Ein bisschen Luxus – Kapitel 21 online

Oktober 8, 2007

Das nächste Kapitel kann hier gelesen werden.


TV-Tipp für den 8. Oktober

Oktober 7, 2007

Vor einigen Tagen hatte ich „Taxi to the Dark Side“ bereits gelobt. Jetzt können Sie mein Lob überprüfen:

Arte, 20.40

Taxi zur Hölle (D/USA/GB 2007, R.: Alex Gibney)

Drehbuch: Alex Gibney

Spielfilmlange Doku über den fälschlich als Terrorist beschuldigten afghanischen Taxifahrer Dilawar. Er wird verhaftet, gefoltert und stirbt fünf Tage später. Gibney zeigt in seiner eindrücklichen, sachlich argumentieren Dokumentation am Schicksal eines Jedermanns, wie die US-amerikanische Regierung ihre Soldaten ermutigte, Folter als Verhörmethode wieder einzusetzen.

„Taxi zur Hölle“ wurde auf dem Filmfestival in Tribeca (New York) als beste Dokumentation ausgezeichnet.

Wiederholungen:

Donnerstag, 18. Oktober, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Sonntag, 28. Oktober, 03.00 Uhr (Taggenau!)

Homepage zum Film

Arte zum Film


TV-Tipp für den 7. Oktober

Oktober 6, 2007

Sonntag. Arte-Themenabend. Heute: Jacques Tati (9. Oktober 1907 – 4. November 1982).

Arte, 20.40

Ferien des Monsieur Hulot ( F 1953, R.: Jacques Tati)

Drehbuch: Jacques Tati, Henri Marquet

Tatis bekanntester Film: Der linkische Monsieur Hulot möchte nur einen ruhigen Urlaub in der Bretagne verbringen. Doch alles was er anfasst, verwandelt sich schnell in ein veritables Chaos.

„Eine zärtlich-erfreuliche Typen-Komödie, die sich gegen jede filmische Einordnung nicht nur im französischen Kino sperrt.“ (Lexikon des internationalen Films)

Mit Jacques Tati, Nathalie Pascaud, Louis Perrault, André Dubois

Auch bekannt als „Die Ferien des Herrn Hulot“

Wiederholungen:

Mittwoch, 10. Oktober, 14.50 Uhr

Montag, 15. Oktober, 01.15 Uhr (Taggenau!)

 

Arte, 22.10

Jacques Tati, das demokratische Lachen (F 2002, R.: Pierre Philippe)

Drehbuch: Pierre Philippe

Mit seltenen Aufnahmen garnierte Doku über den scheuen Künstler Tati.

 

Arte, 23.00

Jacques Tati – „Playtime Story“ (F 2002, R.: François Ede)

Drehbuch: François Ede

Doku zu dem Tati-Film „Playtime“, der in Deutschland „Tatis herrliche Zeiten“ (Welcher Mensch hat sich diesen Titel ausgedacht?) heißt.

Wiederholung: Mittwoch, 10. Oktober, 16.15 Uhr

Arte-Dossier über Jacques Tati


TV-Tipp für den 6. Oktober

Oktober 5, 2007

BR, 22.15

Ich erschoss Jesse James (USA1949, R.: Samuel Fuller)

Drehbuch: Samuel Fuller

LV: Homer Croy (Artikel im American Weekly Magazine)

Outlaw Bob Ford bringt wegen der Belohnung seinen Lebensretter Jesse James um. Damit zieht er den Hass von Frank James auf sich.

Mit diesem, in zehn Tagen gedrehten, Western debütierte Samuel Fuller. Joe Hembus schreibt in seinem „Western-Lexikon“ über den viel zu selten gezeigten Film: „Das Regiedebüt von Samuel Fuller, ein ganzes Programm für sein weiteres Oeuvre: Jeder misstraut jedem, und das mit Recht, und wenn möglich, bringt jeder jeden um. Man stirbt nicht für eine gerechte Sache, man tötet für sie, noch besser; man tötet sie selbst.“

Sam Fuller hielt nicht viel von Jesse James („ein blöder Quatschkopf“) und er meinte: „Bob Ford tat etwas, das bereits eine gute Weile früher im Leben von Jesse Woodson James hätte getan werden sollen.“

Mit John Ireland, Preston Foster, Barbara Britton, Reed Hadley


„Ultimo“ lobt das „Krimijahrbuch 2007“ nicht

Oktober 5, 2007

Yippie, nach all dem Lob für das „Krimijahrbuch 2007“ gibt es im Bielefelder Magazin „Ultimo“ einen launigen Verriss von Alex Coutts.


