TV-Tipp für den 19. Mai

Mai 19, 2008

Arte, 21.00

Der unauffällige Mr. Crane (USA 2001, R.: Joel Coen)

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

Friseur Ed Crane führt ein unauffälliges und ehrliches Leben, bis ihm ein Kunde ein todsicheres Geschäft anbietet.

Die Noir-Hommage „The Man who wasn’t there“ ist einer der schönsten Filme der Coen-Brüder.

„Kein Fehler, sich dieses kunstvolle Meisterwerk der Melancholie anzusehen.“ (Adrian Prechtel, AZ, 8. November 2001)

Mit Billy Bob Holland, Frances McDormand, James Gandolfini, Scarlett Johansson, Richard Jenkins, Tony Shalhoub

Auch bekannt als “The Man who wasn’t there” (Kinotitel)

Wiederholung: Mittwoch, 21. Mai, 14.55 Uhr (VPS 14.50)

Hinweise

Umfangreiche Coen-Brüder-Fanseite

Drehbuch „The Man who wasn’t there“ von Joel & Ethan Coen

Arte zum Film


TV-Tipp für den 18. Mai

Mai 18, 2008

WDR, 22.40

Zimmer frei!

Heute buhlt Rudolf Kowalski um Aufnahme in der WG Götz Alsmann/Christine Westermann. Dabei dachte ich immer, dass er, wenn er nicht gerade als „Stolberg“ miesepetrig durch seine Stadt stampft, in „Bella Blocks“ Wohnung bereits ein warmes Bett hat. Aber vielleicht hat sich Frau Block einen Jüngeren geschnappt…

Wiederholungen: einige in den dritten Programmen oder gleich die WDR-Mediathek ausprobieren

Hinweis

„Zimmer frei!“ im WDR


TV-Tipp für den 17. Mai

Mai 17, 2008

RBB, 23.20

Rififi (F 1954, R.: Jules Dassin)

Drehbuch: René Wheeler, Jules Dassin, Auguste le Breton

LV: Auguste le Breton: Du rififi chez les hommes, 1953

Kaum draußen aus dem Gefängnis plant Toni zusammen mit seinen Freunden Jo und Mario den Einbruch in ein Juweliergeschäft. Der Einbruch gelingt. Dann kommt ihnen eine rivalisierende Bande auf die Spur.

Mit „Rififi“ begründete Dassin das Caper-Movie: ein Film, bei dem die Planung und Durchführung eines Einbruches mit Mittelpunkt steht. „Dassins Film wirkt ein wenig wie die Synthese aus seinen eigenen realistischen Kriminalfilmen aus Hollywood, das er der antikommunistischten Hexenjagden McCarthys wegen hatte verlassen müssen, und den französischen Filmen aus der Tradition des Poetischen Realismus. Dabei potenziert sich der Pessimismus so sehr wie die Stilisierung: In einer halbstündigen Sequenz, in der der technische Vorgang des Einbruchs gezeigt wird, gibt es weder Dialoge noch Musikuntermalung. Die technische Präzision, die fast ein wenig feierlich zelebriert wird und in der die Männer ganz offensichtlich ihre persönliche Erfüllung finden, mehr als in der Freude über die Beute, steht dabei im Gegensatz zu ihrem fast ein wenig melancholischen Wesen.“ (Georg Seeßlen)

Mit Jean Servais, Carl Möhner, Robert Manuel, Robert Hossein, Perlo Vita (Pseudonym von Dassin)

Hinweise

Filmforum über „Rififi“

Noir of the Week über „Rififi“

Kriminalakte über Jules Dassin (anlässlich seines Todes)


Schweiger ist zurück

Mai 16, 2008

Nach D. B. Blettenberg, Fred Breinersdorfer, Frank Göhre und Roger Graf (der vor allem für die auch als Buch erschienenen Hörspielserie „Die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney“ bekannt ist) hat Pendragon-Macher Günther Butkus einen weiteren deutschsprachigen Krimiautor ausgegraben, der in den achtziger und neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bei den großen Verlagen veröffentlichte, von Kritikern gelobt, vom Publikum gelesen wurde und mit dem Einstellen der Krimireihen von der Bildfläche verschwand. Nach fast zehn Jahren kehrt Wolfgang Schweiger mit dem durchwachsenen „Der höchste Preis“ zurück. Denn die ersten Zeilen versprechen eine Geschichte, die bereits im zweiten Kapitel zugunsten eines gängigen Rätselkrimis aufgegeben wird.

Schott setzte sich, legte „Traunsteiner Tagblatt“, Gauloises und Feuerzeug auf den Tisch vor sich und winkte der Bedienung. Während er auf seinen Cappuccino wartete, blätterte er die Zeitung durch und sah nach, was die alte Heimat so an Nachrichten zu bieten hatte. Viel Dramatisches war nicht dabei: Eine Schlägerei in Traunreut, ein Unfall auf der B 304, eine Bergrettung am Watzmann, Vereinsaktivitäten, Dorffeste und auf der Kulturseite ein Bericht von den Salzburger Festspielen. Schöne, heile Welt. Schott nahm seinen Cappuccino in Empfang, zahlte und steckte sich eine Zigarette an. Dann lehnte er sich zurück und wartete darauf, dass sich der Mann blicken ließ, den der demnächst töten würde.

