TV-Tipp für den 3. September

September 3, 2007

ZDF, 22.15

Blood Work (USA 2002, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: Michael Connelly: Bloodwork, 1997 (Das zweite Herz)

FBI-Mann Terry McCaleb sucht auf Bitten von Graciella nach dem Mörder ihrer Schwester. Immerhin hat er jetzt ihr Herz.

Ausgezeichnete Adaption des dicken Buches von Michael Connelly, bei dem einige für einen Film sehr sinnvolle Änderungen vorgenommen wurden.

„I am very happy with it. I think it is a solid cop story and I think it captured the character and spirit of the book.” (Michael Connelly, auf seiner Homepage)

Mit Clint Eastwood, Jeff Daniels, Wanda De Jesus, Anjelica Huston

Homepage von Michael Connelly:

http://michaelconnelly.com/

Michael Connelly in der Spurensuche:

Hinweis “Der Mandant” (The Lincoln Lawyer, 2005):

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-vierzig.html

Besprechung „Vergessene Stimmen“ (The Closers, 2005):

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-dreissig-eins.html

Besprechung „The Lincoln Lawyer” (2005):

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-neunzehn-grossstadtverbrechen.html


TV-Tipp für den 2. September

September 1, 2007

Arte widmet der großen Dame des britischen Kriminalromans einen ganzen Abend:

Arte, 20.40

Zeugin der Anklage (USA 1957, R.: Billy Wilder)

Drehbuch: Larry Marcus, Billy Wilder, Harry Kurnitz                  

LV: Agatha Christie: The Witness for the Prosecution, 1933 (Kurzgeschichte, ursprünglich erschienen in „The Hound Of Death And Other Stories”, Zeugin der Anklage)

Hat Leonard Vole eine reiche Witwe erschlagen? Für Staranwalt Sir Wilfried hängt alles von der Aussage von Voles Frau Christine ab.

Der würdige Beginn des Arte-Themenabend „Agatha Christie, die Krimikönigin“.

Prototyp aller Gerichtsfilme und immer noch weitaus spannender als die jüngeren Gerichtsthriller (obwohl die Pointe bekannt sein dürfte), mit – in glänzender Spiellaune –  Marlene Dietrich, Charles Laughton, Tyrone Power

Offizielle Agatha Christie-Homepage:

http://uk.agathachristie.com/site/home/

 

Arte, 22.40

Agatha Christie – Mein Leben in Bildern (GB 2004, R.: Richard Curson-Smith)

Drehbuch: Richard Curson-Smith

Zum zehnjährigen Bühnenjubiläum von „Die Mausefalle“ erzählt Agatha Christie ihrem Psychiater und der Presse, warum sie im Dezember 1926 elf Tage verschwand.

Arte sagt zum Film: „Das von der BBC produzierte Doku-Drama über das Leben einer der erfolgreichsten Autorinnen des 20. Jahrhunderts war einer der großen Zuschauererfolge des Jahres 2004 in Großbritannien. Jedes der in den Dialogen des Films gesprochenen Worte stammt aus der Feder von Agatha Christie.“

„Agatha Christie – Mein Leben in Bildern“ scheint gerade für Christie-Fans absolut nichts Neues zu bieten. Der ebenfalls von der BBC produzierte, ähnlich aufgemachte Film über George Orwell scheint wesentlich gelungener zu sein.

Mit Olivia Williams, Anna Massey, Raymond Coulthard, Stephen Boxer, Anthony O’Donnell

Wiederholungen:

Mittwoch, 4. September, 03.00 Uhr

Donnerstag, 13. September, 15.15 Uhr

Samstag, 15. September, 03.00 Uhr


TV-Tipp für den 1. September

September 1, 2007

Tele 5, 10.35

Schießen Sie auf den Pianisten (F 1960, R.: Francois Truffaut)

Drehbuch: François Truffaut, Marcel Moussy

LV: David Goodis: Down there, 1956 (Schüsse auf den Pianisten; Schießen Sie auf den Pianisten)

Nach dem Selbstmord seiner Frau hat sich der berühmte Konzertpianist Edouard zurückgezogen und fristet als Barpianist sein Dasein in einer Kaschemme. Als sein Bruder ihn um Hilfe bittet, gerät er in die Schusslinie von Gangstern.

