Die endgültige „Trias“-Teilkritik

Februar 4, 2008

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Der in der nahen Zukunft spielende Politthriller „Trias“ von Marc Kayser hat 560 Seiten. Auf Seite 171 zog ich die Reisleine. Doch schon nach den ersten Zeilen hätte ich das Buch zuklappen können: „Das Wetter war mies an diesem Novembertag. Vom nahen Grenzgebiet zu Polen zog Nebel Richtung Westen, der sich kalt und schwer auf die Straße legte.“ Das ist kein verheißungsvoller Anfang. Auf den nächsten vier Seiten wird es nicht besser. Ein Politiker lässt sich zu einem Treffen fahren. Nach vier Seiten fährt er in eine Sprengfalle und stirbt. Das ist ein Schock. Aber Schocks sind, weil sie unvermittelt kommen, nicht spannend. Spannend ist es, wenn die Explosion vorbereitet wird. Zum Beispiel indem erzählt wird, wie die Terroristen die Bombe befestigen und dann der Politiker auf die Fahrt in den Tod geschickt wird.

Doch das ist nicht ein missglückter Anfang, sondern – im gesamten ersten Teil von „Trias“ – ein durchgängiges Prinzip. Kayser hangelt sich, mit viel Leerlauf, von einer Überraschung zur nächsten, führt in epischer Breite eine Unzahl von verschiedenen Charakteren rund um den Globus ein, ohne etwas Wesentliches über sie zu verraten oder seine Geschichte zu erzählen. So hat wenige Seiten später die Bundeskanzlerin einen fast achtseitigen Auftritt, in dem einiges über die gesellschaftliche Lage (hat bis auf Seite 171 keine Bedeutung für die Handlung) und das geplante Abkommen „Trias“ (dito) verraten wird und sie am Ende vom Tod ihres Staatssekretärs erfährt. Bis Seite 171 ist diese Szene vollkommen unwichtig. Die Kanzlerin hat keinen weiteren Auftritt. Von ihren Aktionen nach dem Attentat erfahren wir nichts.

Kayser gelingt es mit den vielen, lieblos eingeführten Charakteren nur, einen spannungslosen Wust zu präsentieren, bei dem auch nach fast einem Drittel des Buches immer noch nicht deutlich wird, welche Geschichte Marc Kayser erzählen will.

Auf den ersten 170 Seiten von „Trias“ ist, auch dank des Klappentextes, nur erahnbar, dass es um ein geheimes Rohstoffabkommen geht, das in wenigen Wochen zwischen Amerika, Deutschland und Russland beschlossen werden soll. Terroristen (ob eine oder mehrere Gruppen ist unklar) haben, fast zeitgleich, den deutschen Verhandlungsführer und den stellvertretenden russischen Außenminister umgebracht. BKA-Ermittler Markus Croy glaubt, dass die Täter aus dem Osteuropäischen Raum kommen. Allerdings wollen auch – wahrscheinlich – verschiedene andere Gruppen und Staaten das Abkommen sabotieren. Da ist es gut, dass die Terroristen Croy aus nicht nachvollziehbaren Gründen in Prag umbringen wollen. Croy kann sich einen schnappen. Bei der Vernehmung hält er sich nicht lange mit Höflichkeiten auf, sondern foltert den Tschechen.

Diese vollkommen unmotivierte Folterszene zeigt wieder einmal, was Marc Kayser wahrscheinlich vorschwebt: ein deutsches „24“. Aber alles das, was in der erfolgreichen TV-Serie funktioniert, funktioniert in „Trias“ nicht.

 

Marc Kayser: Trias

Heyne, 2008

560 Seiten

9,95 Euro

 

Homepage von Marc Kayser

 

Lesung:

Dienstag, 5. Februar, 20.00 Uhr, Bertelsmann AG (Unter den Linden 1, Berlin)

Moderation: Hans-Ulrich Jörges (Stern)

Aus dem Roman liest Rainer Strecker


Zwei Hinweise: John-Harvey-Interview, Februar Krimi-Couch

Februar 3, 2008

Jetzt hat auch mich der normale Winterschnupfen erwischt. Das hat bei allen Nachteilen einen Vorteil: Ich habe eine gute Entschuldigung für meine Abwesenheit beim Rosenmontagszug.

Einer der Nachteile: meine für heute geplante Besprechung von Marc Kaysers Debüt „Trias“ erscheint später. Aber soviel kann schon verraten werden: der Politthriller hat mir überhaupt nicht gefallen. Die Berliner können sich am Dienstag, den 5. Februar, um 20.00 Uhr in der Bertelsmann AG (Unter den Linden 1) von den Qualitäten des Buches überzeugen.

Und nun zu den versprochenen Hinweisen:

Ali Karim redet mit John Harvey (und veröffentlicht es mit einer langen Einladung im Rap Sheet).

Die Februar-Ausgabe der Krimi-Couch ist online. Duane Louis (Swierczynski) wird abgefeiert. Ebenso C. J. Box, Gianrico Carofiglio und Marcus Sakey. Simon Brett nicht. Den Rest müssen Sie sich selbst ansehen.