Mit diesen wenigen Zeilen schafft Schweiger ein plastisches Bild des Handlungsortes und er stellt zwei wichtige Charaktere für die folgende Geschichte vor. Allerdings konzentriert Schweiger sich ab dem zweiten Kapitel auf Kommissar Gruber. Er sucht seit Jahren erfolglos nach drei spurlos verschwundenen Mädchen. Das letzte verschwand erst vor kurzem.

Da wird Finanzmakler Gerhard Hauser vor seiner Garage angeschossen und von seiner Frau entdeckt. Gruber beginnt den Schützen zu suchen und stößt schnell auf Walter Schott. Doch Schott behauptet, obwohl er ein Motiv hätte, es nicht getan zu haben. Hauser hatte Schotts minderjährige Schwester vor Jahrzehnten vergewaltigt. Die todkranke Ex-Prostituierte und Ex-Frau von Hauser, Monika Hochstätter, erzählte ihm das und er beschloss den Vergewaltiger zu töten.

Während Gruber den Täter sucht, beginnt er, wie es sich für Mittfünfziger gehört, mit seinen lange nicht mehr gesehenen Schulfreunden Schott und Hauser in Erinnerungen zu schwelgen. Denn die drei Männer kennen sich von früher.

Schweiger, der für „Soko 5113“ und „Der Fahnder“ (noch mit dem einzig wahren Fahnder-Darsteller Klaus Wennemann) Drehbücher und auch das in seinen Urteilen geschmacksichere Filmbuch „Der Polizeifilm“ schrieb, beachtet die Lektionen aus den von ihm bewunderten Romanen und Filmen. Denn vor seinem ersten Roman versuchte er sich als Drehbuchautor für „deutsche Gegenstücke zu den schwarzen Krimis der Franzosen“ (Schweiger in „Der Polizeifilm“). Deshalb gibt es in seinem neuesten Kriminalroman schnelle Szenewechsel („Der höchste Preis“ hat 49 Kapitel), prägnante Beschreibungen von Orten und viele Dialoge.

Allerdings pendelt „Der höchste Preis“ für einen rundum gelungenen Krimi zu unentschlossen zwischen den verschiedenen Genres und entscheidet sich nach dem Baukastenprinzip für einen Whodunit mit einem läppischen Rätselplot, etwas Rachegeschichte, etwas perverser Serienkillergeschichte (denn dass zwei der drei verschwundenen Mädchen tot sind, ist offensichtlich) und etwas verklärender Erinnerung an 1968 (Jimi Hendrix und die erste große Liebe).

So ist Schweigers Rückkehr in die Krimiszene nur die nette Lektüre für einen lauschigen Sommerabend und das Versprechen auf den nächsten, besseren Roman.

–

Wolfgang Schweiger: Der höchste Preis

Pendragon, 2008

256 Seiten

9,90 Euro

Hinweise

Homepage von Wolfgang Schweiger

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Wolfgang Schweiger

Rosenheimer Nachrichten: Interview mit Wolfgang Schweiger (26. November 2006)


TV-Tipp für den 16. Mai

Mai 16, 2008

Arte, 23.20

Bubba Ho-Tep (USA 2002, R.: Don Coscarelli)

Drehbuch: Don Coscarelli

LV: Joe R. Lansdale: Bubba Ho-Tep (Kurzgeschichte, Erstausgabe in Paul M. Sammon, Hrsg.: The King Is Dead: Tales of Elvis Post-Mortem, 1994)

Elvis und John F. Kennedy (Okay, er ist ein Schwarzer. Aber das beweist doch nur, wie perfide die Mörder von JFK sind, oder?) vegetieren in einem drittklassigen texanischen Altersheim. Das Personal hält sie natürlich für altersbedingt normal-durchgeknallt. Als eine ägyptische Mumie die Heimbewohner dezimiert, rüsten sich Elvis und JFK zu ihrem letzen Kampf. Denn, so Elvis: „Ask not what your rest home can do for you. Ask what you can do for your rest home.“

Wer bis jetzt nicht gemerkt hat, dass „Bubba Ho-Tep“ eine ziemlich durchgeknallte Horrorkomödie ist, wird an dem Film keinen Spaß haben. Ich hatte ihn beim Fantasy-Filmfest gesehen und von der ersten Sekunde an lagen wir in dem vollen Kinosaal gröhlend auf dem Boden. Anschließend erzählte jeder seinen Freunden, er habe einen wahnsinnig guten Film gesehen. Leider kam „Bubba Ho-Tep“ nie in die deutschen Kinos und die DVD-Veröffentlichung ließ ungewöhnlich lange auf sich warten.

Das Drehbuch von Coscarelli erhielt den Bram-Stoker-Award.

