Kurzes vom „Tatort Deutsche Weinstraße“

Juni 25, 2007

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Neunzehn Kurzgeschichten sind in dem mehr oder weniger offiziellen Begleitband zur diesjährigen Criminale. „Tatort Deutsche Weinstraße“ heißt das von Angela Eßer herausgegebene Buch. Die Autoren sind teils bekannter, teils weniger bekannt. Die Qualität der Geschichten ist unterschiedlich und jeder wird seine eigene Lieblingsgeschichte finden. Gut ist es, wenn man als Leser kein eingefleischter Krimifan ist. Denn in dieser bestenfalls durchwachsenen Sammlung haben sich die Autoren in stiller Eintracht darauf verständigt, schwarzhumorige Schnurren abzuliefern, die sich in erster Linie an Nicht-Krimifans richten, die bei einem Glas Wein nett unterhalten werden wollen.

Wirklich überzeugend ist nur die zweiseitige Geschichte (genauso genommen eine Druckseite) „Ohne Kohle in der Südpfalz“ von Wolfgang Burger. Setting, Aufbau der Spannung, überraschende Pointe. Chapeau.

Aber die anderen? Nun, die beiden Gaunerkomödien „Oleg, die Navis und ich“ von Niklaus Schmied und „Des Kanzlers Kreditkarte“ von Jürgen Ehlers sind ebenfalls gut. Beide Male versucht ein Verbrecher seinen Schnitt zu machen. Auch Peter Dells „Familienbande“ mit seinem Privatdetektiv Philipp Sturm ist als traditionelle PI-Story okay.

Doch die anderen Geschichten sind entweder Ideen ohne eine Pointe oder letztendlich sehr ähnliche Geschichten mit einer ebenfalls sehr ähnlichen Pointe. So sind die von den gar nicht so alten Autoren erfundenen Charaktere oft ältere oder früh vergreiste Menschen. Sie sind Rentner, Witwer, auf Kur oder haben zwanzig Jahre nach der Schule die Gelegenheit sich zu rächen (Yeah, liebe Schulkameraden, die Zeit der Rache nähert sich!). Oft werden sie als verschrobene Einzelgänger gezeichnet, die sich selbst im Weg stehen. Das führt zu dem nächsten Problem: Kein Mensch sieht in den Spiegel und sagt ‚Ich bin ein komischer Kauz.’. Nein. Jeder sieht in den Spiegel und sagt ‚Ich bin ein grundvernünftiger Mensch.’. Entsprechend unklar sind sie gezeichnet. Oft sind ihre Handlungen schlichtweg unglaubwürdig. Verstärkt wird dies in vielen Geschichten durch die Sprache. So haben wir eloquente Ich-Erzähler, die allerdings, das zeigen ihre Aktionen und die Reaktionen ihrer Mitmenschen, Trottel sind.

Weil dann in der Geschichte der Aufbau von Spannung, also dem Schüren einer Erwartung und der Auflösung, nicht funktioniert, ist das Ende im negativen Sinn überraschend. Es interessiert nicht. Es ergibt sich nicht aus den vorherigen Handlungen. Es ist, eine andere Erklärung fällt mir nicht ein, der Tropfen der das Fass zum Überlaufen brachte und dann zu einer plötzlichen Aktion führt. Halt ein Schock. Doch Geschichten ohne Suspense (Denken Sie an Hitchcock!) sind langweilig.

Angela Eßer (Hrsg.): Tatort Deutsche Weinstraße

Grafit, 2007

240 Seiten

9,50 Euro

Enthält folgende Kurzgeschichten:

Wolfgang Burger: Ohne Kohle in der Südpfalz

Peter Dell: Familienbande

Klaus Dewes: Herxi II

Jürgen Ehlers: Des Kanzlers Kreditkarte

Angela Eßer: Schweigen in Schweigen

Kathrin Heinrichs: Paradiesisch tot

Carsten Sebastian Henn: Tod in der Mandelblüte

Andreas Izquierdo: In Schleusen

Ralf Kramp: Der Nachtmahr von Neustadt

Tatjana Kruse: Killer-Kerwe in Klingenmünster

Paul Lascaux: Die Eselei auf der Madenburg

Richard Lifka: Es war einmal in Wachenheim

Sandra Lüpkes: Gehörnt in Lambrecht

Udo Marquardt: Ciconia Ciconia

Olaf Paust: Der richtige Mann

Niklaus Schmied: Oleg, die Navis und ich

Jürgen Siegmann: Das Lama von Bockenheim

Ingeborg Struckmeyer: Letzte Kur?

Sabine Thomas: Löwenherz-Serenade

Die Criminale: http://www.die-criminale.de/

Tatort Deutsche Weinstraße: http://tatort-deutscheweinstrasse.de/

Meine Besprechung von Wolfgang Burgers „Ausgelöscht“:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-zwanzigneun.html


Erst unappetitliches, dann langweiliges „Shanghai Dinner“

Juni 25, 2007

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Viele halten Nury Vittachis vierten Wong-Roman „Shanghai Dinner – Der Fengshui-Detektiv rettet die Welt“ für eine spannende Krimikomödie mit gelungenen Seitenhieben auf die internationale Politik. Ich halte „Shanghai Dinner“ für ein quälend langatmiges Buch mit einem dünnen Plot und nur wenigen mäßig witzigen Betrachtungen über das Leben und kulturelle Unterschiede, die mich an Heinz Erhardt erinnern.

Dabei ist der Anfang genial. Fengshui-Detektiv C. F. Wong eröffnet in der boomenden Stadt Shanghai ein neues Büro. Doch bereits am ersten Tag, in der ersten Zeile, bricht das Unheil über ihn herein. Das Gebäude neben seinem frisch bezogenen Büro wird abgerissen und er kann die Abrissarbeiten nur solange aufhalten, bis sie die noch nicht ausgepackten Kisten wieder aus seinem Büro gebracht haben.

Danach wird’s zäh. Wong geht zu einem exquisiten Dinner, bei dem Tiere lebendig gekocht und gegessen werden. Für Wong ist das okay. Aber nicht für den radikalen Veganer Vega. Er nimmt die erlauchte Gästeschar als Geisel und zahlt gleiches mit gleichem heim.

Während wir noch darüber rätseln, was Vega mit dieser unappetitlichen, von Vittachi in epischer Breite geschilderten Aktion erreichen will (Müssen wir wirklich über mehrere Seiten lesen, wie Menschen gekocht und frittiert werden?), erfahren wir, dass Vega am nächsten Tag einen Anschlag auf den Präsidenten der Vereinigten Staaten plant. Wong kann mit seiner veganen Assistentin Joyce McQuinnie flüchten. Sie versuchen die Sicherheitsbeamten des Präsidenten von dem Anschlag zu überzeugen. Nachdem Secret Service-Mann Dooley in dem Elefanten, der an der Bühne der Regierungshäupter vorbeigehen soll, das Ticken einer Bombe hört, ist er überzeugt. Doch jetzt müssen Wong und seine veganen Mitstreiterinnen erschreckt feststellen, dass Thomas Dooley den Elefanten umbringen will, weil für andere Maßnahmen keine Zeit mehr bleibt. Wong entführt den Elefanten.

Tja, und dann laufen Wong, seine Assistentin Joyce und die Veterinärin Lu Linyao, verfolgt von den Sicherheitsleuten, fast über die gesamte zweite Hälfte des Buches mit dem trägen Elefanten durch die abendliche Rush-Hour von Shanghai. Ihnen bleibt nur noch eine knappe Stunde, bis die Bombe explodiert.

Während dieser eher statischen Verfolgungsjagd bleibt genügend Zeit über den Sinn und Unsinn von Wongs Aktion zu sinnieren.

Denn Wong hat objektiv das Dümmste gemacht, was ein Mensch tun kann. Anstatt, wie es auch die Tierärztin vor der Entführung versuchte, die Sicherheitsleute zu überzeugen, die Bombe aus dem Elefant zu entfernen oder ihn mit einem Hubschrauber an einen entlegenen Platz zu fliegen, flüchtet Wong mit ihm. Dabei will er einmal den Elefanten auf einem menschenleeren Platz explodieren lassen, ein anderes Mal, weil es ihm als Fengshui-Meister verboten ist, Tiere zu töten, das Leben des Elefanten retten. Doch so kann es ihm nicht gelingen.

Nury Vittachi: Shanghai Dinner – Der Fengshui-Detektiv rettet die Welt

(übersetzt von Ursula Ballin)

Unionsverlag, 2007

320 Seiten

19,90 Euro

Originalausgabe:

The Shanghai Union of Industrial Mystics

Allen & Unwin, Crows Nest, Australien, 2006

336 Seiten

Der Unionsverlag über Nury Vittachi:

http://www.unionsverlag.com/info/person.asp?pers_id=1720


Ein bisschen Luxus – Kapitel 6 online

Juni 25, 2007

Das sechste Kapitel schildert – ach, Sie können es auch hier lesen.


TV-Tipp für den 25. Juni

Juni 24, 2007

Kabel 1, 03.15

Miami Vice: Der kleine Prinz (USA 1984, R.: Alan J. Levi)

Drehbuch: A.J. Edison (nach einer Geschichte von Joel Surnow & Wendy Cozen)

Seit einigen Tagen strahlt Kabel 1 mitten in der Nacht die kultige Krimiserie „Miami Vice“ aus. „Der kleine Prinz“ ist eine der zahlreichen Episoden, die zeigt, warum die Serie immer auch als Noir-Serie bezeichnet wird. Die beiden Polizisten Sonny Crockett (Don Johnson) und Ricardo Tubbs (Philip Michael Thomas) sollen einen erfolgreichen Wall-Street-Broker und Drogenhändler schnappen. Um an ihn heranzukommen, bedienen sie sich des Sohnes. Am Ende haben sie eine Familie zerstört. Crockett meint am Ende der Episode auf die Frage von Tubbs, was sie heute getan hätten: „Gute polizeiliche Routinearbeit.“

Ähnlich düster endeten viele Folgen.

