TV-Tipp für den 9. Mai: Die Blechtrommel

Mai 8, 2025

3sat, 20.15

Die Blechtrommel (Deutschland/Frankreich 1979)

Regie: Volker Schlöndorff

Drehbuch: Volker Schlöndorff, Jean-Claude Carrière, Franz Seitz, Günther Grass (Dialogbearbeitung)

LV: Günter Grass: Die Blechtrommel, 1959

Die Geschichte von Blechtrommler Oskar Matzerath, der am 12. September 1927 als Dreijähriger beschließt, nicht weiter zu wachsen.

Ein Klassiker des deutschen Films, ausgezeichnet, u. a., mit der Goldenen Palme in Cannes und dem Oscar als bester ausländischer Film und ein Kassenerfolg.

Mit David Bennent, Mario Adorf, Angela Winkler, Daniel Olbrychski, Katharina Thalbach, Heinz Bennent, Andrea Ferréol, Fritz Hakl, Ernst Jacobi, Otto Sander, Charles Aznavour

Hinweise

Filmportal über „Die Blechtrommel“

Rotten Tomatoes über „Die Blechtrommel“

Wikipedia über „Die Blechtrommel“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Volker Schlöndorffs „Rückkehr nach Montauk“ (Deutschland 2017)


TV-Tipp für den 22. Juli: Die Blechtrommel

Juli 21, 2024

Arte, 20.15

Die Blechtrommel (Deutschland/Frankreich 1979)

Regie: Volker Schlöndorff

Drehbuch: Volker Schlöndorff, Jean-Claude Carrière, Franz Seitz, Günther Grass (Dialogbearbeitung)

LV: Günter Grass: Die Blechtrommel, 1959

Die Geschichte von Blechtrommler Oskar Matzerath, der am 12. September 1927 als Dreijähriger beschließt, nicht weiter zu wachsen.

Ein Klassiker des deutschen Films, ausgezeichnet, u. a., mit der Goldenen Palme in Cannes und dem Oscar als bester ausländischer Film und ein Kassenerfolg.

Mit David Bennent, Mario Adorf, Angela Winkler, Daniel Olbrychski, Katharina Thalbach, Heinz Bennent, Andrea Ferréol, Fritz Hakl, Ernst Jacobi, Otto Sander, Charles Aznavour

Hinweise

Filmportal über „Die Blechtrommel“

Rotten Tomatoes über „Die Blechtrommel“

Wikipedia über „Die Blechtrommel“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Volker Schlöndorffs „Rückkehr nach Montauk“ (Deutschland 2017)


Neu im Kino/Filmkritik: „Die Theorie von Allem“ im Multiversum des Kinos

Oktober 27, 2023

Dieser Film soll sich anfühlen ein Traum.“

(Timm Kröger, Regie)

1974 hat Johannes Leinert in einer Talkshow einen seltsamen Auftritt. Er hat einen Science-Fiction-Roman veröffentlicht und behauptet jetzt, dass es Multiversen und Parallelewelten gibt und dass er in seinem Roman eine Geschichte erzähle, die er selbst erlebt habe.

Danach springt die Geschichte zwölf Jahre zurück und wir erfahren die Hintergründe, die zu seinem Buch und dem Auftritt in der Talkshow führten. 1962 wurde Leinert von Dr. Julius Strathen, seinem Doktorvater, zu einem Kongress ins noble Hotel Esplanade in den Schweizer Alpen eingeladen. Der Höhepunkt soll der Vortrag eines iranischen Wissenschaftlers zur Quantenmechanik sein. In ihm will er die Theorie von Allem entwerfen.

Doch der Stargast kommt nicht. Die Gäste pendeln zunächst zwischen Dinnerpartys und Skiausflügen. Leinert arbeitet weiter an seiner Promotion in theoretischer Physik. Er trifft eine Femme-Fatale-Hotelpianistin, die Dinge über ihn weiß, die sie nicht wissen kann. Selbstverständlich verliebt er sich in die geheimnisvolle Schönheit. Als die Tagung abgesagt wird, leert sich das Hotel. Gleichzeitig häufen sich seltsame Ereignisse. Ein Tagungsteilnehmer wird tot aufgefunden. Die beiden ermittelnden Polizisten vermuten einen Mord.

