TV-Tipp für den 28. Mai

Mai 28, 2008

Kabel 1, 22.45

Die üblichen Verdächtigen (USA 1995, R.: Bryan Singer)

Drehbuch: Christopher McQuarrie

Die üblichen Verdächtigen sitzen im Knast und fragen sich: Wer ist Keyser Soze? Ein Polizist stellt sich die gleiche Frage und auch die Zuschauer wissen es nicht. Jedenfalls wenn Sie zu den wenigen Glücklichen zählen, die diese Genreperle noch nicht kennen. Alle anderen dürfen sich ein weiteres Mal an einem glänzenden Spiel zwischen Wahrheit und Lüge und Lüge erfreuen.

Mit Kevin Spacey, Benicio Del Toro, Chazz Palminteri, Gabriel Byrne, Kevin Pollak, Peter Postlethwaite, Stephen Baldwin, Dan Hedaya


R. i. P. Sydney Pollack

Mai 27, 2008

(1. Juli 1934 – 26. Mai 2008 )

Gestern starb Regisseur Sydney Pollack nach langer Krankheit im Kreis seiner Familie. Er lernte sein Handwerk beim Fernsehen und war als Spielfilmregisseur bekannt für gute Mainstream-Filme, in denen die Geschichte und die Schauspieler im Mittelpunkt stehen. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß“ (They shoot horses, don’t they?), „Jeremiah Johnson“, „Yakuza“ (The Yakuza), „Die drei Tage des Condors“ (Three days of the Condor), „Tootsie“, „Jenseits von Afrika“ (Out of Africa), „Die Firma“ (The Firm) und „Die Dolmetscherin“ (The Interpreter).

In den Neunzigern trat er auch eine Male in prägnanten Nebenrollen auf. In Stanley Kubricks letztem Film „Eyes Wide Shut“ spielte er Victor Ziegler. In Tony Gilroys Debüt „Michael Clayton“ Marty Bach.

Nachrufe gibt es bei Spiegel Online (und jetzt auch ein längerer Nachruf von Christian Buß), NZZ (AP-Meldung), Süddeutsche Zeitung, FAZ, New York Times (Michael Cieply) und weitere werden folgen.

Nachtrag: BR hat sein Programm geändert. Statt dem angekündigten Mankell-Film läuft um 23.25 Uhr die Romanze „Cherie Bitter – So wie wir waren“ (The Way we were, USA 1973) mit Barbara Streisand und Robert Redford (James Woods hat eine Nebenrolle). Das Drehbuch ist von Arthur Laurents (nach seinem Roman) und Regie führte natürlich Sydney Pollack.


Cover der Woche

Mai 27, 2008


TV-Tipp für den 27. Mai

Mai 27, 2008

Arte, 21.00

Ndrangheta – Das blutige Business einer Mafia (FR 2008, R.: Corradino Durruti)

Drehbuch: Corradino Durruti

Spielfilmlange Doku über die kalabrische Mafia. Durrutti begleitete dafür sieben Jahre lang, oft mit versteckter Kamera, den Mafiajäger Inspektor Nico Morrone.

Wiederholung: Freitag, 6. Juni, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte zur Doku

Wikipedia über die Ndrangheta (deutsch)

Wikipedia über die Ndrangheta (englisch)

Meine Besprechung von Andreas Ullrichs „Das Engelsgesicht“ (Biographie über Giorgio Basile)


TV-Tipp für den 26. Mai

Mai 26, 2008

Tele 5, 22.05

Angel Heart (USA 1987, R.: Alan Parker)

Drehbuch: Alan Parker

LV: William Hjortsberg: Falling Angel, 1978 (Angel Heart)

Privatdetektiv Harry Angel soll einen verschwundenen Jazzmusiker finden. In New Orleans verschwimmen für ihn immer mehr die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit.

Exzellenter Okkultthriller, der die Handlung des Buches von New York nach New Orleans verlegt.

William Hjortsberg zum Film: „Parker wrote an excellent script and went on to make a memorable film.”

Mit Mickey Rourke, Robert De Niro, Lisa Bonet, Charlotte Rampling, Brownie McGhee, Dann Florek

Wiederholung: Dienstag, 27. Mai, 02.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von William Hjortsberg

Thrilling Detective über Harry Angel

Mordlust über „Angel Heart“


TV-Tipp für den 25. Mai

Mai 25, 2008

Pro 7, 23.00

Sin City (USA 2005, R.: Robert Rodriguez, Frank Miller [special guest director: Quentin Tarantino])

Drehbuch: Frank Miller

LV: Frank Miller: Sin City (verschiedene Graphic Novels)

Frank Miller erschuf in seinen düsteren Noir-Comics die Welt von „Sin City“. Robert Rodriguez verfilmte, zusammen mit Miller (und etwas Hilfe von seinem Kumpel Quentin), kongenial drei „Sin City“-Geschichten: Marv will den Mord an seiner Lieblingshure rächen; Privatdetektiv Dwight unterstützt eine Nutten-Gang gegen ein Verbrechersyndikat; Cop Hartigan will eine Stripperin aus den Fängen eines Triebtäters befreien. Keine dieser Geschichten endet wirklich glücklich, aber der Film gehört zu den wenigen geglückten Comic-Verfilmungen. Weitere Verfilmungen von „Sin City“-Geschichten sind immer noch geplant.

