Neue Krimi-Drehbücher online

Dezember 27, 2007

Dank der neuen Studiopolitik, Oscar-nominierte Drehbücher online zu stellen, gibt es etliche weitere Drehbücher zum Lesen. Für uns Krimifans sind diese Scripts wichtig:

Andrew Dominik: The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford (Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford)

Tony Gilroy: Michael Clayton (Deutscher Kinostart des George Clooney-Films ist am 28. Februar 2008)
Steven Knight: Eastern Promises (Tödliche Versprechen)

Roderick Taylor, Bruce A. Taylor, Cynthia Mort: The Brave One (Die Fremde in Dir – meine Besprechung)

Jamie Vanderbilt: Zodiac – Chronicles (Zodiac)

(Dank an Simply Scripts – dort gibt es auch die Links zu den weiteren nominierten Drehbüchern)


Neu im Kino: Tödliche Versprechen

Dezember 27, 2007

Tödliche Versprechen – Eastern Promises (GB/USA/Can 2007, Regie: David Cronenberg, Drehbuch: Steven Knight)

Zum Jahresausklang gibt es ein hartes, in London spielendes, top besetztes Gangsterdrama von David Cronenberg. Viggo Mortensen, Naomi Watts, Armin Müller-Stahl und Vincent Cassel übernahmen die Hauptrollen. Steven Knight schrieb unter anderem das Oscar- und BAFTA-nominierte und mit dem Edgar Allan Poe-Preis ausgezeichnete Drehbuch zum Stephen Frears-Film „Kleine schmutzige Tricks“ (Dirty Pretty Things, GB 2002).

Die Story? Eine Hebamme gerät zwischen die Fronten der Russenmafia. Denn sie besitzt ein Tagebuch, das einige Verbrecher belastet. Ein Killer soll sie umbringen.

Weitere Informationen:

Steven Knight: Eastern Promises (Drehbuch)

Englische Homepage zum Film (umfangreich; mit Hintergrundtexten und Filmausschnitten)

Deutsche Homepage zum Film (die Readers Digest-Version; dafür mit einem Cronenberg-Interview)

Film-Zeit über den Film

Die „taz“ redet mit David Cronenberg über „Tödliche Versprechen“


TV-Tipp für den 27. Dezember

Dezember 27, 2007

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SWR, 23.30

TATORT: Der Richter in Weiß (D 1971, R.: Peter Schulze-Rohr)

Drehbuch: Peter Schulze-Rohr, Friedhelm Werremeier

LV: Friedhelm Werremeier: Der Richter in Weiß, 1971

Brigitta Beerenberg erschießt ihren Mann. Trimmel vermutet einen kaltblütigen Mord. Aber ihr Gutachter, Prof. Dr. Kemp, der sich inzwischen in die schöne Patientin verliebt, schirmt sie in seiner Klinik gegen den Kommissar ab.

In seinem vierten Trimmel-Tatort beleuchtet Werremeier beleuchtet die Macht der Gutarchter. Toll, und immer noch aktuell.

Mit Walter Richter, Erika Pluhar, Helmut Käutner, Rolf Bossi

Hinweise:

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Friedhelm Werremeier

Galerie der Detektive über Kommissar Paul Trimmel


Cover der Woche

Dezember 25, 2007

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TV-Tipps für den 22. – 26. Dezember

Dezember 21, 2007

Aufgrund eines nachvollziehbaren Anlasses gibt es gleich für fünf Tage die TV-Tipps:

22. Dezember

BR, 22.20

Charlie – Leben und Werk von Charles Chaplin (USA 2003, R.: Richard Schickel)

Drehbuch: Richard Schickel

Zweistündige Bio über Charles Chaplin, die anlässlich seines dreißigsten Todestages am 25. Dezember gezeigt wird. Davor gibt’s, um 20.15 Uhr, „Der große Diktator“, und danach, um 00.30 Uhr, „Moderne Zeiten“.

 

23. Dezember

BR, 23.05

Sein oder Nichtsein (USA 1942, R.: Ernst Lubitsch)

Drehbuch: Edwin Justus Mayer (nach einer Geschichte von Melchior Lengyel und Ernst Lubitsch [ungenannt])

Neben „Der große Diktator“ die zweite großartige Satire über die Nazis – und eitle Schauspieler, die die Nazis heldenhaft bekämpfen.

Mit Carole Lombard, Jack Benny, Robert Stack, Felix Bressart, Lionel Atwill

Englische Ernst Lubitsch-Fanseite

 

24. Dezember

3sat, 22.30

Casablanca (USA 1942, R.: Michael Curtiz)

Drehbuch: Julius J. Epstein, Philip G. Epstein, Howard Koch

LV: Murray Burnett, Joan Alison: Everybody comes to Rick’s (Theaterstück)

Gerade hat sich Rick in Casablanca eingerichtet, als seine alte Liebe auf der Flucht vor den Nazis bei ihm auftaucht.

Casablanca ist das Kernstück des Bogart-Kults und ein Pflichttermin für Cineasten.

3sat startet eine kleine Bogart-Filmreihe mit den üblichen Verdächtigen.

