TV-Krimi-Buch-Tipps online

April 25, 2008

Die Alligatoren haben sich meine TV-Krimi-Buch-Tipps geschnappt, gut verdaut und so ausgeschieden. Das Mahl begann mit diesen Worten:

In den kommenden zwei Wochen gibt es zahlreiche Auftritte der altbekannten Herren James Bond, Alfred Hitchcock und Henning Mankell. Außerdem zeigen die TV-Sender Jean-Pierre Melvilles Pierre-Lesou-Verfilmung „Der Teufel mit der weißen Weste“ (als Nachschlag zu Jean-Paul Belmondos Geburtstag), den Columbo-Fall „Schreib oder stirb“ (mit Mickey Spillane), Jacques Derays Derek-Raymond-Verfilmung „Mörderischer Engel“, Clint Eastwoods Andrew-Klavan-Verfilmung „Ein wahres Verbrechen“, Dennis Hoppers viel zu selten gezeigte Charles-Williams-Verfilmung „The Hot Spot“, Ron Sheltons irgendwie James-Ellroy-Verfilmung „Dark Blue“, John Schlesingers Robert-Lindsey-Verfilmung „Der Falke und der Schneemann“, die Patricia-Highsmith-Verfilmungen „Nur die Sonne war Zeuge“ und „Ripley’s Game“ und, als TV-Premiere, Florent Emilio Siris Robert-Crais-Verfilmung „Hostage – Entführt“.


TV-Tipp für den 25. April

April 25, 2008

Arte, 23.30

El Topo (Mexiko/Chile/Frankreich 1970, R.: Alexandro Jodorowsky)

Drehbuch: Alexandro Jodorowsky

Einer der Klassiker des Mitternachtskinos erlebt heute seine TV-Premiere. Die Story von El Topo – der übernatürlich begabte El Topo will in der in der Wüste gegen die vier Männer antreten, die schneller ziehen können als er – ist nur der Rahmen für einen surrealistischen Western, der heute ziemlich abgefeiert wird.

Für die andere Meinung zitieren wir die zeitgenössische Filmkritik: „Der hemmungsloseste Effekthaufen der Filmgeschichte. Die Wüste ist mit sämtlichen Leichen aller Spaghetti- und Hongkong-Western gepflastert, und das lebende personal rekrutiert sich aus den Abstellkammern allen Zelluloid-Horrors. (…) alles wird zu einem echten Jodorowsky gebunden durch metaphysischen Quark aus der Milch katholischer Denkungsart.“ (Der Spiegel)

„’El Topo’, vor vier Jahren ein Kult-Film der New Yorker Boheme, veranstaltet der genialische Kraftmensch Jodorowsky („Montana Sacra“) ein ungeschlachtes Spektakulum abgeschmackter Schockbilder. Fragwürdiger freilich noch als das ebenso eitle wie konfuse Werk, dem der zirzensische Glanz des späteren ‚Montana Sacra’ weitgehend fehlt, erscheint die Begründung, mit der die Wiesbadener Filmbewertungsstelle ‚El Topo’ ein Prädikat verweigerte. Der Film, ‚dessen Krankhaftigkeit nur noch durch Psychoanalyse zu klären ist’, wurde von der FBW in einer ärgerlich faschistoiden Begründung als ein Stück entarteter Kunst verdammt.“ (Die Zeit, 14. März 1975)

Joe Hembus vergibt in seinem Western-Lexikon 1995 keinen Stern an „El Topo“.

Mit Alejandro Jodorowsky, Brontis Jodorowsky, José Legarreta, Alfonso Arau

Wiederholung: Samstag, 3. Mai, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über „El Topo“

Premiere: Interview mit Jodorwosky zur DVD-Premiere von „El Topo“

Guardian über die DVD-Premiere von „El Topo“

Weitere Informationen zu Alexandro Jodorowski bei „Der Heilige Berg“


Nix mit Suspense

April 24, 2008

Eine Sammlung von Kurzkrimis beginnt mit einem Konzept. In „Greatest Hits“ handeln alle Geschichten von Profikillern. In „Dangerous Women“ geht es um gefährliche Frauen. In „Murderers’ Row“ um Baseball. In „Murder and all that Jazz“ um Jazz. In „Mystery Street“ um eine Straße und einen Privatdetektiv als Helden. In „Schöne Leich’ in Wien“ spielen alle Geschichten in Wien. In „Tod am Bodensee“ am Bodensee. Ein solches Konzept führt bei den Autoren zu einer gesunden Mischung aus Disziplin (sie müssen eine Kriminalgeschichte zu einem bestimmten Thema oder Ort schreiben) und Freiheit (innerhalb dieses Rahmens ist alles möglich). Gleichzeitig ist das so entstehende Buch nicht einfach nur eine Sammlung von mehreren Kurzgeschichten, sondern etwas besonders.

Bei der von Christiane Geldmacher herausgegebenen Kurzgeschichtensammlung „Hell’s Bells“ wurde auf ein solches Konzept verzichtet und im Klappentext wird als Kaufargument nur noch hilflos der kleinste gemeinsame Nenner für eine Geschichte bemüht: nämlich „Spannung“. Gerade dieser Aspekt sollte für eine Kriminalgeschichte noch selbstverständlicher sein als für jede andere Geschichte.

Allerdings sind die meisten Geschichten in „Hell’s Bells“ nicht sonderlich spannend. Spannung ist die Ankündigung, dass etwas geschehen wird. Wir Leser sind in das Geschehen involviert. Wir wollen wissen, wie die Geschichte endet. Wir hoffen dabei auf ein bestimmtes Ende.

