Ich habe keine Ahnung, ob die folgenden 530 Seiten das Versprechen der ersten Zeilen halten können, aber das erste Kapitel von Joe Hills neuem Roman „Teufelszeug“ (Horns) ist grandios:
Ignatius Martin Perrish hatte die ganze Nacht lang gesoffen und fürchterliche Dinge getan. Am nächsten Morgen erwachte er mit Kopfschmerzen und fasste sich an die Schläfen. Dort spürte er etwas Fremdartiges – zwei gebogene, spitze Auswüchse. Ihm war so übel, dass er sich im ersten Moment nichts dabei dachte.
Erst als er schwankend vor der Toilette stand und sein Blick auf den Spiegel über dem Waschbecken fiel, sah er, dass ihm im Schlaf Hörner gewachsen waren. Bestürzt taumelte er einen Schritt zurück, und zum zweiten Mal innerhalb von zwölf Stunden pinkelte er sich auf die Füße.
Später bemerkt Ig Perrish, dass er, wenn er jemand berührt, deren dunkelsten Geheimnisse und verborgensten Gelüste kennt. Mit dieser Gabe will er den Mörder von seiner großen Liebe Merrin finden.
Joe Hill ist der Sohn von Stephen King (Ja, genau dem Stephen King.). Seine Romane und Kurzgeschichten waren für den Bram Stoker Award (auch gewonnen), den World Fantasy Award und Macavity Award nominiert. Oh, und Comics schreibt er auch. Und eine TV-Serie ist für nächstes Jahr geplant.
Morgen, am Dienstag, den 5. Oktober, um 20.00 Uhr stellt Joe Hill seinen druckfrischen Roman „Teufelszeug“ in der Otherland-Buchhandlung (Bergmanstraße 25, Berlin [feiner Laden, der zu hemmungslosen Kaufexzessen verführt]) vor. Übersetzer und Ladeninhaber Hannes Riffel wird die deutschen Teile lesen und Buchlektor Andy Hahnemann wird durch den Abend führen.
Drehbuch: Howard Gordon, Evan Katz, Manny Coto, Brannon Braga
Erfinder: Joel Surnow, Robert Cochran
Heute beginnt der achte und letzte Tag für Jack Bauer. In New York will er einen Anschlag auf die Nahost-Friedensverhandlungen verhindern.
Neue Stadt, neuer Sendetermin, neuer Sender (?), altes Programm: trotz aller Mäkeleien gibt es in den kommenden zwölf Wochen (yep, es gibt wieder Doppelfolgen) ein sattes Brett Action und Polit-Thriller.
Vor allem weil Pro 7 um 21.15 mit „Human Target“ den Action-Abend startet.
mit Kiefer Sutherland, Mary Lynn Rajskub, Anil Kapoor, Mykelti Williamson, Katee Sackhoff, Freddie Prinze Jr., Cherry Jones, Elisha Cuthbert
Sin City (USA 2005, R.: Frank Miller, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino [special guest director])
Drehbuch: Frank Miller
LV: Frank Miller: Sin City (verfilmte Geschichten: The Hard Goodbye [1991], The Big Fat Kill [1994], That Yellow Bastard [1996], The Customer is Always Right[1994])
Kongeniale Verfilmung einiger Geschichten aus der düsteren „Sin City“-Welt.
Heute läuft nicht die Kinofassung, sondern die etwas längere „Recut & Extended“-Version, mit einer Betonung auf „Recut“.
Mit Jessica Alba, Powers Boothe, Jude Ciccolella, Rosario Dawson, Benicio Del Toro. Josh Hartnett, Rutger Hauer, Jamie King, Michael Madsen, Frank Miller, Brittany Murphy, Clive Owen, Mickey Rourke, Nick Stahl, Bruce Willis, Elijah Wood
Stephen J. Cannell war als Autor und Produzent einer der wichtigsten TV-Macher der letzten Jahrzehnte. Seine erste wichtige Arbeit war „Detektiv Rockford“. Später, vor allem in den Achtzigern, kamen etliche weitere langlebige Serien, wie „Trio mit vier Fäusten“, „Hunter“, „Hardcastle & McCormick“, „Das A-Team“, „Stingray“ und „21 Jump Street – Tatort Klassenzimmer“, dazu. Danach wurde es etwas „ruhiger“. Denn der Workaholic trat auch als Schauspieler vor die Kamera und schrieb etliche Thriller. Und er erfand, produzierte und schrieb weitere Krimiserien, wie „Der Polizeichef – Eis im Blut“, „Renegade – Gnadenlose Jagd“ und „Palm Beach Duo“. Außerdem gehen einige TV-Filme und viele kurzlebige Serien, die teilweise düsterer oder ironischer (Was bei dem Erfinder von Jim Rockford etwas heißen will.) waren, auf sein Konto. Bei all der Arbeit fand er trotzdem Zeit, sich immer wieder für ein Pokerspiel mit Rick Castle zu treffen.
Er starb am 30. September in Pasadena, Kalifornien, in seiner Wohnung. Er hatte Krebs (wer’s genau wissen will: er hatte Melanom, auch bekannt als Schwarzer Hautkrebs, und es gab Komplikationen).
