Kleinkram

Mai 3, 2013

Die Mai-Ausgabe von „The Big Thrill“ ist online. Unter anderem sind David Morrell, Reed Farrel Coleman (ein neuer Moe-Prager-Roman), Adrian McKinty und  James Thompson im Verhörzimmer.

Und noch ein Gespräch mit David Morrell über seinen neuen Roman „Murder as a fine Art“ (Na, klingelt es?).

Dan Simmons ist begeistert von Joe R. Lansdales „Dunkle Gewässer“ (Edge of dark water).

Am Samstag, den 11. Mai, ist der Gratiscomictag.

Wo wir gerade bei Comic sind:

der erste Trailer für „Thor – The dark kingdom“ (Kinostart: 31. Oktober 2013) ist draußen:

Hübsche Bilder, die nichts von der Story verraten.

Haha – „Hangover 3“ (Kinostart: 30. Mai 2013):

Hmhm – „Der große Gatsby“ (Kinostart: 16. Mai 2013):

Man könnte sich auch die 1974er-Verfilmung von F. Scott Fitzgeralds Roman ansehen. Damals schrieb Francis Ford Coppola das Drehbuch, Jack Clayton führte Regie und Robert Redford, Mia Farrow, Bruce Dern, Karen Black, Sam Waterston, Lois Chiles und Howard DaSilva spielten mit:

J. J. Abrams  (yep, dessen „Star Trek into darkness“ am 9. Mai startet [Kritik folgt]) geht unter die Autoren.

Der Noir of the Week ist „Gardenia – Eine Frau will vergessen“ (The Blue Gardenia) von Fritz Lang.

Die Gewinner des diesjährigen Arthur-C.-Clarke-Award (ein Science-Fiction-Preis).

Und noch ein kleiner Betrag zur Urheberrechtsdebatte und DRM bei Büchern. Tor (ein großer Verlag, der vor allem für seine Science-Fiction- und Fantasy-Romane bekannt ist) hat vor einem Jahr auf Wunsch seiner Leser und Autoren auf das Digital Rights Management (also, das was uns davon abhält, E-Books zu kopieren) verzichtet. Jetzt bilanziert der Verlag in einem sehr lesenswertem Artikel von Julie Crisp (Editorial Director bei Tor UK) die bisherigen Erfahrungen. Der Kernsatz lautet:

As it is, we’ve seen no discernible increase in piracy on any of our titles, despite them being DRM-free for nearly a year.

Das Fazit:

The move has been a hugely positive one for us, it’s helped establish Tor and Tor UK as an imprint that listens to its readers and authors when they approach us with a mutual concern—and for that we’ve gained an amazing amount of support and loyalty from the community. And a year on we’re still pleased that we took this step with the imprint and continue to publish all of Tor UK’s titles DRM-free.


TV-Tipp für den 3. Mai: Cop Land

Mai 2, 2013

ZDFneo, 20.15

Cop Land (USA 1997, R.: James Mangold)

Drehbuch: James Mangold

Freddy Heflin hat als frühes Gnadenbrot eine Stelle als Sheriff in Garrison, New Jersey bekommen. Die Einwohner sind von ihm bewunderte New Yorker Polizisten. Als eines Tages ein Interner Ermittler aus New York ihn um Hilfe bei Ermittlungen gegen korrupte Polizisten bittet, muss Heflin sich zwischen seinem Job und dem polizeilichen Ehrenkodex entscheiden.

Gutes Schauspielerkino mit einem kräftigen Touch 70-Jahre-Kino und einem genießbaren Stallone, der in diesem Cop-Movie versuchte von seinem Rambo/Rocky-Image wegzukommen. Inzwischen ist er wieder bei „Rocky“ und „Rambo“ angekommen und drehte zuletzt mit einer Action-All-Star-Besetzung im Dschungel „The Expendables“ (über Söldner, die tun, was Söldner tun).

Mit Sylvester Stallone, Robert De Niro, Harvey Keitel, Ray Liotta, Peter Berg, Michael Rapaport, Annabella Sciorra, Robert Patrick, Noah Emmerich

Hinweise

Wikipedia über „Cop Land“ (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über „Cop Land“


Neu im Kino/Filmkritik: „Der Tag wird kommen“. Irgendwann. Vielleicht.