Mit Elmore Leonard in die Dreißiger

Oktober 4, 2007

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Der in den Dreißigern in Oklahoma spielende Krimi “Gangsterbraut” ist einer von Elmore Leonards besten Romanen. Nach einigen schwächeren Werken begab er sich mit „Gangsterbraut“ in die Zeit, als Gangster wie John Dillinger, Machine Gun Kelly, Pretty Boy Floyd, Ma Baker, Bonnie Parker und Clyde Barrow und ihre staatlichen Verfolger die Schlagzeilen beherrschten. Mit dem Prohibitionswestern „Schwarzer Schnaps und blaue Bohnen“ (The moonshine war, 1969) hatte Leonard bereits einmal einen Roman in dieser Ära spielen gelassen. Bekannter ist er für seine frühen, kaum ins Deutsche übersetzten Western und seine in der Gegenwart spielenden Kriminalromane, die vieles von der Mythologie des Western übernommen haben.

Der charismatische Held seines neuesten auf Deutsch erschienenen Romans ist Carlos Huntington Webster, oder kurz Carl Webster. Mit fünfzehn Jahren erschießt er, auf einem Pferd sitzend, auf 200 Meter Distanz einen Viehdieb. Zu seinem Vater sagt er: „Ich hab mich gefragt, warum er nicht glaubte, dass ich schießen würde.“ Einige Jahre später ist er „The Hot Kid“ (so der Originaltitel) des U. S. Marshals Service in Tulsa, Oklahoma. Für sein Alter ist er sehr erwachsen, ein glänzender Schütze und ehrgeizig. Er will die Bösen fangen. Lebendig oder auch tot.

Sein Gegner ist Jack Belmont. Der Sohn eines Ölmoguls will seinem Vater beweisen, dass er auf eigenen Füßen stehen kann. Er raubt Banken aus mit dem Ziel Staatsfeind Nummer 1 zu werden.

Zwischen den beiden Männern steht Louly Brown, die aller Welt erzählt, sie sei die Freundin von Pretty Boy Floyd. Jetzt ist sie mit Carl Webster liiert.

„True Detective“-Reporter Tony Antonelli zeichnet den Kampf zwischen den beiden Männern mit den normalen Übertreibungen der Sensationspresse auf. Und es gibt für ihn viel zu schreiben über den Kampf zwischen Polizisten und Verbrechern auf staubigen Landstraßen und abgelegenen Berghütten.

In seinem entspannt-lakonischen Tonfall erzählt Elmore Leonard in dem episodischen Roman „Gangsterbraut“ von dieser legendenumwobenen Zeit. Wie immer gelingt es Leonard in seinen trockenen Dialogen die Personen mit wenigen Worten zu charakterisieren. Der 1925 Geborene lässt so die Zeit seiner frühesten Erinnerungen glanzvoll wiederauferstehen.

Der Titel ist, wie bei „Callgirls“ seltsam unzutreffend, weil wieder ohne Not die Hauptfigur geändert wird. So wurde aus „Mr. Paradise“ in Deutschland „Callgirls“ und aus „The Hot Kid“ wird „Gangsterbraut“. Dabei geht es in dem historischen Kriminalroman nur um „Hot Kid“ Webster. Leonard, der seine Charaktere fast immer nur in einem Roman benutzt, gefiel der U. S. Marshall so gut, dass er mit dem „New York Times“-Fortsetzungsroman „Comfort to the Enemy“ und „Up in Honey’s Room“ zwei weitere Carl-Webster-Abenteuer folgen ließ.

