Killer – Tagebuch eines Serienmörders (USA 1996, R.: Tim Metcalfe)
Drehbuch: Tim Metcalfe
LV: Thomas E. Gaddis/James D. Long: Killer: A Journal of Murder, 1970
Auf Tatsachen beruhender Spielfilm über Carl Panzram (bravourös gespielt von James Woods), den ersten bekannten Massenmörder der USA. Er wurde 1929 wegen Mordes an 21 Menschen hingerichtet.
Differenziertes Drama, das allerdings immer auf dem Niveau eines gehobenen Fernsehspiels bleibt.
20.000 Jahre in Sing Sing (USA 1932, R.: Michael Curtiz)
Drehbuch: Courtney Terrett (als Courtenay Terrett), Robert Lord, Wilson Mizner, Brown Holmes
LV: Lewis E. Lawes: Twenty Thousand Years in Sing Sing, 1932 (als Warden Lewis E. Lawes)
Als Tom Connors auf Hafturlaub ist, erschießt seine Freundin einen Gangster. Connors nimmt die Schuld auf sich und soll auf den elektrischen Stuhl.
Ein weiterer der damals beliebten sozialkritischen Gangsterfilme.
Der Autor der Buchvorlage leitete während der Dreharbeiten noch das Gefängnis Sing Sing. Deshalb durfte die Filmcrew zahlreiche Szenen in dem berühmten Gefängnis drehen.
Dawn of the Dead (USA 2004, 2004, R.: Zack Snyder)
Drehbuch: James Gunn
Vorlage: George A. Romero: Dawn of the Dead, 1978 (Drehbuch)
Über Nacht übernehmen Zombies die Welt. Krankenschwester Ana kann mit einigen Nichtinfizierten in ein Einkaufszentrum flüchten. Die Zombies belagern die Shopping-Mal.
Unterhaltsames Remake von George A. Romeros „Zombie“ mit einigen Änderungen: die Zombies sind nicht mehr so fußlahm, die Konsum- und Kapitalismuskritik nicht mehr vorhanden und alles ist mehr Hollywood-Mainstream.
Oh, und Ving Rhames spielt mit.
Mit Sarah Polley, Ving Rhames, Jake Weber, Mekhi Phifer, Ty Burrell
Wiederholung: Samstag, 5. April 01.15 Uhr (Taggenau!)
Drehbuch: Robert Fyvolent, Mark R. Brinker, Allison Burnett
So wie es nach dem Drehbuch und dem Trailer aussieht, gibt es zwei Gründe für den Film: Gregory Hoblit und Diane Lane. Und es gibt, für Genrefans, einen sehr guten Grund gegen den Film: das Drehbuch. Denn es erzählt, sauber entwickelt (oder sollte ich sagen vorhersehbar nach Schema F), eine typische logikfreie Serienkillergeschichte für ein Mainstreampublikum, das sich niemals einen der derzeit modischen Torture-Porn-Streifen ansehen würde und die stereotype Medienkritik des Geschichte gedankenlos bejaht.
Die Geschichte: FBI-Agentin Jennifer Marsh stößt bei ihren Ermittlungen im Internet auf eine neue Seite, auf der zuerst eine Katze und später Menschen, vor laufender Kamera qualvoll sterben. Der Clou: je mehr Menschen die Seite anklicken, umso schneller wird das Opfer hingerichtet. Marsh versucht dem Mörder auf die Schliche zu kommen. Aber die Seite ist ‚untraceable’.
Bei dem Drehbuch haben mir der schnelle Anfang, bei dem die Heldin auf wenigen Seiten vorgestellt wird; das gelungene Präsentieren von Informationen, die später wichtig werden und das ausgewogene Verhältnis von Berufsleben und etwas Privatleben mit ihrer sechsjährigen Tochter, gefallen. Überhaupt nicht gefallen hat mir dagegen die Story. Denn sie bewegt sich letztendlich spannungsfrei und ohne falsche Fährten von einem Mord zum Nächsten. Irgendwann hat die Heldin eine Idee und wir kennen sofort den richtigen Mörder und das, wie ich finde ziemlich alberne, Motiv. Sie macht einige dumme Fehler (Bei einem Fehler dachte ich nur ‚Nein, das darf nicht wahr sein’.). Ebenfalls zum festen Genreinventar gehört das Ende mit dem tödlichen Kampf zwischen der Polizistin und dem Mörder.
