Mörderischer Bodensee

Oktober 16, 2007

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Die Geschmäcker sind verschieden. Teilweise sogar fundamental. Denn zu dem von Barbara Grieshaber und Siegmund Kopitzki herausgegebenen Sammlung von Kurzkrimis „Tod am Bodensee“ wurden ein Publikumspreis und, vergeben von einer dreiköpfigen Jury (Oswald Burger, Dietlind Karasek, Hermann Kinder), der Krimipreis der Stadt Singen vergeben. Den Krimipreis teilen sich Uta-Maria Heim für „Plan D – Das todsicher Allensbacher Rezept“ und Arnold Stadler für „Gleich hinter Zizenhausen, die Gegend hieß Mesopotamien“. Der Publikumspreis ging an Christof Hamann für „Der Fall des Mörders“.

Keine dieser Kriminalgeschichten stand auf meiner Favoritenliste.

Uta-Maria Heim erzählt in „Plan D – Das todsichere Allensbacher Rezept“ von einer Allensbacher Ehefrau, die ihren Mann umbringen will. Die vorherigen Mordpläne scheiterten. Jetzt startet sie ihren dritten Versuch. Das klingt gut. Aber es dauert unglaublich lange, bis dieser Plot erahnbar wird, denn die Erzählerin bereitet zuerst über fünf Seiten – wir reden hier von einer fünfzehnseitigen Kurzgeschichte – das Abendessen zu. Erst dann sagt sie, sie wolle ihren Mann umbringen. Auch das offene Ende irritiert. Denn es ist einfach unklar, ob überhaupt jemand gestorben ist.

Arnold Stadler erzählt in seinem Krimidebüt „Gleich hinter Zizenhausen, die Gegend hieß Mesopotamien – Kleine Kriminalkomödie und Blödsinn“ von dem Tod der Tante des Amateurermittlers Johannes Maria K., Karla Pyritz. JM soll ihren Mörder finden. Aber es könnte auch ein natürlicher Tod gewesen sein. Eine auch nur halbwegs nacherzählbare Geschichte entwickelt sich aus diesem Anfang nicht. Denn Stadler stellt nur episch seine Figuren, die natürlich auch alle verdächtig sind, vor und hört dann nach dreißig Seiten einfach mit dem Satz „Wie die Geschichte endete, steht in den hier fehlenden circa 20 Seiten“ auf. Damit ist Stadler ein Fall für Watching the Detectives (denn dpr überlegt, ob es Krimis geben könne, in denen am Ende kein Täter präsentiert wird). Für mich ist so ein Vorgehen einfach eine Missachtung des Lesers.

Christof Hamanns „Der Fall des Mörders“ ist als Überlegung zu Realität und Fiktion gelungen. Denn Hamann präsentiert keine klassische Geschichte, sondern die Überlegungen des Autors, wenn er einen wirklichen Fall als Inspiration für eine Geschichte nimmt. Was muss verändert werden? Was nicht? Wie ändere ich die Charaktere? Wie ändert sich dadurch der wahre Fall?

Das waren die Preisträger aus neunzehn Geschichten, die von wenigen altbekannten Krimiautoren, wie Peter Zeindler und Paul Lascaux (der unter seinem richtigen Namen Paul Ott das lesenswerte Sachbuch „Mord im Alpenglühen – Der Schweizer Kriminalroman: Geschichte und Gegenwart“ schrieb), und vielen bekannten Autoren, die hier teilweise ihr Krimidebüt vorlegen, wie Gaby Hauptmann, Arnold Stadler und Martin Walser, geschrieben wurden.

In diesem Potpourri wäre meine unumstrittene Gewinnerin Gaby Hauptmann mit „Stürmisch und heiter“.  

Während eines Sturms wird vor Allensbach ein herrenloses Schiff gefunden. Auf ihm soll eine Leiche sein. Von dieser findet die Polizei keine Spur, aber dafür einen Koffer voller Geld. Die Yacht gehört einem Schweizer Investor, der in Allensbach einen Swingerklub eröffnen will.

Hauptmanns spannende Geschichte mit ihrer überraschenden Pointe ist eine gelungene Satire auf das kleinstädtische Leben und die nicht nur am Bodensee herrschende Doppelmoral.

Gelungen mit Traum und Realität spielt Peter Höner in „Miss Bodensee“. Ein Medium hat einen Alptraum. Er träumt, wie er eine Frau umbringt. Am nächsten Tag ist sie tot und er fragt sich, ob er die Frau umgebracht hat oder das Geschehen nur durch die Augen des Mörders gesehen hat.

Walter Wolter erzählt in „Keine Verjährung“ von einem von der Polizei gesuchten Verbrecher, der bei einem alten Schulkameraden Unterschlupf findet. Schnell werden alte Geheimnisse gelüftet und alles steuert auf das erwartbare Ende zu.

