicht stören.“ (Fischer Film Almanach 1995)

Tarantino erzählt von zwei Profikillern, die zuerst Glück und dann Pech bei ihrer Arbeit haben, einem Boxer, der entgegen der Absprache einen Boxkampf gewinnt und sich dann wegen einer Uhr in Lebensgefahr begibt, einem Gangsterpärchen, das ein Schnellrestaurant überfällt, einem Killer, der die Frau seines Chefs ausführen soll und in Teufels Küche gerät, einer Gangsterbraut, die eine Überdosis nimmt, einem Killer, der zum Christ wird und von einem Tanzwettbewerb.

Kurz: wir haben mit einem Haufen unsympathischer Leute eine verdammt gute Zeit.

Der Kassenknüller erhielt zahlreiche Preise, aber für Krimifans zählt natürlich nur der gewonnene Edgar.

Mit Tim Roth, Harvey Keitel, Uma Thurman, Amanda Plummer, John Travolta, Samuel L. Jackson, Bruce Willis, Rosanna Arquette, Ving Rhames, Eric Stoltz, Christoper Walken, Quentin Tarantino, Steve Buscemi

Wiederholung: Freitag, 20. Mai, 01.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

The Quentin Tarantino Archives

Quentin-Tarantino-Film-Forum

Everything Tarantino

Quentin Tarantino (inoffizielle deutsche Fanseite)

Wikipedia über “Pulp Fiction”

Pulp Fiction (deutsche Fanseite zum Film)

Drehbuch “Pulp Fiction” von Quentin Tarantino und Roger Avary


Altlastenbeseitigung: Text und Bild, Teil 3

Mai 18, 2011

Es hilft nichts. Ich muss endlich mal wieder meinen Schreibtisch aufräumen. Dabei kann ich dann auch einige Werke, die ich teils schon vor Monaten genossen, aber bis jetzt immer noch nicht besprochen habe, endlich, nicht immer in der gebührenden Länge, besprechen.

„Dieses Werk kann als übertriebene Satire, politischer Schlendrian, 90er-Jahre-Sex-Bomben-Kram oder einfach als irgendwie befriedigend angesehen werden“, schreibt Jimmie Robinson im Vorwort von „Bomb Queen: Sexbombe – Die bläst dich weg!“ und schon auf der zweiten Seite sagt Bomb Queen: „New Port City gehört mir. (…) Ich pass nich‘ auf, dass die Züge rechtzeitig ankommen. Ich leg nur die Ärsche um, die das vermasseln.“

Sie ist eine typische Comic-Superschurkin.

Sie ist auch großbusig und sehr sexy.

Sie ist auch die Superheldin, die für Recht und Ordnung in New Port City sorgt.

Das friedliche Leben der Einwohner gerät aus den Fugen, als Robert Woods der neue Bürgermeister werden will. Denn, so die Mitarbeiter von Woods: „Sie ist böse. Ja, sie mordet. Sie ist irre. Aber sie erreicht ihre Ziele. Und das scheint den Bürgern zu gefallen. (…) Und diese Stadt scheffelt Geld. Der Kongress ist unter dem Strich gar nicht unzufrieden.“

Also greift Woods zum letzten Mittel: er engagiert einen Superhelden, der die Superschurkin umbringen soll und ihn so als engagierten Bekämpfer des Verbrechens ins Bürgermeisteramt bringen soll.

Bomb Queen ist davon nicht begeistert und schon wird, wie es sich für einen Superheldencomic gehört, New Port City zum Spielplatz für die beiden Superhelden – und wir stehen auf der Seite von Bomb Queen, die auf eine vollkommen irre Art die Gute ist.

Fortsetzung erwünscht!

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Jimmie Robinson (Autor/Zeichner): Bomb Queen: Sexbombe – Die bläst dich weg! (Band 1)

(übersetzt von Christian Heiß)

Panini, 2011

128 Seiten

14,95 Euro

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Originalausgabe

Bomb Queen, Vol. 1 – WMD: Women of Mass Destruction

Shadowline/Image, 2011

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Erstausgabe als „Bomb Queen: Royal Flush“ (Februar – Mai 2006)

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Der neue „Batman“-Sonderband „Hinter der Maske“ enthält zwei Geschichten. Einmal die Serienkillerjagd „Cutter“ von Thriller-Autor Greg Rucka und „The Losers“-Zeichner Jock.

Einmal die titelgebende Geschichte „Hinter der Maske“ von Autor David Hine und Zeichner Jeremy Haun.