Insgesamt ist „Untraceable“ nach dem Drehbuch ein 08/15-Serienkillerfilm, für den man sich wirklich keine Kinokarte kaufen muss.
Betrunken demoliert der brave Luke Parkuhren. Dafür wird er für zwei Jahre ins Arbeitslager geschickt und trifft dort auf eine ganz andere Gesellschaft. Luke will sich aber nicht anpassen.
Beeindruckendes Knastdrama
Mit Paul Newman, George Kennedy, J. D. Cannon, Lou Antonio, Strother Martin, Dennis Hopper, Harry Dean Stanton
Deutschland im Visier (D 2008, R.: Christian Gramstadt, Markus Rosch)
Drehbuch: Christian Gramstadt, Markus Rosch
Dieses Mal geht es nicht um den islamistischen Terrorismus, sondern um „Das verborgene Netz der kalabrischen Mafia“ (Untertitel). Zu den Interviewpartnern der beiden Filmemacher gehört auch das „Engelsgesicht“ Giorgio Basile.
Drehbuch: John Brancato, Michael Ferris, John Rogers
LV: Charaktere von Bob Kane
Patience entdeckt eine Verschwörung, wird ermordet, erwacht als mit Superkräften ausgestattete Catwoman und rächt sich.
Der Film ist Müll der nicht unterhaltsamen Sorte. Aber Halle Berrys Auftritt bei den Razzies hat Größe. Denn sie gehört (siehe das YouTube-Video) zu den wenigen Gewinnern, die den ehrlich verdienten Preis für außergewöhnlich schlechte Leistungen persönlich abholte.
Mit Halle Berry, Benjamin Pratt, Sharon Stone, Lambert Wilson, Frances Conroy, Michael Massee
Zum Abschluss des Shakespeare-Programmschwerpunktes präsentiert 3sat eine etwas ziellose vierzigminütige Diskussion zwischen Krimiautorin Andrea Maria Schenkel, Schauspielerin Ulrike Folkerts, Intendant Claus Peyman und Ex-Soldat Steven E. Kuhn über den Tod bei Shakespeare und in der Gegenwart.
Doku über Frauen, die mit ihren erotischen Fantasien den Porno-Markt aufbrechen. Neher porträtiert Pornodarstellerin und -produzentin Ovidie, Fotografin Natascha Merritt, Verlegerin Claudia Gehrke, Pornoregisseurin Petra Joy und die Herausgeberinnen eines Pornoheftes für Mädchen, Elke Kuhlen und Nicole Rüdiger, Herausgeberinnen von „Glück“.
Wirklich gelungene Verfilmung eines der besten Thompson-Bücher: ein Haufen Menschen geht ihren niederen Trieben (Sex, Ehebruch, Mord) nach und fühlt sich dabei von moralischen Gesetzen nicht gebunden.
Tavernier verlegte die Handlung von einem Südstaaten-Kaff nach Französisch-Westafrika, blieb aber der Seele des Buches treu.
Mit Philippe Noiret, Isabelle Huppert, Stéphane Audran, Guy Marchand
Braves Biopic über den Multimillionär Howard Hughes und sein Leben in den dreißiger und vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Gut gespielt, liebevoll ausgestattet, straf erzählt mit einem Blick auf die dunklen Seiten des Porträtierten, aber von Scorsese erwarte ich mehr.
Denn letztendlich ist „Aviator“ Ausstattungskino.