Außer Konkurrenz ist Martin Walser mit der über dreißig Jahre alten Thassilo S. Grübel-Geschichte „Requiem in Langenargen“. Damals schrieb er mehrere längere Kurzgeschichten und Hörspiele mit dem Privatdetektiv Grübel, der sich seine Fälle verschafft, indem er zuerst ein Verbrechen begeht. So auch in „Requiem in Langenargen“. Grübel stiehlt die Tasche, die er später suchen muss. Dabei stochert er in dem gar nicht so perfekten Leben der Bodensee-High-Society herum. „Requiem in Langenargen“ ist eine nette, etwas verwirrende Detektivgeschichte. Im Gegensatz zu den neueren Ergüssen des Bodensee-Dichters ist die Geschichte auch gut geschrieben.

1991 entstand die sechsteilige, lange nicht mehr gezeigte Serie „Tassilo – Ein Fall für sich“ mit Bruno Ganz als Tassilo S. Grübel (Das „h“ ging in der Produktion verloren). Damals gefiel sie mir. Der Spiegel schrieb über die Serie: „Tassilo fungiert in Walsers Handlungskonstruktion als Katalysator, der die Verderbtheit der Reichen und Mächtigen in ihrer schmutzigen Reinheit hervortreibt, ohne dass sich der Detektiv je von klassenkämpferischem Ernst überwältigen ließe – ein Hofnarr unter reichen Narren.“ Für die in „Tod am Bodenee“ abgedruckte Grübel-Geschichte gilt das auch.

Die restlichen Geschichten sind, trotz aller Unterschiede, mehr oder weniger missglückte Versuche eine Kriminalgeschichte zu erzählen.

 

 

Barbara Grieshaber, Siegmund Kopitzki (Hrsg.): Tod am Bodensee

Gmeiner Verlag, 2007

384 Seiten

9,90 Euro

 

Enthält folgende Kurzgeschichten:

Uta-Maria Heim: Plan D – Das todsichere Allensbacher Rezept

Marc Buhl: Hammer

Jan Christ: Als der Pfau schrie

Gaby Hauptmann: Stürmisch und heiter

Jürgen Lodemann: Bergmörder

Christof Hamann: Der Fall des Mörders

Petra Gabriel: Boxnacht

Arnold Stadler: Gleich hinter Zizenhausen, die Gegend hieß Mesopotamien

Walter Wolter: Keine Verjährung

Reinhard Gröper: Ekkehards Tod

Otto Jägersberg: Der Maisfeldschläfer

Martin Walser: Requiem in Langenargen

Jutta Motz: Die Lichtung

Paul Lascaux: Zufällige Berührungen

Peter Zeindler: Komm, lieber Mai…

Keller + Kuhn: Julias Nachlass

Peter Höner: Miss Bodensee

Ulrike Längle: Sherlock Holmes in Schoppernau

Wolfgang Hermann: SPAM


TV-Tipp für den 17. Oktober

Oktober 16, 2007

Das Vierte, 20.15

Fesseln der Macht (USA 1981, R.: Ulu Grosbard)

Drehbuch: John Gregory Dunne, Joan Didion

LV: John Gregory Dunne: True Confessions, 1977

Los Angeles, 1948: In einem Bordell wird die Leiche eines Priesters gefunden. Bei den Ermittlungen stößt Tom Spellay auf seinen Bruder, der inzwischen Sekretär des Erzbischofs ist. Beide wollen den Fall vertuschen. Aber eine ermordete Prostituierte vereitelt diesen Plan.

Spannendes, stimmiges Krimidrama, das sich an ein erwachsenes Publikum richtet. Die deutsche Premiere erlebte der Film 1986 auf Video.

Georges Pelecanos zum Film: “Released in 1981, it represents a kind of studio-picture craftsmanship that is sadly absent in most movies made today. Read the book, then wait for a rainy Saturday afternoon and see the film. This is one that has stood the test of time.”

Mit Robert De Niro, Robert Duvall, Charles Durning, Burgess Meredith

Auch „Gefährliche Beichte“


Hammett-Preis 2006 verliehen

Oktober 16, 2007

Am Wochenende hat die International Association of Crime Writers/North America (IACW/NA) ihren Preis für den besten Kriminalroman des vergangenen Jahres, den Hammett, an

The Prisoner of Guantanamo von Dan Fesperman (Knopf)

verliehen.

Neben Fesperman waren

Ghost Dancer: A Thriller, von John Case (Ballantine)

Dark Companion, von Jim Nisbet (Dennis McMillan)

The Crimes of Jordan Wise: A Novel, von Bill Pronzini (Walker)

Four Kinds of Rain, von Robert Ward (St. Martin’s)

nominiert.

Die Pressemitteilung der IACW/NA gibt es hier, einige Gedanken zu den Nominierungen gibt es bei Krimileser Bernd und ich werde mir den Roman irgendwann vornehmen.


Ein bisschen Luxus – Kapitel 22 online

Oktober 16, 2007

Das Abenteuer geht hier weiter.


