TV-Tipp für den 15. September: Lösegeld

September 14, 2022

Servus TV, 20.15

Lösegeld (Rapt, Frankreich/Belgien 2009)

Regie: Lucas Belvaux

Drehbuch: Lucas Belvaux

Ein Industrieller wird entführt – und noch ehe das Lösegeld bezahlt wird, werden immer mehr schmutzige Details über ihn bekannt. Das beeinflusst selbstverständlich auch die Verhandlungen.

„Spannender, gut gespielter Thriller“ (Lexikon des internationalen Films), der für vier Césars nominiert war (bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller, beste Nebendarstellerin).

mit Yvan Attal, Anne Consigny, André Marcon, Francoise Fabian, Alex Descas

Wiederholung: Freitag, 16. September, 01.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Lösegeld“

Rotten Tomatoes über „Lösegeld“

Wikipedia über „Lösegeld“ (deutsch, englisch, französisch)

Meine Besprechung von Lucas Belvaux‘ „Das ist unser Land!“ (Chez nous, Frankreich/Belgien 2017) und der DVD


DVD-Kritik: Claire Denis hat „Trouble Every Day“ mit Blutsaugern

August 8, 2022

Im Guardian gab es kürzlich eine Liste, in der die Filme von wichtigen Regisseuren empfohlen werden, die sich als Einstieg in ihr Werk eignen. Bei Claire Denis wird „Trouble Every Day“ genannt. Ich würde wahrscheinlich einen anderen Film als Einstieg empfehlen. Wahrscheinlich einen ihrer letzten Filme, also „Meine schöne innere Sonne“ oder „High Life“; um nicht die üblichen Verdächtigen, wie „Chocolat – Verbotene Sehnsucht“, „35 Rum“ oder „Les Salauds – Dreckskerle“ zu nennen.

Denn „Trouble Every Day“ ist ein sperrigers Werk mit einer ziemlich konfusen Geschichte, die mehr andeutet als ausspricht. Es geht um Coré. Nach der Teilnahme an einem Experiment ihres Mannes in Afrika hat sie einen unstillbaren Hunger auf menschliches Blut und Fleisch entwickelt. Ihr Mann, der Arzt Léo versucht ihr zu helfen. Bis er ein Gegenmittel gefunden hat, beseitigt er in und um Paris herum die Spuren ihrer, ähem, Nahrungsaufnahme und sperrt sie in ihr herrschaftliches Haus ein.

Während er tagsüber seiner Arbeit nachgeht, versuchen zwei Jugendliche sie zu befreien.

Zur gleichen Zeit fliegt der Wissenschaftler Shane Brown mit seiner Frau für die Flitterwochen nach Paris. Neben dem üblichen Flitterwochen- und Touristenprogrogramm will er Léo treffen und mit ihm über das Experiment, bei dem er dabei war, die ungeplanten Folgen und seine damit verbundenen Ängste reden.

Seine Premiere hatte der Horrorfilm 2001 auf dem Cannes Filmfest, inclusive Zuschauern, die empört den Saal verließen, und Buh-Rufen nach dem Film. Die deutsche Premiere war am 10. September 2003 auf Arte. Der Sender gehört zu den Produzenten des Films. Seit seiner Premiere vor über zwanzig Jahren wurde „Trouble Every Day“ zu einem kleinen Kultfilm. Im Frühling brachte Rapid Eye Movies den Film in einer von „Trouble Every Day“-Kamerafrau Agnès Godard erstellten, von Claire Denis für gut befundenen 4K-Restaurierung in die Kinos. Diese Fassung erschien jetzt, weltweit erstmals, auf DVD und Blu-ray.

Das ist eine gute Gelegenheit, sich den Film nochmal anzusehen. Beim ersten Ansehen gefiel er mir ganz gut.

Beim zweiten Ansehen nicht mehr. Die Mini-Story wird extrem umständlich erzählt. Lange Zeit bleiben die Motive, Ziele und auch Hintergründe der einzelnen Figuren im Dunkeln. Anfangs, wenn Coré und Léo im Mittelpunkt stehen, ist das faszinierend. Schließlich sind ihre sexuellen, blutrünstigen und auch kannibalistischen Triebe und sein Bemühen, das Schlimmste zu verhindern, offensichtlich. Von dieser Frau geht eine für Männer tödliche Gefahr aus; – wobei es aus heutiger Sicht sicher eine Diskussion wert ist, warum Coré nur animalischen Sex mit Männern hat.

Aber warum wir uns für Shane Brown und seine Flitterwochen interessieren sollte, bleibt dagegen anfangs vollkommen nebulös und scheint nichts mit Coré und Léo zu tun zu haben. Auch später wird dieser Plot eher mitgeschleppt. Für die Haupthandlung ist er nicht weiter wichtig.