Mit Bruce Campbell, Ossie Davies, Ella Joyce, Bob Ivy

Wiederholungen

Samstag, 24. Mai, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Donnerstag, 29. Mai, 00.55 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Joe R. Lansdale

Meine Besprechung von „Wilder Winter“ (Savage Season, 1990)

Meine Besprechung von „Rumble Tumble“ (Rumble Tumble, 1998 )

Arte zum Film

„Bubba Ho-Tep“ – die Homepage

Homepage von Bruce Campbell

Horror.Com interviewt Don Coscarelli zu „Bubba Ho-Tep“

Ain’t it Cool: Quint redet mit Bruce Campbell, Don Coscarelli und Joe R. Lansdale über „Bubba Ho-Tep“


Neu im Kino: Brügge sehen…und sterben?

Mai 15, 2008

Brügge sehen…und sterben (B/GB 2008, R.: Martin McDonagh)

Drehbuch: Martin McDonagh

Die Profikiller Ray und sein väterlicher Freund Ken sollen nach einem leicht missglückten Mord an einem Priester für einige Tage in Brügge untertauchen. Schnell verwandeln sie die friedliche Stadt in eine Kampfzone. Denn: „Shoot first. Sightsee later.“

Schwarze Komödie

Mit Colin Farrell, Brendan Gleeson, Ralph Fiennes, Clémence Poésy, Zeljko Ivanek, Ciarán Hinds

Hinweise

Britische Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Brügge sehen…und sterben?“

Filmstew: Interview mit Martin McDonagh

IndieWire: Interview mit Martin McDonagh

Collider: Interview mit Martin McDonagh und Colin Farrell

Time porträtiert Martin McDonagh

New York Times ebenso


TV-Tipp für den 15. Mai

Mai 15, 2008

Arte, 08.00

Gas-Oil (F 1955, R.: Gilles Grangier)

Drehbuch: Michel Audiard, Gilles Grangier

LV: Georges Bayle: Du Raisin dans le Gas-Oil

Nach einem tödlichen Verkehrsunfall wird LKW-Fahrer Jean Chape von Gangstern verfolgt.

Selten gezeigter, dialogarmer Noir mit zahlreichen atmosphärischen Aufnahmen französischer Landstraßen und den Wohnungen der kleinen Leute. Grangier lässt seinen Figuren, besonders Jean Gabin, viel Zeit, sich in ihrem Umfeld zu präsentieren. Dabei geht die reine Krimihandlung immer wieder etwas verloren, was auch daran liegt, dass Chape nicht weiß, warum die Verbrecher ihn bedrohen und er in erster Linie nur sein ruhiges Leben weiterführen will.

Arte zeigt die Originalversion, bei der die beim deutschen Kinostart gekürzten Teile untertitelt sind.

Mit Jean Gabin, Jeanne Moreau, Marcel Bozzuffi, Roger Hanin

Auch bekannt als „Straßensperre“

Wiederholungen:

Donnerstag, 22. Mai, 14.55 Uhr

Dienstag, 27. Mai, 14.55 Uhr

Hinweise

Arte zum Film

Films de France über Gas-Oil

Bonustipps für Spätaufsteher und Nachteulen:

3sat, 22.25: Trouble in Mind (USA 1985, Regie/Drehbuch: Alan Rudolph)

HR, 00.00: Miami Blues (USA 1990, Regie/Drehbuch: George Armitage, nach dem Roman von Charles Willeford)


Dutzende neuer Drehbücher online

Mai 14, 2008

PDFscreenplay ist eine neue, schnell wachsende Seite von einem Filmstudenten, der Drehbücher im pdf-Format online stellt. In diesem Format kann dann die Struktur eines Films analysiert werden. Sie finden dort unter anderem die Drehbücher, teils frühe Versionen, teils die Drehversion, von – Ach, dank Copy&Paste gibt es die gesamte Liste der zuletzt online gestellten Werke:

Screenplays
3:10 To Yuma September 15, 2004 Draft (as Contention). Thanks to JBM. (Außerdem gibt es die 2007-Fassung)
Adventureland Thanks to David J.
Atonement
Avengers Thanks to David J.
Bank Job, The Thanks to Anonymous.
Beowulf
Black Rain Thanks to David J.
Bourne Ultimatum, The
Brothers Bloom, The Thanks to weneedahobby.com
Burn After Reading Thanks to Doc McPhearson.
Comebacks, The Thanks to N2x.
Crimson Tide Thanks to David J.
Days of Thunder Thanks to David J.
Dogma Thanks to David J.
Gladiator Thanks to David J.
Happening, The (aka The Green Effect) Thanks to David J.
How to Lose Friends and Alienate People Thanks to Sean.
I Am Legend Thanks to JBM.
Idiocracy (aka 3001) Thanks to David J.
Iron Man Thanks to JBM.
Jennifer’s Body Thanks to David J.
Lions for Lambs Thanks to JBM.
Lust, Caution Thanks to David J.
Meet the Parents Thanks to David J.
Miracle at St. Anna Thanks to David J.
Mist, The December 5, 2006 Second Revised Draft. Thanks to Anonymous.
National Treasure: Book of Secrets Thanks to JBM.
New World, The Thanks to David J.
Nottingham Thanks to David J.
Rocket Science Thanks to David J.
Savages, The Thanks to David J.
Speed Racer Thanks to JBM.
Starting Out in the Evening Thanks to David J.
Strangers, The Thanks to N2x.
Sweeny Todd Thanks to David J.
Synecdoche, New York Thanks to David J.
Talk to Me Thanks to David J.
Things We Lost in the Fire Thanks to David J.
Unborn, The Thanks to ToddyWoddy.
Valkyrie Thanks to David J.
Wackness, The Thanks to David J.
Watchmen
– David Hayter Third Draft.
– Alex Tse draft.
Wrestler, The Thanks to David J.
Yes Man Thanks to David J.
Zodiac (aka Chronicles) Thanks to David J.