TV-Tipp für den 16. Oktober

Oktober 16, 2007

SWR, 00.00

Das Mädchen und der Kommissar (F/I 1971, R.: Claude Sautet)

Drehbuch: Claude Sautet, Jean-Loup Dabadie, Claude Néron

LV: Claude Néron: Max et les ferrailleurs, 1968

Ein ehrgeiziger Polizist animiert, mit Hilfe einer Prostituierten, eine Gruppe von Kleingangstern zu einem Banküberfall. Er will sie auf frischer Tat ertappen.

Der vorzügliche französische Kriminalfilm mit Starbesetzung ist eine beklemmende Charakterstudie über einen ehrgeizigen Polizisten und die Annahme, dass der Zweck die Mittel heilige.

Mit Romy Schneider, Michel Piccoli, Bernard Fresson


Hochspannender, vergessener Krimi

Oktober 14, 2007

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„Von Angst gepeitscht“ ist der deutsche Titel von William P. McGiverns vor fünfzig Jahren erstmals erschienenen Kriminalroman. Bekannter dürfte der Originaltitel „Odds against tomorrow“ oder der der Verfilmung, „Wenig Chancen für morgen“ sein. Dabei lieferte McGivern – von ihm stammt auch die Vorlage zum Fritz Lang-Klassiker „Heißes Eisen“ (The big Heat, USA 1953) – nur die Grundidee und das Thema für den viel zu unbekannten Noir-Klassiker. Im Buch und im Film stellt Frank Novak ein gemischtrassiges Team für einen Banküberfall in dem Provinzkaff Crossroads, Pennsylvania, zusammen. Zwischen dem Südstaatler Earl Slater und dem Afroamerikaner John Ingram gibt es von der ersten Sekunde an Streit. Dennoch bereiten sie den Überfall vor und, entsprechend den Genrekonventionen – Wir reden von den Fünfzigern! –, geht dieser schief.  

Der Film endet in diesem Moment. Wise hat minutiös die Vorbereitungen und die Konflikte unter den Verbrechern, die zum Misslingen geführt haben, gezeigt. Die Aussage, dass der Hass zwischen Rassen zur Katastrophe führt, ist offensichtlich.

Aber William P. McGiverns Roman geht noch weiter. Er verliert kein Wort über die Vorbereitungen, sondern springt, nachdem das Team komplett ist, gleich zum Tag des Überfalls. Dieser endet bereits in der ersten Hälfte des Krimis in einem Desaster. Der dritte Mann, Dave Burke, wird erschossen, Slater verletzt und Ingram kann Slater in den Fluchtwagen zerren. Die beiden flüchten zu einem alten, in einer einsamen Hütte lebendem Ehepaar. Ingram holt aus Philadelphia Slaters Freundin und aus einem in der Nähe des Verstecks liegendem Dorf einen Arzt. Währenddessen zieht sich über ihnen das Netz der Polizei immer mehr zu.

In dieser Ausnahmesituation entwickelt sich langsam eine brüchige Freundschaft zwischen dem hilfsbereiten und zuverlässigen Ingram und dem Weltkrieg-II-Veteranen Slater. Dieser ist, im Gegensatz zum Film, im Roman die Hauptfigur. Mit ihm sollen sich die weißen Leser identifizieren und seine emotionale Reise vom Hass gegen Afroamerikaner hin zur Freundschaft mitmachen.

William P. McGivern thematisiert in „Von Angst gepeitscht“, mit Sicherheit als einer der ersten, vielleicht sogar der erste, Krimiautoren schonungslos die getrennten Welten von Afroamerikanern und Weißen und den zwischen ihnen herrschenden Rassismus. Dabei ist John Ingram sogar der integerste Mann unter den Verbrechern. Er ist ein Spieler, der einfach zu viele Schulden machte. Slater saß bereits mehrmals im Gefängnis und Burke ist ein korrupter Ex-Polizist.

Sein Thema transportiert William P. McGivern unterschwellig in einen Gangsterroman, der auch heute noch ein echter Pageturner ist. Denn McGivern treibt die Geschichte erbarmungslos mit jedem Satz voran. Auf jeder Seite geschieht etwas Überraschendes. Dabei wechselt er souverän die Perspektiven zwischen den Gejagten und den Jägern.

„Von Angst gepeitscht“ ist eine mustergültige Studie im Aufbau von Spannung. Dass die Übersetzung nicht so gut ist, stört letztendlich kaum.

  

William P. McGivern: Von Angst gepeitscht

Xenos Verlagsgesellschaft, 1978 (Wiederauflage)

144 Seiten

(nicht mehr erhältlich)

 

Frühere Ausgaben unter anderem Dörnerschen Verlagsgesellschaft und Heyne Verlag.