Mit Jessica Alba, Powers Boothe, Jude Ciccolella, Rosario Dawson, Benicio Del Toro, Josh Hartnett, Rutger Hauer, Evelyn Hurley, Michael Madsen, Frank Miller, Brittany Murphy, Clive Owen, Mickey Rourke, Bruce Willis, Elijah Wood

Wiederholung: Montag, 26. Mai, 02.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zur „Sin City“-DVD

Troublemaker Studios (Homepage von Robert Rodriguez)

Spiegel: Interview mit Frank Miller zum Film

Evolver über Frank Miller (August 2005)

Fanseite über Frank Miller

Lambiek über Frank Miller

art of Frank Miller

Moebiusgraphics: Ausführliches, vollständiges (?) Werkverzeichnis


TV-Tipp für den 24. Mai

Mai 24, 2008

RBB, 20.15

NDR, 23.45

TATORT: Taxi nach Leipzig (D 1970, R.: Peter Schulze-Rohr)

Drehbuch: Friedhelm Werremeier

LV: Friedhelm Werremeier: Taxi nach Leipzig, 1970

An der Autobahn Leipzig-Berlin wird eine Kinderleiche gefunden. Als Kommisar Trimmel erfährt, dass der Vater des Kindes vor wenigen Tagen von Hamburg nach Frankfurt gezogen ist und einen gleichaltrigen Sohn hat, ist seine Neugierde geweckt. Er fährt – entgegen aller Dienstvorschriften – in die DDR.

Mit „Taxi nach Leipzig“ begann am 29. November 1970 ein Experiment, das sich „Tatort“ nannte und zuerst auf zwei Jahre befristet war. Am 27. Mai wird der siebenhundertste „Tatort“ ausgestrahlt; der ebenfalls in Leipzig spielt.

Der erste Trimmel-Tatort ist ein Klassiker. Dabei waren die nächsten Trimmel-Tatorte auch nicht schlecht. Kein Wunder, denn das Team Werremeier/Schulze-Rohr arbeitete weiter zusammen.

Friedhelm Werremeiers „Taxi nach Leipzig“ erschien vor wenigen Tagen, versehen mit einem kundigen Nachwort von Frank Göhre, in der Edition Köln. Es ist einer der Klassiker des deutschen Kriminalromans und auch heute immer noch absolut lesenswert. Werremeier schrieb mit seinem Kommissar Trimmel eine alternative Chronik der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts und eigentlich sollten alle Trimmel-Romane wieder veröffentlicht werden. Bis dahin hilft nur der Gang in das nächste Antiquariat.

Mit Walter Richter, Edgar Hoppe, Hans Peter Hallwachs, Günter Lamprecht

Hinweise

Krimilexikon über Friedhelm Werremeier

Galerie der Detektive über Paul Trimmel

3sat über „Taxi nach Leipzig“

Das Erste über den „Tatort“

Tatort-Fundus (eine umfangreiche Fanseite)

Extra-Hinweis

Tatort-Fans dürfen sich heute ab 20.15 Uhr die volle Ladung Tatort-Klassiker geben (danach gibt’s wieder monatelangen Entzug):

RBB, 22.05: Tatort: Der Fall Schimanski (D 1991, R.: Hajo Gies, B.: Axel Götz, Thomas Wesskamp)

NDR, 01.10: Tatort: Strandgut (D 1972, R.: Wolfgang Petersen, B.: Herbert Lichtenfeld)

NDR, 02.55: Tatort: Kneipenbekanntschaft (D 1974, R.: Jörg-Michael Baldenius, B.: Hans Drawe, Rüdiger Humpert)


Gut, aber zu lang

Mai 23, 2008

Neben der überaus erfolgreichen Lincoln Rhyme/Amelia Sachs-Reihe will Jeffery Deaver mit Kathryn Dance eine weitere Reihe etablieren. Dance trat bereits in dem Rhyme/Sachs-Roman „Der gehetzte Uhrmacher“ (The cold moon, 2006) auf und in „Die Menschenleserin“ haben Rhyme/Sachs einen kurzen telefonischen Auftritt.

Aber im Mittelpunkt steht Kathryn Dance vom California Bureau of Investigation. Die alleinerziehende Mutter (ihr Mann starb bei einem Unfall) ist Verhörspezialistin. Aus den Reaktionen der Verhörten folgert sie, welche Aussagen stimmen und welche nicht.