Wer seine Zeit nicht mit „Wetten, dass…?“, „Das Supertalent“, „Made in Germany – ein Wirtschaftsmärchen“, den „Kastelruther Spathen“ oder der „Königin von Honolulu“ (Ähem, Ohnsorg-Theater) verbringen will, kann über „Leben und sterben lassen“ nachdenken:
Kabel 1, 20.15
JAMES BOND: Leben und sterben lassen (GB 1973, R.: Guy Hamilton)
Drehbuch: Tom Mankiewicz
LV: Ian Fleming: Live and let die, 1954 (Leben und sterben lassen)
In Ian Flemings zweitem Bond-Roman finanziert Mr. Big mit Goldmünzen aus einem Piratenschatz die sowjetische Spionage in den USA. In der Karibik kommt es zum abschließenden Kampf zwischen Mr. Big und Bond.
Im Film will Mr. Big die USA mit Heroin überschwemmen.
Der Action-Höhepunkt in Roger Moores erstem Auftritt als James Bond ist ein Bootsrennen in Louisiana. Der Film ginge als netter Agententhriller durch, wenn da nicht der Bösewicht und, damit verbunden, die unerträgliche Zeichnung der Afroamerikaner als eine Horde degenerierter Krimineller wäre. In dem Magazin „Time“ wurde Bond deshalb – zu Recht – ein „rassistisches Schwein“ genannt.
Im Anschluss läuft „James Bond: Der Mann mit dem goldenen Colt“.
Seine Schauspielerkarriere begann in den späten Vierzigern mit kleinen Nebenrollen. Zum Beispiel in Robert Siodmaks Noir „Gewagtes Alibi“ (Criss Cross, 1949, mit Burt Lancaster). Seine bekannteste Rolle dürfte in Billy Wilders Komödie „Manche mögen’s heiß“ (Some like it hot, 1959) die von Joe/Josephine gewesen sein.
Davor spielte Curtis eine Hauptrolle in dem Drama „Flucht in Ketten“ (The defiant ones, 1958), das vor allem deshalb bekannt ist, weil ein weißer und ein afroamerikanischer Sträfling aneinandergekettet in die Freiheit flüchten. Stanley Kramers Film war ein Statement zur Versöhnung der Rassen. In „Der Frauenmörder von Boston“ (The Boston Strangler, 1968) überzeugte der Frauenschwarm auch als Schauspieler. Danach gehörte er zum Ensemble der TV-Krimiserien „Die 2“ (The Persuaders!, 1971/1972) und „Vegas“ (1978-1981).
Arthur Penn (27. September 1922 – 28. September 2010)
Arthur Penn erlebte seine Kindheit und Jugend als Sohn jüdischer Eltern in Philadelphia und New York. 1944 war er als Infanterist bei der Ardennen-Schlacht dabei und diese Erfahrungen von Gewalt und Tod prägten ihn. Seine ersten Sporen im Filmgeschäft verdiente er sich von 1951 bis 1958, wie John Frankenheimer, Sidney Lumet und George Roy Hill, im Fernsehen, als alle Sendungen (wozu auch fiktionale Programme gehörten) noch live inszeniert wurden. Seinen ersten Spielfilm inszenierte er 1958: „Einer muss dran glauben“/“Billy the Kid“ (The left-handed gun) mit Paul Newman in der Hauptrolle und der Western wurde ein kleiner Klassiker. Seine bekanntesten Filme sind die Schlag auf Schlag aufeinander folgenden Klassiker „Bonnie und Clyde“ (Bonnie and Clyde, 1967), „Alices Restaurant“ (Alice’s Restaurant, 1969), „Little Big Man“ (1970) und, nach einer fünfjährigen Pause, „Die heiße Spur“ (Night Moves, 1975). „Duell am Missouri“ (The Missouri breaks, 1976) wurde damals zu unrecht verrissen und auch seine späteren Filme „Vier Freunde“ (Four Friends, 1981), „Target – Zielscheibe“ (Target, 1985) und „Tod im Winter“ (Dead of winter, 1987), auch wenn sie nicht mehr den gesellschaftlichen Einfluss seiner früheren Filme hatten, sind sehenswert. In seinen Filmen ging es immer um das Verhältnis von Außenseitern (mit denen er sympathisierte) zur Gesellschaft, zu seinem Land und zur Gewalt.
Erst aus der aktuellen epd-Film habe ich erfahren, dass Alain Corneau bereits vor über einem Monat gestorben ist. Corneau begann als Regieassistent und Filmfan, vor allem des französischen und amerikanischen Kinos. Fritz Lang und Don Siegel waren seine Vorbilder und er war, wenig erstaunlich, auch ein Jazzfan. Sein erstes Filmprojekt war eine Verfilmung von Jim Thompsons „Pop. 1280“ (1280 schwarze Seelen). Sein Kollege Bertrand Tavernier verfilmte den Roman 1981 als „Coup de torchon“ (Der Saustall).
Corneau gab 1974 sein Spielfilmdebüt mit „France société anonyme“ (Tödlicher Markt). Danach drehte er, meistens mit Yves Montand als Hauptdarsteller, einige der besten französischen Kriminalfilme: „Police Python 357“ (1976), „La menace“ (Lohn der Giganten/Die Bedrohung, 1977), „Serié Noire“ (1979, nach Jim Thompsons „A hell of a woman“), „Le choix des armes“ (Wahl der Waffen, 1981) und „Le môme“ (Blues Cop, 1986). Danach folgten, ebenfalls erfolgreich, Filme in anderen Genres: „Fort Saganne“ (1984), „Nocturne indien“ (Nächtliches Indien, 1989) und „Tous les matins du monde“ (Die siebente Saite, 1992). In den vergangenen Jahren wandte er sich mit „Le deuxième souffle“ (2007; José Giovannis Roman wurde bereits 1966 von Jean-Pierre Melville verfilmt) und „Crime d’amour“ (2010) wieder dem Kriminalfilm zu. Beide Filme wurden bislang, abgesehen von Festivals, noch nicht in Deutschland gezeigt.
