TV-Tipp für den 6. April

April 6, 2008

NDR, 00.15

Killer – Tagebuch eines Serienmörders (USA 1996, R.: Tim Metcalfe)

Drehbuch: Tim Metcalfe

LV: Thomas E. Gaddis/James D. Long: Killer: A Journal of Murder, 1970

Auf Tatsachen beruhender Spielfilm über Carl Panzram (bravourös gespielt von James Woods), den ersten bekannten Massenmörder der USA. Er wurde 1929 wegen Mordes an 21 Menschen hingerichtet.

Differenziertes Drama, das allerdings immer auf dem Niveau eines gehobenen Fernsehspiels bleibt.

Hinweis

Crimelibrary: Mark Gado über Carl Panzram


TV-Tipp für den 5. April

April 5, 2008

ARD, 01.50

20.000 Jahre in Sing Sing (USA 1932, R.: Michael Curtiz)

Drehbuch: Courtney Terrett (als Courtenay Terrett), Robert Lord, Wilson Mizner, Brown Holmes

LV: Lewis E. Lawes: Twenty Thousand Years in Sing Sing, 1932 (als Warden Lewis E. Lawes)

Als Tom Connors auf Hafturlaub ist, erschießt seine Freundin einen Gangster. Connors nimmt die Schuld auf sich und soll auf den elektrischen Stuhl.

Ein weiterer der damals beliebten sozialkritischen Gangsterfilme.

Der Autor der Buchvorlage leitete während der Dreharbeiten noch das Gefängnis Sing Sing. Deshalb durfte die Filmcrew zahlreiche Szenen in dem berühmten Gefängnis drehen.

Mit Spencer Tracy, Bette Davis

Hinweise

Turner Classic Movies über „20.000 Jahre in Sing Sing“

Cirme Library über Lewis E. Lawes


TV-Tipp für den 4. April

April 4, 2008

 

RTL II, 23.00

Dawn of the Dead (USA 2004, 2004, R.: Zack Snyder)

Drehbuch: James Gunn

Vorlage: George A. Romero: Dawn of the Dead, 1978 (Drehbuch)

Über Nacht übernehmen Zombies die Welt. Krankenschwester Ana kann mit einigen Nichtinfizierten in ein Einkaufszentrum flüchten. Die Zombies belagern die Shopping-Mal.

Unterhaltsames Remake von George A. Romeros „Zombie“ mit einigen Änderungen: die Zombies sind nicht mehr so fußlahm, die Konsum- und Kapitalismuskritik nicht mehr vorhanden und alles ist mehr Hollywood-Mainstream.

Oh, und Ving Rhames spielt mit.

Mit Sarah Polley, Ving Rhames, Jake Weber, Mekhi Phifer, Ty Burrell

Wiederholung: Samstag, 5. April 01.15 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage von James Gunn

Underground Online: Interview mit James Gunn 

Fanboy Planet: Interview mit James Gunn

Drehbuch „Dawn of the Dead“ von James Gunn


Neu im Kino: Untraceable

April 3, 2008

Untraceable (USA 2007, R.: Gregory Hoblit)

Drehbuch: Robert Fyvolent, Mark R. Brinker, Allison Burnett

So wie es nach dem Drehbuch und dem Trailer aussieht, gibt es zwei Gründe für den Film: Gregory Hoblit und Diane Lane. Und es gibt, für Genrefans, einen sehr guten Grund gegen den Film: das Drehbuch. Denn es erzählt, sauber entwickelt (oder sollte ich sagen vorhersehbar nach Schema F), eine typische logikfreie Serienkillergeschichte für ein Mainstreampublikum, das sich niemals einen der derzeit modischen Torture-Porn-Streifen ansehen würde und die stereotype Medienkritik des Geschichte gedankenlos bejaht.

Die Geschichte: FBI-Agentin Jennifer Marsh stößt bei ihren Ermittlungen im Internet auf eine neue Seite, auf der zuerst eine Katze und später Menschen, vor laufender Kamera qualvoll sterben. Der Clou: je mehr Menschen die Seite anklicken, umso schneller wird das Opfer hingerichtet. Marsh versucht dem Mörder auf die Schliche zu kommen. Aber die Seite ist ‚untraceable’.