Insgesamt wird in dem Horrorfilm sehr wenig geredet. Die Bilder haben, auch in der neuen Abtastung, eine flaue Videooptik, bei der die Farben wie ausgewaschen aussehen. Über weite Strecken wirkt „Trouble Every Day“ wie ein Arthaus-Film, der mit etwas Blut und Sex auf seine Schockwirkung spekuliert. Und mit einem einprägsamen Plakat und Bildern (Béatrice Dalle mit viel Blut im Gesicht), die das Interesse an dem Film wecken.

Die Musik ist von den Tindersticks. Sie ist als Einzel-CD und in der „Tindersticks“-Box „Claire Denis Film Scores 1996-2009“ (zusammen mit ihrer Musik für „White Material“, „35 Rhums“, „L’Intrus“, „Vendredi soir“ und „Nénette et Boni“ erhältlich.

Trouble Every Day (Trouble Every Day, Frankreich/Deutschland/Japan 2001)

Regie: Claire Denis

Drehbuch: Claire Denis, Jean Pol Fargeau (Co-Autor)

mit Vincent Gallo, Tricia Vessey, Béatrice Dalle, Alex Descas, Florence Loiret-Caille, Nicolas Duvauchelle

DVD

Rapid Eye Movies

Bildformat: 2.35:1

Ton: Englisch/Französisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Trailer

Länge: 97 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Blu-ray identisch

Hinweise

Homepage zum Film

Moviepilot über „Trouble Every Day

AlloCiné über „Trouble Every Day“

Metacritic über „Trouble Every Day“

Rotten Tomatoes über „Trouble Every Day“

Wikipedia über „Trouble Every Day“ (englisch, französisch)

Bonusmaterial

Claire Denis empfiehlt einige Filme

und unterhält sich mit Jim Jarmusch anläßlich einer Vorführung ihres neuen Film „Avec amour et acharnement“ (Internationaler Titel „Both Sides of the Blade“, noch kein deutscher Titel und noch kein Starttermin). Die Premiere war auf der diesjährigen Berlinale. Denis erhielt den Silbernen Bären für die Beste Regie.

 

 


TV-Tipp für den 17. April: Lösegeld

April 16, 2015

3sat, 22.35
Lösegeld (Frankreich/Belgien 2009, Regie: Lucas Belvaux)
Drehbuch: Lucas Belvaux
Ein Industrieller wird entführt – und noch ehe das Lösegeld bezahlt wird, werden immer mehr schmutzige Details über ihn bekannt. Das beeinflusst selbstverständlich auch die Verhandlungen.
„Spannender, gut gespielter Thriller“ (Lexikon des internationalen Films), der für vier Césars nominiert war (bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller, beste Nebendarstellerin).
Belvaux inszenierte auch das hochgelobte Filmtrippel „Trilogie: Cavale – Auf der Flucht/Uncouple épatant – Ein tolles Paar/Aprè la vie – Nach dem Leben“ (Frankreich/Belgien 2002).
mit Yvan Attal, Anne Consigny, André Marcon, Francoise Fabian, Alex Descas
Hinweise
Moviepilot über „Lösegeld“
Wikipedia über „Lösegeld“ (deutsch, englisch, französisch)


TV-Tipp für den 26. Januar: Der Teufel mit der weißen Weste/The Limits of Control

Januar 26, 2015

Ein verbrecherisch gutes Double-Feature

Arte, 20.15

Der Teufel mit der weißen Weste (Frankreich 1962, Regie: Jean-Pierre Melville)

Drehbuch: Jean-Pierre Melville

LV: Pierre Lesou: Le Doulos, 1958

Regieassistenz: Volker Schlöndorff

Nach einem missglückten Einbruch wird Maurice verhaftet. Er glaubt, dass Silien ihn verraten hat und er beauftragt einen Verbrecher, Silien umzubringen. Gleichzeitig tut Silien alles, um Maurice aus dem Gefängnis zu befreien.