Mit Leonardo DiCaprio, Cate Blancett, Kate Beckinsale, John C. Reilly, Alan Alda, Jude Law, Alec Baldwin, Alan Alda, Ian Holm, Danny Huston, Gwen Stefani, Willem Dafoe,
Damals waren auch innerhalb des „Tatort“-Formats solche Einzelstücke möglich. Der selten gezeigter „Tatort“ zeigt den ganz normalen Arbeitstag eines Schutzpolizisten in einer großen Stadt. Polizeihauptmeister Rolfs erfährt, dass einige Gangster die Pelzgroßhandlung, in der seine Freundin arbeitet, überfallen wollen.
Allerdings gehört der in Frankfurt spielende Krimi „So ein Tag…“ nicht zu den besten Werken von Jürgen Roland.
Mit Klaus Löwitsch, Michael Schwarzmeier, Harald Dietl, Diana Körner, Günter Ungeheuer
Der Wolf – Das vermisste Mädchen (Dän/ Nor/D 2007, R.: Ulrik Imtiaz Rolfsen)
Drehbuch: Thomas Moldestad
LV: Gunnar Staalesen: Bitre Blomster, 1991 (Bittere Blumen)
Nun hat sich in Co-Produktion die Degeto auch Gunnar Staalesens Privatschnüffler Varg Veum angenommen. In dem ersten von bislang drei TV-Krimis soll Veum den spurlos verschwundenen Geliebten einer Politikerin finden.
Den zweiten Krimi mit Varg Veum, „Dunkle Geschäfte“, zeigt das Erste am Montag, nach dem Konstanz-„Tatort“ um 21.45 Uhr.
Mit Trond Espen Seim, Kathrine Fagerland, Bjørn Floberg
Das Schweigen der Lämmer (USA 1991, R.: Jonathan Demme)
Drehbuch: Ted Tally
LV: Thomas Harris: The silence of the lambs, 1988 (Das Schweigen der Lämmer)
FBI-Agentin Starling verfolgt einen Serienkiller und verliebt sich in den inhaftierten Hannibal Lecter.
Inzwischen schon ein Klassiker, der – zu Recht – etliche Oscars erhielt (Bester Film, Regie, Drehbuch, Hauptrolle). Beim wiederholten Sehen fällt auf, wie wenig von den schockierenden Ereignissen wirklich zu sehen ist – und wie konservativ die Kameraführung ist. Achten sie auf die erste Begegnung von Jodie Foster und Anthony Hopkins. Da ist keine Bewegung überflüssig, kein Schnitt zuviel und es wird sich in jeder Sekunde auf das Drehbuch und die Schauspieler verlassen.
Hitchcock hätte der Film gefallen.
Mit Jodie Foster, Anthony Hopkins, Scott Glenn, Ted Levine
Neue Kriminalfilme gibt es diese Woche nicht. Aber dafür laufen die Verfilmung des besten Drehbuchs des Jahres (jedenfalls nach der Meinung der Oscar-Juroren) und ein Remake, für das ein bekannter Thrillerautor zur Feder griff, an.
Juno (USA 2007, R.: Jason Reitman)
Drehbuch: Diablo Cody
Heute startet die in den USA unglaublich erfolgreiche Komödie über einen schwangeren, rotzlöffeligen Teenager. Diablo Codys Drehbuch erhielt den Oscar für das beste Drehbuch.
Mit Ellen Page, Michael Cera, Jennifer Garner, Jason Bateman, J. K. Simmons
Ein tödlicher Anruf (J/USA 2007, R.: Eric Valette)
Drehbuch: Andrew Klavan
LV: Yasushi Akimoto: Chakushin ari
Der Kritikerkonsens sagt: missglücktes Remake des eh nicht so tollen japanischen Horrorfilms „One missed Call“ (J 2003) von Takashi Miike über Teenager, die wenige Tage nach einem Handyanruf, der ihren Tod ankündigt, sterben. Bei Rotten Tomatoes erreicht der Film bei den Kritikern einen Frischegrad von „Null Prozent“. Das dürfte ein Rekord sein und veranlasste Andy Klein vom Los Angeles City Beat zu schreiben: its 0% Rotten Tomatoes rating is harsh enough to almost make me want to defend it. Almost.
