TV-Tipp für den 16. September: Mad Max: Fury Road

September 15, 2022

Pro7, 22.20

Mad Max: Fury Road (Mad Max: Fury Road, Australien/USA 2015)

Regie: George Miller

Drehbuch: George Miller, Brendan McCarthy, Nico Lathouris

Mad Max (Tom Hardy) flüchtet mit Imperator Furiosa (Charlize Theron) und einigen Frauen vor Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) durch die Wüste.

Action satt in einer zweistündigen Leistungsschau der Stuntmänner, der Kameraleute und der CGI-Leute. Im Gegensatz zu den meisten Kritikern war ich nicht so wahnsinnig begeistert von diesem vierten „Mad Max“-Film.

Mehr in meiner ausführlichen Besprechung.

mit Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne, Josh Helman, Nathan Jones, Zoe Kravitz, Rosie Huntington-Whiteley, Riley Keough, Abby Lee, Courtney Eaton

Wiederholung: Samstag, 17. September, 02.45 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Moviepilot über „Mad Max: Fury Road“

Metacritic über „Mad Max: Fury Road“

Rotten Tomatoes über „Mad Max: Fury Road“

Wikipedia über „Mad Max: Fury Road“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von George Millers „Mad Max: Fury Road“ (Mad Max: Fury Road, Australien/USA 2015)

Meine Besprechung von George Millers „Three Thousand Years of Longing“ (Three Thousand Years of Longing, USA/Australien 2022)

Meine Besprechung von George Miller/Mark Sexton/Nico Lathaoris/Tristan Jones/Riccardo Burchiellis „Mad Max: Fury Road“ (Mad Max: Fury Road – Max 1 – 2; Mad Max: Fury Road – Furiosa 1; Mad Max: Fury Road – Nux & Immortan Joe 1, 2015) (Comic-Vorgeschichte zum Film)


Neu im Kino/Filmkritik: „Three Thousand Years of Longing“ oder Du hast drei Wünsche frei

September 1, 2022

Sein bislang letzter Film war vor sieben Jahren „Mad Max: Fury Road“. Davor drehte er zwei „Happy Feet“-Filme. Und damit sind die beiden populärsten Eckpfeiler in George Millers Schaffen genannt: harte Actionfilme und liebliche Kinderfilme. Dazwischen liegen einige Filme wie „Die Hexen von Eastwick“ und „Lorenzos Öl“. Sein neuester Film „Three Thousand Years of Longing“ ist einer dieser Dazwischen-Filme.

Im Mittelpunkt steht Alithea Binnie. Die Professorin ist Gelehrte der Erzähltheorie und sie entspricht dem Klischeebild einer weltfremden Wissenschaftlerin. Betont asexuell, leicht verpeilt und am liebsten erimitär in ihrem mit Büchern gefülltem Arbeitszimmer lebend. Warum soll sie vor die Tür gehen, wenn doch alle Geschichten schon in Jahrhunderte alten und noch älteren Büchern stehen?

Als sie in Istanbul eine Konferenz besucht, entdeckt sie auf dem Bazar eine alte Glasflasche. Sie kauft sie. In ihrem Hotelzimmer öffnet sie sie zufällig und plötzlich ist ein Dschinn in ihrem Zimmer. Alithea hält diesen Riesen in ihrem Badezimmer für eine Wahnvorstellung. Sie geht mit ihr um wie ein kleines Kind: sie schließt die Augen und fordert die Erscheinung auf, sofort zu verschwinden. Aber der Dschinn verschwindet nicht. Also akzeptiert Alithea, ohne weiter zu zögern, das Wesen als real.

Schnell passt der Flaschengeist seine Größe der Zimmergröße an. Er ist immer noch groß. Aber er kann jetzt problemlos aufrecht in dem Hotelzimmer stehen, trägt einen Bademantel und spricht fließend englisch. Und er bietet ihr den altbekannten Handel an: er wird ihr drei Wünsche erfüllen. Dann erhält er seine Freiheit.

Bevor Alithea ihren ersten Wunsch äußert – auch sie kennt die vielen Geschichten von den drei Wünschen, die fatal enden und von Menschen, die von Dschinns betrogen wurden – will die Mythen erforschende Wissenschaftlerin von dem Dschinn erfahren, wie er in die Flasche gekommen ist.

