Sat.1 beendet das Drama um die unwitzige Comedy-Kopie „Das iTeam – Die Jungs an/mit der Maus“ mit sofortiger Wirkung (siehe Qutenmeter-Meldung). Nachdem die erste Folge fast einhellig verrissen wurde, die zweite Folge von kaum jemandem gesehen wurde, wird die dritte Folge überhaupt nicht mehr gezeigt. „Hausmeister Krause“ übernimmt. Den Grund für das Scheitern der fast Eins-zu-Eins-Kopie von „The IT-Crowd“ finden Sie hier und hier (mit einem direkten Bildvergleich).
Edward D. Hoch ist gestorben (oder hier). Der Grandmaster schrieb unzählige Kurzgeschichten (es dürften fast tausend sein), wenige Romane und gab viele Anthologien heraus.
Vom ersten Radio-Tatort „Der Emir“ habe ich die ersten Minuten gehört und dann entnervt aufgegeben. Die Dialoge gruselig. Das ständige Überbetonen der Sprecher nervig. Wenn das die Zukunft des Krimihörspiels ist, krame ich lieber meine alten BBC-Hörspiele raus, höre mir einen dieser vorgelesenen Romane oder den „Killer Club“ an.
Kabarettist Christoph Süß führt durch die diesjährige 29. Verleihung des Bayerischen Filmpreises, den „Pierrots“.
„Um die Bedeutung des Kinofilms als Kulturgut herauszustellen, verleiht die Bayerische Staatsregierung seit 1979 auf Vorschlag einer unabhängigen Jury den Bayerischen Filmpreis für hervorragende Leistungen im deutschen Filmschaffen.
Er ist mit Preisgeldern von insgesamt 300.000 € dotiert. Den größten Anteil hat dabei der Produzentenpreis mit 200.000 €. Damit gehört der Bayerische Filmpreis zu den höchstdotierten und begehrtesten Auszeichnungen seiner Art in Deutschland.“ (Homepage des Landes Bayern)
Kameramann Michael Ballhaus erhält den Ehrenpreis (Da kann man nichts dagegen sagen). „Lissy und der wilde Kaiser“ den Publikumspreis. Hmhm. Hm, bei der Konkurrenz (Die wilden Hühner und die Liebe, Die wilden Kerle 4, Neues vom Wixxer, Vollidiot) eine ausgezeichnete Wahl.
Die restlichen Gewinner werden sich erst heute Abend über einen Haufen Geld freuen können.
Es geschah am hellichten Tag (D 1996, R.: Nico Hofmann)
Drehbuch: Bernd Eichinger, Uwe Wilhelm
LV: Friedrich Dürrenmatt: Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman, 1957
Kommissar Matthäi sucht den Mörder eines neunjährigen Mädchens.
Bernd Eichinger hatte die Idee zur kurzlebigen Reihe „German Classics“. In ihr wurden deutsche Filmklassiker von einer hochkarätigen Besetzung vor und hinter der Kamera für das Fernsehen neu inszeniert. Die Kritikerreaktionen waren gespalten, aber durchaus wohlwollend. Nur SAT 1 stieg nach vier Filmen aus. Deshalb ist „Es geschah am helllichten Tag“ einer der wenigen von einem Privatsender produzierten Filme, die echte Kinoqualitäten haben und nicht durch ein verzweifeltes Schielen auf die Quote alles vermurksen.
Dieses Remake von „Es geschah am helllichten Tag“ ist ein seltsam aus der Zeit gefallener Film. Das Rühmann/Fröbe-Original wurde kaum aktualisiert und jetzt sehen wir einen filmischen Bastard, der einerseits eindeutig in den Fünfzigern spielt, andererseits aber mit der heutigen Technik arbeitet. Die Inszenierung betont, besonders bei den im Wald spielenden Szenen, das märchenhafte. Gerade wegen der nur halbherzigen Aktualisierung berührt einen Nico Hofmanns Remake nie wirklich. Es bleibt letztendlich Ausstattungskino.
Vier Jahre später inszenierte Sean Penn mit „Das Versprechen“ (The Pledge) den gleichen Stoff wesentlich packender.
Mit Joachim Król, Barbara Rudnik, Axel Milberg, Heino Ferch
Der Preis wird von Buchhändlern verliehen für das Buch, das sie am liebsten verkauften. Die Verleihung ist Anfang März beim Left Coast Crime.