Mai 2, 2013

 

Ihr müsst jetzt ganz tapfer sein: Das Plakatmotiv taucht im Film „Der Tag wird kommen“, dem neuesten Werk von Benoit Delépine und Gustave Kervern, die bereits „Louise hires a Contract Killer“ und „Mammuth“ drehten, nicht auf. Es gibt also keine Cowboys im Einkaufszentrum. Aber Punks schon. Einer ist „Not“, eigentlich Benoit, aber als ältester Punk der Stadt mit Hund, will diese zeitgemäße Version von Diogenes nur mit seinem gewähltem Namen angesprochen werden. Sein Bruder Jean-Pierre ist das genaue Gegenteil: spießbürgerlich bis in die Schuhspitzen und als Verkäufer in einem schlecht gehendem Matratzenhaus in einem anonymen Einkaufszentrum vor der Stadt zwar bemüht, aber auch erfolglos. Als er von seinem Chef ein Ultimatum gestellt bekommt, dabei versagt und – alkoholbedingt – ausrastet, ist er seinen Job los. Not, der sonst kaum mit seinem angepassten Bruder redet, versucht ihm zu helfen. Mit vorhersehbar desaströsen Ergebnissen. Also beschließt er Jean-Pierre zu einem lockeren Leben fernab der bürgerlichen Konventionen zu erziehen. Eine seiner ersten Taten: er tätowiert Jean-Pierre dessen neue Namen „Dead“ auf die Stirn. Jetzt machen die beiden Brüder „Not“ und „Dead“ das Einkaufszentrum unsicher und ihre Eltern, die dort das Kartoffelrestaurant „La Pataterie“ haben, sind ihnen keine große Hilfe: ihr Vater ist stoisch bis zur Stummheit, ihre Mutter scheint auf einem ganz anderem Planeten zu leben.

Die Geschichte der beiden Brüder, die sich anfangs nichts zu sagen haben, wird von Delépine und Kervern in langen, teils ungeschnittenen, meist spartanisch geschnittenen Szenen, in denen die Schauspieler viel improvisierten, voll absurdem Humor, extrem lakonisch, aber auch sehr episodenhaft erzählt. So sind die Geburtstagsfeier der Mutter im Kartoffelrestaurant, in dem der eine Bruder von seinem Punkleben, während gleichzeitig der andere, ebenfalls ohne Punkt und Komma, von einem neuen Fernseher erzählt, während ihr Vater stoisch Kartoffeln schält oder die Faxen von Not vor den Überwachungskameras und einem Pizzarestaurant oder seine „Einkaufstouren“ durch das Kaufhaus oder Jean-Pierres Versuche, zuerst Matratzen zu verkaufen, später seinen Job zu behalten und, nachdem das nicht geht, sich erfolglos zu verbrennen oder Gérard Depardieus Auftritt als Wahrsager, der sich mit seinen kryptischen Vorhersagen noch nie irrte, oder der Plan der beiden Brüder einfach stur geradeaus zu gehen, den sie auch gleich umsetzen oder ihre erfolglosen Versuche, die Kunden des Einkaufszentrums zu einer Revolution anzustacheln oder der Ausflug der beiden Brüder aufs Land, inclusive dem erfolglosen Versuch von Dead einen Selbstmörder vom Suizid abzuhalten, köstlich.

Und als YouTube-Clips würde mir jede dieser Episoden gefallen. Wahrscheinlich wäre ich ein Fan der beiden Brüder Not und Dead, würde gierig auf jedes neue mehr oder weniger subversive Abenteuer von ihnen warten, aber als Spielfilm plätschert „Der Tag wird kommen“ arg ziellos vor sich hin bis zum Filmende, das überhaupt nicht wie der Abschluss einer Geschichte wirkt.

Der Tag wird kommen - Plakat

Der Tag wird kommen (Le grand soir, Frankreich/Belgien 2012)

Regie: Benoit Delépine, Gustave Kervern

Drehbuch: Benoit Delépine, Gustave Kervern

mit Benoit Poelvoorde, Albert Dupontel, Brigitte Fontaine, Areski Belkacem, Bouli, Lanners, Serge Larivière, Stéphanie Pillonca, Gérard Depardieu

Länge: 92 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Homepage zum Film

AlloCine über „Der Tag wird kommen“

Film-Zeit über „Der Tag wird kommen“

Rotten Tomatoes über „Der Tag wird kommen“

Wikipedia über „Der Tag wird kommen“ (englisch, französisch)

 

 


Neu im Kino/Filmkritik: Oh my God, das soll „Charlies Welt“ sein?