Mit Humphrey Bogart, Ingrid Bergman, Paul Henreid, Claude Reins, Conradt Veidt, Sydney Greenstreet, Peter Lorre, Curt Bois

3sat zur Bogart-Filmreihe

 

25. Dezember

3sat, 00.10

Tote schlafen fest (USA 1946, R.: Howard Hawks)

Drehbuch: William Faulkner, Leigh Brackett, Jules Furthman

LV: Raymond Chandler: The big sleep, 1939 (Der große Schlaf)

Unbestritten – neben „Der Malteser Falke“ – der Klassiker unter den Privatdetektiv-Krimis und eines der Meisterwerke des Film Noir.

Mit Humphrey Bogart, Lauren Bacall, Elisha Cook Jr.

 

26. Dezember

Arte, 22.10

Winnetou darf nicht sterben (F/D 2006, R.: Oliver Schwehm)

Drehbuch: Oliver Schwehm

Doku über den einzig wahren Winnetou-Darsteller Pierre Brice. Danach gibt es die Karl May-Verfilmung „Der Schatz im Silbersee“.

Wiederholung: Montag, 7. Januar 2008, 05.00 Uhr (Taggenau!)

Arte zum Themenabend „Perre Brice, man nannte ihn Winnetou“


TV-Krimi-Buch-Tipps online

Dezember 21, 2007

Die TV-Krimi-Buch-Tipps für die Zeit vom 22. Dezember 2007 bis zum 4. Januar 2008 sind online. Wie üblich hier die ersten Zeilen; hier die vollständige, bebilderte Fassung:

Masse statt Klasse ist die Parole des Weihnachtsprogramms. Spielfilme bis zum Abwinken. Allerdings manches in zahlreichen Wiederholungen, viel sattsam bekanntes (Bond, Marple, Brunetti) und, abgesehen von Mankell, Nesser und Jungstedt, nichts Neues.
Einen zweiten, oder auch dritten, Blick lohnen die Elisabeth Sanxay Holding-Verfilmung „Deep End – Trügerische Stille“, die ersten beiden „Pate“-Filme von Francis Ford Coppola, die Hitchcock-Filme „Die Vögel“ und „Marnie“, Frank Capras „Arsen und Spitzenhäubchen“, Joseph Rubens „Spur in den Tod II“ (nach einem Drehbuch von Donald E. Westlake), Jean-Pierre Melvilles „Der Teufel mit der weißen Weste“, Sam Peckinpahs „Sacramento“, Roger Donaldsons Kenneth Fearing-Verfilmung „No way out – Es gibt kein zurück“, René Clements „Der aus dem Regen kam“ (nach einem Drehbuch von Sébastien Japrisot), Sean Penns Friedrich Dürrenmatt-Verfilmung „Das Versprechen“, Orson Welles Whit Masterson-Verfilmung „Im Zeichen des Bösen“, Alan Parkers William Hjortsberg-Verfilmung „Angel Heart“ und 3sat kredenzt eine Bogart-Reihe mit den üblichen Verdächtigen.


Drei Volltreffer aus Amerika, Russland und Australien

Dezember 20, 2007

Wenige Stunden vor dem langen Wochenende muss ich unbedingt auf drei hochkarätige, gerade erschienene Bücher hinweisen. Damit nachher niemand sagen kann, er habe sich zu Tode gelangweilt.

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Thomas H. Cook ist trotz zahlreicher Preise und dem euphorischen Lob von Kritikern und Kollegen immer noch ein Geheimtipp. Das kann daran liegen, dass Cook konsequent auf einen Seriencharakter verzichtet. Das kann auch daran liegen, dass seine Plots auf den ersten Blick viel zu einfach aussehen und keine Sensationen versprechen. In „Das Verhör“ (The Interrogation, 2002) wollen zwei Polizisten in einer Nacht die Schuld eines Verdächtigen beweisen. In seinem neuesten Buch „Das Gift des Zweifels“ fragt sich ein Vater, ob sein Sohn ein Mörder ist. Das klingt nicht gerade nach einer spannenden Geschichte. Und doch ist „Das Gift des Zweifels“ ein psychologisch ausgefeilter Thriller über die Zerstörung einer glücklichen Familie.

Eric Moore ist in einer amerikanischen Kleinstadt ein glücklich verheirateter Geschäftsinhaber mit einer als Lehrerin arbeitenden Frau und einem Sohn. Er ist der idealtypische Mittelständler.

Sein verschlossener Sohn Keith ist in der Pubertät. Er schließt sich in seinem Zimmer ein und ihm scheint alles egal zu sein. Eines Abends soll er auf die achtjährige Nachbarstochter Amy aufpassen. Am nächsten Tag ist sie verschwunden.

Selbstverständlich interessiert sich die Polizei auch für Keith. Und ebenso selbstverständlich versucht Eric Moore seinen Sohn zu beschützen. Doch er hat auch Zweifel. Denn Keith kam an dem Abend ungewöhnlich spät nach Hause. Keith sagt, niemand habe ihn nach Hause gefahren. Aber Eric Moore hat in der Auffahrt Scheinwerfer gesehen. Keith sagt, dass er noch nie am Wasserturm war. Aber er reagierte seltsam, als ihn die Polizei darauf ansprach. Dort wurde Amys Unterwäsche gefunden.

Eric Moore fragt sich, ob sein Sohn nicht doch der Täter ist.

Im Folgenden zeigt Thomas H. Cook mit beängstigender Konsequenz, wie „Das Gift des Zweifel“ (hier ist der deutsche Titel eindeutig besser als der Originaltitel „Red Leaves“) eine Familie zerstört. Dabei ist sein Ich-Erzähler Eric Moore ein ganz gewöhnlicher Mann, der nur seine Familie beschützen will, und aufgrund seines Misstrauens zerstört. Um diese fatale Dynamik in Gang zu setzen, braucht Thomas H. Cook nur eine Frage. Ist mein Sohn ein Mörder? Das Ergebnis ist ein komplexes psychologisches Drama, in dem wir uns selbst mühelos wieder erkennen.