Jetzt soll sie im Bezirksgericht von Salinas Daniel Pell verhören. Pell wurde vor acht Jahren verurteilt. „Charlie Mansons Sohn“, so nannte ihn die Anklage, hatte mit seinen Jüngern eine Familie ermordet. Vor kurzem tauchten Beweise auf, die ihn mit einem weiteren Mord in Verbindung bringen. Dance soll herausfinden, ob Pell auch diesen Mord begangen hat. Schnell bringt sie Pell in Rage und er bricht das Verhör ab. Im Büro des leitenden Staatsanwalts von Monterey County bemerkt Dance, dass die Beweise gefälscht waren, damit Pell aus dem Hochsicherheitsgefängnis zu einem Verhör in das schlechter gesicherte Bezirksgefängnis gebracht wurde. Als Dance die anderen Polizisten über den geplanten Ausbruch informieren will, ist es bereits zu spät. Eine Bombe explodiert und Pell kann in dem anschließenden Chaos ausbrechen. Dabei bringt er drei Menschen um und verletzt einen weiteren Polizisten schwer. Sie sind nicht die letzten Opfer auf seiner Flucht.

Doch in Kathryn Dance hat Pell einen ebenbürtigen Gegner gefunden. Bereits am ersten Tag seiner Flucht kann er ihr, zusammen mit der in ihn verliebten Fluchthelferin, mehrmals nur knapp entkommen.

Im Folgenden bietet Jeffery Deaver einige Action-Szenen, viel Suspense und etliche Szenen, in denen die Verhörspezialistin Dance mit ihren Fähigkeiten brillieren kann, indem sie mit den ehemaligen weiblichen Opfern von Pell redet. Und natürlich sind die Hintergründe für Pells Ausbruch Deaver-typisch komplizierter als sie auf den ersten Blick scheinen.

Aber gerade im direkten Vergleich mit den in „Gezinkt“ (More twisted, 2006 – Besprechung folgt) versammelten Kurzgeschichten enttäuscht „Die Menschenleserin“. Während die Kurzgeschichten ohne große Erklärungen auf eine Schlusspointe zusteuern, verbringt Deaver in „Die Menschenleserin“ viel zu viel Zeit mit überflüssigen Erklärungen. So erklärt er auf fünf Zeilen, was „Waco“ ist. Bei über fünfhundert Seiten sind fünf Zeilen zwar nicht viel, aber jeder Amerikaner kennt Waco. Jedes Verhör von Dance wird mit langen Erklärungen über die verschiedenen kinesischen Signale verlängert. Vieles davon ist einfach überflüssig, wie diese Ausführungen: „Das Verb ‚glauben’ ist für Verhörspezialisten von großer Bedeutung, denn es zählt zu den charakteristischen Formulierungen für eine Verleugnung – wie ‚ich kann mich nicht erinnern’ oder ‚vermutlich nicht’. Seine Bedeutung: Ich winde mich, sage aber nicht einfach nein. Dance schloss daraus, dass das Paar die Kinder problemlos im Griff hatte.“

Bei diesen länglichen Erklärungen, die sich wie ein Copy&Paste aus einem Lehrbuch lesen, und dem Ende in mehreren Häppchen drängt sich der Eindruck auf, dass Deaver eine bestimmte Menge von Seiten schreiben wollte. Gerade gegen Ende, wenn die Flucht von Daniel Pell endet, ist der Roman noch lange nicht zu Ende. Stattdessen serviert Deaver noch einige Plottwists, die ohne große Mühe wirkungsvoller mit dem Ende von Pells Flucht aufgedeckt worden wären.

Deshalb ist „Die Menschenleserin“ nur ein weiterer zu lang geratener Thriller, der gekürzt zu einem besseren Buch geworden wäre.

–

Jeffery Deaver: Die Menschenleserin

(übersetzt von Thomas Haufschild)

Blanvalet, 2008

544 Seiten

19,95 Euro

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Originaltitel

The sleeping doll

Simon & Schuster, Inc., New York, 2007

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Hinweise
Homepage von Jeffery Deaver

Blanvalet Homepage über Jeffery Deaver

Amazon.com: Interview mit Jeffery Deaver zu “The sleeping doll”

Meine Besprechung von “Auf ewig” (Forever, 2005)


TV-Tipp für den 23. Mai

Mai 23, 2008

Pro 7, 20.15

Der Knochenjäger (USA 1999, R.: Philip Noyce)

Drehbuch: Jerome Iacone

LV: Jefferey Deaver: The bone collector, 1997 (Die Assistentin, Der Knochenjäger)

Der fast vollständig gelähmte Superdetektiv Lincoln Rhyme sucht mit seinem Assistenten, der Streifenpolizistin Amelia Donaghy, einen Serienkiller.

Nach all den Serienkiller-Filmen ist „Der Knochenjäger“ ziemlich langweilige Kost.