Nach dem Erfolg seines Erstlings „Sie küssten und sie schlugen ihn“ drehte der 27-jährige Francois Truffaut ein stimmungsvolles Kriminalmelodrama, das in jeder Einstellung das Werk eines begeisterten Cineasten ist.

„Auf den ersten Blick kann man der gebrochenen Handlung kaum folgen, versteht kaum, um was es eigentlich geht. Sieht man den Film aber öfter, wird man weniger auf die Gangster- und Liebesgeschichte achten als vielmehr auf die Machart, auf das Strickmuster dieses Films über das Filmemachen und –anschauen. Truffaut, damals nun wahrlich ein junges Genie, das sich das Filmemachen fast ausschließlich theoretisch angeeignet hat, spielt mit dem Zuschauer nach allen Regeln der Filmkunst.“ (Willi Winkler: Die Filme von Francois Truffaut)

Mit Charles Aznavour, Marie Dubois, Nicole Berger

Wiederholung:

Freitag, 7. September, 07.10 Uhr


TV-Tipp für den 31. August

August 31, 2007

Das Vierte, 22.35 Uhr

Bad Lieutenant (USA 1992, R.: Abel Ferrara)

Drehbuch: Zoe Lund, Abel Ferrara

Harvey Keitel als drogensüchtiger Bulle auf der Suche nach Erlösung in den Straßenschluchten New Yorks. Genial! Unbedingt ansehen.

Mit Harvey Keitel, Victor Argo, Paul Calderone, Robin Borrows, Paul Hipp, Zoe Lund, Peggy Gormley, Anthony Ruggiero

Hinweise:

Ein informatives Buch über Abel Ferrara: Bernd Kiefer/Marcus Stiglegger: Die bizarre Schönheit der Verdammten – Die Filme von Abel Ferrara (Schüren Verlag, 2000, nur noch antiquarisch)

Das Drehbuch


TV-Tipp für den 30. August

August 29, 2007

RTL, 22.00 Uhr

Bones – Die Knochenjägerin: Ein Toter auf den Gleisen (USA 2006, R.: Tony Wharmby)

Drehbuch: Hart Hanson

Creator: Hart Hanson

LV: Charakter von Kathy Reichs

Roman zur Serie: Max Allan Collins: Bones – Die Knochenjägerin: Tief begraben (Bones: Buried Deep, 2006)

Bei einem Zugunglück sterben drei Menschen. Weil eines der Opfer eine Senatorin ist, bittet das FBI in Form von FBI-Agent Seeley Booth Dr. Temperance ‚Bones’ Brennan vom Jeffersonian Institute in Washington, D. C., um Hilfe. Das übliche Kettengerassel zwischen den beiden ist dieses Mal noch lauter. Denn Bones hat einen neuen Chef, Dr. Camille Saroyan, und diese hatte eine Affäre mit Booth.

Heute startet die zweite, aus 22 Folgen bestehende Staffel der witzigen Forensik-Krimiserie „Bones – Die Knochenjägerin“. Im Gegensatz zum CSI-Franchise wird hier nicht immer betont cool an Tatorten nach DNS-Spuren gesucht und anschließend die Sonnenbrille aufgesetzt. Hier muss sich die Heldin Bones mit einem Team herumschlagen, das sie ständig verkuppeln und von Verschwörungstheorien überzeugen will. Und dann gibt es noch die Wortgefechte zwischen ihr und Booth, die sich ihre Liebe nicht eingestehen können (Naja, gemeine Drehbuchautoren verhindern das. Aber eben diese Typen formulieren auch jede Woche, wie auf der Fox-Seite nachgelesen werden kann, etliche gute Einzeiler.)

Doch, das ist einfach gut gemachte Popcorn-Unterhaltung.

Mit Emily Deschanel, David Boreanaz, Michaela Conlin, Eric Millegan, T.J. Thyne, Tamara Taylor, Christine Estabrook, Ray Wise         

Wiederholung um 02.20 Uhr

Hinweise:

RTL (ein gutes Beispiel für eine schlechte Seite)

Fox (sehr informative Seite mit ausführlichen Zusammenfassungen der einzelnen Episoden, Sammlungen der besten Sprüche, Videos, undsoweiter)


TV-Tipp für den 29. August

August 29, 2007

Vox, 20.15

Criminal Intent – Verbrechen im Visier: Entführt (USA 2006, R.: Norberto Barba)

Drehbuch: Charlie Rubin (nach einer Geschichte von Warren Leight und Charlie Rubin)

Creator: Dick Wolf

Developer: René Balcer

Goren glaubt, dass der Serienkiller Sebastian wieder zugeschlagen hat. Während er zusammen mit seinem früheren Mentor, dem Profiler Declan Gage, ermittelt, wird seine Partnerin Eames entführt.

