TV-Tipp für den 17. August

August 16, 2007

Tele 5, 22.05

Assault – Anschlag bei Nacht (USA 1976, R.: John Carpenter)

Drehbuch: John Carpenter

Mit diesem geradlinigen Low-Budget-Thriller erarbeitete John Carpenter sich seinen glänzenden Ruf: Eine Straßengang belagert ein stillgelegtes Polizeirevier. Polizisten und Sträflinge müssen sich gegen die Übermacht zusammenraufen.

„Ein B-Picture ersten Ranges, wenn der Widerspruch erlaubt ist, ein Kultfilm für Kinofans.“ steht im Fischer Film Almanach 1980. Carpenters Großstadt-Western ist natürlich von den klassischen Western (Erinnern Sie sich an „Rio Bravo“?) inspiriert und der Filmfan spart nicht mit Zitaten. Gleichzeitig gibt er einen galligen Kommentar zur urbanen Gewalt ab.

Mit Austin Stoker, Darwin Joston, Laurie Zimmer, Martin West, Nancy Loomis

Auch bekannt als „Anschlag bei Nacht“ und „Das Ende“

Wiederholung um 01.40 Uhr


TV-Tipp für den 16. August

August 15, 2007

Tele 5, 20.15

Fegefeuer der Eitelkeiten (USA 1990, R.: Brian De Palma)

Drehbuch: Michael Cristofer

LV: Tom Wolfe: The Bonfire of the Vanities, 1987 (Fegefeuer der Eitelkeiten)

Ein Yuppie überfährt nachts einen Afroamerikaner und alle haben endlich die Story ihres Lebens.

Damals zu Unrecht verrissene und geflopte eigenständige Verfilmung eines grandiosen Buches über New York, die Achtziger, Ehrgeiz, Yuppies, Schwarze, Bürgermeister und – in diesem Sumpf niederer Gelüste – ein Richter als moralische Instanz. Noir im Gewand von Satire, Sittenbild und hoher Literatur.

Michael Cristofer schrieb auch das Drehbuch zu „Die Hexen von Eastwick“ und zur vor Ewigkeiten geplanten und auf unbekannte Zeiten verschobenen Michael Connelly-Verfilmung „Im Schatten des Mondes“ (Void Moon). Außerdem drehte er die Cornell Woolrich-Verfilmung „Original Sin“.

Mit Bruce Willis, Tom Hanks, Melanie Griffith, Kim Cattrall, Morgan Freeman, F. Murray Abraham

Wiederholung um 00.30 Uhr


TV-Tipp für den 15. August

August 15, 2007

Genug vom King? Wie wär’s dann mit einigen unverbesserlichen Einbrechern?

SWR, 23.15

Topkapi (USA 1964, R.: Jules Dassin)

Drehbuch: Monja Danischewsky

LV: Eric Ambler: The light of day, 1962 (Topkapi)

Gentleman-Gauner Walter will mit seiner Gang einen kostbaren Dolch aus dem Topkapi-Museum in Istanbul klauen. Ohne die Hilfe des zwielichtigen Fremdenführers Arthur haben sie keine Chance.

Mit dem düsteren Gangsterfilm „Rififi“ erfand Dassin das Caper-Movie, mit seiner Parodie „Topkapi“ trug er es zu Grabe.

Amblers Buch erhielt den Edgar-Allan-Poe-Preis.

Mit Melina Mercouri, Peter Ustinov, Maximilian Schell, Robert Morley, Akim Tamiroff


Blogger on the run

August 6, 2007

Die kommenden Tage bin ich unterwegs und weiß deshalb nicht, wie viel Zeit ich zum Bloggen habe.

Deshalb gibt es bereits jetzt den ultimativen TV-Tipp:

Am kommenden Sonntag, den 12. August, zeigt Kabel 1, nach 23.00 Uhr die erste Staffel der derzeit besten Polizeiserie:

Kabel 1, 23.20

The Shield – Gesetz der Gewalt (USA 2002, Erfinder: Shawn Ryan)

Wenn die Quote stimmt, wird Kabel 1 nach der ersten Staffel auch die bislang noch nicht im deutschen Fernsehen gelaufenen Folgen zeigen.

Mein „The Shield“-Fantum habe ich bereits öfters bekundet:

Zum Ende der ersten Staffel im Fernsehen (und der Absetzung der Serie)

Zur DVD „The Shield – Die komplette erste Staffel“

Zur DVD „The Shield – Die komplette dritte Staffel“

Bereits eine Stunde früher startet „Las Vegas“. Nachdem Pro 7 vergangenes Jahr die Ausstrahlung nach wenigen Folgen abbrach, erhält das Glam-Drama mit James Caan bei Kabel 1 eine zweite Chance.

Bevor ich meinen Schreibtisch in dem bekannt-kreativen Chaos zurücklasse, gibt es einen kurzen Überblick über einige zuletzt gelesene Krimis, die ich auch demnächst ausführlicher besprechen will:

Robert Brack: Schneewittchens Sarg (Edition Nautilus) – Der dritte Krimi mit PI Lenina Rabe ist ein spannender Krimi über die 68er in ihren Wohnprojekten damals und heute. Brack ist ein sträflich unterschätzter Autor.