Mai 2, 2013

 

Die ersten Minuten sind nicht schlecht: animiert wie in einem alten Monty-Python-Cartoon wird uns ein Blick in den Kopf von Charles Swan III gewährt und ein Psychiater diagnostiziert, dass sich siebzig Prozent seiner Hirntätigkeit um Sex drehen, zwanzig um Geld verdienen und die restlichen zehn Prozent um den ganzen Rest. Damit ist klar, dass dieser Charles Swan III ein wahrer Lebemann ist, der als gut verdienender Grafikdesigner in den frühen siebziger Jahren in Los Angeles ein wahrhaft fürstliches Leben führt – und eine Reise durch seine Welt dürfte ein wahres, durchaus schlüpfriges Retro-Fest werden.

 

Tja, großer Irrtum. Denn schneller als ein Soufflee fällt „Charlies Welt“, inszeniert von Roman Coppola (yep, der Daddy ist „Der Pate“ Francis Ford Coppola), in sich zusammen und verkommt zu einer chaotischen Nummernrevue, in der ein Mann im Mittelpunkt steht, der ein toller Hecht sein soll, aber nur als absolut uninteressanter, weinerlicher Softie durch den Film schlurft, der seiner großen Liebe hinterhertrauert und an dem höchstens bemerkenswert ist, dass alle über ihn sagen, dass er bemerkenswert sei. Kurz: dieser Charlie Swan III ist ein Nullum, eine erzählerische Leerstelle, die hier im Mittelpunkt eines Films steht, der zwar nicht so lärmend wie ein Blockbuster ist, aber ungefähr genauso sinnentleert ist und sich absolut nicht um sein Publikum kümmert.

 

Denn die Familie Coppola hat inzwischen genug Geld, um ihre Homemovies, die nur für sie und ihre Verwandtschaft interessant sind, auch in die Kinos zu bringen. Denn Roman Coppola schert sich einen Dreck um die Zuschauer und auch als künstlerisches Statement ist „Charlies Welt“ gescheitert. Da helfen auch nicht die schönen Retro-Designs und die Musik. Der Blick in „Charlies Welt“ ist praktizierte Publikumsverachtung, den Roman Coppola einen „Jux“ nennt.

 

Immerhin hat diese American-Zoetrope-Produktion den Chuzpe, im Abspann einen Besuch des kalifornischen Weinguts der Familie Coppola zu empfehlen.

 

Charlies Welt - Plakat

 

Charlies Welt – Wirklich nichts ist wirklich (A glimpse inside the Mind of Charles Swan III, USA 2012)

 

Regie: Roman Coppola

 

Drehbuch: Roman Coppola

 

mit Charlie Sheen, Jason Schwartzman, Bill Murray, Katheryn Winnick, Patricia Arquette, Aubrey Plaza, Mary Elizabeth Winstead, Dermot Mulroney, Stephen Dorff

 

Länge: 88 Minuten

 

FSK: ab 0 Jahre

 

 

Hinweise

 

Amerikanische Homepage zum Film

Amerikanische Facebook-Seite zum Film (Ach, herrje, die Werbung für den Film ist tausendmal besser als der Film. Das erinnert mich an den letzten Blockbuster…)

 

Film-Zeit über „Charlies Welt“

 

Metacritic über „Charlies Welt“

 

Rotten Tomatoes über „Charlies Welt“

 

Wikipedia über „Charlies Welt“ (deutsch, englisch)

 

 

 


DVD-Kritik: Der Abschied von „Kommissarin Lund – Das Verbrechen: Staffel III“

Mai 2, 2013

Die Macher von „Kommissarin Lund – Das Verbrechen“ dachten sich wohl, man solle aufhören, wenn es am schönsten ist und so ist die dritte Staffel der dänischen Krimiserie auch die letzte. Jedenfalls heißt es so; aber so lange die Heldin nicht tot ist, bleibt natürlich eine Hintertür offen.

