TV-Tipp für den 5. Dezember

Dezember 5, 2007

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ARD, 00.35

Die Außenseiterbande (F 1964, R.: Jean-Luc Godard)

Drehbuch: Jean-Luc Godard

LV: Dolores Hitchens: Fool’s gold, 1958 (Flucht nach Las Vegas)

Vordergründig erzählt Godard die Planung und Durchführung eines Einbruches. Aber die Abschweifungen von dieser Geschichte sind ihm wichtiger. Inzwischen ist „Die Außenseiterbande“ ein Klassiker der Nouvelle Vague und einer der zugänglichsten Filme Godards. Ein schöner Film, aber eher für die Cineasten unter uns.

„´Bande à part´ (Die Außenseiterbande) ist der heiterste Film Godards, nicht wegen seiner Story (eigentlich ist die gar nicht so heiter), sondern wegen der ironischen leichten Art, mit der Godard spielerisch mit den Formen, die er in den vorangegangenen Filmen entwickelt hat, umgeht. Er selbst spricht einen Kommentar, der ergänzt, ironisiert, ansatzweise interpretiert und vor allem immer wieder darauf hinweist, daß alles, was da geschieht, auch anders verlaufen könnte…In ´Bande à part´ weist der leichte, spielerische, ironisch-distanzierte Kommentar ebenso auf die Entstehung wie die äußerst raffinierte Schwarzweiß-Fotografie von Raoul Coutard (z. B. bei den Autofahrten).“ (Hanser Reihe Film 19: Jean-Luc Godard)

Mit dem spannenden Krimi „Fool’s gold“ hat „Die Außenseiterbande“ natürlich, außer der Prämisse und einigen Elementen der Handlung, kaum noch etwas gemeinsam.

Mit Anna Karina, Claude Brasseur, Sami Frey


Cover der Woche

Dezember 4, 2007

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TV-Tipp für den 4. Dezember

Dezember 4, 2007

Arte Themenabend: Darfur, der vergessene Krieg

Arte, 20.42 (VPS 20.45)

Darfur – Autopsie einer Tragödie (F 2007, R.: Christophe Ayad, Vincent de Cointet)

Drehbuch: Christophe Ayad, Vincent de Cointet

Doku über die Hintergründe des Konflikts.

Wiederholung: Donnerstag, 6. Dezember, 09.55 Uhr

 

 

Arte, 21.50

Die Hölle der Vertriebenen (F 2007, R.: Jean-Philippe Lacaille)

Drehbuch: Jean-Philippe Lacaille

Doku über Flüchtlingslager in Darfur.

Wiederholung:

Donnerstag, 6. Dezember, 11.05 Uhr

Dienstag, 11. Dezember, 04.30 Uhr (Taggenau!)

 

 

Arte, 22.15

Gesprächsrunde mit

Rodolphe Adada, Außenminister der Republik Kongo, gemeinsamer Sonderbeauftragter der Afrikanischen Union (AU) und der UNO für Darfur zur Leitung der Friedensmission UNAMID

Jeremy Lester, Leiter der Abteilung für das Horn von Afrika, Ostafrika und den Indischen Ozean der Generaldirektion Entwicklung bei der Europäischen Kommission

Dr. Rony Brauman, ehem. Vorsitzender der Stiftung „Ärzte ohne Grenzen“

Christophe Ayad, Journalist bei der französischen Tageszeitung Libération, Afrika- und Nahost-Spezialist, Autor/Regisseur der Dokumentation „Darfur – Autopsie einer Tragödie“

Wiederholung: 6. Dezember, 11.30 Uhr

Hinweise:

Arte zum Themenabend


„In the Valley of Elah“ von Paul Haggis online

Dezember 3, 2007

Das ist ein schöner Trend und in den Tagen bis zur Oscar-Verleihung (und hoffentlich auch danach) dürften noch einige Drehbücher zu Oscar-Anwärten von den Produktionsfirmen veröffentlicht werden. Das neueste Drehbuch ist „In the Valley of Elah“ von Paul Haggis (Million Dollar Baby, Crash, Flags of our Fathers, Casino Royale, James Bond 22), der auch Regie führte. Tommy Lee Jones, Charlize Theron, Susan Sarandon, Jason Patric, James Franco, Josh Brolin, Jonathan Tucker spielen mit.

Die Story: Nach seinem Dienst im Irak verschwindet der Sohn eines Offiziers. Zusammen mit einer Polizistin will er die Wahrheit herausfinden.