Martin Compart: Der Sodom-Kontrakt (Alexander-Verlag) – Kritikerpapst Martin Compart schreibt einen Noir-Thriller, wie wir ihn sonst nur aus Amiland kennen. Ross Thomas, Jean-Pierre Manchette und die üblichen Verdächtigen grüßen respektvoll.

G. M. Ford: Rotes Fieber (Goldmann)

G. M. Ford: Die Geisel (Goldmann) – Zwei spannende Thriller mit dem Journalisten und True Crime-Bestsellerautor Frank Corso. Ford legt weiterhin seine Finger in schmerzende Wunden: in „Rotes Fieber“ (2004 veröffentlicht) ist es die US-amerikanische Politik gegen den Terrorismus; in „Die Geisel“ ist es die Privatisierung des Strafvollzugs. Demnächst wird’s eine „Spurensuche“ über G. M. Ford und seine sechsteiligen Corso-Serie geben.

Frank Göhre: St. Pauli Nacht (Pendragon) – Die stark überarbeitete Fassung seiner in einer Nacht spielenden Sammlung von Kurzgeschichten gewinnt durch die Überarbeitung. Bei dieser limitierten Auflage sind auch die gleichnamige Verfilmung und der nicht mehr erhältliche Kurzroman „Rentner in Rot“ enthalten. Für den Preis ein wahres Schnäppchen.

John Rickards: Die Stadt der toten Seelen (Goldmann) – Der zweite Krimi mit PI Alex Rourke ist letztendlich eine enttäuschende, im leseunfreundlichen Präsens geschriebene Geschichte, die definitiv kein Thriller ist.

Dieter Paul Rudolph: Die Zeichen der Vier – Astrid Paprotta und ihre Ina-Henkel-Romane (Nordpark) – Eine werkimmanente Interpretation der vier Henkel-Romane von einem Fan für andere Fans. Ein Interview und eine Bibliographie runden das Werk ab.

 

P. S.: Ich habe die Kommentarfunktion für die nächsten Tage ausgestellt.


TV-Tipp für den 7. August

August 6, 2007

goodis-dark-passage.jpg

HR, 0.45 Uhr

Das unbekannte Gesicht (USA 1947, R.: Delmer Daves)

Drehbuch: Delmer Daves

LV: David Goodis: Dark passage, 1946 (Dark Passage – Die schwarze Natter)

Ein unschuldig Verurteilter (Bogart) flieht aus dem Gefängnis, unterzieht sich einer Gesichtsoperation und versucht seine Unschuld zu beweisen.

Ein unterschätzter Bogart-Film – was auch daran liegt, dass Humphrey Bogart und Lauren Bacall davor in „To have and have not“ (Haben und Nichthaben) und „The big sleep“ (Tote schlafen fest) aufeinander trafen. Danach ist ein spannender Film Noir einfach ein Abstieg; besonders wenn Bogart und Bacall kaum zusammen zu sehen sind. Aufgrund der Story ist Bogart im ersten Drittel des Films nicht zu sehen und danach, bis zum letzten Drittel, nur mit Verband. Das erste Drittel wurde ausschließlich aus Bogarts Perspektive gedreht.

Delmer Daves erzählte zu den Schwierigkeiten der subjektiven Perspektive: „Ich war der erste, der in den Vereinigten Staaten die Arriflex einsetzte. Wir bekamen sie von der US-Regierung. Es war eine Beutekamera von den Nazis. Ich hatte ein Schulterstativ machen lassen, um sie in Augenhöhe zu halten…und dann ging der Kameraoperateur so, wie der Mann ging. Zuerst dachte ich, wie einfach, man braucht nur einen Mann, der dasteht und alles macht. Als ich meinen Test machte, sah es so aus, als seien die Schultern viel zu breit, und so nahmen wir schließlich in dem Film zwei Männer für die zwei Arme: Ein Mann war der rechte Arm, und ein Mann war der linke, und sie waren unmittelbar gleich neben der Kamera. Ich hatte sogar drei Operateure bei einer Einstellung, um den Fluss der Kontinuität zu bewahren. Ich hatte nämlich herausgefunden, dass wir mit unseren Augen nicht so schneiden, wie man in einem normalen Film schneidet. Jede Einstellung war ein Probleme, und anstelle von Schnitten machte ich Reißschwenks.“

Mit Humphrey Bogart, Lauren Bacall, Bruce Bennett, Agnes Moorehead

auch: „Die schwarze Natter“


TV-Tipp für den 6. August

August 5, 2007

WDR, 22.45

Koran im Kopf (D 2007, R.: Antonio Cascais, Marcel Kolvenbach)

Halbstündige Doku über Khaled und Barino. Die beiden jungen Muslime wuchsen in Deutschland auf und leben inzwischen streng nach dem Islam. Die beiden Filmemacher suchen nach den Gründen für diese Radikalisierung.