„Cutter“ hat mit der parallelen Jagd von Batman und Batwoman auf einen mehrfachen Frauenmörder zwar einen interessanten Ansatz, aber letztendlich bleibt die Geschichte nur eine Ansammlung von lose miteinander verbundenen Set-Pieces, bei der man immer den Eindruck hat, dass die Action wichtiger als die Konstruktion einer schlüssigen Geschichte war.

In „Hinter der Maske“ sitzt der verrückte Professor Strange, der vor einigen Jahren die Rolle von Batman übernehmen wollte, in der Irrenanstalt Arkham Asyslum und wird von dem Direktor der Anstalt behandelt. Doch schon bald fragt dieser sich, ob er Strange therapiert oder Strange von ihm Besitz ergriffen hat (Erinnert ihr euch an „Das Testament des Dr. Mabuse“?). Batman wird um Hilfe gebeten.

Diese Geschichte spielt gelungen mit dem Wahnsinn und verschiedenen Formen der Gedankenmanipulation und stellt die Frage, was real ist.

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Greg Rucka (Autor)/David Hine (Autor)/Jock (Zeichner)/Jeremy Haun (Zeichner): Batman: Hinter der Maske (Sonderband 30)

(übersetzt von Steve Kups)

Panini/DC, 2011

116 Seiten

14,95 Euro

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Originalausgabe/enthält

Cutter (Cutter, Detective Comics 861 – 863, März – Mai 2010)

Hinter der Maske (Beneath the Mask, Detective Comics 864 – 865, Juni – Juli 2010)

Der gute König Wenzel (Good King Wencesias, DC Holiday Special 2008, Februar 2009)

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Hinweise

Homepage von Greg Rucka

Meine Besprechung von Greg Rucka/Steve Liebers „Whiteout“ (Whiteout, 1998/1999)

Meine Besprechung von Greg Rucka/Steve Liebers „Whiteout: Melt“ (Whiteout: Melt, 1999/2000)

Meine Besprechung von Greg Ruckas „Die Welt ohne Superman“ (The Sleepers, 2009)

Greg Rucka in der Kriminalakte

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„Marvel Noir“ ist die Marvel-Reihe, in der bekannte Charaktere, wie Spider-Man, Wolverine und der Punisher, ein Abenteuer aus der Noir-Perspektive erleben. Auch „Daredevil“, wie sich der blinde Superheld Matt Murdock, nennt, erfährt eine solche Noir-Behandlung und sie passt sehr gut zu dem Charakter.

Murdock arbeitet im New Yorker Viertel Hell’s Kitchen als Assistent des Privatdetektivs Foggy Nelson. Ihre neueste Klienten, die gutaussehende Eliza, ist mit dem Gangster Orville Halloran befreundet. Sie will ihn verlassen. Halloran will’s nicht akzeptieren. Murdock versucht ihr zu helfen, verliebt sich in die für ihn undurchschaubare Frau und gerät in ein Komplott, in das auch der Mörder seines Vaters verwickelt ist.

„Daredevil“ erzählt, angenehm nah an den aus Büchern und Filmen bekannten Noir-Konventionen, eine spannende Geschichte. Auch wenn das Ende für Matt Murdock, der hier als junger Mann noch Illusionen hat und Lehrgeld bezahlen muss, überraschender ist als für Noir-Fans. Und Tomm Cooker taucht die Geschichte mit seinen dunklen Bildern in ein entsprechend düsteres Licht.

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Alexander Irvine (Autor)/Tomm Cooker (Zeichner): Marvel Noir: Daredevil

(übersetzt von Robert Syska)

Panini/Marvel, 2010

104 Seiten

14,95 Euro

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Originalausgabe

Daredevil Noir: Liar’s Poker, Vol 1 – 4

Marvel, Juni – September 2009

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„Warum wollen wilde, wollüstige Weiber Wade Wilson wirklich? Wir wissen’s!“ ist der Untertitel zu „Weiber, Wummen & Wade Wilson“, dem neuen „Deadpool“-Comic von Duane Swierczynski und auch wenn am Ende der knapp hundertseitigen Geschichte wissen wir zwar immer noch nicht, warum wilde, wollüstige Weiber Wade Wilson wirklich wollen, aber wir haben uns gut amüsiert. Denn Wade Wilson (aka „Deadpool“ aka „Der Söldner mit der großen Klappe“) muss vor dem Senat zu dem Massaker von Sinaloa (wobei mindestens 79 Zivilisten, unzählige Mitglieder zweier Drogenkartelle und ein Team von Söldnern starben) aussagen und er schmückt seine Erzählung gewohnt großspurig aus. Das beginnt schon mit seiner Erklärung vor dem verdächtig nach Ronald Reagan aussehendem Kommissionsvorsitzendem Benny Sevier: „Ich war Mitglied einer US-sanktionierten, supergeheimen Söldnertruppe, die die Drecksjobs gemacht hat. Wir waren so geheim, wir hatten keinen Namen. Nur ’nen Buchstaben. X. Wenn ich die Maske abnehme, bin ich tot.“