 

 

Elmore Leonard: Gansterbraut

(übersetzt von Jochen Stremmel)

Goldmann, 2007

384 Seiten

7,95 Euro

 

Originalausgabe:

Elmore Leonard: The Hot Kid

Morrow, Mai 2005

320 Seiten

 

Hinweise:

Homepage von Elmore Leonard:

http://www.elmoreleonard.com/

Meine Besprechung von „Up in Honey’s Room“ (2007) in der Spurensuche:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-vierzig.html  

Meine Besprechung von „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004) in der Spurensuche:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-dreissig-sechs.html

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“:

http://www.nordpark-verlag.de/krimikritiksieben-jahrbuch-2006.html

 


TV-Tipp für den 5. Oktober

Oktober 4, 2007

Tele 5, 20.15

Das Rußland-Haus (USA 1990, R.: Fred Schepisi)

Drehbuch: Tom Stoppard

LV: John Le Carré: The Russia House, 1989 (Das Rußland-Haus)

Ein russischer Physiker bietet dem britischen Verleger Blair brisantes Material an. Im Auftrag des Rußland-Hauses, einer Abteilung des britischen Geheimdienstes, fährt Blair wieder nach Moskau, verliebt sich und sein Auftrag wird für ihn immer unwichtiger.

Spionagedrama und Liebesfilm, bei dem alles stimmt. „Das Rußland-Haus“ ist ein bittersüßer Abgesang auf den alten Spionagefilm. Die Außenaufnahmen entstanden – erstmals –  in Moskau und Leningrad.

mit Sean Connery, Michelle Pfeiffer, Roy Scheider, Klaus Maria Brandauer, James Fox, J. T. Walsh

Wiederholung: Sonntag, 7. Oktober, 02.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweis:

Meine Besprechung von John Le Carrés neuestem Roman „Geheime Melodie“ (The Mission Song):

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-dreissig-eins.html


TV-Tipp für den 4. Oktober

Oktober 3, 2007

Cineasten und künftige Cineasten freuen sich auf dieses selten gezeigte Meisterwerk

Arte, 20.40

Intolerance (USA 1916, R.: D. W. Griffith)

Drehbuch: D. W. Griffith

In seiner Anklage gegen das Unrecht verbindet David Ward Griffith das Schicksal von Fabrikarbeitern im 20. Jahrhundert mit dem Untergang Babels, der Kreuzigung Jesu und der Bartholomäusnacht in Paris 1572. Nach dem umstrittenen, kommerziell erfolgreichen Ku-Klux-Klan-Epos „Geburt einer Nation“ (Birth of a Nation) prangert Griffith in „Intolerance“ Vorurteile und Unmenschlichkeiten an. In seinem Momumentalfilm („Intolerance“ gilt als der erste Monumentalfilm) präsentiert Griffith eine komplexe Geschichte und er ließ als einer der ersten (vielleicht sogar der erste) die Kamera als eigenständigen Akteur agieren. An der Kinokasse lohnte sich sein Mut nicht. Dem damaligen Publikum war ein über dreistündiger Film einfach zu lang. 

Arte zeigt eine dreistündige, restaurierte Fassung des Films.

Mit Lillian Gish, Mae Marsh, Vera Lewis, Sam de Grasse, Fred Turner

Weitere Informationen:

Arte zum Film

Bonner Kinemathek zum Film (Zusammenstellung von Ausschnitten aus Kritiken und Filmfotos)

Sense of Cinema (John Steinle) über D. W. Griffith (langer, englischer Artikel über den Regisseur mit weiterführenden Links)


TV-Tipp für den 3. Oktober

Oktober 2, 2007

ZDF, 15.45

Es geschah am hellichten Tag (D 1958, R.: Ladislao Vajda)

Drehbuch: Friedrich Dürrenmatt, Hans Jacoby, Ladislao Vajda

LV: Friedrich Dürrenmatt: Das Versprechen – Requiem auf den Kriminalroman, 1957

Kommissar Matthäi sucht den Mörder eines neunjährigen Mädchens.