Ich pflege jetzt meine Krankheit.


TV-Tipp für den 4. Februar

Februar 3, 2008

Das Vierte, 20.15

Nevada-Pass (USA 1976, R.: Tom Gries)

Drehbuch: Alistair MacLean

LV: Alistair MacLean: Breakheart pass, 1974 (Nevada-Pass)

1873 im Winter: Undercover-Agent Deakon muß während einer Zugfährt ein Komplott aufklären.

Der Krimi spielt zwar im Wilden Westen, aber McLean verbrät seine üblichen Ideen nur vor einer anderen Kulisse (Undercover-Agenten, große Verbrechen, Doppelspiele, Frauen – halt das, was wir auch von seinen Kriegs- und Agententhrillern kennen). Trotzdem ganz unterhaltsam.
Krimi-Autor Bill Crider schrieb im January Magazine über Detektive im Westen und dieses Buch: „There was a time when Scottish novelist MacLean was the premier thriller writer on both sides of the Atlantic. (Ask anyone who’s read some his early books, if you don’t believe that. Better still, read one yourself.) His forte was putting extremely competent heroes into situations that required physical strength, endurance and intelligence, and his plots were often quite complex mysteries. He was a little past his prime when he wrote Breakheart Pass, about an accused killer who’s taken on board a train loaded with medical supplies, relief troops and more than its fair share of troublemakers. Still, the book is a lot of fun, with one surprise after another (you never know just who’s on the side of the ungodly and who’s not in a MacLean novel), and enough action for two or three volumes. It rips along right until the breathless conclusion, and even the one embarrassing technical glitch probably won’t bother anyone too much.“

Mit Charles Bronson, Jill Ireland, Ben Johnson, Charles Durning, Richard Crenna, Ed Lauter

Hinweise:

Deutsche Alistair-MacLean-Fanpage

Krimi-Couch über Alistair MacLean

Kirjasto über Alistair MacLean


TV-Tipp für den 3. Februar

Februar 3, 2008

Tele 5, 22.30

Canyon Cop – Der Wind des Bösen (USA 1992, R.: Erroll Morris)

Drehbuch: Neal Jimenez, Eric Bergren

LV: Tony Hillerman: The dark wind, 1982 (Der Wind des Bösen)

Im Navajo-Reservat wird ein Bewohner ermordet und ein Flugzeug stürzt ab. Der indianische Polizist Jim Chee ermittelt.

Durchaus sehenswerte Hillerman-Verfilmung, die allerdings nicht vollständig die Faszination der Vorlage für die fremde Welt der Navajos einfangen kann. Denn zu unverbunden stehen im Film die Mythen und Riten der Indianer neben der alltäglichen Polizeiarbeit.

Tony Hillerman begann in den frühen Siebzigern die Polizeiromane mit Jim Chee und Joe Leaphorn zu schreiben, weil er der Welt Informationen über das Leben der Indianer unterhaltsam verkaufen wollte. Über die Jahre wurde er zum Chronisten einer untergehenden Kultur.

Mit Lou Diamond Phillips, Fred Ward, Gary Farmer, Guy Boyd

Hinweise:  

Homepage von Tony Hillerman

Homepage über Tony Hillerman

PBS über Tony Hillerman 

Dancing Badger (ein zunehmend enttäuschter Fan) über Tony Hillerman

Tobias Gohlis besucht 1998 Hillerman-Land: „Der Stolz der Navajos“

Krimi-Couch über Tony Hillerman


TV-Tipp für den 2. Februar

Februar 2, 2008

Sat.1, 00.15

Driver (USA 1979, R.: Walter Hill)

Drehbuch: Walter Hill

Nachdem einige den Noir-Roman “Driver” von James Sallis mit dem in Deutschland gleichnamigen Film von Walter Hill verglichen, gibt es jetzt wieder die Gelegenheit, den Neo-Noir anzusehen.

Die einfache Story: Ein Polizist will einen Fluchtwagenfahrer schnappen. Dabei scheut er auch nicht vor illegalen Methoden zurück.

„The Driver is the ultimate urban thriller.“ (Philip French, Radio Times)

Hill lässt seine existenzialistische Geschichte hauptsächlich im nächtlichen Los Angeles spielen, die Charaktere haben keine Namen, reden wenig und die Action-Szenen (natürlich vor allem in zu schnell fahrenden Autos) beanspruchen einen großen Teil von Walter Hills zweitem Film. Nach „Driver“, „Die Warriors“, „Long Riders“ und „Die letzten Amerikaner“ wurde er als wichtigster Action-Regisseur der achtziger Jahre gehandelt. Und dann kam „Nur 48 Stunden“.