Und dann erzählt er einiges von diesen Drecksjobs (Nicaragua 1983), den Anfängen der Einheit und was in Sinaloa (nicht zu verwechseln mit dem Eastwood-Western „Sinola“) wirklich geschah. Nur: Wie sehr kann man den Ausführungen des sympathischen Großmauls trauen? Vor allem, wenn es keine Beweise für seine Aussage gibt. Aber wenn „X“ wirklich so geheim war, kann es auch keine Beweise geben, was dann natürlich ein Beweis für die Existenz von „X“ wäre.

„Weiber, Wummen & Wade Wilson!“ zeigt Deadpool in Höchstform und endet mit einer gelungenen Pointe.

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Duane Swierczynski (Autor)/Jason Pearson (Zeichner): Deadpool: Weiber, Wummen & Wade Wilson! (Sonderband 1)

(übersetzt von Michael Strittmatter)

Panini/Marvel, 2011

96 Seiten

12,95 Euro

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Originalausgabe

Deadpool: Wade Wilson’s War, Vol. 1 – 4

Marvel, August – November 2010

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Hinweise

Secret Dead Blog von Duane Swierczynski

Meine Besprechung von Duane Louis (Swierczynskis) „Letzte Order“ (Severance Package, 2008)

Meine Besprechung von Duane Louis (Swierczynskis) „Blondes Gift“ (The Blonde, 2006)

Meine Besprechung von Anthony E. Zuiker/Duane Swierczynskis „Level 26 – Dark Origins“ (Level 26 – Dark Origins, 2009)

Meine Besprechung von Duane Swierczynskis „Cable: Kriegskind – Band 1″ (Cable: War Child – 1, 2008)

Meine Besprechung von Duane Swierczynski (Autor)/Michel Lacombe (Zeichner)/Ariel Olivettis (Zeichner) „Cable 2: Heimatfront“ (Cable 2: Homefront)

Meine Besprechung von Duane Swierczynski (Autor)/Ariel Olivettis (Zeichner) „Cable 3 – Warten auf das Ende der Welt“ (Waiting for the end of the world, Wasteland Blues, 2009)

Meine Besprechung von Duane Swierczynski/Craig Kyle/Christopher Yost (Autoren)/Ariel Olivetti/Clayton Crain (Zeichner) „Cable 4: Messias-Krieg – Teil 1“ (Messiah War, 2009)

Meine Besprechung von Duane Swierczynski/Craig Kyle/Christopher Yost (Autoren)/Ariel Olivetti/Clayton Crains (Zeichner) „X-Force 4: Messias-Krieg – Teil 2“ (Messiah War, 2009)

Meine Besprechung von Duane Swierczynski (Autor)/Paul Gulacy (Zeichner)/Gabriel Guzmans (Zeichner) „Cable 5 – Zu spät für Tränen (Cable 16 – 20, 2009/2010)

Duane Swierczynski (Autor)/Steve Dillon (Zeichner)/Paul Gulacy (Zeichner)/ Lan Medina (Zeichner): Cable 6: Heimkehr, 2011 (Cable 21 – 25, 2010)

Meine Besprechung von Duane Swierczynski (Autor)/Michel Lacombes (Zeichner) „The Punisher – Sechs Stunden zu leben“ (Punisher: Six hours to kill, 2009)

Duane Swierczynski in der Kriminalakte

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Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis beim derzeitigen Revival von Zombies, auch der größte Detektiv der Welt, Sherlock Holmes, gegen Zombies kämpfen muss. In „Victorian Undead“ tut er es und das Ergebnis ist als ein um die Jahrhundertwende spielender blutiger Zombie-Krimi gelungener als als Sherlock-Holmes-Geschichte im Stil von Sir Arthur Conan Doyle. Denn bei der Zombiejagd muss Holmes weniger seinen Verstand, und mehr seine Muskeln bemühen. Das ist dann ziemlich nah an dem „Sherlock Holmes“-Film von Guy Ritchie: ziemlich unterhaltsam, aber auch mit dem Gefühl verbunden, dass mehr möglich gewesen wäre.