Allseits bekannter Krimiklassiker mit Heinz Rühmann, Gert Fröbe und Siegfried Lowitz. Auch das Ausland war von dem Film begeistert: „Unter der hervorragendne Regie von Ladislao Vajda wird die Handlung pausenlos in einem unbarmherzigen und beklemmenden Tempo gesteigert und ist getragen von einem Dialog, der vor Gescheitheit blitzt und nur gelegentlich durch die, dem Dichter eigene, Melancholie gebremst wird.“ (Aufbau, New York, 1960)

Dürrenmatt war mit dem Ende des Filmes unzufrieden. Sein „Buch zum Film“ hat daher ein pessimistisches Ende


Fundsachen: Das Syndikat, „Final Call“, „Rosemary’s Baby“, Lee Goldberg, Stephen King, Tatort Eifel

Oktober 2, 2007

„Das Syndikat“, die Vereinigung der deutschen Krimi-Autoren, hat eine neue Webseite. Das Layout ist etwas gewöhungsbedürftig und die Textmenge noch sehr überschaubar (einige alte Texte habens nicht geschafft), aber wenn die ehrenwerten Herren demnächst genug Stoff hineinstellen, dürften wir uns auch an das neue Layout gewöhnen.

Bis dahin können wir eine frühe Version von Larry Cohens Drehbuch „Cellular“ mit einer späteren, von Chris Morgan bearbeiteten, Fassung und dem Spielfilm „Final Call“ (USA 2004, Regie: David R. Ellis, Drehbuch: Chris Morgan, mit Kim Basinger, Chris Evans, Jason Statham, William H. Macy) vergleichen.  In dem ziemlich unterschätzten, kleinen, spannenden Thriller wird ein junger Mann auf seinem Handy von einer unbekannten Frau angerufen. Sie sagt, man habe sie entführt und er sei ihre einzige Chance auf eine Befreiung. Deshalb dürfe er unter keinen Umständen die Verbindung unterbrechen. Das ist leichter gesagt, als getan.

Wer mehr auf die anerkannten Klassiker steht, dürfte sich über die endgültige Drehbuchfassung von Roman Polanski zu seinem Horrorfilm „Rosemary’s Baby“ (USA 1968) freuen. Ira Levin schrieb die Romanvorlage.

Auf der Cologne Conference versuchte Lee Goldberg (unter anderem die Monk-Romane) deutschen Fernsehmachern zu erklären, warum die US-amerikanische Ware weltweit so erfolgreich ist. Er sagte, es liege am Franchise. Die Deutschen meinten, man müsse „wieder Themen finden, die speziell auf Deutschland zugeschnitten seien und die somit auch nur deutsche Produktionen erzählen können. “ (DWDL) Warum habe ich den Eindruck, dass hier von verschiedenen Dingen gesprochen wird?

(Danach besuchte Goldberg die Verleihung des deutschen Fernsehpreises. Er fand, sie sei wie die Emmy-Verleihung, nur noch langweiliger. Sagt er jedenfalls in seinem Blog. Dort fasst er auch seinen Vortrag zusammen: Why no one is watching german TV. – Ich denke er hat Recht. Aber das dürfte niemand verwundern, der zu diesem Thema meine doch sehr ähnlichen Gedanken im „Krimijahrbuch 2007“ gelesen hat.)

In der New York Times schreibt Stephen King über die Kurzgeschichte: „What ails the Short Story“.

Und der „Tatort Eifel“ bereitet langsam seine Tagung nach. Die Gewinner des Kurzkrimi-Wettbewerb gibt es hier.  Einige Pressemitteilungen gibt es hier.


TV-Tipp für den 2. Oktober

Oktober 1, 2007

ZDF, 22.15

37 Grad: Außer Kontrolle – Kindesmissbrauch und Prävention (D 2007, R.: Manfred Karremann)

Drehbuch: Manfred Karreman

Halbstündige Doku über Pädosexuelle, wie sie versuchen mit ihrer Neigung zu leben und wie es einem Opfer heute geht.

Wiederholung: Mittwoch, 3. Oktober, 03.25 Uhr (Taggenau!)

Weitere Informationen

ZDF über die Doku

Meine Besprechung von Anna Salters Sachbuch „Dunkle Triebe“


Rezension von „Fjorde, Elche, Mörder“ in „Mystery Readers Journal“ erschienen

Oktober 1, 2007

Meine Besprechung von „Fjorde, Elche, Mörder – Der skandinavische Kriminalroman“ (herausgegeben von Jost Hindersmann, NordPark-Verlag) ist in der aktuellen Ausgabe des „Mystery Readers Journal“ erschienen. Der Text kann allerdings nur in der Druckausgabe gelesen werden, aber für die Freunde des skandinavischen Kriminalromans dürfte das doch genau der gewünschte Kaufanreiz sein. Die anderen können vor dem Kauf hier das Inhaltsverzeichnis studieren und ausgewählte Artikel lesen.