Der Look, die Musik, das Zusammenspiel der Schauspieler (von denen viele hier einen ihrer ersten Auftritte, teilweise sogar den ersten, hatten), die Geschichten, die gesellschaftliche Probleme ansprechen, die düstere Diagnose der USA unter Ronald Reagan, und die teilweise aus heutiger Sicht archaische Technik (Computer, Telefone, Wanzen) sorgen immer noch für gute Fernsehunterhaltung. Dagegen ist der „Miami Vice“-Spielfilm von Michael Mann nur ein schwacher Abklatsch.

Wahrscheinlich zeigt Kabel 1 an den kommenden Wochentagen nachts alle fünf Staffeln.

Immerhin wurde vergangenes Jahr die Nachmittagsausstrahlung mangels Quote abgebrochen.

Meine Besprechung der ersten Staffel von „Miami Vice“:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-zwoelf-miami-vice.html


Verfilmte Kriminalromane am 23. und 24. Juni im TV

Juni 23, 2007

Das Wochenende verwöhnt mit zahlreichen Krimiverfilmungen. Hier die schmucklose Präsentation. Die schöne gibt’s hier.

Samstag, 23. Juni

RTLII, 12.55

Fair Game (USA 1995, R.: Andrew Sipes)

Drehbuch: Charlie Fletcher

LV: Paula Gosling: A Running Duck; Fair Game, 1978 (Töten ist ein einsames Geschäft)

Eine Anwältin wird von Killern gehetzt. Ein Polizist will sie beschützen. Überleben sie?

Und wieder wurde ein Buch von Paula Gosling für den Kinomarkt geschrottet. Die Frau ist eine hochgelobte und ausgezeichnete Autorin (u. a. Silver Dagger, Gold Dagger, John Creasey Award). Also: den Film vergessen, das Buch lesen.

Joel Silver produzierte gewohnt realitätsfern, mit Cindy Crawford, William Baldwin, Steven Berkoff.

Pro 7, 20.15

Jede Menge Ärger (USA 2002, R.: Barry Sonnenfeld)

Drehbuch: Robert Ramsey, Matthew Stone

LV: Dave Barry: Big Trouble, 1999 (Jede Menge Ärger – Big Trouble)

Etwa ein halbes Dutzend Menschen suchen in Florida eine Atombombe.

Auch Dave Barry porträtiert Florida als Irrenanstalt und Barry Sonnenfeld (Get Shorty, Men in Black) schien der geeignete Regisseur zu sein. Trotzdem floppte die sehr kurze, prominent besetzte Komödie, kurz nach 9/11, an der Kasse und erlebte in Deutschland nur eine Videopremiere.

„So simpel die Story, so prominent die Besetzung – von leichter Hand inszenierte Komödie, der ein wenig mehr Ironie gut getan hätte.“ (Lothar R. Just: Filmjahrbuch 2004)

Mit Tim Allen, Rene Russo, Stanley Tucci, Tom Sizemore, Johnny Knoxville, Dennis Farina, Dwight ‚Heavy D‘ Myers, Omar Epps, Jason Lee, Martha Stewart (als sie selbst), Dave Barry (Gastauftritt als Anwalt)

Dave Barrys Homepage: http://davebarry.com/

Dave Barry zu seinem Roman:

http://www.bookpage.com/9909bp/dave_barry.html

Ausführliche Informationen zum Film:

http://www.rottentomatoes.com/m/1109942-big_trouble/about.php

BR, 20.15

Tod auf dem Nil (GB 1978, R.: John Guillermin)

Drehbuch: Anthony Shaffer

LV: Agatha Christie: Death on the Nile, 1937 (Der Tod auf dem Nil)

Auf einem Nildampfer wird die Millionenerbin Linnet Ridgeway ermordet. Ihr Mörder ist noch auf dem Schiff. Hercule Poirot wird mit der Hilfe seiner kleinen grauen Zellen den Fall lösen.

„Tod auf dem Nil“ erhielt einen Oscar für die besten Kostüme und läutete eine kleine Renaissance von Christie-Verfilmungen ein. Der Film ist eine weitgehend spannungsfreie, nostalgische, stargarnierte Angelegenheit.

Mit Peter Ustinov, Jane Birkin, Bette Davis, Mia Farrow, Lois „Moonraker-Bondine“ Chiles, David Niven, Jon Finch, Angela Lansbury

Das Vierte, 20.15

Prince of the City (USA 1981, R.: Sidney Lumet)

Drehbuch: Jay Presson Allen, Sidney Lumet

LV: Robert Daley: Prince of the City, 1978 (Prince of the City)

Nach der Entdeckung der “French Connection” in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bildete die Polizei von New York eine mit besonderen Rechten ausgestattete Eliteeinheit zur Bekämpfung des Drogenhandels: die Special Investigating Unit (SIU). Sie nannten sich „Prinzen der Stadt“. Nach kurzem begannen sie ihre Rechte auszunutzen. Bob Leuci war einer von ihnen. Bis er sich bereit erklärte seine Kollegen zu bespitzeln.

Sidney Lumet verfilmte die auf Tatsachen beruhende Geschichte von Bob Leuci – der im Film Daniel Ciello heißt – als spannendes Biopic, bei dem keine Seite des Gesetzes besonders gut wegkommt und Leuci/Ciello sich zunehmend isoliert.

Das Drehbuch war 1982 als bestes Drehbuch für den Oscar, Edgar Allan Poe Awards und den Preis der Writers Guild of America nominiert.

Heute ist der auch nach den in „Prince of the City“ geschilderten Ereignissen immer noch überzeugte Polizist Bob Leuci ein Krimiautor. Robert Daley, der Autor des verfilmten Tatsachenromans, war ebenfalls ein Polizist. Bis 1972 war er stellvertretender Polizeichef von New York City.

Mit Treat Williams, Jerry Orbach, Bob Balaban

Pro7, 22.00

Stirb langsam 2 (USA 1990, R.: Renny Harlin)

Drehbuch: Steven E. de Souza, Doug Richardson

LV: Walter Wager: 58 Minutes, 1987

John McClane (Bruce Willis) feiert Weihnachten: nachdem er im ersten Teil ein Hochhaus zerlegte, ist dieses Mal ein Flughafen dran, unterstützt wird er von Franco Nero, Dennis Franz, William Atherton, Reginald VelJohnson, William Sadler, John Amos, Vondie Curtis-Hall.

„Wenn Die Hard eine neo-klassische Geschichte auf eine (beinahe) neo-klassische Weise erzählt, eine höchst traditionsbewusste Dramaturgie mit einem neuen Twist verbindet, dann ist Die Hard 2 der Beginn eines formelhaften Spiels: Vieles, was Willis´ Figur, den New Yorker Cop John McClane, anbelangt, ist nun bereits etabliert, wird wiederholt, variiert und vertieft, und erst in dieser Reflexion wird ein Charakter zum paradigmatischen Helden. Der Regisseur Renny Harlin erweist sich dabei als perfekter Erfüllungsgehilfe, da er selber dieser Formel kaum etwas hinzufügt, sondern versucht, alles auf eine geradezu mathematische Weise zu steigern: mehr Effekte, mehr Action, mehr Tote – mehr Bruce Willis.“ (Georg Seeßlen in Annette Kilzer, Hrsg.: Bruce Willis)

Tele 5, 22.00

Mord am Rainbow Drive (USA 1990, R.: Bobby Roth)

Drehbuch: Bill Phillips, Bennett Cohen

LV: Roderick Thorp: Rainbow Drive, 1986

Detective Mike Gallagher entdeckt fünf Leichen, aber nur vier werden im Polizeibericht erwähnt. Gallagher will herausfinden warum und legt sich mit seinen Vorgesetzten und einflussreichen Lokalpolitikern an.

Ein weiterer Teil der verdienstvollen Reihe „Ausgrabungen“: Heute gibt es einen TV-Cop-Krimi, der außer der Besetzung und atmosphärischen LA-Bildern, anscheinend nur eine ordentlich präsentierte 08/15-Story zu bieten hat.

Roth drehte zuletzt mehrere Episoden für „Prison Break“.

Mit Peter Weller, Sela Ward, David Caruso

Wiederholung um 01.45 Uhr

Auch bekannt als “Rainbow Drive”

BR, 22.35

Das Böse unter der Sonne (GB 1982, Regie: Guy Hamilton)

Drehbuch: Anthony Shaffer

LV: Agatha Christie: Evil unter the sun, 1941 (Das Böse unter der Sonne oder Rätsel um Arlena)

Hercule Poirot sucht den Mörder der Broadway-Diva Arlena Marschall. Er muss einer der Gäste des griechischen Nobelhotels sein.

Großes Staraufgebot (Peter Ustinov, Jane Birkin, James Mason, Colin Blakely, Roddy McDowall, Diana Rigg), hübsche Kostüme, Musik von Cole Porter; Tendenz: gediegene Langeweile.

RBB, 22.50

In der Hitze der Nacht (USA 1967, R.: Norman Jewison)

Drehbuch: Sterling Siliphant

LV: John Ball: In the heat of the night, 1965 (In der Hitze der Nacht)

In einem Südstaatenkaff müssen ein weißer, reaktionärer Sheriff und ein afroamerikanischer Kollege einen Mord aufklären.

