KrimiWelt-Bestenliste Dezember 2007

November 24, 2007

Am letzten Wochenende eines Monats erscheint die neue KrimiWelt-Bestenliste. Für den Dezember empfehlen die Kritiker:

 

1          (1)       James Sallis: Driver

2          (8)       Oliver Bottini: Im Auftrag der Väter

3          (5)       Ian Rankin: Im Namen der Toten

4          (7)       Arne Dahl: Ungeschoren

5          (-)        Jean-Patrick Manchette/Jean-Pierre Bastid: Lasst die Kadaver bräunen!

6          (3)       Rick DeMarinis: Kaputt in El Paso

7          (-)        John S. Cooper: Das 5. Flugzeug

8          (-)        Marek Krajewski: Gespenster in Breslau

9          (-)        Thomas Weiss: Tod eines Trüffelschweins

10       (-)        Jo Nesbø: Der Erlöser

 

In der Klammer ist die Platzierung des Vormonats.

Mit Sallis, Rankin und DeMarinis sind drei Bücher drin, die mir auch sehr gut gefallen haben. Der Manchette/Bastid ist bei mir noch nicht eingetroffen. Aber die anderen Bücher von Jean-Patrick Manchette haben mir gut gefallen; die Verfilmungen weniger. Bottinis Aufstieg erstaunt mich etwas. Denn die Kritiken, die ich gelesen habe, waren durchwachsen bis negativ.

Auf der Januar-Liste sollten dann Nick Stone, Paul Temple, Thomas C. Cook, Martin Cruz Smith und, vielleicht, Gianrico Carofiglio sein. F. Paul Wilsons neuester Handyman Jack-Roman hat dagegen wahrscheinlich keine Chancen.


TV-Tipp für den 24. November

November 24, 2007

Der Bayerische Rundfunk präsentiert heute und morgen „Fernsehgeschichte(n).deutsch“. Wer es aber um 20.15 Uhr noch nicht schafft („Das Millionenspiel“ kann auch aufgenommen werden), sollte spätestens kurz vor elf einschalten:

BR, 22.55

Melissa – Teil 1 (D 1966, R.: Paul May)

Drehbuch: Francis Durbridge, Marianne de Barde

LV: Francis Durbridge: My wife Melissa, 1967 (Melissa)

Als seine Frau Melissa ermordet wird, gerät der arbeitslose Journalist Guy Foster in Mordverdacht. Er versucht den wahren Täter zu finden.

Damals ein Straßenfeger (Sehbeteiligung: 85 Prozent), heute lohnt sich in jedem Fall der Blick zurück in die deutsche TV-Vergangenheit. Denn: „Der Einfluß von Durbridge auf das deutsche Fernsehen war weitaus größer als auf das englische. Wie Edgar Wallace für das Kino der sechziger Jahre definierte er für ein unerfahrenes deutsches Publikum, was es unter Thriller zu verstehen habe.“ (Martin Compart: Crime TV)

Zu „Melissa“ sagt Compart: „Ein weiterer Durbridge-Klassiker.“

Die Teile zwei und drei folgen direkt im Anschluss um 00.00 Uhr und 00.55 Uhr.

Mit Günther Stoll, Siegfried Wischnewski, Ruth Maria Kubitschek

Hinweis:

Meine Besprechung der „Die Kette“, dem letzten Durbridge-Krimi


TV-Krimi-Buch-Tipps online

November 23, 2007

Der Überblick über die verfilmten Kriminalromane, die die kommenden beiden Wochen im Fernsehen laufen, ist jetzt bei den Alligatorpapieren online. Wie üblich gibt es hier die einleitenden Worte (gleichzeitig ein Hinweis auf die Highlights), und hier die gesamten Tipps mit vielen schönen Bildern:

