Jack Reacher auf der Jagd

Mai 7, 2008

Jack Reacher ist zurück – und durch ein Versehen des Verlages sogar gleich mit drei Abenteuern. „Sniper“ heißt das neueste Werk von Lee Child. „Die Abschussliste“ und „Tödliche Absicht“ die beiden älteren, als Taschenbuch erschienenen, Thriller.

Der Brite Lee Child eroberte 1997 gleich mit dem ersten Jack-Reacher-Roman „Größenwahn“ im Sturm die Herzen der Leser. Seitdem schrieb er jedes Jahr ein weiteres, etwa fünfhundertseitiges Werk mit seiner modernen Version von Shane. Denn genau wie der mythologische Westernheld kommt Reacher in eine Stadt, wird unschuldig in einen riesigen Schlamassel verwickelt, sorgt skrupellos für Recht und Ordnung und verschwindet nach getaner Arbeit. Allerdings sucht Jack Reacher in „Sniper“, „Die Abschussliste“ und „Tödliche Absicht“ aus verschiedenen Gründen den Ärger.

In „Sniper“ erschießt ein Heckenschütze an einem Freitagnachmittag in einer Kleinstadt in Indiana fünf Menschen. Die Spur der Indizien führt die Polizei sofort zu dem ehemaligen Militärscharfschützen James Barr. Bei einem Verhör sagt er nur zwei Sätze: „Sie haben den Falschen.“ und „Lassen Sie Jack Reacher herkommen.“

In diesem Moment hat sich Jack Reacher bereits auf den Weg gemacht. Aber nicht, um Barr aus dem Gefängnis zu befreien, sondern um sich zu überzeugen, dass Barr dieses Mal für seine Tat büßen wird. Denn 1991 erschoss Barr in Kuwait-Stadt vier Menschen und Reacher, der damals noch Militärpolizist war, musste ihn aus übergeordneten Gründen laufen lassen. Als er sich Barrs zweiten Mehrfachmord als Heckenschütze ansieht, stellt er fest, dass die Beweise wasserdicht sind und eine Verurteilung kein Problem sein wird. In diesem Moment fragt Reacher sich, ob die Beweise nicht zu gut sind und ob Barr der wirkliche Schütze ist. Als Reacher mit seinen eigenen Ermittlungen für die Verteidigung beginnt, stößt er auf Ungereimtheiten.

Der neunte Jack-Reacher-Roman „Sniper“ zeigt Lee Child auf der Höhe seines Könnens. Aus einem einfachen, hinterhältigen Anschlag entwickelt er ein böses, von langer Hand geplantes Komplott, das letztendlich nur mit Gewalt gelöst werden kann. Und nachdem Jack Reacher die Bösen besiegt hat, verschwindet er, wie ein Geist, wieder von der Bildfläche.

Wegen eines Versehens der Druckerei wurde in einem Teil der Erstauflage der kürzlich erschienenen Taschenbuchausgabe von „Die Abschussliste“ der Text des älteren Reacher-Abenteuers „Tödliche Absicht“ abgedruckt. Der Unterschied kann einfach festgestellt werden. „Tödliche Absicht“ beginnt mit den Worten: „Sie erfuhren im Juli von ihm und blieben den gesamten August über zornig. Im September versuchten sie ihn zu ermorden. Aber das war viel zu früh.“ „Die Abschussliste“ beginnt so: „So schlimm wie ein Herzanfall, vielleicht waren das Ken Kramers letzte Gedanken – wie eine abschließende Panikexplosion in seinem Gehirn, als er zu atmen aufhörte und im Abgrund versank. Er verhielt sich auf jede nur denkbare Weise falsch, das wusste er.“

Also, liebe Sammler, der Fehldruck könnte später noch ziemlich wertvoll werden.

Doch jetzt zum Inhalt. „Die Abschussliste“ ist ein Ausflug in Jack Reachers Vergangenheit als Soldat. Silvester 1989/1990 schiebt er mitten im Nirgendwo in Fort Bird Wache. Da wird in einem billigen Motel General Ken Kramer gefunden. Er hatte offensichtlich beim Sex einen Herzanfall. Aber Kramers Aktenkoffer mit geheimen Unterlagen ist verschwunden. Er war auf dem Weg zu einer Tagung. Wenige Stunden später wird Kramers Frau in ihrem Haus von einem Einbrecher ermordet. Reacher glaubt nicht an einen Zufall. Und er glaubt, dass in Kramers Aktentasche etwas Wichtiges ist. Außerdem will er wissen, warum ein General einen riesigen Umweg fährt, um mit einer Prostituierten ins Bett zu steigen.

Bei dem Ausflug in Jack Reachers Vergangenheit wechselte Lee Child wieder einmal die Erzählperspektive von der dritten Person zur ersten Person, ohne dass sich dadurch viel ändert. Jack Reacher ist immer der reine Tatmensch. Wenn er denkt, dann tut er das entweder im Gespräch mit einer seiner Verbündeten oder außerhalb der Geschichte. Lee Childs Sprache beschränkt sich auf das funktionale Beschreiben der Handlung. Da ist kein Platz für Sentimentalitäten.

Das zeigt sich besonders deutlich, als Jack Reacher und sein Bruder Joe in „Die Abschussliste“ nach Paris fliegen und dort schockiert erfahren müssen, dass ihre Mutter unheilbar an Krebs erkrankt ist und in wenigen Tagen sterben wird. Während andere Autoren dieser Privatgeschichte viel Platz gegeben hätten, erledigt Lee Child das auf die Reacher-typische Art.

Allerdings ist ein jüngerer, in militärische Strukturen eingebundener Reacher nicht der aus den anderen Romanen bekannte, die Anonymität schätzende, unter dem staatlichen Radar lebende Jack Reacher. Daran ändern auch Joe Reachers Hinweise auf die geänderten Zeiten, seine Fragen nach den weiteren Plänen von Jack Reacher im Militär und Jack Reachers abwehrender Haltung dazu nichts. Reacher scheint sich beim Aufklären der Morde und dem Aufdecken des damit zusammenhängenden Komplottes sogar mit besonderer Lust mit seinem neuem Vorgesetzten anzulegen. Doch, im Gegensatz zu dem späteren Privatmann, kann ein Militärpolizist bei seinen Ermittlungen auch immer mit der geballten Macht seines Amtes gegen Verdächtige vorgehen.