John Balls hochgelobter, erfolgreicher Roman war der erste Auftritt eines afroamerikanischen Polizisten als Sympathieträger. Ball wollte damit zur Verständigung zwischen den Rassen beitragen. Außerdem reflektierte er in seinem Krimi die damaligen politischen Kämpfe des Civil Rights Movements in den Südstaaten.

Die enorm erfolgreiche Verfilmung erhielt fünf Oscars, unter anderem als bester Film des Jahres. Aus heutiger Sicht ist „In der Hitze der Nacht“ ein extrem naives und einseitiges Bekenntnis zur Rassenversöhung (etwas guter Wille und schon geht´s) und ein technisch gut gemachter Whodunit.

Poitier drehte noch zwei schwächere Fortsetzungen. Letztendlich wurde es ein normaler, bestenfalls durchschnittlicher Polizeikrimi.

Mit Sidney Poitier, Rod Steiger, Warren Oates, Lee Grant

BR, 00.25

Die Morde des Herrn ABC (GB 1965, R.: Frank Tashlin)

Drehbuch: David Pursall, Jack Seddon

LV: Agatha Christie: The ABC Murders, 1936 (Die Morde des Herrn ABC)

Hercule Poirot sucht einen Mörder, der seine Opfer in alphabetischer Reihenfolge tötet.

Vergnügliche Christie-Verfilmung nach einem Drehbuch der Autoren der bekannten Miß Marple-Filme.

Mit Tony Randall, Robert Morley, Anita Ekberg

WDR, 00.30

Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia (USA 1974, R.: Sam Peckinpah)

Drehbuch: Gordon Dawson, Sam Peckinpah (nach einer Story von Frank Kowalski und Sam Peckinpah)

Der mehr als abgehalfterte Barpianist Benjamin wittert seine große Chance. Denn auf den Kopf von Alfredo Garcia ist eine hohe Belohnung ausgesetzt. Und Benjamin weiß, wo Alfredos Kopf ist.

„Wie eine klassische griechische Tragödie rollt das Filmdrama vor dem Zuschauer ab, mit allen Momenten und Zutaten des klassischen Genres. In einem hermetisch geschlossenen Zirkel, aus dem es keinen Ausweg gibt, zeugt Gewalt fortzeugend Gewalt…Dennoch wird man sagen dürfen, dass – sicher im Gegensatz zu unendlich vielen anderen Action-Filmen – hier die Gewalt in einem eindeutig kritischen, und zwar politisch-kritischen Rahmen dargestellt und präsentiert wird. Peckinpah zeigt einen Staat, in dem statt der Gesetze das Recht des Stärkeren regiert, statt des Rechtes die Faust, statt der Pistole die Maschinenpistole.“ (Film-Dienst)

Mit Warren Oates, Isela Vega, Gig Young, Kris Kristofferson

Sonntag, 24. Juni

Pro 7, 14.35

Jede Menge Ärger (USA 2002, R.: Barry Sonnenfeld)

Drehbuch: Robert Ramsey, Matthew Stone

LV: Dave Barry: Big Trouble, 1999 (Jede Menge Ärger – Big Trouble)

Etwa ein halbes Dutzend Menschen suchen in Florida eine Atombombe.

Auch Dave Barry porträtiert Florida als Irrenanstalt und Barry Sonnenfeld (Get Shorty, Men in Black) schien der geeignete Regisseur zu sein. Trotzdem floppte die sehr kurze, prominent besetzte Komödie, kurz nach 9/11, an der Kasse und erlebte in Deutschland nur eine Videopremiere.

„So simpel die Story, so prominent die Besetzung – von leichter Hand inszenierte Komödie, der ein wenig mehr Ironie gut getan hätte.“ (Lothar R. Just: Filmjahrbuch 2004)

Mit Tim Allen, Rene Russo, Stanley Tucci, Tom Sizemore, Johnny Knoxville, Dennis Farina, Dwight ‚Heavy D‘ Myers, Omar Epps, Jason Lee, Martha Stewart (als sie selbst), Dave Barry (Gastauftritt als Anwalt)

Dave Barrys Homepage: http://davebarry.com/

Dave Barry zu seinem Roman:

http://www.bookpage.com/9909bp/dave_barry.html

Ausführliche Informationen zum Film:

http://www.rottentomatoes.com/m/1109942-big_trouble/about.php

Tele 5, 20.15

Wag the dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt (USA 1997, R.: Barry Levinson)

Drehbuch: Hilary Henkin, David Mamet

LV: Larry Beinhart: American Hero, 1991 (American Hero)

Ein Medienberater rät dem Stab des Präsidenten, einen Krieg in Albanien zu inszenieren, um von einer Sexaffäre des Präsidenten abzulenken. Nach einem überzeugenden Anfang gerät das Ablenkungsmanöver außer Kontrolle.

Köstliche Medien- und Politsatire, die von Beinharts langatmigem Buch nur die Idee („Wir fälschen einen Krieg. Merkt doch keiner.“) übernimmt und durch die damaligen politischen Ereignisse (Clinton-Lewinsky-Affäre, Jugoslawien) eine nicht geplante tagespolitische Brisanz erhielt.

Mit einer bestens aufgelegten Riege von Schauspielern: Dustin Hoffman, Robert De Niro, Anne Heche, Denis Leary, Willie Nelson, Kirsten Dunst, William H. Macy, Woody Harrelson

Mehr über Larry Beinhart:

http://www.thelibrarian.biz/default.html

Spurensuche über Larry Beinharts “Crime – Kriminalromane und Tbriller schreiben“:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-dreissig-zwei.html

Pro 7, 22.15

Stirb langsam – Jetzt erst recht (USA 1995, R.: John McTiernan)

Drehbuch: Jonathan Hengsleigh

LV: Charakter von Roderick Thorp

Es ist Sommer in New York und John McClane entdeckt den gesamten Staat New York als Spielplatz.

Der dritte „Stirb langsam“-Film beendet die „Stirb langsam“-Vorbereitungstage. Ab Mittwoch knallt, rummst und wummst „Stirb langsam 4.0“ in den Multiplexen ihres Vertrauens.

Davor gibt’s noch, direkt im Anschluss an „Stirb langsam – Jetzt erst recht“, „Das große ProSieben TV-Special zu ‚Stirb langsam 4.0’“, das mit dreißig Minuten gar nicht so groß ist.

Mit Bruce Willis, Jereym Irons, Samuel L. Jackson, Graham Greene

ZDF, 23.15

Inspector Barnaby: Sport ist Mord (GB 1999, R.: Jeremy Silberston)

Drehbuch: Anthony Horowitz

LV: Charaktere von Caroline Graham

Tara Cavendish wird mit einem Kricket-Schläger ermordet. Inspector Barnaby sucht im Kreis der ehrwürdigen Familie nach dem Mörder.

Mit John Nettles, Daniel Casey

Kabel 1, 00.25

Weiblich, ledig, jung sucht… (USA 1992, R.: Barbet Schroeder)

Drehbuch: Don Roos

LV: John Lutz: SWF seeks same; Single White Female, 1990 (Mitbewohnerin gesucht; Weiblich, ledig, jung sucht …)

Durchschnittlicher Thriller über die Freuden des WG-Lebens (besonders wenn die neue Mitbewohnerin eine besitzergreifende Psychopathin ist) mit Bridget Fonda, Jennifer Jason Leigh

ARD, 01.30

Cutter´s Way – Keine Gnade (USA 1981, R.: Ivan Passer)

Drehbuch: Jeffrey Fiskin

LV: Newton Thornburg: Cutter and Bone, 1976

Der verkrüppelte Vietnam-Veteran Alex Cutter begibt sich auf einen fanatischen Rachefeldzug gegen den Ölmagnaten J. J. Cord. Denn Cutters Freund Richard Bone glaubt, er habe Cord kürzlich beim Verstecken einer Leiche gesehen.

Der an der Kinokasse ziemlich gefloppte Film (die deutsche Premiere war auf Video) ist eine düstere Zustandbeschreibung der USA, in der mehrere amerikanische Genres gegen den Strich gebürstet werden und es keine sympathischen Figuren gibt. Inzwischen gilt „Cutter’s Way“ als kleiner Klassiker; – genau wie Thornburgs Roman.

Fiskins Drehbuch erhielt 1982 den Edgar als bestes Drehbuch.

Mit Jeff Bridges, John Heard, Lisa Eichhorn, Stephen Elliott, Ann Dusenberry

auch: „Cutter & Bone – Bis zum bitteren Ende“ und „Bis zum bitteren Ende“

ZDF, 02.05

Der aus dem Regen kam (F/I 1969, R.: René Clement)

Drehbuch: Sébastien Japrisot

Buch zum Film: Sébastien Japrisot: Le passager de la pluie, 1992

Mellie erschießt in Notwehr einen Fremden und lässt die Leiche verschwinden. Eines Tages taucht ein geheimnisvoller Amerikaner auf und erpresst sie.

Spannender Psycho-Thriller: „La mise en scène est irréprochable, l’interprétation excellente et le film distille un charme doux-amer plein de suspense. Mais trop de froideur et une intrigue confuse finissent par lasser. Il n’est pas certain que ce film résiste à des diffusions répétées tant ses limites finissent par devenir évidentes.“ (Dictionnaire du cinéma, Robert Laffont)

Mit Marlène Jobert, Charles Bronson, Jill Ireland


Verfilmte Kriminalromane am 22. Juni im TV

Juni 21, 2007

RTL II, 22.10

Fair Game (USA 1995, R.: Andrew Sipes)

Drehbuch: Charlie Fletcher

LV: Paula Gosling: A Running Duck; Fair Game, 1978 (Töten ist ein einsames Geschäft)

Eine Anwältin wird von Killern gehetzt. Ein Polizist will sie beschützen. Überleben sie?

