TV-Tipp für den 24. Juli

Juli 23, 2007

Das Vierte, 20.15

Der 4 ½ Billionen Dollar Vertrag (GB 1985, R.: John Frankenheimer)

Drehbuch: George Axelrod, Edward Anhalt, John Hopkins

LV: Robert Ludlum: The Holcroft Covenant, 1978 (Der Holcroft Vertrag)

US-Architekt Noel Holcroft erbt von seinem Vater ein Vermögen. Es wurde im zweiten Weltkrieg von Nazis beiseitigeschaft. Angeblich um Opfer des Nationalsozialismus zu finden; in Wirklichkeit um Terroristen zu finanzieren. Holcroft ist davon nicht begeistert. 

Trotz der Besetzung und der bekannten Romanvorlage kennt kaum jemand diese Verfilmung. Das sagt doch eigentlich genug über die Qualität des Films aus.

Frankenheimer sprang in letzter Minute ein. Michael Caine ebenso. Ludlum, so Frankenheimer, war mit der Verfilmung sehr zufrieden. Doch dann gab es nach der Fertigstellung zwischen EMI und Universal Probleme über die Rechte und Universal weigerte sich, den Film entsprechend zu bewerben. In Deutschland erlebte „Der 4 ½ Billionen Dollar Vertrag“ seine Premiere 1986 auf Video. Damals war Videopremiere noch das Synonym für ‚Schrott’.

Hat „Der 4 ½ Billionen Dollar Vertrag“ vielleicht doch unentdeckte Qualitäten? Hm, Caine „found himself working from a tedious, clumsy novel by Robert Ludlum, which three good screenwriters, Axelrod, Anhalt, Hopkins, could do little to improve.

The resulting film, concerning Nazis old and new, weaves a tangled tale of conspiracy and deceit straining credulity to breaking point. That this confused narrative does not break into pieces is due entirely to Frankenheimer’s skill in holding it together and keeping it moving with stylish, lively settings, dramatic camerawork by Gerry Fisher, and a first rate group of actors led by the energetic and compelling Caine, who actually seem to believe in what they are doing.” (Gerald Pratley: The films of Frankenheimer)

Fazit: „Von dem Gespann Frankenheimer/Caine wäre mehr zu erwarten gewesen.“ (Fischer Film Almanach 1987)

Wenige Jahre vorher scheiterte Sam Peckinpah an einem Ludlum-Buch.

Mit Michael Caine, Anthony Andrews, Lilli Palmer, Mario Adorf, Michael Lonsdale

Homepage von Robert Ludlum: http://www.ludlumbooks.com/  

 


TV-Tipp für den 23. Juli

Juli 23, 2007

ZDF, 22.15

Wild Things (USA 1998, R.: John McNaughton)

Drehbuch: Stephen Peters

Ein beliebter Sportlehrer in einem Nobelort in Florida weist die sexuellen Avancen einer reichen Schülerin zurück. Danach behauptet sie, er habe sie vergewaltigt. Die Polizei glaubt ihr nicht, bis eine zweite Schülerin den gleichen Vorwurf erhebt.

Und das ist nur eine der ersten überraschenden Wendungen in diesem kleinen Thriller, bei dem die Stars lustvoll ihr Image ausfüllen, gegen es anspielen und sich (und uns) letztendlich fast ständig belügen. Denn in „Wild Things“ ist, unter der Sonne Floridas, nichts so wie es scheint. Eine schöne „Sommernachtsfantasie“.

Mit Kevin Bacon, Matt Dillon, Neve Campbell, Theresa Russell, Denise Richards, Robert Wagner, Bill Murray

Wiederholung: ZDF, Dienstag, 24. Juli, 00.35 Uhr

 


TV-Tipp für den 22. Juli

Juli 21, 2007

3sat, 23.45

Du lebst noch 105 Minuten (USA 1948, R.: Anatole Litvak)

Drehbuch: Lucille Fletcher (nach ihrem Hörspiel)

Die vermögende, bettlägerige Leona Stevenson hört zufällig ein Telefongespräch mit, in dem ein Mord verabredet wird. Sie versucht den Mord zu verhindern. Dabei ahnt sie nicht, dass sie das Opfer ist.

Spannender Noir-Thriller, der gerade wegen seiner genial einfachen Grundidee auch fast sechzig Jahre nach der Premiere beim wiederholten Sehen immer wieder spannend ist.