Heutet startet die sechste Staffel dieses „Law & Order“-Ablegers. In jeder Folge löst die Major Case Squad, eine Abteilung der New Yorker Polizei für besonders schwere Kapitalverbrechen, einen kniffligen Fall. Am Ende jeder Episode steht immer die Konfrontation, meistens im Verhörzimmer, zwischen dem Detective und dem Verbrecher. Er will ihn mit psychologischen Mitteln zu einem Geständnis bewegen. Selbstverständlich bietet diese Szene den Schauspielern die Gelegenheit noch einmal groß aufzuspielen.

Die Serie startet 2001 mit dem Ermittlerteam Robert Goren (Vincent D’Onofrio), einer wahren Intelligenzbestie oder der beste Sherlock Holmes, den sich New York leisten kann, und seiner bodenständig-normalen Kollegin Alexandra Eames (Kathryn Erbe). Als für Hauptdarsteller Vincent D’Onofrio, der in fast jeder Szene auftrat, der Produktionsstress zu groß wurde, gesellte sich ab der fünften Staffel für die Hälfte der Fälle ein zweites Team zu Goren und Eames. Mike Logan (Chris Noth) ermittelte bereits in „Law & Order“. Zusammen mit seiner Partnerin Carolyn Barek (Annabella Sciorra) übernahmen sie die schmutzigeren Fälle. Anabella Sciorra stieg bereits nach einer Staffel aus. Ab kommender Woche hat Logan dann Detective Megan Wheeler (Julianne Nicholson) als Partnerin.

Ebenfalls nach der fünften Staffel zog sich Captain James Deakins (Jamey Sheridan) in das Privatleben zurück. Sein Nachfolger ist Captain Danny Ross (Eric Bogosian). Am bekanntesten dürfte Ross-Darsteller Bogosian für sein Ein-Mann-Stück „Talk Radio“ sein. Er übernahm auch in der viel zu unbekannten Verfilmung von Oliver Stone die Hauptrolle.

Vox zeigt die 22 Episoden der sechsten Staffel an den kommenden Mittwochen immer um 20.15 Uhr und wiederholt sie, wenige Stunden später, nach Mitternacht.

Wiederholung um 00.20 Uhr

Weitere Informationen:

Vox-Homepage (nicht informativ)

NBC-Homepage (informativ)


TV-Tipp für den 28. August

August 28, 2007

John Huston (geboren 5 August 1906, gestorben 28 August 1987)

Deshalb:

Tele 5, 20.15

Das war Roy Bean (USA 1972, R.: John Huston)

Drehbuch: John Milius

Buch zum Film: John Milius: The Life and Times of Judge Roy Bean, 1973 (unklar ob Roman zum Film oder Drehbuch)

Knallige, prominent besetzte Nummernrevue über Roy Bean, einen Gangster der sich zu einem Friedensrichter ernannte und, weil er vom Staat als Richter anerkannt wurde, jahrelang, ohne die juristische Literatur zu kennen, Recht sprach. Die respektlose Abrechnung mit den amerikanischen Western-Mythen kam erst 1975 gekürzt in die deutschen Kinos.

John Milius, dem wir auch „Conan, der Barbar“ und „Die rote Flut“ verdanken, hatte wohl an einen weniger de demystifizierenden Film gedacht. Immerhin musste er sein Image als knallharter Reaktionär verteidigen.