 

Thomas H. Cook: Das Gift des Zweifels

(übersetzt von Rainer Tiffert)

Knaur, 2007

320 Seiten

7,95 Euro

 

Originalausgabe:

Red Leaves

Harcourt, New York, 2005

 

Weitere Informationen über Thomas H. Cook

 

 

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Martin Cruz Smith setzt mit dem sechsten Arkadi Renko-Roman „Stalins Geist“ in 26 Jahren seine Bestandsaufnahme der Sowjetunion fort. 1981 klärte Renko in dem Bestseller „Gorki Park“ (Gorky Park, 1981) seinen ersten Mordfall. Smith dachte danach, er habe seinen Russland-Roman geschrieben. Einige Jahre später brach die UdSSR zusammen und Smith wurde in den folgenden Jahren mit seinen weiteren Arkadi Renko-Romanen zu einem Chronisten der Veränderungen.

„Stalins Geist“ beginnt mit der für den Polizisten Arkadi Renko schockierenden Entdeckung, dass seine Kollegen Nikolai Isakow und Marat Urman auch als Auftragsmörder arbeiten. Doch bevor Renko beginnen kann, sie zu überführen, erhält er den Befehl sich um die Stalin-Sichtungen in der Metrostation Tschistyje Prudi zu kümmern. Dieser, auf den ersten Blick, witzige Nebenplot bietet den Hintergrund für Smiths Geschichte. Denn heute wünscht sich die Hälfte der Russen Stalin wieder als Staatsoberhaupt zurück. Schnell findet Renko heraus, dass Stalins Auftritte die Inszenierungen eines Pornoregisseurs sind. Er arbeitet für eine ultrarechte Partei und ihrem Spitzenkandidaten Isakow.

Renkos Kollege Isakow war als Mitglied der OMON im Tschetschenienkrieg. Niemand bestreitet seine Tapferkeit, aber für seine größte Heldentat erhielt er keinen Orden. Denn es gab, das findet Renko schnell heraus, berechtigte Zweifel, dass sich der Kampf gegen die Rebellen so zutrug, wie Isakow und seine Männer ihn erzählen. In wenigen Wochen, wenn Isakow Abgeordneter ist, wird er für seine Taten während des Tschetschenienkrieges und als Polizist Immunität genießen. Nach einem fast tödlichen Unfall – der Vater seines Quasi-Adoptivsohns schießt mit einem alten Revolver auf Renko – lässt Renko sich nach Twer, der Heimatstadt von Isakow, versetzen. Dort kommt es zu einem gespenstigen Showdown.

Doch viel wichtiger als der Kriminalfall ist für Martin Cruz Smith das kundige Porträt des heutigen Russlands als ein Irrenhaus. Es ist ein Alptraum, bei dem unter der Oberfläche die Geister der Vergangenheit lauern und immer wieder die Gegenwart beeinflussen. Dieses Porträt einer aus den Fugen geratenen Gesellschaft ist beim zweiten Lesen noch gelungener als beim ersten. Denn dann kann man sich, weil die Plotwendungen bekannt sind, auf die Feinheiten und die vielen Querverweise zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit und den Charakteren konzentrieren.

 

Martin Cruz Smith: Stalins Geist

(übersetzt von Rainer Schmidt)

Bertelsmann, 2007

368 Seiten

19,95 Euro

 

Originalausgabe:

Stalin’s Ghost

Simon & Schuster, New York, 2007

 

Weitere Informationen über Martin Cruz Smith

 

 

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Peter Temple ist in seiner Heimat seit langem ein bekannter Krimiautor. Für sein gerade auf Deutsch erschienenes Debüt „Vergessene Schuld“ erhielt er seinen ersten Ned Kelly-Preis als bester australischer Kriminalroman. Für seine folgenden Romane erhielt er zahlreiche weitere Preise. Mit seinem achten Roman „Kalter August“ (The Broken Shore, 2005) erlebte er in England und Anfang des Jahres in Deutschland seinen Durchbruch. „Kalter August“ wurde, trotz einer schlechten Übersetzung, einhellig abgefeiert. In „Kalter August“ zeichnete Temple ein düsteres Porträt der australischen Gesellschaft.

Schon in „Vergessene Schuld“ kommt die australische Gesellschaft nicht besonders gut weg. Held der lakonisch erzählten Geschichte ist Jack Irish. Ein gescheiterter Anwalt, der seine Zeit mit kleinen Detektivarbeiten, halbseidenen Geschäften, trinken und wetten, bevorzugt auf Pferde, verbringt. Er ist ganz zufrieden mit seinem anspruchslosen Leben.

Da ruft ihn Danny McKillop an. Vor zwölf Jahren verteidigte Irish ihn erfolglos. McKilllop wurde verurteilt, die junge Aktivistin Anne Jepperson im Vollrausch überfahren und anschließend Fahrerflucht begangen zu haben. Irish reagiert nicht auf die Anrufe von McKillop und geht auch nicht zu einem Treffen mit McKillop. Als Irish erfährt, dass Polizisten McKillop an dem Treffpunkt erschossen haben, will er herausfinden, warum McKillop ihn so dringend sprechen wollte. Als Irish kurz darauf den Zeugen der Anklage tot findet, die Polizei ihn von weiteren Ermittlungen abhalten will und Polizeiminister Garth Bruce ihn zu einem privaten Gespräch abholen lässt, weiß er, dass er einem großen Immobilienskandal auf der Spur ist.