Mit Ryan O’Neal, Bruce Dern, Isabelle Adjani, Ronee Blakley

Weitere Informationen:

IGN über Walter Hill


Nominierungen, Preise, Wahre Worte und der „Big Thrill“

Februar 1, 2008

Für den diesjährigen Hammett-Preis sind diese Werke nominiert:

 

Gil Adamson, The Outlander

Michael Chabon, The Yiddish Policemen’s Union: A Novel

Michael Dibdin (1947-2007), End Games: An Aurelio Zen Mystery (Sterben auf Italienisch)

Katie Estill, Dahlia’s Gone: A Novel

Martin Cruz Smith, Stalin’s Ghost: An Arkady Renko Novel (Stalins Geist)

 

Der Preis wird von der nordamerikanischen Sektion der International Association of Crime Writers für besonders gute von US-amerikanischen und kanadischen Autoren geschriebene Kriminalromane vergeben. Der Preisträger wird im Juni auf der Bloody Words Conference in Toronto verkündet.

(via Sarah Weinmann)

 

 

Der Publikumspreis Spinetingler ist vergeben. Die glücklichen Gewinner sind:

 

Best Novel, Legend: Laura Lippman: What the Dead Know

 

Nominiert:

Ken Bruen: Cross

Ken Bruen: Priest

James Lee Burke: The Tin Roof Blowdown

Ian Rankin: The Naming of the Dead (Im Namen der Toten)

James Reasoner: Devil’s Dust

 

Best Novel: Rising Star: Sean Doolittle: The Cleanup

 

Nominiert:

Charlie Huston: The Shotgun Rule

Larry Karp: The Ragtime Kid

Rick Mofina: A Perfect Grave

P. J. Parrish: A Thousand Bones

Steven Torres: Concrete Maze

 

Best Novel: New Voice: Allan Guthrie: Hard Man

 

Nominiert:

Megan Abbott: Queenpin

Declan Burke: The Big O

Steve Mosby: The 50/50 Killer (Der 50/50-Killer)

J. D. Rhoades: Safe and Sound

Duane Swierczynski: The Blonde (Duane Louis: Blondes Gift)

 

Best Publisher: Bitter Lemon Press

 

Nominiert: Europa Editions; Hard Case Crime; Poisoned Pen Press; Text Publishing

 

Best Cover: Allan Guthrie: Hard Man (gestaltet von Vaughn Andrews; Foto von Corbis)

 

Nominiert:

Robert Terrall: Kill Now, Pay Later (gezeichnet von Robert McGinnis)

Gil Brewer: The Vengeful Virgin (gezeichnet von Greg Manchess)

George Axelrod: Blackmailer (gezeichnet von Glen Orbik)

Nick Stone: Mr. Clarinet (gestaltet von Emily Cavett Taff)

 

Best Editor: Stacia Decker, Harcourt

 

Nominiert: Charles Ardai, Hard Case Crime; Alison Janssen, Bleak House; Barbara Peters, Poisoned Pen Press; and Dave Thompson, Busted Flush

 

Special Services to the Industry: Daniel Hatadi von Crimespace

 

Nominiert: Ali Karim of Shots und The Rap Sheet; Graham Powell von CrimeSpot; J. Kingston Pierce von The Rap Sheet; Maddy Van Hertburger von 4MA; Sarah Weinman von Confessions of an Idiosyncratic Mind

 

Best Short Story on the Web: “Seven Days of Rain,” by Chris F. Holm (Demolition)

Nominiert:

Charles Ardai: The Leap (Hardluck Stories)

Stephen Blackmoore: Breaking in the New Guy (Demolition

Nathan Cain: Amphetamine Logic (ThugLit

Lyman Ferro: The Switch (ThugLit)

Gerri Leen: Shared Losses (Shred of Evidence)

Amra Pajalic: The Living Dead (Spinetingler)

Kelli Stanley: Convivum (Hardluck Stories)

(via The Rap Sheet)

 

 

Dieter Paul Rudolph schreibt wahre Worte über Leserreaktionen auf Verrisse. Schade, dass Künstler, deren Freunde und Fans den Kritiker immer nur dann als inkompetent beschimpfen, wenn er schreibt, das Werk sei schlecht. Denn es wäre doch schön, wenn nach einer inkompetenten Lobhudelei der Künstler sich meldet und – – – Ach, das wird ein Traum bleiben.

 

 

Kein Traum ist die Februar-Ausgabe von The Big Thrill. Dieses Mal mit G. M. Ford (sein erster Standalone ist draußen), James O. Born, Peter May, Alex Berenson (sein Edgar-prämiertes Debüt „Kurier des Todes“ erschien jetzt auf Deutch) und Gespräche mit Michael Palmer und Tess Gerritsen.