Noch schneller als wir uns an die Bergluft gewöhnen können, spielt die Konferenz der Physiker keine Rolle mehr. Sie löst sich in Luft auf. Dabei hätte man so schön über universitäre und elitäre Dünkel und abgehobene physikalische Theorien schwadronieren können. Mit der abgesagten Konferenz sind dann auch schwuppdiwupp eigentlich alle Hotelgäste weg. Alles wird zunehmend beliebig. Erklärt werden die seltsamen und widersprüchlichen Ereignisse mit der Existenz von Paralleluniversen. Diese Erklärung führt in „Die Theorie von Allem“ zu der gleichen Laxheit im Denken, die wir auch in den Superheldenfilmen, die in Multiversen spielen, ertragen müssen. Alles ist möglich. Nichts ist wichtig.

Am Ende hatte ich, wieder einmal, den Eindruck, dass die Macher sich nicht weiter darum kümmerten, wie ihre Welten zusammenhängen und miteinander interagieren. Sie sind, vor allem in den Superheldenfilmen, voneinander vollkommen unabhängige Spielwiesen, in denen ausprobiert wird, was dem Publikum gefällt. Was gefällt, wird fortgefüht; was nicht gefällt wird fortan ignoriert und schnellstens vergessen. In „Die Theorie von Allem“ wird ähnlich verfahren. Es gibt die verschiedenen Welten, die in irgendeiner Verbindung zueinander stehen. Oft ist unklar, in welcher Welt die Szene gerade spielt, wie viele es gibt und in welcher Beziehung sie zueinander stehen.

Im Gegensatz zu den Filmen von David Lynch (den Timm Kröger als eine Inspiration für seinen Film nennt) bleibt sein Film emotional leer. „Die Theorie von Allem“ ist kein Abstieg in einen „Twin Peaks“-Wahnsinn, sondern eine zunehmend egale intellektuelle Spielerei mit vielen Anspielungen auf andere Filme. Diese Anspielungen und die vorzügliche Kameraarbeit von Roland Stuprich trösten etwas darüber hinweg, wie eine gute Ausgangsidee nach einem überzeugenden Anfang in den Sand oder, in der Sprache des Films, ein anderes Universum gesetzt wurde.

folgen wir hier der tragischen (& vielleicht allzu altbekannten) Geschichte eines unentdeckten Genies oder betrachten wir die leicht paranoiden Verirrungen eines unfertigen Idioten, der metaphysischen Schatten hinterherjagt? Dieser Film tut immer beides. Schrödingers Katze ist hier sozusagen genial und hirntot zugleich.“

(Timm Kröger, Co-Drehbuchautor)

Die Theorie von allem (Deutschland/Österreich/Schweiz 2023)

Regie: Timm Kröger

Drehbuch: Timm Kröger, Roderick Warich

mit Jan Bülow, Olivia Ross, Hanns Zischler, Gottfried Breitfuß, Philippe Graber, David Bennent, Ladina Carla von Frisching, Imogen Kogge

Länge: 118 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Die Theorie von Allem“

Moviepilot über „Die Theorie von Allem“

Rotten Tomatoes über „Die Theorie von Allem“

Wikipedia über „Die Theorie von Allem“ (deutsch, englisch)


TV-Tipp für den 16. Januar: Der Vampir auf der Couch

Januar 15, 2022

3sat, 22.00

Therapie für einen Vampir (Der Vampir auf der Couch, Österreich/Schweiz 2014)

Regie: David Ruehm

Drehbuch: David Ruehm

Graf Geza von Kösznöm, ein Vampir, hat psychische Probleme. Also geht er zum Therapeuten Sigmund Freud. Dort entdeckt er ein Bild von einer Frau, die ein Ebenbild seiner großen, schon vor Jahrhunderten gestorbenen großen Liebe ist. Und ungefähr in dem Moment beginnt alles ein wenig aus dem Ruder zu laufen.