Bei dem Drehbuch haben mir der schnelle Anfang, bei dem die Heldin auf wenigen Seiten vorgestellt wird; das gelungene Präsentieren von Informationen, die später wichtig werden und das ausgewogene Verhältnis von Berufsleben und etwas Privatleben mit ihrer sechsjährigen Tochter, gefallen. Überhaupt nicht gefallen hat mir dagegen die Story. Denn sie bewegt sich letztendlich spannungsfrei und ohne falsche Fährten von einem Mord zum Nächsten. Irgendwann hat die Heldin eine Idee und wir kennen sofort den richtigen Mörder und das, wie ich finde ziemlich alberne, Motiv. Sie macht einige dumme Fehler (Bei einem Fehler dachte ich nur ‚Nein, das darf nicht wahr sein’.). Ebenfalls zum festen Genreinventar gehört das Ende mit dem tödlichen Kampf zwischen der Polizistin und dem Mörder.

Insgesamt ist „Untraceable“ nach dem Drehbuch ein 08/15-Serienkillerfilm, für den man sich wirklich keine Kinokarte kaufen muss.

Mit Diane Lane, Colin Hanks, Billy Burke

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Untraceable“

Drehbuch „Untraceable“ von Robert Fyvolent, Mark R. Brinker und Allison Burnett

Interview mit Allison Burnett

Homepage von Allison Burnett


TV-Tipp für den 3. April

April 3, 2008

Das Vierte, 20.15

Der Unbeugsame (USA 1967, R.: Stuart Rosenberg)

Drehbuch: Donn Pearce, Frank Pierson

LV: Donn Pearce: Cool Hand Luke, 1965

Betrunken demoliert der brave Luke Parkuhren. Dafür wird er für zwei Jahre ins Arbeitslager geschickt und trifft dort auf eine ganz andere Gesellschaft. Luke will sich aber nicht anpassen.

Beeindruckendes Knastdrama

Mit Paul Newman, George Kennedy, J. D. Cannon, Lou Antonio, Strother Martin, Dennis Hopper, Harry Dean Stanton

Hinweise

Wikipedia über Donn Pearce

Drehbuch “Cool Hand Luke” von Donn Pearce und Frank Pierson


TV-Tipp für den 2. April

April 2, 2008

ARD, 23.30

Deutschland im Visier (D 2008, R.: Christian Gramstadt, Markus Rosch)

Drehbuch: Christian Gramstadt, Markus Rosch

Dieses Mal geht es nicht um den islamistischen Terrorismus, sondern um „Das verborgene Netz der kalabrischen Mafia“ (Untertitel). Zu den Interviewpartnern der beiden Filmemacher gehört auch das „Engelsgesicht“ Giorgio Basile.

Wiederholungen

ARD, Donnerstag, 3. April, 03.15 Uhr (Taggenau!)

BR, Montag, 28. April, 23.40 Uhr

Das Erste zur Doku


TV-Tipp für den 1. April

März 31, 2008

ZDF, 22.15

Neues aus der Anstalt

Nicht „April. April.“, sondern gutes Kabarett bieten Urban Priol, Georg Schramm, Hagen Rether, Olaf Schubert und Josef Hader.

Wiederholung: Mittwoch, 2. April, 02.20 Uhr (Taggenau!)

Hinweis

ZDF über „Neues aus der Anstalt“ (mit Informationen zu den Gästen und der Möglichkeit die Sendungen online anzusehen)


TV-Tipp für den 31. März

März 31, 2008

ZDF, 22.15

Catwoman (USA 2004, R.: Pitof)

Drehbuch: John Brancato, Michael Ferris, John Rogers

LV: Charaktere von Bob Kane

Patience entdeckt eine Verschwörung, wird ermordet, erwacht als mit Superkräften ausgestattete Catwoman und rächt sich.

Der Film ist Müll der nicht unterhaltsamen Sorte. Aber Halle Berrys Auftritt bei den Razzies hat Größe. Denn sie gehört (siehe das YouTube-Video) zu den wenigen Gewinnern, die den ehrlich verdienten Preis für außergewöhnlich schlechte Leistungen persönlich abholte.