Sarah Weinman schreibt über die aktuelle Renaissance des Politthriller mit seinen alten Helden, wie Robert Littell und Charles McCarry, und ihren Nachfolgern, wie Olen Steinhauer, Dan Fesperman, Jenny Siler und Alex Berenson (dessen The faithful spy/Kurier des Todes gerade auf Deutsch erschien):
If crime novels seek order out of chaos, spy novels seek to find shreds of humanity within the chaos, mining casual and catastrophic betrayals for larger meanings — even if none actually exist. Some spy novels offer pure escapism, but the best understand, and illuminate, how impossible that pursuit is in today’s world.
At his core, Rapp is an assassin. Since the beginning of his creation I’ve struggled with a simple question: How does a man that has seen and done what Rapp has done, expect to have a normal domestic life? How does a taker of life expect to create life, and not have his job come home to haunt him?
Und Rotbuch veröffentlicht – Krimiblog und Krimileser haben’s bereits geschrieben – im März die Hard Case Crime-Romane „Abschied ohne Küsse“ (Kiss her goodbye) von Alan Guthrie, „Abzocker“ (Grifter’s Game) von Lawrence Block und „Flop“ (Bust) von Ken Bruen und Jason Starr. Weitere Infos gibt es auf der deutschsprachigen Hard Case Crime-Seite (im Wesentlichen eine abgespeckte Übersetzung der Originalseite) – oder im „Krimijahrbuch 2006“ (da habe ich einen längeren Artikel über Hard Case Crime geschrieben).
Zweiter Weltkrieg: Auf einer Pazifikinsel treffen ein amerikanischer und ein japanischer Soldat aufeinander. Sie bekriegen sich weiter.
„Die Hölle sind wir“ ist ein schon lange nicht mehr gezeigtes, fast stummes Zweipersonenstück von John Boorman (geb. 18. Januar 1933). Nach dem düsteren Gangsterfilm „Point Blank“ wollten er und Lee Marvin die amerikanische Seele wieter ausloten. „Wenn am Ende Marvin von Gott spricht, erkennen wir die ganze Heuchelei des amerikanischen Systems, das auf christlichen Glauben gegründet ist, auf den Glauben an Gott. Da ist Bestandteil der Verfassung. Aber in Wirklichkeit ist es ein entchristlichliches Land, ein gottloses Land.“ (John Boorman)
„John Boorman inszenierte mit seinem Film eine eindrucksvolle Parabel auf menschliches Fehlverhalten, das natürliche Gefühle durch falsch verstandenes soldatisches Pflichtgefühl und sinnlose Obrigkeitshörigkeit pervertiert.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)
Lokalpatriotismus ist bei einem so guten Film einfach. Michael Klier erzählt von einer Endvierzigerin, die im Prenzlauer Berg einen Spätkaufladen hat und versucht nach einer gescheiterten Beziehung ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Da verliebt sie sich in Franz.
„Regisseur Michael Klier schließt mit diesem sensiblen, realistischen und mit Dialog- und Situationswitz glänzenden Frauenporträt eine Filmtrilogie über die neue Einsamkeit in deutschen Städten ab. Er ist ein Menschenbeobachter von klugem Gefühl.“ (Angie Dullinger, AZ, 29. März 2001)
„Ein im besten Sinne erwachsener Film.“ (Martin Schwarz, Zitty 7/2001)
Mit Katrin Sass, Dominique Horwitz, Ulrike Krumbiegel, Julia Hummer
Ermittler aus dem „Law & Order“-Franchise (wozu auch „Criminal Intent“ gehört) ermitteln ohne Drehbuch. Köstlich – vor allem weil die Schauspieler gut sind.