Die kommenden beiden Fernsehwochen beginnen gleich mit zwei Werken aus der Frühzeit des deutschen Fernsehens: die düstere Satire „Das Millionenspiel“ (immer noch gut) und die Durbridge-Verfilmung „Melissa“ (da erfahren wir Spätgeborenen endlich, was unsere Eltern an den Fernseher fesselte).
Außerdem empfehlenswert sind Sam Peckinpahs „The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz“, Martin Scorseses Nicholas Pileggi-Verfilmung „Casino“ (Das wäre ein Film zu seinem 65sten gewesen!), Howard Hawks Ernest Hemingway-Verfilmung „Haben und Nichthaben“ (oder ein Bogart-Bacall-Film), Karel Reisz Robert Stone-Verfilmung „Dreckige Hunde“, Jules Dassins Eric Ambler-Verfilmung „Topkapi“, Robert Aldrichs Mickey Spillane-Verfilmung „Rattennest“, José Giovannis „Endstation Schafott“ (mit Alain Delon und Jean Gabin), Claude Sautets José Giovanni-Verfilmung „Der Panther wird gehetzt“ (mit Lino Ventura und Jean-Paul Belmondo), Jean-Luc Godards „Außer Atem“ (mit Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg) und seine Dolores Hitchens-Verfilmung „Die Außenseiterbande“ (mit Anna Karina und Claude Brasseur), Clint Eastwoods David Baldacci-Verfilmung „Absolute Power“, wieder einmal Charles Laughtons Davis Grubb-Verfilmung „Die Nacht des Jägers“, Atom Egoyans William Trevor-Verfilmung und Elmore Leonards „Schnappt Shorty“ wird schon wieder gezeigt.
 


TV-Tipp für den 23. November

November 23, 2007

Arte, 20.40

Unter Verdacht: Das Geld anderer Leute (D 2007, R.: Achim von Borries)

Drehbuch: Wolfgang Stauch

Die dreizehnjährigen Jennifer Bruhns behauptet, dass Polizisten ihren Vater entführt haben. Kriminalrätin Eva Prohacek glaubt ihr nicht. Aber als Bruhns Wohnung von Polizisten ohne einen Durchsuchungsbeschluss durchsucht wird und seine Leiche gefunden wird, weiß Prohacek, dass Jennifer Bruhns in Lebensgefahr schwebt.

Zehnter „Unter Verdacht“-Film und noch immer sind in dieser vorzüglichen Reihe keine Ermüdungserscheinungen zu erkennen.

Mit Senta Berger, Gert Anthoff, Rudolf Krause, Isabel Bongard, Alexander Held, Uwe Kockisch, Eisi Gulp

Wiederholung:

Sonntag, 2. Dezember, 16.05 Uhr

Hinweise:

Arte zum Film

ZDF zur Serie

Interview mit Senta Berger zur Serie vom Dezember 2006

Homepage von Wolfgang Stauch


Neu im Kino: Machtlos

November 22, 2007

Der Originaltitel „Rendition“ verrät, warum es in „Machtlos“, dem neuesten Film von Gavin Hood, geht: um die Praxis der CIA, Menschen in ein Gefängnis außerhalb der USA zu überstellen und dort ohne rechtstaatlichen Ballast und nervende Anwälte zu verhören. In „Machtlos“ wird ein ägyptischstämmiger US-Ingenieur als Terrorismusverdächtiger in ein afrikanisches Land überstellt. Seine Frau will ihn wieder haben.

Der gut besetzte Politthriller (unter anderem Jake Gyllenhaal, Reese Witherspoon, Alan Arkin, Meryl Streep) nach einem Drehbuch von Kelley Sane (hier ein Interview) scheint sich in die Reihe der zuletzt im Kino angelaufenen Filme mit einem ehrenwerten Anliegen einzureihen: gute Absichten, aber letztendlich zu wenig Mut, um die auf dem Weg liegenden Klischees zu vermeiden.

Einen Überblick über die deutschen Kritiken gibt es bei Film-Zeit, die deutsche Webseite enthält nur den Trailer (jedenfalls habe ich nicht mehr entdeckt) und die amerikanische Webseite enthält neben Infos zum Film auch eine Sammlung von Links zu dem Thema.


Michael Morley-Porträt online

November 22, 2007

Einige haben den Debütroman „Spider“ von Michael Morley schon in einer Buchhandlung gesehen. Als der Brite vor wenigen Wochen seinen 08/15-Serienkillerthriller in Deutschland vorstellte, konnte ich mich mit ihm länger unterhalten. In der neuesten Spurensuche berichte ich von unserem Gespräch und warum ich von „Spider“ nicht restlos begeistert bin.


TV-Tipp für den 22. November

November 22, 2007

Der letzte Film der Arte-Kubrick-Reihe:

Arte, 20.40

Eyes Wide Shut (USA 1999, R.: Stanley Kubrick)

Drehbuch: Stanley Kubrick, Frederic Raphael

LV: Arthur Schnitzler: Traumnovelle, 1926 (Buchausgabe, davor 1925/1926 als Fortsetzungsroman in „Die Dame“ erschienen)

Nachdem seine Frau ihm eine Jahre zurückliegende außereheliche Sexfantasie beichtet, tickt William aus. Verstört irrt der Doktor durch das nächtliche New Yorker zwischen Prostituierten und Swingerclubs.