Er hatte Krebs und starb in der Nacht zum Montag, den 30. August 2010, in einem Pariser Krankenhaus.
Nein, wirklich gelungen ist Tomasz Thomsons „Snowman’s Land“ nicht. Und dabei fängt es für Genrejunkies und Freunde des schwarzen Humors so gut an. Walter, ein desillusionierter Profikiller, der seine besten Tage hinter sich hat, vermasselt seinen letzten Job so gründlich, dass man glaubt Aki Kaurismäki und die Coen-Brüder hätten Pate gestanden. Aber danach verabschieden sich Kaurismäki und die Coens und, obwohl die weitere Geschichte irgendwo in der schneeverwehten osteuropäischen Einöde spielt, stammt das gesamte Personal und der Humor aus den deutschen Deppengangsterkomödien à la „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“, die in ihren lichten Momenten Ami-Filmgangstern nacheifern, aber meistens wie das Personal für eine Nachmittagstalkshow wirken.
Denn bis sich die Situation beruhigt hat, soll Walter in eine Hotel im Osten (genaugenommen 2340 Kilometer ostwärts oder irgendwo im nirgendwo) einige Tage untertauchen und dem legendären Verbrecher Berger bei irgendetwas helfen. Auf seiner Fahrt zum Arsch der Welt, in einem Auto das schon den vorletzten TÜV nicht mehr überlebte, trifft er seinen alten Kumpel Micky, einen anderen Auftragskiller, der mental leicht labil ist und in viel zu dünnen Klamotten durch den Schnee zu Bergers Hotel stampft. In dem stillgelegten Hotel werden sie von Bergers Freundin Sibylle erwartet. Sie nimmt die beiden Jungs betont unherzlich auf und düst erst einmal ab in die Stadt. Walter und Micky schlagen sich die Zeit auf Männerart tot: Schlitten fahren, saufen, TV gucken, sich nerven und auf Berger warten.
Als Sibylle zurückkommt, beginnt sie sich mit Micky zu Vergnügen. Alkohol und Drogen erleichtern das näherkommen. Walter ahnt schon das drohende Unheil und als Sibylle sich eher zufällig erschießt, haben die beiden Killer ein Problem, das sie pragmatisch lösen. Sie verbuddeln die Leiche im Wald und belügen Berger, als dieser sie nach seiner Freundin fragt. Doch allzu lange lässt Berger, der auch einen Sprung in der Schüssel hat, sich nicht hinhalten. Er foltert Walter und Micky, weil er glaubt, dass sie Sibylle entführt haben und von ihm jetzt ein erkleckliches Lösegeld haben wollen. Dass Walter und Micky keine Lösegeldforderung stellen, stört ihn nicht weiter (soviel zu intelligenten Verbrechern). Kurz darauf glaubt er, dass die Konkurrenz seine Freundin umgebracht hat. Er will sie rächen und, weil schon ziemlich viel Filmzeit vergangen ist, eskalieren die Ereignisse in durchaus vorhersehbarer Weise.
Die krude und immer wieder unplausible Story von „Snowman’s Land“ wird von Thomson in epischer Breite erzählt. Denn für einen Spielfilm sind der Plot und die Verwicklungen einfach zu dünn. Für eine Charakterstudie sind Walter und Micky einfach zu doofe Gangster, die ziellos durch die Geschichte stolpern. Sie sind immer die von äußeren Ereignissen getriebenen, die sich freuen können, wenn sie mit heiler Haut aus der Geschichte herauskommen. Aber auch das können sie nicht beeinflussen. Und scheitern können sie auch nicht, weil sie nichts erreichen wollen.
Für eine schwarze Komödie hat „Snowman’s Land“ zu viel Leerlauf und kein wirkliches Ziel der Attacke. Denn einem Haufen Deppen zuzusehen, wie sie ziellos durch den Schnee stampfen und sich in einem renovierungsbedürftigem Hotel auf die Nerven gehen, ist nur begrenzt unterhaltsam und letztendlich gar nicht so weit weg von den gängigen deutschen Spielfilmen.
Snowman’s Land (D 2010)
Regie: Tomasz Thomson
Drehbuch: Tomasz Thomson
mit Jürgen Rißmann, Thomas Wodianka, Reiner Schöne, Eva-Katrin Hermann, Waléra Kanischtscheff, Detlef Bothe
Jesse Stone – Totgeschwiegen (USA 2006, R.: Robert Harmon)
Drehbuch: J.T. Allen, Tom Selleck, Michael Brandman
LV: Robert B. Parker: Death in Paradise, 2001
Dritter Jesse-Stone-Film nach dem dritten Jesse-Stone-Roman. Dieses Mal muss Kleinstadtcop Jesse Stone den Mord an einer 14-jährigen aufklären. Seine Ermittlungen führen ihn in die besseren Kreise von Boston.
Ein weiterer feiner Polizeifilm.