Mit Denzel Washington, Angelina Jolie, Ed O´Neill, Michael Rooker, Queen Latifah, Luis Guzman

Wiederholung: Sonntag, 25. Mai, 00.15 (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Jeffery Deaver

Meine Besprechung von „Die Menschenleserin“ (The sleeping doll, 2007)

Meine Besprechung von „Auf ewig“ (Forever, 2005)


Sprache: gut, Plot: ungenügend

Mai 22, 2008

In seinem zweiten Kriminalroman hat Matti Rönkä seinen Ich-Erzähler Viktor Kärppä endgültig die Seiten wechseln gelassen. Bereits in „Der Grenzgänger“ funktionierte Kärppä nur leidlich als Vorbild für angehende Privatdetektive. Das lag nicht an seinem schlechten Einkommen (kein literarischer Privatdetektiv zählt zu den Großverdienern), seinen Kontakten zur Polizei und zu Verbrechern (irgendwie muss er ja an seine Informationen herankommen), seiner Vergangenheit (besonders beliebt sind ehemalige Staatsdiener; inzwischen haben sich auch einige Vorbestrafte zu dem illustren Kreis der Privatdetektive gesellt), seinem Single-Dasein (Privatdetektive haben Sex, vielleicht sogar eine feste Beziehung, aber sie sind nicht verheiratet), sondern an seiner – nun ja – laxen Arbeitsauffassung. In „Der Grenzgänger“ ermittelte er ziemlich halbherzig und machte nebenbei Geschäfte mit der Organisierten Kriminalität. In Helsinki hilft ihm bei letzterem seine Herkunft als Russe und ehemaliger Elitesoldat mit den dazugehörigen Verbindungen zum Geheimdienst.

In „Bruderland“ verdient Viktor Kärppä sein Geld als Subunternehmer für verschiedene Baufirmen. Selbstverständlich beschäftigt er Schwarzarbeiter. Außerdem handelt er mal mehr, mal weniger legal mit Gütern und versorgt die finnische Skinationalmannschaft mit illegalen Aufputschmitteln. Dieser Geschäftsbereich ist wegen polizeilicher Ermittlungen derzeit nicht aktiv. Sein Detektivbüro hat er für dieses, in dem angenehm schmalen Roman breit erzählte, diversifizierte Unternehmertum aufgegeben.

Jetzt fordert ihn sein Polizeifreund Korhonen auf, herauszufinden, wer ein Superheroin, das bereits viele Jugendliche umbrachte, verkauft. Die Spur führt in die ehemalige Sowjetunion und Kärppä hat immer noch ausgezeichnete Kontakte in den Osten zum Geheimdienst und zur Russenmafia – wobei einige seiner Freunde mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion einfach die Seiten gewechselt haben.

Wer jetzt allerdings, wie in „Der Grenzgänger“, einen fetzigen Privatdetektivkrimi der Hardboiled-Schule erwartet, wird in Matti Rönkäs zweitem Roman nur halbherzig bedient. Schon in „Der Grenzgänger“ war die Entwicklung des Krimiplots nicht überragend. Aber immerhin gab es am Ende einige hübsche Überraschungen. In „Bruderland“ kann davon keine Rede mehr sein. Kärppä ermittelt in „Bruderland“ noch weniger als in „Der Grenzgänger“. Bis er im letzten Viertel des Romans „Bruderland“ eine Reise nach Russland unternimmt, ermittelt er nicht und es gibt auch keine erkennbaren Hinweise auf die Rauschgiftschmuggler. Kurz: die Geschichte bewegt sich nicht voran. Dafür erzählt Kärppä viel – und unterhaltsam – von seinen halbseidenen Geschäften und liest die Mails seiner gerade in den USA studierenden Freundin.

Doch auch als Kärppä gegen Ende nach St. Peterburg fährt, sucht er dort nicht nach den Rauschgifthändlern, sondern verdient als Geldeintreiber für die dortige Russenmafia Geld, während der Bandenchef für ihn herausfindet, wer hinter den Rauschgiftlieferungen steckt. Zurück in Helsinki gibt es dann eine überflüssige Action-Szene, ein, zwei Überraschungen und das war’s.

Wenn Matti Rönkä nicht in einem so angenehm lakonischen Tonfall erzählen würde, wäre „Bruderland“ ein Fall für die Mülltonne. Denn der zusammengehauene Krimiplot erreicht kaum die Qualität eines C-Picture.

–

Matti Rönkä: Bruderland

(übersetzt von Gabriele Schrey-Vasara)

Grafit, 2008

224 Seiten

17,90 Euro

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Originaltitel

Hyvä veli, paha veli

Gummerus Kustannus Oy, Helsinki/Finnland, 2003

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Hinweis

Meine Besprechung von „Der Grenzgänger“


Neu im Kino: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Mai 22, 2008

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (USA 2008, R.: Steven Spielberg)

Drehbuch: David Koepp

Heute (falls es irgendjemand noch nicht mitbekommen hat) startet der neue Indiana-Jones-Film. Die Kritiken vor der Weltpremiere in Cannes waren solala bis schlecht. In Cannes waren die Reaktionen gespalten (Vor der Aufführung johlten die Kritiker wie Kleinkinder. Danach schwiegen sie professionell miesepetrig.). Inzwischen sagen aber die übergroße Mehrheit von Kritikern und Zuschauern, dass der Film gelungen ist. Freuen wir uns also auf zwei Stunden mit dem Mann mit der Peitsche.