Kubricks letzter Film ist nicht sein bester. Dafür ist er zu lang (auf mich wirkt er wie der Rohschnitt) und durch den Wechsel der Handlungszeit vom Wien der späten Kaiserjahre in das heutige New York wird die Geschichte ihres moralischen Kontextes beraubt. Denn in einer heute, unter normalen Menschen, spielenden Geschichte ist es einfach unglaubwürdig, dass ein Mann so von einer außerehelichen Sexualfantasie irritiert ist.

Zum Glück spielen weite Teile in pompös-altmodischen Innenräumen und die Dialoge wurden auch von Schnitzler übernommen. So kann man meistens ausblenden, dass „Eyes Wide Shut“ zur falschen Zeit spielt.

Mit Tom Cruise, Nicole Kidman, Sydney Pollack, Sky Dumont


Grenzkonflikte

November 21, 2007

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Miguel Ángel Morgado ist Anwalt, Menschenrechtler und in den Geschichten von Gabriel Trujillo Muñoz hauptsächlich als Detektiv unterwegs. Das war schon in „Tijuana Blues“, dem ersten Buch mit Morgado, einer Sammlung von vier Kurzromanen, so. In der zweiten Kurzroman-Sammlung „Erinnerung an die Toten“ hat sich daran nichts geändert. Sie enthält die titelgebende gut zweihundertseitige Erzählung „Erinnerung an die Toten“ und die sechzigseitige Erzählung „Schmierenkomödie“. „Schmierenkomödie“ ist die aus „El festen de los cuervos“ noch fehlende Geschichte „Pueste en escena“. Die anderen Geschichten erschienen bereits in „Tijuana Blues“. Entsprechend nahtlos schließt das neue Buch von Trujillo Muñoz an das erste an.

In „Erinnerung an die Toten“ beauftragt Bertha de Palacios ihn herausfinden, wer vor über vierzig Jahren ihren Vater umbrachte und jetzt sie töten will. Am 20. Dezember 1963 starb, so die Legende, der Gouverneur von Baja California, Emilio Esquer Lagunas, im Palm Desert Motel beim Sex mit einer achtzehnjährigen Volksschullehrerin. Der Arzt schrieb auf den Totenschein Herzanfall. Aber Lagunas wurde in einem geschlossenen Sarg beerdigt. Morgado beginnt die noch überlebenden Zeugen dieser über vierzig Jahre zurückliegenden Nacht zu befragen. Dabei scheint gleichzeitig ein Killer alle diese Zeugen umbringen zu wollen.

In „Schmierenkomödie“ verschwindet der Hubschrauberpilot Jesús Bull Aguirre. Einen Monat später beauftragt Cecilia Montaño den Anwalt Morgado ihren Mann zu finden. Bull war mit zwei Passagieren im Auftrag der Partido Naturalista Mexicano unterwegs um schützenswerte Kakteen zu kartieren. Morgado kann die Bitte seiner Jugendliebe nicht ablehnen. Doch schon als er Bulls Auftraggeber besucht, fällt ihm auf, dass es die Partido Naturalista Mexicano faktisch nicht gibt. Als er Bulls Flüge nachprüft entdeckt er ein Flugzeug und einen Koffer voll Drogen. Morgado ist mitten in einen geplatzten Drogendeal gestolpert. Denn die Hubschrauberflüge waren nicht gedacht um Kakteen zu kartographieren, sondern um verschwundene Drogen zu finden.

In beiden Geschichten muss Menschenrechtsanwalt Morgado in einem Labyrinth falscher Spuren die eine Richtige finden. Denn während Morgado die Wahrheit herausfinden will, sind die verschiedenen Geheimdienste und Polizeien nur an ihren strategischen Spielen interessiert. Entsprechend instrumentell ist ihr Interesse an der Wahrheit. Dabei ist es für sie egal, ob es sich um aktuelle, wie in „Schmierenkomödie“, oder um lange zurückliegende Ereignisse, wie in „Erinnerung an die Toten“, handelt. Denn auch der über vierzig Jahre zurückliegende Tod des Gouverneurs von Baja California hat seine tödlichen Auswirkungen auf die Gegenwart. Entsprechend unklar sind bei Trujillo Muñoz die Grenzen zwischen den Guten und den Bösen. Denn immer wieder entpuppen sich die Guten als die Bösen und umgekehrt. Letztendlich unterscheiden sich die Schattenspiele und Intrigen der verschiedenen Organisationen kaum voneinander. Da wird Trujillo Muñoz dann zu einem Geistesverwandten von John le Carré. Diese Grauzonen lotet Gabriel Trujillo Muñoz in den schon aus „Tijuana Blues“ bekannten Hardboiled-geschulten knappen Beschreibungen, rasanten Dialogen und kurzen Kapiteln aus.