Der deutsche Kinostart von „In the Valley of Elah“ (Homepage) ist für den 6. März 2008 geplant.


Killer Club von Droemer Knaur eröffnet

Dezember 3, 2007

Droemer Knaur will seine Webpräsenz mit guten Angeboten ausbauen. Der Anfang ist ein der „Killer Club“ im „Krimi Podcast„. Der „Killer Club“ ist – ach, hier ist die Pressemitteilung:

Droemer Knaur launcht den ersten kostenlosen Fortsetzungskrimi im Podcast-Format – geschrieben von hochkarätigen Autoren des Verlags. Unter ihnen der derzeit erfolgreichste deutsche Krimischriftsteller, Andreas Franz („Das Todeskreuz“), der US-Bestsellerautor John Katzenbach („Das Opfer“) und der Berliner Thriller-Shootingstar Sebastian Fitzek („Die Therapie“), von dem auch die Killer-Club-Rahmenhandlung stammt. Gesprochen wird die monatlich fortgesetzte Krimi-Anthologie von Matti Klemm, (Synchron-)Sprecher und Fußball-Stimme der ARD. Ein Jahr lang können die Hörer den Spannungsstücken entweder direkt auf der Seite lauschen oder sie sich kostenlos im MP3-Format herunterladen.

Im Killer Club werden internationale Autoren zu Auftragsmördern und töten um die Wette. Wer das am besten kann, entscheidet zum Schluss die Web-Gemeinde – in einer Online-Abstimmung zur Frankfurter Buchmesse 2008. Nach Kriterien wie Originalität, Kreativität und Finesse.

Der Startschuss ist gefallen: mit dem Prolog des Killer Clubs, entwickelt von Sebastian Fitzek. Hier erfahren die Hörer, um was es geht, sprich: was sich das wahnsinnige Hirn des todkranken Milliardärs Roderick van Larven auf seiner Luxusyacht vor der Küste Madeiras ausgedacht hat. Sein Plan sieht nämlich vor, einen Wettbewerb unter der internationalen Crème de la Crème der Gewaltverbrecher auszuloben.

Im Dezember 2007 geschieht der erste Auftragsmord – und zwar in der Geschichte des Münchner Kulinarik-Killers Michael Böckler („Tödlicher Tartufo“). Alborino und die hohe Kunst der Tat verströmt nicht nur mediterranes Aristokratenflair, sondern auch italienische Mordstimmung.

Die Bleistifte gespitzt und die Messer gewetzt werden derzeit außerdem von der Hamburger Autorin und Krimi-Debütantin Simone Buchholz („Revolverherz“, ET: 3/2008), dem belgischen Thrillerschreiber Luc Deflo („Nackte Seelen“) sowie dem Tatort-Drehbuchautor Markus Stromiedel („Zwillingsspiel“, ET: 5/2008).

Vorher habe ich mir die Eröffnung von Sebastian Fitzek (Die Therapie, Amokspiel) angehört. Nett, aber etwas langatmig. Halt mehr Dan Brown als Richard Stark. Aber weil die folgenden Autoren einfach nur möglichst aufsehenerregend eine bekannte Person umbringen sollen, dürften einige spannende Geschichten folgen.

Jedenfalls werde ich mir die nächsten Morde anhören.


Mitteilungen mit One World-Bericht online

Dezember 3, 2007

Das One World Berlin-Festival ist vorbei und ich habe euch überhaupt nicht gesagt, wie es war. Dafür habe ich für die neuen Mitteilungen der Humanistischen Union Nummer 199, Heft 4-2007,  einen langen Bericht darüber geschrieben. Hier gehts zum Inhaltsverzeichnis (und der Möglichkeit eines Komplettdownloads); hier direkt zu meinem Artikel. Denn wen interessiert schon die Vorratsdatenspeicherung?


TV-Tipp für den 3. Dezember

Dezember 3, 2007

Leicht verspätet: Herzlichen Glückwunsch, Woody Allen!

Deshalb:

Tele 5, 20.15

The Purple Rose of Cairo (USA 1985, R.: Woody Allen)

Drehbuch: Woody Allen

Cecilia findet im Amerika der Depression nur im Kino Zuflucht. Täglich versinkt sie in die heile Welt der Boulevardkomödie “The Purple Rose of Cairo”. Bei einer Vorstellung fällt der von ihr bewunderte Held Tom Baxter aus der Rolle und steigt von der Leinwand herab zu ihr in den Kinosaal. Das führt zu einigen Problemen.