Alfred Hitchcock bemühte, wenn er erklären musste, was Spannung ist, oft die Karten spielenden Männer. Während sie seelenruhig spielen, wissen wir, dass der Verbrecher unter dem Tisch eine Bombe angebracht hat und wann sie explodiert. Im Folgenden hoffen wir, dass diese Männer entweder die Bombe entdecken oder möglichst schnell den Raum verlassen. Das ist Suspense. Auch jede Folge von „Alfred Hitchcock präsentiert“ (Alfred Hitchcock presents) demonstriert dieses Prinzip. Beispielsweise „Bang! You’re Dead“. Ein als Cowboy verkleideter Junge schiebt eine Kugel in einen Revolver. Dann zieht er durch den Vorort und schießt auf Gegenstände und Menschen. Bei jedem Schuss hoffen wir, dass die Kugel in der Trommel bleibt. Vor jedem Schuss hoffen wir, dass ein Erwachsener ihm endlich den Revolver abnimmt. Nach jedem Schuss hoffen wir, dass der Junge mit diesem Spiel aufhört.

Genau diese Spannung – immerhin wird im Klappentext auch explizit auf Patricia Highsmith und „Suspense“ hingewiesen – fehlt den in „Hell’s Bells“ versammelten Geschichten. Die meisten plätschern, oft psychologisch unglaubwürdig, bis zum Ende vor sich hin. Norbert Horst, Jürgen Albertsen und Carlo Schäfer lassen einen eher ratlos zurück. Einige, wie Henrike Heilands Theaterstück, Arthur Gordon Wolf und Sebastian Spengler, sind einfach missglückt.

In diesem Umfeld wird Dieter Paul Rudolph mit seinem etwas länglichen Schulaufsatz „All-inclusive oder Wie ich meine großen Ferien verbracht habe“ zum Höhepunkt. Doch Schulaufsätze sind nicht spannend.

Christiane Geldmacher (Hrsg.): Hell’s Bells

Poetenladen, 2008

176 Seiten

13 Euro

Enthält

Sebastian Spengler: Der Wald reicht bis ans Haus

Norbert Horst: Nah

Dieter Paul Rudolph: All-inclusive oder Wie ich meine großen Ferien verbracht habe

Henrike Heiland: Der unglückliche Herr Dr. von und zu Wittenstein

Arthur Gordon Wolf: Jack is Back

Sabine Ludwigs: Beutezug

Susanne Schubarsky: Schwarze Erinnerungen

Sabine Thomas: Angel in the Night

Carlo Schäfer: Uranus Schnitz und das Michelangelo Quadrat

Jürgen Albertsen: Ein Platz bei ihr am Grab

Michael Theurillat: Plan B

Elke Schröder: Eine runde Sache

Sabina Altermatt: Bergwärts

Michael Hüttenberger: Dorfmusik

Christiane Geldmacher: Ach, du bist das


TV-Tipp für den 24. April

April 24, 2008

3sat, 22.55

Fahr zur Hölle, Liebling (USA 1975, R.: Dick Richards)

Drehbuch: David Zelag Goodman

LV: Raymond Chandler: Farewell, my lovely, 1940 (Lebewohl, mein Liebling/Betrogen und gesühnt/Lebwohl, mein Liebling)

Los Angeles, 1941: Der gerade freigelassene Bankräuber Moose Malloy engagiert Marlowe. Der Detektiv soll Malloys Freundin Velma finden. Ein nur scheinbar einfacher Fall.

Dritte, sehr originalgetreue und sehr gelungene Verfilmung des Chandler-Buches.

Mit Robert Mitchum, Charlotte Rampling, John Ireland, Harry Dean Stanton, Anthony Zerbe, Sylvester Stallone (in einer erträglich kurzen Rolle) und – in einer ganz kleinen, aber wichtigen Rolle – Jim Thompson (!)

Hinweise

Thrilling Detective über Philip Marlowe

Thrilling Detective über Raymond Chandler

Krimi-Couch über Raymond Chandler

Mordlust über Raymond Chandler


Frank Weiss spricht über seine Serie „Unschuldig“

April 23, 2008

Mit „Unschuldig – Für die Wahrheit ist es nie zu spät“ geht um 20.15 Uhr bei Pro 7 eine neue deutsche Krimiserie an den Start. In ihr kämpft eine Anwältin für die Freiheit von unschuldig Verurteilten. Der Sender ist ziemlich begeistert, hat sogar einen durchaus ansprechenden Webauftrtt kreiert (für Privat-TV-Verhältnisse), die Bücher für die zweite Staffel sind wohl auch schon geschrieben (Warum dann allerdings nach dem Dreh im Sommer bis zum Frühjahr 2009 mit der Aussstrahlung gewartet werden soll, verstehe ich nicht. Immerhin ist ein Vorzug US-amerikanischer Serien das unverzügliche Reagieren auf Fanwünsche und, je nach Format, Schlagzeilen und Skandalen.), die Kritiken wohlwollend-verhalten (die meisten loben den Look, die Schnitte, die Musik und monieren die Drehbücher).

So komme ich jetzt elegant zum Ende. Denn neben den vielen „Hauptdarstellerin Alexandra Neldel erzählt wie toll die Serie ist“-Clips (bei Pro 7 und You Tube) gibt es bei „Stichwort Drehbuch“ ein informatives Interview mit „Unschuldig“-Erfinder und Headwriter Frank Weiss.