Ein bisschen Luxus – Kapitel 20 online

Oktober 1, 2007

Sonnenuntergänge am Bodensee gibt es hier.


Bouchercon 2007: Anthony verliehen

September 30, 2007

Sodele, jetzt sind die Anthonys verliehen. Mit der Meldung war Sarah Weinman schneller als The Rap Sheet. Dafür ist The Rap Sheet ausführlicher und Ken Bruen hat keinen Anthony gewonnen, weil er nicht nominiert war.

Die Gewinner sind:

Bester Roman: Laura Lippman: No good Deeds (William Morrow)

Bestes Debüt: Louise Penny: Still Life (St. Martin’s Minotaur)

Bestes Taschenbuch: Dana Cameron: Ashes and Bones (Avon)

Beste Kurzgeschichte: Simon Wood: My Father’s Secret (Crimespree Magazine, B’con Special Issue 2006)

Bestes Sachbuch: Jim Huang & Austin Lugar (Herausgeber): Mystery Muses: 100 Classics That Inspire Today’s Mystery Writers (Crum Creek Press)

Besondere Verdienste: Jim Huang, Crum Creek Press and The Mystery Company


TV-Tipp für den 1. Oktober

September 30, 2007

Arte, 20.40
Mulholland Drive – Straße der Finsternis (USA/F 2001, R.: David Lynch)

Drehbuch: David Lynch

Die Handlung kann, wie beim Vorgänger “Lost Highway”, kaum wiedergegeben werden. Denn dafür springt sie zu sehr zwischen Traum und Wirklichkeit, Gegenwart und Vergangenheit, hin und her. Der Film beginnt mit einem Autounfall. Eine junge Schönheit verliert ihr Gedächtnis, findet bei der jungen Schauspielerin Betty Unterschlupf und nennt sich, nach einem Filmplakat, Rita. Gemeinsam versuchen sie hinter Ritas Geheimnis zu kommen.

Zahlreiche Preise und noch mehr Nominierungen sagen einiges über die Qualität von “Mulholland Drive” aus. So erhielt er den César als bester ausländischer Film und Lynch 2001 beim Filmfestival in Cannes den Preis für die beste Regie. Aber für uns Krimifans ist natürlich nur eine Nominierung wichtig. Nämlich der Edgar. „Mulholland Drive“ wurde als bester Kriminalfilm des Jahres nominiert.

Ansonsten schließe ich mich dem „Großen Filmlexikon“ von TV Spielfilm an: „Dabei erinnert Lynch an sein Werk Lost Highway, ist aber so kompromisslos irreal und scheinbar unlogisch, so wild entschlossen, dem Zuschauer die Auflösung seines Thrillers zu überlassen, dass der inszenatorisch überwältigende Mulholland Drive zu Recht als sein bis dato vollendetstes Werk gilt.“

Sein nächster Film „Inland Empire“ ist für mich einfach nur ein dreistündiger, quälend-langatmischer, pseudo-intellektueller Murks. Oder wie im Kino der Mann hinter sagte: „Oh Mann, ist das immer noch nicht zu Ende?“

Mit Naomi Watts, Laura Elena Harring, Justin Theroux, Ann Miller, Robert Foster, Dan Hedaya, Lee Grant, Billy Ray Cyrus, Chad Everett


Bouchercon 2007: Shamus verliehen

September 29, 2007

Die Private Eye Writers of America (PWA) haben auf der Bouchercon ihren Preis, den Shamus verliehen. Wie der Namen schon sagt, ist die Hauptfigur ein Privatdetektiv. Die Gewinner sind:

Bester Roman: „The Dramatist” von Ken Bruen (St. Martin’s Minotaur)

Bestes Taschenbuch: „An Unquiet Grave” von P.J. Parrish (Pinnacle)

Bestes Debüt: „The Wrong Kind of Blood” von Declan Hughes (Morrow)

Beste Kurzgeschichte: “The Heart Has Reasons” von O’Neil De Noux (Alfred Hitchcock’s Mystery Magazine [AHMM], September 2006)

Der Preis “The Eye” für lebenslange Verdienste ging an Stuart M. Kaminsky (geb. 29. September 1934 – Herzlichen Glückwunsch!). Er erfand – ich beschränke mich jetzt auf seine Privatdetektive – den in Hollywood in den Vierzigern ermittelnden Privatdetektiv Toby Peters (etliche Romane aus dieser Serie wurden übersetzt), den im heutigen Sarasota, Florida, ermittelnden Privatdetektiv Lew Fonesca (tolle, bis jetzt nicht ins Deutsche übersetzte PI-Romane) und schrieb zwei Detektiv-Rockford-Romane (Hey, denn kennen jetzt aber alle.).