Der schwächste Roman in diesem Dreierpack ist „Tödliche Absicht“. Die ehemalige Freundin von Jack Reachers inzwischen verstorbenem Bruder, M. E. Froelich, arbeitet beim Secret Service. Sie soll den designierten Vizepräsidenten Armstrong beschützen. Gegen ihn häuften sich in den vergangenen Monaten die Morddrohungen. Sie bittet Reacher ihr zu helfen.

Im Folgenden entwickelt sich eine längliche Attentatsgeschichte. Denn der Gegner und sein Motiv bleiben bis zum Schluss im Dunkeln. Reacher versucht den Vizepräsidenten zu beschützen und den Attentäter zu finden. Dabei fragt er sich, ob der Attentäter ein Insider ist, Helfer beim Secret Service hat, Froelich das eigentliche Opfer ist oder doch der unbescholtene Vizepräsident und ob der Attentäter eher der Typ Edward Fox in „Der Schakal“ oder John Malkovich in „In the Line of Fire“ ist. Denn wenn der Täter unerkannt fliehen will, wird er sich anders benehmen, als wenn ihm sein Überleben egal ist. Ausführlich schildert Lee Child die Ermittlungen von Reacher, wie Froelich versucht den Vizepräsidenten zu schützen und wie sie einige Anschläge verhindern.

Allerdings – und das ist die große Crux von „Tödliche Absicht“ – ist es einfach unglaubwürdig, dass die Attentäter ihr Opfer mehrfach vorwarnen und so ihre eh schon schwierige Aufgabe noch schwieriger machen.

Lee Child: Sniper

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2008

480 Seiten

19,95 Euro

Originalausgabe

One Shot

Bantam Press, 2005

–

Lee Child: Die Abschussliste

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2008

480 Seiten

7,95 Euro

Deutsche Erstausgabe (Gebundene Ausgabe)

Blanvalet, 2006

Originalausgabe

The Enemy

Bantam Press, 2004

–

Lee Child: Tödliche Absicht

(übersetzt von Wulf Bergner)

Blanvalet, 2005

480 Seiten

8,95 Euro

Deutsche Erstausgabe (Gebundene Ausgabe)

Blanvalet, 2003

Originalausgabe

Without Fail

Bantam Press, 2002

–

Jack-Reacher-Reihe

1 – Größenwahn (Killing Floor, 1997)

2 – Ausgeliefert (Die Trying, 1998 )

3 – Sein wahres Gesicht (Tripwire, 1999)

4 – Zeit der Rache (The Visitor, 2000)

5 – In letzter Sekunde (Echo Burning, 2001)

6 – Tödliche Absicht (Without Fail, 2002)

7 – Der Janusmann (Persuader, 2003)

8 – Die Abschussliste (The Enemy, 2004)

9 – Sniper (One Shot, 2005)

10 – The Hard Way, 2006

11 – Bad Luck and Trouble, 2007

12 – Nothing To Lose, 2008 (erscheint im Juni)

Hinweise

Homepage von Lee Child

Blanvalet über Lee Child


TV-Tipp für den 7. Mai

Mai 7, 2008

RBB, 21.00

30 x verschwundenes Berlin

Ständig verändert sich meine Stadt. Geschäfte öffnen und schließen. Häuser werden gebaut und abgerissen. Prominentestes, aktuelles Beispiel ist der nur noch als Stahlgerüst stehende Palast der Republik.

Diese Doku begibt sich an dreißig bekannten Adressen auf Spurensuche.

Hinweis

RBB zur Doku (umfangreiche Seite)


Cover der Woche

Mai 6, 2008


TV-Tipp für den 6. Mai

Mai 6, 2008

Mal wieder ein Arte-Themenabend: heute „Manifeste des Hasses“

Arte, 21.00

Mein Kampf – Geschichte einer Hetzschrift (F 2008, R.: Antoine Vitkine)

Drehbuch: Antoine Vitkine

Doku über die Rezeption von Adolf Hitlers Werk.

Wiederholung: Arte, Montag, 12. Mai, 01. 25 Uhr (VPS 01.30) (Taggenau!)

Arte zur Doku

Arte, 21.55

Die Protokolle der Weisen von Zion (F 2008, R.: Barbara Necek)

Drehbuch: André Taguieff

Doku über die wahrscheinlich populärste Fälschung der Geschichte. Trotzdem glauben Einige immer noch, dass die Protokolle echt sind.

Arte zur Doku

Arte, 22.50

Gesprächsrunde

Zehn Minuten; – das ist kein Gespräch, sondern ein schnelles Abfragen


Besprechung Peter Temple „Shooting Star“ online

Mai 5, 2008

Bei der Berliner Literaturkritik ist meine Besprechung von Peter Temples neuestem Roman „Shooting Star“ (Shooting Star, 1999) online. Mehr über Temple erfahren Sie in meinen Besprechungen von „Kalter August“ (The Broken Shore, 2005) und seinem Debüt „Vergessene Schuld“ (Bad Debts, 1996).


Kleinkram: The Big Thrill Mai, Criminale-Nachlese, Noir of the Week, Zwei Drehbücher

Mai 5, 2008

Die Mai-Ausgabe von The Big Thrill (der „Zeitschrift“ der International Thriller Writers) ist online. Dieses Mal mit Hinweisen auf die neuen Bücher von Thomas Perry (Deutscher Verlag gesucht!), Linda Fairstein, Lisa Unger, Tom Piccirilli (dessen „Killzone“ gerade auf Deutsch erschienen ist; in seiner Heimat hat der Bram-Stoker-Preisträger bereits fünfzehn Romane veröffentlicht), Interviews mit Eric van Lustbader und James Rollins (über seinen Roman zum neuen Indiana-Jones-Film „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“) und vieles mehr.