Treatments
Alien II (aka Aliens) Thanks to David J.

TV Shows
Pushing Daisies Pilot. Thanks to miken.
Twin Peaks Pilot. Thanks to David J.

Unproduced
Brigands of Rattleborge, The Thanks to N2x.
Cortes
Crowded Room, A Thanks to David J.
Halo Thanks to David J.
Manhattan Ghost Story Thanks to Jonny Atlas.
Revenge of the Nerds (2005 Version) Thanks to N2x.
Sgt. Rock Thanks to David J.

Von „Jumper“ sind zwei Versionen online, von „Master und Commander“ und „The Mist“ jeweils eine und, auf der „TV Shows“-Seite, die volle Ladung „Twin Peaks“.

Herz, was begehrst du mehr? – Außer einer entsprechenden deutschen Seite. Also, wenn Ihr mir Drehbücher von produzierten Filmen zuschickt, werde ich sie gerne online stellen. Ebenso Hinweise auf online verfügbare Drehbücher. Denn diese Seite wurde nach einem gelungenen Start seit gefühlten Jahrhunderten nicht mehr aktualisiert.


TV-Tipp für den 14. Mai

Mai 13, 2008

Kabel 1, 22.15

Tödliche Gedanken (USA 1991, R.: Alan Rudolph)

Drehbuch: William Reilly, Claude Kerven

Auf dem Polizeirevier erzählt Cynthia Kellog Detective John Woods, wie es zu dem Tod des Arschlochs James Urbanski, dem Mann ihrer besten Freundin, kam. Aber erzählt sie die Wahrheit? Oder haben die Frauen Urbanski ermordet?

Ein Low-Budget-Film der letztendlich glücklichen Umstände: Alan Rudolph übernahm kurz vor Drehbeginn die Regie, dank der Co-Produzentin Demi Moore spielte ihr damalige Ehemann Bruce Willis mit, Rudolph hatte beim Dreh freie Hand und danach eine loyale Co-Produzentin.

„Wie ein roter Faden ziehen sich die Motive der Täuschung und des Verrats durch die Filme von Alan Rudolph. (…) In ‚Tödliche Gedanken’ treibt Rudolph dieses Prinzip auf die Spitze: da ist alles Lug und Trug, und seinen Augen darf man für keine Sekunde trauen.“ (Fischer Film Almanach 1992)

Viel Vergnügen beim Jahre vor „Die üblichen Verdächtigen“ und lange nach „Die rote Lola“ (zwei Filmen, die ebenfalls unseren Glauben an die Wahrheit von Filmbildern erschütterten) entstandenen Film. „Tödliche Gedanken“ ist spannender Krimi und ab der ersten Sekunde ein intellektuelles Vergnügen.

Mit Demi Moore, Glenne Headly, Bruce Willis, John Pankow, Harvey Keitel

Hinweise

IndieWire-Interview mit Alan Rudolph

Greencine: Interview mit Alan Rudolph (2003)

FilmfreakCentral redet mit Alan Rudolph (2002)

Art Forum: Ausführliches Interview mit Alan Rudolph (Januar 1993)


Cover der Woche

Mai 13, 2008


Interviews, Interviews, Interviews

Mai 13, 2008

Nach einer langen Pause meldet sich „In For Questioning“ mit mehreren Interviews zurück. Die Befragten sind

Charles Ardai (Der Herausgeber der Hard-Case-Crime-Reihe ist als Richard Aleas ein verdammt guter Privatdetektivkrimi-Autor. Sein „Little Girl Lost“ ist für Herbst auf Deutsch angekündigt. Natürlich beim deutschen Hard-Case-Crime-Ableger. – Bei NPR gibt es ein weiteres Interview mit Charles Ardai.)

David Morrell (Der Erfinder von Rambo kehrte mit „Creepers“ furios auf den deutschen Buchmarkt zurück. Vor wenigen Wochen erschien der „Creepers“-Nachfolger „Level 9“.)

Steve Mosby (Der junge, in England ziemlich abgefeierter Thriller-Autor schrieb den Serienkillerthriller „Der 50/50-Killer“.)

Bei Detectives Beyond Borders beantwortet Megan Abbott, die dieses Jahr für „Queenpin“ (keine Übersetzung angekündigt) den Edgar für den besten Taschenbuchkrimi erhielt, die Fragen von Blogger Peter Rozovsky. Der erste Teil ist online. Der zweite demnächst.