Als neuen Preis verleiht die PWA „The Hammer“. Er ging an Shell Scott; den von Richard S. Prather erfundenen Privatdetektiv. Etliche Shell-Scott-Abenteuer wurden auch ins Deutsche übersetzt und sie müssten leicht in verschiedenen Antiquariaten zu finden sein.

Keith Gilman gewann den von St. Martin’s Press und PWA ausgelobten Preis für das beste Manuskript. Gilman, ein Polizist, ist also ein Name, den wir uns merken müssen.

Ken Bruen hat jetzt noch einen Preis für einen Jack-Taylor-Roman gewonnen. „The Dramatist“ ist das vierte Abenteuer des PI. „Priest“ das fünfte. Die ersten drei waren „The Guards“ (Shamus-Gewinner), „The Killing of the Tinkers“ (Macavity-Gewinner) und „The Magdalen Martyrs“. Der sechste Band “Cross” ist vor wenigen Monaten erschienen. Obwohl jeder Roman für sich alleine steht, liest man die kurzen Bücher besser chronologisch. Außerdem dürfte „The Guards“ das zugänglichste sein.

(Dank an The Rap Sheet für die Liste der Gewinner.)


TV-Tipp für den 30. September

September 29, 2007

ZDF, 22.00

Heißer Verdacht: Das Finale – Teil 1 (GB 2006, R.: Philip Martin)

Drehbuch: Frank Deasy

LV/Erfinder: Lynda La Plante

Die 14-jährige Sally wird ermordet. Jane Tennison sucht ihren Mörder.

Nach einer Pause von drei Jahren folgte jetzt der siebte und letzte Teil der hochgelobten „Heißer Verdacht“-Reihe. Wie die vorherigen Fälle räumte auch dieser Zweiteiler etliche Preise ab. Zuletzt waren es je ein Emmy für die Hauptdarstellerin Helen Mirren, Regisseur Philip Martin und Drehbuchautor Frank Deasy.

Mit Helen Mirren, Robert Pugh, Stephen Tompkinson, Laura Greenwood, Frank Finlay

Teil 2 am Sonntag, den 7. Oktober, um 22.00 Uhr


Bouchercon 2007: Barry und Macavity verliehen

September 28, 2007

Während des Krimitreffens “Bouchercon“ werden auch zahlreiche Preise verliehen. Inzwischen rollen die Listen der Preisträger (dank Sarah Weinman) ein.

Barry 2007

Bester Roman: “The Night Gardener” von George Pelecanos

Bestes Debüt: „Still Life“ von Louise Penny

Bester britischer Kriminalroman: „Priest“ von Ken Bruen

Bester Thriller: „The Messenger“ von Daniel Silva

Bestes Taschenbuch: “The Cleanup” von Sean Doolittle

Beste Kurzgeschichte: „The Right Call“ von Brendan DuBois

(„The Night Gardener“ von George Pelecanos und „Priest“ von Ken Bruen habe ich bereits gelesen und sie sind verdammt gut. Wobei Bruen mit seiner radikalen Absage an die klassische Detektivgeschichte nicht jedermanns Sache ist.)

Macavity 2007

Bester Roman: “The Virgin of small plains” von Nancy Pickard (Ballantine)

Bestes Debüt: “Mr. Clarinet” von Nick Stone (Penguin/Michael Joseph)

Bestes Sachbuch: “Mystery Muses: 100 Classics That Inspire Today’s Mystery Writers”, herausgegeben von Jim Huang and Austin Lugar (Crum Creek)

Beste Kurzgeschichte: „Til Death Do Us Part“ von Tim Maleeny (MWA Presents Death Do Us Part: New Stories about Love, Lust, and Murder, herausgegeben von Harlan Coben; Little, Brown)

Sue Feder Historical Mystery: “Oh Danny Boy” von Rhys Bowen (Minotaur)

Ah, ich muss endlich “Mr. Clarinet“ lesen. Der Schinken räumt ja alle möglichen Preise ab. Von einer deutschen Übersetzung weiß ich noch nichts.