 

Originalausgabe:

Odds against tomorrow, 1957

 

Verfilmung:

Odds against tomorrow (Wenig Chancen für morgen, USA 1959, Regie: Robert Wise)

Drehbuch: Abraham Polonsky (ungenannt), John O. Killens (Strohmann für Polonsky), Nelson Gidding

Mit Harry Belafonte, Robert Ryan, Shelley Winters, Ed Begley, Gloria Grahame

 

Anmerkung zum Cover:

Ende der Siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts veröffentlichte die XENOS-Verlagsgesellschaft in der Reihe “Super-Krimi” zahlreiche Kriminalromane, die davor bereits bei verschiedenen Verlagen, unter anderem Heyne und Scherz, erschienen waren. Unter anderem Werke von Erle Stanley Gardner, Carter Brown, Edward S. Aarons, Day Keene und Agatha Christie. Sie hatten alle diese liebevollen Pulp-Zeichnungen. Diese ist von Noiquet

 

Mehr über William P. McGivern:

Mordlust

Kirjasto


TV-Tipp für den 15. Oktober

Oktober 14, 2007

RTL, 23.00

EXTRA Spezial: Der Kannibale von Rotenburg (D 2007, R.: Günter Stampf)

Drehbuch: Günter Stampf

Einstündige Doku über und mit Armin Meiwes, dem Kannibalen von Rotenburg. Stampf veröffentlichte auch vor wenigen Tagen das den Film ergänzende Buch „Interview mit einem Kannibalen“.

RTL zur Sendung


Robert B. Parker, VDD, WGA, „Miami Vice“, BigBrotherAward

Oktober 14, 2007

Einige kurze Meldungen:

Spenser-Erfinder Robert B. Parker gibt dem Boston Globe ein Interview. Nicht uninteressant.

In der aktuellen Ausgabe von „Spript“, der Zeitschrift des Verbandes Deutscher Drehbuchautoren (VDD) , ist das Schwerpunktthema „Der Krimiboom: Seine Gewinner, seine Verlierer“ mit Artikeln über die gefloppte Sat.1-Serie „Blackout“ (von Xao Seffcheque), einen Nachbericht über „Tatort Eifel“ (von Bettina Buchler)  und einen Überblick über die deutschen TV-Krimiserien (nur die Titel).

Die amerikanischen Autoren haben auch ihre Vereinigung der Drehbuchautoren: die Writers Guild of America (WGA). In ihrem Magazin „Written by“ veröffentlichten sie in der Sommerausgabe sechs Drehbücher zu nicht-produzieren Science-Fiction-Serienpiloten. Aber zwei könnten auch in der Zukunft spielende Krimis sein.

In meiner Besprechung der ersten Staffel von „Miami Vice“ sagte ich, die Folgen seien beschnitten. Jetzt gibt es – endlich – bei Schnittberichte in täglichen Dosen einen Überblick über die Schnitte.  Direkt zu „Unter Haien“, dem neuesten Schnittbericht, geht es hier. (Oh, wenn wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht: in Amerika und England erscheint die Tage eine Box mit allen Miami Vice-Folgen und einer noch etwas unklaren Menge an Bonusmaterial. Natürlich ungeschnitten und sogar mit der Originalmusik.)

Der BigBrotherAward (der Preis für besonders dreistes Sammeln von Daten) ist verliehen. Die glücklichen Gewinner sind hier zu finden.  Wolfgang Schäuble ging dieses Jahr leer aus.


TV-Tipp für den 14. Oktober

Oktober 14, 2007

Kabel 1, 00.15

12 Uhr nachts – Midnight Express (USA/GB 1978, Regie: Alan Parker)

Drehbuch: Oliver Stone

LV: Billy Hayes (als William Hayes), William Hoffer: Midnight Express, 1977

1970 wird der Student William Hayes in Istanbul verhaftet und als Drogenschmuggler zu dreißig Jahren Haft verurteilt. Erst nach fünf Jahren gelingt Hayes die Flucht aus dem unmenschlichen Gefängnis.

Der auf einer wahren Geschichte basierende Film war ein Kassenknüller und Vorbild für neuere Gefängnisfilme. Die anti-türkischen Töne müssen als Genreimmanent in Kauf genommen werden. Ebenso die einseitige Parteinahme für einen Drogenschmuggler.

Oliver Stone erhielt für sein Drehbuch einen Oscar und den Preis der Writers Guild of America.

Mit Brad Davis, Irene Miracle, Bo Hopkins, Randy Quaid, John Hurt


Happy Birthday, Lee Konitz!

Oktober 12, 2007

Lee Konitz, geboren 13. Oktober 1927, Saxophonist

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Weitere Informationen über Lee Konitz:

All about Jazz (viel englischer Text; mit vielen weiterführenden Links)

Jazzthing zum Geburtstag (deutsch, wenige Zeilen)

JazzEcho (also Verve Music, ebenfalls deutsch, ebenfalls wenige Zeilen)

Das Foto machte ich vor etwas zehn Jahren in der „Seekuh“ in Konstanz. War ein tolles Konzert.


TV-Tipp für den 13. Oktober

Oktober 12, 2007

3sat, 22.05

Die Blechtrommel-Story (D 2007, R.: Wilfried Hauke)

Drehbuch: Wilfried Hauke

TV-Premiere einer 45-minütigen Spurensuche mit unserem Nobelpreisträger Günter Grass, der am Dienstag, den 16. Oktober, seinen Achtzigsten feiert.