Das Drehbuch war 1949 für den Edgar als bestes Drehbuch nominiert.

Mit Barbara Stanwyck, Burt Lancaster, Wendell Corey, Ed Begley


TV-Tipp für den 21. Juli

Juli 20, 2007

torres-carlitos-way.jpg

Das Vierte, 22.05

Carlito’s Way (USA 1993, R.: Brian De Palma)

Drehbuch: David Koepp

LV: Edwin Torres: Carlito’s Way, 1975 und After Hours, 1979 (auf Deutsch zum Filmstart als Doppelband „Carlito’s Way“ bei Heyne erschienen)

Drogenhändler Carlito Brigante wird vorzeitig aus der Haft entlassen und will fortan ehrlich bleiben. Aber er hat nicht mit den Umständen und seinem Anwalt gerechnet.

Machen wir es kurz: De Palmas Period-Picture der Siebziger ist ein grandioser Gangsterfilm

Mit Al Pacino, Sean Penn, Penelope Ann Miller, Luis Guzman, Viggo Mortensen

Davor gibt es ab 20.15 Uhr “AFI Life Achievement Award: A Tribute to Al Pacino”. Die Gala des American Film Institute, in der Al Pacino für sein Lebenswerk geehrt wurde, war am 7. Juni in Los Angeles.


TV-Tipp für den 20. Juli

Juli 19, 2007

Das Vierte, 22.20

Bad Company (USA 1995, R.: Damian Harris)

Drehbuch: Ross Thomas

Ex-Geheimagent Nelson Crowe heuert bei dem privaten Dienstleister “Grimes” an. „Grimes“ benutzt die während des Kalten Krieges erworbenen Fähigkeiten der Geheimagenten für neue Ziele. Schnell wird Crowe in ein nicht nur für ihn verwirrendes Spiel um Erpressung und Mord verwickelt.

Wäre wahrscheinlich als Roman besser gewesen.

Mit Laurence Fishburne, Ellen Barkin, Frnak Langella

Hinweise:

Meine Besprechung von „Umweg zur Hölle“ (Chinaman’s Chance, 1978) von Ross Thomas

Meine Besprechung von „Gottes vergessene Stadt“ (The Fourth Durango, 1989) von Ross Thomas

Alexander Verlag: Der deutsche Verlag von Ross Thomas


TV-Tipp für den 19. Juli

Juli 19, 2007

3sat, 23.20

Die seltsame Liebe der Martha Ivers (USA 1946, R.: Lewis Milestone)

Drehbuch: Robert Rossen, Robert Riskin (ungenannt)

LV: John Patrick (als Jack Patrick): Love Lies Bleeding (Kurzgeschichte)

Martha Ivers ist die Herrin der Stadt. Nach zwanzig Jahren taucht ihr Jugendfreund Sam wieder auf und mit ihm ihre unrühmliche Vergangenheit.

Anscheinend wurde „Die seltsame Liebe der Martha Ivers“ nach der deutschen Erstaufführung 1989 nicht mehr im TV gezeigt. Warum nur, wenn jeder drittklassige Krimi fast im Wochentakt läuft? Denn „Die seltsame Liebe der Martha Ivers“ scheint ein gelungener Noir zu sein. Jedenfalls sagt das Lexikon des internationalen Films: „Ein düsterer, fatalistischer „film noir“, der gegenseitige Abhängigkeiten und psychische Ausweglosigkeit anspricht und inszenatorisch ein morbides Klima von beklemmender Intensität schafft. Schauspielerisch perfekt.“

Mit diesem Film begann die Filmkarriere von Kirk Douglas.

Mit Barbary Stanwyck, Van Heflin, Kirk Douglas


TV-Tipp für den 18. Juli

Juli 17, 2007

WDR, 00.15

Die Freunde der Freunde (D 2002, R.: Dominik Graf)

Drehbuch: Markus Busch, Dominik Graf

LV: Henry James

Die Freuden, Zweifel und Irrwege der ersten Liebe – wundervoll stimmig inszeniert von Dominik Graf. Der Film erhielt den TV Movie Award und den Grimme Preis.

