TV-Tipp für den 27. März: Einsame Entscheidung

März 27, 2014

Vox, 22.10
Einsame Entscheidung (USA 1996, Regie: Stuart Baird)
Drehbuch: Jim Thomas, John Thomas
Terroristen entführen eine Boing 747. Das Militär schleust eine Spezialeinheit, die von dem Antiterrorexperten Dr. David Grant (Kurt Russell) begleitet wird, in das Flugzeug. Dummerweise stirbt dabei deren Chef (Steven Seagal!) und der Zivilist Grant muss jetzt, bevor der Jumbo abgeschossen wird, im Alleingang die Terroristen besiegen und die Passagiere retten.
Der flotte Thriller ist das Regiedebüt von Stuart Baird, der vor allem als Editor bekannt ist. Zum Beispiel für die James-Bond-Filme „Casino Royale“ und „Skyfall“.
mit Kurt Russell, Steven Seagal, Halle Berry, John Leguizamo, Oliver Platt, David Suchet, Joe Morton, BD Wong, J. T. Walsh, Jon Huertas (sein Spielfilmdebüt, als Terrorist)
Wiederholung: Freitag, 28. März, 02.40 Uhr (Taggenau!)
Hinweise
Rotten Tomatoes über „Einsame Entscheidung“
Wikipedia über „Einsame Entscheidung“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: Halle Berry tätigt „The Call“

Juli 11, 2013

 

Brad Anderson, der vor allem als Regisseur für TV-Serien wie „Fringe“, „The Killing“ (die US-Version von „Kommissarin Lund“), „Boardwalk Empire“, „Treme“, „The Wire“, „Person of Interest“ und „The Shield“ sein Geld verdient, hat auch einige beachtliche Kinofilme inszeniert, wie „Transsiberian“ (Edgar-nominiert), „Der Maschinist“ und „Session 9“ (Regiepreis in Sitges), die als astreine Thriller immer auch einen Tick besser als der Rest waren. Auch sein neuester Film „The Call – Leg nicht auf!“ ist ein Thriller, der die Genrekonventionen bedient und mit einigen gelungenen Überraschungen spannend unterhält. Früher nannte man so etwas B-Picture. Denn Genrejunkies können sich schon nach der Entführung der Schülerin Casey (Abigail Breslin) tagsüber in einem Parkhaus ausrechnen, wie die Geschichte in groben Zügen weiter- und ausgeht. Aber das hat uns bei einem Western auch nie gestört.

Casey gelingt es mit dem Prepaid-Telefon ihrer Freundin, das sich aufgrund der fehlenden GPS-Funktion nicht genau orten lässt, aus dem Kofferraum des Entführerautos den Notruf zu wählen. In der Notrufzentrale übernimmt Jordan Turner (Halle Berry) den Anruf. Sie versucht die panische Casey zu beruhigen, versucht herauszufinden, in was für einem Auto Casey liegt, zeigt ihr Möglichkeiten auf, wie sie auf sich aufmerksam machen kann, indem sie das Rücklicht zerstört, winkt und Farbe auf die Straße kippt, und koordiniert anhand von Caseys spartanischen Hinweisen auf die Beschaffenheit der Straße, Gebäude und Bäume die Polizei, die auf den Straßen von Los Angeles das Auto sucht.

Anderson zieht aus dieser Situation eine beträchtliche Spannung. Auch weil Caseys Entführer Casey, wie Jordan herausfindet, ein Serienmörder ist und damit Caseys Überlebensaussichten gegen Null tendieren. Dass dann Caseys Flucht- und die Rettungsversuche der Polizei und von anderen Personen alle schief gehen, gehört zu den Genrekonventionen. Ebenso dass am Ende Jordan dem Entführer gegenübersteht in einer Konfrontation, die eher in einen Horrorfilm (mit der Deko aus einem Torture-Porn-Film) als in einen Thriller gehört. Erfreulich und auch bemerkenswert für einen US-Thriller ist dabei, auch wenn der Bösewicht während Caseys Entführung mehrere Menschen ermordet, der Verzicht auf Schusswaffen. Er nimmt einfach das, was gerade zur Hand ist. Ärgerlich, weil überflüssig und auch nicht aus dem Charakter von Casey und Jordan erklärbar, ist die allerletzte Wendung in der letzten Minute des Films die nur auf einen billigen Überraschungseffekt zielt.

Davon abgesehen ist „The Call“ ein guter, sich in den Genrekonventionen bewegender, hochenergetisch erzählter Thriller mit einer starken Heldin.

The Call - Plakat

The Call – Leg nicht auf! (The Call, USA 2013)

Regie: Brad Anderson

Drehbuch: Richard D’Ovidio (nach einer Geschichte von Richard D’Ovidio, Nicole D’Ovidio und Jon Bokenkamp)

mit Halle Berry, Abigail Breslin, Michael Eklund, Morris Chestnut, David Otunga, Michael Imperioli

Länge: 94 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Call“

Metacritic über „The Call“

Rotten Tomatoes über „The Call“

Wikipedia über „The Call“