„Das war Roy Bean“ orientiert sich lose am Leben des wirklichen und ziemlich legendären „Hanging Judge“ Roy Bean (1825 – 1903). Denn unter den zahlreichen Revolvermännern und Glücksspielern des Wilden Westens war er schon eine besondere Nummer

Mit Paul Newman, Jacqueline Bisset, Ava Gardner, Tab Hunter, John Huston, Stacy Keach, Roddy McDowall, Anthony Perkins, Victoria Principal (Debüt), Anthony Zerbe, Ned Beatty

Wiederholung am 29. August auf Tele 5 um 06.45 Uhr


Dangerous Connection – Im Netz der Verschwörung

August 26, 2007

The Proposal, USA 1999, R.: Richard Gale

Drehbuch: Maurice Hurley

Terry Martin ermittelt seit Monaten undercover gegen den Unterweltkönig Simon Bacig. Die Ermittlungen kommen nicht so richtig voran. Eines Tages lädt Bacig Martin mit seiner Frau zu seiner Geburtstagsparty ein. Weil Martin seine Frau nur erfunden hat, muss schnell eine passable Frau her. Martin und sein Chef halten die Polizistin Susan Reese für geeignet. Sie ist einverstanden und was jetzt kommt, ist für Genrefans nicht sonderlich überraschend. Natürlich beginnen Martin und Bacig um die Sexbombe herumzuscharwenzeln. Selbstverständlich verknallt Martin sich in seine Kollegin und ebenso selbstverständlich kann sie innerhalb kürzester Zeit den Gangster zu Geständnissen bewegen. Am Ende gibt es dann einige Überraschungen, die aber nicht hinterfragt werden sollten, und eine Schießerei. In Zeitlupe. Wow, das haben wir noch nie gesehen.

Die Story ist nicht neu, aber mit dem richtigen Drehbuch kann sie für einen unterhaltsamen Abend sorgen. Nur ist die Geschichte hier ein lieblos zusammengestellter Gemischtwarenladen irgendwo zwischen düsterem Polizeifilm und Schnulze. Entsprechend unentschlossen pendelt der Film zwischen den verschiedenen Polen hin und her und handelt die sattsam bekannten Stationen ohne große Überraschungen ab. Dazu kommen noch das zu geringe Budget und die dilettantische Regie. Richard Gale inszenierte seinen Debütfilm ohne ein Gespür für Stimmungen.  Die Synchronisation zerstört dann den Rest von Spannung.

„Dangerous Connection – Im Netz der Verschwörung“ ist ein billig produzierter Film irgendwo im Niemandsland zwischen „Fernsehfilm der Woche“ und „Direct-to-DVD“ mit drei halbwegs bekannten Gesichtern.

Der Film ist nur aus einem Grund rudimentär interessant. Das Drehbuch ist von Maurice Hurley. Er begann bei „Miami Vice“. Später schrieb er Bücher für „Baywatch“, „Baywatch Nights“, „Star Trek: Das nächste Jahrhundert“ (in den drei Serien war er auch Producer), „Diagnose Mord“, „Pointman“, „Nikita“ und „24“. 

Mit Jennifer Esposito, Nick Moran, Stephen Lang


TV-Tipp für den 27. August

August 26, 2007

MDR, 22.50

Die Saat der Gewalt (USA 1955, R.: Richard Brooks)

Drehbuch: Richard Brooks

LV: Evan Hunter: The blackboard jungle, 1954

Hochgelobtes, damals heiß diskutiertes und immer noch sehenswertes Jugenddrama über einen idealistischen Lehrer, der seine Schüler in New York vor einer Laufbahn als Verbrecher bewahren will. Bill Haleys „Rock around the clock“ wurde zum Welthit.

Hunter ist unter seinem Pseudonym Ed McBain als Autor der 1957 begonnenen Serie über das 87. Polizeirevier viel bekannter.

Mit Glenn Ford, Sidney Poitier, Paul Mazursky (Nebenrolle).

Hinweise:

Homepage von Ed McBain:

http://www.edmcbain.com/   

Meine ausführliche Besprechung des von Ed McBain herausgegebenen Buches „Die hohe Kunst des Mordens“ (Transgressions) in der „Kriminalakte“:

https://kriminalakte.wordpress.de/2007/06/12/zehn-autoren-ein-buch-tausend-seiten/


Fluchtpunkt Marseille

August 26, 2007

The Marseille Contract, Marseille Contrat, GB/F 1974, R.: Robert Parrish

Drehbuch: Judd Bernard

Aus dem Plot hätte man eine Saga über Freundschaft, Vertrauen und Verrat machen können. Rauschgiftfahnder Steve Ventura (Quinn) kommt bei seiner Jagd nach dem Drogenhändler Jacques Brizard (Mason) nicht weiter. Also engagiert er einen Killer. Dieser ist sein alter Freund und Ex-Kollege John Deray (Caine). Deray übernimmt den Auftrag. Er schleicht sich bei Brizard ein.