Mit Tom Selleck, Edward Edwards, Viola Davis, John Diehl, William Devane
Ohne Alfred Hitchcocks eleganten Einbrecherfilm „Über den Dächern von Nizza“ (To catch a thief) und die nach den ersten James-Bond-Filmen einsetzende Begeisterung für jet-settende Geheimagenten (während die echten Geheimagenten eher wie Harry Palmer waren. Naja, vielleicht noch unglamouröser.) hätte es 1968 die amerikanische TV-Serie „It takes a thief“, die bei uns „Ihr Auftritt, Al Mundy!“ heißt, wahrscheinlich nie gegeben. Denn der im Originaltitel angesprochene Dieb ist Alexander Mundy. Ein Dandy, der stolz darauf ist, das Metier seines Vaters und Großvaters fortzuführen, aus Prinzip keine Gewalt anwendet und der auch im Knast nur an seinen Ausbruch und seinen nächsten großen Coup plant.
Da bietet der Geheimdienstler Noah Bain (in der deutschen Fassung Noah Blain [keine Ahnung warum] heißt) Al Mundy einen Deal an. Er kommt frei, kann in einem großen Haus mit schönen Frauen leben und muss für ihn immer wieder Gegenstände stehlen. Denn, wie schon das im Titel angesprochene Sprichwort sagt: Man braucht einen Dieb, um einen Dieb zu fangen. Und wenn er sich nicht benimmt, kommt er wieder zurück ins Gefängnis.
In den ersten Folgen wird diese Erpressung öfters, wenn auch in einem humorvollem Tonfall, thematisiert. So gibt es auf der einen Seite einen Dieb, der Dieb bleiben will und nur ans Stehlen denkt, und auf der anderen Seite einen Geheimagenten, der einen Dieb erpresst für den Staat zu arbeiten. Als Belohnung winkt ihm nicht die Freiheit oder Geld, sondern nur das Leben in einem größeren Käfig.
In den späteren Folgen der ersten Staffel rücken dann die Agentengeschichten, die heute reichlich anachronistisch wirken, in den Vordergrund. Denn die Blockkonfrontation ist vorbei und damit auch das mühevolle Einschleusen von Agenten über verschiedene Grenzen in verschiedene mehr oder weniger fiktive Staaten im Osten, das Spiel mit falschen Identitäten, den in totalitären Staaten operierenden Untergrund-Bewegungen, die alle bemerkenswert gut englisch sprechen, und natürlich, verfolgt von einer Horde schießwütiger Kommunisten, die Flucht über die Grenze in die Freie Welt.
Doch meistens konzentrieren sich die Autoren (neben Serienerfinder Roland Kibbee auch Leslie Stevens, Dean Hargrove und Glen A. Larson) auf Al Mundys Diebstähle, lassen die Agentengeschichte eher nebenher mitlaufen und reichern die einzelnen Folgen teilweise mit zahlreichen Comedy-Elementen an. Dazu gehören Al Mundys Wortgefechte mit einem anderen Einbrecher (in „Wie klaut man ein Schlachtschiff?“), oder wenn Noah Bain widerwillig Al Mundys Part übernehmen muss, dabei auf eine in ihn verliebte Ost-Wissenschaftlerin trifft und er ihr als potentieller Überläufer die guten Seiten des Kapitalismus schildert (in „Es tritt auf: Noah Blain“), oder wenn Al Mundy, wieder einmal in Osteuropa, auf eine Untergrund-Gruppe trifft, deren Zentrale in einem noblen Modesalon ist (in „Die Radomir-Affäre“), oder wenn Al Mundy an der Riviera die heißen Enthüllungsmemoiren einer älteren, vergnügungssüchtigen Gräfin mit einem beeindruckenden Zahl früherer High-Society-Liebhaber stehlen soll (im zitatreichen Staffelfinale „Heiße Memoiren“). Sowieso werden Filmfans viele Zitate und Anspielungen auf andere Filme finden. Diese stehen allerdings nie den Capers im Weg.
Meistens muss Al Mundy aus hochgesicherten Gebäuden (damaliger Stand der Technik) etwas Wertvolles stehlen. Aber es gibt auch Variationen. So soll er „Ein Millionär hat’s schwer“ die Kronjuwelen nicht stehlen, trifft auf eine gutaussehende Einbrecherin (Ach, alle Frauen in der Serie sehen gut aus) und muss einen Scheindiebstahl durchführen, der Jahre später schamlos von Brian De Palma in „Mission: Impossible“ (wenn Tom Cruise sich in der CIA-Zentrale abseilt) kopiert wurde. In „Der falsche Engel“ soll Mundy einem südamerikanischem Diktator ein gefälschtes Gemälde unterschieben. In „Streit in der Königsfamilie“ muss er einen Thronfolger beschützen und wird, eher ungewollt, zu seinem Erzieher, Ratgeber und Vorbild (Zum Glück weiß der Junge nicht, dass Al Mundy ein Einbrecher ist). Und in „Die Radomir-Affäre“ soll Mundy die Tochter eines Biologen aus dem Ostblock schmuggeln.
Alle Folgen der ersten Staffel von „Ihr Auftritt, Al Mundy!“ sind lockere Unterhaltung, die gelungen Humor mit Suspense und Action verbinden und öfters wie ein kleiner Spielfilm wirken. Dazu tragen auch die teils heute noch bekannten Gaststars, wie Senta Berger, John Saxon, Leslie Nilsen, Raymond Burr, Anthony Zerbe, Strother Martin, Bill Bixby, Stuart Margolin und Ida Lupino , bei. Zu den filmischen Erben von „Ihr Auftritt, Al Mundy!“ gehört die ebenfalls sehr unterhaltsame, stylishe britische Serie „Hustle“.