Und der Dschinn erzählt erst einmal seine sich über viele Jahrhunderte erstreckende Lebensgeschichte, die er vor allem in der Flasche verbrachte.

George Miller verfilmte, nach seinem mit seiner Tochter Augusta Gore geschriebenem Drehbuch, eine Geschichte von A. S. Byatt. Nämlich „The Djinn in the Nightingale’s Eye“. Es handelt sich um eine Neuinterpretation verschiedener Märchen-Motive, die erstmals 1994 in The Paris Review erschien. Noch im gleichen Jahr wurde das Märchen zusammen mit vier anderen, sich ebenfalls mit Mythen und Märchen-Motiven beschäftigenden Kurzgeschichten in einem Buch veröffentlicht.

Die Erinnerungen des Dschinn entführen in die Welt orientalischer Märchen, die hier immer etwas anders als gewohnt erzählt werden. Denn während wir die Geschichten nur aus Tausend-und-einer-Nacht-Märchenbüchern kennen, war er dabei. Die Bilder, die Miller dazu findet, sind, thematisch passend, weitgehend vertraute Orientfantasien. Die gewählte Struktur ist dann eine Rahmenerzählung zwischen Alithea und dem Dschinn und vier eigenständigen Erzählungen, die aus den Erinnerungen des Dschinn bestehen und in denen wir die Königin von Sheba, Suleiman, Sultan Murad und Zefir, eine der Frauen eines alten Kaufmanns, kennen lernen.

Three Thousand Years of Longing“ wirkt aufgrund der gewählten Struktur wie einer dieser Omnibusfilme, in denen mehrere thematisch meist nur sehr lose miteinander verknüpfte Kurzfilme aneinandergefügt werden und die, angesichts der darin involvierten bekannten Regisseure und Schauspieler maßlos enttäuschen. In diesem Fall langweilen die Erinnerungen des Dschinn zunehmend. Sie treiben die Handlung nicht voran. Sie sind eher wie sich wiederholende Erzählungen am Lagerfeuer, die auch in irgendeiner anderen Reihenfolge präsentiert werden könnten und an die man sich schon am nächsten Abend nicht mehr erinnert. Die Beziehung zwischen Alithea und dem Dschinn bleibt eine primär intellektuelle Beziehung. Sie betrachtet ihn als Zeitzeugen, der ihr wichtige Informationen für ihre wissenschaftliche Arbeit liefern kann. Er will sie zwar verführen, ihre drei Wünsche zu äußern, aber schnell entsteht der Eindruck dass er ganz gerne seine Zeit mit dieser schrulligen Gelehrten verbringt, der er sein Leben erzählen kann.

So ist „Three Thousand Years of Longing“ angesichts der vorab bekannten Bilder, des Plakats und der Besetzung – Tilda Swinton spielt die Wissenschaftlerin, Idris Elba den Flaschengeist – eine Enttäuschung. Zu lange plätschert der Film vor sich hin bis zu dem dann doch vorhersehbarem Ende. Denn Alithea ist, und das wissen wir schon von ihrer ersten Begegnung mit dem Flaschengeist, viel zu intelligent für drei profane und letztendlich für sie schon auf den ersten Blick verhängnisvolle Wünsche.

Three Thousand Years of Longing (Three Thousand Years of Longing, USA/Australien 2022)

Regie: George Miller

Drehbuch: George Miller, Augusta Gore

LV: A. S. Byatt: The Djinn in the Nightingale’s Eye, 1994 (Der verliebte Dschinn)

mit Tilda Swinton, Idris Elba, Aamito Lagum, Nicolas Mouawad, Ece Yüksel, Matteo Bocelli, Lachy Hulme

Länge: 109 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Die Vorlage (die Neuauflage zum Filmstart erscheint am 12. September)

Antonia S. Byatt: Der verliebte Dschinn

(übersetzt von Melanie Walz)

Insel Taschenbuch, 2022

160 Seiten

11 Euro

Hinweise

Moviepilot über „Three Thousand Years of Longing“

Metacritic über „Three Thousand Years of Longing“

Rotten Tomaotes über „Three Thousand Years of Longing“

Wikipedia über „Three Thousand Years of Longing“ (deutsch, englisch)