TV-Tipp für den 23. April

April 23, 2008

MDR, 22.05

TATORT: Laura, mein Engel (D 1994, R.: Ottokar Runze)

Drehbuch: Richard Hey

Laura soll ihre in den Achtzigern in den Westen geflüchtete Mutter umgebracht haben. Als ihr Bild in der Zeitung auftaucht, weiß Ehrlicher, dass Laura nicht vor der Polizei, sondern vor dem wirklichen Täter flüchtet. Kann er Laura retten?

Einer des besten Ehrlicher-TATORTE, basierend auf einem komplexen Drehbuch von Richard Hey.

Mit Peter Sodann, Bernd Michael Lade, Ivan Desny, Beathe Finckh

Hinweise

Lexikon der deutschen Krimi-Autoren über Richard Hey

HR: Nachruf auf Richard Hey


Gumshoe 2008 verliehen

April 22, 2008

Mystery Ink hat die siebten Gumshoe Awards verliehen. Nominiert werden Romane, die vergangenes Jahr erstmals in den USA publiziert wurden.

Best Mystery

James Lee Burke – The Tin Roof Blowdown (Simon & Schuster)

Nominiert

John Connolly – The Unquiet (Atria)

Ariana Franklin – Mistress of the Art of Death (Putnam)

Charlie Huston – The Shotgun Rule (Ballantine)

Laura Lippman – What the Dead Know (William Morrow)

Best Thriller

Robert Crais – The Watchman (Simon & Schuster)

Nominier:

Joseph Finder – Power Play (St. Martin’s Press)

Michael Gruber – The Book of Air and Shadows (William Morrow)

Richard K. Morgan – Thirteen (Del Rey)

Lee Child – Bad Luck and Trouble (Delacorte)

Best First Novel

Sean Chercover – Big City, Bad Blood (William Morrow)

Nominiert

Philip Hawley, Jr. – Stigma (Harper)

Lisa Lutz – The Spellman Files (Simon & Schuster)

Craig McDonald – Head Games (Bleak House Books)

Nick Stone – Mr. Clarinet (HarperCollins)

Lifetime Achievement

Donald E. Westlake

Best Crime Fiction Website:

The Thrilling Detective Web Site (edited by Kevin Burton Smith)

Zu Donald E. Westlake muss ich wirklich nichts sagen (während ich auf meinen Postboten, der mir den neuen Richard-Stark-Roman bringt, warte, lese ich schnell das tribute essay). Thrilling Detective ist die sehr, sehr empfehlenswerte, umfangreiche Seite zu Privatdetektiven in Buch und Film, teilweise auch mit Porträts ihrer Schöpfer.

Einige der prämierten Romane dürften in den kommenden Jahren übersetzt werden. Lee Child so in zwei Jahren. Nur bei den Preisträgern sehe ich – leider – schwarz.

(Dank an Crime Fiction Dossier)


Cover der Woche

April 22, 2008


Kleinkram: Interviews, Listen und Raymond Chandler

April 22, 2008

Bei Planet Interview ist ein lesenswertes Interview mit Ken Follett erschienen. Er spricht viel über sein neues Buch „Die Tore der Welt“, aber auch über das Schreiben:

Meiner Meinung nach sollte jeder so klar wie möglich schreiben. Das hat nichts mit dem Schreiben von Bestsellern zu tun. Im Grunde ist Schreiben eine Form der Kommunikation. Man will, dass der Leser versteht. Also sollte die Struktur der Sätze so beschaffen sein, dass die Bedeutung sich sofort offenbart. Das scheint mir eine grundlegende Regel zu sein. Ich würde nie wollen, dass jemand einen meiner Sätze zwei Mal lesen müsste. (…) Ich denke nicht, dass übermäßig komplexe Satzstrukturen irgendetwas zur Kunstform beitragen. (…) Wobei es mir jetzt gar nicht um kurze Sätze geht – die kann jeder schreiben, das ist einfach. Es gibt Beispiele von langen Sätzen, die komplizierte Gedanken ausdrücken, aber dabei immer noch sehr klar sind. Das beste Beispiel für mich ist der Essay am Anfang des 20-bändigen Oxford English Dictionary. Darin findet man diese langen majestätischen Sätze. Doch sie sind sehr klar geschrieben und man kann sie sofort verstehen. Viele Schriftsteller entwerfen Sätze, die es einem wirklich schwer machen, sie zu verstehen. Und manche von ihnen denken sicher, sie seien sehr schlaue Schriftsteller, weil sie so schwer zu verstehen sind. (lacht) (…) Ich denke, selbst meinen intelligentesten Lesern sollte ich den Gefallen tun, dass meine Sprache sehr einfach zu verstehen ist.

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Bei „Poets & Writers“ beantwortet Literaturagent Nat Sobel Fragen und erzählt auch über seine Arbeit mit James Ellroy. Ein langes Teil. (Dank an Crime Fiction Dossier für den Hinweis.)

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Die London Times hat eine Liste der fünfzig wichtigsten Krimiautoren veröffentlicht. Die Liste wird von mehreren Artikeln begleitet. Zum Beispiel schreibt Ian Rankin über die Probleme von Listen.