Allan Guthrie, dessen Hard-Case-Crime-Roman „Abschied ohne Küsse“ (Kiss her goodbye, 2005) gerade auf Deutsch erschien, promotet in England sein neuestes Buch „Savage Night“ bei Shots Ezine (dort sagt er, Rotbuch habe drei weitere Bücher von ihm gekauft) und Pulp Pusher.


TV-Tipp für den 13. Mai

Mai 13, 2008

RBB, 20.15

Geheimnisvolle Orte: Die Katakomben von Tempelhof (D 2004, R.: Ute Bönnen, Gerald Endres)

Drehbuch: Ute Bönnen, Gerald Endres

Dass der Flughafen einen Keller hat, konnte ich mir denken. Auch, dass er ziemlich groß ist. Aber dass ein ganzes Labyrinth mit Lagern, unterirdischen Produktionsstätten und militärischen Kommandozentralen dort ist, wusste ich nicht.

Hinweise

RBB über die Dokumentation

Homepage von Ute Bönnen und Gerald Endres

Berliner Unterwelten über den Flughafen Tempelhof


Besprechung David Peace „1983“ online

Mai 11, 2008

Meine Besprechng von David Peaces „1983“ (Nineteen Eighty Three, 2002) ist online in der Berliner Literaturkritik. Die ersten drei Bände des Red Riding Quartetts habe ich in der Spurensuche abgefeiert.

Wer mehr über David Peace wissen möchte (der Gute hat immer noch keine Homepage), sollte The Rap Sheet besuchen. Ali Karim hat dort heute einen längeren Text (mit einem älteren Interview) veröffentlicht. Der Anlass war dieser Artikel über David Peace im Guardian. Dort sagt Peace über James Ellroy: John Williams’s book about noir writers, Into the Badlands, was my guide, and I discovered James Ellroy. His novel White Jazz was the Sex Pistols for me. It reinvented crime writing and I realised that, if you want to write the best crime book, then you have to write better than Ellroy. Und darüber, dass er Krimiautor genannt wird: Ian Rankin has written a modern history of Edinburgh that has been a huge achievement and a fantastic body of work. If people are put off by him being called a crime writer, that is their loss. But, considering his sales, not many seem to be put off. I suppose I don’t really have that great an imagination, and there is so much from the real world that I just don’t understand. Some of that involves crime of whatever scale or form, and in that case I don’t see the point of making something up. The novel seems the perfect form to examine what has happened in real life, the things that have deeply affected ordinary people and reflected the times they lived in.


Eine nicht legale Methode gegen Produkterpresser

Mai 9, 2008

Auf den ersten Seiten von Alfred Hellmanns „Vor den Hymnen“ scheint ein SEK-Team einen Mann verhaften zu wollen. Sie umstellt die Grunewald-Villa und wartet auf den Befehl zum Zugriff. Der Mann entdeckt allerdings die Polizisten und trifft Vorbereitungen für seinen Selbstmord. Da kommt sein Sohn überraschend zurück. Er sucht sein Handy, trinkt aus einer vergifteten Johannisbeersaftflasche, beginnt nach Luft zu schnappen. Sein Vater versucht ihn zu retten, läuft vor die Tür, will die Polizisten um Hilfe bitten. Die Polizisten erschießen ihn.

Anschließend verschwindet das SEK-Team spurlos.

Die beiden Kriminalpolizisten Viktor Land und Irina Heinrichs stehen ratlos vor der Leiche des achtundsechzigjährigen Firmeninhabers und Kaufhauserpressers Leonard Gantas. Es gibt kein Motiv. Es gibt keine Beweise für den Einsatz eines SEK-Teams. Aber um die Villa herum werden Hinweise auf den Einsatz eines militärisch geschulten Einsatzteams gefunden.

Kurz darauf wird Günter Ternhard in ein Krankenhaus eingeliefert. In seiner Hand explodierte in einem Lebensmittelgeschäft ein von ihm präpariertes Tetra-Pak. Bei seiner Verhaftung spricht er von einem SEK-Team. Später, im Krankenhaus, leugnet er das.

Während Land und Heinrichs noch im Dunkeln tappen, enthüllt Hellmann das Motiv für den Mord und auch den Drahtzieher. Johann Widera ist einer der Direktoren der Sontexa-Versicherung. Er ist zuständig für die Schadensregulierung bei Produkterpressungen. In den vergangenen Jahren nahmen die Kaufhauserpressungen rapide zu. Also beauftragte er einen ihm unbekannten Mann, der sich am Telefon Mike nennt, einigen der notorischen Kaufhauserpresser einen Denkzettel zu verpassen. Bei Gantas geriet die Sache außer Kontrolle. Jetzt will Widera die Sache abblasen. Aber Mike denkt nicht daran.