„Koran im Kopf“, (…), ist ein beunruhigender Film geworden. Die Zuschauer werden Zeugen, wie ein Suchender mehr und mehr in den Bann von Menschen gezogen wird, denen Toleranz als verwerflich gilt. Am Ende des Films stellt sich aber auch die Frage, warum Barinos Mitbürger nicht in der Lage waren, die Werte der abendländischen christlichen Gesellschaft überzeugender zu vertreten. (Kirchenbote)
Weitere Berichte und Informationen:

Kölner Stadt-Anzeiger (Bericht über den Film)

Blog von Antonio Cascais (sieht ganz interessant aus)

WDR-Presseinformation (unglaublich, aber wahr: mehr habe ich nicht auf der WDR-Homepage gefunden.)


TV-Tipp für den 5. August

August 4, 2007

Heute vor 45 Jahren starb Marilyn Monroe. Deshalb ist der TV-Tipp des Tages ihr letzter vollendeter Spielfilm

MDR, 00.00

Misfits – Nicht gesellschaftsfähig (USA 1961, R.: John Huston)

Drehbuch: Arthur Miller

Eine frisch geschiedene Frau schließt sich drei Cowboys an. Gemeinsam gehen sie auf Mustangjagd.

Ein Klassiker. Nicht nur, weil „Misfits“ der letzte Film von Marilyn Monroe und Clark Gable ist, sondern auch weil Arthur Miller in seinem ersten Spielfilmdrehbuch  eine schonungslose Bestandsaufnahme des nicht mehr existierenden amerikanischen Traums vom Freien Leben im Wilden Westen liefert. Denn Millers zeitgenössischen Cowboys sind von der Gesellschaft verachtete Außenseiter. Unter der Regie von John Huston spielen die Schauspieler ausgezeichnet und die Jagdszenen sind superb fotografiert.

„Nach einer langen Dürreperiode, was wirklich amerikanische Filme betrifft, gibt es jetzt Grund zur Freude, denn The Misfits ist so durch und durch amerikanisch, dass niemand außer einem Amerikaner ihn gemacht haben könnte.“ (Paul V. Beckley, New York Herald Tribune)

Mit Marilyn Monroe, Clark Gable, Montgomery Clift, Eli Wallach, Thelma Ritter


TV-Tipp für den 4. August

August 3, 2007

Herz, was begehrst du mehr? Drei „Kinomagazin“-Dokus und ein Spielfilm: Zwei Dokus sind über bekannte Horrorfilmregisseure und eine über einen Trash-Klassiker, der anschließend seine TV-Premiere erlebt. 3sat hat den heutigen Abend hübsch doppeldeutig „Film & Fantasy – Albträume des Kinos“ genannt und wir wissen genau, was wir für unsere Zeit bekommen.

Vorhang auf:

3sat, 22.20

Die Wahrheit über „Lady Frankenstein“ (D 2007, R.: Reginald Ginster)

Am Film Beteiligte, wie Welles, Neri und Fux, erinnern sich an die Dreharbeiten und wie sie mangelndes Geld mit Fantasie wettmachten.

3sat, 23.05

Lady Frankenstein (I 1971, R.: Mel Welles, Aureliano Luppi [Koregisseur])

Drehbuch: Edward Di Lorenzo (auch Geschichte), Mel Welles, Umberto Borsato (Adaption und Dialoge), Egidio Gelso (Adaption und Dialoge), Aureliano Luppi (Adaption und Dialoge), Dick Randall (Geschichte)

Frankensteins Tochter will den Tod ihres Vaters rächen. Sie baut aus Leichenteilen eine neue Kreatur.

Italo-Horror der Gothic-Horror mit Softsex mixt. Die katholische Filmkritik meinte: „Formal belangloses, zuweilen lächerlich wirkendes Horrorprodukt.“ Die FSK gab den Film ab 18 Jahren frei. Inzwischen geniest der Film, sicher auch weil er kaum gezeigt wird, Kultstatus.

Mit  Joseph Cotten, Rosalba Neri (als Sara Bey), Paul Muller, Paul Whiteman, Herbert Fux

3sat, 02.50

Das Monster in uns – Stuart Gordon und Brian Yuzna über den Horrorfilm (D 2005, R.: Gerhard Schick, Reinhard Wulf)

3sat, 03.50

Verwandlungen – Der Filmemacher David Cronenberg (D 1993/2007, R.: Peter Kremski, Brigitte Schumacher)

1993 wurde eine dreißigminütige Fassung ausgestrahlt. Für die heute Ausstrahlung wurde das Material neu zu einer einstündigen Sendung montiert.

 

Weitere Informationen:

Die Wahrheit über „Lady Frankenstein“ – Auszüge aus dem „Kinomagazin“:

http://www.3sat.de/3sat.php?/ard/35909/index.html

Das Monster in uns – Stuart Gordon und Brian Yuzna über den Horrorfilm:

http://www.3sat.de/3sat.php?/ard/35909/index.html

Verwandlungen – Der Filmemacher David Cronenberg:

http://www.3sat.de/3sat.php?/ard/35909/index.html

Eine Kritik und weitere Informationen zu „Lady Frankenstein“ (mit vielen Bildern):

http://monstrula.de/filme/ladyfrankenstein/ladyfrankenstein.htm

Download des Films (Qualität wohl nicht so toll, aber dafür kostenlos):

http://www.archive.org/details/Lady_Frankenstein

 


Gute Remakes

August 2, 2007

Es gibt aber auch gute Remakes. Teilweise, weil die erste Verfilmung des Stoffes grottenschlecht war (Denken Sie an „Der Satan und die Lady“ [Satan met a lady], die Verfilmung von „Der Malteser-Falke“) oder weil die Macher dem Stoff neue Facetten abgewonnen haben.