Für eine Verschärfung des Jugendstrafrechts besteht kein Anlass.(…)
Unter dem Gesichtspunkt der Deliktsschwere müsste dagegen die Erwachsenenkriminalität im Mittelpunkt des kriminologischen und kriminalpolitischen Interesses stehen. Erwachsene, nicht junge Menschen, sind die Täter von Organisierter Kriminalität, von Wirtschafts- und Umweltkriminalität, von Menschenhandel, von Korruption und Bestechlichkeit usw. Allein durch registrierte Wirtschaftskriminalität werden weitaus höhere Schäden verursacht als durch die gesamte sonstige polizeilich erfasste Eigentums- oder Vermögenskriminalität. (…)
Weder ist die Jugendkriminalität insgesamt noch ist die Gewaltkriminalität junger Menschen in den letzten Jahren dramatisch gestiegen. Sämtliche Schülerbefragungen zur selbstberichteten Delinquenz (sog. Täterbefragungen) zeigen seit Beginn dieses Jahrhunderts (im Unterschied noch zu den 1990er Jahren) entweder eine weitgehende Konstanz oder gar einen Rückgang der Delinquenzbelastung, und zwar auch im Gewaltbereich. (…)
Die Annahmen, die den Ausgangspunkt für die Forderung nach einer Verschärfung des Jugendstrafrechts bilden, Jugendkriminalität steige und Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen nehme deutlich zu, wird durch die eigenen Ministeriums- bzw. Regierungsberichte nicht gestützt. (…)
Entgegen der in der Wiesbadener Erklärung der CDU zur strafrechtlichen Bekämpfung von Jugendkriminalität („Eingreifen“) vertretenen Annahme, harte Strafen schreckten stärker ab und wirkten spezialpräventiv besser, ist nach sämtlichen vorliegenden empirischen Erkenntnissen der Kriminologie „von Sanktionsverschärfungen weder unter spezial- noch unter generalpräventiven Gesichtspunkten eine Reduzierung von Jugendkriminalität zu erwarten.“ (…)
Es gibt auch keinen empirischen Befund, der die Annahme stützen würde, durch härtere Sanktionen oder längere Strafen messbar die Rückfallwahrscheinlichkeit (des bestraften Täters) reduzieren zu können. (…)
Insbesondere die neueren US-amerikanischen Sekundäranalysen zeigen, dass von einer “tough on crime”-Kriminalpolitik, die auf Strafschärfungen, insbesondere auf freiheitsentziehende Sanktionen setzt, keine positiven Effekte zu erwarten sind. Programme, die auf spezialpräventive Abschreckung abzielten, sei es durch kurzen Freiheitsentzug (shock probation), durch längere, mit militärischem Drill verbundene Internierung (boot camps) oder in Form von Gefängnisbesuchsprogrammen (scared straight), hatten nicht die erwünschten Effekte, die Rückfallraten der (nicht in diese Programme einbezogenen) Vergleichsgruppen waren nicht höher, in einer Reihe von Untersuchungen sogar niedriger. Kurz: nach härteren, insbesondere nach freiheitsentziehenden Sanktionen waren die Rückfallraten bei vergleichbaren Tat- und Tätergruppen nicht niedriger, sondern eher höher als nach weniger eingriffsintensiven Sanktionen. (…)
Das derzeit populäre Konzept “tough on crime” ist ein Katastrophenrezept, weil es dem falschen Prinzip „mehr desselben“ folgt. Es steht zu sämtlichen Ergebnissen der einschlägigen empirischen Forschung in Widerspruch. Kriminalität wird durch härtere Sanktionen nicht reduziert, sondern allenfalls gefördert. Innere Sicherheit wird dadurch jedenfalls nicht erhöht, sondern gefährdet, indem Steuergelder in verfehlte Maßnahmen investiert werden, statt sie dort einzusetzen, wo es erzieherisch und integrativ sinnvoll wäre. (…) Die Forschungen zeigen, dass die negativen Entwicklungsdynamiken krimineller Karrieren gebrochen werden können, aber nicht durch strafrechtliche Intervention, sondern durch „Verbesserung der Chancen der Jugendlichen auf soziale Teilhabe“.
Shark: Seitenwechsel (USA 2006, R: Spike Lee, B: Ian Biederman)
James Woods gibt als Anwalt Sebastian Stark die Rampensau in einer Justizserie, die mit einem lustvoll aufspielenden Hauptdarsteller und bissigen One-Linern gut unterhält. Stark ist ein Starverteidiger,der vom schlechten Gewissen gepackt, die Seiten wechselt und eine neue Einheit der Staatsanwaltschaft von Los Angeles, die sich um medienträchtige Fälle (meist natürlich auch mit gutbetuchten Angeklagten) kümmert, leitet. Gleich während des ersten Treffens erklärt er seinem Team sein „Cutthroat Manifesto“:
1) „Trial is War. Second place is death.“
2) „Truth is relative. Pick one that works.“
3) „In a jury trial, there are only twelve opinions that matter and yours (zu seinem Team) is not one of them.“
Das klingt nach gutem Futter für die forensikmüden Krimifans (zu denen ich gehöre). Vox zeigt montags nach „CSI:NY“ die erste Staffel – und danach (immerhin ist die andere Personality-Show mit einem sympathisch-unsympathischen Helden, „Dr. House“, ein Publikumsrenner) vielleicht sofort die zweite Staffel.
