Neu im Kino/Filmkritik: Dieser Komödie fehlt „Das gewisse Etwas“

September 3, 2026

ist das deutsche Remake von

Es geht um zwei ziemlich doofe Juwelenräuber, die auf ihrer Flucht notgedrungen (ihr auf einem Behindertenparkplatz abgestelltes Fluchtauto wurde abgeschleppt und die Polizei riegelt das Viertel ab) und zufällig (ein abfahrbereiter Reisebus wartet noch auf einen weiteren Mitreisenden) in einer Behinderten-Reisegruppe untertauchen. Mit ihnen fahren sie für einige Tage in die Berge.

Marc Rothemund erzählt in seinem Remake der französischen Erfolgskomödie „Was ist schon normal?“ (Un p’tit truc en plus, Frankreich 2024, Regie: Artus) die Geschichte mit minimalen Veränderungen, die zu massiven Verschlechterungen führen, nach.

Während das Original, auch kein Meisterwerk feinsinniger Komödie, sondern eher in Richtung Klamauk gehend, gut für einige herzhafte Lacher ist und der inclusive Cast mit der Lust an Grenzüberschreitungen dem Affen ordentlich Zucker gibt, ist davon im Remake nichts mehr übrig. Marc Rothemund („Wochenendrebellen“, „Ein fast perfekter Antrag“) wiederholt die Witze aus dem Original ohne irgendein Gefühl für Timing oder Pointenaufbau. Die bereits aus anderen Filmen bekannten Schauspielern mit Beeinträchtigungen langweilen. Sie scheinen nur noch ein aus vorherigen Filmen erprobtes Programm abzuspulen. Verantwortlich dafür sind nicht sie, sondern das alle unterfordernde Drehbuch und die Inszenierung.

Anstatt sich dieses durchgehend langweilige, witzlose, gut gemeinte und vollkommen überflüssige Remake anzusehen, sollte man sich das in jeder Beziehung deutlich bessere Original „Was ist schon normal?“ ansehen.

Das gewisse Etwas (Deutschland 2026)

Regie: Marc Rothemund

Drehbuch: Murmel Clausen (basierend auf „Un p’tit truc en plus“ von Artus, Clément Marchand und Milan Mauger)

mit Max von der Groeben, Mala Emde, Florian Lukas, Jasmin Schwiers, Lorenzo Germeno, Frangiskos Kakoulakis, Antonia Riët, Simon Rupp, Natalie Kim Lehmann, Jan Bobke, Ferdinand Kuner, Linn Bade, Timon Heinzl, Luca Davidhaimann, Paul Kögler, Dieter Landuris, Bettina Mittendorfer, Johannes Berzl

Länge: 105 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

Filmportal über „Das gewisse Etwas“

Moviepilot über „Das gewisse Etwas“

Wikipedia über „Das gewisse Etwas“

Meine Besprechung von Marc Rothemunds „Wochenendrebellen“ (Deutschland 2023)

Meine Besprechung von Artus‘ „Was ist schon normal?“ (Un p’tit truc en plus, Frankreich 2024)


TV-Tipp für den 28. November: 23 – Nichts ist so wie es scheint

November 27, 2022

One, 20.15

23 – Nichts ist so wie es scheint (Deutschland 1998)

Regie: Hans-Christian Schmid

Drehbuch: Hans-Christian Schmid, Michael Gutman

Die 80er Jahre: Anti-Atomkraft-Demos in Brokdorf und die ersten Heimcomputer im eigenen Zimmer. Der Hannoveraner Karl Koch ist ein Computernerd und Hacker. Nach der Lektüre der „Illuminatus!“-Bücher von Robert Shea und Robert Anton Wilson (Grandios komische Romane. Keine Sachbücher!) sieht er überall Zeichen für Verschwörungen. Als er in den Fokus der östlichen und westlichen Geheimdienste gerät, steigert sich seine Paranoia weiter.

Spannender, auf einer wahren Geschichte basierender Blick in die achtziger Jahre. Damals, also in den Achtzigern und Neunzigern, ware Verschwörungstheorien noch eine Art Gemeinwissen und nach Schmids beeindruckendem Film sah man überall die Zeichen der Verschwörung.

mit August Diehl, Fabian Busch, Dieter Landuris, Jan-Gregor Kremp, Stephan Kampwirth, Peter Fitz, Hanns Zischler, Burghart Klaußner

Wiederholung: Freitag, 2. Dezember, 22.30 Uhr

Hinweise

Filmportal über „23 – Nichts ist so wie es scheint“

Wikipedia über „23 – Nichts ist so wie es scheint“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von Hans-Christian Schmids „Sturm“ (Deutschland/Dänemark/Niederlande 2009)

Meine Besprechung von Hans-Christian Schmids „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ (Deutschland 2022)