Deshalb – ohne eine bestimmte Ordnung – Remakes, die neben dem Original bestehen können oder besser sind:

Der Mann, der zuviel wusste (USA 1956, R.: Alfred Hitchcock – das Original ist auch von ihm)

Scarface – Das Narbengesicht (USA 1982, R.: Brian de Palma)

Departed – Unter Feinden (USA 2006, R.: Martin Scorsese)

52-Pick-Up (USA 1986, R.: John Frankenheimer – er hält sich an Leonards Roman. Die erste Verfilmung „Der Ambassador“ spielte in Israel.)

Der Manchurian Kandidat (USA 2004, R.: Jonathan Demme)

Der stille Amerikaner (USA 2002, R.: Phillip Noyce)

Thomas Crown Affäre (USA 1999, R.: John McTiernan)

The Italian Job (USA 2003, R.: F. Gary Gray – halte ich für viel besser als das ziemlich angestaubte Original)

Diebe wie wir (USA 1973, R.: Robert Altman)

Atemlos vor Angst (USA 1976/1977, R.: William Friedkin – gefiel mir vor Jahren als unterhaltsamer Actioner. Ist unterschätzt.)

The Deep End – Trügerische Stille (USA 2000, R.: Scott McGehee, David Siegel – obwohl ich das Original von Max Ophüls nicht kenne)

Kiss of Death (USA 1995, R.: Barbet Schroeder)

Kopfgeld (USA 1996, R.: Ron Howard)

Kuss vor dem Tode (USA 1991, R.: James Dearden)

No way out – Es gibt kein zurück (USA 1987, R.: Roger Donaldson)

Ocean’s Eleven (USA 2001, R.: Steven Soderbergh)

Das Versprechen (USA 2000, R.: Sean Penn – das Original „Es geschah am helllichten Tag“ ist auch gut)

Wenn der Postmann zweimal klingelt (USA 1981, R.: Bob Rafelson – bislang letzte Verfilmung von James M. Cains Klassiker)

Im Netz der Leidenschaften/Die Rechnung ohne den Wirt (USA 1946, R.: Tay Garnett – eine frühere Verfilmung des Buches)

Ossessione – Bessenheit (I 1942, R.: Luchino Visconti – noch eine frühere Verfilmung des Buches; nur die erste Verfilmung von 1939 ist fast unbekannt)

Body Snatcher (USA 1992, R.: Abel Ferrara)

Die Körperfresser kommen (USA 1978, R.: Philip Kaufman – zwei Remakes von Don Siegels „Die Dämonischen“ und beide gelungen)

Die Fliege (USA 1985, R.: David Cronenberg – obwohl das Orginal als Fifties-Schund auch gut ist.)

Katzenmenschen (USA 1982, R.: Paul Schrader)

 

Und:

Remakes, bei denen die Erstverfilmung unglaublich schlecht oder so alt ist, dass sie vollkommen vergessen ist oder das Original, wenn es synchronisiert wurde, so selten gezeigt wird, dass niemand es kennt:

Die Spur des Falken/Der Malteser-Falke (USA 1941, R.: John Huston – Yep, ein Remake. Genaugenommen die dritte Verfilmung von Hammetts Roman. Doch die erste schaffte es nie nach Deutschland und die zweite ist grottig.)

Fahr zur Hölle, Liebling (USA/GB 1975, R.: Dick Richards – dritte Verfilmung von Chandlers „Farewell, my lovely“)

Mord, mein Liebling (USA 1944, R.: Edward Dmytryk – zweite Verfilmung des eben genannten Buches von Chandler)

Das Haus der Lady Alquist (USA 1943, R.: George Cukor)

Infam (USA 1962, R.: William Wyler – das ebenfalls von Wyler inszenierte Original von 1936 ist heute fast unbekannt.)

Nachts unterwegs (USA 1940, R.: Raoul Walsh)

1984 (GB 1984, R.: Michael Radford – das Original ist aus dem Verkehr gezogen)

Sleepy Hollow (USA 1999, R.: Tim Burton – da gibt es einen ziemlich unbekannten Trickfilm von 1949)

Der gläserne Schlüssel (USA 1942, R.: Stuart Heisler – Jonathan Latimer schrieb das Drehbuch. Der Roman ist von Dashiell Hammett)

 

Wahrscheinlich habe ich ein halbes Dutzend guter Remakes vergessen.


TV-Tipp für den 3. August

August 2, 2007

 Der Grund für die heutige Empfehlung ist Brian Garfield. Er war in den Siebzigern einer der bekanntesten Thriller-Autoren.

Das Vierte, 22.15

Der letzte der harten Männer (USA 1976, R.: Andrew V. McLaglen)

Drehbuch: Guerdon Trueblood

LV: Brian Garfield: Gun Down, 1971 (später auch “Last hard men”)

Arizona, 1909: Halbblut Zach Provo flieht aus dem Gefängnis. Er will den Tod seiner Frau durch den pensionierten Sheriff Sam Burgade rächen. Er entführt dessen Frau und flieht in das Navajo-Reservat.