„Diese Verbindung einer Liebesgeschichte voller Sehnsucht, Romantik und Unerreichbarkeit mit einer glasklaren Gespenstergeschichte fasziniert mich. (…) Das Übersinnliche spielt sich bei [James] unter der Oberfläche ab, im zwischenmenschlichen Bereich, der unausgesprochen bleibt. Dies mit Bildern und Assoziationen zu füllen ist überaus spannend.“ (Dominik Graf, Katalog Filmfest München)

Mit Sabine Timoteo, Matthias Schweighöfer, Florian Stetter, Jessica Schwarz

Jump-Cut-Besprechung:

http://jump-cut.de/filmkritik-diefreundederfreunde.html


TV-Tipp für den 17. Juni

Juli 17, 2007

ARD, 22.45

Im Schatten der Blutrache (D 2007, R.: Jana Matthes, Andrea Schramm)

Spielfilmlange Doku über eine Blutrache in Deutschland unter zwei kurdischen Familien. Alles beginnt damit, dass die mehrfache Mutter Gülnaz ihren gewalttätigen Ehemann nach 22 Ehejahren verlässt. Sie will die Scheidung. Er will seine Ehre wiederherstellen.

„Im Schatten der Blutrache“ gibt „bedrückende Einblicke in Lebensrealitäten mitten in Deutschland (…) Über zwei Jahre haben die Autorinnen die Familie von Gülnaz in langen Einstellungen mit der Kamera begleitet und die Blutfehde unter zwei kurdischen Familien protokolliert. Entstanden ist das Porträt einer Welt, die archaische  Werte reproduziert und Abweichungen gnadenlos bestraft.“ (Rainer Braun: Tödliches Ehrgefühl in Berliner Zeitung, 17. Juni 2007)

Pressemappe zum Film


TV-Tipp für den 16. Juli

Juli 16, 2007

Tele 5, 22.00

Heißer Verdacht: Aktion Soko – Teil 1 (GB 1993, R.: David Drury)

Drehbuch: Lynda La Plante

Im Apartment eines Transvestiten wird die Leiche eines Callboys gefunden. Jane Tennison ermittelt.

Ursprünglich war „Heißer Verdacht“ nur als Zweiteiler von jeweils 100 Minuten geplant. Aber der große Erfolg bei Publikum und Kritik führte zu sechs weiteren, ebenso erfolgreichen Folgen. Denn die Filme zeichnen ein realistisches Bild der Polizeiarbeit, sind spannende Thriller mit exzellenten Drehbüchern und außergewöhnlichen Leistungen der Schauspieler (wobei natürlich Helen Mirren im Zentrum der Aufmerksamkeit steht) und sie sind treffende Beschreibungen der englischen Gesellschaft und ihrer Probleme in den Neunzigern. Halt alles das, was deutschen Krimis oft fehlt.

Wie die vorherigen „Heißer Verdacht“-Krimis wurde auch die dritte Doppelfolge für zahlreiche wichtige Preise nominiert und erhielt etliche. Lynda La Plantes wurde Drehbuch für den Edgar Allan Poe Preis und den Emmy nominiert.

Tele 5 zeigt montags die in den Neunzigern gedrehten „Heißer Verdacht“-Filme.

Mit Helen Mirren, Peter Capaldi, David Thewlis, Tom Bell

Wiederholung um 01.55 Uhr

Teil 2 am Montag, den 23. Juli 2007, um 22.05 Uhr (Wiederholung um 02.00 Uhr)

Homepage von Lynda La Plante:

http://www.laplanteproductions.com/


TV-Tipp für den 15. Juli

Juli 14, 2007

3sat, 00.20

Westworld (USA 1973, R.: Michael Crichton)

Drehbuch: Michael Crichton

Delos hat das ultimative Walt-Disney-Paradies für Erwachsene geschaffen. Bis in der Wild-West-Abteilung des Vergnügungsparks ein Roboter durchknallt und Gäste erschießt.

„Westworld“, Michael Chrichtons holperiges Kino-Debüt mit dem charismatischen Yul Brynner (Sind da etwa noch andere Schauspieler im Film?), ist eine etwas eindimensionale Anklage gegen die Vergnügungssucht der Reichen. Denn was kann es besseres geben, als einen anderen Menschen umzubringen? Auch wenn dieser andere Mensch nur ein Roboter ist. Doch neben der gesellschaftskritischen Komponente und dem aufklärerischen Impuls über die Gefahren der Technik gibt es – auch das kennen wir von den vielen späteren Crichton-Werken – letztendlich eine ganze Menge Action.