TV-Premiere – längst überfällig; und hoffentlich der Beginn einer kleinen Wiederentdeckung dieser herrlich biss- und therapiefreudigen Komödie mit einer ordentlichen Portion Wiener Schmäh.

eine gelungene Screwball-Comedy“ (Lexikon des internationalen Films)

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Tobias Moretti, Jeanette Hain, Cornelia Ivancan, Dominic Oley, David Bennent, Karl Fischer, Ernie Mangold, Lars Rudolph, Anatole Taubman, Julia Jelinek

Hinweise

Moviepilot über „Therapie für einen Vampir“

Wikipedia über „Therapie für einen Vampir“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von David Ruehms „Therapie für einen Vampir“ (Der Vampir auf der Couch, Österreich/Schweiz 2014)


TV-Tipp für den 3. Oktober: Die Blechtrommel

Oktober 2, 2019

BR, 22.45

Die Blechtrommel (Deutschland/Frankreich 1979)

Regie: Volker Schlöndorff

Drehbuch: Volker Schlöndorff, Jean-Claude Carrière, Franz Seitz, Günther Grass (Dialogbearbeitung)

LV: Günter Grass: Die Blechtrommel, 1959

Die Geschichte von Blechtrommler Oskar Matzerath, der am 12. September 1927 als Dreijähriger beschließt, nicht weiter zu wachsen.

Ein Klassiker des deutschen Films, ausgezeichnet, u. a., mit der Goldenen Palme in Cannes und dem Oscar als bester ausländischer Film und ein Kassenerfolg.

Mit David Bennent, Mario Adorf, Angela Winkler, Daniel Olbrychski, Katharina Thalbach, Heinz Bennent, Andrea Ferréol, Fritz Hakl, Ernst Jacobi, Otto Sander, Charles Aznavour

Hinweise

Filmportal über „Die Blechtrommel“

Rotten Tomatoes über „Die Blechtrommel“

Wikipedia über „Die Blechtrommel“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Volker Schlöndorffs „Rückkehr nach Montauk“ (Deutschland 2017)


TV-Tipp für den 30. März: Die Blechtrommel

März 30, 2019

Weil Volker Schlöndorff am Sonntag wieder ein Jahr nicht jünger wird und er dieses Jahr sogar einen runden Geburtstag feiert (was alle anderen TV-Sender ignorieren [Pfui!])

RBB, 22.50

Die Blechtrommel (Deutschland/Frankreich 1979)

Regie: Volker Schlöndorff

Drehbuch: Volker Schlöndorff, Jean-Claude Carrière, Franz Seitz, Günther Grass (Dialogbearbeitung)

LV: Günter Grass: Die Blechtrommel, 1959

Die Geschichte von Blechtrommler Oskar Matzerath, der am 12. September 1927 als Dreijähriger beschließt, nicht weiter zu wachsen.

Ein Klassiker des deutschen Films, ausgezeichnet, u. a., mit der Goldenen Palme in Cannes und dem Oscar als bester ausländischer Film und ein Kassenerfolg.

Mit David Bennent, Mario Adorf, Angela Winkler, Daniel Olbrychski, Katharina Thalbach, Heinz Bennent, Andrea Ferréol, Fritz Hakl, Ernst Jacobi, Otto Sander, Charles Aznavour

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Blechtrommel“

Wikipedia über „Die Blechtrommel“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Volker Schlöndorffs „Rückkehr nach Montauk“ (Deutschland 2017)


TV-Tipp für den 6. Oktober: Die Blechtrommel

Oktober 6, 2018

One, 22.10

Die Blechtrommel (Deutschland/Frankreich 1979)

Regie: Volker Schlöndorff

Drehbuch: Volker Schlöndorff, Jean-Claude Carrière, Franz Seitz, Günther Grass (Dialogbearbeitung)

LV: Günter Grass: Die Blechtrommel, 1959

Die Geschichte von Blechtrommler Oskar Matzerath, der am 12. September 1927 als Dreijähriger beschließt, nicht weiter zu wachsen.