„Erinnerung an die Toten“ ist spannende Unterhaltung aus dem Gebiet der mexikanisch-amerikanischen Grenze, die auch gleichzeitig die Grenze zwischen dritter und erster Welt ist. Gabriel Trujillo Muñoz steht zwischen zwei Kulturen und fühlt sich in dieser Position sehr wohl. Denn er kann für seine düsteren Geschichten das Beste aus den beiden Welten nehmen.

 

Gabriel Trujillo Muñoz: Erinnerung an die Toten

(übersetzt von Sabine Giersberg)

Unionsverlag, 2007

256 Seiten

14,90 Euro

 

 

Originalausgabe:

Erinnerung an die Toten

(La memoria de los muertos, Ediciones Vandalay, Sonora, 2006)

 

Schmierenkomödie

(Pueste en escena, aus El festin de los cuervos, Norma Ediciones, Mexiko-Stadt, 2002)

 

 

Weitere Informationen über Gabriel Trujillo Muñoz beim Unionsverlag

Meine Besprechung von „Tijuana Blues“


TV-Tipp für den 21. November

November 21, 2007

Die Kubrick-Reihe geht mit einem Doppelschlag weiter:

Arte, 22.30

Stanley Kubrick – Ein Leben für den Film (USA 2001, R.: Jan Harlan)

Drehbuch: Jan Harlan

Sehenswerte Doku über Kubrick, zusammengestellt von seinem Schwager Jan Harlan.

 

Arte, 00.50

Der Tiger von New York (USA 1955, R.: Stanley Kubrick)

Drehbuch: Stanley Kubrik, Howard Sackler (ungenannt)

Boxer Davy will der Tänzerin Gloria helfen. Glorias Freund setzt einige Killer auf ihn an.

Faszinierendes Frühwerk von Kubrick: tolle Bilder, schwache Story.

Arte über Stanley Kubrick

Wiederholungen:

Donnerstag, 22. November, 14.55 Uhr

Montag, 26. November, 14.50 Uhr


DeMarinis-Besprechung online

November 20, 2007

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Meine Besprechung von Rick De Marinis „Kaputt in El Paso“ (Sky Full of Sand, 2003) ist online bei der Berliner Literaturkritik. Feines Buch; wie auch die anderen Pulp Master-Romane.


Cover der Woche

November 20, 2007

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VDD unterstützt WGA

November 20, 2007

Das ist eine erfreuliche Meldung: Seit einigen Tagen blogt der VDD, äh, der Verband deutscher Drehbuchautoren. Er unterstützt den Streik der amerikanischen Drehbuchautoren. Deshalb heißt der Blog „VDD supports WGA strike!“

Weitere Infos gibts natürlich bei der WGA und in den Blogs zahlreicher Drehbuchautoren. Zum Beispiel John August, Lisa Klink,   Lee Goldberg (direkt hier, hier und weitersuchen), Ken Levine, Nikki Finke’s Deadline Hollywood, undundund (halt immer den Links folgen).


TV-Tipp für den 20. November

November 19, 2007

Sicher war in der RBB-Programmredaktion dieses Datum hilfreich: Am 20. November 2006 starb Robert Altman.

RBB, 22.50

Der Tod kennt keine Wiederkehr (USA 1973, R.: Robert Altman)

Drehbuch: Leigh Brackett

LV: Raymond Chandler: The long goodbye, 1953 (Der lange Abschied)

Philip Marlowe hilft seinen Freund Terry Lennox aus der Klemme. Er soll seine Frau umgebracht haben.

Bitterböse Abrechnung mit dem amerikanischen Traum und einem Marlowe (Elliot Gould), der als Relikt durch die Story gestossen wird. – Eine der besten Chandler-Verfilmungen!