Die DVD
Polyband hat die erste Staffel auf zwei Boxen aufgeteilt und jeweils mit einem informativem Booklet versehen. Auf der ersten Box ist auch die deutsche Synchron-Fassung des für uns umgeschnittenen Pilotfilms enthalten.
Die deutsche Synchronisation wurde von Rainer Brandt, der mit seiner Schnodder-Synchronisation auch für die deutschen Fassungen von „Die Zwei“, „Mini-Max“, „Tennisschläger und Kanonen“ verantwortlich war, erledigt. Sie ist – höflich formuliert – Geschmacksache, erfreut die Nostalgiker und geht mit den Originaldialogen ziemlich freizügig um. Heute hört sich der Mix aus verschiedenen Dialekten, Gossensprache und Jugendjargon ziemlich altmodisch an. Die Originalfassung ist dagegen zeitlos elegant. Dort gibt es auch den schönen, die Prämisse vorstellenden Dialog:
„We’re not asking you to spy. We’re just asking you to steal.“ (Noah Bain)
„Let me get this straight: you WANT me to steal?“ (Al Mundy)
Das Bild wurde digital remastered und ist entsprechend gut. Die einkopierten Archivaufnahmen, die oft eine lausige Bildqualität haben (selbstverständlich wurde nicht vor Ort, sondern in Hollywood gedreht), fallen allerdings negativ auf.
Ihr Auftritt , Al Mundy! (It takes a thief, USA 1968)
Erfinder: Roland Kibbee
mit Robert Wagner (Al Mundy), Malachi Throne (Noah Bain)
Urlaubsbedingt etwas verspätet sind meine TV-Krimi-Buch-Tipps bei den Alligatoren online gegangen:
Die James-Bond-Freunde dürfen sich auf die kommenden zwei Wochen freuen. Der Agent ihrer Majestät muss einige Male die Welt retten. Auch Kommissar Wallander muss mehrmals Verbrecher jagen und, das dürfte die Donna-Leon-Fans erfreuen, Commissario Brunetti kann einen neuen Fall lösen: „Lasset die Kinder zu mir kommen“.
Der Krimifan darf Jules-Dassins Eric-Ambler-Verfilmung „Topkapi“ und seine Auguste-le-Breton-Verfilmung „Rififi“, Robert Harmons Robert-B.-Parker-Verfilmungen „Jesse Stone – Eiskalt“ und „Jesse Stone – Totgeschwiegen“, Jean-Pierre Melvilles Pierre-Lesou-Verfilmung „Der Teufel mit der weißen Weste“, Bertrand Taverniers Jim-Thompson-Verfilmung „Der Saustall“ und seine Georges-Simenon-Verfilmung „Der Uhrmacher von St. Paul“, Robert Rodriguez/Frank Miller/Quentin Tarantinos Frank-Miller-Verfilmung „Sin City“ (dieses Mal in der Recut-Fassung), Marc Rothemunds Fred-Breinersdorfer-Verfilmung „Sophie Scholl – Die letzten Tage“, Ted Kotcheffs David-Morell-Verfilmung „Rambo“, Sam Peckinpahs Jim-Thompson-Verfilmung „Getaway“, Sidney Lumets John-Hopkins-Verfilmung „Sein Leben in meiner Gewalt“ und, als TV-Premiere, Guillaume Canets Harlan-Coben-Verfilmung „Kein Sterbenswort“ genießen.
Sodele, der erste Trailer für „True Grit“ ist online. Die Coen-Brüder verfilmten den Roman von Charles Portis mit einem beeindruckenden Staraufgebot. Der Roman wurde bereits 1969 von Henry Hathaway mit John Wayne in der Hauptrolle verfilmt. Wayne erhielt dafür seinen einzigen Oscar als bester Hauptdarsteller. Bei uns lief „True Grit“ als „Der Marshal“.
Der Western erzählt die Geschichte der vierzehnjährigen Mattie, die den feigen Mord an ihrem Vater rächen will. Als Hilfe heuert sie Rooster Cogburn, eine Legende, die inzwischen ein Leben als Säufer fristet, an.
In einer vom Abriss bedrohten Duisburger Werkssiedlung findet Kommissar Schimanski die Leichen von seinem Schulfreund Krüger und seiner Familie. Während die Polizei den Fall als erweiterten Selbstmord zu den Akten legen will, glaubt Schimanski, dass Krüger umgebracht wurde. Er beginnt seinen Mörder zu jagen und muss dafür auch nach Marseille fahren.
„Zahn um Zahn“ ist der erste „Tatort“, der seine Premiere im Kino erlebte. Weil der Film so erfolgreich war, durfte Schimanski zwei Jahre später mit „Zabou“ wieder im Kino ermitteln. Im Gegensatz zu den meisten Kritikern gefiel mir „Zabou“ besser als „Zahn um Zahn“.