Im Original heißt der Spätwestern „The last hard men“. Damit ist klar, dass Provo und Burgade Geistesverwandte und, als Westerner im zwanzigsten Jahrhundert, eine aussterbende Gattung. Sam Peckinpah hat über diesen Menschenschlag einige grandiose Filme gedreht. „McLaglen gelingt es nur, die Ermattung seiner Helden auf die Zuschauer zu übertragen.“ (Joe Hembus: Das Western-Lexikon)

Brian Garfield ist vor allem für seinen Roman „Ein Mann sieht rot“ (Death Wish, 1972) bekannt. Er schrieb, teils unter verschiedenen Pseudonymen, aber auch zahlreiche weitere Western und Thriller. Weil ihm, besonders nach der Verfilmung, die Perzeption von „Ein Mann sieht rot“ und die Aussage, dass gegen Gewalt nur Gewalt hilft, nicht zufrieden war, schrieb er eine Fortsetzung von „Ein Mann sieht rot“ und mehrere Romane, in denen die Helden sich mit nicht gewalttätigen Mitteln gegen Gewalt wehren.

Mit Charlton Heston, James Coburn, Barbara Hershey, Christopher Mitchum, Michael Parks

Homepage von Brian Garfield: http://www.briangarfield.net/


Schlechte Remakes

August 2, 2007

Wenn viel Geld und Talent für ein schlechtes Ergebnis verpulvert werden und der Stoff bereits früher besser verfilmt wurde, dürfen Filmfans wieder einmal über ein schlechtes Remake lästern. Hier, ohne eine bestimmte Ordnung, meine Liste der schlechtesten gesehenen Remakes (bei einigen Remakes verzichtete ich dankend):

Psycho (USA 1998, R.: Gus Van Sant – Van Sant drehte Hitchcocks Klassiker bildgetreu nach. Nur viel schlechter)

Getaway (USA 1993, R.: Roger Donaldson – Gähnend langweilig. An dem Drehbuch kann’s nicht gelegen haben, denn Donaldson verfilmte wieder das Originaldrehbuch von Walter Hill. Nur viel schlechter)

Get Carter – Die Wahrheit tut weh (USA 2000, R.: Stephen T. Kay – Tja, ein Kritiker meinte, man müsse das Original nicht kennen, um zu wissen, dass das ein schlechter Film ist.)

Der Schakal (USA 1997, R.: Michael Caton-Jones – dito)

Shaft – Noch Fragen? (USA 2000, R.: John Singleton – hat eigentlich nichts mit dem Original-Shaft zu tun)

Payback (USA 1998, R.: Brian Helgeland – Als Mel Gibson den Film sah, meinte er,  sein Charakter sei zu düster und als Produzent verordnete er einen Nachdreh. Lee Marvin hatte im Original „Point Blank“ damit keine Probleme. Aber Marvin war auch ein echter Mann. Am 29. August jährt sich sein Todestag zum zwanzigsten Mal. Dann dürfen die TV-Sender einige seiner Filme bringen.)

Tote schlafen besser (GB 1978, R.: Michael Winner – grottiges Remake von „Tote schlafen fest“)

Gegen jede Chance – Against all Odds (USA 1984, R.: Taylor Hackford – modisch-aufgestyltes Remake von „Out of the Past“)

Kap der Angst (USA 1991, R.: Martin Scorsese)

Der talentierte Mr. Ripley (USA 1999, R.: Anthony Minghella – ich fand’s langweiliges Ausstattungskino)

Roter Drache (USA 2002, R.: Brett Ratner – starbestückte Langeweile. Kein Vergleich mit dem Michael Mann-Film.)

Planet der Affen (USA 2001, R.: Tim Burton – ein Sixties-Kassenknüller auf der Schlachtbank)

Die Frauen von Stepford (USA 2004, R.: Frank Oz  – dito)

Rollerball (USA 2002, R.: John McTiernan – dito)

DNA – Die Insel des Dr. Moreau (USA 1996, R.: John Frankenheimer – Schrott, wie die Verfilmung von 1977. Man sollte sich doch mal wieder das Original von 1932 ansehen.)

King Kong (USA 1976, R.: John Guillermin – gruselig)

Lolita (USA 1996, R.: Adrian Lyne – langweilig)

Atemlos (USA 1982, R.: Jim McBride – Oder: Wie wir Amis dazu bringen, französische Filme zu sehen.)

Das Auge (GB/Can/USA 1999, R.: Stephen Elliott – dito)

Under Suspicion – Mörderisches Spiel (F/USA 2000, R.: Stephen Hopkins – dito)

Codename: Nina (USA 1992, R.: John Badham – dito)

Diabolisch (USA 1996, R.: Jeremiah Chechik – dito – als nächstes verhunzte er „Mit Schirm, Charme und Melone“)

 


TV-Tipp für den 2. August

August 2, 2007

Arte, 20.40

Der Saustall (F 1981, R.: Bertrand Tavernier)

Drehbuch: Jean Aurenche, Bertrand Tavernier

LV: Jim Thompson: Pop. 1280, 1964 (Zwölfhundertachtzig schwarze Seelen, 1280 schwarze Seelen)

Wirklich gelungene Verfilmung eines der besten Thompson-Bücher: ein Haufen Menschen geht ihren niederen Trieben (Sex, Ehebruch, Mord) nach und fühlt sich dabei von moralischen Gesetzen nicht gebunden.