Leigh Brackett (1915 – 1978, Schriftstellerin, außerdem schrieb sie die Drehbücher zu „Tote schlafen fest“, „Rio Bravo“, „El Dorado“, „Krieg der Sterne: Das Imperium schlägt zurück“) sagte zu ihrer und Altmans Vorstellung von der Figur Marlowe: „Ich sehe Marlowe so, wie Chandler ihn sah, als Verlierer. Aber ein wirklicher Verlierer, nicht der falsche Gewinner, den Chandler aus ihm machte. Ein Verlierer auf der ganzen Linie….Goulds Marlowe ist ein Mann von simpler Redlichkeit, Ehrlichkeit, Vertrauen und vollständiger Integrität. Alles, was wir machten, war, ihn von den Attributen eines falschen Helden zu befreien. Chandler Marlowe wußte immer mehr als die Polizei. Er konnte zu Brei geschlagen weden, aber er kam immer irgendwie ungeschoren davon. Nur aufgrund bloßer Kraft der Persönlichkeit, professioneller Sachkenntnis und Frechheit war er im Vorteil. Wir meinten ´Solch ein Mann besitz keinen Vorteil. Er wird rumgestoßen. Die Leute nehmen ihn nicht ernst. Sie wissen nicht, was mit ihm los ist, und es kümmert sie auch nicht´. Also wurde aus dem harten Typ Marlowe ein Gefoppter.“ (Take One)

Pflaum dazu: „Altmann hat Marlowe so gründlich demystifiziert, daß dem Zuschauer in jedem Moment bewußt ist: dieser Mann übernimmt sich, und es ist allein eine Frage der Zeit, bis sich das rächt. Der Held Raymond Chandlers ist nie gefährdeter, nie sterblicher gewesen als in The long goodbye; Altman hat dem Roman auf seine Weise die realistische Dimension zurückgegeben, die er, unter anderen Vorzeichen, einmal hatte“ (Hans Günther Pflaum in Robert Altmann, Hanser Reihe Film 25)

Mit Elliott Gould, Nina van Pallandt, Sterling Hayden, Mark Rydell


Ein bisschen Luxus – Das Finale

November 19, 2007

Upps, hier gibt es die letzten Zeilen.

Ich hoffe Ihnen hat die Geschichte gefallen.


TV-Tipp für den 19. November

November 19, 2007

Arte, 20.40

Lolita (GB/USA 1962, R.: Stanley Kubrick)

Drehbuch: Vladimir Nabokov

LV: Vladimir Nabokov: Lolita (1955/1958, Lolita)

Professor Humbert Humbert verliebt sich in die pubertierende Tochter seiner Vermieterin Charlotte Haze.

Film und Buch gehören heute zu den Klassikern in ihrem Genre.

Nabokovs Roman wurde 1955 zuerst auf Englisch in Frankreich veröffentlicht. Die US-amerikanische Erstausgabe erschien 1958 und wurde sofort ein Bestseller.

Mit James Mason, Sue Lyon, Peter Sellers, Shelley Winters

Arte über Stanley Kubrick


TV-Tipp für den 18. November

November 17, 2007

Heute der Geburtstagsfilm zum 65sten von Martin Scorsese:

BR, 23.15 (VPS 23.00)

Kap der Angst (USA 1991, R.: Martin Scorsese)

Drehbuch: Wesley Strick, James R. Webb

LV: John D. MacDonald: The executioners, 1957 (eine gekürzte deutsche Ausgabe erschien unter „Ein Köder für die Bestie“, ungekürzt – 1992 im Heyne Verlag – unter „Kap der Angst“)

Cady will sich nach 14 Jahren Haft an seinem Pflichtverteidiger Bowden rächen. Dieser unterschlug damals entlastende Beweise.

Das Remake von „Ein Köder für die Bestie“ ist als Scorsese-Film enttäuschend, als – auch brutales – Psycho-Duell zwischen Nick Nolte und Robert de Niro hochspannend – und die Verführung Juliette Lewis von Robert de Niro ist unerreicht.

Mit Nick Nolte, Robert de Niro, Jessica Lange, Juliette Lewis, Joe Don Baker, Martin Balsam, Gregory Peck, Robert Mitchum

Hinweis 1: Wer mehr über Martin Scorsese wissen will, kann Georg Seeßlens im Bertz-Verlag erschienes Buch über Scorsese lesen. Knapp 580 engbedruckte Seiten.