Aber das Ganze ist ein lieblos heruntergekurbelter Langweiler, bei dem auch die vielen Stars nichts retten können. Nur Michael Caine als Profikiller zieht sich achtbar aus der Affäre. Hübsch anzusehen ist auch die erste Kontaktaufnahme von Caine mit der Freundin des Drogenhändlers. Die beiden liefern sich in ihren Sportwagen auf den einsamen Landstraßen Südfrankreichs eine lange Verfolgungsjagd. John Woo kopierte diese umweltschädigende Art der Kontaktaufnahme im ebenfalls schrottigen „Mission: Impossible II“.

Die Musik von Roy Budd ist okay.

Mit Michael Caine, Anthony Quinn, James Mason, Marcel Bozzufi, Maurice Ronet, Catherine Rouvel, Alexandra Stewart


TV-Tipp für den 26. August

August 26, 2007

3sat, 23.45

Wie Raubkatzen (F 1963, R.: René Clement)

Drehbuch: René Clement, Pascal Jardin, Charles Williams

LV: Day Keene: Joy House, 1954 (Die goldene Falle)

Ein Playboy (Delon) taucht auf der Flucht vor Gangstern in der Villa von zwei reichen Amerikanerinnen unter. Diese haben ein mörderisches Geheimnis und keine Skrupel.

Spannender Thriller mit Alain Delon, Jane Fonda, Lola Albright


TV-Tipp für den 25. August

August 24, 2007

Kabel 1, 00.40

Watch the Skies! – Sie kommen, um uns zu vernichten (USA 2005, R.: Richard Schickel)

Drehbuch: Richard Schickel

Einstündige Doku über die amerikanischen Science-Fiction-Filme der Fünfziger und wie sie einige Hollywood-Regisseure beeinflussten.

Mit Steven Spielberg, George Lucas, Ridley Scott, James Cameron


Straßen in Flammen

August 23, 2007

Streets of Fire, USA 1984, R.: Walter Hill

Drehbuch: Walter Hill, Larry Gross

Die Story ist ein luftiges Nichts: Gang-Boss Raven Shaddock entführt während eines Konzertes die Sängerin Ellen Aim. Ihr Ex Tom Cody kommt zurück, rettet sie aus dem Club des Bösen, bringt sie zurück und trifft sich mit Raven zum abschließenden Kampf.

Aber die Story ist Walter Hill auch ziemlich egal. Ihm geht es in seiner Rockfantasie „Straßen in Flammen“ um die amerikanische Populärkultur: Rockmusik, Fünfziger-Jahre-Filme, Western, Actionfilme und Comics. Denn „Straßen in Flammen“ spielt in einer zeitlosen Gegenwelt, in der alles nach den Fünfzigern aussieht, die Waffen und die Musik aber aus den Achtzigern sind. Ähnlich zeitlos sind die „Spiderman“-Filme von Sam Raimi. In diesen Straßen einer nicht genannten Großstadt (Wer denkt bei den Brücken und Schluchten nicht an New York in einer seiner zahlreichen Inkarnationen?) wird noch einmal der Kampf zwischen Motorradgangs und Polizei inszeniert. Psychologisiert wird dabei nichts. Alles ist reine Oberfläche. Cody ist dabei natürlich der direkt aus einem Western entsprungene aus der Fremde kommende Heilsbringer. Als Ex-Soldat verdient er jetzt sein Geld als einsilbiger Söldner. Der Manager der Sängerin denkt nur an seine Investition. Die Frauen sind schmückendes Beiwerk. Der Bösewicht ist vor allem böse. Die Rocksongs wummern ordentlich. Ry Cooder füllt den Rest mit einem geschmackvollen Höllenritt durch die amerikanische Musikgeschichte. Andrew Laszlo fand die passenden, nach einer großen Leinwand schreienden Bilder. Die Szenenübergänge sind wie bei einem Comic gestaltet. Die Schauspieler präsentieren die Gaga-Dialoge, die direkt aus einem Comic stammen könnten, mit dem nötigen Ernst. Dabei sind die Nebendarsteller glaubwürdiger, als der blasse Cody-Darsteller Michael Paré. Ein besonders Highlight ist Amy Madigan als Codys Kampfgefährtin McCoy. Sie ist – als Frau – der härteste Kerl auf den Straßen dieser Rock-City und sie nimmt, obwohl sie ihre Rolle in den Dialogen eher kumpelhaft anlegt und kaum Action-Szenen hat (immerhin ist sie nur der Sidekick), einige der starken Frauen der vergangenen Jahre vorweg.

