TV-Tipp für den 15. September: Das unbekannte Mädchen

September 14, 2021

Arte, 20.15

Das unbekannte Mädchen (La fille inconnue, Belgien/Frankreich 2016)

Regie: Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne

Drehbuch: Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne

Eine junge, in der belgischen Provinz arbeitende Ärztin fühlt sich für den Tod eines schwarzafrikanischen Mädchens verantwortlich. Sie will ihren Namen erfahren. Aber das ist nicht so einfach.

TV-Premiere. Gewohnt intensives, zum Nachdenken anregendes Drama der Dardenne-Brüder

mit Adèle Haenel, Olivier Bonnaud, Jérémie Renier, Louka Minnella, Christelle Cornil, Nadège Ouedraogo, Olivier Gourmet, Pierre Sumkay

Wiederholung: Freitag, 17. September, 13.45 Uhr

Hinweise

AlloCiné über „Das unbekannte Mädchen“

Rotten Tomatoes über „Das unbekannte Mädchen“

Wikipedia über „Das unbekannte Mädchen“ (deutsch, englisch, französisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Monsieur Chocolat“ ist der dumme August

Mai 20, 2016

Als George Footit vor 120 Jahren die Idee hatte, einen Schwarzen den schwarzen Clown spielen zu lassen, war das unvorstellbar. Nicht wegen der Idee von einem schwarzen und einem weißen Clown. Den dummen August gab es schon länger und in den USA waren Minstrel-Shows, in denen Weiße sich schwarz anmalten und einem weißen Publikum die Klischees über Neger präsentierten, sehr beliebt. Sondern dass ein Schwarzer wirklich in der Lage sein könnte, eine so schwierige künstlerische Leistung zu vollbringen.

Heute ist der dem Konzept innewohnende Rassismus unübersehbar. Denn der Schwarze ist der dumme August, der Trottel, der Dummkopf und der Weiße ist ihm, auch als weißer Clown, in jeder Beziehung überlegen.

In seinem vierten Spielfilm erzählt der Schauspieler Roschdy Zem die auf Tatsachen basierende Geschichte von George Footit (James Thiérée), einem Clown am Ende seiner Karriere, und Rafael Padilla dit Chocolat (Omar Sy), einen aus der Sklaverei geflüchteten Afrikaners, der in einem Zirkus ein kärgliches Gehalt erhält, indem er den furchterregenden, Urlaute ausstoßenden Negerkönig Kananga spielt.

Footit kann Chocolat und den Zirkusdirektor überzeugen, dass sie vor dem Publikum in einer gemeinsamen Clownsnummer auftreten sollen. Sie sind ein voller Erfolg. Denn bislang hat das Publikum in der Provinz noch nie einen echten schwarzen Mann gesehen, der sogar fehlerfrei französisch spricht.

Schnell erhalten sie ein Angebot aus Paris. Sie sollen, für eine für sie astronomisch hohe Gage im Noveau Circque auftreten. Sie werden zum Liebling des Publikums, aber Chocolat, der erste Schwarze als Clown, möchte auch als Künstler anerkannt werden.

Monsieur Chocolat“ ist ein prächtig ausgestatteter Kostümfilm, gut gespielt, aber auch etwas bieder in seiner chronologischen Nacherzählung der Beziehung dieses Künstlerpaares. Es ist, im Guten wie im Schlechten, altmodisches Erzählkino, das gerade bei seiner politischen Aussage merkwürdig diffus bleibt. Denn selbstverständlich soll man über die Clownsnummern lachen und das gelingt ihnen auch, weil es gute Clownsnummern sind.

Monsieur Chocolat - Plakat

Monsieur Chocolat (Chocolat, Frankreich 2015)

Regie: Roschdy Zem

Drehbuch: Cyril Gely, Olivier Gorce, Gérard Noiriel (Adaption), Roschdy Zem (Adaption)

mit Omar Sy, James Thiérée, Clotilde Hesme, Olivier Gourmet, Frédéric Pierrot, Noémie Lvovsky, Alice de Lencquesaing

Länge: 120 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Moviepilot über „Monsieur Chocolat“

AlloCiné über „Monsieur Chocolat“

Rotten Tomatoes über „Monsieur Chocolat“

Wikipedia über „Monsieur Chocolat“ (englisch, französisch)


TV-Tipp für den 20. Mai: Rosetta

Mai 20, 2015

Arte, 20.15
Rosetta (Belgien/Frankreich 1999, Regie: Luc Dardenne, Jean-Pierre Dardenne)
Drehbuch: Luc Dardenne, Jean-Pierre Dardenne
Die junge Rosetta sucht eine Arbeitsstelle. Aber niemand will sie einstellen.
Ein älteres, gewohnt sehenswertes und sozialkritisches Werk der Dardenne-Brüder, deren letzter Film „Zwei Tage, eine Nacht“ überall abgefeiert wurde.
In Cannes erhielt der Film die Goldene Palme und die Hauptdarstellerin wurde als beste Schauspielerin ausgezeichnet.
„Ein Film wie ‚Rosetta‘ rechtfertigt das Überleben des Kinos.“ (Alexander Horwath, Die Zeit, 3. Mai 2001)
In Belgien war der Film so erfolgreich, dass eine politische Maßnahme gegen die Jugendarbeitslosigkeit „Rosetta-Plan“ genannt wurde. Bei uns kam der Film erst 2001 in die Kinos.
Im Anschluss, um 21.45 Uhr, läuft die brandneue, gut einstündige Doku „Es war einmal…Rosetta“ über den Film.
mit Emilie Dequenne, Fabrizio Rongione, Anne Yernaux, Olivier Gourmet
Hinweise
Arte über „Rosetta“
Rotten Tomatoes über „Rosetta“
Wikipedia über „Rosetta“ (deutsch, englisch)
Meine Besprechung von Luc und Jean-Pierre Dardennes „Zwei Tage, eine Nacht“ (Deux Jours, Une Nuit, Belgien/Frankreich/Italien 2014)


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