Jepperson hatte damals den Protest gegen das millionenschwere Yarra-Bucht-Bauprojekt angeführt. Anscheinend wurde sie deshalb umgebracht und die damaligen Täter gehen heute immer noch über Leichen, um ihr schmutziges Geschäft zu schützen.

Peter Temples Debüt „Vergessene Schuld“ ist ein klassischer Privatdetektivkrimi, bei dem, wie schon zu Dashiell Hammetts Tagen, ein kleiner Detektiv einen Augiasstall aus Korruption und gegenseitigen Abhängigkeiten ausmistet. Das ist kein neues Thema, aber Temple erzählt seine Geschichte gut mit glaubwürdigen Charakteren und einem illusionslosen Blick auf die australische Gesellschaft. Außerdem liest sich die Übersetzung von „Vergessene Schuld“ wesentlich flüssiger als die von „Kalter August“.

 

Peter Temple: Vergessene Schuld

(übersetzt von Sigrun Zühlke)

Goldmann, 2007

352 Seiten

7,95 Euro

 

Originalausgabe:

Bad Debts

Harper Collins Publishers, Australia, 1996

(Neuauflage 2003 bei The Text Publishing Company)

 

Weitere Informationen über Peter Temple:

Shotsmag interviewt Peter Temple

Meine Besprechung von “Kalter August” in der Berliner Literaturkritik und der Spurensuche


TV-Tipp für den 21. Dezember

Dezember 20, 2007

3sat, 20.15

Rangoon – Im Herzen der Hölle (USA 1995, R.: John Boorman)

Drehbuch: Alex Lasker, Bill Rubenstein

Nach der Ermordung von ihrem Mann und ihrem Kind versucht Laura Bowman in Rangoon, Myanmar (Birma), bei ihrer Schwester das Trauma zu verarbeiten. Schnell gerät sie, weil sie in dem totalitären Staat für die Demokratiebewegung ist, in politische Wirren.

Leider immer noch aktuelles, geradliniges Politdrama von John Boorman, der hier nicht an seine besten Werke anknüpfen kann, aber 1995 von der Kritik viel zu schlecht behandelt wurde. Deshalb: ein unterschätzter Film.

Eine der wenigen positiven Stimmen zum Kinostart: „Befreiungskampf und Bewusstwerdung, politische und private Katastrophe in einem gelungenen Abenteuerfilm und Politthriller, wie man ihn von John Boorman erwartet; spannend und mit Bildern, die überzeugen.“ (Fischer Film Almanach 1996)

Mit Patricia Arquette, U Aung Ko, Frances McDormand, Spaulding Grey

3sat über den Film


TV-Tipp für den 20. Dezember

Dezember 20, 2007

Sat.1, 20.15

Deadline – Jede Sekunde zählt: Ultimatum (D 2007, R.: Florian Kern)

Drehbuch: Jonas Winner

Heute muss Kommissar Matthias Berg wieder mit einem Geiselnehmer verhandeln. Max Dressler nimmt seine Ex und ihr Kind als Geisel. Er fordert, dass Berg ihm in einer Stunde den Mörder seiner Freundin übergibt.

Die Meldung zur Serie: Nachdem für Sat.1 die Quotenentwicklung irgendwo zwischen unbefriedigender Stagnation und Abwärtstrend war, wurde das Drama jetzt beendet. „Deadline“ wird nach neun Folgen abgesetzt. Ab dem 17. Januar werden „NCIS“-Doppelfolgen gezeigt. Die noch nicht ausgestrahlten vier Folgen sollen zu einem späteren Zeitpunkt gezeigt werden.

Die Meinung zur Serie: Ich habe von den bis jetzt ausgestrahlten fünf Folgen zwei gesehen (bei einer dritten die ersten Minuten) und war jedes Mal nicht sonderlich begeistert.

Die Pilotfolge krankte an einer lächerlichen Geschichte. Ein Geiselnehmer entführt einen Bus. Bei sich hat er einen ganz gewöhnlichen Benzinkanister, gefüllt mit Benzin. Das SEK sagt, es könne nicht schießen, weil das Benzin explodieren könne In diesem Moment war für mich die Folge gestorben. Sogar wenn die Erklärung stimmen würde (Erinnern sie sich an die vielen in die Luft gehenden Tankstellen bei einem Schusswechsel?), ist sie einfach unglaubwürdig. Dass danach die titelgebende „Deadline“ mehrfach verschoben wird, zeigt, dass die Macher genau dem Kernpunkt des Konzeptes nicht vertrauten und deshalb willkürlich Spielregeln ändern.

In der zweiten von mir gesehenen Folge (da kündigt eine Frau in acht Stunden ihren Selbstmord an) läuft das gesamte Team in einem Luxushotel auf. Die Story entwickelt sich geradlinig nach Schema F: sie ist eine tiefkatholische Provinzpomeranze, die in Berlin schwanger wurde und jetzt zuerst ihren Liebhaber, der nichts von dem Kind wissen will, und dann sich umbringen will. Das ganze hatte einige nette Momente, aber:

– Schon wieder wird Matthias Berg in seiner Freizeit angerufen. Schon wieder muss er seine Tochter sitzen lassen. – Hey, es ist mir egal, was der Kommissar in seiner Freizeit tut. Ich will ihn bei der Arbeit sehen.