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Ian Edginton (Autor)/Davide Fabbri (Zeichner): Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies!

(übersetzt von Claudia Fliege)

Panini, 2010

148 Seiten

16,95 Euro

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Originalausgabe

Victorian Undead: Sherlock Holmes vs. Zombies

Wildstorm 2010

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Hinweise

Meine Besprechung von Arthur Conan Doyles “Sherlock Holmes Geschichten”, “Sherlock Holmes Kriminalgeschichten” und “The Adventures of Sherlock Holmes” (und hier eine Auflistung der in diesen Werken enthaltenen Geschichten)

Homepage von Sir Arthur Conan Doyle (Erben)

Krimi-Couch über Sir Arthur Conan Doyle

Kirjasto über Sir Arthur Conan Doyle

Wikipedia über Sir Arthur Conan Doyle (deutsch, englisch)

Sherlockian.net (Einstiegsseite mit vielen Links)

Thrilling Detective über Sherlock Holmes

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Tony Chu hat keinen Humor und trotzdem ist „Chew – Bulle mit Biss!: Leichenschmaus“ sehr komisch. Ich verkneife mir ein „saukomisch“, weil Chu ein Cibopath ist: „Das bedeutet, er kann in einen Apfel beißen und bekommt in seinem Kopf ein Gefühl dafür, von welchem Baum der Apfel ist, welches Pestizid verwendet wurde und wann er geerntet wurde. Oder er kann in einen Hamburger beißen und ganz andere Empfindungen bekommen.“ Kein Wunder, dass Chu auf das Essen von Fleisch verzichtet. Diese Fähigkeit hilft ihm in Philadelphia auch bei seiner Arbeit als Polizist.

Doch nachdem sein Partner bei einem Einsatz stirbt (und Chu einen Serienmörder überführen kann, nachdem er in seiner Suppe geschmeckt hat, dass dieser in der Küche des Restaurants arbeitet), wird er ein Agent der Abteilung für Sonderermittlungen der Lebensmittelaufsicht der Vereinigten Staaten von Amerika (FDA) und Partner von Mason Savoy. Gemeinsam jagen sie Verbrecher, die gegen die nach einer für Menschen tödlichen Vogelgrippe verhängte Geflügel-Prohibition verstoßen. Chu muss alte Verbrechen aufklären, indem er alte Beweise isst und sie mit seinen cibopathischen Fähigkeiten analysiert. Und dann gibt es noch das Gerücht, dass es niemals eine Vogelgrippe gab.

Allein schon die Prämisse von „Chew – Bulle mit Biss!“ ist absurd-komisch. Die satirisch überspitzten Zeichnungen von Rob Guillory passen gut zu der von John Layman erfundenen Serie, die in den USA ein Riesenerfolg ist. Sie erhielt den Eisner und Harvey Award als „Beste neue Comic-Serie 2010“ und „Leichenschmaus“ war auf der New York Times Bestsellerliste.

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John Layman (Autor)/Rob Guillory (Zeichner): Chew – Bulle mit Biss!: Leichenschmaus (Band 1)

(übersetzt von Marc-Oliver Frisch)

Cross Cult, 2010

128 Seiten

16,80 Euro

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Originalausgabe

Chew Vol. 1: Taster’s Choice

Image Comics, 2009

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Homepage von Chew/John Layman

Comicgate: Interview mit John Layman (5. März 2011)

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Die von Eric Powell geschriebene und gezeichnete Serie „The Goon“ erhielt bereits 2005 je einen Eisner Award als „Beste fortlaufende Comic-Reihe“ und als „Beste humoristische Publikation“. Die so ausgezeichneten Hefte sind im fünften „The Goon“-Sammelband „Über die schrecklichen Konsequenzen von Tugend“ versammelt. Im sechsten Band „Böses Blut“ ist das außerhalb der „The Goon“-Serie erschienene und bislang nicht nachgedruckte „The Goon“-Heft „Satan’s Sodomy Baby“ abgedruckt. Der Grund für die Publikation außerhalb der „The Goon“-Serie war der Titel (Sodomie!) und dass Powell hier so richtig zuschlagen wollte.