Mit Halle Berry, Benjamin Pratt, Sharon Stone, Lambert Wilson, Frances Conroy, Michael Massee

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film 

Film-Zeit über “Catwoman”


TV-Tipp für den 30. März

März 30, 2008

Arte, 22.35

Verbrechen in Florenz (D 2000, R.: Peter Goedel)

Drehbuch: Peter Goedel

Preisgekrönte Doku über die 2007 verstorbene Krimiautorin Magdalen Nabb.

Wiederholung: Freitag, 11. April, 02.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Arte zur Doku

Homepage von Magdalen Nabb

Krimiblog: Interview mit Magdalen Nabb

Krimi-Couch über Magdalen Nabb


TV-Tipp für den 29. März

März 28, 2008

3sat, 22.35

3sat extra: Tod

Zum Abschluss des Shakespeare-Programmschwerpunktes präsentiert 3sat eine etwas ziellose vierzigminütige Diskussion zwischen Krimiautorin Andrea Maria Schenkel, Schauspielerin Ulrike Folkerts, Intendant Claus Peyman und Ex-Soldat Steven E. Kuhn über den Tod bei Shakespeare und in der Gegenwart.

Die Diskussion kann bei 3sat online gesehen werden.


TV-Tipp für den 28. März

März 28, 2008

RBB, 00.00

Mein großer Freund Shane (USA 1953, R.: George Stevens)

Drehbuch: A. B. Guthrie jr., Jack Sher

LV: Jack Schaefer: Shane, 1949 (Mein großer Freund Shane)

Revolverheld Shane hilft einigen Siedlern gegen einen bösen Viehzüchter.

Ein Westernklassiker mit einem mythologischen Helden. Sowohl Roman als auch Film eroberten Publikum und Kritik im Sturm.

Mit Alan Ladd, Jean Arthur, Van Heflin, Brandon De Wilde, Jack Palance, Ben Johnson, Elisha Cook jr.

Hinweis

Western-Autor Richard S. Wheeler über „Shane“ von Jack Schaefer

Wikipedia über „Mein großer Freund Shane“

Google-Books: „Shane. The Critical Edition“ (Herausgegeben von James C. Work, 1984)

Kirjasto über Jack Schaefer 

New York Times: Nachruf auf Jack Schaefer 


TV-Tipp für den 27. März

März 27, 2008

Arte, 23.15

Die Pornografinnen (DK 2005, R.: Marita Neher)

Drehbuch: Marita Neher

Doku über Frauen, die mit ihren erotischen Fantasien den Porno-Markt aufbrechen. Neher porträtiert Pornodarstellerin und -produzentin Ovidie, Fotografin Natascha Merritt, Verlegerin Claudia Gehrke, Pornoregisseurin Petra Joy und die Herausgeberinnen eines Pornoheftes für Mädchen, Elke Kuhlen und Nicole Rüdiger, Herausgeberinnen von „Glück“.

Wiederholungen

Montag, 31. März, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Sonntag, 6. April, 03.50 Uhr (Taggenau!)

Arte zur Doku


TV-Tipp für den 26. März

März 26, 2008

SWR, 23.00

Der Saustall (F 1981, R.: Bertrand Tavernier)

Drehbuch: Jean Aurenche, Bertrand Tavernier

LV: Jim Thompson: Pop. 1280, 1964 (Zwölfhundertachtzig schwarze Seelen, 1280 schwarze Seelen)

Wirklich gelungene Verfilmung eines der besten Thompson-Bücher: ein Haufen Menschen geht ihren niederen Trieben (Sex, Ehebruch, Mord) nach und fühlt sich dabei von moralischen Gesetzen nicht gebunden.

Tavernier verlegte die Handlung von einem Südstaaten-Kaff nach Französisch-Westafrika, blieb aber der Seele des Buches treu.