„Straßen in Flammen“ ist ein typischer 80er-Jahre Actionfilm, der bemerkenswert gut gealtert ist. Damals war er als überlanger Videoclip seiner Zeit weit voraus. Heute ist der Genrehybrid immer noch gut genießbar. Damals war Walter Hill einer der heißesten und besten Regisseure von intelligenten Actionfilmen. Heute liegt sein letzter guter Film auch schon über zehn Jahre zurück.

Mit Michael Paré, Diane Lane, Rick Moranis, Amy Madigan, Willem Dafoe, Deborah Van Valkenburgh, Richard Lawson, Rick Rossovich, Bill Paxton


TV-Tipp für den 24. August

August 23, 2007

Pro7, 00.10

Supernova (USA/CH 2000, R.: Thomas Lee (Pseudonym von Walter Hill, Francis Ford Coppola, Jack Sholder)

Drehbuch: David C. Wilson, William Malone (Geschichte), Daniel Chuba (Geschichte)

Das intergalaktische Rettungsschiff „Nightingale 229“ erhält aus einer entfernten, nicht mehr bewohnten Galaxie einen Notruf. Mit einem Dimensionssprung fliegen sie dahin und finden den verunglückten Astronauten Karl. Der schleppt eine außerirdische Lebensform in ihr Raumschiff und es geschieht das, was immer geschieht, wenn Menschen und Aliens sich begegnen.

Die drei Regisseure verraten eingefleischten Filmfans, dass „Supernova“ ein weiterer Alan Smithee-Film ist, der hier allerdings Thomas Lee heißt und weil Walter Hill, Jack Sholder und Francis Ford Coppola in ihrem Metier durchaus ihre Meriten erworben haben, ist „Supernova“ ein nicht vollkommen uninteressanter Torso.

Die Reise von „Supernova“ begann 1988 als „Dead Star“ unter der Federführung von William Malone. Damals war’s „Hellraiser im Weltall“. Kurz vor Drehbeginn verließ Regisseur Geoffrey Wright wegen künstlerischer Differenzen das Projekt. „Alien“-Produzent Walter Hill sprang ein. Er versuchte einen guten Film zu drehen. Während dem Dreh wurde unter der Aufsicht von MGM-Angestellten das Drehbuch umgeschrieben. MGM war mit dem von Hill abgelieferten Schnitt sehr unzufrieden. Jack Sholder drehte einige Szenen nach. Dann kam Francis Ford Coppola dazu und versuchte eine Version zu erstellen, die dem Studio und Walter Hill gefiel. Hill zog seinen Namen zurück. An der Kinokasse ging der offiziell 70 Millionen Dollar teuere Film (Lou Diamond Phillips meinte in einem Interview, der Film habe eher 100 Millionen Dollar gekostet) gnadenlos unter.

Zu Recht. Denn „Supernova“ ist ein 08/15-Science-Fiction-Film, der allein wegen seiner desaströsen Produktionsgeschichte, der ansehnlichen Besetzung und der schwindlig machenden Wackelkamera (die Neuauflage von „Kampfstern Galactica“ wird dagegen mit einer statischen Kamera gedreht) kurze Zeit in Erinnerung bleibt.

„The film never got a chance to have a clear vision.” (Lou Diamond Phillips)

Mit James Spader, Angela Bassett, Robert Forster, Lou Diamond Phillips, Peter Facinelli, Robin Tunney

Wiederholung um 03.40 Uhr

Interview mit Lou Diamond Phillips (am Ende des dritten Teils spricht er über „Supernova“):

http://movies.ign.com/articles/423/423729p1.html

 


TV-Tipp für den 23. August

August 22, 2007

Das Vierte, 20.15

Der letzte Held Amerikas (USA 1973, R.: Lamont Johnson)

Drehbuch: William Roberts

LV: Tom Wolfe: The Last American Hero is Junior Johnson, Yes! Erstveröffentlichung in Esquire, 1964, Nachdruck in The Kandy-Kolored Tangerine-Flake Steamline Baby, 1965

Kaum jemand kennt den Film, aber jeder, der ihn gesehen hat, findet ihn gut. Denn hier hatte Lamont Johnson ein gutes Drehbuch, gute Schauspieler und das richtige Händchen für diese im dokumentarischen Stil inszenierte Geschichte.