Und wieder wurde ein Buch von Paula Gosling für den Kinomarkt geschrottet. Die Frau ist eine hochgelobte und ausgezeichnete Autorin (u. a. Silver Dagger, Gold Dagger, John Creasey Award). Also: den Film vergessen, das Buch lesen.

Joel Silver produzierte gewohnt realitätsfern, mit Cindy Crawford, William Baldwin, Steven Berkoff.

 

ARD, 01.20

Verrat in den eigenen Reihen (NL 2000, R.: Jean van de Velde)           

Drehbuch: Simon de Waal, Jean van de Velde

LV: Jan van Daalen: Sans Rancune, 1991

Polizist Eddy will einen Drogenbaron verhaftet. Nachdem die Verhaftung schief geht, wittert er einen Verräter in den eigenen Reihen.

Auf Tatsachen beruhender, sich an amerikanischen Vorbildern orientierender Polizeithriller.

 

ARD, 03.05

Steckbrief 7-73 (USA 1951, R.: John Berry)

Drehbuch: Guy Endore (Strohmann von Dalton Trumbo und Hugo Butler)

LV: Sam Ross: He Ran All the Way, 1947

Ein Verbrecher versteckt sich auf der Flucht bei einer Arbeiterfamilie und terorisiert sie.

Straffer, kleiner Thriller, bei dem die bedrohte Familie sich oft überraschend gut den Wünschen des Verbrechers fügt. Immerhin sind sie zu viert und er fuchtelt nicht ständig mit seiner Pistole herum.

Der Geiselnehmer ist ein getriebener Mann, der mehr in die Sache hineinstolperte und jetzt zwischen Zu- und Abneigung zu seinen Geiseln hin und hergerissen ist. Immerhin stammt er aus der gleichen Schicht wie sie und er verliebt sich in Shelley Winters. Wegen ihr nahm er ihre Familie als Geisel. Ein unterschätzter Krimi. 

„Psychologisierender Kriminalfilm, der mit atmosphärischer Dichte und der hervorragenden Leistung von John Garfields in seiner letzten Filmrolle zu packen weiß.“ (Lexikon des internationalen Films)

Guy Endore fungierte hier als Strohmann für die damals als Kommunisten auf der Schwarzen Liste stehenden Kollegen Dalton Trumbo und Hugo Butler. John Berry und John Garfield hatten ebenfalls Ärger mit dem für seine fanatische Jagd auf wenige echte und viele vermeintliche Kommunisten bekannten und gefürchteten Senator Joseph R. McCarthy.

Mit John Garfield, Shelley Winters

Mehr Informationen zum Film: http://www.tcm.com/thismonth/article/?cid=12481   

 

Hinweis:

Nachdem Alligator-Alfred wieder zurück ist, erscheinen die TV-Krimi-Buch-Tipps wieder regulär und mit vielen schönen Bildern (Filmplakate und Buchcovers)  hier. In der Kriminalakte werde ich nach einem blutigen Wochenende verstärkt auf Höhepunkte im Fernsehen hinweisen. So etwas wie der „TV-Tipp des Tages“ – wenn es wirklich einen gibt.


Verfilmte Kriminalromane am 21. Juni im TV

Juni 20, 2007

Das Vierte, 20.15

Blutspur (USA 1979, R.: Terence Young)

Drehbuch: Laird Koenig

LV: Sidney Sheldon: Bloodline, 1978 (Blutspur)

Die miese Sippschaft will die Erbin eines Pharmakonzerns mit allen Mitteln von der Konzernspitze verdrängen.

Tja, das kommt mit den falschen Menschen am falschen Ort heraus: Hochkarätig besetzte Langeweile. Im Kino ein Flop, kann im Puschenkino das Ratespiel “Welcher Star läuft jetzt durch’s Bild?” unterhalten.

Mit Audrey Hepburn, Ben Gazzara, James Mason, Claudia Mori, Irene Papas, Michelle Phillips, Maurice Ronet, Romy Schneider, Omar Sharif, Gert Fröbe, Marcel Bozzuffi, Pinkas Braun, Ivan Desny, Vadim Glowna, Wolfgang Preiss, Dietlinde Turban, Walter Kohut

Homepage von Sidney Sheldon: http://www.hachettebookgroupusa.com/features/sidneysheldon/index.html  

 

3sat, 22.25

Nächtliche Irrfahrt (F 2003, R.: Cédric Kahn)

Drehbuch: Laurence Ferreira Barbosa         , Cédric Kahn, Gilles Marchand

LV: Georges Simenon: Feux rouges, 1953 (Schlusslichter)

Antoine und Hélène wollen nur die Kinder aus dem Ferienlager abholen. Im Auto eskaliert der Ehestreit zwischen ihnen und dann nimmt Antoine auch noch einen entflohenen Sträfling mit.

Ist wohl ein bizarrer Roadtrip mit einer guten Portion David Lynch.

Mit Jean-Pierre Darroussin, Carole Bouquet

 

WDR, 23.15

Der Panther wird gehetzt (F/I 1960, R.: Claude Sautet)

Drehbuch: José Giovanni, Claude Sautet, Pascal Jardin

LV: José Giovanni: Classe tous risques, 1958 (Das Ende vor Augen)

Gangster Abel Davos kehrt aus seinem italienischen Versteck nach Frankreich zurück. Seine alten Freunde wollen nichts mehr von ihm wissen. Nur der Einzelgänger Eric Stark hält zu ihm.

Tolles Unterweltdrama über die letzten Tage eines Gangsters. Jean-Pierre Melville war begeistert. „Für mich bedeutete dieser Film einen Wendepunkt in meiner Karriere, rein gefühlsmäßig zählt er sehr viel. Er gehört zu jenen Filmen, die ich liebe. Aber das ist ganz persönlich.“ (Lino Ventura)

Damals fand die kirchliche Filmkritik keine lobenden Worte: „Was soll eigentlich der Film? Eine spannende Handlung hat er nicht zu bieten…Dann wird zu unserer berechtigten Empörung das Leben eines Verbrechers ganz unverfroren als Beruf hingestellt. In der gleichen Weise wird die Freundestreue hier so erstaunlich gewürdigt, dass man beinahe vergisst, dass hier Menschen durch Gewaltverbrechen aneinander gebunden sind. Die Kinder des Panthers sind schließlich noch der Gipfel der Unverfrorenheit, denn sie dienen nur dem Zweck, den eiskalten Mörder außerberuflich zum rührenden Familienvater zu verklären.“ (Evangelischer Filmbeobachter)

Mit Lino Ventura, Jean-Paul Belmondo, Sandra Milo


Verfilmte Kriminalromane am 20. Juni im TV

Juni 20, 2007

Kabel 1, 20.15

L.A. Confidential (USA 1997, R.: Curtis Hanson)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: James Ellroy: L. A. Confidential, 1990 (Stadt der Teufel, L. A. Confidential)

Drei unterschiedliche Polizisten versuchen einen Mord aufzuklären und müssen dabei einen tiefen Sumpf aus Drogen, Sex, Gewalt und Abhängigkeiten trockenlegen.

Grandiose Verfilmung eines grandiosen Buches, das den Deutschen Krimipreis erhielt.

Brian Helgeland schaffte das scheinbar unmögliche: er raffte den 500-seitigen Thriller gelungen zu einem etwa zweistündigen Film zusammen und erhielt dafür einen Oscar. Kim Basinger für ihre Rolle als Edelhure erhielt ebenfalls die begehrte Trophäe.

Mit Guy Pearce, Russell Crowe, Kevin Spacey, Kim Basinger, Danny DeVito

 

SWR, 23.00

Rendezvous mit dem Tod (USA 1977, R.: Ashley Lazarus)

Drehbuch: Stanley Price

LV: Alistair MacLean: Golden Rendezvous, 1962 (Rendezvous mit dem Tod)

Ein Schiff wird gekapert und Schiffsoffizier Richard Harris greift ein. Hält den mauen Standard der meisten MacLean-Verfilmungen.

Mit Richard Harris, Ann Turkel, Gordon Jackson, John Vernon, David Janssen, Burgess Meredith


Dreimal Verbrechen für Zwischendurch

Juni 19, 2007

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„Kaliber .64“ nennt sich die von Volker Albers in der Edition Nautilus herausgegebene Reihe. „Kaliber“ weil’s um Verbrechen geht. „64“ weil keine Geschichte länger als 64 Seiten ist. Natürlich sind nicht alle Geschichten genau gleich lang. Denn mit dem Layout wird schon etwas geschummelt.

Neben der Länge bietet die „Kaliber .64“-Reihe für Autoren eine weitere Herausforderung: sie müssen eine Geschichte erzählen, die in diesem Format funktioniert. Das ist einfacher gesagt („64 Seiten schreiben? Kein Problem.“) als getan. Zuletzt stellten sich Gunter Gerlach, Susanne Mischke und Gabriele Wolff dieser Herausforderung.