Meine Besprechung von George Millers „Mad Max: Fury Road“ (Mad Max: Fury Road, Australien/USA 2015)


Vorgeschichten zu „Mad Max: Fury Road“

November 23, 2015

Miller - Mad Max Fury Road - 4

Der jetzt erschienene Comic „Mad Max: Fury Road“ erzählt, wie es ja derzeit öfter gemacht wird, die Vorgeschichte zu George Millers Actiongewitter „Mad Max: Fury Road“, das im Mai in den Kinos anlief und von den meisten Kritikern und Fans der ursprünglichen Trilogie abgefeiert wurde. Ich fand den Film mit seiner nicht sonderlich überzeugenden Geschichte insgesamt etwas langweilig.
In dem Film hilft Mad Max Imperator Furiosa und einigen wohlproportionierten Frauen auf ihrer Flucht vor Immortan Joe, dem Herrscher über die Zitadelle, durch die Wüste in das gelobte Land. Die Geschichte spielt in einer postapokalyptischen Wüstenwelt, in der Wasser und Benzin (zwei Dinge, die ein echter Mann braucht) knapp sind.
Was vor dem Film geschah verrät jetzt der Comic, der, nun, einige Hintergründe über Mad Max, Imperator Furiosa, Immortan Joe und Nux verrät.
Bei Nux, der im Film ein durchgeknallter Kriegsjunge ist und Mad Max zunächst als Blutlieferanten benutzt, erfahren wir, wie er als kleines Kind in die Festung von Immortan Joe kam.
Immortan Joe war früher ein militanter Ex-Soldat, der sich Colonel Joe Moore nannte. Seine Handlanger, mit denen er durch das postapokalyptische Wüstenland marodierte, hatten farbige Namen wie Major Kalaschnikow. In der Zitadelle, einem uneinnehmbaren Höhlenmassiv, will er sein Reich errichten. Dafür muss er die bisherigen Bewohner besiegen.
Diese beiden Geschichten erzählen Ereignisse, die so weit vor der Filmhandlung liegen, dass sie dafür höchstens vernachlässigbares Hintergrundwissen sind.
Später, als Immortan Joe schon der Herrscher über die Zitadelle ist, bewacht Furiosa die Frauen, die von ihm als Gebärmaschinenen gefangen gehalten werden. Sie entschließt sich ihnen zu helfen und wenige Minuten später beginnt die Filmgeschichte. Diese Geschichte leidet darunter, dass sie uns einerseits etwas erzählt, was wir uns aus dem Film denken können und das uns andererseits nicht sonderlich interessiert. Denn dass Furiosa den Frauen vor dem Bösewicht und seinen debilen Schergen retten will, ist Motivation genug.
Bei Max Rockatansky, genannt Mad Max, wird zuerst die Geschichte der drei vorherigen „Mad Max“-Filme (mit Mel Gibson als Mad Max; in „Mad Max: Fury Road“ wird Max von Tom Hardy gespielt) erzählt. Dann erkämpft er sich in einer dieser abgewrackten Industriestädte, die wir aus den Filmen kennen, einen neuen Motor für sein Auto und er soll für eine Mutter ihr Kind aus der Gefangenschaft retten.
Diese beiden actionhaltigen Episoden aus dem Leben von Mad Max haben, bis auf einige verzichtbare Andeutungen, nichts mit dem Film zu tun und könnten auch nach ihm spielen. Trotzdem, oder gerade deswegen, sind sie die besten Geschichten des Sammelbandes.
Insgesamt ist der Comic, für den „Mad Max“-Regisseur George Miller die Geschichten schrieb, eine verzichtbare Ergänzung zu dem Spielfilm. Die Geschichten fügen ihm nichts hinzu und ohne die Kenntnis des Films hängen vor allem die Episoden mit Immortan Joe, Nux und Imperator Furiosa, die ungefähr die Hälfte des Sammelbandes ausmachen, im luftleeren Raum.