TV-Krimi-Buch-Tipps online

Februar 1, 2008

Ihr kennt das Spiel. Hier der textlastige Anfang; den wünderschön bebilderten Rest gibt es bei den Alligatorpapieren:

In den kommenden beiden Wochen gibt es eine James-Bond-Filmnacht, endlich wieder Erroll Morris‘ Tony-Hillerman-Verfilmung „Canyon Cop – Der Wind und der Löwe“, Joseph Sargents John-Godey-Verfilmung „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“, die unterschätzte Georges-Arnaud-Verfilmung „Atemlos vor Angst“ von William Friedkin, Claude Pinoteaus Francis-Ryck-Verfilmung „Ich – Die Nummer eins“ (mit Lino Ventura), Damian Harris‘ „Bad Company“ (nach einem Drehbuch von Ross Thomas), Dominik Grafs „Eine Stadt wird erpresst“ (nach einem Drehbuch von Rolf Basedow), Michael Manns Frank-Hohimer-Verfilmung „Der Einzelgänger“, Sidney Lumets Lawrence-Sanders-Verfilmung „Der Anderson-Clan“ (mit Sean Connery), Jean Beckers Sébastien-Japrisot-Verfilmung „Ein mörderischer Sommer“, Stanley Kubricks Lionel-White-Verfilmung „Die Rechnung ging nicht auf“ und die sehenswerte Doku „Denn sie kennen kein Erbarmen“ über den Italo-Western.
Für die Freunde des schlechten Films gibt es diese zweifelhaften Vergnügen: „Der Schakal“ (soll auf dem Frederick-Forsyth-Roman basieren), „Sanders und das Schiff des Todes“ (Edgar Wallace hat nichts mit diesem Film zu tun), „Rette deine Haut, Killer“ (Jean-Patrick Manchette nahm das Geld und rannte weg), „Be Cool“ (Elmore Leonard tat das gleiche) und „Tatort: Aus der Traum“ (nicht alles von Fred Breinersdorfer ist gut).


Kein Buch für mich

Februar 1, 2008

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Mechtild Borrmanns „Morgen ist der Tag nach gestern“ wurde von etlichen Kollegen gelobt (hier, hier, hier, hier, hier, hier). Deshalb quälte ich mich durch die ersten Seiten und hoffte, dass es besser würde. Borrmann schreibt nämlich im nicht nur von mir sehr ungeliebten Präsens. Denn es ist schwierig ist, in dieser Erzählzeit elegant und natürlich zu formulieren. Darum sind die meisten Geschichten in der Vergangenheitsform geschrieben. Sie eröffnet einen viel größeren sprachlichen Raum. Allein schon das Ankündigen von zukünftigem Unheil ist ein wirksames Mittel die Spannung zu steigern und die Lesenden emotional in die Geschichte einzubinden.  

Im weiteren Verlauf der Geschichte geht Borrmann mit dieser nicht sehr lesefreundlichen Erzählzeit ganz gut um. Aber dafür ist die aus drei Perspektiven erzählte Geschichte langweilig und immer wieder nicht besonders plausibel.

Das Ferienhaus des vermögenden Gustav Horstmann brennt ab. Als in der Brandruine nacheinander zwei Leichen gefunden werden, beginnt Kommissar Peter Böhm den Mörder zu suchen. Kurz darauf werden auf Horstmanns im Keller stehenden PC pornographische Bilder von vermissten Kindern gefunden. Zur gleichen Zeit beobachtet Nachbar Frank Zech die Aufräumarbeiten und Unternehmer Wolfgang Wessel schreibt ein Geständnis auf.

Diese drei Erzählstränge plätschern, ohne sich gegenseitig zu beeinflussen, vor sich hin und treffen erst am Ende so halbwegs aufeinander. Die Lösung, also wer warum die Morde verübte und den Brand verursachte, ist letztendlich nicht sonderlich überraschend, wenn man erfährt, dass Zech das abgebrannte Haus hütete und Wessels minderjährige Tochter seit Jahren verschwunden ist. Beides verrät Borrmann schon sehr früh.

Weil ich bei einem Roman allerdings in erster Linie unterhalten werden möchte, wäre auch das nicht so schlimm, wenn die drei Handlungsstränge wenigstens ein interessantes Eigenleben hätten. Wenn also jeder einzelne Charakter ein klar erkennbares Ziel (Und wenn es nur ein Glas Wasser ist.) erreichen möchte. Doch dem ist nicht so. Sie haben keine Ziele, damit gibt es auch keine Konflikte, die die Geschichte voranbringen, und deshalb sind sie mir alle ziemlich egal.

Dafür gibt es Klischees (Warum müssen die Polizisten immer Essen, wenn eine Leiche entdeckt wird?), dramaturgischen Leerlauf (Zum Beispiel der erste Auftritt der Polizisten.) und unglaubwürdige Szenen (Wenn das Geständnis der Prostituierten nicht auf den letzten Seiten des Romans gewesen wäre, hätte ich das Buch verärgert in eine Ecke geworfen.).

„Morgen ist der Tag nach gestern“ mit seiner missglückten Mischung aus Polizei- und Psychokrimi hielt am Ende genau das, was mir die ersten Seiten signalisierten: Das ist kein Buch für mich.

 

 

Mechtild Borrmann: Morgen ist der Tag nach gestern

Pendragon, 2007

224 Seiten

9,90 Euro

 

Homepage von Mechtild Borrmann


TV-Tipp für den 1. Februar

Februar 1, 2008

Das Vierte, 20.15

Robin und Marian (USA 1976, R.: Richard Lester)

Drehbuch: James Goldman

Nach zwanzig Jahren und zahllosen Kämpfen für seinen König kehrt Robin Hood nach Sherwood Forest zurück. Dort unterdrückt der Sheriff von Nottingham immer noch die arme Bevölkerung und Maid Marian, inzwischen Äbtissin, will erobert werden. Also machen Robin, der Sheriff und die Maid da weiter, wo sie vor zwanzig Jahren aufgehört haben.