Gabriele Wolff verirrte sich in ihrem langatmigen Psychothriller „Im Dickicht“ hoffnungslos in dem titelgebenden Gestrüpp. Kerstin Schroth zog mit ihrem Mann Bernd und ihrem Sohn Michael aus der Großstadt in die brandenburgische Provinz. Er reist als Architekt um den Globus. Sie verbringt ihre Zeit als Hausfrau mit dem Warten auf ihn, dem Beobachten ihrer Pflanzen und der Angst vor den Nachbarn, die sie beobachten und auf jeden Fehltritt der Zugezogenen achten. Dieses an sich schon seltsam-bedrückende Leben gerät vollends aus den Fugen, als auf ihrer Türschwelle ein Brief liegt, in der eine Nebenbuhlerin sie auffordert, Bernd zu verlassen. Erschreckender als der Inhalt ist für Kerstin, dass offensichtlich sie den Brief geschrieben hat.

„Im Dickicht“ ist der gar nicht so schlechte Titel für eine ziemlich misslungene Geschichte. Das beginnt mit der eigenwilligen Entscheidung, die Geschichte aus zwei Perspektiven zu erzählen, die sich gegenseitig behindert. Einerseits erzählt Wolff aus Kerstins Perspektive in der dritten Person Präteritum, wie Kerstin den Kontakt zur Wirklichkeit verliert und glaubt, dass sich alle gegen sie verschworen haben. In der ersten Person Präsens erzählt Wolff aus der Sicht eines Polizisten, wie dieser immer mehr begreift, dass Kerstin verrückt wird.

Weil beide Perspektiven sich konträr gegenüberstehen, einerseits die einer langsam verrückt werdenden Frau, andererseits die eines objektiven, mäßig-interessierten Beobachters, wird ziemlich schnell offensichtlich, dass hier wahrscheinlich versucht wurde zu zeigen, wie eine Frau sich in eine Wahnwelt hineinsteigert.

Das Ende ist in jedem Fall dann nur noch verwirrend. Oder in den Worten des Polizisten: „Gott, dieses Gespräch werde ich niemals auf die Reihe kriegen fürs Protokoll. (…) Ich bin nicht zu gebrauchen. Das hier ist nicht mein Fall.“

Während „Im Dickicht“ trotz der Kürze zu lang ist, ist es bei Susanne Mischkes „Sau tot“ genau umgekehrt. Denn „Sau tot“ ist ein Whodunit, der keine Zeit für die vielen Tatverdächtigen hat. So ist man mehr damit beschäftigt, die einzelnen Namen zu sortieren, als den Ermittlungen zu folgen. Entsprechend blass bleiben die Verdächtigen.

Nach einer Dorfhochzeit, bei der ein gutes Dutzend Personen vorgestellt werden, ist Jan Lemke, der stinkreiche Sohn, Dorf-Gigolo und Vorsitzende eines Clubs von Junggesellen, tot. Er wurde mit einer Mistgabel erstochen. Kommissar Lars Seehafer hat zahlreiche Verdächtige: die Hochzeitsgäste, die spurlos verschwundene Braut, die örtliche Biobäuerin Kati Lenzen und ihre vom Krieg verwirrte Großmutter. Immerhin ärgerte der Ermordete die Bäuerin immer wieder und er war in der Nacht vor der Hochzeit für den Tot ihres Lieblingsschweines Hermine verantwortlich.

Die Ermittlungen folgen dem üblichen Frage-Antwort-Spiel. Außerdem gibt es immer wieder Beweise, die in die eine, oder die andere Richtung deuten, bis Kommissar Seehafer dann auf Seite 57 einen Geistesblitz hat und den Täter kennt.

Während „Im Dickicht“ in Teilen im Präsens geschrieben wurde, wurde „Sau tot“ vollständig im Präsens geschrieben. Das scheint, Gunter Gerlach tut’s in „Engel in Esslingen“ ebenfalls, eine neue Mode bei deutschen Autoren zu werden. Doch, wie die Geschichten von Wolff und Mischke, zeigen, ist es schwer im Präsens glaubwürdig eine spannende Geschichte zu erzählen. Es ist ein oft nicht sinnvoller Bruch mit den Lesegewohnheiten. Vieles wirkt gekünstelt und klingt einfach unnatürlich. Nicht umsonst werden die meisten Geschichten in der Vergangenheitsform erzählt.

Gunter Gerlachs „Engel in Esslingen“ ist, wie gesagt, ebenfalls im Präsens geschrieben. Aber hier ist das Ergebnis eine stimmige Gaunerkomödie, in der Ich-Erzähler Valerian und sein Kumpel Ebbe zwei Typen sind, die einfach keine fünf Sekunden in die Zukunft denken können. Das zeigen schon die ersten Zeilen: „Ebbe beugt sich zum Bahnsteig herab. (…) Er kommt wieder hoch, zeigt mir die Münze. ‚Fünf Cent. Immerhin.’“

Die beiden Ex-Knackis und, wie wir später erfahren, gerade gefeuerten Geldeintreiber fahren mit dem Zug nach Esslingen zu ihrem Kumpel Rolf. Der hat nämlich den Plan für ein ganz großes Ding. Bereits auf der Zugfahrt werden sie von einem falschen Schaffner bestohlen und Ebbe wird von einer Frau mit einer Lockenfrisur wie eine Mütze mit einer Gabel in die Hand gestochen. Es ging um eine Wurst. Kaum angekommen entdecken Valerian und Ebbe den Dieb, aber bevor sie etwas unternehmen können, schreit die Frau mit der Lockenfrisur, sie hätten sie bestohlen.

Die beiden Ex-Knackis suchen das Weite. Doch damit hat ihre Pechsträhne gerade begonnen. In Rolfs Wohnung entdecken sie seine Leiche und ihr Plan von dem großen Geld scheint sich in Luft aufzulösen. Aber so leicht geben die Beiden nicht auf.

„Engel in Esslingen“ ist eine schwarzhumorige Gaunerkomödie mit absurden Wendungen und einer Handvoll Charaktere, die nicht gerade Geistesgrößen sind und absolut keinen Respekt vor fremdem Eigentum haben. Das ist die Art von Geschichten, die im kurzen „Kaliber .64“-Format ausgezeichnet funktionieren. Gleichzeitig macht „Engel in Esslingen“ Lust auf die anderen Werke von Gunter Gerlach. Und auch das ist eines der Ziele der Reihe: für wenig Geld einen Autor vorstellen.

 

Gabriele Wolff: Im Dickicht

Edition Nautilus, Kaliber .64, 2007

64 Seiten

4,90 Euro

Homepage der Autorin: http://www.gabrielewolff.de/

 

Susanne Mischke: Sau tot

Edition Nautilus, Kaliber .64, 2007

64 Seiten

4,90 Euro

Homepage der Autorin: http://www.susannemischke.de/

 

Gunter Gerlach: Engel in Esslingen

Edition Nautilus, Kaliber .64, 2007

64 Seiten

4,90 Euro

Homepage des Autors: http://www.gunter-gerlach.de/

 

Meine Besprechung der Kaliber .64-Bücher „Horst Eckert: Der Absprung“ (Top), „Frank Göhre: Der letzte Freier“ (Top) und „Regula Venske: Mord im Lustspielhaus“ (Flop):

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-zwanzigneun.html


WWW-Fundstücke

Juni 19, 2007

Zur besten Sendezeit klärt Arte heute im Themenabend „Wir werden alle überwacht“ auf.

Die „Stirb langsam 4.0“-Werbemaschine läuft auf vollen Touren. Gestern war die Deutschlandpremiere. Alle Beteiligten sind begeistert – auch wenn sie während des Interviews den Film höchstwahrscheinlich noch nicht gesehen haben. Demnächst dürften dann endlich auch die Kritiken zu diesem Über-Zwei-Stunden-Minuten-Actionfilm erscheinen.

Bereits vor einigen Tagen erschien in der „taz“ ein lesenswertes Interview mit den beiden Berliner Tatort-Kommissaren Till Ritter und Felix Stark, äh, Dominic Raacke und Boris Aljinovic. Zur Qualität ihrer „Tatorte“:

Raacke: Hundertprozentig gelungen ist keiner unserer „Tatorte“. Ich glaube, es waren so jeweils drei ziemlich gute und richtig schlechte Filme, der Rest lag irgendwo dazwischen.

Aljinovic: Wir beide haben Filme wie „French Connection“ im DVD-Regal. Wenn man die anguckt und mit unseren vergleicht, kann man zu gar keinem anderen Ergebnis kommen. Dieses Gefälle verliert man nie aus den Augen.

Und zur Vorgabe bei ihren ersten gemeinsamen Ermittlungen:

Raacke: Man darf auch nicht vergessen, dass die Losung bei unserem Dienstantritt war: Bloß nicht auffallen!

Aljinovic: Es wäre schön, wenn wir nicht der schlechteste „Tatort“ bleiben würden, so bescheiden war die Zielvorgabe damals. Wir sind jetzt allerdings so weit, dass wir schon ein bisschen mehr Selbstbewusstsein haben könnten: Es gab ein paar richtig gute Filme und sogar schon mal eine Nominierung für einen Preis.


Unterhaltsam vermitteltes Management-Wissen

Juni 18, 2007

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Sie wollen einen spannenden Kriminalroman lesen? Sie wollen nicht wissen, wie die Geschichte endet? Nun, dann ist „Turnaround“ von Fritjof Karnani nichts für Sie. Denn der Krimiplot ist, höflich formuliert, eine magere Verkaufshilfe. Dass Latika Bachmann die Geschichte überlebt und zur mächtigsten Frau Deutschlands aufsteigt verrät bereits der Prolog. Und dieser Aufstieg verläuft, was bei 260 Druckseiten auch nicht sonderlich überrascht, erstaunlich geradlinig.