Dieses Mal – immerhin spielt die Geschichte in den Fünfzigern – kloppt er sich mit den bösen Russen um einen wertvollen Gegenstand.

Mit Harrison Ford, Cate Blanchett, Karen Allen, Shia LaBeouf, Ray Winstone, John Hurt, Jim Broadbent

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“


TV-Tipp für den 22. Mai

Mai 22, 2008

Schätzing, die Zweite:

RTL, 20.15

Mordshunger (D 2007, R.: Robert-Adrian Pejo)

Drehbuch: Dorothee Schön

LV: Frank Schätzing: Mordshunger, 1996

Konzernchefin Inka von Barneck wird ermordet. Als erstes verdächtigt Kommissar Cüpper natürlich ihren finanziell von ihr abhängigen Ehemann. Doch dieser hat nicht nur ein Alibi, sondern zwei.

Die „Tatort“-erprobte Dorothee Schön schrieb das Drehbuch zu dieser Schätzing-Verfilmung. Ob das jetzt ein Vor- oder ein Nachteil ist, wissen wir nach knapp zwei Stunden (oder, in der Nachtwiederholung, neunzig Minuten).

Die meisten Kritiker sagen allerdings, dass „Mordshunger“ schlechter als der am Sonntag ausgestrahlte „Die dunkle Seite“ (Dort gibt es auch ein Video-Gespräch mit Frank Schätzing) sei. Spiegel: „Desaster“. FAZ: „in traditioneller Miss-Marple-Ausschließlichkeit“. Netzeitung: „Ratekrimi-Biedersinn“. Nur Quotenmeter bleibt seinem mit den 98-Prozent-Wertungen für „Unschuldig“ erworbenen Ruf für seltsame Bewertungen treu. Auch „Mordshunger“ erhält fast die volle Prozentzahl und gehört damit wohl irgendwie zu den besten Filmen aller Zeiten. .

Mit Hans-Werner Meyer, Henry Hübchen, Bettina Zimmermann, Johannes Zirner

Wiederholung: Freitag, 23. Mai, 00.45 Uhr (Taggenau!)

Außerdem bei RTL-Now.

Hinweise

RTL über „Mordshunger“

Tagesspiegel: Interview mit Frank Schätzing (16. Mai 2008 )

Berliner Morgenpost: Interview mit Frank Schätzing (19. Mai 2008 )


Überraschung

Mai 21, 2008

Das Hohe Gericht hat entschieden: Andrea Maria Schenkels „Tannöd“ ist kein Plagiat.

Wir gratulierem dem erfolglosen Kläger für diese Posse.


TV-Tipp für den 21. Mai

Mai 21, 2008

James Stewart – Zum Zweiten:

RBB, 22.35

Cocktail für eine Leiche (USA 1948, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Arthur Laurents, Hume Cronyn

LV: Patrick Hamilton: The Rope, Rope’s End, 1929 (Theaterstück)

Zwei Studenten bringen, um ihre Überlegenheit zu demonstrieren, einen Mitstudenten um und feiern eine Party – mit dem Toten in einer für alle sichtbaren Truhe.

Hamiltons Stück basiert locker auf dem Fall Leopold/Loeb, bei dem 1924 zwei Studenten grundlos einen Mitstudenten umbrachten. Hitchcock faszinierte neben der moralischen Frage bei „Cocktail für eine Leiche“ ein technischer Aspekt: er drehte den Film in Echtzeit (von 19.30 Uhr bis 21.15 Uhr; beim Essen wird etwas geschummelt) ohne einen sichtbaren Schnitt. Das gelang Hitchcock, indem er immer am Ende einer Filmspule auf einen Gegenstand (wie die Truhe oder ein Jackett) fuhr und bei der nächsten Spule genau dort fortfuhr. In den dazwischen liegenden zehn Minuten gibt es nie einen Schnitt. Die Schauspieler mussten ihre Texte genau kennen, die Kamera bewegte sich durch den Raum und Gegenstände wurden hin und her bewegt. Und im Hintergrund verdunkelte sich die Skyline.

Damals wurde das Experiment verrissen und auch Hitchcock sagte später, die Idee sei idiotisch und gegen alle seine Prinzipien. Heute genießen wir den Film einfach als verdammt gute Verfilmung eines Theaterstücks mit guten Schauspielern, die gute Dialoge sprechen dürfen.

Mit James Stewart, John Dall, Farley Granger, Sir Cedric Hardwicke

Wiederholung

BR: Sonntag, 25. Mai, 23.15 Uhr

Hinweise

Mehr über James Stewart

Senses of Cinema (Ken Mogg) über Alfred Hitchcock

Francois Truffaut redet mit Alfred Hitchcock über „Rope“


„Die Söhne Abraham“ online

Mai 20, 2008

Die Berliner Literaturkritik hat heute meine Besprechung von Robert Littells neuestem Roman „Die Söhne Abrahams“ (Vicious Circle, 2006) veröffentlicht. Nach „Die kalte Legende“ und „Zufallscode“ war ich von seinem neuesten Werk etwas enttäuscht.