Die Geschichte von Robin Hood ist bekannt. Aber Richard Lester, der bereits den drei Musketieren neue Nuancen hinzufügte, machte aus der altbekannten Geschichte einen Abgesang auf den Helden, der einige Jahre älter und zahlreiche Illusionen ärmer ist

„Es muss Richard Lester und seinem Drehbuchautor James Goldman diebisches Vergnügen bereitet haben, die bekannten Charaktere gegen den Strich zu inszenieren, ihnen ein gegenteiliges Image zu verpassen. (…) Der ungewönlichste aller Robin-Hood-Filme.“ (Adolf Heinzlmeier: Sean Connery)

Mit Sean Connery, Audrey Hephurn, Robert Shaw, Richard Harris, Nicol Williamson, Ian Holm

Hinweise:

Senses of Cinema (Peter Tonguette) über Richard Lester

Turner Classic Movies (Eleanor Quin) über “Robin and Marian”

Ein Ausschnitt über das Drehbuchschreiben aus dem Vorwort von James Goldman aus dem publizierten Drehbuch “Robin and Marian”


Verkorkster „Bruderdienst“

Januar 31, 2008

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Jacques Berndorf hat mit seinen Eifelkrimis ein Millionenpublikum erobert. In den vergangenen Jahren gönnte er sich immer wieder Ausflüge in den Politthriller. Aber sein zweiter BND-Roman mit Geheimagent Karl Müller, „Bruderdienst“, ist einfach schlecht.

Die Geschichte ist nicht plausibel (Die Koreaner haben wahrscheinlich eine Atombombe verkauft. Der BND will herausfinden, ob’s stimmt.). Die Dialoge sind unterste CSI-Schublade. Im Fernsehen kann ich damit leben, dass der eine Forensiker dem anderen erklärt, was er gerade macht. Aber in einem Roman gibt es, – Berndorf als erfahrener Autor sollte das Wissen -, elegantere Möglichkeiten. Dann menschelt es ohne Pause im BND und in Gesprächen mit mehr oder weniger befreundeten Geheimdiensten. Denn bevor sich den Weltproblemen zugewandt wird (Hey, wahrscheinlich haben irgendwelche durchgeknallten Terroristen eine Atombombe.),  wird sich erst einmal in epischer Breite über die verschiedenen Zipperlein und Krankheiten der Ehefrauen ausgetauscht und die Küche nach Essbarem inspiziert. Das hat mit der Geschichte nichts zu tun und verrät uns auch nichts Wichtiges über die Charaktere. Aber das ist immer noch besser, als wenn die supertollen BND-Agenten in Aktion treten, sich dabei ziemlich hirnrissig verhalten und wieder einmal im Smalltalkmodus geheime Informationen an dubiose Charaktere ausplaudern. Der löchrige Plot liest sich dann wie eine ungewollte Parodie auf einen schlechten Agentenkrimi. Aber Berndorf meint es Ernst. In Interviews erzählt er von seinen Besuchen beim BND und den Einblicken die er in die Arbeit der Agenten erhielt. Doch in „Bruderdienst“ findet sich nichts davon in einer literarisch angemessenen Form. Das Werk ist ein unrealistischer Langweiler, der anscheinend als „Das große TV-Ereignis“ konzipiert wurde.

Nein, da ist sogar das schwächste Buch von John le Carré um Klassen besser. „Bruderdienst“ ist höchstens unterste Regionalliga.

 

Jacques Berndorf: Bruderdienst

Heyne, 2007

416 Seiten

19,95 Euro

 

Homepage von Jacques Berndorf

Interview mit Jacques Berndorf zu „Bruderdienst“, seinem Verlagswechsel und den Nicht-Verfilmungen seiner Eifel-Krimis


TV-Tipp für den 31. Januar

Januar 31, 2008

Vox, 21.50

Explosiv – Blown Away (USA 1994, R.: Stephen Hopkins)

Drehbuch: Joe Batteer, John Rice

Lahmer Actionthriller über einen IRA-Kämpfer, der in Boston mehrere Bomben explodieren lässt, weil er eine alte Rechnung mit einem Kumpel begleichen will. Der arbeitet jetzt als Sprengstoffexperte bei der Polizei.

Die Explosionen sind ein Fest für’s Auge. Hier wurden keine Kosten und Mühen gescheut. Beim Drehbuch schon. Die Schauspieler sind gut. Und Stephen Hopkins macht inzwischen mit „24“ richtig gutes Fernsehen.

Mit Jeff Bridges, Tommy Lee Jones, Suzy Amis, Lloyd Bridges, Forest Whitaker, Cuba Gooding Jr. (Bomb Squad-Mitglied)

Wiederholung:

Freitag, 1. Februar, 01.50 Uhr (Taggenau!)