Im Mittelpunkt von „Turnaround“ steht eine achtundzwanzigjährige Schönheit mit viel Hirn, die mit einigen Freunden einen maroden Fahrradhersteller saniert. Sie erhält diesen Job, nachdem sie bei der weltweit agierenden Unternehmensberatung DAI ohne einen ersichtlichen Grund herausgeworfen wurde und sich anschließend bei einer Präsentation gegen DAI durchsetzt. Innerhalb von vier Monaten soll sie die marode Firma 2Rad4Fun auf ein zukunftsträchtiges Gleis setzen. Sie will die Kernkompetenz des Unternehmens bewahren und damit den besten Kinderwagen der Welt herstellen.

Diese Erfolgsgeschichte wird von Fritjof Karnani geradlinig bis zur erfolgreichen Präsentation auf einer Messe geschildert. Die Messe beginnt auf Seite 145 und alle lieben den Kinderwagen, die dazugehörige Kollektion und das Puppentheater von Latikas Freund. Krimirelevantes ist bis dahin kaum geschehen. Aber das störte bei dieser herzigen Disney-tauglichen Erfolgsgeschichte (Manager sagen ‚success story’.) auch nicht.

Leider klebte Karnani dieser märchenhaften Geschichte einen vermeintlich verkaufsträchtigen Krimiplot an. Dieser beginnt so halbwegs, als sich Latikas Vater Krishna und dessen Freund Steffen Engler (auf Seite 114 wird er irrtümlich Ebert genannt) auf Seite 117 entschließen, den Grund für Latikas Entlassung bei DAI herauszufinden und es ihrem ehemaligen Chef Frank Hochheim heimzuzahlen. Auf Seite 158 stirbt Krishna Bachmann durch eine Autobombe. Eine gute Methode, um sich die ungeteilte Aufmerksamkeit der Polizei zu sichern. Auf Seite 193 wird Steffen Engler erschossen. Latika hat natürlich sofort die DAI in Verdacht, beschafft sich schnell die nötigen Beweise und kann die Täter samt Hintermännern überführen. Das geht noch einfacher als die Umstrukturierung des Fahrradherstellers, weil „Turnaround“ nur 260 Seiten hat und auch nach den Morden gemenschelt und Businesschinesisch ausgetauscht wird.

Diese Dialoge sind natürlich diese klugscheißerischen Dialoge, die wir so ähnlich jede Woche bei „CSI“ hören können. Da erzählen sich Menschen Dinge, die sie, aber nicht der Normalsterbliche, genau wissen. So muss der 2Rad4Fun-Geschäftsführer bei der Präsentation auf Seite 54 doch tatsächlich fragen, was ein Breakeven-Point sei. Als Teil eines Versuchs, auf unterhaltsame Weise etwas Wissen über Management zu vermitteln, sind sie, wie die CSI-Dialoge, akzeptabel.

„Turnaround“ ist halt eine märchenhafte Aufsteigergeschichte, bei der alle Charaktere auf ihre reine Funktion für die Ökonomie reduziert sind. Also genau das richtige für den Management-Nachwuchs.

 

Fritjof Karnani: Turnaround

Gmeiner Verlag, 2007

288 Seiten

9,90 Euro

 

Homepage des Verlages: http://www.gmeiner-verlag.de/


Ein bisschen Luxus – Kapitel 5 online

Juni 18, 2007

Das fünfte Kapitel ist hier lesbar. Und die Tage wird’s auch wieder einen Lesekommentar geben.


Verfilmte Kriminalromane am 19. Juni im TV

Juni 18, 2007

Das Vierte, 22.10

Countdown in Manhattan (USA 1980, R.: Robert Butler)

Drehbuch: Bill Norton, Rick Natkin

LV: William P. McGivern: Night of the Juggler, 1975 (Dunkle Nächte)

Psychopath Gus Soltic entführt die Tochter des Fuhrunternehmers und Ex-Polizisten Sean Boyd. Das war eine Verwechslung. Aber Boyd zeigt noch einmal, was er bei der Polizei gelernt hat.

Ein an der Kinokasse ziemlich gefloppter, bis heute nicht als DVD veröffentlichter und nie im TV gezeigter Film. Die damalige Filmkritik meinte: Der Film „verliert, das kaputte New York mit seinen Trümmer- und Pornovierteln zum Hintergrund degradierend, schnell das Interesse für die gesellschafts- und sozialpolitische Komponente zugunsten einer, zugegeben, spannenden Verfolgungsjagd und reiht sich so ein in die Reihe der Selbstjustizfilme des Jahres 1982.“ (Fischer Film Almanach 1983) Die katholische Filmkritik sekundierte: „Spannender Actionfilm vor dem Hintergrund verfallender Viertel und urbaner Gewalttätigkeit; stellenweise fungiert der soziale Hintergrund jedoch nur noch als Kulisse.“ (Lexikon des internationalen Films). Und Einige halten Brolins Darstellung für die beste seiner langen Karriere.

Dürfte also für einen lauschigen Sommerabend der ideale Actionfilm mit hohem Retro-Faktor sein.

Vor dem Öffnen der Bierbüchsen noch einige Infos: Die Dreharbeiten begannen bereits im Sommer 1978. Es wurde vor Ort gedreht. Die Premiere war erst am 6. Juni 1980 in New York. Der bewährte TV-Routinier Robert Butler übernahm die Regie von Sidney J. Furie.

Mit James Brolin, Cliff Gorman, Abby Bluestone, Dan Hedaya

Auch bekannt als “Die Ratte” (neuer Verleihtitel im Kino ein Jahr nach der Premiere)

Mehr über William P. McGivern: http://kirjasto.sci.fi/mcgivern.htm

und auf Deutsch: http://www.mordlust.de/biographie_william_peter_mcgivern.php

RBB, 23.00

Der Profi (F 1981, R.: Georges Lautner)

Drehbuch: Michel Audiard, Georges Lautner

LV: Patrick Alexander: La mort d´une bete à la peau fragile, 1978

Jean-Paul Belmondo verfolgt als Killer im Dienste Frankreichs seinen Auftrag, unabhängig von der geänderten politischen Großwetterlage – und Ennio Morricone komponierte dazu das überaus erfolgreiche und eingängige Stück „Chi Mai“. Der Fischer Film Almanach meinte: „Zwischen Agentenfilm und Parodie pendelnd, bleibt der hintergründig politische Anspruch wegen der gezeigten Brutalitäten und der ausgesprochen rassistischen Tendenzen auf der Strecke.“ Außerdem ist der Film langweilig und ohne Atmosphäre.

HR, 00.10

Der unauffällige Mr. Crane (USA 2001, R.: Joel Coen)

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

Friseur Ed Crane führt ein unauffälliges und ehrliches Leben, bis ihm ein Kunde ein todsicheres Geschäft anbietet.

De Noir-Hommage „The Man who wasn’t there“ ist einer der schönsten Filme der Coen-Brüder.

„Kein Fehler, sich dieses kunstvolle Meisterwerk der Melancholie anzusehen.“ (Adrian Prechtel, AZ, 8. November 2001)

Mit Billy Bob Holland, Frances McDormand, James Gandolfini, Scarlett Johansson, Richard Jenkins, Tony Shalhoub

Auch bekannt als “The Man who wasn’t there”


Verfilmte Kriminalromane am 18. Juni im TV

Juni 18, 2007

NDR, 21.00

TATORT: Bienzle und der Champion (D 1998, R.: Dieter Schlotterbeck)

Drehbuch: Felix Huby

LV: Felix Huby: Bienzle und der Champion, 1999

Hat der Boxer Piet Mangold den Wirt Jaco Riewers umgebracht? Eine harte Nuss für Bienzle, denn Piet kann sich an nichts erinnern.

Ein guter Bienzle im Boxmilieu. 

Mit Dietz Werner Steck, Rüdiger Wandel, Ben Becker, Claude-Oliver Rudolph, Martin Semmelrogge, Dariusz ‚Tiger’ Michalczewski

 

Tele 5, 22.00

Heißer Verdacht I – Teil 1 (GB 1991, R.: Christopher Menaul)

Drehbuch: Lynda La Plante

DCI Jane Tennison soll in Soho den Mörder einer Prostituierten finden. Erschwert wird ihre erste Leitung bei einem Mordfall durch chauvinistische Kollegen und Vorgesetzte.

Ursprünglich war „Heißer Verdacht“ nur als Zweiteiler von jeweils 100 Minuten geplant. Aber der große Erfolg bei Publikum und Kritik führte zu sechs weiteren, ebenso erfolgreichen Folgen. Denn die Filme zeichnen ein realistisches Bild der Polizeiarbeit, sind spannende Thriller mit exzellenten Drehbüchern und außergewöhnlichen Leistungen der Schauspieler (wobei natürlich Helen Mirren im Zentrum der Aufmerksamkeit steht) und sie sind treffende Beschreibungen der englischen Gesellschaft und ihrer Probleme in den Neunzigern. Halt alles das, was deutschen Krimis oft fehlt.

„Heißer Verdacht“ wurde für zahlreiche Preise nominiert und erhielt unter anderem den Edgar Allan Poe-Preis für das beste Drehbuch.

Tele 5 zeigt in den kommenden Wochen die ersten fünf, zwischen 1991 und 1996 gedrehten, Fälle. Der zweite Teil des ersten „Heißer Verdacht“-Films gibt es am kommenden Montag, den 25. Juni.