Die zahlenden Zuschauer attestieren dem Werk an gleicher Stelle mit „Sechzehn Prozent Frische“ einen ähnlich verrotteten Zustand.
Für das amerikanische Remake schrieb Thrillerautor Andres Klavan das Drehbuch. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die auch verfilmten Romane „Ein wahres Verbrechen“ (True Crime, mit Clint Eastwood) und „Sag kein Wort“ (Don’t say a word, mit Michael Douglas).
Mit Edward Burns, Shannyn Sossamon, Azura Sky, Ray Wise
Buch zum Film: Max Allan Collins: Air Force One, 1997 (Air Force One)
Russische Terroristen entführen die Air Force One. Der US-amerikanische Präsident James Marshall wirft sie – Wer könnte bei dem Namen daran zweifeln? – aus seinem Flugzeug. Davor erkundet er den Gepäckraum der Air Force One und versucht mit dem Weißen Haus zu telefonieren.
Gut besetztes Popcorn-Kino von unserem Mann in Hollywood.
Mit Harrison Ford, Glenn Close, Gary Oldman, Wendy Crewson, Paul Guilfoyle, Xander Berkeley, William H. Macy, Dean Stockwell, Jürgen Prochnow, Bill Smitrovich, Philip Baker Hall, Werner Sonne (als deutscher Journalist)
„Marnie“ ist – nach mehreren Klassikern –ein schwacher Hitchcock, der von der damaligen Kritik ziemlich verrissen wurde. Sean Connery bewies allerdings schon zu Bond-Zeiten seine Lust auf ungewöhnliche Rollen: der Geheimagent ihrer Majestät als Weichei.
„Marnie ist Hitchcocks Phantasie über das kleine Kind in der Frau und über den Züchtigungswahn der Männer. Auch ein Experiment damit, wie sehr das Freudsche Sozialisierungsmodell taugt für den Rahmen eines Suspense-Thrillers, in dem es anscheinend nur um die Auflösung kindlicher Traumata geht (die zu Verwirrung bei Rot/Weiß-Wahrnehmungen, zu Alpträumen bei nächtlichen Klopfgeräuschen, zu Angstzuständen bei Gewittern führen). Im Grunde aber handelt der Film von den Stadien eines permanenten Schocks auf der einen Seite, die in ständige Transfers in andere Identitäten münden, und von der systematischen Manipulation einer Abhängigen, mal mit Gewalt, mal mit sadistischer Verzögerung zelebriert.“ (Norbert Grob in Lars-Olav Beier/Georg Seeßlen [Hrsg.]: Alfred Hitchcock, 1999)
Geheimauftrag Kidnapping (GB 2007, R.: Dan Edge, Stephen Grey)
Drehbuch: Dan Edge, Stephen Grey
Doku über die CIA-Praxis des illegalen Verschleppens von Terrorverdächtigen nach dem 11. September in unbekannte Foltergefängnisse irgendwo auf dem Globus. Die US-amerikanische Regierung hält das Rendition-Programm für ein notwendiges Übel um den islamistischen Terrorismus zu bekämpfen. Die beiden Dokumentarfilmer glauben, dass das Rendition-Programm die Rekrutierung islamistischer Terroristen erleichtert.
Wiederholung: Dienstag, 1. April, 05.00 Uhr (Taggenau!)
die story: War made easy – Wie Amerikas Präsidenten lügen (USA 2007, Loretta Alper, Jeremy Earp)
Drehbuch: Loretta Alper, Jeremy Earp
Hochgelobte Doku über US-Präsidenten und ihr, wenn es um Krieg und Frieden geht, laxes Verhältnis zur Wahrheit. Die Filmemacher analysieren die immergleichen Methoden, mit denen die Präsidenten zuerst die willigen Journalisten und dann ihr Volk kriegsbereit machten.
Die deutsche Fassung wurde um eine halbe Stunde gekürzt.