George Miller/Mark Sexton/Nico Lathaoris/Tristan Jones/Riccardo Burchielli: Mad Max: Fury Road
(übersetzt von ?)
Panini, 2015
148 Seiten
19,99 Euro

Originalausgabe
Mad Max: Fury Road – Max 1 – 2
Mad Max: Fury Road – Furiosa 1
Mad Max: Fury Road – Nux & Immortan Joe 1
DC Comics/Vertigo, 2015

Hinweise

DC Comics: Mark Sexton über die Entstehungsgeschichte des Comics

Meine Besprechung von George Millers „Mad Max: Fury Road“ (Mad Max: Fury Road, Australien/USA 2015)

Meine Besprechung von Davide Dileo/Victor Gischler/Riccardo Burchielli/Francesco Mattinas „Highway to Hell – Kopflos in die Hölle“ (Highway to Hell, 2014)


Neu im Kino/Filmkritik: „Mad Max: Fury Road“ oder Autofahren im australischen Stil

Mai 14, 2015

Am Ende von „Mad Max: Fury Road“ fühlt man sich wie bei dem Konzert von einer Kultband, die sich nach dreißig Jahren wieder vereinigt, und, als sei kein Tag vergangen, ihre alten Hits spielt. Nur in einer viel größeren Halle und aufgepeppt durch eine Bläsersektion und einen Frauenchor. Beides vermisste man früher nicht, als die Band rohen Punkrock oder, was bei „Mad Max“ passender ist, trashigen Heavy Metal spielte und die Musiker das Bildungsbürgertum mit ihrem schlechten Benehmen, den hässlichen Kleidern und der schonungslosen Gewaltverherrlichung schockierte.
Auch in dem neuen „Mad Max“-Film sind alle Elemente, die man aus den früheren „Mad Max“-Filmen kennt, frisch poliert und entstaubt, vorhanden. Und doch stimmt nichts. Das beginnt schon mit den Bildern. Sie sind alle eine Spur zu brillant. Genau wie bei einer CD, der das wohlige Rauschen einer LP oder, noch schlimmer, einer Musikkassette fehlt. Die Schauspieler sehen zu gut aus. Zu sehr nach Hollywood, zu wenig nach Nachbarschaft und jahrelangem Überleben in einer postapokalyptischen Welt. Auch die Autos haben keine Beulen und keine Schrammen. Jedenfalls keine, die durch das Leben auf dem Schrottplatz und in der Wüste entstehen. Und es endet bei der zusammenhanglosen Story, die nur noch eine weitgehend beliebige Aneinanderreihung von durchaus beeindruckenden, angenehm nachvollziehbaren und weitgehend handgemachten Actionszenen ist.
Früher war Mad Max (gespielt von Mel Gibson in der Rolle, die ihn zum Weltstar machte) ein Einzelgänger, der nur an sich dachte. Im ersten „Mad Max“-Film „Mad Max“ (1978) verlor er zwar seine Familie und er jagte die Täter, aber stilbildend für alle postapokalyptischen 80er-Jahre-Science-Fiction-Filme war der zweite „Mad Max“-Film „Mad Max II – Der Vollstrecker“ (1981), der in einer Wüstenwelt spielt, in der jeder ums Überleben kämpft, Benzin Gold ist und jeder gegen jeden kämpft. Für eine Tankfüllung will Mad Max einigen Zivilisten gegen eine Gruppe Belagerer helfen. Es gibt eine wahnsinnige Schlacht mit vielen Toten und geschrotteten Autos. Der dritte „Mad Max“-Film „Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel“ (1985) erzählt die gleiche Geschichte noch einmal, mit einem größeren Budget (was halt noch mehr Action und noch mehr Freakshow bedeutet), Tina Turner als Bösewicht, ihrem Hit „We don’t need another hero“ (Kennt den noch jemand?) und einer Schar Kinder; was bei den Fans nicht besonders gut ankam.
In „Mad Max: Fury Road“ bleibt George Miller bei dem erprobten Rezept. Außer dass er die Kinder durch eine Handvoll spärlich bekleidete, verdammt gut aussehende, makellos geschminkte Frauen, die „Fünf Frauen“, ersetzte. Imperator Furiosa (Charlize Theron) will sie vor Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne), einer nur optisch beeindruckenden Mischung aus Diktator und Sektenführer, retten.