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Wie war die Criminale? Hm, sehen wir mal nach. Da gibt es beim Echo Medienhaus fast 100 Bilder (leider ohne Bildunterschriften), Ingrid Schmitz enthüllte ihre Second-Life-Identität (multimedial zwischen Powerpoint und Video), bei Jokers berichten die Gewinner von ihrer Fahrt zur Criminale, Silvia Kaffke war da (und hat gut gegessen), Mischa Bach berichtet in mehreren Teilen (eins, zwei, drei: ABER: Was auf der Vollversammlung des Syndikats besprochen wurde, ist internes Zeug. Und die Gespräche an der Bar im Criminalehotel … Sie glauben doch nicht wirklich, dass ich so indiskret wäre?!) und das war’s.  Da präsentieren über zweihundert Schriftsteller ihre neuesten Werke auf  dem größten deutschsprachigen Krimifestival (so steht’s auf der Syndikat-Seite) und fast kein Autor will danach drüber schreiben. Schade. Schade.

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Der „Noir of the Week“ ist immer noch „They drive by night“. Ein Warner-Brothers-Film von 1940 mit Ida Lupino, George Raft, Ann Sheridan, Humphrey Bogart (tja, erst danach kam „High Sierra“ und „The Maltese Falcon“) und Gale Page. Regie führt Raoul Walsh und der Film basiert auf „Long Haul“ von A. I. Bezzerides.

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Bleiben wir in Hollywood: es gibt neue Drehbücher zu Krimis:

Einmal Peter Dowlings „Flightplan“ (Der Film, in dem Jodie Foster ihre Tochter in einem Flugzeug sucht.)

Einmal Adam Bonfantis „Last Time Forever“ (Ein anscheinend ziemlich schlechter, bei uns noch nicht aufgeführter Neo-Noir, über einen Detektiv, der mit der Ehefrau eines Millionärs diesen hereinlegen will.)


TV-Tipp für den 5. Mai

Mai 5, 2008

ZDF, 22.15

Ripley’s Game (GB/I/USA 2002, R.: Liliana Cavani)

Drehbuch: Liliana Cavani, Charles McKeown

LV: Patricia Highsmith: Ripley´s Game, 1974 (Ripley´s Game oder Regel ohne Ausnahme, Ripley´s Game oder Ein amerikanischer Freund)

Ripley schlägt einem todkranken Mann vor, mit einem Auftragsmord seiner Familie ein finanzielles Polster zu verschaffen.

„John Malkovich ist perfekt in der Hauptrolle, die Spannung stimmt, die Inszenierung souverän.“ (Lothar R. Just: Filmjahrbuch 2005)

Die TV-Premiere war nach Mitternacht. Jetzt wird die hochgelobte und sehenswerte Highsmith-Verfilmung endlich zu einer publikumsfreundlicheren Zeit gezeigt. Ich habe keine Ahnung, warum der Film in Deutschland nur eine DVD-Premiere erlebte und jetzt ganz selten im TV läuft. Heute läuft nach der TV-Premiere 2006 die erste Wiederholung des Films.

Mit John Malkovich, Ray Winstone, Hanns Zischler

Hinweis

Mehr über Patricia Highsmith und Tom Ripley


Edgar 2008 vergeben

Mai 2, 2008

Die Mystery Writers of America (MWA) haben ihre diesjährigen Edgars vergeben. Die glücklichen Gewinner sind:

Best Novel:

Down River, von John Hart (St. Martin’s Minotaur)

Nominiert:

Christine Falls, von Benjamin Black (Henry Holt)

Priest, von Ken Bruen (St. Martin’s Minotaur)

The Yiddish Policemen’s Union, von Michael Chabon (HarperCollins)

Soul Patch, von Reed Farrel Coleman (Bleak House Books)

Best First Novel by an American Author:

In the Woods, von Tana French (Viking)

Nominiert:

Missing Witness, von Gordon Campbell (Morrow)

Snitch Jacket, von Christopher Goffard (The Rookery Press)

Head Games, von Craig McDonald (Bleak House Books)

Pyres, von Derek Nikitas (St. Martin’s Minotaur)

Best Paperback Original:

Queenpin, von Megan Abbott (Simon & Schuster)

Nominiert:

Blood of Paradise, von David Corbett (Mortalis)

Cruel Poetry, von Vicki Hendricks (Serpent’s Tail)

Robbie’s Wife, von Russell Hill (Hard Case Crime)

Who Is Conrad Hirst?, von Kevin Wignall (Simon & Schuster)

Best Fact Crime:

Reclaiming History: The Assassination of President John F. Kennedy, von Vincent Bugliosi (Norton)

Nominiert:

The Birthday Party, von Stanley Alpert (Putnam)

Chasing Justice: My Story of Freeing Myself After Two Decades on Death Row for a Crime I Didn’t Commit, von Kerry Max Cook (Morrow)

Relentless Pursuit: A True Story of Family, Murder, and the Prosecutor Who Wouldn’t Quit, von Kevin Flynn (Putnam)

Sacco & Vanzetti: The Men, The Murders, and the Judgment of Mankind, von Bruce Watson (Viking)

Best Critical/Biographical:

Arthur Conan Doyle: A Life in Letters, von Jon Lellenberg, Daniel Stashower und Charles Foley (Penguin Press)

Nominiert:

The Triumph of the Thriller: How Cops, Crooks, and Cannibals Captured Popular Fiction, von Patrick Anderson (Random House)

A Counter-History of Crime Fiction: Supernatural, Gothic, Sensational, von Maurizio Ascari (Palgrave Macmillan)

Deviance in Contemporary Crime Fiction, von Christiana Gregoriou (Palgrave Macmillan)

Chester Gould: A Daughter’s Biography of the Creator of Dick Tracy, von Jean Gould O’Connell (McFarland & Company)

Best Short Story:

“The Golden Gopher,” von Susan Straight (aus “Los Angeles Noir”, herausgegeben von Denise Hamilton; Akashic Books)

Nominiert:

“The Catch,” von Mark Ammons (aus “Still Waters”, herausgegeben von Kate Flora, Ruth McCarty, und Susan Oleksiw; Level Best Books)

“Blue Note,” von Stuart M. Kaminsky (aus “Chicago Blues”, herausgegeben von Libby Fischer Hellmann; Bleak House Books)

“Hardly Knew Her,” von Laura Lippman (aus “Dead Man’s Hand”, herausgegeben von Otto Penzler; Harcourt)

“Uncle,” von Daniel Woodrell (aus “A Hell of a Woman”, herausgegeben von Megan Abbott; Busted Flush Press)

Best Juvenile:

The Night Tourist, von Katherine Marsh (Hyperion Books for Young Readers)

Nominiert:

The Name of This Book Is Secret, von Pseudonymous Bosch (Little, Brown Books for Young Readers)

Shadows on Society Hill, von Evelyn Coleman (American Girl Publications)

Deep and Dark and Dangerous, von Mary Downing Hahn (Clarion Books)

Sammy Keyes and the Wild Things, von Wendelin Van Draanen (Knopf)

Best Young Adult:

Rat Life, von Tedd Arnold (Dial Books for Young Readers)

Nominiert:

Diamonds in the Shadow, von Caroline B. Cooney (Random House Children’s Books)

Touching Snow, von M. Sindy Felin (Atheneum Books for Young Readers)

Blood Brothers, von S.A. Harazin (Random House Children’s Books)

Fragments, von Jeffry W. Johnston (Simon & Schuster Children’s Publishing)

Best Play:

Panic, von Joseph Goodrich (International Mystery Writers’ Festival)

Nominiert:

If/Then, von David Foley (International Mystery Writers’ Festival)

Books, von Stuart M. Kaminsky (International Mystery Writers’ Festival)

Best Television Episode Teleplay:

“Pilot,” Burn Notice, Drehbuch von Matt Nix (USA Network/Fox Television Studios)

Nominiert:

“It’s Alive,” Dexter, Drehbuch von Daniel Cerone (Showtime)

“Yahrzeit,” Waking the Dead, Drehbuch von Declan Croghan and Barbara Machin (BBC America)

“Pie-Lette,” Pushing Daisies, Drehbuch von Bryan Fuller (ABC/Warner Bros Television)

“Senseless,” Law & Order: Criminal Intent, Drehbuch von Julie Martin and Siobhan Byrne O’Connor (Wolf Films/NBC Universal)

Best Motion Picture Screenplay:

Michael Clayton, Drehbuch von Tony Gilroy (Warner Bros. Pictures)

Nominiert:

Eastern Promises, Drehbuch von Steven Knight (Focus Features)

The Lookout, Drehbuch von Scott Frank (Miramax)

No Country for Old Men, Drehbuch von Joel Coen and Ethan Coen, basierend auf dem Roman von Cormac McCarthy (Miramax)

Zodiac, Drehbuch von James Vanderbilt, basierend auf dem Buch von Robert Graysmith (Warner Bros. Pictures)

Der diesjährige Grandmaster ist Bill Pronzini.

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner.

(Dank an The Rap Sheet – und jetzt geht’s zum MWA-Blog)


Die Nominierungen für den Arthur Ellis Award 2008

Mai 1, 2008

Die Crime Writers of Canada (CWC) haben die Nominierungen für den 25. Arthur Ellis Award bekannt gegeben. Die Gewinner werden am Donnerstag, den 5. Juni, in Toronto verkündet. Die Nominierten sind:

Best Novel:

• No Time for Goodbye, von Linwood Barclay (Bantam)

• Snow Candy, von Terry Carroll (Mercury Press)

• A Journeyman to Grief, von Maureen Jennings (McClelland & Stewart)

• The Cruellest Month, von Louise Penny (McArthur & Company)

• Trumpets Sound No More, von Jon Redfern (RendezVous Crime/Napoleon & Company)

Best First Novel:

• The Line Painter, von Claire Cameron (HarperCollins)

• Big City, Bad Blood, von Sean Chercover (Morrow/HarperCollins)

• García’s Heart, von Liam Durcan (McClelland & Stewart)

• Blood of Dreams, von Susan Parisi (Penguin Australia)

• The Silk Train Murder, von Sharon Rowse (Carroll & Graf)

• Sucker Punch, von Marc Strange (Castle Street Mysteries/Dundurn)

Best Non-fiction:

• Enter the Babylon System, von Rodrigo Bascunan and Christian Pearce (Random House Canada)

• The Last to Die: Ronald Turpin, Arthur Lucas, and the End of Capital Punishment in Canada, von Robert J. Hoshowsky (Hounslow/Dundurn)

• One Child at a Time: The Global Fight to Rescue Children from Online Predators, von Julian Sher (Random House Canada)

• The War on Women: Elly Armour, Jane Hurshman, and Criminal Violence in Canadian Homes, von Brian Vallée (Key Porter)

• Where War Lives, von Paul Watson (McClelland & Stewart)

Best Short Story:

• “Eight Lords A’Leaping,” von Vicki Cameron (in Locked Up, herausgegeben von Sue Pike; Deadlock Press)

• “Wreckwood,” von Maureen Jennings (in Blood on the Holly, herausgegeben von Caro Soles; Baskerville Books)

• “The Hounds of Winter,” von D.J. McIntosh (in Blood on the Holly)

• “As Long as We Both Shall Live,” von Rick Mofina (in Blood on the Holly)

• “Turner,” von Leslie Watts (Kingston Whig-Standard, July 7, 2007)

Best Juvenile:

• Racing for Diamonds, von Anita Daher (Orca)

• Spider’s Song, von Anita Daher (Puffin Canada/Penguin Canada)

• I.D., von Vicki Grant (Orca)

• Eye of the Crow, von Shane Peacock (Tundra)

• The Night Wanderer, von Drew Hayden Taylor (Annick Press)

Best Crime Writing in French:

• Tsiganes, von Mario Bolduc (Libre Expression)

• Le Cercle des Pénitents, von Johanne Seymour (Libre Expression)