„Hajo Gies und seinem Autorenteam ist ein Actionfilm gelungen, der sich mit den Kinoerfolgen der neuen französischen und amerikanischen Polizeifilme messen will und messen kann. (…) In ‚Zahn um Zahn‘ hat Schimanski zwar seinen Rachefeldzug gewonnen, aber an Profil verloren.“ (Fischer Film Almanach 1986)
„Zahn um Zahn“ „war darüber hinaus ein für das deutsche Kino seltenes Produkt – ein Action-Film mit einem Polizisten ohne Schlips und Kragen, handwerklich professionell inszeniert, spannend und durchaus kinogerecht.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms – Völlig überarbeitete Neuausgabe, 1993)
Tja, diese Einschätzung trifft heute immer noch zu. Ansehbare deutsche Genrefilme sind im Kino immer noch die berühmte Ausnahme.
mit Götz George, Renan Demirkan, Rufus, Eberhard Feik, Charles Brauer, Herbert Steinmetz, Ulrich Matschoss, Martin Lüttge
Wyoming, 1880: Als der ehemalige Revolverheld William Munny erfährt, dass die Huren von Big Whiskey ein Kopfgeld von 1000 Dollar auf zwei Cowboys aussetzten, die eine von ihnen verstümmelte, schnallt er wieder seinen Colt um. Denn er braucht das Geld für sich und seine beiden Kinder; – auch wenn er es mit zwei Gefährten teilen muss.
„‘Erbarmungslos’ ist offensichtlich ein feinfühlig gemachter und ausbalancierter Film, und, wenn man seine Einsichten in die menschliche Natur bedenkt, so düster, wie ein Genrefilm überhaupt nur sein kann. Aber er präsentiert sich nicht finster, was er teilweise seinen Autoren verdankt. (…) Abgesehen von ‘revisionistisch’ , war das von den Kritikern am häufigsten verwendete Wort ‘Meisterstück’.“ (Richard Schickel: Clint Eastwood – Eine Biographie)
„ein vorzüglicher Spätwestern, der wie seit Peckinpahs ‘The Wild Bunch’ nicht mehr verstört.“ (Fischer Film Almanach 1993)
„Erbarmungslos“ erhielt vier Oscars, unter anderem als bester Film. Clint Eastwood erhielt für seine Regie und sein Spiel zahlreiche Preise und Nominierungen.
Das Drehbuch war für den Edgar, Oscar, Golden Globe und WGA Award nominiert und erhielt von den Western Writers of America den Spur Award als bestes Western-Drehbuch.
Außerdem erhielt „Erbarmungslos“ den Bronze Wrangler der Western Heritage Awards.
Bei Rotten Tomatoes liegt der Frischegrad für diesen Western bei 96 Prozent.
Auf einer 2008 veröffentlichten Liste der zehn besten Western setzte das American Film Institute „Erbarmunglos“ auf den vierten Platz.
mit Clint Eastwood, Gene Hackman, Morgan Freeman, Richard Harris, Jaimz Woolvett, Saul Rubinek, Francis Fisher, Jeremy Ratchford
2019 beherrschen Vampire die Welt. Es gibt nur noch wenige Menschen, die als Blutreserven gejagt werden und in den Untergrund abgetaucht sind. Andere Menschen vegetieren in riesigen Hallen als Blutspender für die Vampire, die noch vor wenigen Jahren selbst Menschen waren.
Der Vampir Edward Dalton (Ethan Hawke) arbeitet als Wissenschaftler in einem großen Labor. Er sucht nach einem Ersatzstoff für menschliches Blut. Das würde nicht nur das Leben und das Überleben der Vampire (denn, wenn sie kein Blut mehr bekommen, verhungern sie und, wie gesagt, echtes Blut ist Mangelware) sichern, sondern auch Daltons Gewissensbisse beruhigen. Denn er will kein Menschenblut zu sich nehmen.
Diese Gewissensbisse führen auch dazu, dass er, als er auf dem Heimweg einen Unfall verursacht, die in dem anderen Auto sitzenden Menschen nicht an die Polizei verrät, sondern ihnen zur Flucht verhilft. Kurz darauf tauchen diese Menschen wieder bei ihm auf. Sie wollen, dass er ihnen hilft – und auch die weitere Geschichte folgt der vertrauten Formel, in der ein Mann zum Retter der Menschheit (naja, hier eher der Vampire) wird, den Kampf zwischen Vampiren und Menschen beendet, ein Heilmittel findet (die Schocktherapie mit der die Umwandlung vom Menschen zum Vampir rückgängig gemacht wird, hab ich nicht so richtig verstanden) und den Kampf beendet.
Die Spierig-Brüder lassen allerdings bei dieser Erlösergeschichte den christlichen Pathos weg, bauen Dalton nicht als den auserwählten, zunächst widerwilligen Erlöser auf (wie zum Beispiel die Wachowski-Brüder Neo in den „Matrix“-Filmen), sondern lassen ihn als normalen Menschen erscheinen, der eher zufällig die Möglichkeit erhält, sein Forschungsprojekt in einer für ihn unerwarteten Richtung zu beenden.
Innerhalb dieser vertrauten Geschichte, die von den Spierig-Brüdern stringent und sehr stilbewußt erzählt wird, gibt es viele Szenen, die den Charakteren Tiefe verleihen, einige knackige Action-Szenen und, das ist das große Plus des Films, viele Details, die die Dystopie real erscheinen lassen. Das zeigt sich an den vielen Kleinigkeiten, wie die Verdunkelung bei Autos, die es den Vampiren ermöglicht tagsüber zu fahren, die Imbisse, in denen bluthaltige Getränke verkauft werden, die Werbung auf den Straßen, die Fernsehnachrichten und die Normalität des Arbeitslebens, die ein realistisches Bild einer von Vampiren beherrschten Welt zeichnen. Denn außer dass das Leben sich jetzt nachts abspielt, hat sich nicht viel geändert. Auch die eleganten Bilder, die teilweise wie Gemälde anmuten, verstärken diesen Eindruck. Die Spierig-Brüder zeigen die Welt der Vampire in metallischen, blau-schwarzen Farbtönen; die Welt der Menschen in warmen gelben Farbtönen. Und die irreal anmutenden Bilder der leeren Straßen der Großstadt und der Vorstädte des in Australien gedrehten Films entfalten, wieder einmal, ihren eigenen Reiz.