„Vor den Hymnen“ ist, zehn Jahre nach Alfred Hellmanns Debüt „Zeuss“, ein spannender Thriller mit einem überraschenden Schlusstwist. Bis dahin bewegt sich die in Berlin spielende Geschichte abwechslungsreich zwischen den Ermittlungen der beiden Kommissare Land und Heinrichs, dem Versicherungsdirektor Widera, der verzweifelt versucht seine Karriere zu retten, indem er das von ihm losgeschickte Kommando zum Aufhören bewegen will, und der Kaufhauserpresserin Katharina Syltenfuss, die nur an ihre nächste Tat denkt, hin und her. Syltenfuss ist, wie der auf den ersten Seiten des Romans ermordete Gantas, eine sich im Rentenalter befindende Person, die mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat. Während Gantas an sein mittelständisches Herrenbekleidungsgeschäft und seine Angestellten denkt, denkt sie vor allem an ihren Jaguar und den, nach einer grandiosen Fehlinvestition auf dem Aktienmarkt, nur noch mühsam aufrecht erhaltenen schönen Schein.

Dass am Ende die Sympathien bei ihr und nicht bei Widera liegen, spricht für Hellmanns großes Talent mit wenigen Worten einen Charakter lebendig werden zu lassen. Er reflektiert ohne moralinsaueres Gerede und ohne die aus skandinavischen Krimis bekannte Sehnsucht zurück zur heilen Welt des Volkshauses die Ängste eines vom Abstieg bedrohten Mittelstandes und die individuellen Strategien verschiedener Charaktere für ihr eigenes Überleben. Auch wenn keine dieser Strategien – das gehört aber zum Genre – sich an die Buchstaben des Gesetzes hält und Hellmann am Ende nicht alle Bösen bestraft.

„Vor den Hymnen“ ist ein flotter Großstadtkrimi mit einer erschreckend plausiblen Prämisse. In Deutschland gibt es, je nach Schätzung, jedes Jahr zwischen fünfzig und vierhundert Produkterpressungen. Zwar raten Sicherheitsfirmen und Polizei zu einer Zusammenarbeit mit der Polizei, die meisten Erpresser führen ihre Tat nicht vollständig aus und, wenn es dann doch zur Übergabe des Lösegeldes kommt, werden sie meistens geschnappt. Aber: Warum sollte nicht eine Versicherung nach einem besonders effizienten Ausweg suchen? Und warum sollten nicht einige gut ausgebildete Elitekämpfer nach einer zusätzlichen Einnahmequelle suchen?

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Alfred Hellmann: Vor den Hymnen

Emons, 2008

240 Seiten

9,90 Euro


TV-Tipps 10. – 12. Mai

Mai 9, 2008

Wegen Pfingsten gibt es heute wieder mehrtägige TV-Tipps mit Helden der Populärkultur:

Samstag, 10. Mai

Sat.1, 23.45

Dirty Harry (USA 1971, R.: Don Siegel)

Drehbuch: Harry Julian Fink, Rita M. Fink, Dean Reisner, John Milius (ohne Credit)

LV: Harry Julian Fink, Rita M. Fink: Dead Right (Story)

Buch zum Film: Phillip Rock: Dirty Harry, 1971 (Dirty Harry)

In San Francisco knallt Scorpio wahllos Menschen ab. Dirty Harry Calahan nimmt die Fährte auf.

Immer wieder sehenswerter Klassiker des harten Polizeifilms und die Blaupause für unzählige Kopien.

„Ein Plädoyer für mehr und härtere Polizeigewalt ist Siegels Film nur an der Oberfläche. Der Kreislauf der Gewalt bringt zwangsläufig solche Charaktere wie Dirty Harry hervor. Er ist auf seine Weise ein Produkt seiner Umwelt und einer, dem, um seine Integrität zu bewahren, nichts anderes übrig bleibt, als zu handeln wie ein Outlaw mit dem Stern des Gesetztes…Es ist ein Film über einen rechten Charakter, nicht aber ein rechter Film“ (Georg Seesslen: Copland)

Mit Clint Eastwood, Harry Guardino, John Mitchum, John Vernon, Andy Robinson

Mehr von “Dirty Harry”:

Dirty Harry II: Sat.1, Montag, 12. Mai, 00.20 Uhr (Taggenau!)

Dirty Harry kommt zurück: Tele 5, Freitag, 16. Mai, 22.30 Uhr

Dirty Harry kommt zurück: Tele 5, Montag, 17. Mai, 00.25 Uhr (Taggenau!)

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Sonntag, 11. Mai

Pro 7, 20.15

Jäger des verlorenen Schatzes (USA 1981, R.: Steven Spielberg)

Drehbuch: Lawrence Kasdan

Am 22. Mai hat das Warten auf „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ ein Ende. Bis dahin können wir uns noch einmal alle Abenteuer des unkonventionellen Archäologen ansehen. Denn er fühlt sich nur außerhalb seines Hörsaals, mit Hut und Peitsche bewaffnet, wohl. Die Story? 1936 soll Indiana Jones in Ägypten den Nazis die biblische Bundeslade wegschnappen.