Tavernier verlegte die Handlung von einem Südstaaten-Kaff nach Französisch-Westafrika, blieb aber der Seele des Buches treu.

Mit Philippe Noiret, Isabelle Huppert, Stéphane Audran, Guy Marchand

Arte über den Film

Wiederholungen:

Montag, 13. August, 00.00 Uhr

Dienstag, 21. August, 14.45 Uhr


TV-Tipp für den 1. August

August 1, 2007

R. i. P.: Ingmar Bergman, 14. Juli 1918 – 30. Juli 2007

ARD, 00.35

Fanny und Alexander (S/D/F 1982, R.: Ingmar Bergman)

Drehbuch: Ingmar Bergmann

Um die Jahrhundertwende spielendes, in der Kinofassung dreistündiges Drama (es gibt auch eine fünfstündige Fernsehfassung) über die Kindheit von Fanny und Alexander. Sie wachsen in einer wohlhabenden Familie auf, die ein Provinztheater besitzt.

„Ein Alterswerk, ein Meisterwerk.“ (Fischer Film Almanach 1984)

mit Kristina Adolphson, Pernilla Allwin, Kristian Almgren, Carl Billquist


TV-Tipp für den 31. Juli

Juli 30, 2007

Aus der Reihe „Wir sehen Filme, die die Welt nicht braucht“:

Arte, 00.10 (VPS 23.55)

Candy (USA/I 1968, R.: Christian Marquand)

Drehbuch: Buck Henry

LV: Terry Southern, Mason Hoffenberg: Candy, 1958

Alle Männer sind verrückt nach Candy.

Ein Desaster, aber mit vielen Stars und daher aus heutiger Sicht für die Freunde des schlechten Films durchaus mit gewissen Qualitäten ausgestattet. Außerdem scheint „Candy“ heute Nacht seine TV-Premiere zu erleben.

Stellvertretend für die vielen schlechten Kritiken hier eine neuere Meinung: „Als Film ist Candy eine einzige Katastrophe. Er ist monströs, vulgär, ohne jeden Humor, ohne Erotik. Er bestürmt das Publikum zwei Stunden lang mit einer formlosen Reihe von Episoden, unlogisch aneinandergereiht, in denen das junge Mädchen, das die Titelrolle spielt (Eva Aulin) von einer Reihe unheimlicher und wahnsinniger Männer verführt wird. (…) Um das wahnsinnige Bild abzurunden, gibt es noch eine Handvoll brutaler Polizisten, Lesbierinnen, karikierte Homosexuelle und laszive Zuschauer.“ (Tony Thomas: Marlon Brando und seine Filme)

Für die deutsche Kinoauswertung wurde der Film von 123 Minuten auf 101 Minuten gekürzt. Arte zeigt selbstverständlich die Originalfassung.

Mit Eva Aulin, Charles Aznavour, Marlon Brando, Richard Burton, James Coburn, John Huston, Walter Matthau, Ringo Starr, Anita Pallenberg

Auch bekannt als “Sexy-Ladies”

Wiederholung: Arte, Donnerstag, 9. August, 00.30 Uhr

Arte über „Candy“:

http://www.arte.tv/de/kunst-musik/summer-of-love/Die-Programme/1592464.html

Homepage über Terry Southern:

http://www.terrysouthern.com/


TV-Tipp für den 30. Juli

Juli 29, 2007

RBB, 23.00

Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen (F/I/D 1974/1975, R.: Claude Chabrol)

Drehbuch: Claude Chabrol

LV: Richard Neely: The damned innocents, 1971

Julie will mit ihrem Geliebten ihren Mann umbringen.

Chabrol ging es nicht um den Kriminalfall, sondern um die Stellung einer Frau in einer Männerwelt. „Als ich das Drehbuch schrieb, das sich von dem Roman in vielem unterscheidet, begann mich die Rolle der Frau in dieser Geschichte mehr und mehr zu interessieren. So entstand das Porträt einer sehr femininen Frau in einer Welt von Männern – ich eliminierte alle anderen Frauen aus der Handlung…Mein Thema erschien mir so noch offensichtlicher: ein Film über die Frau und die Männer. So konnte ich von der dem roman noir innewohnenden Misogynie zu einem Feminismus übergehen, der mir, halten Sie sich fest, teuer ist.“ (Claude Chabrol)

Mit Romy Schneider, Rod Steiger, Jean Rochefort, Hans-Christian Blech


TV-Tipp für den 29. Juli

Juli 29, 2007

Das Vierte, 17.50

Familiengrab (USA 1976, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Ernest Lehman

LV: Victor Canning: The rainbird pattern, 1972 (später “Family plot”)

Mrs. Rainbird verspricht dem Medium Blanche 10.000 Dollar, wenn sie ihren vor Jahrzehnten verstossenen Neffen findet. Dieser finanziert inzwischen seinen Lebensunterhalt mit Entführungen und unterstellt Blanche und ihrem Freund George niedere Motive.