Mit James Woods (Sebastian Stark), Danielle Panabaker (Julie Stark), Sophina Brown (Raina Troy), Sarah Carter (Madeline Poe), Jeri Ryan (Jessica Devlin), Henry Simmons (Isaac Wright), Samuel Page (Casey Woodland)
Stephen King hat wahrscheinlich noch nie eine Schreibblockade gehabt. Lawrence Block auch nicht. Trotzdem gibt es sie. Jedenfalls irgendwie. Oder vielleicht doch nicht?
Drehbuchautor Ken Levine (viele Folgen Mash, Cheers, Becker, Frasier und auch zwei Simpsons-Folgen) fragte Kollegen nach der sagenumwobenen Schreibblockade und was sie dagegen unternehmen. Hier antworten unter anderem Jane Espenson (Buffy, Kampfstern Galactica), Lee Goldberg (Diagnosis Murder, Monk), Bill Kelly (Disney-Film „Verwünscht“). Hier antworten unter anderem Alan Eisenstock (Mork von Ork), Phoeff Sutton (Boston Legal, Tony Scott-Film „The Fan“), Alex Epstein (Bon Cop, Bad Cop). Und, in beiden Postings, viele Autoren von Shows, für die auch Ken Levine schrieb. Das ganze ist also etwas Sitcomlastig.
Ein Drogenhändler der besseren Art will aussteigen. Sein Boss hat vorher noch zwei Aufträge für ihn: er soll eine Junkie-Tochter aufspüren und eine riesige Menge Ecstasy aufkaufen. Das ist beides nicht so einfach.
Allgemein abgefeierter Gangsterthriller, der nie in die deutschen Kinos kam. Eine euphorische Stimme: „Aktionsreicher, beinharter Thriller in bester britischer Tradition. Hervorragend gespielt, fotografiert und inszeniert, bis ins kleinste Detail präzise entwickelt.“ (Lexikon des internationalen Films)
Mit Daniel Craig, Tom Hardy, Jamie Foreman, Sally Hawkins, Burn Gorman, Sienna Miller
Entweder Arte um 15.20 Uhr einschalten, die ersten beiden Folgen von „Mord auf Seite Eins“ ansehen, einen kleinen Spaziergang machen, und dann um 22.35 Uhr wieder Arte einschalten und die Folgen drei und vier des BBC-Krimis „Mord auf Seite eins“ ansehen, oder Sean Connery ansehen. Heute in:
ARD, 22.55
JAMES BOND: Diamantenfieber (GB 1971, R.: Guy Hamilton)
Drehbuch: Richard Maibaum, Tom Mankiewicz
LV: Ian Fleming: Diamonds are forever, 1956 (Diamantenfieber)
Eigentlich soll Bond nur einen Juwelenraub untersuchen. Aber Erzfeind Blofeld (schon wieder mit neuen Gesicht: Charles Gray) hat seine Finger drin.
Sean Connery kehrte für eine damals unglaublich hohe Summe zurück und spendete das Geld dem Scottish International Education Trust.
„Diamantenfieber“ ist insgesamt ein ziemlich lahmer Bond, bei dem nur die Autoverfolgungsjagd in Las Vegas in die Historie einging. Dreiundfünfzig Autos wurden geschrottet. Und die schwulen Killer Mr. Wint (Bruce Glover) und Mr. Kidd (Putter Smith) sind köstlich.
Nochmal „iTeam“ oder „IT Crowd“: Bei You Tube gibt es einen kleinen Bildvergleich, der schon beim ersten Bild den Witz vergeigt. Im Original sieht der Chef mich (den Zuschauer) an. In der Kopie sieht der Chef irgendetwas anderes an. Undsoweiter.