Uh, und die Liste? Viele gute, bekannte Namen (Chandler, Christie, Doyle, Hammett, Highsmith, Simenon, undsoweiter). Einige nicht ganz offensichtliche Namen  (Coben, Dibdin, Hiaasen, Mosley, Pelecanos. Okay. Leon? Also bitte!). Und einige Autoren, wie Lawrence Block, Ken Bruen, Michael Connelly, Erle Stanley Gardner (die Perry-Mason-Serie), Robert B. Parker (die Spenser-Serie), Mickey Spillane, Rex Stout, Ross Thomas, Donald Westlake (aka Richard Stark) fehlen.

(Dank an Sarah Weinman für den Hinweis.)

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Bleiben wir kurz bei den Klassikern: das „Outfit“ beschäftigt sich diese Woche mit Raymond Chandler und seinem Roman „The long goodbye“. Sean Chercover, Libby Hellmann, Sam Reaves, Kevin Guilfoile, Sara Paretsky, Barbara D’Amato haben bereits ihre Texte abgeliefert.

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Und der „Noir of the Week“ ist Alfred Hitchcocks „Strangers on a train“ (nach dem Roman von Patricia Highsmith, am Drehbuch schrieb auch Raymond Chandler mit). Teil 1 hier,  Teil 2 hier.

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Zum Abschluss ein Satz von Science-Fiction-Autor Ben Bova: In writing fiction, the more fantastic the tale, the plainer the prose should be. Don’t ask your readers to admire your words when you want them to believe your story.

(Dank an The Weekly Script für das Zitat.)



TV-Tipp für den 22. April

April 22, 2008

Tele 5, 22.25

Valdez (USA 1971, R.: Edwin Sherin)

Drehbuch: Roland Kibbee, David Rayfiel

LV: Elmore Leonard: Valdez is coming, 1970

Rancher Tanner beschuldigt einen Mann, seinen Freund Erin ermordet zu haben. Hilfssheriff Valdez erschießt ihn. Aber er war unschuldig. Valdez will von Tanner Geld für die Beerdigung und die Witwe des Toten. Dieser lehnt ab. Valdez nimmt den Kampf auf. Schließlich war er nicht immer ein trotteliger Hilfssheriff.

Melancholischer Spätwestern mit Burt Lancaster, Susan Clark, Richard Jordan

Von Elmore Leonards Homepage (Achtung! Das Ende wird verraten.): „Valdez is Coming is Elmore’s favorite western. It shows examples of the style that he would further develop in his contemporary crime novels. Burt Lancaster as Bob Valdez is the underestimated man, a constant theme in Elmore Leonard’s work. He is forced to confront the local ruthless land baron who nearly has him killed. He retaliates and lets his nemesis know that “Valdez is coming.” Before beginning The Moonshine War, Elmore wanted to write Valdez for the screen. Unfortunately Burt Lancaster was not available for a couple of years and the project was delayed. Edwin Sherin, the director of Valdez is Coming was a Broadway director and this was his first film which he shot in Spain. The biggest surprise of Valdez was that there was no shootout at the end, just as Elmore had written in the book. Nobody in Hollywood could believe it.”

Auch bekannt als „Valdez kommt“

Wiederholung: Mittwoch, 23. April, 02.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von Elmore Leonard

The Unknown Movies über „Valdez is coming“

Meine Besprechung von „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“


TV-Tipp für den 21. April

April 21, 2008

ZDF, 22.15

L.A. Confidential (USA 1997, R.: Curtis Hanson)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: James Ellroy: L. A. Confidential, 1990 (Stadt der Teufel, L. A. Confidential)

Drei unterschiedliche Polizisten versuchen einen Mord aufzuklären und müssen dabei einen tiefen Sumpf aus Drogen, Sex, Gewalt und Abhängigkeiten trockenlegen.

Grandiose Verfilmung eines grandiosen Buches, das den Deutschen Krimipreis erhielt.

Brian Helgeland schaffte das scheinbar unmögliche: er raffte den 500-seitigen Thriller gelungen zu einem etwa zweistündigen Film zusammen und erhielt dafür einen Oscar. Kim Basinger für ihre Rolle als Edelhure erhielt ebenfalls die begehrte Trophäe.

Mit Guy Pearce, Russell Crowe, Kevin Spacey, Kim Basinger, Danny DeVito, James Cromwell, David Strathairn, Paul Guilfoyle, Ron Rifkin,

Wiederholung: Mittwoch, 23. April, 00.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

SPLICEDwire: Interview mit James Ellroy zu „L. A. Confidential“ (1997)

Identity Theory: Robert Birnbaum redet mit James Ellroy (2001)

Los Angeles Times (Scott Timberg): Hollywood’s James Ellroy Enigma (6. April 2008 )

James-Ellroy-Fanseite (letztes Update: 2006)

Krimi-Couch über James Ellroy


Glauser 2008 vergeben

April 20, 2008

Das Syndikat, die Vereinigung deutschsprachiger Krimautoren, hat auf ihrer diesjährigen Criminale in Wien ihren Krimipreis, den Glauser, vergeben. Die Gewinner sind:

Roman

Lilian Faschinger: Stadt der Verlierer (Hanser Verlag).

Debüt

Rainer Gross: Grafeneck (Pendragon)

Kurzkrimi

Bernhard Jaumann: „Schnee an der Blutkuppe“ aus „Zum Sterben schön“ (Wunderlich).

Hansjörg-Martin-Preis (Kinder- und Jugendkrimipreis)

Boris Koch: Feuer im Blut (Beltz und Gelberg).

Friedrich-Glauser-Ehrenpreis

Sabine Deitmer

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner.

Die Begründungen können beim Syndikat als .pdf nachgelesen werden.