Was für ein Abgang: eine lockere Krimikomödie mit tiefschwarzem Humor.

Ernest Lehman: „Was Hitchcock wirklich an diesem Filmprojekt faszinierte, war die Idee von zwei getrennt ablaufenden unterschiedlichen Geschichten, die langsam zueinander finden und letztlich zu einer Geschichte werden. Ich ließ nicht locker, ihn darauf hinzuweisen, dass das Publikum nicht einen Film aufgrund seiner einzigartigen Struktur sehen will – es sei denn, Hitchcock plane, den Film als eine Art Dozent zu begleiten und ihn den Zuschauern zu erklären.“ – Mmh, da hat er Recht. „Family Plot“ (hübsch doppeldeutiger Titel) ist beim zweiten, dritten Sehen besser als beim Ersten. Und die Rückprojektionen sind schlecht wie immer.

Mit Karen Black, Bruce Dern, Barbara Harris, William Devane, Ed Lauter, Cathleen Nesbitt


TV-Tipp für den 28. Juli

Juli 27, 2007

leonard-touch.jpg

Das Vierte, 16.10

Touch – Der Typ mit den magischen Händen (USA 1997, R.: Paul Schrader)

Drehbuch: Paul Schrader

LV: Elmore Leonard: Touch, 1987 (Blutsmale)

Seelsorger Juvenal kann Kranke heilen. Windige Geschäftemacher und religiöse Fanatiker wollen die übersinnlichen Kräfte Juvenals für ihre eigenen Interessen ausbeuten.

„Touch“ ist wahrscheinlich Leonards untypischstes Buch: eine Story über einen jungen Wunderheiler, der kein Scharlatan ist. Lange wusste kein Verleger, wie er „Touch“ auf den Mark bringen sollte. Erst zehn Jahre nachdem Leonard „Touch“ geschrieben hatte, wurde es veröffentlicht. 

Paul Schrader (u. a. Drehbuch zu „Taxi Driver“) hielt sich bei seiner Verfilmung eng an das Buch. Mit zahlreichen bekannten Schauspielern drehte er eine sehenswerte, unterhaltsame Satire auf den religiösen Wahn in den USA. Ein sträflich unterschätzter Film.

„Ein zutiefst humaner Film über Nächstenliebe und Aufrichtigkeit in den zwischenmenschlichen Beziehungen, der nicht als theologischer Diskurs, sondern als Reflex auf die Defizite der modernen Gesellschaft angelegt ist. Durch den unaufdringlichen Charme des Hauptdarstellers und eine Inszenierung ohne aufgesetzte Dramatik ist ein feiner kleiner Film entstanden, der seinem großen Thema auf unprätentiöse Art und Weise gerecht wird.“ (Lexikon des internationalen Films)

Von Elmore Leonards Homepage: „“Touch“ had the Elmore Leonard sound as Schrader pretty much “shot the book.” The resulting film was somewhat subdued and low-key, but the film, like the book, takes a whimsical, black-comedy look at the exploitation of faith. The film had a tiny theatrical release and was overlooked by other Elmore Leonard films that came out the same year. The strong cast and Schrader’s feel for Elmore’s material make „Touch“ worth seeing.“

Auch in den deutschen Kinos lief die Groteske nur in wenigen Häusern und wird im Fernsehen selten und dann bevorzugt zu Videorekorderfreundlichen Zeiten gezeigt.

Mit Bridget Fonda, Christopher Walken, Skeet Ulrich, Tom Arnold, Gina Gershon, Lolita Davidovich, Paul Mazursky

 

Wiederholung: Das Vierte, Sonntag, 29. Juli, 14.15 Uhr

 

Hinweise:

Homepage von Elmore Leonard:

http://www.elmoreleonard.com/    

Meine Besprechung von „Up in Honey’s Room“ (2007) in der Spurensuche:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-vierzig.html  

Meine Besprechung von „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004) in der Spurensuche:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-dreissig-sechs.html    

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“:

http://www.nordpark-verlag.de/krimikritiksieben-jahrbuch-2006.html

 


TV-Tipp für den 27. Juli

Juli 27, 2007

R. i. P.: Ulrich Mühe, 20. Juni 1953 – 22. Juli 2007

ZDF, 20.15

Der letzte Zeuge: Die sich nach Liebe sehnen (D 2003, R.: Bernhard Stephan, Buch: Gregor Edelmann)

ZDF, 21.00

Der letzte Zeuge: Das weiße Rauschen (D 2003, R.: Bernhard Stephan, Buch: Gregor Edelmann)

Anlässlich des Todes von Ulrich Mühe zeigt das ZDF zwei Folgen der Krimiserie „Der letzte Zeuge“. Mühe war als Dr. Robert Kolmaar der Hauptdarsteller der erfolgreichen Gerichtsmediziner-Serie. Sein letzter großer Erfolg war „Das Leben der anderen“.

Arte zeigt, immer im Doppelpack, die ersten Folgen von „Der letzte Zeuge“: Montag ab 20.40 Uhr und als Wiederholung nach Mitternacht in der Samstagnacht.