Sarah Lund ist, auch wenn sie gar nicht so viel Bildschirmzeit hat, das Zentrum der Serie und, obwohl Lund-Darstellerin Sofie Gråbøl mit 1,75 Meter gar nicht so klein ist, wird sie immer als die kleinste Person im Zimmer gezeigt. Das und ihr störrischer Blick, den man eher bei einem Teenager vermutet, verstärken den Eindruck, dass sie sich kompromisslos gegen eine feindliche Umwelt durchsetzt, die ihr auf den ersten Blick nichts zutraut.

In dieser Staffel muss Kommissarin Sarah Lund, die gerade ihr 25-jähriges Dienstjubiläum hat, den Mord an einem Matrosen aufklären. Er gehörte zum dreiköpfigen Wachpersonal des Frachters „Medea“, der der einflussreichen Reederei Zeeland gehört, und der demnächst verschrottet werden soll. Auf dem Schiff findet sie die Leichen der beiden anderen Matrosen und Hinweise auf ein weiteres Verbrechen: der Entführung der neunjährigen Emilie Zeuthen, der Tochter des Reederei-Besitzers. Der Entführer verlangt von Zeuthen Sühne für ein Verbrechen.

Weil die Entführung zehn Tage vor der Parlamentswahl ist, schaltet sich auch die Politik, vor allem Premierminister Kristian Kamper, der ein seltsam hohes Interesse an dem Fall hat, ein und Sarah Lund, die mit ihrem alten Freund Mathias Borch, der jetzt bei dem notorisch verschwiegenen Inlandsgeheimdienst PET ist, ermittelt, hat erst in dem Moment eine heiße Spur, als sie auf den Jahre zurückliegenden Mord an dem dreizehnjährigem Waisenkind Louise Jelby stößt, der damals als Suizid vertuscht wurde. Anscheinend will der Entführer die damals Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen und die einzige Möglichkeit, Emilies Leben zu retten ist, den Mörder von Louise zu finden.

Der in fast zehn Stunden erzählte Kriminalfall ist ein spannendes Stück TV-Unterhaltung, bei dem es den Machern bewundernswert gelingt, jeden Handlungsstrang (im Wesentlichen: die Ermittlungen von Sarah Lund, die Nöte der Familie Zeuthen und der Wahlkampf von Premierminister Kamper) spannend erscheinen zu lassen und am Ende auch miteinander zu verknüpfen. Und man will wirklich wissen, wer der Täter ist.

Allerdings ist gerade die Verknüpfung der vielen Handlungsstränge und Verdächtigen dann doch etwas zu gewollt. So scheinen an dem Tag, als Louise ermordet wurde, wirklich die halbe Chefetage der Reederei Zeeland und alle Regierungs- und Oppositionspolitiker, samt Mitarbeiter und Kinder, auf der Insel Jütland gewesen zu sein. Entsprechend verdächtig sind sie auch der Reihe nach und, wenn dann der Täter enttarnt wird, bleibt sein Motiv, auch wenn wir es uns denken können, eher im Dunkeln.

Auch das Motiv von Emiles Entführer bleibt zu lange im Dunkeln. Deshalb gestalten sich die Verhandlungen zwischen ihm und Sarah Lund zunächst höchst seltsam und eher unglaubwürdig. Denn wir sollen glauben, dass die Polizei ihm sofort glaubt, dass er Emilie entführt hat und auf seine ziemlich durchgeknallte Forderung eingeht. Denn er fordert, dass Robert Zeuthen ihm so viel Geld geben soll, wie ihm seine Tochter wert ist. Die erste Lösegeldübergabe geht schief. Dafür bringt der Entführer jemand um, der den Mord an Louise vertuschte. Bei den nächsten Lösegeldübergaben wiederholt sich das Spiel: Sarah Lund folgt brav seinen Anweisungen; verwickelt ihn nicht in Gespräche; verlangt nur einmal einen Beweis dafür, dass er Emilie hat und sie noch lebt; hofft, dass der Entführer sie frei lässt, wenn er das Geld hat und muss jedes Mal erkennen, dass die Lösegeldübergabe nur ein Ablenkungsmanöver für seinen nächsten Mord war. Hm, hätte er, wenn er schon nicht mit seiner Verschwörungsfantasie an die Öffentlichkeit geht oder die Polizei und Zeuthen erpresst, den damaligen Mord jetzt aufzuklären, einfach die nach seiner Meinung Schuldigen der Reihe nach umbringen und in die Nordsee werfen können? Das wäre zwar weniger spektakulär, aber sicher zielführender gewesen.