Ein, schon etwas älteres, aber lesenswertes Interview gibt es im January Magazine. Ein Neues über „Die Söhne Abrahams“ und seinen Sohn Jonathan in der Welt.


Cover der Woche

Mai 19, 2008


Alte Sünden und eine alte Leidenschaft

Mai 19, 2008

„MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ und „An einem heißen Sommertag“ heißen die empfehlenswerten Frühlingsbücher von Frank Göhre. „MO“ ist ein neues Werk; „An einem heißen Sommertag“ versammelt die bereits veröffentlichten, lange nicht mehr erhältlichen Romane „Letzte Station vor Einbruch der Dunkelheit“ und „Schnelles Geld“ und zwei Kurzgeschichten; eine davon neu.

Alte Sünden…

„Schnelles Geld“ erschien erstmals 1979 und war Göhres erster Kriminalroman. Dabei ist die Krimigeschichte nur die notdürftige Klammer für die autobiographisch (?) beeinflussten Erlebnisse einiger Mittzwanziger. Hans ‚Charly’ Kunkelfuß, Mitte zwanzig, arbeitet, wie Göhre, nach einer Buchhändlerlehre als Bibliothekar. Charly (und hier enden die Parallelen) beobachtet einen Mord, macht eine Aussage bei der Polizei und trifft sich, fast als ob nichts geschehen wäre, weiter mit seinen Freunden und Freundinnen, die zumindest teilweise Kontakt zur Halb- und Unterwelt haben. Charly ist mit seiner Arbeit, seinem Chef und dem Angebot, sich an einem korrumptiven Netzwerk zu beteiligen, zunehmend unzufrieden. Mit Mitte zwanzig fühlt er sich bereits saturiert. Nach einem Streit kündigt er und geht auf das Angebot, Autos zu verschieben, ein. Allerdings wurden er und seine Freunde schon lange von der Polizei, verkörpert durch den aus den St.-Pauli-Romanen bekannten Kommissar Jan Broszinski, beobachtet. Broszinski verhaftet sie und bietet Charly einen Deal an. Wenn er gesteht, könne er mit einer geringeren Strafe davonkommen. Da begreift Charly: „Sie wussten alles und verstanden nichts. Zufällige Begegnungen wuchsen sich im Kopf eines Beamten zu einem Fall aus, Akte Hans Kunkelfuß, ein raffiniert geplanter Coup. Wie dumm Broszinski war. Wie dumm und gefährlich.“

In diesem Moment – auf den letzten Seiten – wird „Schnelles Geld“ zu einem bedrückenden Bild für die staatliche Paranoia. Bis dahin erzählt Göhre nur die eher längliche Geschichte (jedenfalls solange man, auch angestachelt durch den Klappentext, auf einen sich ordentlich entwickelnden Krimiplot wartete) eines jungen, sexuell und beruflich frustrierten, sich ziellos treibenden Mannes, der – je nach Sichtweise – in einer verlängerten Teenager-Depression oder einer vorgezogenen Midlife-Crisis steckt.

„Letzte Station vor Einbruch der Dunkelheit“ ist ein Ausflug in die deutsche Vergangenheit. In den Fünfzigern muss Kommissar Peter Gottschalks seinen ersten Mordfall aufklären. Der junge Polizist lebt noch bei seinen vermögenden Eltern.

An einem See wurde die vergewaltigte und erwürgte sechzehnjährige Monika Honczek gefunden. Sie war der Schwarm mehrerer Jugendlicher. Allerdings war zur Tatzeit auch ein ehemaliger Fremdenlegionär in der Gegend. Im Gegensatz zur Bevölkerung glaubt Gottschalk nicht, dass Josef Kälin der Mörder ist. Eher schon ein Jugendlicher. Entweder der dickliche Lutz, der die Sommerferien als Aushilfe an der Tankstelle seiner allein lebenden Tante verbringen muss, oder der vermögende Mädchenschwarm Olaf.

Mit wenigen Worten zeichnet Göhre ein Bild der Fünfziger und der damaligen kleinbürgerlichen Bigotterie, in der eine allein stehende, junge, gut aussehende Tankstellenbesitzerin misstrauisch beäugt wird und Beziehungen, vor allem wenn sie auf gemeinsamen Kriegserlebnissen und Geld beruhen, alles regeln sollen. Die Gefühle, vor allem natürlich der Geschlechtstrieb, werden mühsam im Zaun gehalten. Und die Landbevölkerung weiß von Anfang an, dass Monikas Mörder ein Auswärtiger sein muss. Um diese falsche Harmonie zu zerstören, braucht Göhre keine 120 Seiten.