– Die Charaktere haben immer Zeit, in Gedanken versunken in die Gegend zu starren oder bedächtig eine Tasse Kaffee zu schlürfen. Die Dynamik dieser Szenen tendiert gegen Null und bringt auch nicht die Geschichte voran.

– Die Charaktere stehen oder, noch öfter, sitzen irgendwo herum und warten, dass etwas passiert. Auch das hat null Dynamik. In Ami-Serien sind die Charaktere dagegen ständig unterwegs. Kein Wunder, sie haben auch keine Zeit. Denn sie sind gerade damit beschäftigt einige Verbrecher zu fangen. – Sie glauben mir nicht? Dann vergleichen Sie die Standfotos von „Deadline“ mit denen von „NCIS“. Nach den Fotos bin ich auf „Deadline“ nicht neugierig, aber „NCIS“ sieht ansprechend aus; – und das sage ich als Nicht-Fan von „NCIS“.

– Etliche Szenen sind nicht in der Story, sondern in dem Wunsch nach einem Effekt begründet (Berg knallt der Empfangsdame seine Kreditkarte auf den Tisch und mietet den Veranstaltungssaal.). Dagegen werden sich aus der Story ergebende Spannungsmomente nicht genutzt (Die Selbstmörderin ist in einem Hotelzimmer. Die Polizei vor einer Tür. Die Tür geht auf und ein Zimmermädchen verlässt das Zimmer.).

– Und damit sind wir beim alles entscheidenden Punkt: dem Drehbuch. Denn „Deadline“ zeigt wie andere deutsche Serien, dass es nicht am Budget (der Look ist okay), nicht an den Schauspielern (seht euch deren Ausbildung an) und nicht am Verhältnis von Innen- zu Außenaufnahmen (auch „CSI“ wird hauptsächlich im Studio gedreht) liegt, sondern am Drehbuch. Wenn das Drehbuch gut ist, dann – das ist meine Überzeugung – funktioniert auch der Rest.

Mit Heio von Stetten (Matthias Berg), Sonsee Neu (Nina Ritter), Oliver Boysen (Birger Neuhaus), Daniel Zillmann (Schmidt), Katharina Thalbach (Franziska Friedmann)

Wiederholung:

Dienstag, 25. Dezember, 04.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise:

Sat.1 zur Serie

DWDL zum Ende von „Deadline“


Neu im Kino: 1 Mord für 2

Dezember 20, 2007

1 Mord für 2 (GB/USA 2007, Regie: Kenneth Branagh, Drehbuch: Harold Pinter)

Der erfolgreiche Krimiautor Andrew Wyke (Michael Caine) lädt den jungen Liebhaber seiner Frau, Milo Tindle (Jude Law), zu einem offenen Gespräch in seine Villa ein. Schnell entspinnt sich zwischen den beiden Männern ein tödliches Spiel.

Im Original heißt der Film „Sleuth“ und ist eine Verfilmung des erfolgreichen Zwei-Personen-Theaterstücks „Revanche“ von Anthony Shaffer, das bereits erfolgreich als „Mord mit kleinen Fehlern“ unter der Regie von Joseph L. Mankiewicz nach einem Drehbuch von Shaffer mit Sir Laurence Olivier und Michael Caine (damals in der Rolle des jungen Liebhabers) verfilmt wurde. Nach übereinstimmender Meinung kann das Remake nicht mit dem wesentlich längeren Original mithalten.

In der „Tageszeitung“ sagte Michael Caine zum Remake:

Als Jude Law mir die Rolle bei einem Abendessen anbot, war ich erst noch skeptisch, aber schon als er anfügte, dass Pinter das Drehbuch geschrieben hatte, war für mich alles klar. Jude wusste, dass Pinter den Film von 1972 nie gesehen hatte. Er kannte nur Shaffers Drama, das er radikal umschrieb. Ich selbst habe den alten „Sleuth“ seit 30 Jahren nicht mehr gesehen. Es gab in unserer Version also keinerlei Verweise auf das Original, es war daher kein Remake, sondern etwas völlig anderes. Die Figur, die ich spiele, ist so weit weg von dem, was Larry Olivier damals gespielt hat.

 (Auch für „1 Mord für 2“ gibt es keine deutsche Filmhomepage.)

 

Weitere Informationen:

Englische Homepage zum Film (mit einem  Aufnahmen von den Dreharbeiten)

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über den Film


Respektlose Reportagen über Pop und Kultur

Dezember 19, 2007

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„Muddy Waters isst selten Fisch“ erfahren wir in einem über dreißig Jahre alten Interview von Nick Tosches mit dem 1983 verstorbenen Bluesmusiker. Dieser kurze Text (der mich an eigene Gespräche mit Musikern erinnert) ist mit elf längeren Reportagen in dem gleichnamigen Sammelband enthalten. In ihnen examiniert Tosches mit scharfer Feder die amerikanische Popkultur, den amerikanischen Traum und sein eigenes Leben.