Zum Ausgleich gibt es in „Über die schrecklichen Konsequenzen von Tugend“ die Goonsche Variante der „Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens

Doch auch die anderen „The Goon“-Geschichten sind „Krudes Zeug“ für die „Freunde der schöngeistigen Unterhaltung“. Also für mich.

Und auf dem Gratis-Comic-Tag wurde am Samstag die neue „The Goon“-Geschichte „Burlesque“ verteilt. In ihr besuchen der Goon und sein Kumpel Franky, auf der Suche nach dem saublödem Ralph, das Burlesque-Theater und treffen da auch die von den Toten auferstandenen Bösen Vogelweiber. Zwischen den Kloppereien versucht der Goon Franky für die inneren Werte von Frauen zu begeistern.

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Eric Powell (Autor/Zeichner): The Goon: Über die schrecklichen Konsequenzen von Tugend (Band 5)

(übersetzt von Frank Neubauer)

Cross Cult, 2010

144 Seiten

19,80 Euro

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Originalausgabe

The Goon: Virtue and the grim consequences thereof

Dark Horse Comics, 2006/2010

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Eric Powell (Autor/Zeichner: The Goon: Böses Blut (Band 6)

(übersetzt von Frank Neubauer)

Cross Cult, 2010

144 Seiten

19,80 Euro

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Originalausgabe

The Goon: Wicked Inclinations

Dark Horse Comics, 2007/2010

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Bonusgeschichte

The Goon: Satan’s Sodomy Baby

Dark Horse Comics, 2007

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Hinweise

Homepage von Eric Powell

Wikipedia über „The Goon“

Meine Besprechung von Eric Powells „The Goon: Meine mörderische Kindheit (Band 3)“ (The Goon: My murderous childhood [and other grievious yarns], 2004)

Meine Besprechung von Eric Powells „The Goon: Bergeweise Trümmer (Band 4)“ (The Goon: Heaps of Ruination, 2005)


TV-Tipp für den 18. Mai: Tatort: Reifezeugnis

Mai 17, 2011

WDR, 22.55

Tatort: Reifezeugnis (D 1977, R.: Wolfgang Petersen)

Drehbuch: Herbert Lichtenfeld

Gymnisiastin Sina hat ein Verhältnis mit ihrem Lehrer Fichte. Als ein Klassenkamerad davon erfährt, erpresst er sie. Sie erschlägt ihn und Kommissar Finke hat einen neuen Fall.

Die Kommissar-Finke-Tatorte von Herbert Lichtenfeld und Wolfgang Petersen erstellten in der ersten Hälfte der Siebziger eine Ethnographie der norddeutschen Provinz. Sie gehören zu den zeitlosen Tatorten, die den legendären Ruf der Reihe begründeten und auch heute noch besser als die meisten aktuellen Tatorte sind. Ihre sechste und letzte Zusammenarbeit (Lichtenfeld schrieb noch einen weiteren Finke-Tatort) ist ein spannender Psychothriller, der sich in erster Linie für die Motive von Tätern und Opfern interessiert.

Der Klassiker „Reifezeugnis“ „stellt die Lüge eines gesicherten, konfliktfreien Lebens einmal nicht durch gesellschaftliche Verhältnisse, sondern durch die Größe einer Emotion in Frage, für die im antiautoritären Lebensentwurf nicht so leicht ein Platz zu finden ist. (…)

Über sieben Jahre hinweg entwickelte die Finke-Reihe, die Lichtenfeld und Petersen als junges Team begonnen hatten, eine erstaunliche inhaltliche, aber auch formale Kontinuität. Einen nicht geringen Anteil daran hat die Musik von Nils Sustrate (…) Vor allem aber natürlich Klaus Schwarzkopf, dessen zurückhaltendes, stilles und äußerst präzises Spiel die Grundlage bietet, auf der sich die Geschichten entfalten können und damit auch die beeindruckende Star-Galerie, die darin agiert.“ (Wolfgang Struck: Kommissar Finke und die Ethnographie der Provinz, in Eike Wenzel, Hrsg.: Tatort, 2000)

Nastassja Kinski wurde mit ihrer ersten Hauptrolle als Mörderin zum Star. Danach drehte sie „Tess“, „Cat People“, „One from the heart“ und „Paris,Texas“.

mit Klaus Schwarzkopf, Rüdiger Kirchstein, Nastassja Kinski, Christian Quadflieg, Judy Winter, Marcus Boysen

Hinweise

Wikipedia über „Reifezeugnis“

Tatort-Fundus über die Finke-Tatorte


Cover der Woche

Mai 17, 2011


TV-Tipp für den 17. Mai: Klipp und klar

Mai 17, 2011

RBB, 21.00

Klipp und klar

„Der politische Bürgertalk“ diskutiert heute „Arme Stadt, teure Wohnungen – Wer kann sich Berlin noch leisten?“ mit Dirk Behrendt, (Bündnis 90/Die Grünen), Ulli Zelle (rbb Moderator), Peer Kusmagk (Schauspieler, Wirt), Hiltrud Sprungala (Geschäftsführerin Landesverband Berlin/Brandenburg des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen) und Wibke Werner (Berliner Mieterverein).