Die beiden Kurzgeschichten „Verrückte Schritte“ und „Keine Chance“ runden „An einem heißen Sommertag“ ab, ohne ihm etwas Wesentliches hinzuzufügen. Während die Erstveröffentlichung „Verrückte Schritte“, die von Brozinskis Versetzung nach Soltau erzählt, missglückt ist, ist „Keine Chance“ ein direkter Prolog zu Göhres St.-Pauli-Romanen. Jan Broszinski jagt bereits den Kiezpaten Werner ‚Emma’ Stobbe und Jörg Fedder wird bald zu seinem Team dazu stoßen. Da beginnt er einem seiner bei Stobbe eingeschleusten Spitzel zu misstrauen.

Die in „An einem heißen Sommertag“ veröffentlichten Geschichten erzählen, wenn sie chronologisch in die richtige Reihenfolge gebracht werden von „Letzte Station vor Einbruch der Dunkelheit“ über „Schnelles Geld“ und „Verrückte Schritte“ hin zu „Keine Chance“ Teile aus dem Leben der Kommissare Gottschalk und Broszinski, bevor sie in „Der Schrei des Schmetterlings“ (und damit in der St.-Pauli-Reihe) den Kampf gegen den Kiezpaten Stobbe aufnahmen.

…und eine alte Leidenschaft

Mit „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ kehrt Frank Göhre wieder einmal zu seinem Idol Friedrich Glauser zurück. In den Achtzigern gab er im Schweizer Verlag Die Arche, versehen mit kundigen Vorworten, die Romane von Friedrich Glauser heraus. 1988 veröffentlichte er, ebenfalls dort, das Porträt „Zeitgenosse Glauser“. In „MO“ nähert er sich dem Schweizer Schriftsteller auf literarischem Weg und zeichnet das bedrückende Bild eines zutiefst zerrissenen Menschen. Friedrich Glauser wurde am 4. Februar 1896 geboren und starb am 8. Dezember 1938. In seinem kurzen Leben stand er zeitlebens unter der Fuchtel seines diktatorischen Vaters, hatte als Erwachsener einen Vormund, war viele Jahre immer wieder – teilweise freiwillig – in der Psychiatrie und in Kliniken, doch kein Entzug hielt nachhaltig, versuchte sich öfters selbst umzubringen, ging zur Fremdenlegion, ließ sich von verschiedenen Frauen aushalten, hatte mit den Wachtmeister-Studer-Romane den Durchbruch und war morphiumsüchtig. „Mo“ nannte er die Droge. Ab seinem 22. Lebensjahr war Glauser bei der Polizei als morphiumsüchtig registriert und wurde als „gemeingefährlicher Geisteskranker“ geführt.

Wenn diese verkrachte Existenz nicht gleichzeitig ein begnadeter Literat gewesen wäre, würde ihn heute niemand mehr kennen. Aber Glausers Werk ist auch heute noch in mehreren Werkausgaben erhältlich. Er ist der bekannteste eidgenössische Krimiautor und war der Namensgeber für den gleichnamigen Preis der deutschen Krimiautorenvereinigung „Das Syndikat“. Jetzt gibt es einen äußerst gelungenen Roman über „die große Figur des Schweizer Krimis“ (Paul Ott)

Frank Göhre verarbeitet sein in den vergangenen Jahrzehnten gesammeltes Wissen in „MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser“ zu einer atemberaubenden zwischen 1917 und 1938 spielenden Montage aus verschiedenen Perspektiven und Episoden, die ein eindrückliches Bild eines zerrissenen Charakters zeichnen. Für Göhre sind die biographischen Stationen der Ausgangspunkt für eine Studie über den Menschen Glauser, der während seines gesamten kurzen Lebens ein Getriebener und Suchender war. Gleichzeitig wollte er auch immer von seinem Vater anerkannt zu werden. Doch dieser wollte einen anderen Sohn. Einen, der nicht rauschgiftsüchtig ist. Einen, der sich nicht von Frauen aushalten lässt. Einen, der sich nicht in Künstlerzirkeln herumtreibt. Diese Zerrissenheit des Menschen Glauser spiegelt Frank Göhre in der sich collagenhaft zusammensetzenden Biographie, die gerade wegen ihres scheinbar unfertigen Charakters Friedrich Glauser als Menschen begreifbar macht, kongenial.

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Frank Göhre: MO – Der Lebensroman des Friedrich Glauser

Pendragon, 2008

240 Seiten

19,90 Euro

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Frank Göhre: An einem heißen Sommertag

Pendragon, 2008

320 Seiten

9,90 Euro

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Enthält

Letzte Station vor Einbruch der Dunkelheit

(Erstausgabe Reinbek, 1990)

Schnelles Geld

(Erstausgabe der überarbeiteten und ergänzten Neuausgabe Reinbek, 1992)

Verrückte Schritte

(Erstveröffentlichung)

Keine Chance

(Erstausgabe Stuttgart, 1997 – andere Quellen sagen 1987)

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Verfilmung

Schnelles Geld – Der lange Schatten des Morgens (Deutschland 1981)

Regie: Raimund Koplin, Renate Stegmüller,

Drehbuch: Raimund Koplin, Renate Stegmüller

Schnitt: Thorsten Näter

Musik: Alfred Harth

mit Karl Ghirardelli, Agnes Dünneisen, Willy Thomczyk

„Im Ruhrgebiet angesiedelter Kriminalfilm, der die genreüblichen Elemente mit dem Thema der orientierungslosen Jugend und ihrer Fluchtversuche aus der Wirklichkeit verbindet. In manchen Szenen bemerkenswert dicht und pointiert erzählt, wird der Film zunehmend komplizierter und büßt an Spannung ein.“ (Lexikon des internationalen Films) über dieses vergessene Werk.