„The Purple Rose of Cairo“ war seit Jahren nicht mehr im Fernsehen zu sehen. Die Komödie ist einer der wenigen Filme bei denen Allen nur hinter der Kamera stand. Sie wurde von der Kritik gelobt und erhielt zahlreiche Preise.  Denn Allen hat „eine virtuose Filmkomödie über das Kino gemacht. Eine Hommage, wie es sie noch nicht gegeben hat und die Maßstäbe setzt. Die Desillusionierung der Traumwelt gerät Allen derart faszinierend perfekt, dass am Ende das Kino doch wieder über den Zuschauer triumphiert: Ähnlich wie Cecilia kann man ‚The Purple Rose of Cairo’ gar nicht oft genug sehen.“ (Fischer Film Almanach 1986)

Mit Mia Farrow, Jeff Daniels, Danny Aiello, Stephanie Farrow, Dianne Wiest, Van Johnson

Wiederholung: Dienstag, den 4. Dezember um 07.10 Uhr

Hinweise:

Englische Woody Allen-Fanseite (gemacht von isländischen Studis)

Deutsche Woody Allen-Fanseite

P. S.: Woody Allen wurde als Alan Stewart Konigsberg am 1. Dezember  1935 in Brooklyn, New York, geboren.


TV-Tipp für den 2. Dezember

Dezember 2, 2007

Arte, 20.40

Außer Atem (F 1960, R.: Jean-Luc Godard)

Drehbuch: Jean-Luc Godard (nach einem Szenario von François Truffaut)

Buch zum Film: Claude Francolin: A bout de souffle, 1960 (Außer Atem)

Kleinganove Michel erschießt einen Polizisten und flieht nach Paris zur us-amerikanischen Studentin Patricia.

Ein Klassiker der Nouvelle Vague und ein zeitloser Kultfilm.

Bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises am 1. Dezember erhielt Jean-Luc Godard einen Preis für sein Lebenswerk. Godard sagte dazu in der „Zeit“: „Wissen Sie, es scheint mir seltsam, in Berlin einen Filmpresi für mein Lebenswerk zu bekommen. Für Filme, die sich gerade die Leute, die die Preise in Berlin verben, nicht anschauen.“

Arte zeigt nach „Außer Atem“ die Höhepunkte der Verleihung.

Mit Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg, Jean-Pierre Melville

Wiederholung:

Montag, 3. Dezember, 14.55 Uhr

Hinweise:

Arte zum Film (mit einem Interview mit Jean-Luc Godard)

Die Zeit (Katja Nicodemus) redet mit Jean-Luc Godard: „Kino heißt streiten“


TV-Tipp für den 1. Dezember

Dezember 1, 2007

Vox, 20.15

Absolute Power (USA 1997, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: William Goldman

LV: David Baldacci: Absolute Power, 1996 (Der Präsident, Absolute Power)

Einbrecher Luther Whitney beobachtet bei einem Einbruch, wie der US-Präsident eine Frau vergewaltigt und diese von seinen Leibwächtern ungebracht wird. Danach steht Whitney auf der Abschussliste verschiedener Dienste.

Ein brillianter und bitterböser Politthriller; auch wenn Goldman sich weit von Baldaccis Vorlage entfernte. „Absolute Power“ ist im besten Sinne altmodisches Kino mit einer Regie erstklassiger Darsteller.

Mit Clint Eastwood, Gene Hackman, Ed Harris, Laura Linney, Judy Davis, Scott Glenn, Dennis Haysbert, E. G. Marshall

Wiederholung um 00.30 Uhr

Hinweise:

Homepage von David Baldacci

Krimi-Couch über David Baldacci

Drehbuch „Absolute Power“ von William Goldman


Einige Fundstücke

November 30, 2007

Crime Zine Report hat seine Nominierungslisten für den Spinetingler Preis veröffentlicht.  Schöne Listen mit einigen bekannten Namen (Ken Bruen, James Lee Burke, Ian Rankin, Duane Swierczynski, Charlie Huston, Laura Lippman) und vielen Covers von Hard Case Crime.