Kleiner Rundumschlag

Januar 30, 2008

Things I’d rather be doing befragt im Monday Interview Marcus Sakey (Der Blutzeuge):

And the opportunity to point things out, to have a pulpit from which to say, „Hey, look – this is fucked up, and we should notice it,“ that’s one of the reasons I love being a novelist.

That said, my first purpose is to entertain, to tell a good story that hopefully keeps people up late. Everything else comes second. Who wants to read a polemic?

Duane (Louis) Swierczynski (Blondes Gift) ist von „Cloverfield“ (deutscher Kinostart am 31. Januar) schwer begeistert. Tage später: I’m still thinking about Cloverfield, by the way. It’s the kind of movie that sticks to your ribs. Und hier schon wieder.

Weitere Infos über den von „Lost“-Erfinder J. J. Abrams produzierten Film „Cloverfield“ gibt es bei Film-Zeit, hier (englisch) oder hier (deutsch).

„Rambo“-Erfinder David Morrell findet den neuen Rambo-Film ziemlich gut:

With relief, I’m happy to report that it’s excellent. The level of violence might not be for everyone, but it has a serious intent.

This is the first time that the tone of „First Blood“ the novel has been used in any of the movies. It’s spot-on in terms of how I imagined the character: angry, burned-out, and filled with self-disgust because he hates what he is and yet knows it’s the only thing he does well. (…) It’s not a 4-star movie — the villains are too superficial. But this is a solid three stars.

„Rambo 4“ kommt Mitte Februar in die deutsche Kinos.

Im ZDF Infokanal kann ein fünfzehnminütiges Ian-Rankin-Porträt von Tobias Gohlis genossen werden. Schönes Teil. Es geht hauptsächlich um Rankins neuestes Buch „Im Namen der Toten“ (The Naming of the Dead, 2006). Die Übertragung war bei mir etwas ruckelig, aber immerhin hat die ZDF Mediathek bei Rankin endlich wieder einmal funktioniert.

Ist das witzig?


TV-Tipp für den 30. Januar

Januar 30, 2008

3sat, 22.25

Kottan ermittelt: Hartlgasse 16a (A 1976, R.: Peter Patzak)

Drehbuch: Helmut Zenker

Eine Rentnerin wird in ihrer Wohnung ermordet. Major Adolf Kottan ermittelt in einem Mietshaus voller missgünstig-selbstsüchtiger Bewohner.

„Hartlgasse 16a“ ist der erste Filme der kultigen, immer abgedrehteren Kottan-Serie. Peter Vogel spielte hier (nicht so toll) den Kottan. Später übernahmen Franz Buchrieser und Lukas Resetaris die Rolle.

„Schilderungen des Wiener Mileus, schrullige Gags, oft fast surrealistische Geschichten prägen diese Parodie.“ (Martin Compart: Crime TV)

„Die Filme waren als Versuch gedacht, Gesellschaftskritik auf listige und lustige Weise in einem Krimi zu verpacken, mit boshaften Seitenhieben auf so ehrwürdige Institutionen wie Polizei, Kirche, Kronenzeitung. (…) Die Bosheit der Leute untereinander, ihre Aggressionen, ihre Geldgier, Rachsucht bildeten eine Dramaturgie, in die der Arm des Staates, die Polizei, plump eingreift.“ (Heidi Pataki, tip1/1983)

„Hartlgasse 16a“ beginnt halbwegs wie ein normaler Siebziger-Jahre-Soziokrimi, aber das Team Zenker/Patzak zeigt dafür das Milieu der kleinen Leute in ihrer dumpfen Enge viel zu zynisch-mitleidlos und demaskiert den Staat (besonders natürlich die Polizei) als einen unfähigen Trottelhaufen, der keinen Respekt verdient, ohne pädagogisch erhobenen Zeigefinger.

Die Musik ist von Georg Danzer.

Die gesamte Folge kann, in zehn Teilen, auf You Tube gesehen werden. Dort gibt es auch weitere „Kottan ermittelt“-Clips.

Mit Peter Vogel, Curt A. Tichy, Walter Davy, Louise Martini

Weitere Informationen:

„Kottan ermittelt“-Fanseite

Fernsehserien über Kottan


Cover der Woche

Januar 29, 2008

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TV-Tipp für den 29. Januar

Januar 29, 2008

Arte, 21.00

Jonestown – Todeswahn einer Sekte (USA 2006, R.: Stanley Nelson)

Drehbuch: Marcia Smith, Noland Walker

Spielfilmlange Doku über die Sekte Peoples Temple des Predigers Jim Jones und den Massenselbstmord von über 900 Gläubigen am 18. November 1978 im Dschungel von Guyana. Nelson rekonstruiert, mit bislang unveröffentlichten Aufnahmen und Zeitzeugen, dieser Sekte.

Wiederholungen:

Freitag, 8. Februar, 01.15 Uhr (Taggenau!)