• GHB: Grossier, Horrible et Bête, von Pierre H. Richard (Editions Pratiko)

• Epidermes, von Diane Vincent (Triptyque)

• Scènes de Crimes: Enquêtes sur le Roman Policier Contemporain, von Norbert Spehner (Alire)

Best Unpublished First Crime Novel (the Unhanged Arthur):

• Mummer’s the Word, von Patricia Flewwelling

• The Witch of Babylon, von D.J. McIntosh

• The Paris Letters, von Amy Tector

• Condemned, von Kevin Thornton

(Dank an The Rap Sheet)


TV-Tipps 1. – 4. Mai

Mai 1, 2008

Verlängertes Wochenende, deshalb:

1. Mai

Sat.1, 23.00

Express in die Hölle (USA 1985, R.: Andrei Konchalovsky)

Drehbuch: Djordje Milicevic, Paul Zindel, Edward Bunker (nach einem Drehbuch von Akira Kurosawa)

Alaska: zwei Knackis brechen aus und hoffen als blinde Passagiere auf einem Güterzug in die Freiheit fahren zu können. Doch der Lokführer stirbt, ein dritter blinder Passagier ist ebenfalls an Bord und der Zug kann nicht gebremst werden.

Harter, spannender Thriller mit guten Schauspielerleistungen. Voight und Roberts waren für je einen Oscar nominiert; Voight erhielt einen Golden Globe, Roberts war nominiert. Außerdem war der Film als bester Film für einen Golden Globe nominiert. Die Schmonzette „Out of Africa“ erhielt ihn. Trotzdem ist der Film heute fast unbekannt.

Mit Jon Voight, Eric Roberts, Rebecca DeMornay, Edward Bunker, Danny Trejo (Debüt)

Hinweise

Crimetime: Edward-Bunker-Porträt von Charles Waring

TWBooks: Edward Bunker

No Exit Press über Edward Bunker

Michael Kaplan interviewt Edward Bunker (September 1996)

BBC: Nachruf auf Edward Bunker (Juli 2005)

New York Times: Nachruf auf Edward Bunker (AP)

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2. Mai

ZDF, 21.15

KDD – Kriminaldauerdienst: Am Abgrund (D 2008, R.: Edward Berger)

Drehbuch: Edward Berger, Oliver Hein

Erfinder: Orkun Ertener

Endlich ist die beste deutsche Krimiserie zurück. „KDD“ kann man sehen, ohne sich zu schämen.

Die erste Staffel endete mit einem verpatzten Einsatz am Gendarmenmarkt. Jetzt kämpft die Einheit um ihr Überleben. Heute 90 Minuten; an den kommenden Freitagen jeweils 45 Minuten.

Mit Götz Schubert, Manfred Zapatka, Saskia Vester, Barnaby Metschurat, Melika Foroutan, Billey Demirtas, Jördis Triebel, Jürgen Vogel, André Hennicke, Devid Striesow

Hinweise

ZDF über „KDD – Kriminaldauerdienst“

Krimijahrbuch 2008: Stephanie Busch und Ulrich Noller reden mit Orkun Ertener

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3. Mai

Vox, 20.15

Ein wahres Verbrechen (USA 1999, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: Larry Gross, Paul Brickman, Stephen Schiff

LV: Andrew Klavan: True Crime, 1995 (Ein wahres Verbrechen)

Zynischer Reporter mit familiären und beruflichen Problemen will einen zum Tode Verurteilten retten.

Solider Krimi, der Hollywoods klassische Erzähltugenden mit guten Schauspielern hochhält: Clint Eastwood, James Woods, Isaiah Washington, Denis Leary

Wiederholung: Sonntag, 4. Mai, 00.40 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Andrew Klavan

Drehbuch „True Crime“ von Stephen Schiff

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4. Mai

Pro 7, 22.10

Hostage – Entführt (USA 2005, R.: Florent Emilio Siri)

Drehbuch: Doug Richardson

LV: Robert Crais: Hostage, 2001 (Hostage – Entführt)

LAPD-Verhandlungsexperte Jeff Talley schiebt in einer Kleinstadt eine ruhige Kugel. Da nehmen drei Jugendliche einen Mafia-Buchhalter und dessen Kinder als Geisel. Talley muss, nachdem die Mafia seine Frau und Tochter entführt, wieder verhandeln.

Okayer Geiselnahmethriller mit einem irgendwo zwischen Italo-Western und Horrorfilm oszillierendem Look und einigen hübschen Twists, wie der doppelten Geiselnahme und den sich verändernden Loyalitäten. Allerdings ist das Buch gerade bei dem Mafia-Plot glaubwürdiger. Und wer wissen will, wie die Polizei verhandelt, sollte auch zu dem Buch greifen.

Der Film ist nur die bleihaltige Action-Variante davon.

Mit Bruce Willis, Kevin Pollak, Jimmy Bennett, Michelle Horn, Ben Foster, Jonathan Tucker, Marshall Allman, Serena Scott Thomas, Rumer Willis (Tochter von Bruce Willis), Kim Coates, Robert Knepper

Wiederholung: Montag, 5. Mai, 02.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Robert Crais

Drehbuch „Hostage“ von Robert Crais (29. März 2002, early draft – Crais schrieb ein Drehbuch nach seinem Roman, das später von anderen Autoren umgearbeitet wurde.)


In den USA hochgelobtes Debüt

April 30, 2008

Cornelia Reads “Schneeweißchen und Rosentot war, jeweils in der Sparte „Bestes Debüt“, für den Edgar, Gumshoe, Macavity, Barry, Audie (ein Hörbuchpreis), Romantic Times Book Club Critics Choice und Northern California Book Award for Fiction nominiert. Aber sie erhielt keinen der Preise und das hatte selbstverständlich einen Grund.

Madeline Dare lebt 1988 mit ihrem Mann Dean in Syracuse und schreibt für den „Syracuse Weekly“ für die bunten Seiten. Bei einem Mittagessen bei Deans Eltern zeigt ihr ihr Schwiegervater Cal die Erkennungsmarke eines Soldaten. Cal hat sie auf dem Feld gefunden, auf dem 1969 Harvey Johnston zwei Mädchen mit durchgeschnittener Kehle entdeckt hatte. Zuletzt waren sie mit zwei Soldaten auf dem Jahrmarkt gesehen worden. Cal meint, das sei doch eine Story für sie.