Dieses begann 1949 in New Jersey in einer Gegend mit wenigen Büchern und vielen Buchmachern. In den Siebzigern wurde Tosches zusammen mit Lester Bangs und Richard Meltzer zur Speerspitze eines neuen Rock-Journalismus. Sie nahmen die Ideen von Truman Capote, Tom Wolfe und Hunter S. Thompson auf und ließen sie auf die Rockmusik los. Sie beobachteten genau, recherchierten gründlich, bedienten sich literarischer Stilmittel, brachten die eigene Person in die Reportagen ein und schrieben in einer pointiert-klaren Sprache über ihre Erlebnisse. Bei Nick Tosches, der neben den Reportagen auch Biographien und Romane schrieb, kommt neben seiner Faszination für die Pop-Kultur auch eine Faszination für die Mafia hinzu. In seiner Biographie über Dean „Dino“ Martin konnte er beides verbinden.

In den in „Muddy Waters isst selten Fisch“ abgedruckten Reportagen schreibt Nick Tosches mit wenigen Worten treffende Porträts über Elvis Presley, der nach seinem Tod mehr Platten als zu Lebzeiten verkauft; den stilbewussten Miles Davis; Screamin’ Jay Hawkins, seinen Hit „I put a spell on you“ und die Särge bei seinen Auftritten; Blondie, die es überhaupt nicht charmant findet, von Tosches nach ihrem Alter gefragt zu werden und er trifft Robert de Niro, der als Mensch immer hinter seinen Rollen verschwindet.

Er vergleicht die schriftstellerischen Phantasien von William Burroughs mit dem Leben von J. Edgar Hoover. Er nennt Las Vegas „die heilige Stadt“. Er begibt sich auf die Suche nach der letzten Opiumhöhle von New York über Hongkong nach Kambodscha. In einem abgelegenen Sumpfgebiet findet er die letzte Opiumhöhle. Er macht Vorschläge für die von Readers Digest geplante „stromlinienförmig zurechtgestutzte Bibel“ und empfiehlt dann einigen anderen Klassikern die gleiche Behandlung.

Er lässt das klinisch reine Kino seiner Jugend in „Lust in der Loge“ Revue passieren. Damals gab es „verführerische Jungfrauen, Schlampen und schöne Geschöpfe, die mit 007 schliefen“.

Begonnen wird der vor allem aus dem „Nick Tosches Reader“ zusammengestellte Reigen mit „Ödipus Tex“, der schreiend komischen Reportage über ein Wochenende in einer Männergruppe, die dem Ruf der Wildnis folgt. Tosches macht aus seiner Abneigung gegen diese Gruppentherapie keinen Hehl – und veröffentlichte seine Erlebnisse im „Penthouse“.

„Muddy Waters isst selten Fisch“ ist eine gelungene Einführung in das vielfältige Werk von Nick Tosches. Jetzt ist zu hoffen, dass Liebeskind in den nächsten Jahren einige weitere Bücher von Tosches erstmals oder wieder auf Deutsch veröffentlicht. Denn, so Franz Dobler in seinem Nachwort: „Es ist doch allgemein bekannt, dass Deutschland seit Jahren geradezu fieberhaft auf Texte von Nick Tosches wartet, weil die mit zum Besten gehören, was Schreibkunst und moderner Journalismus zu bieten haben.“ Die zweite Hälfte von Dobler Satz unterstreiche ich gerne mehrfach.

 

Nick Tosches: Muddy Waters isst selten Fisch

(übersetzt von Silvia Morawetz und Werner Schmitz)

(mit einem Nachwort von Franz Dobler)

Liebeskind, 2007

208 Seiten

18,90 Euro

 

Originalausgabe

– (Bis auf „The last Opium Den“ wurden die Texte dem „Nick Tosches Reader“, Da Capo Press, 2000, entnommen.)

 

Weitere Informationen

Mordlust (mit einem Text von Martin Compart) über Nick Tosches

Exit Wounds – die offizielle Webseite von Hubert Selby jr. und Nick Tosches

Nick Tosches bei My Space

Robert Birnbaum interviewt Nick Tosches


TV-Tipp für den 19. Dezember

Dezember 19, 2007

ZDF, 23.30

Die lange Rolf-Schimpf-Nacht (5 „Der Alte“-Folgen)

Am Freitag löst Kommissar Leo Kress seinen zweihunderzweiundzwanzigsten und letzten Fall. Den Ruhestand hat sich „Der Alte“ schon lange verdient. Denn Kress-Darsteller Rolf Schimpf hat mit 83 Jahren die Pensionsgrenze für Polizisten schon lange überschritten. Der Abschied eines Schauspielers bedeutet aber nicht das Ende der Serie. Denn das ZDF hat schon einen neuen „Alten“ gefunden. Walter Kreye, geboren 18. Juli 1942, übernimmt die Rolle mit jugendlichem Elan.

Bis dahin zelebriert das ZDF den Abschied von Leo Kress. Heute gibt es 5 alte „Der Alte“-Folgen:

Sein erster Fall (D 1986, R: Günter Gräwert, B: Tobias Bertram)

Kein gutes Ende (D 1988, R: Eberhard Itzenplitz, B: Volker Vogeler)

Ausgestiegen (D 1989, R: Günter Gräwert, B: Christa-Maria Bandmann)

So gut wie tot (D 1990, R: Alfred Weidenmann, B: Volker Vogeler)

Der Anschlag (D 1991, R: Zbynek Brynych, B: Volker Vogeler)

Am Freitag gibt es nach der Abschiedsvorstellung „Jakob“ ab 00.50 Uhr eine weitere Nacht mit alten „Der Alte“-Fällen:

Liebe und Tod (D 1991, R: Helmuth Ashley, B: Volker Vogeler)

Der dritte Versuch (D 1992, R: Zbynek Brynych, B: Volker Vogeler)

Anstiftung zum Mord (D 1993, R: Helmuth Ashley, B: Volker Vogeler)

Hochzeit mit dem Tod (D 1997, R: Hans-Jürgen Tögel, B: Volker Vogeler)

Danach wissen wir endlich, ob früher wirklich alles besser war oder einfach nur unsere Erinnerung täuscht.