Freitag, 15. Februar, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Weitere Informationen

Arte zum Film

Greencine-Interview mit Stanley Nelson


Kleinkram: Nachrufe, Lesetipps von Sakey, Was Autoren von Hollywood lernen können, Fusilli und Banks antworten, Bowden nennt den Unterschied

Januar 28, 2008

Sara Paretsky schreibt im Outfit über den am 17. Januar verstorbenen Edward D. Hoch:

Ed was one of the kindest, most gracious and gentlemanly of all crime writers. His was the first face and hand to welcome any newcomer to MWA, and almost all of us active writers can cite any number of generous acts, from seeing that our own work got published, to his support of Sisters in Crime when we were first starting out. His memory will live long, but we will miss him sorely.

Hier geht’s zum New York Times Nachruf auf Edward D. Hoch.

Marcus Sakey (Der Blutzeuge) verrät seine aktuelle Lektüre.

Bei Naked Truth about Literature and Life wird der Frage nachgegangen, was Romanautoren von Filmen lernen können. James O. Born (wir kennen ihn von seiner Ballerstunde auf Bücher) macht den Aufschlag:

Some of the best advice I was ever given was by Elmore Leonard when I was just starting to write. He and his assistant, Gregg Sutter, encouraged me to look at the book like a movie with each chapter broken into scenes. It sounds simple but to a novice like me it was the Holy Grail. To this day I can focus on each scene of a novel without becoming overwhelmed with the idea of a larger project. Maybe that way of looking at the novels makes them seem like they would transition to film.

Bei  ihm gibt es auch eine interessante Diskussion über gelunge Verfilmungen.

Jacqueline Winspear nimmt den Ball auf und sieht sich die Charaktere in Filmen an:

I also like to watch the “Special Features” at the end of a rented movie – you never know what you might learn. This time, it was a comment from the wardrobe mistress (do they still call them by that old-fashioned name? Or are they costume designers?). She said that when each actor comes to her studio, to talk about their costumes for a movie, she asks them about their character. The question that tells her more about the charcter, that guides her in pulling together the costumes, is, “What do you have in your pocket?” Ooooohhhh, that’s a good question, I thought.

Bei Sons of Spade beantworten Jim Fusilli und Ray Banks einige Fragen zu ihren Privatdetektiven.  Jim Fusilli, von dessen vier Terry-Orr-Romanen zwei auf Deutsch erschienen, sagt, es gebe wahrscheinlich keinen weiteren Terry-Orr-Roman:

 I enjoyed doing the four Terry Orr novels, but I’m not certain that the P.I. field is the best place for my writing.

Fusilli schrieb außerdem ein Buch über Brian Wilson und das Beach-Boys-Album „Pet Sounds“.

Ray Banks, der noch nicht ins Deutsche übersetzte Erfinder von Manchester-PI Cal Innes (er arbeitet gerade am vierten Innes-Roman), nennt einige wichtige zeigenössische PI-Autoren:

I think Ken Bruen is already a massive influence on newer writers, and not just stylistically. He’s bringing emotion back to what is still primarily a chilly, investigative sub-genre. Laura Lippman, Walter Mosley and George Pelecanos bring in the sociological elements, without becoming either too preachy or too political. James Sallis deconstructs the mythology and the very idea of a fictional private investigator. And James Crumley happens to write some of the finest, meatiest prose I’ve ever read.

Really, the PI will never die. He or she will just evolve into something more meaningful for their time.

Und J. D. Rhoades (ähem, auch noch nicht übersetzt) hat in seinem „What fresh hell is this?“-Blog ein schönes Zitat von Mark Bowden (der Sachbuchautor von „Killing Pablo“ und „Black Hawk Down“) gepostet:

The essential difference between writing nonfiction and writing fiction is that the artist owns his vision, while the journalist can never really claim one, or at least not a complete one—because the real world is infinitely complex and ever changing. Art frees you from the infuriating unfinishedness of the real world.

Die Screen Actors Guild hat ihre Preise verliehen.  Die Gewinner sind – 


TV-Tipp für den 28. Januar

Januar 28, 2008

ZDF, 20.15

Nachtschicht: Ich habe Angst (D 2008, R.: Lars Becker)

Drehbuch: Lars Becker

Auch in ihrer fünften Nacht gibt es für den Hamburger Kriminaldauerdienst viel zu tun. Bei einer Razzia entwischt ihnen der Kopf der Fälscherbande. Eine Lehrerin meldet sich anonym beim KDD und zeigt eine Kindesmisshandlung an. Ein Mann wird erstochen. 

Der sechste Nachtschicht-Krimi „Blutige Stadt“ ist bereits abgedreht.

Mit Armin Rohde, Minh-Khai Phan-Thi, Ken Duken, Barbara Auer, Pierre Semmler, Ulrike Krumbiegel, Matthias Brandt

ZDF über „Nachtschicht“


Schockierend! Ein nackter Hintern!!