Aus diesem Anlass zeigt die ARD am 16. Oktober, um 00.50 Uhr (Taggenau!), „Die Blechtrommel“.

3sat zur Doku

 


TV-Krimi-Buch-Tipps online

Oktober 12, 2007

Don Alfred von den Alligatorpapieren hat sie pünktlich und mit vielen, vielen, vielen Bildern online gestellt: meine Auflistung der im Fernsehen demnächst laufenden, verfilmten Kriminalromane. Einen Stummfilm habe ich reingeschmuggelt. Wie üblich gibt’s in der Kriminalakte nur die ersten Zeilen und hier den schönen Rest:

Die kommenden beiden Wochen sind ein Festessen für die Freunde des französischen Kriminalfilms. Ein Grund ist der zwanzigste Todestag von Lino Ventura am 22. Oktober. Leider ist die Auswahl etwas willkürlich und es fehlen einige seiner besten Filme. Außerdem werden sie zu den gewohnt videorekorderfreundlichen Zeiten ausgestrahlt. Die Krimis mit Lino Ventura sind „Der Panther wird gehetzt“, „Der Kommissar und sein Lockvogel“ und „Im Dreck verreckt“, alle mit seinem Freund José Giovanni als Regisseur oder Drehbuchautor. Zu denen französischen Krimis ohne Ventura gehören Claude Sautets Claude Néron-Verfilmung „Das Mädchen und der Kommissar“, Claude Chabrols Richard Neely-Verfilmung „Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen“ (beide mit Romy Schneider), sein „Der Frauenmörder von Paris“ (nach einem Drehbuch von Francoise Sagan) und Jean-Pierre Melvilles Pierre Lesou-Verfilmung „Der Teufel mit der weißen Weste“ (mit Jean-Paul Belmomdo).
Außerdem gibt es einen weiteren „Heißer Verdacht“-Film, Alan Parkers William Hjortsberg-Verfilmung „Angel Heart“, Robert Wises William P. McGivern-Verfilmung „Wenig Chancen für morgen“, Ulu Grosbards John Gregory Dunne-Verfilmung „Fesseln der Macht“, Paul Schraders Russell Banks-Verfilmung „Der Gejagte“ und Martin Scorseses Nicholas Pileggi-Verfilmung „GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia“. Für die Cineasten gibt es Friedrich Wilhelm Murnaus Gerhart Hauptmann-Verfilmung „Phantom“.


TV-Tipp für den 12. Oktober

Oktober 11, 2007

Endlich wieder im Fernsehen (es könnte sein, dass „Straßen in Flammen“ nur einmal 1998 im Fernsehen lief):

RTL II, 23.20

Straßen in Flammen (USA 1984, R.: Walter Hill)

Drehbuch: Walter Hill, Larry Gross

Die Story ist ein luftiges Nichts: Gang-Boss Raven Shaddock entführt während eines Konzertes die Sängerin Ellen Aim. Ihr Ex Tom Cody kommt zurück, rettet sie aus dem Club des Bösen, bringt sie zurück und trifft sich mit Raven zum abschließenden Kampf.

 „Straßen in Flammen“ ist ein typischer 80er-Jahre Actionfilm, der bemerkenswert gut gealtert ist. Damals war er als überlanger Videoclip seiner Zeit weit voraus. Heute ist der Genrehybrid immer noch gut genießbar. Damals war Walter Hill einer der heißesten und besten Regisseure von intelligenten Actionfilmen. Heute liegt sein letzter guter Spielfilm auch schon über zehn Jahre zurück.

Mit Michael Paré, Diane Lane, Rick Moranis, Amy Madigan, Willem Dafoe, Deborah Van Valkenburgh, Richard Lawson, Rick Rossovich, Bill Paxton

Wiederholung: RTL II, Samstag, 13. Oktober, 03.20 Uhr (Taggenau!)

Meine ausführliche Besprechung von „Streets of Fire“


Spannendes Frühwerk von einem Grandmaster

Oktober 10, 2007

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Lawrence Block schrieb in den frühen sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts auch zahlreiche Softpornos, die unter verschiedenen Pseudonymen erschienen. Block hatte diese Zeit nie verschwiegen, aber er hielt auch nie viel von diesen Frühwerken. Deshalb sagte er nie, welche der damals erschienenen Romane in den Softporno-Reihen von ihm waren und welche nicht. Sie waren für den damals am Anfang seiner Karriere stehenden Autor vor allem eine Möglichkeit, regelmäßig zu schreiben, verschiedene Dinge auszuprobieren und dafür bezahlt zu werden. Es gab bei diesen Romanen nur eine Auflage: pro Kapitel musste eine erotische Szene drin sein.