 

Hinweise

ZDF über „Der Alte“

Die Krimihomepage über „Der Alte“

Fernsehserien.de über „Der Alte“

Deutsches Filmhaus über Volker Vogeler (Drehbuchautor der meisten Folgen)


Spurensuche über Privatdetektivromane online

Dezember 18, 2007

Wer immer noch kein Weihnachtsgeschenk für den kriminell interessierten Literaturfan nebenan hat, muss unbedingt meine neue Spurensuche „Detektive bei der Arbeit – Ein Überblick über neue Privatdetektivromane“ studieren. Die Delinquenten sind:

Joe Gores: Hammett (Hammett, 1975)

Stuart M. Kaminsky: Vengeance, 1999 (Deutsche Ausgabe: Spur nach Süden)

Sara Paretsky: Eine für alle (Guardian Angel, 1992)

Harlan Coben: Der Insider (Fade Away, 1996)

Joe R. Lansdale: Rumble Tumble (Rumble Tumble, 1998)

G. M. Ford: Rotes Fieber (Red Tide, 2004)

G. M. Ford: Die Geisel (No Man’s Land, 2005)

G. M. Ford: Blown Away, 2006

Ken Bruen: The Guards, 2001

Ken Bruen: The Killing of the Tinkers, 2002

Ken Bruen: The Magdalen Martyrs, 2003

Ken Bruen: The Dramatist, 2004

Ken Bruen: Priest, 2006

Ken Bruen: Cross, 2007

Lee Goldberg: Mr. Monk und die Montagsgrippe (Mr. Monk and the Blue Flu, 2007)

 

“Beeindruckend.”

(leicht beleidigter Zuruf, Oxford-Englisch)


Cover der Woche

Dezember 18, 2007

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TV-Tipp für den 18. Dezember

Dezember 18, 2007

ZDF, 22.15

Neues aus der Anstalt

Zum Jahresausklang spendiert das ZDF dem Kabarett von Urban Priol (nett-chaotisch) und Georg Schramm (ätzend-zynisch) dreißig Minuten zusätzliche Sendezeit. Gefüllt wird die Zeit mit hochkarätigen Gästen: Dieter Hildebrandt, Jochen Malmsheimer, Cordula Stratmann, Zärtlichkeiten mit Freunden und Florian Schröder.

Wiederholung: Mittwoch, 19. Dezember, 03.20 Uhr (Taggenau!)

Oder zu jeder Uhrzeit in der ZDF-Mediathek (dort gibt es auch ältere „Neues aus der Anstalt“-Sendungen.

Weitere Informationen zur Sendung


Born ballert, Faust tanzt, Connelly verfilmt, Montgomery fragt, Temple antwortet, Goldberg empfiehlt

Dezember 17, 2007

Dank Krimileser Bernd bin ich auf diesen von James O. Born (noch kein deutscher Verlag) gemachten Videoclip „Literature and Lead“ (bei Naked Authors Blog oder You Tube) aufmerksam geworden. In ihm bringt der in Florida lebende Krimiautor seinen Beruf und sein Wunsch Literaturkritiker zu sein auf dem Schießstand zusammen.

Köstlich!

Ehe gemeckert und mit der Moralkeule um sich geschlagen wird, sollten bei Naked Authors die Worte von James O. Born dazu gelesen werden.

Und jetzt könnten Borns deutschsprachige Kollegen mal nachdenken, ob sie eine ähnlich bleihaltige, äh, unterhaltsame Werbung machen möchten.

 

Nett ist auch die Werbung von Christa Faust für ihr im Februar erscheinendes Hard Case Crime-Debüt „Money Shot“. Es wird bereits jetzt in den einschlägigen Blogs und Seiten abgefeiert. Sie selbst meinte, es sei „I, the Jury with tits“ (Das muss ich jetzt aber wirklich nicht übersetzten!).

 

Michael Connelly verfilmte die ersten Seiten des Harry Bosch-Romans „Echo Park“. Zehn Minuten Kino und dann ab in die nächste Buchhandlung. Auch eine gute Werbung für das Buch.

 

David J. Montgomery fragte für das Crime Fiction Dossier einige Autoren, welche drei Bücher (Genre und Erscheinungsjahr egal) ihnen dieses Jahr besonders gut gefallen haben. Bis jetzt haben unter anderem Charles Ardai (der Hard Case Crime-Macher), Ken Bruen, Thomas Perry, George Pelecanos, T. Jefferson Parker, John Hart, Tess Gerritsen und James Rollins geantwortet.

 

Bei Shotsmag gibt es ein neues Interview mit Peter Temple. Sein gerade in Deutschland erschienenes Debüt „Vergessene Schuld“ (Bad Debts, 1996) sollte unter einigen Weihnachtsbäumen liegen.

 

Für Kurzentschlossene mit viel Zeit und Geld gibt es am Dienstag beim Streik der amerikanischen Drehbuchautoren den „Scene of the Crime“-Tag. Weitere Infos bei Lee Goldberg.