Mit Philippe Noiret, Isabelle Huppert, Stéphane Audran, Guy Marchand

Hinweise

Mordlust über Jim Thompson

Kirjasto über Jim Thompson 

Crime Time über Jim Thompson


TV-Tipp für den 25. März

März 25, 2008

Arte, 23.05 (VPS 23.00)

Patti Smith: Dream of Life (USA 2008, R.: Steven Sebring)

Drehbuch: Steven Sebring

Gestern auf der Berlinale und heute, dank Arte, im Wohnzimmer: das zweistündige intime Porträt über die Sängerin.

Mit Patti Smith, Jay Dee Daugherty, Flea, Philip Glass, Lenny Kaye, Sam Shepard, Benjamin Smoke, Tom Verlaine, Bob Dylan

Hinweise

Homepage von Patti Smith

MySpace-Seite von Patti Smith 

Arte-Schwerpunkt über Patti Smith und „Patti Smith: Dream of Life“

Film-Zeit über „Patti Smith: Dream of Life“

Der Tagesspiegel: Patti-Smith-Interview (Berlinale 2008)


Ostermorde: TV-Tipps für die Feiertage

März 20, 2008

Freitag, 21. März

Pro 7, 20.15

Aviator (USA 2004, R.: Martin Scorsese)

Drehbuch: John Logan

Braves Biopic über den Multimillionär Howard Hughes und sein Leben in den dreißiger und vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Gut gespielt, liebevoll ausgestattet, straf erzählt mit einem Blick auf die dunklen Seiten des Porträtierten, aber von Scorsese erwarte ich mehr.

Denn letztendlich ist „Aviator“ Ausstattungskino.

Mit Leonardo DiCaprio, Cate Blancett, Kate Beckinsale, John C. Reilly, Alan Alda, Jude Law, Alec Baldwin, Alan Alda, Ian Holm, Danny Huston, Gwen Stefani, Willem Dafoe,

Wiederholung: Sonntag, 23. März, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Film-Zeit über „Aviator“

About.com: Längeres Interview mit Martin Scorsese über „Aviator“

Umfangreiche Martin-Scorsese-Fanseite

 

Samstag, 22. März

HR, 00.00

Tatort: So ein Tag… (D 1982, R.: Jürgen Roland)

Drehbuch: Uwe Erichsen, Jürgen Roland

Damals waren auch innerhalb des „Tatort“-Formats solche Einzelstücke möglich. Der selten gezeigter „Tatort“ zeigt den ganz normalen Arbeitstag eines Schutzpolizisten in einer großen Stadt. Polizeihauptmeister Rolfs erfährt, dass einige Gangster die Pelzgroßhandlung, in der seine Freundin arbeitet, überfallen wollen.

Allerdings gehört der in Frankfurt spielende Krimi „So ein Tag…“ nicht zu den besten Werken von Jürgen Roland.

Mit Klaus Löwitsch, Michael Schwarzmeier, Harald Dietl, Diana Körner, Günter Ungeheuer

Hinweis

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Uwe Erichsen

 

Sonntag, 23. März

ARD, 21.45

Der Wolf – Das vermisste Mädchen (Dän/ Nor/D 2007, R.: Ulrik Imtiaz Rolfsen)

Drehbuch: Thomas Moldestad

LV: Gunnar Staalesen: Bitre Blomster, 1991 (Bittere Blumen)

Nun hat sich in Co-Produktion die Degeto auch Gunnar Staalesens Privatschnüffler Varg Veum angenommen. In dem ersten von bislang drei TV-Krimis soll Veum den spurlos verschwundenen Geliebten einer Politikerin finden.

Den zweiten Krimi mit Varg Veum, „Dunkle Geschäfte“, zeigt das Erste am Montag, nach dem Konstanz-„Tatort“ um 21.45 Uhr.

Mit Trond Espen Seim, Kathrine Fagerland, Bjørn Floberg

Hinweise

Krimi-Couch über Gunnar Staalesen

ARD zu „Der Wolf“

 

Montag, 24. März

Pro 7, 22.15

Das Schweigen der Lämmer (USA 1991, R.: Jonathan Demme)

Drehbuch: Ted Tally

LV: Thomas Harris: The silence of the lambs, 1988 (Das Schweigen der Lämmer)

FBI-Agentin Starling verfolgt einen Serienkiller und verliebt sich in den inhaftierten Hannibal Lecter.