Madeline muss dagegen noch den Namen auf der Erkennungsmarke verarbeiten. Lapthorne Townsend. Ihr Lieblingscousin.

Natürlich glaubt sie nicht an seine Schuld und beginnt mit ziemlich amateurhaften Ermittlungen. Denn sie ist alles andere als eine investigative Journalistin. Trotzdem weisen die ersten Recherchen auf Lapthorne hin. Harvey Johnston erzählt ihr, er habe damals einen dunkelhaarigen Mann mit Bürstenschnitt am Tatort gesehen. Auf der New York State Fair trifft sie Archie Sembles. Er hatte damals Scherenschnitte von den toten Mädchen und den Soldaten gemacht. Als sie ihm gegenüber die Polizei erwähnt, gerät er in Panik, redet von einem „Struvel Peter“ und wirft sie aus seinem Wohnwagenatelier.

Erst am nächsten Tag, nach einer erfolglosen Suche nach Peter Struvel im Telefonbuch, fällt ihr ein, dass sie den Namen als Struwwelpeter kennt und damals Jack Schneider die Ermittlungen leitete. Hat er die Mädchen umgebracht?

Im Mittelpunkt von „Schneeweißchen und Rosentot“ steht nicht der Rätselkrimiplot, sondern die Erzählerin Dare, ihre Familie und ihr Leben zwischen Job, Ehe, eigener und angeheirateter Familie und ihrer unstetig-sexgierigen Freundin Ellis Clark. Davon erzählt sie in einem schnoddrig-ironischen Tonfall. Die beiden Familien, ihre steinreiche, dysfunktionale Ostküstensippe mit einer bewegten Vergangenheit und seine arme, aber nette Arbeiter- und Bauernfamilie, bieten dafür auch reichlich Stoff.

Dagegen schleppt sich der Krimiplot ohne große Überraschungen unglaublich zäh dahin. Immer wieder verzögert Madeline die Ermittlungen, weil investigative Recherchen nicht ihr Ding sind. Tagelang lässt sie diese Recherche links liegen. Sie spricht nur, falls überhaupt, höchst unwillig mit Zeugen und Verdächtigen. Und die Lösung ist von Anfang an so offensichtlich, dass ich es bis zum Schluss nicht glauben wollte.

Cornelia Read hat die vielen Nominierungen erhalten, weil ihre Erzählerin eine nette Stimme hat. Sie hat keinen Preis erhalten, weil der Krimiplot sich nach der Anfangsprämisse sehr langsam und sehr vorhersehbar entwickelt.

„Schneeweißchen und Rosentot“ ist als Mainstream- und Frauenliteratur sicher nicht ohne Verdienste, aber als Kriminalroman ist es ein ziemlicher Langweiler.

–

Cornelia Read: Schneeweißchen und Rosentot

(übersetzt von Sophie Zeitz)

dtv, 2008

432 Seiten

14,90 Euro

–

Originalausgabe

A field of darkness

Warner Books, 2006

–

Hinweise

Homepage von Cornelia Read

Cornelia Read bloggt bei Naked Authors


TV-Tipp für den 30. April

April 30, 2008

3sat, 22.25

Die innere Sicherheit (D 2000, R.: Christian Petzold)

Drehbuch: Christian Petzold, Harun Farocki

Die 15-jährige Jeanne ist mit ihren Eltern ständig auf der Flucht. Denn diese sind gesuchte, ehemalige RAF-Terroristen. Jetzt müssen sie wegen Geldproblemen zurück nach Deutschland. Die alten Freunde sollen ihnen aus der finanziellen Misere helfen. Und Jeanne ist erstmals wirklich verliebt.

Mit dem genau beobachteten, die deutsche Wirklichkeit sezierenden Drama über vergangene Schuld, das Erwachsenwerden und Verpflichtungen hatte Christian Petzold seinen Durchbruch bei den Kritikern und dem Publikum (über 100.000 Zuschauer). Stellvertretend für die zahlreichen euphorischen Besprechungen: „bester deutscher Film des Jahres“ (Michael Althen, SZ, 31. Januar 2001)

Mit Julia Hummer, Barbara Auer, Richy Müller, Günther Maria Halmer

Hinweis

M Means Movie: Interview mit Christian Petzold (2001)


Cover der Woche

April 29, 2008


Theakston-Nominierungen veröffentlicht

April 29, 2008

Die Longlist für den diesjährigen Theakstons Old Peculier Crime Novel of the Year Award bietet einen schönen Überblick über die derzeitige britische Krimiszene:

The Chemistry of Death, von Simon Beckett (Bantam)

Buried, von Mark Billingham (Sphere)

Christine Falls, von Benjamin Black (Picador)

A Tale Etched in Blood and Hard Black Pencil, von Christopher Brookmyre (Abacus)

Hurting Distance, von Sophie Hannah (Hodder & Stoughton)

Darkness and Light, von John Harvey (Arrow Books)

The Death of Dalziel, von Reginald Hill (Harper)

The Risk of Darkness, von Susan Hill (Vintage)

One Under, von Graham Hurley (Orion)

Not Dead Enough, von Peter James (Macmillan)

Relentless, von Simon Kernick (Corgi Books)

Corn Dolls, von Patrick Lennon (Hodder)

Dying Light (Die Stunde des Mörders), von Stuart MacBride (HarperCollins)

Blue Shoes and Happiness, von Alexander McCall Smith (Abacus)

The Grave Tattoo, von Val McDermid (HarperCollins)

The Savage Garden, von Mark Mills (Harper)

The Tenderness of Wolves, von Stef Penney (Quercus)

Piece of My Heart, von Peter Robinson (Hodder)

Sovereign, von C.J. Sansom (Pan)

Shifting Skin, von Chris Simms (Orion)

Etliche Autoren sind auch ins Deutsche übersetzt worden; im Moment bin ich allerdings zu faul, die deutschen Titel herauszusuchen.