 „Der letzte Held Amerikas“ basiert auf dem Leben des bekannten Stockcar-Fahrers Elroy Jackson Jr.. Sein Vater ist Schnapsbrenner. Eines Tages wird er verhaftet und verurteilt. Sohn Elroy, der bis dahin ohne von der Polizei erwischt zu werden den schwarz gebrannten Schnaps über die Straßen beförderte, beschließt das Geld für die Freilassung seines Vaters bei Autorennen zu verdienen.

„Desillusionierende Beschreibung des ‚American way of life’.“ meint das „Lexikon des internationalen Films“.

Anscheinend hat Tom Wolfe mehrere Artikel über Junior Johnson geschrieben. Aber dazu habe ich keine verlässlichen Informationen gefunden.

Mit Jeff Bridges, Valerie Perrine, Geraldine Fitzgerald, Ned Beatty, Gary Busey, Art Lund, Ed Lauter

Homepage von Tom Wolfe:

http://www.tomwolfe.com/index2.html

Tom Wolfe: The Last American Hero is Junior Johnson, Yey!:

http://www.juniorjohnson.org/html/lah.asp

Academy of Achievement über Tom Wolfe (mit einem Interview):

http://www.achievement.org/autodoc/page/wol0pro-1


TV-Tipp für den 22. August

August 21, 2007

Während James Ellroy seit Jahren an seinem neuesten Roman schreibt,  können wir noch einmal die unterschätzte Verfilmung eines seiner frühen Werke genießen:

Tele 5, 23.15

Der Cop (USA 1987, R.: James B. Harris)

Drehbuch: James B. Harris

LV: James Ellroy: Blood on the moon, 1984 (Blut auf dem Mond)

Sergeant Lloyd Hopkins geht bei der Jagd nach einem Serienmörder nicht gerade zimperlich vor.

Erste düster-nihilistische, unterschätzte Verfilmung eines Buches von James Ellroy. Die zeitgenössische Kritik war verheerend: „distanzloses Starvehikel“ (Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms), „mittelmäßiger Polizei-Thriller“ (Lexikon des Internationalen Films), „Doch anstelle subtiler Psychologie und Suspense setzen Woods und Harris auf drastische Mittel, die aus einem Polizei- einen Gewaltfilm machen.“ (Fischer Film Almanach 1989).

Zu den wenigen Verteidigern von „Der Cop“ gehört Georg Seesslen: „Es ist eine fast schon abstrakte (und gelegentlich ironische) Studie über den harten und besessenen Cop, der am Ende alles verliert: Frau, Familie und bürgerliche Existenz.“ (Georg Seesslen: Copland)

Mit James Woods, Lesley Ann Warren, Charles Durning

Wiederholung um 03.50 Uhr


TV-Tipp für den 21. August

August 21, 2007

HR, 23.15

Geheimring 99 (USA 1955, R.: Joseph H. Lewis)

Drehbuch: Philip Yordan

Lieutenant Diamond will den Gangsterboss Mr. Brown unschädlich machen. Der Krieg zwischen beiden eskaliert immer weiter.

Dieses späte Noir-Juwel ist vom ersten bis zum letzten Moment mit sexueller Spannung aufgeladen. „Nahezu unverhüllt thematisierte B-Film-Regisseur Joseph H. Lewis den engen Zusammenhang zwischen unterdrückter Sexualität, sexueller Frustration und exzessiver Gewalt. (…) Es ist eine Welt sexueller Perversion und fatalistischer Abhängigkeit.“ (Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

Mit Cornel Wilde, Richard Conte, Lee Van Cleef


TV-Tipp für den 20. August

August 19, 2007

Weiter geht’s mit den bekannten Namen, in alphabetischer Reihenfolge: Warren Oates, Sidney Poitier und Rod Steiger. Bei den drei Schauspielern ist klar, wer der Gute und wer die Bösen sind. Kleiner Hinweis: der Gute trägt einen Anzug.

Der Film läuft in der Reihe „Film-Klassiker der 60er“.

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SWR, 23.15

In der Hitze der Nacht (USA 1967, R.: Norman Jewison)

Drehbuch: Sterling Siliphant

LV: John Ball: In the heat of the night, 1965 (In der Hitze der Nacht)

In einem Südstaatenkaff müssen ein weißer, reaktionärer Sheriff und ein afroamerikanischer Kollege einen Mord aufklären.