Inzwischen schon ein Klassiker, der – zu Recht – etliche Oscars erhielt (Bester Film, Regie, Drehbuch, Hauptrolle). Beim wiederholten Sehen fällt auf, wie wenig von den schockierenden Ereignissen wirklich zu sehen ist – und wie konservativ die Kameraführung ist. Achten sie auf die erste Begegnung von Jodie Foster und Anthony Hopkins. Da ist keine Bewegung überflüssig, kein Schnitt zuviel und es wird sich in jeder Sekunde auf das Drehbuch und die Schauspieler verlassen.

Hitchcock hätte der Film gefallen.

Mit Jodie Foster, Anthony Hopkins, Scott Glenn, Ted Levine

Hinweise 

Drehbuch „The Silence of the lambs“ von Ted Tally (2nd draft script, 28. Juli 1989)

Drehbuch „The Silence of the lambs“ von Ted Tally und Thomas Harris (final draft script)

Drehbuch „The Silence of the lambs“ von Ted Tally und Thomas Harris  (undated, unspecified draft script)

Homepage von Thomas Harris

Krimi-Couch über Thomas Harris


Neu im Kino: Juno, Ein tödlicher Anruf

März 20, 2008

Neue Kriminalfilme gibt es diese Woche nicht. Aber dafür laufen die Verfilmung des besten Drehbuchs des Jahres (jedenfalls nach der Meinung der Oscar-Juroren) und ein Remake, für das ein bekannter Thrillerautor zur Feder griff, an.

 

Juno (USA 2007, R.: Jason Reitman)

Drehbuch: Diablo Cody

Heute startet die in den USA unglaublich erfolgreiche Komödie über einen schwangeren, rotzlöffeligen Teenager. Diablo Codys Drehbuch erhielt den Oscar für das beste Drehbuch.

Mit Ellen Page, Michael Cera, Jennifer Garner, Jason Bateman, J. K. Simmons

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Juno“

Kriminalakte: Wer ist Diablo Cody? (mit Links zum Drehbuch und Interviews)

 

 

Ein tödlicher Anruf (J/USA 2007, R.: Eric Valette)

Drehbuch: Andrew Klavan

LV: Yasushi Akimoto: Chakushin ari

Der Kritikerkonsens sagt: missglücktes Remake des eh nicht so tollen japanischen Horrorfilms „One missed Call“ (J 2003) von Takashi Miike über Teenager, die wenige Tage nach einem Handyanruf, der ihren Tod ankündigt, sterben. Bei Rotten Tomatoes erreicht der Film bei den Kritikern einen Frischegrad von „Null Prozent“. Das dürfte ein Rekord sein und veranlasste Andy Klein vom Los Angeles City Beat zu schreiben: its 0% Rotten Tomatoes rating is harsh enough to almost make me want to defend it. Almost.

Die zahlenden Zuschauer attestieren dem Werk an gleicher Stelle mit „Sechzehn Prozent Frische“ einen ähnlich verrotteten Zustand.

Für das amerikanische Remake schrieb Thrillerautor Andres Klavan das Drehbuch. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die auch verfilmten Romane „Ein wahres Verbrechen“ (True Crime, mit Clint Eastwood) und „Sag kein Wort“ (Don’t say a word, mit Michael Douglas).

Mit Edward Burns, Shannyn Sossamon, Azura Sky, Ray Wise

Hinweise

Deutsche Homepage zum Film

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Ein tödlicher Anruf“

Homepage von Andrew Klavan


TV-Tipp für den 20. März

März 20, 2008

ZDF, 22.15

Air Force One (USA 1997, R.: Wolfgang Petersen)

Drehbuch: Andrew W. Marlowe

Buch zum Film: Max Allan Collins: Air Force One, 1997 (Air Force One)

Russische Terroristen entführen die Air Force One. Der US-amerikanische Präsident James Marshall wirft sie – Wer könnte bei dem Namen daran zweifeln? – aus seinem Flugzeug. Davor erkundet er den Gepäckraum der Air Force One und versucht mit dem Weißen Haus zu telefonieren.