Link zum ZDF:

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/15/0,1872,2018063,00.html

Link zu Arte:

http://www.arte.tv/de/film/Der-letzte-Zeuge/1573634.html


TV-Tipp für den 26. Juli

Juli 26, 2007

Filmhistorisch ist „Firefox“ kein wichtiger Film. Aber er war einer meiner ersten Eastwood-Filme (vielleicht sogar der erste), einer der ersten Filme, die ich im Kino sah (Wow, war ich beeindruckt. Aber damals fand ich auch „Das Imperium schlägt zurück“ supertoll.) und der Beginn einer jahrelangen Lesefreundschaft zu Craig Thomas. Von Eastwood sehe ich mir immer noch jeden Film an. Von Thomas lese ich schon lange nichts mehr.

Deshalb geht’s heute zurück in den Kalten Krieg:

Vox, 22.15

Firefox (USA 1982, R.: Clint Eastwood)

Drehbuch: Alex Lasker, Wendell Wellman

LV: Craig Thomas: Firefox, 1977 (Firefox)

So sind die Amis. Da erfinden die Russen ein superschnelles Flugzeug (sechsfache Schallgeschwindigkeit, unsichtbar auf dem Radar, Steuerung durch Gedanken) und die Amis schicken einen von seinen Vietnam-Erfahrungen traumatisierten Piloten (er ist trotzdem der Beste) hinter den Eisernen Vorhang. Sein Auftrag: den Flieger zu klauen.

Einer dieser Agententhriller, die unterhaltsamen Unfug erzählen.

Der Brite Craig Thomas schrieb mit „Firefox“ einen der ersten Techno-Thriller. Bei ihm haben natürlich die Briten eine wichtige Rolle bei dem Diebstahl des Supervogels. Für den Film wurde es dann zu einer rein amerikanischen Angelegenheit. Thomas veröffentlichte 1983 unter dem Eindruck des erfolgreichen Films die Fortsetzung von „Firefox“: „Firefox Down“ schließt unmittelbar an „Firefox“ an und ist eine spannende, keineswegs tiefgründige Lektüre. Jedenfalls hatte ich das Buch als Teenager innerhalb weniger Tage gelesen (auf Englisch, weil ich nicht auf die Übersetzung warten wollte).

Mit Clint Eastwood, David Huffman, Ronald Lacey, Klaus Löwitsch, Nigel Hawthorne

Wiederholung um 02.35 Uhr


TV-Tipp für den 25. Juli

Juli 24, 2007

NDR, 23.45

Der amerikanische Freund (D/F 1976, R.: Wim Wenders)

Drehbuch: Wim Wenders

LV: Patricia Highsmith: Ripley´s Game, 1974 (Ripley´s Game oder Regel ohne Ausnahme, Ripley´s Game oder Ein amerikanischer Freund)

Restaurator Jonathan hat Leukämie. Ripley bietet ihm einen gut bezahlten Mordauftrag an. Jonathan nimmt an und sein Leben gerät aus den Fugen.

Die freie Verfilmung des dritten Ripley-Romans ist eine der besten Highsmith-Verfilmungen. Wenders zu den Veränderungen: „Ich möchte, dass meine Filme von der Zeit handeln, in der sie entstehen, von den Städten, den Landschaften, den Gegenständen, von allen, die mitarbeiten, von mir. Diesen Spielraum hat mir Ripley´s Game gelassen. Weil er in der Arbeitsweise der Highsmith auch schon enthalten ist. Deshalb glaube ich, dass ich dem Buch doch nahe geblieben bin, so sehr ich mich auch davon entfernt habe. Es gibt nicht ´die Verfilmung´. Es gibt zwei grundverschiedene Sachen: Bücher und Filme. In ihnen kann eine gleiche ´Einstellung´ zu den Dingen vorhanden sein, aber nicht die gleichen Dinge.“

Stellvertretend für die vielen euphorischen Kritiken Hans C. Blumenberg: „Wenders zeigt den urbanen Alptraum, wie man ihn noch nie in einem europäischen Film gesehen hat: halb als uraltes, verkommenes Abbruchviertel, halb als futuristische Schreckenslandschaft…Die große Faszination dieses Films hat direkt mit seiner Vielschichtigkeit zu tun. Man kann ihn als pessimistischen Kommentar zur nachrevolutionären Bewußtseinskrise der späten siebziger Jahre verstehen, aber auch als brillanten Kriminalfilm, man kann ihn als urbanen Alptraum von der Zerstörung der Städte bewundern, aber man kann ihn auch als poetische Ballade einer Freundschaft lieben. Sein Reichtum, der nicht ohne Gefahren ist, erlaubt bei jedem Sehen neue Abenteuer, neue Entdeckungen.“ Außerdem entwarf er eine Gleichung: „Hitchcock + Ray + Scorsese = Wenders“ (die Gültigkeit dieser Gleichung für andere Wenders-Filme darf bezweifelt werden.)

Mit Bruno Ganz, Dennis Hopper, Lisa Kreuzer, Gérard Blain, Nicholas Ray, Samuel Fuller, Peter Lilienthal, Daniel Schmid, Lou Castel