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Hinweise

Homepage von Frank Göhre

Meine Besprechung von „St. Pauli Nacht“

Meine Besprechung von „Zappas letzter Hit“

Meine Besprechung von „Der letzte Freier“

Krimiblog: Interview mit Frank Göhre


TV-Tipp für den 20. Mai

Mai 19, 2008

Zum hundertsten Geburtstag von James Stewart gibt es die:

BR, 23.20

Anatomie eines Mordes (USA 1959, R.: Otto Preminger)

Drehbuch: Wendell Mayes

LV: Robert Traver: Anatomy of a Murder, 1958 (Anatomie eines Mordes)

Provinzanwalt Paul Biegler verteidigt einen Soldaten, der einen Barbesitzer erschossen haben soll.

Der gut dreistündige Film (die deutsche Version wurde um elf Minuten gekürzt) basiert auf dem gleichnamigen, seitenstarkten Roman des ehemaligen Richters John D. Voelker (1903 – 1991), der wiederum auf einem seiner Fälle basiert. Beide Werke schöpfen ihre Spannung aus dem minutiösen Verfolgen der Vorbereitung und dem anschließenden Gerichtsverfahren. Im Buch umfasst die Verhandlung fast zwei Drittel der Geschichte. Der Film war damals wegen seiner Sprache und dem Thema (Vergewaltigung) kontrovers. Die Schauspielerleistungen des Gerichtsdramas wurden einhellig gelobt. James-Stewart-Biograph Howard Thompson nennt es seine beste Leistung. Der Filmrichter wurde von Richter Joseph N. Welch (er verteidigte 1954 die US Army gegen Senator Joseph McCarthy und trug zum Sturz des Senators bei) gespielt. Gedreht wurde vor Ort. Duke Ellington schrieb die Musik.

Mit James Stewart, Lee Remick, Ben Gazzara, Arthur O’Connell, Eve Arden, Kathryn Grant, George C. Scott, Duke Ellington

Hinweise

The Jimmy Stewart Museum (die offizielle Seite)

BFI: Interview mit James Stewart (1972)

BR über James Stewart

Wikipedia über James Stewart (englisch)

Turner Classic Movies über James Stewart

Reel Classics über James Stewart

AFI (American Film Institute) Life Achievement Award für James Stewart (1980)

Die Zeit: Nachruf auf James Stewart (von Willi Winkler, 29/1997)

Wendell Mayes: Anatomy of a Murder (Drehbuch, Fassung 25. Februar 1959 – Final Draft Script)

P. S.: Schöner Trailer.


„Welt am Sonntag“ und „Focus“ über das „Krimijahrbuch 2008“

Mai 19, 2008

Die „Welt am Sonntag“ ist begeistert; „Focus“ nicht, aber dafür wird mein Name richtig geschrieben.

(Dank an Watching the Detectives und Krimiblog für die Hinweise.)


Hinweise: Boll, Lehtolainen und Schätzing

Mai 19, 2008

Uwe Boll ist in der New York Times. Schöner Artikel über das Lieblingshassobjekt der Gamer-Szene. Die sind sich nur beim Boll-Bashing einig. Dabei sind seine Filme nicht so schlecht, obwohl sie natürlich auch nicht gut sind. Trash eben.

Leena Lehtolainen ist in der taz.

Und RTL hat die Frank-Schätzing-Verfilmung „Die dunkle Seite“ online gestellt. Kann sein, dass der Link, wegen dem gewalttätigen Inhalt, nur zu bestimmten Uhrzeiten (hab was von ab 20.00 Uhr gelesen) funktioniert. Die ersten Minuten fand ich wegen der Kameramätzchen, den Dialogen und dem loftartigen Büro der Privatdetektivin (Die Tage, dass der Privatdetektiv in einem schmuddeligen kleinen Büro sitzt, sind im deutschen Fernsehen vorbei. Hier hat sie ein Büro vom Ausmaß einer Lagerhalle und Designermöbel bis zum Abwinken.) nicht überzeugend.

RTL zeigt am Donnerstag, den 22. Mai, um 20.15 Uhr die nächste Schätzing-Verfilmung „Mordshunger“ – und die Kritiker sagen einhellig, dass sie schlechter als „Die dunkle Seite“ ist. Hm, dann kann ich mir in aller Ruhe die ersten DVDs der „Film Noir“-Reihe von Koch Media ansehen. Raymond Chandlers „Die blaue Dahlie“ (mit Veronika Lake) ist dabei.