Allan Guthrie (dessen Hard Case Crime-Buch „Kiss Her Goodbye“ ich im „Krimijahrbuch 2006“ abfeierte) listete die 200 besten Noir-Romane von 1929 bis 1997 auf. Die letzten zehn Jahre ließ er weg, weil die Liste eh schon lang ist.  Schöne Liste mit vielen bekannten Namen.

Bei IAMTW ist ein Interview mit dem ehemaligen James Bond-Autor Raymond Benson erschienen. Eine umfangreiche, textlastige Homepage hat Benson auch.

Bei It’s a Crime empfehlen Krimiautoren Bücher.  Zuletzt Zoe Sharp, die Bücher von Ken Bruen, Lee Child, Robert P. Parker, Jeffery Deaver und Julia Spencer-Fleming (hm, dabei sollten die Autoren doch immer nur ein Buch empfehlen)  für den weihnachtlichen Gabentisch empfiehlt.

Robert B. Parker schreibt in der New York Times über ein Essen mit Ed Haris, der Parkers Western „Appaloosa“ verfilmt. Wo wir gerade bei Parker-Verfilmungen sind: der fünfte Jesse Stone-Film „Thin Edge“ mit Tom Selleck ist fast fertig und wird wahrscheinlich im Februar im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt (das deutsche Fernsehen könnte ja mal die ersten Stone-Filme bringen). Und seit Ende Oktober gibt es einen neuen Spenser: „Now and Then“.

Ian Rankin (zuletzt „Im Namen der Toten„)  ist ab Montag auf Lesetour:

Montag, 3. Dezember: Berlin: Babylon Berlin (Rosa-Luxemburg-Straße 30), 19.30 Uhr

Dienstag, 4. Dezember: Hamburg: Buchhaus Weiland im Mercado (Ottenser Hauptstraße 10), 20.45 Uhr

Mittwoch, 5. Dezember: Wien: Rabenhof Theater (Rabengasse 3), 20.00 Uhr

Donnerstag, 6. Dezember: Zürich: Kaufleuten (Pelikanplatz), 20.00 Uhr

Udo Wachtveitl liest die deutschen Teile.

Was sagen uns die Anfangszeiten über das Abend- und Nachtleben der Städte?


TV-Tipp für den 30. November

November 30, 2007

Arte, 00.20

Berlin – Die Sinfonie der Großstadt (D 1927, R.: Walther Ruttmann)

Drehbuch: Karl Freund, Carl Mayer, Walter Ruttmann

Dokumentarischer Stummfilmklassiker über einen Tag in Berlin. Arte zeigt „Berlin – Die Sinfonie der Großstadt“ in einer kürzlich restaurierten Fassung mit der von Bernd Thewes neu orchestrierten Musik. Von der Originalmusik von Edmund Meisel existiert nur noch ein Klavierauszug.

Karl Freund drehte später in Hollywood den Boris Karloff-Horrorklassiker „Die Mumie“.

Wiederholung:

Mittwoch, 12. Dezember, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Weitere Informationen:

Arte zum Film

Anscheinend vollständiger Film bei Google (Musik unklar)

Anscheinend etwas kürzere Fassung bei Public Domain (Musik unklar)


Neu im Kino: Gone Baby Gone, Mr. Brooks

November 29, 2007

„Gone Baby Gone – Kein Kinderspiel“ ist die Verfilmung des gleichnamigen vierten Patrick Kenzie-Angela Gennaro-Krimis von Dennis Lehane. Die beiden Privatdetektive sollen die verschwundene vierjährige Amanda finden. Doch sie werden von Amandas Familie und der Polizei belogen.

Aaron Stockard und Ben Affleck, der auch Regie führte, schrieben das Drehbuch. Die Hauptrollen wurden von Casey Affleck, Michelle Monaghan, Morgan Freeman, Ed Harris und Amy Madigan übernommen. Amerikanische Kritik und Publikum waren, wie bei der ersten Lehane-Verfilmung „Mystic River“, einhellig begeistert über dieses grimmige Neo-Noir-Porträt von Boston. Auch Dennis Lehane gefällt die Verfilmung.