TV-Tipp für den 20. April

April 20, 2008

Tele 5, 23.00

Das Quiller Memorandum (GB 1966, R.: Michael Anderson)

Drehbuch: Harold Pinter

LV: Adam Hall: The Berlin Memorandum, The Quiller Memorandum, 1965 (Das Berlin-Memorandum)

Berlin, während des Kalten Krieges: Geheimagent Quiller soll den Mörder eines Kollegen finden. Wenn das so einfach wäre.

Spannender, in der deutschen Synchronisation entnazifizierter, Agententhriller.

Das Buch von Adam Hall, ein Pseudonym von Elleston Trevor, erhielt den Edgar Allan Poe Award for Best Novel und den Grand Prix de Littérature Policière. In den folgenden Jahren schrieb Hall weitere von der Kritik hochgelobte, kommerziell erfolgreiche Quiller-Romane.

Mit George Segal, Senta Berger, Alec Guiness, Max von Sydow, George Sanders

Wiederholung: Freitag, 25. April, 03.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Kirjasto über Elleston Trevor (aka Adam Hall)

Quiller-Fanpage

BFI Screen Online über „The Quiller Memorandum“


TV-Tipp für den 19. April

April 19, 2008

ARD, 23.05

Arabeske (USA 1966, R.: Stanley Donen)

Drehbuch: Julian Mitchell, Stanley Price, Pierre Marton (Pseudonym von Peter Stone)

LV: Alex Gordon (auch Gordon Cotler): The Cipher, 1961

Oxford-Professor Pollock soll eine hethitische Inschrift entziffern. Er weiß nicht, dass er danach umgebracht werden soll.

Schwungvolle Agenten-Komödie in einem verschwenderischen Dekor, z. B. trägt Sophia Loren nur Kleider von Dior. Ist einer der besten nicht von Hitchcock inszenierten Hitchcock-Filme – und eine prall gefüllte Wundertüte an Intrigen und Gegenintrigen.

Gordons Buch war 1962 als bestes Debüt für den Edgar nominiert.

Mit Gregory Peck, Sophia Loren

Hinweis

Turner Classic Movies über „Arabeske“


Krimijahrbuch 2008

April 18, 2008

So sieht es aus:

Das steht drin:

Bücher…

Ulrich Noller / Dieter Paul Rudolph: Krimi international 2007

Bernd Kochanowski: USA 2007 – die Krimipreise

Jörg von Bilavsky: Der Charme des Morbiden. Krimis aus Österreich

Jost Hindersmann: »Der Krieg hatte Dänemark erreicht« Kampf der Kulturen und Irak-Krieg in dänischen Kriminalromanen 2007

Ulrich Noller / Dieter Paul Rudolph: Deutschsprachige Krimis 2007

Rumpel / Wörtche / Noller / Rudolph: SIEBEN für die (vorläufige) Ewigkeit

Menschen…

Ulla Lessmann: Neugierige Anarchistin. Ein Gespräch mit Sabine Deitmer

Mario Fuhse: Herbstliche Rhythmen. Gespräch mit Frank Göhre

Christiane Geldmacher: Krimiautorin in Zeiten des Internets. Ein Interview mit Henrike Heiland

Jasna Mittler: »Wenn das Manuskript fertig ist, habe ich mein Vergnügen gehabt« Über den Autor Gunter Gerlach

Ludger Menke: »Kriminalliteratur ist für mich eine nostalgische Sache« Ein Interview mit Gilbert Adair

Ekkehard Knörer: Gefahrenzonen, Kriegsgebiete. Der Politthrillerautor Dan Fesperman

Beate Hinrichs: Lebenslustig, aber nicht gertenschlank. Katy Munger und Casey Jones. Eine Hommage

Alte Krimis…

Dieter Paul Rudolph: Die Bescholtenen. Zur Modernität »alter Krimis«

Ralf Koss: Zur Unterhaltung freigegeben. Historische Kriminalromane und die Weimarer Republik

Carsten Würmann: Volksgemeinschaft mit Verbrechern – zum Krimi im Dritten Reich

Michael Farin: Selber Weltall. Dr. Mabuse – ein deutscher Held

Jochen König: Philip Marlowes Erben sollen ermitteln, doch sind nicht auffindbar! Zur Lage des Hardboiled-Krimis in Deutschland am Anfang eines neuen Jahrtausends

Joachim Feldmann: Ermittlungen in einer heillosen Welt. Christopher J. Sansoms historische Kriminalromane

Film und Fernsehen…

Axel Bussmer: Zwischen Gewaltexzessen und Schauspielerkino. Die Kriminalfilme des Kinojahres 2007

Axel Bussmer: Korrupte Polizisten als Helden. Die Polizeiserie The Shield als Gesellschaftsporträt

Jost Hindersmann: »Am I mad, in a coma, or back in time?« Die britische TV-Serie Life on Mars – Gefangen in den Siebzigern

Ulrich Noller: Die Substanz des Buches in den Dienst der Gesetze des Films stellen. Liane Jessen, Fernsehspielchefin des Hessischen Rundfunks, über Genregeschichten in Literatur, Film und Fernsehen

Stephanie Busch und Ulrich Noller: »Wenn ab 16 Uhr alle anderen zu Hause sind, gehört mir die Stadt«. Drehbuchautor Orkun Ertener über seine Serie KDD – Kriminaldauerdienst

Hörspiel…

Ulrich Noller: »Das ist großartig!« Im Gespräch mit Uta-Maria Heim

Catharina Sommer: Radio-Tatort Köln/Düsseldorf: Der Emir. Eine solide Produktion ohne authentische Geräusche