Hinweis 2: Wer mehr über John D. MacDonald erfahren will, muss klicken.


Happy Birthday, Marty!

November 17, 2007

Ein Blick in den Kalender zeigt’s: Martin Scorsese wurde am 17. November 1942 geboren und im Fernsehen kommt nichts, außer morgen dem durchwachsenen Thriller „Kap der Angst“ (BR 3, 23.15, VPS 23.00).

Dabei hat Martin Scorsese uns in den vergangenen Jahren so viele schöne Stunden beschert und vergangenes Jahr den längst überfälligenOscar für „Deeparted – Unter Feinden“ erhalten. Als nächstes verfilmt er wahrscheinlich „Shutter Island“ von Dennis Lehane.

Filmzeit über Martin Scorsese

Anmerkung aus Hollywoods Gerüchteküche: Einige Zeit war Martin Scorsese als Regisseur der Don Winslow-Verfilmung „The Winter of Frankie Machine“ im Gespräch gewesen. Jetzt ist Michael Mann im Gespräch.


TV-Tipp für den 17. November

November 17, 2007

HR, 23.15

Vera Cruz (USA 1954, R.: Robert Aldrich)

Drehbuch: Roland Kibee, James R. Webb (nach einer Story von Borden Chase)

1866 machen die beiden Glücksritter Trane und Erin Mexiko unsicher. Denn sie sind nicht politischen Ideologien, sondern grünen Scheinen treu.

Damals ein gewaltiger Erfolg an der Kasse, später eines der Vorbilder für den Spaghetti-Western und heute immer noch höchst unterhaltsam anzusehen, wie zwei Jungs mit einigen lässigen Sprüchen und Schüssen die mexikanische Revolution zur Operette degradieren.

Mit Gary Cooper, Burt Lancaster, Denise Darcel, Cesar Romero, Ernest Borgnine, Charles Bronson (noch als Charles Buchinsky), Jack Elam


Bill Pronzini neuer Grandmaster der MWA

November 16, 2007

Die Mystery Writers of America (MWA)  haben ihren neuen Grandmaster bekanntgegeben. Es ist, nach Stuart M. Kaminsky und Stephen King, Bill Pronzini. Der produktive Autor ist mit Marcia Muller verheiratet. Zu seinem Opus zählen zahlreiche Anthologien, Einzelwerke und die über dreißigbändige Serie mit einem namenlosen Privatdetektiv (Nameless Detective Serie). In Deutschland blieb ihm bis jetzt der große Durchburch versagt.

Hier gibt’s einige weitere Informationen:

The Rap Sheet über die Nominierung: Ain’t It Grand

Mystery File über Grandmaster Bill Pronzini

Thrilling Detective über Bill Pronzini

Fantastic Fiction über Bill Pronzini 

 Krimi-Couch über Bill Pronzini

Kaliber .38 über den letzten Versuch Bill Pronzini in Deutschland zu etablieren 


TV-Tipp für den 16. November

November 16, 2007

3sat, 22.30 (VPS 22.259

Fargo – Blutiger Schnee (USA 1996, R.: Joel & Ethan Coen)

Drehbuch: Joel & Ethan Coen

Minnesota, im Winter: Autoverkäufer Jerry Lundegaard will an die Kohle von seinem Schwiegervater gelangen. Er lässt seine Frau von zwei strohdumm-gewalttätigen Verbrechern kidnappen. Selbstverständlich geht alles, was schief gehen kann, schief und die hochschwangere Polizeichefin Marge Gunderson darf Leichen einsammeln.

„Oh, jeez“, was für ein herrlich doppelbödiger, schwarzhumoriger Kriminalfilm. „Fargo“ gehört unbestritten zu den besten Werken der Coen-Brüder und, nachdem ihre letzten beiden Filme schwach waren, scheint ihre Cormac McCarthy-Verfilmung „No Country for Old Men“ endlich wieder an „Fargo“ anzuschließen. Nur dass die winterliche Kälte von Minnesota gegen die Hitze von Texas getauscht wurde.

Mit Frances McDormand, William H. Macy, Steve Buscemi, Peter Stormare, Bruce Campbell (ungenannt)

Hinweis:

Umfassende Joel & Ethan Coen-Seite (mit dem Drehbuch zu „Fargo“)

Als Einstimmung zeigt Das Vierte um 20.15 Uhr den Coen-Film „Hudsucker – Der große Sprung“ (USA 1994, mit Tim Robbins, Paul Newman).