Weitere Informationen:

Homepage von Dennis Lehane

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Gone Baby Gone“

 

Nicht ganz so gut kam dagegen der neue Kevin Costner-Film „Mr. Brooks – Der Mörder in Dir“ in den USA bei Kritik und Publikum an. Costner spielt einen gewöhnlichen Geschäftsmann, der ein Doppelleben führt. Er ist nämlich ein Serienkiller. Im Film wird seine böse Seite von William Hurt, der anscheinend Gefallen an der Rolle des Bösewichts gefunden hat, gespielt. Demi Moore, Marg Helgenberger und Reiko Aylesworth spielen ebenfalls mit. Bruce A. Evans inszenierte das von ihm und Raynold Gideon geschriebene Drehbuch. Seine Deutschlandpremiere erlebte der Psychothriller beim Fantasy Filmfest: „Das ist Mainstreamkino von beachtlichem Nihilismus, spannend, subversiv und schließlich, wenn man nicht mehr damit rechnet, auch noch unbeschreiblich blutig.“ (Programmheft). Und „tip“ meint: „Dem Film gelingt es ohne Anstrengung, den Killer/Unternehmer als Sympathieträger zu zeichnen.“

Tja, in „Mr. Brooks“ spielt Kevin Costner endlich wieder, wie in „Perfect World“, einen Bösewicht und wir gehen nach vielen, vielen Jahren wieder gerne in einen Costner-Film.

Weitere Informationen:

Drehbuch „Mr. Brooks“ von Bruce A. Evans und Raynold Gideon

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Mr. Brooks“

Anmerkung: Beide Filme haben keine deutsche Homepage. Absicht? Irrtum? Kein Geld?


TV-Tipp für den 29. November

November 28, 2007

WDR, 23.15

Black Box BRD (D 2001, R.: Andres Veiel)

Drehbuch: Andres Veiel

Gelungene Doku, in der Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Leben von Deutsche Bank-Sprecher Alfred Herrhausen und RAF-Terrorist Wolfgang Grams aufgezeigt werden. Erster starb am 30. November 1989 bei einem RAF-Anschlag, zweiter am 27. Juni 1993 in Bad Kleinen bei einem Polizeieinsatz durch Selbstmord.

„Eine Schwindel erregende, waghalsige Reise ins dunkle Herz der BRD, eine Achterbahnfahrt durch die Vergangenheit, eine abenteuerliche Expedition in ein merkwürdiges fernes Land.“ (Volker Gunske, Tipp 11/2001)

Mit Traudl Herrhausen, Rainer Grams, Hilmar Kopper, Wolfgang Grundmann, Helmut Kohl


Vergiftete Drinks und Mary Kates

November 28, 2007

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Für die Meisten dürfte es wirklich egal sein. Denn sie kennen bis jetzt weder Duane Louis noch Duane Swierczynski. Doch wer sich öfters auf englischen Krimiseiten tummelt, der ist in den vergangenen Jahren bereits über den zweiten Namen gestolpert. Der Heyne Verlag meinte allerdings, Duane Swierczynski könne sich kein Deutscher merken. Deshalb wurde – natürlich mit dem Einverständnis von Duane Swierczynski – für Deutschland sein Name in Duane Louis geändert (genau genommen seine beiden Vornamen) und sein dritter Roman „The Blonde“ als „Blondes Gift“ veröffentlicht.

Der noirische Thriller mit Science Fiction-Touch ist ein echter Pageturner. Gleich mit dem ersten Satz „Ich habe Ihren Drink vergiftet.“ geht es los. Das sagt in der Flughafenbar eine Blondine zu dem gerade in Philadelphia gelandeten Journalisten Jack Eisley. Er werde gleich starke Schmerzen spüren und, wenn sie ihm nicht in seinem Hotelzimmer das Gegengift geben könne, in wenigen Stunden sterben. Natürlich glaubt Eisley ihr kein Wort. Doch wenig später fühlt er sich schlecht, kotzt auf die Straße und glaubt ihr.

Als er sie auf dem Flughafen wieder sieht, verabschiedet sie sich mit einem innigen Kuss von einem anderen Mann und steigt zu Eisley ins Taxi.

In diesem Moment werden sie bereits von Mike Kowalski beobachtet. Der Killer arbeitet im Auftrag der supergeheime Organisation CI-6 des Ministeriums für Heimatschutz. Zuerst sollte er die Blondine Kelly White finden. Doch jetzt wird sein Auftrag geändert. Er soll den Mann verfolgen. Kurz darauf sieht Kowalski ihn tot in seinem Badezimmer. Sein Kopf ist explodiert.