Dort gibt es auch ein vierzigminütiges Interview mit dem 82-jährigen Schauspieler Hal Holbrook (Dirty Harry II – Callahan, Die Unbestechlichen, The Fog – Nebel des Grauens, Ein Richter sieht rot, Wall Street). Zuletzt spielte er in der Jon Krakauer-Verfilmung „In die Wildnis“(Into the Wild) mit. Regie führte Sean Penn. Das Drehbuch schrieben Krakauer und Penn. Der Film über den Aussteiger Chris McCandless startet am 31. Januar in Deutschland.
The Lefty (for the most humorous mystery published in 2007)
• The Penguin Who Knew Too Much, by Donna Andrews (St. Martin’s Minotaur)
• Stuff to Die For, by Don Bruns (Oceanview Publishing)
• Some Like It Hot-Buttered, by Jeff Cohen (Berkley)
• Knee High by the Fourth of July, by Jess Lourey (Midnight Ink)
• Murder with Reservations, by Elaine Viets (NAL)
The Rocky (for best mystery set in the Left Coast Crime geographical region in 2007)
• Free Fire, by C.J. Box (Putnam)
• Lost Dog, by Bill Cameron (Midnight Ink)
• The Girl with Braided Hair, by Margaret Coel (Berkley)
• Stealing the Dragon, by Tim Maleeny (Midnight Ink)
• False Fortune, by Twist Phelan (Poisoned Pen Press)
The Arty (for best cover art on a mystery novel published in 2007)
• Queenpin, By Megan Abbott (Simon & Schuster)
• Isabella Moon, by Laura Benedict (Ballantine)
• Her Royal Spyness, by Rhys Bowen (Berkley)
• Silent Counsel, by Ken Issacson (Windermere Press)
• Stealing the Dragon, by Tim Maleeny (Midnight Ink)
Wurde eines von diesen Büchern ins Deutsche übersetzt? Ich glaube nicht. (Dank an The Rap Sheet für die Liste; dort gibt es auch einen Artikel über Stieg Larsson)
One World Berlin präsentiert ab Donnerstag, den 17. Januar, im Berliner Kino Acud einige Filme des letztjährigen One World-Festivals (sind alles Dokus zu menschenrechtlichen Fragen, die noch nicht im Kino und TV gelaufen sind. Der bekannteste Film dürfte „Manufacturing Dissent: Michael Moore and the Media“ sein). Hingehen. Es lohnt sich.
Am späten Nahcmittag war ich auf der Buchpräsentation von Sebastian Fitzeks neuestem Roman „Das Kind“ (Droemer – Besprechung demnächst). Gut besucht, informativ und die Werbekampagne (Krimiblog, Berlin Kriminell und viele andere waren involviert) wurde vorgestellt. Was soll ich sagen? Nach den ganzen Diskussionen um den BKA-Trojaner und wie dieser auf meine Festplatte kommen kann, hätte ich den USB-Stick sofort weggeworfen.
Soko Leipzig: Die Notenwenderin (D 2008, R:Oren Schmuckler, B: Hen Hermanns)
Dank eines Wahlkämpfers und einer christlichen Partei klingt die Story von „Die Notenwenderin“ sehr aktuell: Sven prügelt einen anderen Jugendlichen ins Koma. Kurz darauf wird er von einem Auto überfahren. Kommissar Trautzschke und sein Team fragen sich, wer der Fahrer war.
„Soko Leipzig“ startete 2001, wie die anderen Sokos, im Nachmittagsprogramm, wurde dann ins Abendprogramm verlegt und löste bereits über einhundert Fälle. Demnächst werden die Fälle 149 bis 154 gedreht.
Ab heute löst die „Soko Leipzig“ elf neue Fälle, die wahrscheinlich auch jede andere Soko übernehmen könnte; abgesehen von den Leipzig-Bildern und dem Senderversprechen, dass private Geschichten in den neuen Folgen der „Krimiweekly“(O-Ton ZDF) ein stärkeres Gewicht haben sollen.
(Nach dem Ende von Soko Leipzig dann zu Kabel 1 umschalten und „Cold Case“ ansehen. Sind zwar nur Wiederholungen, aber „Cold Case“ ist eine Klasseserie.)