Mit ihnen flüchtet Furiosa in ihrem LKW aus der Zitadelle in die Wüste. Ihr Ziel: die grüne Oase, in der sie aufwuchs. Max Rockatansky (Tom Hardy), der in der Zitadelle gefangen war und jetzt auf eines der Verfolger-Autos geschnallt wurde, kann sich irgendwann befreien und gemeinsam flüchten sie vor ihren Verfolgern, was George Miller die Gelegenheit gibt, in der Wüste ganz viele Autounfälle mit anschließenden Explosionen (die oft verdammt künstlich aussehen) zu inszenieren. Das sieht dann schon spektakulär aus, langweilt aber schnell als fast zweistündige immergleiche Minimalvariation von Krach-Rumms-Bumms. Diese Action mit den austauschbaren Verfolgern verläuft auch überraschend unblutig.
Dazwischen wird Max immer wieder von Erinnerungen an seine Familie und Alpträumen gequält. Diese Flashbacks, die unserem Helden eine Vergangenheit geben sollen, sind vollkommen überflüssig und werden schon im Film zum ärgerlichen Klischee. Gleichzeitig führt diese vulgärpsychologische Vertiefung den Charakter in das Dilemma, dass er gleichzeitig ein skrupelloser, nur an seinem Überleben interessierter Tatmensch und eine gequälte, zur Tatenlosigkeit verdammte Seele sein soll. Außerdem wird aus dem nur an sich interessiertem Charakter, einem Einzelgänger, Überlebenskünstler, und Zyniker, dem archetypischen Fremden ohne Namen, im dritten Akt von „Mad Max: Fury Road“ plötzlich ein Altruist, der ohne einen ersichtlichen Grund, in bester „Mein großer Freund Shane“-Tradition, den Frauen, die ganz gut ohne ihn zurecht kommen, hilft. Für Gottes Lohn und ohne sein Auto.
Spätestens in diesem Moment und bei dem ziemlich schwachen Ende wird überdeutlich, dass die Macher den Film ohne ein Drehbuch, aber mit einem Skizzenbuch voller Actionszenen begannen. Mehrere plötzlich abbrechende Actionszenen und zahlreiche unmotivierte Schwarzblenden verstärken den Eindruck, dass „Mad Max: Fury Road“ einfach nur eine unglaubliche Menge Autocrashs aneinanderreiht, während eine Armada austauschbarer Pappkameraden, die aus einem Heavy-Metal-Freakshow entsprungen sind, ab und an durch das Bild fährt.
Zwei Stunden dauert diese sich fast ohne Pausen auf Action konzentrierende Enttäuschung, die auch nie eine Verbindung zur Gegenwart aufbaut. Denn natürlich knüpften die „Mad Max“-Filme und seine zahlreichen Kopien, die in den Achtzigern die Kinos überschwemmten, an eine in der Gesellschaft vorhandene Weltuntergangsstimmung zwischen Atomkrieg, Ölkrise und Waldsterben an.
Damit wird die Gewaltverherrlichung und der Zynismus der früheren „Mad Max“-Filme in „Mad Max: Fury Road“ zu einem Puppentheater. Eine Vaudeville-Freakshow. In der all die Bewegung nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass dem Film die Seele, ein emotionales Zentrum, und ein erinnerungswürdiger Bösewicht, ein echter Antagonist für Max und Imperator Furiosa, fehlt. Mit diesen beiden Zutaten hätte „Mad Max: Fury Road“ ein grandioser Actionfilm werden können. So ist es nur eine zweistündige Leistungsschau der Stuntmänner, der Kameraleute und der CGI-Leute.

Mad Max Fury Road - Plakat

Mad Max: Fury Road (Mad Max: Fury Road, Australien/USA 2015)
Regie: George Miller
Drehbuch: George Miller, Brendan McCarthy, Nico Lathouris
mit Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne, Josh Helman, Nathan Jones, Zoe Kravitz, Rosie Huntington-Whiteley, Riley Keough, Abby Lee, Courtney Eaton
Länge: 121 Minuten
FSK: ab 16 Jahre (die erschreckend aussagekräftige Freigabebegründung)

Hinweise
Amerikanische Homepage zum Film
Film-Zeit über „Mad Max: Fury Road“
Moviepilot über „Mad Max: Fury Road“
Metacritic über „Mad Max: Fury Road“
Rotten Tomatoes über „Mad Max: Fury Road“
Wikipedia über „Mad Max: Fury Road“ (deutsch, englisch)


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