Die Blondine, die sich Kelly White nennt, erklärt währenddessen Jack Eisley, warum der andere Mann starb. Sie trägt ein sich im Teststadium befindendes, auf Nanotechnologie basierendes, virusähnliches Ortungssystem in ihrem Körper, das darauf programmiert ist, den Träger zu töten, wenn er sich mehr als drei Meter von einem anderen Menschen entfernt. Die Mary Kates werden durch Intimkontakte, wie Küsse, übertragen.

Im Folgenden entspinnt sich eine leichengesättigte Jagd durch das nächtliche Philadelphia. Die vielen kurzen Kapitel, in denen Louis die verschiedenen Handlungsstränge parallel entwickelt, die pointierten Dialoge und die knappen Charakterzeichnungen werden von ihm nur benutzt um das Tempo unerbittlich zu steigern und mit immer neuen, oft grotesken Wendungen zu überraschen. Denn auch wenn Duane Louis in der zweiten Hälfte beginnt die Vorgeschichte von Kelly White zu erzählen, bleibt es spannend und die absurde Idee mit den Mary Kates und die damit verbundenen Gefahren einer Kontrolle der Gesellschaft wird zunehmend glaubhafter.

Damit liest sich „Blondes Gift“ wie die Vorlage für einen Film, der hoffentlich nie gedreht wird. Denn so filmisch sich die absurde Geschichte liest, so schwer ist sie in einen guten Film zu übertragen.

Für Freunde von schwarzhumorig-düsteren Thrillern, die sich nicht lange mit psychologischem Brimborium aufhalten, ist „Blondes Gift“ ein Pflichtkauf.

Für die US-amerikanische Taschenbuchausgabe hat Duane Swierczynski (in Deutschland auf Wunsch des Verlages Duane Louis) die Novella „Redhead“ geschrieben. Sie führt die Geschichte einiger wichtiger Charaktere und der Mary Kates aus „Blondes Gift“ fort zu einem hundsgemeinen Ende, das „Planet Terror“ wie eine Gute-Nacht-Geschichte wirken lässt. Wer englisch kann und „Blondes Gift“ gelesen hat, kann Duane Swierczynski eine Mail schicken und erhält die Geschichte. Kostenlos.

 

 

Duane Louis (Pseudonym von Duane Swierczynski): Blondes Gift

(übersetzt von Frank Dabrock)

Heyne, 2007

336 Seiten

7,95 Euro

 

Originalausgabe:

Duane Swierczynski: The Blonde

St. Martin’s Minotaur 2006

 

Hinweise: 

Homepage/Blog von Duane Swierczynski: Secret Dead Blog

Direkt zur Fortsetzung von “Blondes Gift”: Give me a Redhead

 


TV-Tipp für den 28. November

November 28, 2007

RBB, 22.35

Wahl der Waffen (F 1981, R.: Alain Corneau)

Drehbuch: Alain Corneau, Michel Grisola

Yves Montand spielt einen Profikiller, der sich mit seiner Frau Catherine Deneuve, auf einem Landsitz zur Ruhe gesetzt hat. Gérard Depardieu spielt einen jungen, unbeherrschten Gangster, der die Ruhe stört. Mehr muss eigentlich nicht zu diesem viel zu wenig bekannten, exzellenten französischen Gangsterfilm gesagt werden.

Und jetzt noch einige andere Stimmen:

„Corneaus neuester Film lebt vor allem von der Gegenüberstellung zweier Verbrechertypen und deren Lebensweisen. (…) Mit eindruckvollen Bildkompositionen, einem interessanten Einsatz des Dolby-Stereo-Tones und wortkargen Dialogen erzählt Corneau seine Geschichte von der Auseinandersetzung zwischen unterschiedlichen Lebensformen und Wertvorstellungen, und er zeigt uns die Sinnlosigkeit von Gewalt und den Sieg der Menschlichkeit.“ (Fischer Film Almanach)

„Harter, effektsicherer Gangsterfilm mit humaner Botschaft und vorzüglicher Besetzung, spannend und auf hohem Niveau inszeniert.“ (Lexikon des internationalen Films)

„Ein klassischer französischer Gangsterfilm im Stile eines Jean-Pierre Melville ist diese dritte gemeinsame Arbeit von Alain Corneau und Yves Montand (…) Ein Klasse-Film.“ (TV Spielfilm: Das große Filmlexikon)

Mit Yves Montand, Gérard Depardieu, Catherine Deneuve, Michel Galabru, Gerard Lanvin


„Die Vergeltung“ online

November 27, 2007

Bruno Preisendörfer hat mit „Die Vergeltung“ einen Roman geschrieben, der vom Liebeskind Verlag als „literarischer Thriller über Schuld und tödliche Rache“ beworben wird. Allerdings halte ich „Die Vergeltung“ als Thriller – und auch als Roman -, trotz eines sehr guten Anfangs (nachdem ich die ersten Zeilen gelesen hatte, las ich gleich weiter), für misslungen. Warum können Sie in der Berliner Literaturkritik nachlesen.