Catharina Sommer: Wie der Radio-Tatort klingen sollte: „Es muss den Bauch erreichen, ohne den Kopf auszuschalten“

Matthias Kapohl: Entscheidung zum Thrill: Zur Hörspielbearbeitung von Joey Goebels Vincent – ein Werkstattbericht

Catharina Sommer: Hören mit Liebe. Das Infoportal »hoerspielkrimi.de«

… und Theorien und Fakten

Ulrich Noller: Die Erzähltechniken der Kriminalliteratur. Was ist das überhaupt, ein Krimi? Interviews mit Jochen Vogt und Thomas Wörtche

Thomas Wörtche: Kleiner staubtrockener, humorloser und kondensierter Kriterienkatalog für idealtypische, anständige Rezensionen von Kriminalromanen

Ludger Menke: Memento mori – Nekrolog für das Jahr 2007

Thomas Przybilka: Die Sekundärliteratur – Tipps des Jahres 2007. Eine Auswahl der deutschsprachigen Titel

Und das Teil kostet nur 12 Euro. Damit die darbenden Autoren sich demnächst einen Döner leisten können (Pizza war letztes Jahr), müssen viele, viele, viele Bücher verkauft werden. Denn der Umfang blieb gleich.

Als einer der Mitverantwortlichen (wenn auch nur zu einem kleinen Teil – das ursprünglich von mir geplante James-Crumley-Porträt werde ich irgendwann liefern. Vielleicht zum nächsten runden Geburtstag des 1939 geboren Bartträgers.) bin ich natürlich zur Begeisterung verpflichtet.

Doch auch wenn ganz objektiv betrachtet ist das „Krimijahrbuch 2008“ ein schönes Teil, eine würdige Fortsetzung des „Krimijahrbuchs 2006“ und des „Krimijahrbuchs 2007“ und gehört in jede gut sortierte Bibliothek.

Alle drei Bände können Sie schnell und unkompliziert beim Verlag, beim Buchhändler ihres Vertrauens oder bei Amazon kaufen. Etwas komplizierter wird’s bei mir, aber mit etwas gutem Willen bekommen wir auch das hin.

Christina Bacher, Ulrich Noller und Dieter Paul Rudolph (Hrsg.): Krimijahrbuch 2008

KrimiKritik 10, Nordpark Verlag, 2008

300 Seiten

12 Euro


TV-Tipp für den 18. April

April 18, 2008

Arte, 23.35

Der Heilige Berg (Mex/USA 1973, R.: Alejandro Jodorowsky)

Drehbuch: Alejandro Jodorowsky

Ein Jesus ähnelnder Dieb unternimmt mit einigen Gefährten und einem Guru eine Reise zum Heiligen Berg.

Jodorowskys „El Topo“ (erlebt nächsten Freitag seine TV-Premiere) ist ein Klassiker des Mitternachtskinos. Danach inszenierte er „Der Heilige Berg“. Der Film war nicht so erfolgreich, ist unbekannter, aber nicht weniger abgedreht.

„Die erste Stunde von ‚Montana Sacra’ ist (…) das Gelungenste, was Jodorowsky filmisch jemals zustande gebracht hat. Danach wird der Film immer schematischer und langweiliger (da hilft auch sein geschickter Umgang mit dem Studio-Set nichts mehr).“ (James Hoberman/Jonathan Rosenbaum: Mitternachtskino – Kultfilme der 60er und 79er Jahre)

„Bildgewaltig, voller Einfälle, die so blasphemisch sind, dass sie schon wieder ins Gegenteil umschlagen, und so wunderbar abgedreht, wie es nur die Filme aus der Ära der Counterculture sind.“ (epd Film 4/2008 )

Mit Alejandro Jodorowsky, Hector Salinas, Ramona Saunders, Juan Ferrara, Adriana Page, Burt Kleiner, Valerie Jodorowsky

Auch bekannt als „Montana Sacra“

Wiederholungen:

Samstag, 26. April, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Freitag, 2. Mai, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte über „Der heilige Berg“ und Alejandro Jodorowsky (mit vielen Links)

Homepage von Alejandro Jodorowsky

The Guardian: Interview mit Alejandro Jodorowsky (November 2002)

Resonance FM Pdcast: Interview mit Alejandor Jodorowsky (Juni 2007)

Fortean Times: Interview mit Alejandro Jodorowsky (Juli 2007)

Mitternachtskino über „Der Heilige Berg“


Neu im Kino: Chiko, Street Kings

April 17, 2008

Chiko (D 2007, R.: Özgür Yildrim)

Drehbuch: Özgür Yildrim

In Hamburg will der türkische Kleindealer Chiko im Gangstermilieu aufsteigen.

Schnörkelloser Gangsterfilm, der an Fatih Akins „Kurz und schmerzlos“ (Akin produzierte „Chiko“) und Martin Scorseses „Hexenkessel“ erinnert.