KrimiWelt-Bestenliste für den Oktober 2007

September 28, 2007

Neuer Monat, neue KrimiWelt-Bestenliste. Im Oktober wünschen die Kritiker diesen Büchern viele Leser:

1          (1)       Andrea Maria Schenkel: Kalteis

Edition Nautilus, 160 Seiten, 12,90 €

2          (2)       Heinrich Steinfest: Die feine Nase der Lilli Steinbeck

Piper, 348 Seiten, 12,00 €

3          (-)        James Sallis: Driver

Aus dem Englischen von Jürgen Bürger

Liebeskind, 160 Seiten, 16,90 €

4          (5)       Deon Meyer: Der Atem des Jägers

Aus dem Englischen von Ulrich Hoffmann

Rütten&Loening, 432 Seiten, 19,95 €

5          (-)        Rick DeMarinis: Kaputt in El Paso

Aus dem Amerikanischen von Frank Nowatzki und Angelika Müller

Pulp Master, TB, 352 Seiten, 13,80 €

6          (6)       Juan Damonte: Ciao Papá

Aus dem argentinischen Spanisch von Peter Tremp

Lateinamerika Verlag, 192 Seiten, 14,80 €

7          (-)        Friedrich Ani: Hinter blinden Fenstern

Zsolnay, 320 Seiten, 19,90 €

8          (-)        Simon Beckett: Kalte Asche

Aus dem Englischen von Andree Hesse

Wunderlich, 432 Seiten, 19,90 €

8          (-)        Arne Dahl: Ungeschoren

Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt

Piper, 416 Seiten, 19,90 €

8          (-)        John Hart: Der König der Lügen

Aus dem Englischen von Rainer Schmidt

C. Bertelsmann, 448 Seiten, 19,95 €

 

James Sallis! Rick DeMarinis! Zwei Autoren, die mich die letzten Tage verdammt gut unterhielten. Gute Krimis. Gute Literatur. Halt genau das, was ich (Ja, ich weiß, alle anderen sind begeistert. Aber -) bei Andrea Maria Schenkel vermisse. John Hart liegt ganz oben auf meinem Stapel und er bekommt für sein Debüt auf der Bouchercon vielleicht auch einen Preis.

Robert B. Parker (Der stille Schüler [School Days]) und Michael Connelly (Der Mandant [The Lincoln Lawyer]) sind wieder draußen. Trotzdem wünsche ich ihnen weiterhin viele Leser. Wenn Sie diese Bücher gelesen haben, können Sie gleich zur „Gangsterbraut“ von Elmore Leonard greifen.

P. S.: In der Klammer ist die Position des Vormonats.


TV-Tipp für den 29. September

September 28, 2007

RTL II, 23.30

U-Turn – Kein Weg zurück (USA 1997, R.: Oliver Stone)

Drehbuch: John Ridley

LV: John Ridley: Stray Dogs, 1997 (später dann als „U-Turn“ publiziert)

Auf der Flucht vor Gläubigern bleibt Bobby Coopers 64er Mustang mitten in der Wüste liegen. Während in einer Werkstatt sein Auto repariert wird, trifft er die verheiratete Grace und seine wirklichen Probleme beginnen erst jetzt. Denn Grace will ihrem Mann Jake umbringen, Jake will Grace umbringen und beide wollen sich – gegen Bares – von Bobby helfen lassen.

Grandioses Romandebüt für die Noir-Gemeinschaft, fast grandioser Film. Denn Stones „Natural Born Killers“-Stil nervt.

Mit Sean Penn, Jennifer Lopez, Nick Nolte, Joaquin Phoenix, Powers Boothe, Billy Bob Thornton, Jon Voight

Wiederholung: Montag, 1. Oktober, 02.40 Uhr (Taggenau!)

Homepage/Blog von John Ridley:

http://www.jridley.com/blog/