Cover der Woche

November 27, 2007

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TV-Tipp für den 27. November

November 27, 2007

WDR, 22.10

Topkapi (USA 1964, R.: Jules Dassin)

Drehbuch: Monja Danischewsky

LV: Eric Ambler: The light of day, 1962 (Topkapi)

Gentleman-Gauner Walter will mit seiner Gang einen kostbaren Dolch aus dem Topkapi-Museum in Istanbul klauen. Ohne die Hilfe des zwielichtigen Fremdenführers Arthur haben sie keine Chance.

Mit dem düsteren Gangsterfilm „Rififi“ erfand Dassin das Caper-Movie, mit seiner Parodie „Topkapi“ trug er es zu Grabe.

Amblers Buch erhielt den Edgar-Allan-Poe-Preis.

Mit Melina Mercouri, Peter Ustinov, Maximilian Schell, Robert Morley, Akim Tamiroff

Hinweise:

Krimi-Couch über Eric Ambler

Thomas Wörtche über Eric Ambler

Kirjasto über Eric Ambler


TV-Tipp für den 26. November

November 25, 2007

Allein das ist schon ein guter Grund: Karel Reisz (21 Juli 1926 – 25 November 2002)

Das wäre natürlich eine Gelegenheit gewesen „Spieler ohne Skrupel“ oder „Die Geliebte des fränzösschen Leutnants“ zu wiederholen, aber es gibt zu nachmitternächtlicher Stunde nur einen Thriller:

ARD, 00.50

Dreckige Hunde (USA 1978, R.: Karel Reisz)

Drehbuch: Judith Rascoe, Robert Stone

LV: Robert Stone: Dog Soldiers, 1974 (Unter Teufeln)

Zwei Gangster und ein korrupter Polizist jagen einen Vietnam-Soldaten, der zwei Kilos Heroin in die USA schmuggelte, nach Mexiko.

Spannendes Actiondrama über den Verlust von Hippie-Idealen.

Die New York Times schrieb zum mit dem National Book Award ausgezeichneten Roman: “Robert Stone’s new book is the first novel by a man young enough to have been involved in the counter-culture and to have seen Vietnam as a journalist that makes intelligent, imaginative and horrifying connections between the war, the counter-culture and heroin.“  In Deutsch erschien der Thriller „Dog Soldiers“ erstmals 1988.

D. B. Blettenberg meint zu Robert Stone: „Ein Buch von Robert Stone muss man – wenn es nicht gar „vergriffen“ ist – nicht selten im Buchladen bestellen, und hat es frühenstens am darauf folgenden Tag in der Hand und vor Augen. Nie haben sich 24 Stunden Wartezeit besser gelohnt.“

Mit Nick Nolte, Tuesday Weld, Michael Moriarty, Anthony Zerbe, Richard Masur, Ray Sharkey, Gail Strickland           

Hinweise (alles englisch):

Wikipedia über Robert Stone

The Boston Globe interviewt Robert Stone

Salon-Interview mit Robert Stone

Identity Theory interviewt Robert Stone


TV-Tipp für den 25. November

November 25, 2007

SWR, 00.00

Haben und Nichthaben (USA 1944, R.: Howard Hawks)

Drehbuch: Jules Furthman, William Faulkner

LV: Ernest Hemingway: To have and have not, 1937 (Haben und Nichthaben)

Kutterkapitän Morgan kümmert sich um seine Geschäfte und den regelmäßigen Zufluss von Alkohol. Da lernt er Marie kennen und lieben. Sie kämpft gegen die Vichy-Regierung.

Hawks Abenteuerfilm hat mit dem Buch nichts mehr zu tun. Ist trotzdem die bekannteste Verfilmung des Romans – wegen Bogart und Bacall, die sich während der Dreharbeiten ineinander verliebten und zu einem von Hollywoods Traumpaaren wurden.

Mit Humphrey Bogart, Lauren Bacall, Walter Brennan