Mit Denis Moschitto, Volkan Özcan, Moritz Bleibtreu, Reyhan Sahin (Lady Bitch Ray)

Hinweise

Homepage zum Film (nicht sehr umfangreich)

Film-Zeit über „Chiko“

#

Street Kings (USA 2007, R.: David Ayer)

Drehbuch: James Ellroy, Kurt Wimmer, Jamie Moss

LV: James Ellroy: Watchman/The night Watchman (Originalgeschichte)

Die Story klingt nach einem typischen Ellroy – oder dem typischen Cop-Thriller der Marke „Korrupter Cop sitzt in der Scheiße; entdeckt, (Überraschung!) dass die Polizei korrupt ist und stellt sich auf die Seite der Guten“. Denken Sie nur an die Ellroy-Verfilmung „Dark Blue“ (für die Ayer das Drehbuch schrieb), ersetzen Kurt Russell durch Keanu Reeves, lassen den Rookie Scott Speedman weg und sie haben den nächsten düsteren, bleihaltigen LA-Copthriller.

Die amerikanischen Kritiker sind jedenfalls von diesem Film überhaupt nicht begeistert und der Verleih hat die Pressevorführungen so kurzfristig angesetzt, dass das zweiwöchentlich erscheinende Stadtmagazin „zitty“ den Film in der Druckausgabe nicht besprechen konnte. Vertrauen in das Produkt sieht anders aus.

Oh, und der Trailer scheint etliche Szenen zu enthalten, die es nicht in den Film geschafft haben.

Ellroys Story ist eine nicht veröffentlichte Originalgeschichte und sollte bereits vor Jahren als „Watchman“ oder auch „The night Watchman“ verfilmt werden. David Fincher, Spike Lee und Oliver Stone waren als Regisseure im Gespräch. Für den Film wurde Ellroys Drehbuch dann von mehreren Autoren (zwei schafften es in die Credits, aber Ayer soll und John Ridley hat vor Jahren an dem Drehbuch gearbeitet) bearbeitet.

Mit Keanu Reeves, Forest Whitaker, Hugh Laurie, Chris Evans, Martha Higareda, Cedric the Entertainer, Amaury Nolasco

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Street Kings“

Crimespree Cinema über „Street Kings“ (The Night Watchman)

Roger Ebert.com: Besprechung von Jim Emerson (er weist auf die Differenz zwischen Trailer und Film hin)


TV-Tipp für den 17. April

April 17, 2008

HR, 00.00

Gardenia – Eine Frau will vergessen (USA 1952, R.: Fritz Lang)

Drehbuch: Charles Hoffman

LV: Vera Caspary: Gardenia (Kurzgeschichte)

Norah Larkin glaubt, den Playboy Harry Prebble umgebracht zu haben.

Lang zeichnet das Psychogramm einer Frau in einer männerdominierten Welt.

„Dieses Melodram ist der schwächste aller Films noirs Langs – nur wenige Sequenzen haben zeigen Noir-Qualität.“ (Paul Werner: Film noir)

Mit Anne Baxter, Richard Conte, Raymond Burr, Nat King Cole (spielt sich)

Hinweise

Jay Steinberg bei Turner Classic Movies über Gardenia

Sam Ishii-Gonzalès bei Senses of Cinema über Gardenia

Wikipedia über Vera Caspary


Ausgewählte Frühjahrsmorde 2008: dtv

April 15, 2008

Ohne große Worte: die demnächst im Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv) erscheinenden Krimis:

Mai

Friedrich Ani: Wer tötet, handelt (der zweite Fall des Sehers: der blinde Kommissar Jonas Vogel bietet sich als Geisel an. Der erste Fall, „Wer lebt, stirbt“, hat mir nicht gefallen.)

T. C. Boyle: Talk Talk (Der Thriller von T. C. Boyle als Taschenbuch: Ein Betrüger hat gefälschte Schecks auf ihren Namen ausgestellt und ihre Identität geklaut. Jetzt schlägt sie zurück.)

Jonathan Harr: Der verschollene Caravaggio (The lost painting, 2005 – Zwei Studentinnen suchen das seit Jahrhunderten verschwundenes Caravaggio-Gemälde „Gefangennahme Christi“. Harr schrieb auch das erfolgreiche, mit John Travolta verfilmte Sachbuch „Zivilprozess“ und „Der verschollene Caravaggio“ erzählt ebenfalls eine wahre Geschichte.)

Gabriela Jaskulla: Die Geliebte des Trompeters (kein Krimi, sondern eine im Nachkriegsberlin spielende Liebesgeschichte zwischen einem Berliner Mädchen und einem amerikanischen Soldaten. Er heißt Chet Baker und wurde später als Jazzmusiker weltberühmt. – Die ersten Seiten haben mir nicht so gefallen, aber als Jazzfan gebe ich dem Buch eine zweite Chance. Oh, auch als Berliner.)

Cornelia Read: Schneeweißchen und Rosentot (A field of darkness, 2006 – Das Debüt war unter anderem für den Edgar, Gumshoe, Macavity und Barry nominiert. Also nicht von dem etwas nichtssagenden Titel und Cover irritieren lassen. – Besprechung demnächst.)

Ilka Remes: Das Erbe des Bösen (Pahan Perimä, 2007 – Als Biotechniker Erik Narva sich auf die Suche nach seinem verschwundenen Vater macht, findet er heraus, dass dieser als Physiker für die Nazis arbeitete. Bei seiner Suche bringt er auch das Leben seiner Familie in Gefahr. – Thriller über die Verantwortung von Wissenschaftlern für ihre Handlungen.)

Juni

John Harvey: Schlaf nicht zu lange (Darkness and Light, 2006 – Der dritte Frank-Elder-Roman: eine Freundin von Elders Exfrau ist verschwunden. – dtv wird danach die Resnick-Krimis veröffentlichen. Schön, dass Harvey endlich wieder einen deutschen Verlag gefunden hat. Und schön, dass jetzt auch hier die Leser John Harvey entdecken.)