Ein Klassiker des deutschen Films, ausgezeichnet, u. a., mit der Goldenen Palme in Cannes und dem Oscar als bester ausländischer Film und ein Kassenerfolg.

Mit David Bennent, Mario Adorf, Angela Winkler, Daniel Olbrychski, Katharina Thalbach, Heinz Bennent, Andrea Ferréol, Fritz Hakl, Ernst Jacobi, Otto Sander, Charles Aznavour

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Blechtrommel“

Wikipedia über „Die Blechtrommel“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Volker Schlöndorffs „Rückkehr nach Montauk“ (Deutschland 2017)


TV-Tipp für den 11. Mai: Die Blechtrommel – Director’s Cut

Mai 11, 2018

3sat, 23.00

Die Blechtrommel – Director’s Cut (Deutschland/Frankreich 1979)

Regie: Volker Schlöndorff

Drehbuch: Volker Schlöndorff, Jean-Claude Carrière, Franz Seitz, Günther Grass (Dialogbearbeitung)

LV: Günter Grass: Die Blechtrommel, 1959

Die Geschichte von Blechtrommler Oskar Matzerath, der am 12. September 1927 als Dreijähriger beschließt, nicht weiter zu wachsen.

Ein Klassiker des deutschen Films, ausgezeichnet, u. a., mit der Goldenen Palme in Cannes und dem Oscar als bester ausländischer Film und ein Kassenerfolg. 3Sat zeigt heute den längeren „Director’s Cut“, der möglich wurde, weil 2010 in den Geyer-Kopierwerken Negative von 1979 weggelassenen Szenen entdeckt wurden.

Mit David Bennent, Mario Adorf, Angela Winkler, Daniel Olbrychski, Katharina Thalbach, Heinz Bennent, Andrea Ferréol, Fritz Hakl, Ernst Jacobi, Otto Sander, Charles Aznavour

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Die Blechtrommel“

Wikipedia über „Die Blechtrommel“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Volker Schlöndorffs „Rückkehr nach Montauk“ (Deutschland 2017)


Neu im Kino/Filmkritik: „Therapie für einen Vampir“, bei Dr. Freud höchstpersönlich

September 11, 2015

Der Vampir fühlt sich unwohl.
Der Vampir geht zum Therapeuten und erzählt ihm, dass er lebensüberdrüssig sei (was ja nach einigen Jahrhunderten vorkommen kann), dass er sich nicht mehr im Spiegel ansehen könne (bekannte Vampirkrankheit) und er Probleme mit seiner Frau habe, was in den besten Familien vorkommt.
Der Therapeut bemerkt nicht, wer sein Patient ist. Auch die ungewöhnlichen Therapiestunden irritieren ihn nicht. Denn die Leute kommen ja zu ihm, weil sie Probleme haben. Da ist der Wunsch nach Treffen nach Sonnenuntergang nicht weiter schlimm.
Der Therapeut ist Dr. Sigmund Freud und „Therapie für einen Vampir“ spielt folgerichtig im Wien der frühen dreißiger Jahre und natürlich ist David Ruehms Film ein herrlicher Wiener Schmäh, bei dem niemand über irgendetwas erstaunt ist, während der Filmfan sich in den Anspielungen suhlen kann. Vor allem nachdem der Vampir, ein Graf, sich in die Freundin von einem Mitarbeiter Sigmund Freuds verliebt. Lucy ist das Ebenbild seiner schon vor Jahrhunderten verstorbenen großen Liebe. Deren Freund ist ein Maler, in den sich die Gräfin auf einem ihrer nächtliche Streifzüge verliebt. Was sie nicht davon abhält, eifersüchtig zu sein.
Neben dem todernst präsentiertem Beziehungsgerangel (das dadurch natürlich noch witziger wird) punktet der Film mit seinen pointierten Einzeilern und Dialogen und seiner Ausstattung. Gedreht wurde im Studio am Wiener Rosenhügel, das auch immer als Studio erkennbar bleibt, weil die Horrorfilme der dreißiger Jahre auch im Studio gedreht wurden. Die Computertricks versuchen das überhaupt nicht zu verschleiern, sondern sie verstärken das wohlige Retro-Gefühl dieser bissfreudigen Liebeskomödie.