Mit Helen Mirren, Tom Bell, John Benfield, John Bowe, Zoë Wanamaker, Bryan Pringle, Tom Wilkinson

Wiederholung um 01.50 Uhr

Homepage von Lynda La Plante: http://www.laplanteproductions.com/  

 

Arte, 00.50

Sophie Scholl – Die letzten Tage (D 2005, R.: Marc Rothemund)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Das sei Schulfernsehen, sagte Breinersdorfer, als Rothemund ihm vorschlug die letzten Tage der Geschwister Scholl zu verfilmen. Dann vertiefte er sich in die Protokolle der Verhöre und schrieb das Drehbuch zu einem von Kritikern, Kollegen und Publikum hochgelobten Film. Über eine Million sahen „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ in den deutschen Kinos.

Mit Julia Jentsch, Alexander Held, Fabian Hinrichs, Jörg Hube

 


Verfilmte Kriminalromane am 16. und 17. Juni im TV

Juni 15, 2007

Wenn das Wetter nicht so schön wäre, würde ich sagen: „Versorgen Sie sich gut mit Getränken und Snacks und nehmen Sie in der ersten Reihe platz.“ Aber so muss ich sagen: „Programmieren Sie ihren Rekorder.“

Samstag, 16. Juni

RBB, 14.30

Die den Tod nicht fürchten (USA 1959, R.: Michael Anderson)

Drehbuch: Eric Ambler

LV: Hammond Innes: The wreck of the Mary Deare, The ´Mary Deare´, 1956 (Der Schiffbruch der Mary Deare)

Was geschah auf der Mary Deare? Und warum schweigt der Erste Offizier Gideon Patch?

Spannendes Krimidrama mit Gary Cooper, Charlton Heston, Michael Redgrave, Richard Harris

Das Vierte, 20.15

Der Pate von Greenwich Village (USA 1984, R.: Stuart Rosenberg)

Drehbuch: Vincent Patrick

LV: Vincent Patrick: The pope of Greenwich Village, 1979

Zwei Gauner wollen sich mit einem Coup sanieren. Dabei kommen sie der Mafia in die Quere und werden von der Polizei gejagt.

Spannender, vor Ort gedrehter Gangsterfilm mit guten Schauspielern. Inzwischen verschleudern Roberts und Rourke ihr Talent meistens in letztklassigem Schund. Wobei Rourke mit seinen Auftritten in „Irgendwann in Mexico“, „Man on fire“, „Domino“ und „Sin City“ wieder in interessanten Filmen mitspielte.

Mit Eric Roberts, Mickey Rourke, Daryl Hannah, Geraldine Page, M. Emmet Walsh, Burt Young

NDR, 21.45

Tod auf dem Nil (GB 2004, R.: Andy Wilson)

Drehbuch: Kevin Elyot

LV: Agatha Christie: Death on the Nile, 1937 (Der Tod auf dem Nil)

Auf einem Nildampfer wird die Millionenerbin Linnet Ridgeway ermordet. Ihr Mörder ist noch auf dem Schiff. Hercule Poirot wird mit der Hilfe seiner kleinen grauen Zellen den Fall lösen.

Der dritte Poirot-Film mit Suchet soll ein gelungenes Remake des 1978er-Spielfilms sein – bei geringerem Budget und der Abwesenheit großer Schauspielernamen.

Mit David Suchet, David Soul

BR, 00.00

Ein Sommer auf dem Lande (F 1999, R.: Jean Becker)

Drehbuch: Sébastien Japrisot

LV: Georges Montforez: Les Enfants du marais, 1958

Cri-Cri erinnert sich an einen der schönen Sommer in den frühen Dreißigern auf dem Land. Damals konnte man auch mit wenig Geld glücklich sein.

Den Kritikern gefiel das Loblied auf das einfache Leben: „Kino-Rarität als Sommerfrische.“ (Angie Dullinger, AZ, 13. Juli 2000) „Ein französischer Heimatfilm, aber das Genre hat, im Land von Giono und Pagnol, aber auch von Céline, andere Qualitäten als bei uns.“ (Fritz Göttler, SZ, 15. Juli 2000) „Und auch wenn dies vielleicht kein ganz großer Film ist, so steht er gleichwohl in dieser großen Tradition [der Qualität]. Und die braucht sich für diesen Nachzügler keineswegs zu schämen.“ (Rupert Koppold, Stuttgarter Zeitung, 13. Juli 2000) „Japrisots prägnante Figurenzeichnung, sein Sinn für beiläufige Spannung und verhaltenen Humor ergänzen sich kongenial mit Beckers unprätentiösem, aber präzisem Inszenierungsstil.“ (Lexikon des internationalen Films)

„Ein Sommer auf dem Lande“ ist die zweite Zusammenarbeit von Becker und Japrisot. Die erste war „Ein mörderischer Sommer“ (mit Isabelle Adjani).

Mit Jacques Villeret, Jacques Gamblin, André Dussolier, Michel Serrault

Auch bekannt als „Kindes des Moors“ (Schweizer Titel)

Sonntag, 17. Juni

Tele 5, 20.15

Bei Anruf Mord (USA 1954, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Frederick Knott

LV: Frederick Knott: Dial M for Murder, 1952 (Theaterstück)

Der ehemalige Tennisprofi Tony Wendice plant den perfekten Mord an seiner untreuen Ehefrau Margot. Als sie den Killer umbringt, wird es Zeit für Plan B.

Für Hitchcock war die Verfilmung des Broadway-Stückes eine Verlegenheitsarbeit, bei dem er damals modische 3-D-Effekte einbauen musste. Er tat dies nur in einer Szene: als Margot den Killer mit einer Schere ersticht. Der Rest ist gut abgefilmtes Theater. Mit Grace Kelly, Ray Milland, Robert Cummings, John Williams, Anthony Dawson

ZDF, 22.00

Inspector Barnaby: Der Fluch von Aspern Tallow (GB 1999/2000, R.: Moira Armstrong)

Drehbuch: Douglas Watkinson

LV: Caroline Graham (Charaktere)

Barnaby neuester Fall beginnt harmlos mit einem beschädigten Gemälde. Aber dann spielen die Geister verrückt. Oder gibt es eine irdische Erklärung für den Toten?

Ein weiterer Barnaby-Fall – und das richtige Kontrastprogramm zu dem zeitgleich laufenden „Stirb langsam“, bei dem kein Stahlträger auf dem anderen bleibt.

Pro 7, 22.20

Stirb langsam (USA 1988, R.: John Mc Tiernan)

Drehbuch: Jeb Stuart, Steven E. de Souza

LV: Roderick Thorp: Nothing lasts forever, 1979

Bahnbrechendes Action-Kino, das Bruce Willis zum Star machte – im Buch besucht der Held seine Tochter, im Film besucht der Held seine Frau, der Rest (Terroristen besetzten ein Hochhaus, unser Held kämpft gegen sie) ist bekannt. EPD Film meinte „ein durch und durch regressiver Film, der einer infantilen Lust an der Zerstörung Nahrung verschafft.“

Und das zu Weihnachten.

Am 27. Juni kommt der vierte Teil ins Kino. Der Trailer verspricht viel Rumms und Wumms und Bumms.

Mit Bruce Willis, Alan Rickman

Tele 5, 22.20

Das Quiller Memorandum (GB 1966, R.: Michael Anderson)

Drehbuch: Harold Pinter

LV: Adam Hall: The Berlin Memorandum, The Quiller Memorandum, 1965

Berlin, während des Kalten Krieges: Geheimagent Quiller soll den Mörder eines Kollegen finden. Wenn das so einfach wäre.

Spannender, in der deutschen Synchronisation entnazifizierter, Agententhriller.

Das Buch von Adam Hall, ein Pseudonym von Elleston Trevor, erhielt den Edgar Allan Poe Award for Best Novel und den Grand Prix de Littérature Policière. In den folgenden Jahren schrieb Hall weitere von der Kritik hochgelobte, kommerziell erfolgreiche Quiller-Romane.

Mit George Segal, Senta Berger, Alec Guiness, Max von Sydow, George Sanders

Wiederholung um 01.55 Uhr

3sat, 23.45

Todesangst bei jeder Dämmerung (USA 1939, R.: William Keighley)

Drehbuch: Warren Duff, Charles Perry (ungenannt), Norman Reilly Raine

LV: Jerome Odlum: Each Dawn I Die, 1938

Ein unschuldig des Mordes verurteilter Reporter versucht mit der Hilfe eines Lebenslänglichen seine Unschuld zu beweisen.

Unterschätztes Cagney-Vehikel und bis „White Heat“ (USA 1949; Maschinenpistolen, Sprung in den Tod) sein letzer Auftritt in einem Gangsterfilm. Außerdem gibt es hier das einzige Leinwandduell zwischen Cagney und Raft.

„Ein spannungsgeladener Film über die unmenschliche Härte des Strafvollzugs, in dem das Gefühl des ohnmächtigen Ausgeliefertseins durch James Cagney beklemmend dargestellt wird.“ (Lexikon des internationalen Films)

„It’s a grim story.“ (Alan Page, Sight & Sound)

Mit James Cagney, George Raft, Jane Bryan, George Bancroft

SWR, 00.00

Maschinenpistolen (USA 1949, R.: Raoul Walsh)

Drehbuch: Ivan Goff, Ben Roberts

Der Gangsterfilmklassiker „White Heat“ führte den psychopathischen Gangster ein: James Cagney als neurotisch-brutaler Gangsterboss am Rockzipfel seiner Mutter. Grandios.