Das Ende geht dann zu sehr in Richtung eines „24“-Staffelfinales, das aber hier vollkommen unglaubwürdig wirkt und auch ziemlich unpassend ist. Denn während bei „24“ es genau so kommen musste, hätte Sarah Lund hier durchaus andere Handlungsoptionen gehabt.

Und, das scheint aber eine CSI-Krankheit zu sein, auch in Dänemark sind Lichtschalter Mangelware und gute Taschenlampen Standard. Sonst kann ich mir nicht erklären, dass die Polizisten nach Sonnenuntergang Gebäude immer mit ihren leuchtstarken Taschenlampen betreten und niemals das Licht anschalten.

Die DVD-Ausstattung der spannenden Krimiserie ist in jeder Beziehung ärmlich. So gibt es nur die deutsche Tonspur und keine Untertitel. Bonusmaterial gibt es auch nicht.

Kommissarin Lund - Staffel 3 - DVD-Cover4

Kommissarin Lund – Das Verbrechen: Staffel 3 (Forbrydelsen, Dänemark 2012)

Regie: Mikkel Serup, Hans Fabian Wullenweber, Natasha Arthy, Kathrine Windfeld

Drehbuch: Søren Sveistrup, Torleif Hoppe, Michael W. Horsten

Erfinder: Søren Sveistrup

mit Sofie Gråbøl, Nikolaj Lie Kaas, Morten Suurballe, Sigurd Holmen le Dous, Anders W. Berthelsen, Helle Fagralid, Stig Hoffmeyer, Olaf Johannessen, Trine Pallesen, Jonatan Spang

DVD

Edel

Bild: 1,78:1 (16:9)

Ton: Deutsch

Untertitel: –

Bonusmaterial: –

Länge: 565 Minuten (5 DVDs)

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Arte über „Kommissarin Lund – Das Verbrechen“

ZDF über „Kommissarin Lund – Das Verbrechen“

Fernsehserien über „Kommissarin Lund – Das Verbrechen“

Wikipedia über „Kommissarin Lund – Das Verbrechen“ (deutsch, dänisch, englisch)


TV-Tipp für den 2. Mai: Perfect Blue

Mai 2, 2013

 

3sat, 22.25

Perfect Blue (Japan 1997, R.: Satoshi Kon, Hideki Hamazu)

Drehbuch: Sadanuki Murai

LV: Yoshikazu Takenchi

Der Trickfilm lief 1998 auf der Berlinale und 2000 sogar in unseren Kinos, aber die TV-Premiere ist anscheinend erst heute Abend. Seltsame Welt.

Seltsam ist auch die Welt von Mima, einer Popsängerin, die als Schauspielerin eine neue Karriere beginnen will und sie wirklich in Schwierigkeiten gerät: die Fans tolerieren ihren Rollenwandel nicht, ein Stalker mordet ihr nahestehende Menschen und sie kann immer weniger zwischen Schein und Sein trennen.

höchst komplexer, kulturkritischer Psychothriller mit ständig wechselnden Wahrnehmungsperspektiven und raffiniert durcheinander montierten Handlungsebenen.“ (Ralph Umard, tip 14/2000)

Ein außerordentlicher Zeichentrickfilm für Erwachsene, der ganz neue Wege für dieses oft so unterschätze Genre aufzeigt.“ (Martin Schwarz, Zitty 14/2000)

Und Roger Corman soll über „Perfect Blue“ gesagt haben: „Wenn Walt Disney mit Alfred Hitchcock zusammengearbeitet hätte, wäre dieser Film dabei herausgekommen.“

Na, das hört sich doch gut an.

Hinweise

Rotten Tomatoes über „Perfect Blue“

Wikipedia über „Perfect Blue“ (deutsch, englisch)


Neu im Kino/Filmkritik: „Lethal Weapon“ Shane Black macht mit Tony Stark in „Iron Man 3“ „Kiss Kiss Bang Bang“

Mai 1, 2013

 

Iron Man, aka Tony Stark, ist sicher der unernsteste Superheld im Kino und Robert Downey Jr. gelingt es diesen eigentlich sehr unsympathischen Charakter als einen coolen Kumpel erscheinen zu lassen und den teilweise doch sehr militaristischen Hintergrund vergessen zu lassen. Naja fast. Denn auch in „Iron Man 3“ geht es um milliardenschwere Rüstungsaufträge.