Vor diesem Hintergrund agieren die Charaktere glaubwürdig in einer neuen Welt, die sich gar nicht so sehr von der Gegenwart und den heutigen gesellschaftlichen Regeln und Strukturen unterscheidet. Immerhin haben diese Vampire mit der Umwandlung nicht alle ihre ethischen Grundsätze über Bord geworfen.
Das unterscheidet „Daybreakers“ von der Masse der Vampirfilme, in denen die Vampire die Bösen sind und das Auftauchen der Vampire (vulgo Zombies oder Infizierte) nur der Freifahrschein für eine zünftige Ballerorgie ist. Hier sind die Vampire, soweit in dem Film von Gut und Böse gesprochen werden kann, die Guten.
„Daybreakers“ ist ein feiner Film, der trotz der bekannten Schauspieler und guten Einspielergebnissen in anderen Ländern bei uns keinen Kinostart erhielt. Ethan Hawke, Willem Dafoe und Sam Neill scheinen aus Sicht des deutschen Verleihs nicht genug Zuschauer für eine Kinoauswertung anzusprechen. Das führt zu der traurigen Erkenntnis, dass Vampirfilme derzeit wohl nur als Biss-Filme genug kommerzielles Appeal für eine Kinoauswertung haben.
Daybreakers (Daybreakers, Australien/USA 2009)
Regie: Michael Spierig, Peter Spierig
Drehbuch: Michael Spierig, Peter Spierig
mit Ethan Hawke, Willem Dafoe, Sam Neill, Claudia Karvan, Michael Dorman, Isabel Lucas
Bonusmaterial (angekündigt für die Special-Edition): „Making Daybreakers“ (120 Minuten), „The Big Picture“ (Kurzfilm, 23 Minuten), Trailer, Audiokommentar der Regisseure
Human Target: Am Absprung (USA 2010, R.: Simon West)
Drehbuch/Erfinder: Jonathan E. Steinberg
LV: Charaktere von Len Wein und Carmine Infantino
Christopher Chance, das titelgebende menschlische Ziel, hat früher für eine supergeheime Organisation gearbeitet. Jetzt arbeitet er freiberuflich als Bodyguard und Sicherheitsexperte mit einem speziellen Sinn für seine Bezahlung.
Der Pilot ist etwas durchwachsen, weil klar ist, dass in den kommenden Folgen budgetschonender gearbeitet werden muss. Aber gerade deshalb haben mir die weiteren Folgen der selbstironischen Action-Serie, die es schafft jede Woche eine gelungene Variation einer bekannten Geschichte abzuliefern. Sozusagen das B-Picture der Woche. Und die drei Hauptdarsteller sind auch sympathisch.
Wenn dann in späteren Folgen so langsam die Vorgeschichte von Christopher Chance enthüllt wird und dann im Staffelfinale einige bekannte Schauspieler auftreten, wächst die Sympathie für diese Actionserie.
In den USA startet am 1. Oktober die zweite Staffel.
mit Mark Valley (Christopher Chance), Chi McBride (Winston), Jackie Earle Haley (Guerrero)
LV: Harlan Coben: Tell no one, 2001 (Kein Sterbenswort)
Acht Jahre nach dem Tod seiner Frau erhält der Arzt Alexandre Beck eine Nachricht von ihr. Er will herausfinden, ob sie noch lebt. Dabei gerät er in eine Intrige und unter Mordverdacht.
Spannender, wendungsreicher Thriller, der überall abgefeiert wurde und die deutsche Premiere auf DVD erlebte.
Das Drehbuch war für den Edgar nominiert. Der Film war für neun Césars nominiert und erhielt vier. Unter anderem für die beste Regie und beste Hauptrolle.
mit Francois Cluzet, Kristin Scott Thomas, André Dussolier, Nathalie Baye, Jean Rochefort, Harlan Coben (Cameo als Mann auf dem Bahnhof)
Gentleman-Gauner Walter will mit seiner Gang einen kostbaren Dolch aus dem Topkapi-Museum in Istanbul klauen. Ohne die Hilfe des zwielichtigen Fremdenführers Arthur haben sie keine Chance.
Mit dem düsteren Gangsterfilm „Rififi“ erfand Dassin das Caper-Movie, mit seiner Parodie „Topkapi“ trug er es stilbewusst zu Grabe.
Amblers Buch erhielt den Edgar-Allan-Poe-Preis.
Mit Melina Mercouri, Peter Ustinov, Maximilian Schell, Robert Morley, Akim Tamiroff
–
Kabel 1, 16.10
JAMES BOND: Liebesgrüße aus Moskau (GB 1963, R.: Terence Young)
Drehbuch: Richard Maibaum, Johanna Harwood
LV: Ian Fleming: From Russia with love, 1957 (Liebesgrüße aus Moskau)
James Bond soll ein Dechiffriergerät und eine in ihn verliebte Sekretärin aus der Sowjetunion schmuggeln. Aber er hat seine Rechnung ohne die bösen Russen gemacht.