Düsterer Gangsterfilmklassiker, mit Jean-Paul Belmondo, Michel Piccoli, Serge Reggiani

Hans Gerhold in „Jean-Pierre Melville“ (Hanser Verlag, Reihe Film 27): „Aus einem durchschnittlichen Série Noire-Stoff wurde ein „Melville“. Tatsächlich macht die komplizierte Konstruktion des Drehbuchs mit unvorhersehbaren Volten und Rückblenden (in den Erzählungen der Personen und in visuellen flash-backs) LE DOULOS zu dem spannendsten und undurchschaubarsten Film Melvilles. Denn LE DOULOS ist eine Anti-Tragödie und auf dem Prinzip der Lüge aufgebaut, die jede Äußerung und jedes Bild sofort wieder relativiert.“

Wiederholung: Mittwoch, 28. Januar, 14.05 Uhr

Hinweise

Wikipedia über Jean-Pierre Melville (deutsch, englisch, französisch)

Senses of Cinema (Adrian Danks) über Jean-Pierre Melville (September 2002)

Guardian: Peter Lennon über Jean-Pierre Melville (27. Juni 2003)

Jean-Pierre Melville in der Kriminalakte

Arte, 22.00

The Limits of Control – Der geheimnisvolle Killer (USA/Spanien 2009, Regie: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

In Spanien soll ein schweigsamer Mann einen Auftrag ausführen. Auf seiner Reise trifft er mehrere Personen, die ihm weitere Hinweise über seinen Auftrag verraten.

“The Limits of Control“ ist sicher nicht der beste Film von Jim Jarmusch und definitiv ist er keine Wiederholung von seinem vorherigen Film „Broken Flowers“, aber der “Actionfilm ohne Action” (Jarmusch) ist natürlich sehenswert.

Zur TV-Premiere habe ich auch ein ausführliches Gespräch mit Jim Jarmusch gepostet.

mit Isaach De Bankolé, Alex Descas, Jean-François Stévenin, Paz de la Huerta, Tilda Swinton, John Hurt, Gael García Bernal, Bill Murray

Wiederholung: Mittwoch, 28. Januar, 02.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Limits of Control“

Rotten Tomatoes über „The Limits of Control“

Wikipedia über „The Limits of Control“ (deutsch, englisch)

Spiegel: Interview mit Jim Jarmusch zu “The Limits of Control”

Wikipedia über Jim Jarmusch (deutsch, englisch)

The Jim Jarmusch Resource Page

Senses of Cinema über Jim Jarmusch

Meine Besprechung von Jim Jarmuschs “Only Lovers left alive” (Only Lovers left alive, Deutschland/Großbritannien/Frankreich/Zypern/USA 2013)

Jim Jarmusch in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 24. Juli: Broken Flowers/The Limits of Control

Juli 24, 2013

HR, 23.15

Broken Flowers – Blumen für die Ex (USA/Frankreich 2005, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch (inspiriert von einer Idee von Bill Raden und Sara Driver)

Don Johnston (Stoneface Bill Murray) lungert nur noch in seiner Wohnung herum und träumt von seinen früheren Frauen. Eines Tages erhält er einen anonymen Brief, in dem steht, dass er einen 19-jährigen Sohn habe. Don, der bislang von seinem Vaterglück nichts wusste, macht sich auf den Weg quer durch die USA zu seinen alten Freundinnen, die er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat und von denen eine die Mutter sein muss.

Jim Jarmusch erhielt für sein lakonisches Road-Movie über verpasste Chancen den Großen Preis der Jury in Cannes, einige weitere Preise, viel Kritikerlob – und an der Kinokasse lief der Film auch gut.

Mit Bill Murray, Julie Delpy, Jeffrey Wright, Sharon Stone, Frances Conroy, Chloë Sevigny, Jessica Lange, Tilda Swinton

Hinweise

Film-Zeit über „Broken Flowers“

Metacritic über „Broken Flowers“

Rotten Tomatoes über „Broken Flowers“

Wikipedia über „Broken Flowers“ (deutsch, englisch)

HR, 00.55

The Limits of Control – Der geheimnisvolle Killer (USA/Spanien 2009, R.: Jim Jarmusch)

Drehbuch: Jim Jarmusch

In Spanien soll ein schweigsamer Mann einen Auftrag ausführen. Auf seiner Reise trifft er mehrere Personen, die ihm weitere Hinweise über seinen Auftrag verraten.

“The Limits of Control“ ist sicher nicht der beste Film von Jim Jarmusch und definitiv ist er keine Wiederholung von seinem vorherigen Film „Broken Flowers“, aber der “Actionfilm ohne Action” (Jarmusch) ist natürlich sehenswert.

Zur TV-Premiere habe ich auch ein ausführliches Gespräch mit Jim Jarmusch gepostet.

mit Isaach De Bankolé, Alex Descas, Jean-François Stévenin, Paz de la Huerta, Tilda Swinton, John Hurt, Gael García Bernal, Bill Murray

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Limits of Control“

Rotten Tomatoes über „The Limits of Control“

Wikipedia über „The Limits of Control“ (deutsch, englisch)

Spiegel: Interview mit Jim Jarmusch zu “The Limits of Control”

Wikipedia über Jim Jarmusch (deutsch, englisch)

The Jim Jarmusch Resource Page

Senses of Cinema über Jim Jarmusch

Jim Jarmusch in der Kriminalakte


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