Januar 27, 2008

Die Netzeitung präsentiert uns diese AP-Meldung:

Das US-Fernsehnetzwerk ABC soll wegen eines nackten Frauenhinterns in der Serie «NYPD Blue» 1,4 Millionen Dollar (950.000 Euro) Strafe zahlen. Das forderte die amerikanische Medienaufsichtsbehörde FCC am Freitag in Washington. Sie nahm Anstoß an einer Szene aus einer im Jahr 2003 über 52 ABC-Stationen gezeigten Folge, in der ein Junge eine Frau überrascht, die gerade in die Dusche gehen will.

In der Szene seien «mehrfach Nahaufnahmen» des Körperteils gezeigt worden, hieß es in dem FCC-Antrag. Sie seien unanständig, weil sie «Sexual- und Ausscheidungsorgane zeigen, besonders den nackten Hintern einer Frau». Dies sei in der Hauptsendezeit zwischen 18 und 22 Uhr nicht zulässig. Den Einwand von ABC, ein Hintern sei kein Sexualorgan, wies die FCC zurück. (AP)

(Etwas ausführlicher und auf englisch von Reuters)

Der Hintern gehört Charlotte Ross. Sie spielte in der inzwischen eingestellten Polizeiserie „NYPD Blue“ sechs Jahre lang Detective Connie McDowell – und wenn man bedenkt, welche Tabubrüche „NYPD Blue“ in der ersten Staffel (unter anderem einen nackten David Caruso)  wagte, dann verrät uns diese Klage einiges über die USA.

Sehen Sie selbst vor was für schockierenden Bildern die amerikanische Jugend und ihre Eltern im Abendprogramm geschützt werden muss:

 


TV-Tipp für den 27. Januar

Januar 27, 2008

ARD, 17.30/ZDF 17.40

Landtagswahl in Hessen und Niedersachsen

HR, 20.15

Hessen hat gewählt

Wenn die Meinungsforscher Recht haben und die Politiker nicht um 18.01 Uhr umknicken, dann wird Hessen ein Remake der Bundestagswahl. Die Rahmenbedingungen sind jedenfalls ähnlich gesetzt: CDU und SPD liegen bei den Umfragen gleichauf. Eine CDU-FDP-Koalition hat keine Mehrheit. Eine SPD-Grüne-Koaliton ebenfalls nicht. Die CDU will nicht mit der SPD – und umgekehrt. Mit den Linken will niemand  – und die wollen unter keinen Umständen mit der CDU (wenn wir von hypothetischen Problemen sprechen) und eigentlich auch nicht mit den anderen Parteien; – falls sie überhaupt rein kommen. Die FDP will nur mit der CDU. Tja, und die Grünen können nach diesem Wahlkampf unmöglich mit der CDU koalieren und wollen es wieder mit der SPD probieren.

Jedenfalls gönne ich dem Amtsinhaber, dass er nach diesem Wahlkampf von einigen Ausländern (wenn auch nur angeheiratet) aus dem Amt gejagt wird.

Das dürfte dann das einzig erfreuliche bei diesem schlechten Remake sein. Denn einen Schröder wird Koch nicht hinkriegen und das Gewürge der Partnersuche kennen wir noch von der Bundestagswahl.


KrimiWelt-Bestenliste Februar 2008

Januar 26, 2008

Die KrimiWelt-Bestenliste für den Februar 2008 empfiehlt diese Werke:

 

1          (1)       Martin Cruz Smith: Stalins Geist

2          (7)       Gianrico Carofiglio: Das Gesetz der Ehre

3          (2)       Jean-Patrick Manchette/Jean-Pierre Bastid: Lasst die Kadaver bräunen!

4          (-)        Tom Rob Smith: Kind 44

5          (6)       Charles Todd: Zeit der Raben

6          (-)        Arimasa Osawa: Der Hai von Shinjuku – Rache auf Chinesisch

7          (5)       Arne Dahl: Ungeschoren

8          (-)        Iain McDowall: Zwei Tote im Fluss

9          (-)        Peter Temple: Vergessene Schuld

9          (8)       Oliver Bottini: Im Auftrag der Väter

 

In den Klammern ist die Platzierung des Vormonats.

Weitere Informationen zu den Büchern gibt es bei Arte.

 

Martin Cruz Smith und Peter Temple habe ich bereits abgefeiert. Gianrico Carofiglio demnächst. Sein „Gesetz der Ehre“ (doofer deutscher Titel) ist ein spannender Gerichtsthriller über einen kleinen Drogenschmuggelfall.

Der Rest – hmhm.

Aber ich kann jetzt schnell einige Bücher empfehlen, die es immer noch nicht (naja, wahrscheinlich ‚die es nicht’) auf die KrimiWelt-Bestenliste geschafft haben:

Thomas H. Cook: Das Gift des Zweifels

Marcus Sakey: Der Blutzeuge

Nick Stone: Voodoo 

Duane Louis (Swierczynski): Blondes Gift

Ross Thomas: Kälter als der Kalte Krieg

Ein Movie-Tie-In wird wahrscheinlich niemals auf die Liste kommen. Dabei sind die Monk-Bücher von Lee Goldberg und die CSI:NY-Romane von Stuart M. Kaminsky ziemlich gute Krimis.