Zweiter Auftritt von James Bond in einer harten, ziemlich realistischen Agenten-Story (im Verhältnis zu seinen späteren Auftritten), mit Sean Connery, Lotte Lenya (Frau von Kurt Weill und hochgelobte Brecht-Interpretin), Robert Shaw (ein Autor und Shakespeare-Darsteller, der später den Weißen Hai jagen durfte), Daniela Bianchi (die, nun ja, auf Neudeutsch das Love-Interest von Bond war)
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Kabel 1, 18.15
JAMES BOND: 007 jagt Dr. No (GB 1962, R.: Terence Young)
Drehbuch: Richard Maibaum, Johanna Harwood, Berkely Mather
LV: Ian Fleming: Dr. No, 1958 (007 James Bond jagt Dr. No)
Auf Jamaica soll James Bond herausfinden, wer zwei Mitarbeiter des Secret Service umbrachte. Er stößt schnell auf Dr. No.
Der allererste Bond, mit Sean Connery, Ursula „Bikini“ Andress, Joseph Wiseman – damals noch nah am Buch und ziemlich hart. „Dr. No“ ist nicht nur aus nostalgischen Gründen sehenswert
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ZDFneo, 20.15
Jesse Stone – Eiskalt (USA 2005, R.: Robert Harmon)
Drehbuch: John Fasano, Michael Brandman
LV: Robert B. Parker: Stone Cold, 2003
Das Städtchen Paradise hat zwei neue Einwohner: die Lincolns. Sie sind Serienkiller und der Polizeichef von Paradise, Jesse Stone, beginnt sie zu jagen.
Neben der erfolgreichen Spenser-Serie und der unter Fans gehassten Sunny-Randall-Serie schrieb Robert B. Parker auch die Jesse-Stone-Romane. In ihnen ist ein geschiedener L.-A.-Cop mit einem Alkoholproblem, der in der Kleinstadt Paradise bei Boston zur Ruhe kommen will, der Held. Gerade die ersten Romane waren düsterer als von Robert B. Parker gewohnt und sorgfältiger konstruiert als die Spenser-Romane, die von Parker teilweise per Autopilot geschrieben werden.
„Stone Cold“ ist der vierte Jesse-Stone-Roman, aber die erste Jesse-Stone-Verfilmung. Der angenehm altmodische Thriller wurde positiv aufgenommen, bis jetzt wurden fünf weitere Jesse-Stone-Filme im US-TV ausgestrahlt und weitere Jesse-Stone-Filme sind geplant.
Mit Tom Selleck, Jane Adams, Reg Rogers, Mimi Rogers
James Bond: Casino Royale (USA 2006, R.: Martin Campbell)
Drehbuch: Paul Haggis, Neal Purvis, Robert Wade
LV: Ian Fleming: Casino Royale, 1953 (Casino Royale)
James Bond soll Le Chiffre, den Finanzier eines weltweiten Terrornetzwerkes, ausschalten.
Nach allgemeiner Einschätzung ist der einundzwanzigste James-Bond-Film (Offizielle Zählung) einer der fünf besten, vielleicht sogar der beste Bond-Film. Niemand hatte mit dieser umfassenden Revitalisierung des Mythos James Bond für das neue Jahrhundert gerechnet.
Der erste Auftritt von Daniel Craig als Geheimagent ihrer Majestät ist ein spannender Thriller mit einem viel zu langen Ende. Denn nachdem Le Chiffre tot ist, ist der Film noch lange nicht zu Ende.
Das Drehbuch war für einen Edgar nominiert.
Mit Daniel Craig, Eva Green, Mads Mikkelsen, Jeffrey Wright, Judi Dench, Giancarlo Giannini
Mordkommission Istanbul: Die Tote in der Zisterne (D 2008, R.: Michael Steinke)
Drehbuch: Mathias Klaschka
LV: Hülya Özkan: Istanbul sehen und sterben – Kommissar Özakins zweiter Fall, 2007
In Istanbul wird eine Touristin erstochen. Die Journalistin Monika Adler möchte herausfinden, wer ihre beste Freundin ermordet hat. Kommissar Mehmet Özakin möchte seine Arbeit tun.
Angekündigt wird Kommissar Özakan von der ARD als „Brunetti von Istanbul“.
Mit Erol Sander, Christine Neubauer, Idil Üner
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SRTL, 22.15
Columbo: Lösegeld für einen Toten (USA 1971, R.: Richard Irving)
Drehbuch: Dean Hargrove, Gene Thompson (ungenannt), Richard Levinson (Geschichte), William Link (Geschichte)
LV: Richard Levinson, William Link (Charakter)
Anwältin Leslie Williams entsorgt ihren Mann im Meer. Um nicht als Mörderin verdächtigt zu werden, inszeniert sie die Entführung ihres toten Gatten. Dummerweise wird Columbo mit den Ermittlungen betraut.
Der zweite Pilot-Film nach „Mord nach Rezept“ (dem verfilmten Theaterstück, das damals nur als Einzelstück geplant war) und vor dem offiziellen ersten Columbo-Film „Tödliche Trennung“ hat bereits alles, was wir an „Columbo“ lieben. Ein schöner Fall mit tollen Auftritten von Columbo. Allein schon die erste Szene – und wie er dann auf seine unbeholfene Art die schöne Staranwältin ins Visier nimmt. Großes Theater.
Mit Peter Falk, Lee Grant, John Fink, Harold Gould
Nachdem im letzten Monat sechs Romane neu auf die Liste kamen, geht’s diesen Monat mit vier Neueinsteigern vergleichsweise gemütlich zu. Aber Don Winslows „Tage der Toten“ und David Peaces „Tokio, besetzte Stadt“ sind ziemlich wuchtige Bücher.