Das ist doch eine muntere Runde.


Eine „Tödliche Injektion“ von Jim Nisbet

Mai 16, 2011

Dr. Franklin Royce ist in Texas Gefängnisarzt, Alkoholiker und verheiratet. „unglücklich verheiratet“ wäre ein Euphemismus für den Zustand seiner Ehe und das erklärt vielleicht auch, weshalb er dem zum Tode verurteiltem Afroamerikaner Bobby Mencken zuhört, als dieser vor seinem Tod seine Unschuld beteuert. Danach setzt Royce ihm die Giftspritze und er darf das Geld für seine erste Hinrichtung einstreichen.

Aber das Gewissen lässt ihn nicht los und er beginnt in Menckens Leben im Armenviertel von Dallas herumzustöbern. Er trifft auf dessen Freundin, die drogensüchtige Prostituierte Colleen Valdez und Menckens Freund Fast Eddie, die wissen, was damals geschah. Royce verliebt sich in Colleen, bleibt bei den beiden, driftet immer mehr in deren kleinkriminelles Leben und wird vom Beobachter zum Mittäter.

Weil „Tödliche Injektion“ sogar nach Daniel Woodrels strenger Definition, wonach ein Noir schlecht enden müsse, ein Noir ist, ist der selbstverschuldete Weg von Royce in die Hölle klar vorgezeichnet und Jim Nisbet malt ihn aus, als ob Cornell Woolrich eine Auszeit vom Tod genommen hat. Viel schwärzer als „Tödliche Injektion“ kann ein Noir nicht sein.

Gleichzeitig thematisierte Jim Nisbet als einer der ersten Autoren, nachdem die Todesstrafe 1976 in den USA wieder aufgenommen wurde und 1982 in Texas, seitdem der Staat mit den meisten Hinrichtungen, erstmals ein Mann mit einer Giftspritze hingerichtet wurde, die Todesstrafe. Fast klinisch schildert Nisbet auf den ersten Seiten, wie Mencken, der wahrlich nicht als Vorbild taugt, mit einer tödlichen Injektion, die von einem Arzt verabreicht werden muss, hingerichtet wird und die Reaktionen einiger Texaner darauf.

Seitdem Jim Nisbet seinen beunruhigenden Roman schrieb, lief die texanische Hinrichtungsmaschine erst richtig an und es wurde immer offensichtlicher, dass viel zu oft Unschuldige zum Tod verurteilt werden. Insofern ist „Tödliche Injektion“ mit seiner Kritik an der Todesstrafe heute noch aktueller als damals, als nur wenige Menschen hingerichtet wurden.

Und nun zur Frage aller Fragen für die wenigen Menschen, die noch die deutsche Erstausgabe haben: Lohnt sich der Neukauf? Es gibt ein fünfseitiges Vorwort von Sandro Veronesi und eine komplette Neuübersetzung. Wer aber nicht die verschiedenen Übersetzungen vergleichen und beurteilen will, kann auch mit der alten, seit Jahren nur noch antiquarisch erhältlichen Ausgabe leben.

Für alle anderen lohnt sich der Kauf. Denn „Tödliche Injektion“ ist ein fabelhafter Noir, der jetzt hoffentlich die Aufmerksamkeit erhält, die er verdient.

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Jim Nisbet: Tödliche Injektion

(neu übersetzt von Angelika Müller)

pulp master, 2011

240 Seiten

12,80 Euro

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Deutsche Erstausgabe

Jim Nisbet: Tödliche Injektion

(übersetzt von Gabriele Kunstmann)

Black Lizard, 1989

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Originalausgabe

Lethal Injection

Black Lizard Books, 1987

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Hinweise

Homepage von Jim Nisbet

Meine Besprechung von Jim Nisbets „Dunkler Gefährte“ (Dark Companion, 2006)

Mein Interview mit Jim Nisbet

Jim Nisbet in der Kriminalakte