Auch das Ende: Cagney jagt sich und etliche Gas-Tanks in die Luft und brüllt: „Made it, Ma! Top of the world!“

Mit James Cagney, Virginia Mayo, Edmund O’Brien, Margaret Wycherly

Auch bekannt als „Sprung in den Tod“


Verfilmte Kriminalromane am 15. Juni im TV

Juni 15, 2007

MDR, 00.00

Mankells Wallander: Am Rande der Finsternis (S/D 2005, R.: Stephan Apelgren)

Drehbuch: Stephan Apelgren, Ulf Rydberg

LV: Henning Mankell (Treatment)

Der depressive Carl Svendsen verschwindet spurlos. Mord, Selbstmord oder etwas ganz anderes, fragen sich Kommissar Wallander und seine Tochter Linda.

Nachschub für die Mankell-Fans; auch wenn der Meister nur die Treatments schrieb.

Mit Krister Henriksson, Johanna Sällström


WWW-Fundsachen

Juni 14, 2007

„Arlington Road“ ist ein guter Politthriller. Aber nicht in der Nachmittagsausstrahlung von RTL II. Der Beweis? Hier in diesem Schnittbericht werden die am Nachmittag fehlenden 18 Minuten nachgeliefert und der Film wird wieder verständlich. So etwas nenne ich Verbrechen an unschuldigen Filmen.

Nach dieser Meldung sollte es möglich sein, auf der RTL-Homepage die ersten Folgen von „Prison Break“ kostenlos online zu sehen. Bei mir funktioniert es nicht. Aber auf „Prison Break“ freue ich mich schon. In der ersten Staffel geht ein Mann in den Knast, um seinen Bruder aus der Todeszelle zu befreien. In der zweiten Staffel (Jau, diese Serie wurde verlängert) werden die Flüchtlinge gejagt.

Bleiben wir einen Moment bei Hollywood-Serien. Inzwischen bloggen immer mehr Autoren und Produzenten interessante Einblicke in das Filmgeschäft. Hier einmal zwei, die mir gut gefallen:

Lisa Klink schreibt in ihrem Blog „What It’s Like“ über ihre Arbeit als Drehbuchautorin.

Lee Goldberg schreibt schon länger in seinem Blog „A Writer’s Life“ über, hm, das Leben eines Autors. Er entwickelte und schrieb für „Alarm für Cobra 11“-Action Concept die Pilotfolge zu „Fast track“, schrieb für „Spenser“, „Diagnose Mord“ und „Monk“. Inzwischen sind seine ersten beiden Monk-Romane „Mr. Monk und die Feuerwehr“ und „Mr. Monk besucht Hawaii“ auf Deutsch erschienen. Eine Besprechung gibt’s demnächst. Hier schon einmal das Fazit: perfekte Sommerlektüre für Monk-Fans und Fans von klassischen Detektiv-Geschichten à la Nero Wolfe.

Auf Michael Connellys Homepage gibt es ein Bonus-Kapitel zu „The Overlook“. Es soll erst nach dem Ende des Romans – ach, ist auch egal. Ihr lest es natürlich sofort und kennt dann den Mörder.


Verfilmte Kriminalromane am 14. Juni im TV

Juni 13, 2007

Gut, die Überschrift stimmt nicht. „Sophie Scholl“ ist keine Literaturverfilmung. Außer wir halten Verhörprotokolle dafür. Ein Kriminalfilm ist es trotz Straftate, Verhören und Bestrafung auch nicht.

Aber Fred Breinersdorfer wird für mich immer ein Krimiautor bleiben.

 

Arte, 20.40

Sophie Scholl – Die letzten Tage (D 2005, R.: Marc Rothemund)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Das sei Schulfernsehen, sagte Breinersdorfer, als Rothemund ihm vorschlug die letzten Tage der Geschwister Scholl zu verfilmen. Dann vertiefte er sich in die Protokolle der Verhöre und schrieb das Drehbuch zu einem von Kritikern, Kollegen und Publikum hochgelobten Film. Über eine Million sahen „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ in den deutschen Kinos.

Mit Julia Jentsch, Alexander Held, Fabian Hinrichs, Jörg Hube


Die kriminelle Herbst-Winter-Kollektion – Teil 3

Juni 13, 2007

Im dritten Teil bleiben wir bis auf eine Ausnahme bei den kleineren Verlagen. In den vergangenen Jahren erfreuten sie uns Krimifans mit Neuentdeckungen, überfälligen Neuauflagen (oft wurde dafür die Übersetzung bearbeitet) und verlegten wieder einige zu Unrecht vom deutschen Buchmarkt verbannte Autoren.

Fettgedruckt sind die Bücher, auf die ich mich besonders freue.

Alexander Verlag

Der Berliner Verlag ist vor allem für seine Theater- und Filmbücher bekannt. Aber mit der Jörg Fauser-Werkausgabe, Charles Willeford, Ross Thomas und Martin Compart ist auch einiges für Krimifans dabei. Im Herbst wird ein weiteres Buch von Ross Thomas wiederveröffentlicht und die Fauser-Werkausgabe abgeschlossen.

August

Jörg Fauser: Die Tournee – Romanfragment (erste Veröffentlichung seines letzten Manuskriptes)

September:

Ross Thomas: Kälter als der Kalte Krieg (The Cold War Swap, 1966; Das mit dem Edgar-Allen-Poe-Preis ausgezeichnete Debüt von Ross Thomas erschien bereits unter dem Titel „Der Ein-Weg-Mensch“. Die alte Übersetzung wurde für die Neuausgabe bearbeitet.)

Oktober

Jörg Fauser: Der Strand der Städte – Gesammelte journalistische Arbeiten (1959-1987)

Über Jörg Fauser habe ich hier, über Ross Thomas hier geschrieben.

Liebeskind

Klein, edel, fein. In den vergangenen Jahren gab’s David Peace und Pete Dexter. Diesen Herbst werden bereits im August folgende krimiaffinene Titel ausgeliefert:

Bruno Preisendörfer: Die Vergeltung („Ein literarischer Thriller über Schuld und tödliche Rache“ sagt der Verlag.)

James Sallis: Driver (Drive, 2005; Dank der kurzlebigen Dumont Noir-Reihe kam James Sallis auf den deutschen Markt. Jetzt hat Sallis endlich eine neue Heimat gefunden.)

Nick Tosches: Muddy Waters isst selten Fisch – Artikel, Reportagen, Interviews (Wenn aus Reportagen Literatur wird.)

Pulp Master

Der Berliner Verlag mit den schönen Covers von 4000 und diesen guten Autoren: Joe R. Lansdale, Derek Raymond, Garry Disher (die Wyatt-Gangsterserie), Charles Willeford, Buddy Giovinazzo undsoweiter.

Für Spätsommer/Herbst ist die Veröffentlichung von

Rick DeMarinis: Kaputt in El Paso (Sky full of sand, 2003)

geplant. In dem Noir-Thriller glaubt Uriah Walkinghorse, dass er seinen persönlichen Tiefpunkt bereits erreicht hat, als er in einem SM-Studio als maskierter Henker anheuert. Ist natürlich ein Irrtum.

Shayol

Noch ein Verlag aus Berlin. Zuerst publizierte er Science-Fiction. Unter anderem die Neuausgabe der Werke von Rainer Erler. Vergangenes Jahr startete er die Reihe „Funny Crimes“.

Als fünfter Band ist für August/September „Rumble Tumble“ (Rumble Tumble, 1998) von Joe R. Lansdale geplant. Es ist ein weiteres Hap Collins-Leonard Pine-Abenteuer.

Im Januar soll „Everybody dies“ (1998) von Lawrence Block erscheinen. Damit würde nach einer jahrelangen Pause die Matthew Scudder-Serie endlich auch in Deutschland fortgesetzt.

Zwei Bücher, die Sie sich vormerken sollten. Die Gründe? Nun hier, hier, hier und deswegen.

VGS/Egmont

Die Ausnahme ist vor allem für seine Filmbücher und „Die Chronik der Unsterblichen“ von Wolfgang Hohlbein bekannt. Aber das ist Fantasy.

Für die CSI-Fans gibt es im Oktober/November Nachschub:

Max Allan Collins: CSI – In Extremis

Stuart M. Kaminsky: CSI:NY – Sintflut (Deluge, 2007)

Donn Cortez: CSI: Miami – Mörderisches Fest

Auf die neuen Werke von Max Allan Collins und Stuart M. Kaminsky freue ich mich schon. Den CSI-Roman „Im Profil des Todes“ von Max Allan Collins habe ich hier, die ersten beiden CSI:NY-Romane „Der Tote ohne Gesicht“ und „Blutige Spur“ von Stuart M. Kaminsky habe ich hier gelobt. Von Donn Cortez lasse ich mich überraschen.


Im WWW gefunden

Juni 13, 2007

Thomas Wörtche, Herausgeber der Spannungsreihe metro, trennt sich im September vom Unionsverlag. Das metro-Programm soll in der allgemeinen Reihe fortgeführt werden. Das sagt jedenfalls der „Buchmarkt„.

John Connolly gibt dem Sacramto Bee ein Interview.

In der Juli-Ausgabe vom Esquire erscheint die 21.000-Wort-Novella „The Gingerbread Girl“ von Stephen King. Hier die Meldung.

David Finchers neuer Film „Zodiac“ (für Fans des Watergate-Films „Die Unbestechlichen“ mit Dustin Hoffman und Robert Redford; Fans von „Sieben“ werden enttäuscht sein) ist vor wenigen Tagen in Deutschland angelaufen. In den USA erscheint am 24. Juli bereits die DVD. Ein nichtdatierte Fassung des Drehbuchs von James Vanderbilt kann bei Horrorlair heruntergeladen werden.

Weitere Hinweise gibt es bei Watching the detectives, dem offiziellen Alligatorersatz.