Auch das unlängst bei Hard Case Crime veröffentlichte Werk „Lucky at Cards“ ist einer dieser, aus heutiger Sicht, Softpornos. Es erschien 1964 unter dem Pseudonym Sheldon Lord als „The Sex Shuffle“. Die Neuauflage hat den treffenderen Titel „Lucky at Cards“. Aber damals veränderten die Verleger einfach die Titel, tauschten Autorennamen aus und tauschten auch mal Kapitel zwischen verschiedenen Romanen. Den Lesern war’s egal, solange die Geschichte genügend erotische Szenen enthielt.

Auf diesem Gebiet hat „Lucky at Cards“, im Gegensatz zu „Cinderella Sims“, kaum etwas zu bieten. Denn Lawrence Block peppt seine Kriminalgeschichte lediglich mit etwas Sex auf.

Der betrügerische Kartenspieler Bill Maynard muss nach einer Tracht Prügel aus Chicago flüchten. Auf dem Weg nach New York lässt er sich in einer Kleinstadt die Zähne richten. Er wird zu einem Kartenspiel der oberen Zehntausend des Dorfes eingeladen und trifft dort auf Joyce Rogers, die junge und überaus gutaussehende Frau von Murray. Sie durchschaut den Falschspieler sofort, lässt ihn aber gewinnen.

Selbstverständlich verlieben sich die beiden ineinander. Und ebenso selbstverständlich wollen sie mit dem Vermögen von ihrem Mann abhauen. Doch Murray hat sie nicht in seinem Testament bedacht. Genau die richtige Aufgabe für einen ausgefuchsten Kartenprofi.

„Lucky at Cards“ beginnt mit einer typischen Noir-Situation. Doch schon durch eine kleine Variation beginnt der Krimi in ungewohnten Bahnen zu verlaufen. Das Liebespaar muss sich nämlich nicht überlegen, wie sie den Geldesel umbringt, sondern wie sie ihn in eine Lage hineinmanövrieren, in der er ihnen sein Geld gibt. Damit verläuft auch das Scheitern von Bill Maynards Plan, schließlich denkt Murray Rogers nicht daran sein Geld oder seine Frau herzugeben, in ungewohnten Bahnen.

Der damals noch junge Lawrence Block erzählt diese Geschichte auf wenigen Seiten geradlinig in einem angemessen nüchternen Hardboiled-Tonfall. Damit ist er näher an seinen Matthew Scudder-Romanen als an seinen Evan Tanner- und Bernie Rhodenbarr-Geschichten. Für Block-Fans ist „Lucky at Cards“ ein Pflichtkauf. Für andere ein guter Anfang einen der großen lebenden Krimiautoren kennen zu lernen.

 

 

Lawrence Block: Lucky at Cards

Hard Case Crime, 2007

224 Seiten

6,99 US-Dollar (circa 6 Euro)

 

Erstausgabe: Sheldon Lord: The Sex Shuffle, 1964

 

 

Hinweise:

Alles über Lawrence Block erfahren Sie in dem von mir herausgegebenen Werk „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“

Meine Besprechung von „All the Flowers are dying“

Homepage von Lawrence Block

Homepage von Hard Case Crime (Diese Covers!)


TV-Tipp für den 11. Oktober

Oktober 10, 2007

R. i. P.: Bud Ekins (11. Mai 1930 – 6. Oktober 2007)

Deshalb

HR, 23.30

Gesprengte Ketten (USA 1963, R.: John Sturges)

Drehbuch: James Clavell, W. R. Burnett

LV: Paul Brickhill: The great escape, 1950

Starbesetzter, auf Tatsachen beruhender Weltkrieg-II-Klassiker über den Ausbruch von Kriegsgefangenen aus einem deutschen Lager.

Bud Ekins war Motorradfahrer, Stuntman und mit Steve McQueen befreundet. Sein Leinwanddebüt hatte er in „Gesprengte Ketten“. Er war in dem Film McQueens Stuntdouble und machte den legendären Sprung mit dem Motorrad über den Grenzzaun.

Mit Steve McQueen, James Garner, Richard Attenborough, James Donald, Charles Bronson, Donald Pleasence, James Coburn, Hannes Messemer, David McCallum, Gordon Jackson, Jud Taylor, Hans Reiser, Harry Riebauer

Ein Nachruf auf Bud Ekins


Eva Herman in Topform; Nachtrag zu Franck Burns

Oktober 10, 2007

Großes Theater Johannes B. Kerner. Eva Herman erklärt, dass sich die ganze Presse gegen sie verschworen habe, sie falsch zitiert werde und sowieso alle gegen sie seien. Denn in ihrer Welt hat nur eine Recht: nämlich E. H.. Die anderen Gäste (Senta Berger, Margarethe Schreinemakers, Mario Barth) versuchten erstaunt-schockiert die Blondine zu besänftigen. Ging aber nicht. Denn Eva war ja damit beschäftigt zu erklären, dass es in Deutschland Diskussionsverbote gebe, alle sie falsch verstünden, der Wissenschaftler gefälligst still sein solle und die Frauen irgendwie unterdrückt würden. Das sahen Margarethe und Senta anders. Mario hat wahrscheinlich sein nächstes Programm mit dem Inhalt „Meine Begegnung mit einer paranoiden Blondine“ geplant. Ein Bericht, der mir das Zusammenfassen erspart, gibt es hier und die Show müsste auch in der ZDF-Mediathek angesehen werden können. Tolle Selbstdemontage, Frau Herman! Weiter so!