Mit Harrison Ford, Karen Allen, Wolf Kahler, Paul Freeman, Ronald Lacey, John Rhys-Davies, Anthony Higgins, Alfred Molina (offizielles Spielfilm-Debüt)

Wiederholung: Montag, 12. Mai, 15.45 Uhr

Die weiteren Abenteuer von Indiana Jones:

Indiana Jones und der Tempel des Todes: Pro 7, Montag, 12. Mai, 20.15 Uhr

Indiana Jones und der Tempel des Todes: Pro 7, Dienstag, 13. Mai, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug: Pro 7, Sonntag, 18. Mai, 20.15 Uhr

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug: Pro 7, Montag, 19. Mai, 09.35 Uhr

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Montag, 12. Mai

ARD, 00.25

Das Privatleben des Sherlock Holmes (GB 1970, R.: Billy Wilder)

Drehbuch: Billy Wilder, I. A. L. Diamond

LV: Charaktere von Sir Arthur Conan Doyle

Köstliches Hommage an Sherlock Holmes und Doktor Watson. Damals ein ziemlicher Flop an der Kasse, heute ein Klassiker.

Billy Wilder zum Film: „In meinem Film habe ich mich bemüht, Holmes und Watson mit Respekt, aber ohne Ehrfurcht zu zeichnen. Die Geschichten enthalten viel Humorvolles, doch unsere tiefere Absicht war, die Beziehungen und die Freundschaft zwischen den beiden Männern in ihren früheren Jahren zu verdeutlichen…Holmes ist ein zivilisierter Mensch, ein Gentleman, der seine Fälle löst ohne solche fragwürdigen Methoden wie James Bond. Wenn Sie wollen, so mache ich hier einen ausgesprochenen Anti-Bond-Film.“

Mit Robert Stephens, Colin Blakely, Christopher Lee, Geneviève Page


Kurzmeldungen: Vester redet, „Ironman“ gekürzt, der neue Bond-Roman, Indiana Jones

Mai 9, 2008

Bei Planet Interview beantwortet Saskia Vester („KDD – Kriminaldauerdienst“ – heute um 21.15 im ZDF) einige Fragen.

+

Der Blockbuster „Ironman“ läuft in einer um vier Minuten gekürzten Fassung in den deutschen Kinos. Tja, da habe ich jetzt wieder einige Euro gespart.

+

Am 28. Mai feiert Ian Fleming seinen hundertsten Geburtstag. In England wird sich derzeit schon auf allen Kanälen auf das Ereignis eingestimmt. Dazu gehört auch die mit viel Medienwirbel begleitete Veröffentlichung des neuen Bond-Romans „Devil may care“ von Sebastian Faulks an Flemings Geburtstag. Im Wall Street Journal erschien ein lesenswerter Artikel über den Versuch der Verlage Doubleday und Penguin in Amerika und England den neuen Bond-Roman zu einem Verkaufsschlager zu machen. Dazu gehört neben einer gehörigen Portion Werbung auch, dass die Geschichte während des Kalten Krieges spielt. Die Post-Kalter-Krieg-Bond-Romane verkauften sich nicht mehr so gut. Außerdem sorgen die Dreharbeiten für den neuen Bond „A quantum of solace“ für regelmäßige Meldungen.

Die deutsche Übersetzung von „Devil may care“ erscheint als „Der Tod ist nur der Anfang“ am 28. Mai bei Heyne Hardcover. Davor werden auch wir mit einigen Anzeigen beglückt; danach mit Besprechungen des Buches.

Bis jetzt herrscht im deutschen Blätterwald allerdings noch Fleming/Bond-Ruhe.

+

Dagegen ist hier schon alles auf den neuen Indiana-Jones-Film eingestellt – und es wird noch schlimmer kommen. Denn pünktlich zum Filmstart am 22. Mai erscheinen auch die Roman- und Comicversionen des neuen Indiana-Jones-Abenteuers und die Kritiker können den Film bepsrechen. Die Story ist bis jetzt Top Secret.

Aber das kann verraten werden: den Roman zum Film schrieb – Tata! – James Rollins. Er erscheint bei Blanvalet und wird sich in einigen Teilen vom Film unterscheiden. Denn so Rollins:

The studio gave me a fairly free hand to adjust, re-frame, and even add several scenes. Also as screenplays mostly communicate via visual action and dialog, I was able to explore the „inner“ Indiana Jones–his internal monologue, thoughts, and fears–which was a thrill. And by the time I was done with the book, I had created about a dozen entirely new scenes that aren’t in the script or movie.


TV-Krimi-Buch-Tipps online

Mai 9, 2008

Bevor Alligator-Alfred in den Süden flüchtete, stellte er meine TV-Krimi-Buch-Tipps online. Wie immer gibt’s hier die ersten Zeilen (die schön-bunte Version hier):