TV-Tipp für den 17. Dezember

Dezember 17, 2007

HR, 00.05

Muxmäuschenstill (D 2004, R.: Marcus Mittermeier)

Drehbuch: Jan Henrik Stahlberg

Mux ist jung. Mux sieht aus wie ein braver Student. Mux hat eine Mission. Er will den Menschen wieder Ideale und Verantwortungsbewusstsein beibringen. Gnadenlos geht er in Berlin gegen Schwarzfahrer, Hundehalter, Graffiti-Sprayer und Schwimmbad-Pinkler vor, bricht Gesetze und wird immer mehr zum Volkshelden.

Die schwarze, mit wenig Geld hergestellte Satire war 2004 mit über 292.000 Besuchern der Überraschungserfolg im Kino.

Der nächste Film des Teams Mittermeier/Stahlberg „Short Cut to Hollywood“ soll 2008 starten.

Mit Jan Henrik Stahlberg, Ritz Roth

Hinweise:

Homepage zum Film „Muxmäuschenstill“

Homepage zum Film „Short Cut to Hollywood“


TV-Tipp für den 16. Dezember

Dezember 16, 2007

SRTL, 22.30

Columbo: Tödliche Trennung (USA 1971, R.: Steven Spielberg)

Drehbuch: Steven Bochco

Ken Franklin und Jim Ferris sind ein erfolgreiches Krimiautorenduo. Als Ferris alleine schreiben will, bringt sein untalentierter Partner ihn um. Sein Alibi ist so gut, dass Lieutenant Columbo ermitteln muss.

Spielberg drehte nachher einige Filme, die sich fest in der Top-10 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten behaupten, und ist gerade mit einem neuen Indiana Jones-Film beschäftigt.

Bochco erfand einige bahnbrechende TV-Serien, wie „Polizeirevier Hill Street“. Sein erstes Columbo-Drehbuch wurde für den Emmy und den Edgar nominiert.

Mit Peter Falk, Jack Cassidy, Rosemary Forsyth, Martin Milner, Barbara Colby


TV-Tipp für den 15. Dezember

Dezember 14, 2007

3sat, 15.30

Buffalo Bill und die Indianer (USA 1976, R.: Robert Altman)

Drehbuch: Alan Rudolph, Robert Altman

LV: Arthur Kopit: Indians, 1969 (Indianer, Theaterstück)

1880: Die Wildwest-Show von Buffalo Bill läuft nicht mehr. Deshalb holt Buffalo Bill den Sioux-Häuptling Sitting Bull ins Boot. Doch der Indianer ist an historischer Wahrheit und nicht an blinder Heldenverehrung für Buffalo Bill interessiert.

Altman demontiert in seinem, im Fernsehen lange nicht mehr gezeigten, Western den Nationalmythos von der heroischen Erschließung des Wilden Westens als eine eitle Lüge.

„Hätte er für ‚Buffalo Bill’ eine andere Form gefunden als die einer überquellenden Fülle von Genrebildern, die zu oft an die historischen Western-Maler erinnert, hätte er auf allzu bequeme Wiederholungen ähnlicher kabarettistischer Einfälle verzichtet und eine so konzentrierte Erzählstruktur entwickelt wie bei ‚Nashville’, so hätte dieser Film sein vielleicht wichtigster überhaupt werden können und weit mehr als ‚nur’ sarkastisch, kluges und krudes Kabarett.“ (Hans Günther Pflaum in „Robert Altman“, Hanser Reihe Film 25)

„Buffalo Bill ist der erste Western, der bei einem A-Festival einen 1. Preis gewann (Goldener Bär der Berlinale 1976). Kommerziell war der Film ein katastrophaler Misserfolg.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon) Schließlich waren die Amis damals gerade mit ihren Zweihundert-Jahr-Feiern beschäftigt.

Mit Paul Newman, Burt Lancaster, Joel Grey, Kevin McCarthy, Harvey Keitel, Geraldine Chaplin, Shelley Duvall, E. L. Doctorow, Arthur Kopit

Hinweise:

3sat zum Film

Don Shewey: Arthur Kopit – A life on Broadway

Harvard University Gazette: Arthur Kopit besucht seine alte Universität

Senses of Cinema: Robert T. Self über Robert Altman (2004)

Cinefile: Doku über Robert Altman (mehrteilig)

Charlie Rose spricht mit Robert Altman

 

Zusätzlicher Altman-Filmtipp:

SRTL, 22.15

Popeye – Der Seemann mit dem harten Schlag (USA 1980, R.: Robert Altman)

Drehbuch: Jules Feiffer

LV: E.C. Segar (Comics)

Noch ein selten gezeigter Altman-Film: die misslungene Auftragsarbeit ist das Kinodebüt von Robin Williams.


Besprechung „Kleiner Autoren-Workshop“ von Ursual K. Le Guin online

Dezember 14, 2007

Bei der Berliner Literaturkritik ist meine Besprechung von „Kleiner Autoren-Workshop“ (Steering the Craft, 1998) von Ursula K. Le Guin online. Der Schreibratgeber mit seinen zahlreichen Übungen richtet sich vor allem an Schreibgruppen, die das Buch in wochen- oder monatelanger Arbeit durchgehen wollen.

Homepage von Ursula K. Le Guin (umfangreiche, informative Seite)

Phantastik-Couch über Ursula K. Le Guin