Oh, und kann jemand für You Tube ein Video erstellen, in dem bei jeder falschen Behauptung von Eva Herman ein lautes Signal ertönt? Dürfte wegen der vielen „Beeps“ bestimmt ein witziges Teil werden.

Am 16. September zeigte Arte die Doku „Franck Burns verzweifelt gesucht“ über einen nicht auffindbaren Autor, der einen tollen Kriminalroman über Marseille von unten geschrieben hat. Jetzt ist das die Tage erschienene Debütwerk „Social Killer„auch auf der Homepage seines Verlages angekündigt.


TV-Tipp für den 10. Oktober

Oktober 9, 2007

Arte, 20.40

Krieg gegen den Terror – Stockfinster (USA 2006, R.: Michael Kirk)

Drehbuch: Michael Kirk

Ein Blick hinter die Kulissen der US-amerikanischen Politik. Kirk zeigt in seiner knapp einstündigen Doku die Machtkämpfe zwischen CIA, präsentiert durch deren Chef George Tenet, und der Bush-Administration zwischen dem 11. September 2001 und dem Einmarsch in den Irak.

Wiederholung: Sonntag, 28. Oktober, 17.35 Uhr

Arte zum Film


„The Shield“ wieder abgesetzt

Oktober 9, 2007

Was kommt heraus, wenn ich meinen letzten Post radikal kürze?

Horst Eckert – lobt – John Harvey.

Und nun zur anderen Meldung:

„The Shield“-Fans sind eine Minderheit. Auch bei Kabel 1. Auch dort ist die Quote so schlecht, dass die Serie aus dem Programm fliegt. „Las Vegas“ kommt ab Sonntag eine Stunde später.  „The Shield“ soll irgendwann auf einen anderen Programmplatz wandern. Wahrscheinlich haben bis dahin alle Fans und künftigen Fans, wie bei den „Sopranos“ und „24“, die DVDs gekauft.

Für uns gebildeten Krimifans bleibt natürlich die Frage, warum diese grandiose Cop-Serie in Deutschland so floppt. Ad hoc einige Erklärungsversuche:

– In „The Shield“ hat das Verbrechen gewonnen. In deutschen Serien ist das Verbrechen eine Ausnahmeerscheinung und nach 45/60/90 Minuten ist die Welt in Ordnung.

– „The Shield“ trifft unsere innersten Gefühle und Ängste. Deutsche Serien sind dagegen Eskapismus.

– „The Shield“ ist unglaublich ökonomisch erzählt. Deutsche Serien bräuchten für eine „The Shield“-Folge wahrscheinlich die hundertfache Zeit.

– „The Shield“ ist für Erwachsene gemacht. Deutsche Krimiserien können ohne Probleme von Jugendlichen und Kindern gesehen werden. Also „FSK 18“ gegen „FSK 12/FSK 6“.

– In „The Shield“ wird keine der Hauptfiguren verschont. In deutschen Krimiserien gibt es einen allgemeinen Schmusekurs.

– In „The Shield“ agieren dreidimensionale Charaktere. In deutschen – nicht.


Aufräumarbeiten

Oktober 9, 2007

Heute wird nur der Briefkasten geleert und einige Altlasten beseitigt:

Horst Eckert ist im Januar 2008 „auteur-en-résidence“ im Départements Gironde. Das dortige Kulturbüro hat ihn eingeladen. Partner des Projekts sind unter anderem das Goethe-Institut Bordeaux und die Gesellschaft „Ours Polar“. Wir warten gespannt auf die Erkenntnisse des Krimiautors.

In seinem Rundbrief schreibt Eckert außerdem, dass „Der Absprung“ inzwischen als von Burghart Klaußner gelesenes Hörbuch vorliegt. Seinen neuesten Roman „Königsallee“ wird Eckert dagegen selbst vorlesen. Das Hörbuch soll noch vor Weihnachten erscheinen und eignet sich damit gut als Geschenk für die Lesefaulen. Denn: wir kriegen euch alle.

Das Programm der vom 28. Oktober bis 1. November stattfindenden „Krimi Tage Berlin“ steht fest. Gastland ist Island. Es lesen in alphabetischer Reihenfolge:

Ani, Friedrich

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Blaudez, Lena

Lesetermine: Sonntag, 28. 10. 2007, Dienstag, 30. 10. 2007

Blettenberg, D.B.

