Als Bauingenieur Stan (Rayane Bensetti) erfährt, dass nicht er sondern sein aasiger Erzkonkurrent befördert werden soll, reicht es ihm. Jahrelang hat er für diese Beförderung klaglos Überstunden abgeleistet, seinem Chef jeden Wunsch erfüllt und immer wieder seine Beziehung riskiert. Spontan klaut er eine Tasche mit einer Million Euro Schmiergeld. Den Schlüssel zum Safe wirft er in einen Mülleimer.
Kurz darauf erfährt er, dass Richard doch ihn befördern will. Also muss das Geld innerhalb der nächsten Stunden und bevor seine Kollegen nach Sonnenaufgang den Firmensitz betreten, zurück in den Safe.
Weil Stan kein Einbrecher ist, benötigt er die Hilfe von jemand, der verschlossene Türen öffnen kann. So einer ist Hippolyte (Christian Clavier). Der Chef eines von ihm geführten Schlüsseldienstes ist ein echter Schlawiner. Seinen Kunden bietet der Unternehmer offensiv seine Dienste ohne Rechnung an. Dann könne er auf die Steuern verzichten. Was Stan in dem Moment nicht weiß, ist dass Hippolyte auch ein Safeknacker ist, der deswegen im Gefängnis saß. Gegen eine erkleckliche Summe lässt der hochverschuldete Hippolyte sich überzeugen, dieses Mal Schlösser zu öffnen, um etwas zurückzubringen. Ohne dass sie dabei entdeckt werden.
Zwei vollkommen gegensätzliche Hauptfiguren, eine absurde Ausgangssituation, comichaft übertriebene Nebenfiguren, eine sich daraus ergebende Kaskade von irrwitzigen Problemen und fertig ist die Boulevardkomödie. In seinem zweiten Spielfilm als Regisseur präsentiert Grégoire Vigneron seine Version einer typischen überdrehten und vollkommen sinnfreien französischen Komödie aus den sechziger und siebziger Jahren. Das Erzähltempo soll über die jede Logik und Wahrscheinlichkeit ignorierende Story hinwegtäuschen. Der Humor bewegt sich auf der Ebene von Klamauk und Slapstick. Jede Figur hat ein, höflich ausgedrückt, flexibles Moralsystem.
Das Ergebnis ist solala und ziemlich altmodisch. Auch weil die Figuren, deren Verhalten und die Welt, in der sie sich bewegen, mehr an die Welt der siebziger Jahre als an die Gegenwart erinnert.
In den vergangenen Jahren schrieb Grégoire Vigneron zahlreiche Drehbücher, unter anderem für die von Laurent Tirard inszenierten Komödien „Der kleine Nick“, „Der kleine Nick macht Ferien“, „Asterix & Obelix – Im Auftrag ihrer Majestät“ und „Mein ziemlich kleiner Freund“.

Ab durch die Mitte – Mit Vollgas durch Paris (Le Million, Frankreich 2025)
Regie: Grégoire Vigneron
Drehbuch: Grégoire Vigneron, Isabelle Jaquet, Julie Ponsonnet
mit Rayane Bensetti, Christian Clavier, Gilles Cohen, Claire Chust, Julie Ferrier, Jean-Luc Couchard
Länge: 91 Minuten
FSK: ab 12 Jahre
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Hinweise
AlloCiné über „Ab durch die Mitte – Mit Vollgas durch Paris“
Moviepilot über „Ab durch die Mitte – Mit Vollgas durch Paris“
Wikipedia über „Ab durch die Mitte – Mit Vollgas durch Paris“
Meine Besprechung von Grégoire Vignerons „Spurlos“ (Sans laisser de traces, Frankreich 2010)
Veröffentlicht von AxelB