Im ersten „Iron Man“-Film, der ein Überraschungserfolg war, ist Tony Stark ein skrupelloser, egomanisch-egozentrischer Waffenhersteller und exzentrischer Playboy, der, als er gerade in Afghanistan dem US-Militär sein neuestes Waffensystem verkaufen will, von der internationalen Terroristengruppe „Die zehn Ringe“ gefangen genommen wird. Er baut sich die Iron-Man-Rüstung und kämpft anschließend auch gegen konzerninterne Gegner.

Im zweiten „Iron Man“-Film ist dann Justin Hammer (Sam Rockwell), Chef einer konkurrierenden Rüstungsfirma, sein Gegner. Und Ivan Vanko (Mickey Rourke), dessen Vater von Tonys Vater ausgebootet wurde, will sich an Tony Stark rächen.

Und im dritten „Iron Man“-Film ist Aldrich Killian (Guy Pearce) sein Gegner. Er hat den „Extremis“-Virus, der Menschen quasi unbesiegbar, macht, weiterentwickelt und er möchte mit Stark Industries optimierte Iron Männer herstellen. Weil Tony Stark sich aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen und Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) die Leitung übertragen hat, führt Killian die Gespräche mit ihr und er versucht dabei alte Gefühle wieder wachzurufen. Außerdem wurde er vor Jahren auf einer Silvesterfeier von Tony in dessen typisch arroganter Manier versetzt – und er scheint darüber immer noch serhr verärgert zu sein.

Aber Tonys Hauptgegner ist der Mandarin (Sir Ben Kingsley), ein international gesuchter Terrorist und Anführer der „Zehn Ringe“, der den USA mit seinen Anschlägen Lehren erteilen will und eine Mischung aus Osama bin Laden und Dr. Fu Manchu ist. Ein wahrer Anti-Gandhi, dessen erste Lehrstunde für Tony Stark, nachdem der sich ihm gegenüber unflätig äußerte (es war so etwas wie „ich werde dich vernichten“), die Vernichtung von Tony Starks mondänem Anwesen ist, das ja schon in den vorherigen „Iron Man“-Filmen nicht gerade pfleglich behandelt wurde. Tony kann in seinem neuesten Iron-Man-Anzug entkommen. Nach einer Bruchlandung in dem Ort Rose Hill, Tennessee (nicht gerade Kansas, aber fast), beginnt er, mit der Hilfe des achtjährigen Harley Keener (Ty Simkins), den Anzug zu reparieren und den Mandarin zu suchen. Denn nur Tony Stark hat die Lizenz, das eigene Haus zu zerstören.

Iron Man 3“, standesgemäß und ziemlich überflüssig in 3D, knüpft gelungen an die vorherigen beiden „Iron Man“-Filme an. Die vertrauten Charaktere sind dabei. Es gibt Action, Humor, köstliche Screwball-Dialoge zwischen Tony Stark und Pepper Potts, seiner ehemaligen Privatsekretärin und jetzigen Firmenleiterin und Quasi-Lebensgefährtin (für sie scheinen Wortgefechte der Ersatz für Sex zu sein), und Happy Hogan ist auch wieder dabei. Zuerst als überpenibler und absolut humorloser Sicherheitschef, danach schwer lädiert im Krankenbett.

Happy-Hogan-Darsteller Jon Favreau gab dieses Mal die Regie an Shane Black ab, der in den Achtzigern und Neunzigern als Drehbuchautor von Action-Krachern „Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis“, „Last Boy Scout – Das Ziel ist überleben“, „Last Action Hero“ (auch da spielte ein kleiner Junge mit, der seinem Superhelden begegnet) und „Tödliche Weihnachten“ Geld wie Heu verdiente und einer der wenigen Drehbuchautoren war, dessen Namen einem breiteren Publikum bekannt war. 2005 hatte er mit seinem Regiedebüt „Kiss Kiss Bang Bang“ eine triumphale Rückkehr, die für ihn in den nächsten Jahren trotzdem nicht zu weiteren Filmen in Hollywood führte, aber den Karriereneustart von Robert Downey Jr. einläutete.