John Balls hochgelobter, erfolgreicher Roman war der erste Auftritt eines afroamerikanischen Polizisten als Sympathieträger. Ball wollte damit zur Verständigung zwischen den Rassen beitragen. Außerdem reflektierte er in seinem Krimi die damaligen politischen Kämpfe des Civil Rights Movements in den Südstaaten.

Die enorm erfolgreiche Verfilmung erhielt fünf Oscars, unter anderem als bester Film des Jahres. Aus heutiger Sicht ist „In der Hitze der Nacht“ ein extrem naives und einseitiges Bekenntnis zur Rassenversöhnung (etwas guter Wille und schon geht´s) und ein technisch gut gemachter Whodunit.

Poitier drehte noch zwei schwächere Fortsetzungen. Letztendlich wurde es ein normaler, bestenfalls durchschnittlicher Polizeikrimi.

Mit Sidney Poitier, Rod Steiger, Warren Oates, Lee Grant


TV-Tipp für den 19. August

August 18, 2007

Wir buchstabieren die Stars durch. Gestern Steve McQueen, heute Robert Redford. Bei ihm (geboren 18. August 1936) ist es ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk.

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Das Vierte, 18.10

Vier schräge Vögel (USA 1971, R.: Peter Yates)

Drehbuch: William Goldman

LV: Donald E. Westlake: The hot rock, 1970 (Finger weg von heißem Eis)

Dortmunder und seine Gang klauen aus dem Brooklyn-Museum den Saber-Diamnten. Der erste Diebstahl gelingt, aber ab dann geht alles schief.

Durchwachsene Verfilmung des ersten Dortmunder-Romans mit Starbesetzung und cooler Quincy Jones-Musik. 

Ursprünglich, so sagt Donald Westlake, war „The hot rock“ als ein weiteres Parker-Abenteuer geplant. Aber dann bemerkte er, dass Parker niemals den gleichen Gegenstand öfters stehlen würde. Also erfand er Parkers witzigen Bruder John Dortmunder. Bei ihm gehen die Raubzüge mit schöner Regelmäßigkeit schief.

Mit Robert Redford, George Segal, Zero Mostel, Ron Leibmann, Paul Sand, Moses Gunn, William Redfield

Auch bekannt als „Zwei dufte Typen“

Hinweise:

Homepage von Donald E. Westlake:

http://www.donaldwestlake.com/   

Meine Texte über Donald E. Westlake:

Besprechung von „What’s so funny?“ von Donald E. Westlake:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-vierzig.html  

Donald Westlake (als Richard Stark) in der Spurensuche:

Porträt der Parker-Romane:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-dreissig.html  

Rezension „Ask the Parrot“:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-dreissig-sechs.html


TV-Tipp für den 18. August

August 17, 2007

Kabel 1, 00.10

Bullitt (USA 1968, R.: Peter Yates)

Drehbuch: Alan Trustman, Harry Kleiner

LV: Robert L. Pike (Pseudonym von Robert L. Fish): The mute witness, 1963 (später “Bulitt”)

Lieutenant Bullitt soll einen Mafia-Kronzeugen bewachen. Als dieser umgebracht wird, beginnt Bullitt die Täter zu suchen.

In die Filmgeschichte ging Bullitt wegen seiner zwanzigminütigen Autoverfolgungsjagd durch San Francisco ein (andere Quellen nennen elf oder zwölf Minuten; jedenfalls für damalige Verhältnisse: verdammt lang). An der Kinokasse war der Film besonders wegen der Besetzung erfolgreich: Steve McQueen und Jacqueline Bisset. – Inzwischen hat „Bullitt“ mächtig Patina angesetzt: die Story ist wirklich simpelst, die Kamera von einer unerträglichen Glätte und, seitdem eine Autoverfolgungsjagd zum Inventar eines Polizeifilms (und selbstverständlich eines Action-Films) gehört, ist die „Bullitt“-Verfolgung auch nicht mehr so sensationell.

Das Drehbuch von Alan Trustman und Harry Kleiner erhielt einen Edgar als bestes Spielfilmdrehbuch.

Mit Steve McQueen, Robert Vaughn, Jacqueline Bisset, Don Gordon, Robert Duvall, Simon Oakland