Jedenfalls können Sie hier ihren Favoriten wählen. Der Gewinner wird während des Harrogate Crime Writing Festival am Donnerstag, den 17. Juli, bekannt gegeben.

(Dank an The Rap Sheet)


Agatha 2008 vergeben

April 29, 2008

Die in Malice Domestic organisierten Fans des traditionellen Krimis (aka Cozy oder Häkelkrimi) hat ihre diesjährigen Agatha-Preise vergeben. Die glücklichen Gewinner sind:

Best Novel

A Fatal Grace, von Louise Penny (St. Martin’ Minotaur)

Nominiert:

The Penguin Who Knew Too Much, von Donna Andrews (St. Martin’s Minotaur)

Her Royal Spyness, von Rhys Bowen (Penguin)

Hard Row, von Margaret Maron (Grand Central Publishing)

Murder With Reservations, von Elaine Viets (NAL)

Best First Novel

Prime Time, von Hank Phillipi Ryan (Harlequin)

Nominiert:

A Beautiful Blue Death, von Charles Finch (St. Martin’s Minotaur)

A Real Basket Case, von Beth Groundwater (Five Star)

Silent in the Grave, von Deanna Raybourn (Mira)

Best Non-fiction

Arthur Conan Doyle: A Life in Letters, von Charles Foley, Jon Lellenberg, and Daniel Stashower (Penguin)

Nominiert:

The Official Nancy Drew Handbook, von Penny Warner (Quirck Productions)

Best Short Story

“A Rat’s Tale,” von Donna Andrews (Ellery Queen Mystery Magazine [EQMM], September/October 2007)

Nominiert:

“Please Watch Your Step,” von Rhys Bowen (The Strand Magazine, Spring 2007)

“Casino Gamble,” von Nan Higginson (Murder New York Style, edited von Randy Kendel; L&L Dreamspell)

“Popping Round to the Post,” von Peter Lovesey (EQMM, November 2007)

“Death Will Clean Your Closet,” von Elizabeth Zelvin (Murder New York Style)

Best Children’s/Young Adult

A Light in the Cellar, von Sarah Masters Buckey (American Girl)

Nominiert:

Bravo Zulu, Samantha!, von Kathleen Benner Duble (Peachtree Publishers)

Cover-Up: Mystery at the Super Bowl, von John Feinstein (Knopf)

The Falconer’s Knot, von Mary Hoffman (Bloomsbury USA)

Theodosia and the Serpents of Chaos, von R.L. LaFevers (Houghton Mifflin)

Malice Domestic’s Lifetime Achievement Award

Peter Lovesey

Poirot Awards (honoring “individuals other than writers who have made outstanding contributions to the Malice Domestic genre”)

Linda Landrigan, editor of Alfred Hitchcock Mystery Magazine

Janet Hutchings, editor of Ellery Queen Mystery Magazine

Für einige dürfte das eine ziemlich interessante Liste sein. Für mich ist es eher eine Liste von Büchern, die mir höchstwahrscheinlich nicht gefallen. Obwohl Peter Lovesey unbestritten zu den Guten gehört.

(Dank an The Rap Sheet)


TV-Tipp für den 29. April

April 29, 2008

WDR, 22.10

Nur die Sonne war Zeuge (F/I 1960, R.: René Clément)

Drehbuch: René Clément, Paul Gégauff

LV: Patricia Highsmith: The talented Mr. Ripley, 1955 (Nur die Sonne war Zeuge, Der talentierte Mr. Ripley)

Tom Ripley soll im Auftrag von Philippes Vater den Sohn nach Amerika zurückbringen. Aber Tom und Philippe verstehen sich gut und Tom gefällt das müßige Millionärsleben. Warum also nicht einfach Philippe Greenleaf umbringen und dessen Stelle einnehmen?

Grandiose Verfilmung des ersten Ripley-Romanes; obwohl der Film moralisch korrekter endet.

Neben dem ausgefeilten Drehbuch trug besonders Henri Decaes superbe Farbfotografie zum Erfolg des Films bei. Erstmals schuf Farbe jene beklemmende Atmosphäre, die bis dahin nur aus den Schwarzweiß-Filmen der Schwarzen Serie bekannt war.

Patricia Highsmith schrieb danach vier weitere Bücher mit Tom Ripley, dem ersten sympathischen Psychopathen der Kriminalgeschichte.

Mit Alain Delon, Marie Laforet, Maurice Ronet

Hinweise

Times: The 50 Greatest Crime Writers No 1: Patricia Highsmith

Kaliber .38 über Patricia Highsmith (Bibliographie)

Krimi-Couch über Patricia Highsmith

Kirjasto über Patricia Highsmith

Wired for Books: Don Swain redet mit Patricia Highsmith (1987)

Gerald Peary redet mit Patricia Highsmith (Sight and Sound – Frühling 1988 )

Mystery Net über Tom Ripley


TV-Tipp für den 28. April

April 28, 2008

Kabel 1, 21.10

Damages – Im Netz der Macht (USA 2007)

Erfinder: Todd A. Kessler, Glenn Kessler, Daniel Zelman

Ein weiterer Grund, den Kinosessel gegen die Fernsehcouch zu tauschen, ist die heute startende Anwaltsserie „Damages – Im Netz der Macht“ mit Glenn Close, die heute noch verführerischer ist als vor über zwanzig Jahren, in der Hauptrolle. Sie spielt die erfolgreiche, eiskalte, auf Betrugsfälle spezialisierte New Yorker Anwältin Patty Hewes. Jetzt vertritt Hewes in einer Sammelklage mehrere ehemalige Angestellte gegen ihren früheren Chef Frobisher. Der Multimilliardär Arthur Frobisher soll mit verbotenem Insiderhandel sein Vermögen vermehrt und das der anderen Aktieninhaber vernichtet haben. Sie verklagt ihn auf mehrere hundert Millionen Dollar. Beiden ist zum Erreichen ihrer Ziele jedes Mittel recht. Zwischen die Fronten gerät die junge Anwältin Ellen Parsons – und nach dreizehn spannenden, wendungsreichen Folgen werden die Sympathien zu den Charakteren mehr als einmal gewechselt haben. „Damages – Im Netz der Macht“ steht eindeutig in der Tradition der modernen, episodenübergreifenden TV-Serien, die sich an ein erwachsenes und zum mitdenken bereites Publikum richtet.