Peter Oberdorfer: Kreuzigers Tod (Ein Debüt: eine mörderische Groteske aus einem österreichischen Bergdorf.)

Juli

Klaus Luttringer: Der Skorpion (Debüt: Tsilihin soll in Arkadien ein Verbrechen der Wehrmacht aufdecken.)

Henning Mankell: Das Auge des Leoparden (einer von Mankells Afrika-Romane)

Iain McDowall: Der perfekte Mord (das müsste „Percetly Dead“, 2003, der dritte Jacobson/Kerr-Roman sein. Dieses Mal müssen die beiden Polizisten den Mörder eines Dealers suchen. Kurz darauf bringt ein Mann in einem gediegenen Vorort seine Familie und dann sich um. – In jedem Fall spannende Krimiunterhaltung von der Insel.)

August

Umberto Eco: Der Namen der Rose (Vor über zwanzig Jahren hat mir das Buch gerade wegen der langen Diskurse über Gott, die Welt, die Ketzer und das Lachen viel besser als der Film gefallen.)

Cynthia Harrod-Eagles: Der Tote auf der Schaukel (ein neuer Fall für DI Bill Slider: auf einem Spielplatz bei einer Sozialwohnungssiedlung wird die Leiche eines muskulösen, gut gekleideten Mannes gefunden.)

September

Horst Bosetzky: Quetschkartoffeln und Karriere (der Abschluss der großen Familiensage von –ky lässt die siebziger Jahre wieder aufleben)

Kjell Eriksson: Nachtschwalbe (In einer Buchhandlung wird die Leiche eines jungen Schweden gefunden. Kommissarin Ann Lindell sucht den Mörder. Die Presse hält Einwanderer für die Täter. – Wird als „erstklassiger schwedischer Kriminalroman in bester Mankell-Tradition“ beworben.)

Paul Grote: Der Pottwein-Erbe (Zielgebiet der weinseligen Ermittlungen: Portugal. Auf den Erben eines Weingutes werden Anschläge verübt. Dieser sucht die Täter und erfährt dabei einiges über den portugiesischen Wein.)

Oktober

Leif Davidsen: Der Feind im Spiegel (Taschenbuch-Ausgabe eines Thrillers über die Jagd nach einem Dschihad-Kämpfer. Seine Jäger: ein ehemaliger serbischer Auftragskiller und ein dänischer Polizist.)

Anne George: Mörderische Aussichten (George erhielt für ihre Southern-Sisters-Serie nicht umsonst den Debüt-Agatha-Award, der Krimis im Stil von Agatha Christie auszeichnet. Dieses Mal wird die Hochzeit von Mary Alices Sohn durch einen Mord gestört. Gut, dass Patricia Anne ihr bei der Mördersuche helfen kann.)

Henning Mankell: Der Mann am Strand (Zwei Geschichten aus „Wallanders erster Fall“.)

Agustín Sánchez Vidal: Krytum (noch eine Dan-Brown-Variation. Dieses Mal ist ein geheimnisvolles Pergament der Auslöser für Mord und Totschlag.)

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Fett Kursiv sind die Titel gedruckt, auf die ich mich besonders freue.

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Und hier geht’s zu den vorherigen Teilen:

Knaur Taschenbuch, Droemer Hardcover, List Taschenbuch, Ullstein Taschenbuch

Heyne Taschenbuch

Blanvalet Hardcover, Heyne Hardcover, Manhattan, Page & Turner, Rotbuch

Blanvalet, Goldmann Taschenbuch

Alexander Verlag, Edition Nautilus, Pendragon, Unionsverlag, Pulp Master, vgs

Emons, Gmeiner, Grafit


TV-Tipp für den 16. April

April 15, 2008

RBB, 22.35

Don Mariano weiß von nichts (I/F 1967, R.: Damiano Damiani)

Drehbuch: Ugo Pirro, Daminano Damiani

LV: Leonardo Sciascia: Il giorno della civetta, 1961 (Der Tag der Eule)

In Sizilien wird ein Bauunternehmer ermordet. Hauptmann Bellodi will den Fall aufklären und legt sich mit den Mächtigen der Insel an.

„Der Tag der Eule“ ist der erste der sizilianischen Romane von Sciascia, in denen er gegen die Mafia und deren Verflechtungen mit der Politik anschrieb. Seine Bücher waren die Vorlage für einige der besten italienischen Polit-Thriller.

Damianis Verfilmung ist einer der frühen, stilbildenden Polit-Thriller in der Tradition von Costa-Gavras, Petri und Rosi. Damiani begründete unter anderem mit diesem Film seinen Ruhm.

„Sciascias extrem knappem Erzählstil entspricht in den Filmen eine vergleichsweise hastige Montage, die ein wenig von jener unerbittlichen Zwangsläufigkeit an sich hat, die sich in rasch und ohne Schnörkel inszenierten Szenenwechsel präsentiert. Sicher, die zynisch-spitzfindigen Dialoge Sciascias sind, verkürzt, doch die Filme gewinnen (…) gegenüber den Romanen an Anschaulichkeit.“ (Wolfgang Schweiger: Der Polizeifilm)

Mit Franco Nero, Claudia Cardinale, Lee J. Cobb, Serge Reggiani

Bekannter als „Der Tag der Eule“

Wiederholung

HR, Sonntag, 20. April, 00.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Krimi-Couch über Leonardo Sciascia

Wikipedia über Leonardo Sciascia