Auch in „Iron Man 3“ ist Shane Blacks Handschrift, soweit bei einem Blockbuster und einem Film aus einer Serie davon gesprochen werden kann, zu erkennen. So gibt es für einen Action-Film erstaunlich wenig Action. Dafür widmet Black sich ziemlich ausführlich den Charakteren und auch die Beziehung von Tony Stark zu Harley, der ihn als Helden verehrt, nimmt viel Platz ein. Er wird für ihn zu einem Quasi-Vater.

Die Action, auch wenn die Iron-Man-Anzüge oft genug benutzt werden, erinnert eher an die 80er-Jahre-Action-Filme, in denen es ordentlich im Mann-gegen-Mann-Kampf krachte und wenn am Ende Robert Downey Jr. und Don Cheadle, nur bewaffnet mit ihren Pistolen, auf ein Schiff stürmen, dann sind wohlige Erinnerungen an Mel Gibson und Danny Glover und ihre „Lethal Weapon“-Wortgefechte nicht fern.

Und weil in „Iron Man 3“ Nick Fury und S.H.I.E.L.D. nicht auftreten und die Ereignisse in New York mit den Avengers nicht angesprochen werden (Tony will darüber nicht reden und kriegt, wenn er sich doch daran erinnert oder darauf angesprochen wird, Panikattacken; – hm, wie Martin Riggs in „Lethal Weapon“), knüpft „Iron Man 3“ an den ersten „Iron Man“-Film an und ist deutlich weniger militaristisch als „Iron Man 2“, der teilweise wie eine kaum getarnte Leistungsschau des Militärs aussieht..

Iron Man 3“ ist gutes Blockbuster-Kino mit selbstironischen Tönen, einem altmodischen Erzählduktus ohne 25 überraschende Plotwendungen am Ende und einer bedeutungsschwer vor sich hin getragenen Botschaft. Dafür ist Tony dann doch der falsche Charakter, auch wenn er einige neue Facetten erhält.

Der Film liefert genau das, was man inzwischen von einem „Iron Man“-Film erwartet und nach dem erfreulich kurzen Abspann gibt es noch eine kleine Sequenz und den Hinweis, dass es einen weiteren „Iron Man“-Film geben wird.

Iron Man 3 - Hauptplakat

Iron Man 3 (Iron Man 3, USA 2013)

Regie: Shane Black

Drehbuch: Drew Pearce, Shane Black

mit Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Don Cheadle, Sir Ben Kingsley, Guy Pearce, Jon Favreau, Ty Simpkins, Rebecca Hall, James Badge Dale, Stephanie Szostak, William Sadler, Miguel Ferrer, Dale Dickey

Länge: 131 Minuten

FSK: ab 12 Jahre

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Iron Man 3“

Metacritic über „Iron Man 3“

Rotten Tomatoes über „Iron Man 3“

Wikipedia über „Iron Man 3“ (deutsch, englisch)

Collider: Interview mit Shane Black und Kevin Feige zum Film

Den of Geek: Interview mit Shane Black zum Film

 

 


TV-Tipp für den 1. Mai: Mann unter Feuer

Mai 1, 2013

Sat.1, 22.20

Mann unter Feuer (USA 2004, R.: Tony Scott)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: A. J. Quinnell: Man on Fire, 1980 (Der Söldner, Mann unter Feuer)

Ex-CIA-Agent John Creasy ist in Mexiko City der Leibwächter einer siebenjährigen Millionärstochter. Als sie von Gangstern entführt wird, startet er einen blutigen Rachefeldzug.

Scotts formale Brillanz bei der Bild- und Tongestaltung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass „Mann unter Feuer“ ein viel zu lang geratenes, eindimensionales Rachedrama ist.

Mit Denzel Washington, Dakota Fanning, Christopher Walken, Giancarlo Giannini, Mickey Rourke

Wiederholung: Donnerstag, 2. Mai, 03.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über „Mann unter Feuer“

Metacritic über “Mann unter Feuer”

Rotten Tomatoes über “Mann unter Feuer”

Wikipedia über “Mann unter Feuer” (deutsch, englisch)

UGO: Interview mit Tony Scott über “Man on Fire”

Drehbuch “Man on Fire” von Brian Helgeland (Fassung vom 10. Februar 2003)

A.-J.-Quinnell-Fanseite

Mein Nachruf auf Tony Scott