Besonders freue ich mich auf die TV-Premiere der Joe-Lansdale-Verfilmung „Bubba Ho-Tep“. Unbedingt ansehen! Die weiteren Höhepunkte der kommenden beiden Wochen sind „Absolute Power“ und „Dirty Harry“ (beide mit Clint Eastwood), Georges Lautners Raf-Vallet-Verfilmung „Der Fall Serrano“, Jean-Pierre Melvilles „Der eiskalte Engel“ (beide mit Alain Delon), Bob Rafelsons James-M.-Cain-Verfilmung „Wenn der Postmann zweimal klingelt“, Billy Wilders Holmes-Watson-Hommage „Das Privatleben des Sherlock Holmes“, die Noir-Hommage „Der unauffällige Mr. Crane“ der Coen-Brüder, Gilles Grangiers Georges-Bayle-Verfilmung „Gas-Oil“, Georges Armitages Charles-Willeford-Verfilmung „Miami Blues“, Alfred Hitchcocks Patrick-Hamilton-Verfilmung „Cocktail für eine Leiche“, Otto Premingers lange nicht mehr gezeigte Robert-Traver-Verfilmung „Anatomie eines Mordes“ (beide mit Geburtstagskind James Stewart), Robert Altmans Edward-Anderson-Verfilmung „Diebe wie wir“, seine Raymond-Chandler-Verfilmung „Der Tod kennt keine Wiederkehr“, Jules Dassins Auguste-le-Breton-Verfilmung „Rififi“ und seine Eric-Ambler-Verfilmung „Topkapi“ (oder Beginn und Ende des Caper-Movies).
Oh, und die beiden Frank-Schätzing-Verfilmungen „Die dunkle Seite“ und „Mordshunger“ haben ebenfalls ihre TV-Premiere.


TV-Tipp für den 9. Mai

Mai 9, 2008

3sat, 23.00

Subway (F 1985, R.: Luc Besson)

Drehbuch: Luc Besson, Pierre Jolivet, Alain Le Henry, Marc Perrier, Sophie Schmit

Fred flüchtet mit geklauten Papieren in die Metro. Dort lernt er eine fremde Welt kennen und vereinbart ein Treffen mit der schönen Helena. Für eine Nacht mit ihr will er ihr die Papiere zurückgeben.

Die Story ist bestenfalls ein luftiges Nichts, aber das Zusammenspiel von Bild, Musik und Schauspielern in einer künstlich-realen Welt ist pures Kino.

„Regie, Drehbuch, Kamera und die hervorragend geführten Darsteller lassen den Zuschauer tief in jene phantastische ‚falsche’ Realität eintauchen, die jenseits der ‚richtigen’ Wirklichkeit originäres Kino bildet, wie man es leider viel zu selten geboten bekommt.“ (Fischer Film Almanach 1987)

„Der Stil ist die Story. Besson nutzt das Cinemascope-Format voll aus und kombiniert geschickt reale Schauplätze des Pariser Metro-Systems mit den von Alexander Tanner nachgebauten Sets (César-prämiert)…In Frankreich avancierte Subway zum Kassenschlager.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

Mit Isabelle Adjani, Christopher Lambert, Richard Bohringer, Michel Galabru, Jean-Hugues Anglade, Jean Reno

Hinweise

3sat zum Film

Kamera.co.uk über Subway

Films de France über Subway (englisch)


Neu im Kino: Freischwimmer

Mai 8, 2008

Freischwimmer (D 2007, R.: Andreas Kleinert)

Drehbuch: Thomas Wendrich

In der tiefsten deutschen Provinz wird die falsche Idylle durch den Tod eines Schülers demaskiert. Das ganze firmiert als „böses Märchen“ und sitzt irgendwo zwischen allen Genrestühlen. David Lynch hat aus diesem Gemisch einige seiner besten Filme (Ich sage nur „Twin Peaks“) gemacht. Und Kleinert/Wendrich? Hm, wohl nicht so ganz.

Denn „Kleinerts Film [schlingert] unentschlossen zwischen den verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten herum.“ (tip), „lässt das Ganze in ein ziemlich irritierendes Finale münden“ (zitty) und ist „letztlich doch nur moralistisches Beweisführungstheater in Form einer Provinz-Groteske.“ (Lexikon des internationalen Films).

Mit Frederick Lau, August Diehl, Fritzi Haberlandt, Dagmar Manzel, Alice Dyer, Devid Striesow, Jürgen Tarrach

Hinweise

Homepage zum Film (oder optisch schöner, mit anderen Texten hier)

Film-Zeit über „Freischwimmer“


TV-Tipp für den 8. Mai

Mai 8, 2008

Das Vierte, 20.15

Der Falke und der Schneemann (USA 1984, R.: John Schlesinger)

Drehbuch: Steven Zaillian

LV: Robert Lindsey: The Falcon and the snowman, 1979

Musik: Pat Metheny (und dem David Bowie-Hit „This is not america“)

Auf Tatsachen basierendes Drama über die beiden Jugendfreunde Christopher Boyce und Andrew Daulton Lee, die mäßig brisante Geheimdokumente an die UdSSR verkauften. 1977 wurde Lee zu lebenslanger und Boyce zu einer vierzigjährigen Haftstrafe verurteilt. Inzwischen sind beide auf Bewährung entlassen.

Nach 9/11 und der Hatz auf islamistische Terroristen und ihr Umfeld ist „Der Falke und der Schneemann“ als düsteres Drama über jugendlichen Idealismus wieder sehr aktuell.

Mit Sean Penn, Timothy Hutton, Pat Hingle, Joyce Van Patten

Hinweise

The Crime Library: Son of an FBI Agent (Denise Noe über den Fall)

The Daily Breeze: Falcon and the Snowman trying to live quiet lives (von Denixe Nix, veröffentlicht 7. Mai 2008 )