Lesetermin: Dienstag, 30.10.2007, Mittwoch, 31.10.2007

Chaplet, Anne

Lesetermine: Montag, 29.10.2007, Dienstag, 30.10.2007

Gross, Rainer

Lesetermine: Montag, 29.10.2007, Dienstag, 30.10.2007

Göhre, Frank

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Herrmann, Elisabeth

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Indriðason, Arnaldur

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Ingólfsson, Viktor Arnar

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Ivanov, Petra

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Jósepsson, Ævar Örn

Lesetermine: Dienstag, 30.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Kastura, Thomas

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Kröger, Merle

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Morchio, Bruno

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Paprotta, Astrid

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Schenkel, Andrea Maria

Lesetermine: Dienstag, 30.10.2007, Mittwoch, 31.10.2007

Schneider, Hansjörg

Lesetermine: Montag, 29.10.2007, Dienstag, 30.10.2007

Sigurðardóttir, Yrsa

Lesetermine: Dienstag, 30.10.2007, Mittwoch, 31.10.2007

Stefánsson, Jón Hallur

Lesetermine: Sonntag, 28.10.2007, Montag, 29.10.2007

Steinfest, Heinrich

Lesetermine: Mittwoch, 31.10.2007, Donnerstag, 1.11.2007

Die CWA hat folgende historischen Kriminalromane für den „Ellis Peters Historical Dagger“ nominiert:

Ariana Franklin: Mistress of the Art of Death (Bantam Press)

Jason Goodwin: The Snake Stone (Faber and Faber)

Philip Kerr: The One from the Other (Quercus)

Andrew Martin: Murder at Deviation Junction (Faber and Faber)

Mark Mills: The Savage Garden (HarperCollins)

Stef Penney: The Tenderness of Wolves (Quercus)

Der Preis wird am Mittwoch, den 7. November, in London verliehen.

Historisch wird dabei nicht so eng gesehen. Denn Kerrs Bernie Gunther-Roman spielt im Nachkriegsdeutschland.

Das zwanzigminütige Making-of des von Lee Goldberg geschriebenen Pilotfilms „Fast Track: No Limits“ kann hier angesehen werden.

Während die Bucheditionen der Süddeutschen Zeitung mit Neuauflagen sattsam bekannter Werke ihr Publikum fanden (Wie oft soll ich mir den Malteser-Falken ins Regal stellen?), verirren sich in die DVD-Editionen der SZ immer wieder Neuveröffentlichungen (Ich sage nur „Point Blank“.). Allerdings immer ohne Extras. Aus reiner Chronistenpflicht gibt es die Liste der neuesten SZ-Cinemathek-Edition. Sie heißt „Série Noire“ und präsentiert nicht Meisterwerke der „Schwarzen Serie“, sondern eine bunte, etwas willkürliche Auswahl französischer Kriminalfilme:

1. Vier im roten Kreis

2. Die Blume des Bösen

3. Das Mädchen und der Kommissar

4. Der Clan der Sizilianer

5. Eine fatale Entscheidung

6. Der Uhrmacher von St. Paul

7. Das Geheimnis der falschen Braut

8. Tödliche Diamanten

9. Der Teufel mit der weißen Weste

10. Diebe der Nacht

11. Die untreue Frau

12. Wahl der Waffen

(Oha, „Wahl der Waffen“-Regisseur Alain Corneau hat ein Remake des Jean-Pierre Melville-Films „Le deuxième souffle“ [Der zweite Atem] gedreht. Bin gespannt, wann ich dieses Remake in Berlin sehen kann. Und noch gespannter bin ich, wann endlich das Werk von Jean-Pierre Melville auf DVD vorliegt.)

Ebenfalls aus Chronistenpflicht, denn über den Artikel wird schon im Krimiblog und beim Krimileser diskutiert: Thomas Wörtche hat einen „Kleiner staubtrockener, humorloser und kondensierter Kriterienkatalog für idealtypische, anständige Rezensionen von Kriminalromanen“ geschrieben.

Danach darf dann noch einige Minuten bei Europolar verweilt werden, ehe die Oktober-Besprechungen der Krimi-Couch gelesen werden. Zum Beispiel deren Abfeiern von „Schau nicht zurück“ von John Harvey.

Ich gehe jetzt ganz realistisch ins Bett.


TV-Tipp für den 9. Oktober

Oktober 8, 2007

Grandioser Film – für den Videorekorder:

ARD, 01.50

Wenig Chancen für morgen (USA 1959, R.: Robert Wise)

Drehbuch: Abraham Polonsky (ungenannt), John O. Killens (Strohmann für Polonsky), Nelson Gidding

LV: William P. McGivern: Odds against tomorrow, 1957 (Von Angst gepeitscht)

Drei Männer planen den perfekten Raub. Nur ihre rassistischen Vorurteile stehen ihnen im Weg.

Aus einer spannenden Vorlage in der Tradition von W. R. Burnett (hier: „Der Asphalt-Dschungel“) wurde ein spannender, leider fast unbekannter Film. Immerhin wird er in Server/Gorman/Greenbergs „The big book of noir“ (ein schöner, dicker Wälzer) in die Liste von 100 wichtigen Noir-Filmen aufgenommen.

Mit Harry Belafonte, Robert Ryan, Shelley Winters, Ed Begley, Gloria Grahame

Wiederholung: HR, Mittwoch, 17. Oktober, 00.15 Uhr (Taggenau!)