Gut besetztes Popcorn-Kino von unserem Mann in Hollywood.

Mit Harrison Ford, Glenn Close, Gary Oldman, Wendy Crewson, Paul Guilfoyle, Xander Berkeley, William H. Macy, Dean Stockwell, Jürgen Prochnow, Bill Smitrovich, Philip Baker Hall, Werner Sonne (als deutscher Journalist)

Wiederholung: Freitag, 21. März, 02.00 Uhr (Taggenau!)


TV-Tipp für den 19. März

März 19, 2008

HR, 22.15

Marnie (USA 1964, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Jay Presson Allan

LV: Winston Graham: Marnie, 1961 (Marnie)

Ein Verleger verknallt sich in eine Kleptomanin.

„Marnie“ ist – nach mehreren Klassikern –  ein schwacher Hitchcock, der von der damaligen Kritik ziemlich verrissen wurde. Sean Connery bewies allerdings schon zu Bond-Zeiten seine Lust auf ungewöhnliche Rollen: der Geheimagent ihrer Majestät als Weichei.

„Marnie ist Hitchcocks Phantasie über das kleine Kind in der Frau und über den Züchtigungswahn der Männer. Auch ein Experiment damit, wie sehr das Freudsche Sozialisierungsmodell taugt für den Rahmen eines Suspense-Thrillers, in dem es anscheinend nur um die Auflösung kindlicher Traumata geht (die zu Verwirrung bei Rot/Weiß-Wahrnehmungen, zu Alpträumen bei nächtlichen Klopfgeräuschen, zu Angstzuständen bei Gewittern führen). Im Grunde aber handelt der Film von den Stadien eines permanenten Schocks auf der einen Seite, die in ständige Transfers in andere Identitäten münden, und von der systematischen Manipulation einer Abhängigen, mal mit Gewalt, mal mit sadistischer Verzögerung zelebriert.“ (Norbert Grob in Lars-Olav Beier/Georg Seeßlen [Hrsg.]: Alfred Hitchcock, 1999)

Mit Sean Connery, Tippi Hedren, Diane Baker

Hinweise

Winston Graham and Poldark Literary Society

Telegraph: Nachruf auf Winston Graham 

Turner Classic Movies über „Marnie“ 

Tony Lee Moral: Hitchcock and the Making of „Marnie“, Manchester University Press 2002 (via Google Buchsuche) 


TV-Tipp für den 18. März

März 18, 2008

Arte, 22.20

Geheimauftrag Kidnapping (GB 2007, R.: Dan Edge, Stephen Grey)

Drehbuch: Dan Edge, Stephen Grey

Doku über die CIA-Praxis des illegalen Verschleppens von Terrorverdächtigen nach dem 11. September in unbekannte Foltergefängnisse irgendwo auf dem Globus. Die US-amerikanische Regierung hält das Rendition-Programm für ein notwendiges Übel um den islamistischen Terrorismus zu bekämpfen. Die beiden Dokumentarfilmer glauben, dass das Rendition-Programm die Rekrutierung islamistischer Terroristen erleichtert.

Wiederholung: Dienstag, 1. April, 05.00 Uhr (Taggenau!)

Arte zur Doku


TV-Tipp für den 17. März

März 17, 2008

WDR, 22.00

die story: War made easy – Wie Amerikas Präsidenten lügen (USA 2007, Loretta Alper, Jeremy Earp)

Drehbuch: Loretta Alper, Jeremy Earp

Hochgelobte Doku über US-Präsidenten und ihr, wenn es um Krieg und Frieden geht, laxes Verhältnis zur Wahrheit. Die Filmemacher analysieren die immergleichen Methoden, mit denen die Präsidenten zuerst die willigen Journalisten und dann ihr Volk kriegsbereit machten.  

Die deutsche Fassung wurde um eine halbe Stunde gekürzt.

Hinweise

WDR zur Dokumentation

Offizielle Homepage zu „War made easy: How Presidents & Pundits Keep Spinning Us to Death”

Die ungekürzte Dokumentation bei Google Video