Mit Andreas Schmidt-Schaller (Kriminalhauptkommissar Hajo Trautzschke), Marco Girnth (Kriminaloberkommissar Jan Maybach), Melanie Marschke (Kriminaloberkommissarin Ina Zimmermann), Tyron Ricketts (Kriminalkommissar Patrick Diego Grimm)
Hinweise:
ZDF über Soko Leipzig (neben dem Üblichen gibt es auch einen Blog und einen Livestream der Folge)
Die zweigeteilte Frau (F/D 2007, R: Claude Chabrol, B:Claude Chabrol, Cécile Maistre)
Chabrols neuester Film beackert vertrautes Chabrol-Gelände. Eine TV-Wetterfee verursacht ein Eifersuchtsdrama zwischen einem eitlen, verheirateten Schriftsteller und einem schnöseligen Erben.
Oder mit den Worten des Meisters: „Ich möchte unsere gegenwärtige Gesellschaft in ihrer totalen Verwesung zeigen. Da diese Verwesungserscheinungen jedoch luxuriös ausstaffiert sind, macht es richtig Spaß, sie zu filmen.“
Inspiriert wurde Chabrol von einem wahren Fall, der sich 1906 in New York ereignete.
Mit Ludivine Sagnier, Benoit Magimel, Francois Berléand, Mathilda May
Concorde Filmverleih: Trailer und Presseheft (mit einem Chabrol-Interview; – nicht besonders Kundenfreundlich über die Eingangsseite und dann über „Filme“ und „Aktuell“ zur „zweigeteilten Frau“.)
Im Bann des Jade Skorpions (USA 2001, R.: Woody Allen)
Drehbuch: Woody Allen
New York, Vierziger Jahre: Woody Allen spielt einen Versicherungsdetektiv, der sich in seine Chefin verliebt. Sie möchte ihn am liebsten feuern. Eines Abends hypnotisiert ein Magier die beiden. Sie werden ein leidenschaftliches Liebespaar und Juwelendiebe. Am nächsten Tag muss Woody den Diebstahl aufklären.
„Im Bann des Jade Skorpions ist ein weiterer Ausflug von Woody Allen in das Krimigenre. Für diese Komödie standen vor allem die Schwarze Serie und die Screwball-Comedy Pate.
Sein neuer Film „Cassandras Traum“ (mit Ewan McGregor und Colin Farrell) erlebt im Sommer auf DVD seine Deutschlandpremiere.
Mit Woody Allen, Helen Hunt, Dan Aykroyd, Wallace Shawn, David Ogden Stiers, Charlize Theron, Elizabeth Berkley
Krimi-Couch: Der beste Roman des Jahres darf im Krimi-Blitz gewählt werden. Im Podcast werden Nick Stone und Ian Rankin vorgestellt. Und in der Januar-Ausgabe werden viele Krimis besprochen; unter anderem Ian Rankin, Peter Temple, Martin Cruz Smith, Joe R. Lansdale, Ross Thomas und, in der Klassiker-Abteilung Tucker Coe (eines der zahlreichen Pseudonyme von Donald Westlake).
NetNotables hat eine Liste von über 300 Titelsequenzen von klassischen TV-Serien zusammengestellt. Klassisch weil die Serie vor 1990 im Fernsehen gelaufen sein muss und die Serie immer noch Fans hat. Dabei sind Kojak, Magnum, Detektiv Rockford, Mission Impossible, Miami Vice, undundund. Einfach reinklicken und in Erinnerungen schwärmen.
Alan Smithee vergleicht Remakes mit den Originalen. Sehr schön! Für Krimifans werden „The Thomas Crown Affair“, „D. O. A.“, „The Big Sleep“, „The Longest Yard“ detailliert miteinander verglichen.
Bei Daily Script gibt es eine frühe Fassung von Stewart Beatties Drehbuch „Collateral“ (12. September 2000). Das scheint die letzte Fassung zu sein, die ohne Michael Mann entstand. Frank Darabont nahm diese Überarbeitungen vor. Der Handlungsort wurde bereits von New York nach Los Angeles verlegt. Die von Michael Mann überarbeitete Fassung vom 24. August 2003 gibt es hier.
Spielfilmlange Doku über den John F. Kennedy-Mord, die zwar keine neuen Fakten bietet, aber das Attentat und die anschließenden Ermittlungen sehr gut in den historischen Hintergrund einbettet und vor allem die Folgen des Mordes auf das gesellschaftliche Klima in den USA zeigt.
Mit Norman Mailer, Edward J. Epstein, Mark Lane, Dan Rather, Tom Hayden