Therapie für einen Vampir - Plakat - 4

Therapie für einen Vampir (Der Vampir auf der Couch, Österreich/Schweiz 2014)
Regie: David Ruehm
Drehbuch: David Ruehm
mit Tobias Moretti, Jeanette Hain, Cornelia Ivancan, Dominic Oley, David Bennent, Karl Fischer, Ernie Mangold, Lars Rudolph, Anatole Taubman, Julia Jelinek
Länge: 87 Minuten
FSK: ab 12 Jahre

Hinweise
Homepage zum Film
Film-Zeit über „Therapie für einen Vampir“
Moviepilot über „Therapie für einen Vampir“


Neu im Kino/Filmkritik: Der Fast-Stummfilm „Michael Kohlhaas“

September 13, 2013

Ist „Michael Kohlhaas“ noch Schullektüre?

Egal. Die von Heinrich von Kleist in wuchtigen Sätzen aufgeschriebene Geschichte über Michael Kohlhaas dürfte bekannt sein. Der Pferdehändler lässt bei einem Junker für einen erfundenen Passierschein zwei Pferde als Pfand zurück. Er bekommt sie in einem erbärmlichen Zustand wieder und möchte, dass der Junker ihm die Pferde ersetzt. Dieser tut es nicht und Kohlhaas beginnt einen blutigen Feldzug gegen ihn.

Arnaud des Pallières verfilmte diese Geschichte mit Mads Mikkelsen in der Hauptrolle. Dabei nahm er sich, wie auch die Regisseure der anderen Kohlhaas-Verfilmungen, einige Freiheiten. So verlegte er die Geschichte von Brandenburg und Sachsen, wo sie bei Kleist spielt, in die Cévennen, verzichtete auf eine präzise historische Einordnung und lässt das Drama vor einer prächtigen Landschaft in eher dunklen Bildern langsam seinen Lauf nehmen. Dummerweise hat sich des Pallières auch entschlossen, möglichst wenig zu schneiden und die Dialoge beschränkte er auf ein Minimum. So wird sein Michael Kohlhaas zu einem schweigsamen Brüter, der seine Gefühle hinter einer steinernen Mine verbirgt. Auch die anderen Charaktere reden eher wenig reden. Leider.

Denn „Michael Kohlhaas“ ist kein banaler Abenteuerfilm, kein Quasi-Western, sondern eine zeitlose Parabel, in der es um das Verhältnis des Einzelnen zum Staat, um das Verhältnis von Recht und Gerechtigkeit, dem Unterschied zwischen gerechtfertigtem Widerstand und Selbstjustiz, zwischen Rebellion und Terrorismus, welchen Regeln man folgen soll und wann das Befolgen von Regeln in Fanatismus umschlägt, geht. Bei diesen vielfältigen Anknüpfungspunkten der im 16. Jahrhundert spielenden Geschichte an die Gegenwart, wäre es gut gewesen, wenn Arnaud des Pallières Michael Kohlhaas einen Gefährten zur Seite gestellt hätte, mit dem er sich hätte unterhalten können. So trägt Kohlhaas die Konflikte schweigend mit sich aus. Wir dürfen das maskenhaft-edle Antlitz von Mads Mikkelsen und die archaische Landschaft bewundern und uns fragen, ob man den Film nicht um etliche Minuten hätte kürzen können.

Michael Kohlhaas - Plakat

Michael Kohlhaas (Michael Kohlhaas, Frankreich/Deutschland 2013)

Regie: Arnaud des Pallières

Drehbuch: Arnaud des Pallières, Christelle Berthevas

LV: Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas, 1810

mit Mads Mikkelsen, Bruno Ganz, Denis Lavant, Mélusine Mayance, David Kross, Delphine Chullot, Sergi Lopez, Amira Casar, David Bennent

Länge: 122 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Michael Kohlhaas“

Moviepilot über „Michael Kohlhaas“

Rotten Tomatoes über „Michael Kohlhaas“

Wikipedia über „Michael Kohlhaas“ (deutsch, englisch, französisch)