Die DVD mit der ersten Staffel (13 Folgen) ist bereits für den 5. Juni angekündigt. In Hollywood wird gerade die zweite Staffel geschrieben und die dritte Staffel ist auch schon bestellt. Patty Hewes bleibt uns also noch einige Jahre erhalten.

Mit Glenn Close (Patty Hewes), Rose Byrne (Ellen Parsons), Zeljko Ivanek (Ray Fiske), Tate Donovan (Tom Shayes), Ted Danson (Arthur Frobisher), Noah Bean (David Connor), Philip Bosco (Hollis Nye)

Hinweise

FX Networks über „Damages“

Kabel 1 über „Damages“

Crimespree Cinema über „Damages“

BuzzSugar: Interview über „Damages“ mit Glenn Close

Petra: Interview mit Glenn Close


TV-Tipp für den 27. April

April 27, 2008

SRTL, 22.15

Columbo: Schreib oder stirb (USA 1974, R.: Robert Butler)

Drehbuch: Peter S. Fischer

Verleger Riley Greenleaf ist stinkig. Sein Bestsellerautor Alan Mallory möchte den Verlag wechseln. Greenleaf denkt sich ‚nicht mit mir’ und der tapsige Lieutenant Columbo hat einen neuen Fall

Für Krimifans ist „Schreib oder Stirb“ ein Highlight. Es gibt zahlreiche Anspielungen auf den Literaturbetrieb und Mickey Spillane (Ja, genau der!) spielt einen Bestsellerautor.

Mit Peter Falk, Jack Cassidy, Mickey Spillane

Hinweise

Fanpage über Mickey Spillane (letzte Aktualisierung: 2001)

Thrilling Detective über Mickey Spillane

Thrilling Detective: Max Allan Collins über Mickey Spillane

January Magazine: Max Allan Collins zum Tod von Mickey Spillane

Evolver: Martin Compart zum Tod von Mickey Spillane

Mystery File: Steve Holland über Mickey Spillane

Crimetime: Interview mit Mickey Spillane

Combustible Celluloid: Interview mit Mickey Spillane

Kaliber .38 über Mickey Spillane

Krimi-Couch über Mickey Spillane

Mordlust über Mickey Spillane

New York Times: Nachruf auf Mickey Spillane

Washington Post: Nachruf auf Mickey Spillane

Meine Besprechung von Mickey Spillanes “Dead Street”


KrimiWelt-Bestenliste Mai 2008

April 26, 2008

Die KrimiWelt-Juroren empfehlen in ihrer aktuellen KrimiWelt-Bestenliste diese Romane

1 (1) Robert Littell: Die Söhne Abrahams

2 (7) Lee Child: Sniper

3 (3) Linus Reichlin: Die Sehnsucht der Atome

4 (8 ) Lawrence Block: Verluste

5 (4) David Peace: 1983

6 (2) Peter Temple: Shooting Star

7 (-) Marek Krajewski: Festung Breslau

8 (-) Matt Beynon Rees: Der Verräter von Bethlehem

9 (6) Andrew McGahan: Last Drinks

10 (-) Stuart MacBride: Der erste Tropfen Blut

Littell mit dem schwachen „Die Söhne Abrahams“ ist immer noch auf dem ersten Platz. Der spannende Jack-Reacher-Roman „Sniper“ ist auf den zweiten Platz vorgerückt. Lawrence Blocks Matt-Scudder-Roman „Verluste“ ist auch nach vorne gerückt. David Peace beendet mit „1983“ sein Red-Riding-Quartett gewohnt düster. Peter Temples ziemlich traditioneller Privatdetektivroman „Shooting Star“ geht in den Sinkflug über – und die anderen fünf Bücher kenne ich nicht. Aber Suart MacBrides „Der erste Tropfen Blut“ liegt auf meinem „Zu lesen“-Stapel.

Martin Cruz Smiths ist wegen der Krimiwelt-Regeln rausgefallen; Allan Guthries „Abschied ohne Küsse“ wegen einer nicht ausreichenden Zahl von für ihn stimmenden Juroren. Pfui!

Oh, und wo bleiben Ken Bruen/Jason Starr mit „Flop“? Frank Göhre mit „Mo“? Dass Lawrence Blocks nicht zweimal in der Liste auftaucht, kann ich verschmerzen. Obwohl auch „Abzocker“ ein guter Krimi ist.


TV-Tipp für den 26. April

April 26, 2008

ARD, 02.20

Der Teufel mit der weißen Weste (F 1962, R.: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

LV: Pierre Lesou: Le Doulos, 1958

Regieassistenz: Volker Schlöndorff

Nach einem missglückten Einbruch wird Maurice verhaftet. Er glaubt, dass Silien ihn verraten hat und er beauftragt einen Verbrecher, Silien umzubringen. Gleichzeitig tut Silien alles, um Maurice aus dem Gefängnis zu befreien.

Düsterer Gangsterfilmklassiker, mit Jean-Paul Belmondo, Michel Piccoli, Serge Reggiani

Hans Gerhold in „Jean-Pierre Melville“ (Hanser Verlag, Reihe Film 27): „Aus einem durchschnittlichen Série Noire-Stoff wurde ein „Melville“. Tatsächlich macht die komplizierte Konstruktion des Drehbuchs mit unvorhersehbaren Volten und Rückblenden (in den Erzählungen der Personen und in visuellen flash-backs) LE DOULOS zu dem spannendsten und undurchschaubarsten Film Melvilles. Denn LE DOULOS ist eine Anti-Tragödie und auf dem Prinzip der Lüge aufgebaut, die jede Äußerung und jedes Bild sofort wieder relativiert.“