Der Erfolg des Hybriden aus Western und S-F-Film führte drei Jahre später zur Forstsetzung „Futureworld – Das Land von übermorgen“ (USA 1976, R.: Richard T. Heffron) und 1980 zur kurzlebigen Serie „Beyond Westworld“.  Crichton recyclete die Idee von „Westworld“ für „Jurassic Park“. Während in ersterem Yul Brynner in seinem „Die glorreichen Sieben“-Outfit die Besucher niedermetzelte, zerstörten in letzterem Dinos den Vergnügungspark.

Mit Yul Brynner, Richard Benjamin,   James Brolin, Dick Van Patten

Homepage von Michael Crichton:

http://www.michaelcrichton.net/


TV-Tipp für den 14. Juli

Juli 14, 2007

ZDF, 20.15

Wilsberg: Todesengel (D 2005, R.: Buddy Giovinazzo)

Drehbuch: Jürgen Kehrer

LV: Jürgen Kehrer: Wilsberg isst vietnamesisch, 2001

Ermordet die gewissenhafte Frau Kentrup Rentner? Wilsberg ermittelt, während Freund Manni den Bau einer Seniorenresidenz überwacht und Kommissarin Springer am liebsten eine ruhige Kugel schieben möchte.

Witzig-ironischer Wilsberg-Krimi mit etlichen gelungenen Szenen und einer nicht sonderlich überraschenden Auflösung.

Störend ist das hölzerne Spiel von Caroline Peters (sie spielt Wilsbergs Auftraggeberin Susanne Diepenbrock).

Vollkommen unverständlich ist, weshalb „Wilsberg isst vietnamesisch“ im Abspann als Vorlage genannt wird. Denn die Story des Buches hat nichts mit dem Film zu tun und auch der Titel des Romans keinen Bezug zum Film.

„Todesengel“ ist der letzte Wilsberg-Krimi mit Heinrich Schafmeister als Manni. Sein Nachfolger ist Oliver Korittke. Er spielt einen Steuerprüfer.

Dieser Wilsberg knüpft nahtlos an den äußerst gelungenen vorherigen, etwas besseren Wilsberg  „Schuld und Sühne“ an.

Mit Leonard Lansink, Heinrich Schafmeister, Rita Russek, Helmut Zierl, Bela B. Felsenheimer

 

 Hinweis:

Am Montag, den 23. Juli, zeigt der NDR um 21.00 den von Buddy Giovinazzo inszenierten, mit hübschen Landschaftaufnahmen garnierten, zähen Borowski-Tatort „Das Ende des Schweigens“.

Homepage von Jürgen Kehrer

Besprechung von „Wilsberg und die dritte Generation“


TV-Tipp für den 13. Juli

Juli 13, 2007

Vox, 03.40

Lady Snowblood (J 1973, R.: Toshiya Fujita)

Drehbuch: Kazuo Koike, Kazuo Uemura

Japan, während der Meiji-Dynastie (um 1870): Yukis Vater wird ermordet, ihre Mutter vergewaltigt und Yuki kommt in einem Gefängnis zur Welt. In ihrer Jugend wird sie zu einer Killerin ausgebildet. Als junge Erwachsene rächt sie ihre Eltern. Dabei ist sie nicht zimperlich.

Der eiskalte, formvollendete Rachethriller erlebte seine Deutschland-Premiere erst 2005. Zu diesem Zeitpunkt war „Lady Snowblood“ bereits ein Klassiker des Rachefilm-Genres. Für Filmfanatiker Quentin Tarantino waren Handlung und Struktur von „Lady Snowblood“ eine wichtige Inspiration für sein zweiteiliges Racheepos „Kill Bill“.

Mit Meiko Kaji

Besprechung bei AsianCineWeb:

http://www.asiancineweb.de/reviews/lady_snowblood.html

Rapid Eye Movies zur DVD:

http://www.rapideyemovies.de/movies/lady-snowblood/index.php


TV-Tipp für den 12. Juli

Juli 12, 2007

Damals ein an der Kasse erfolgreicher Skandalfilm. Heute ein Langweiler? Nach 130 Minuten wissen wir es.

Arte, 20.40

Das große Fressen (F/I 1973, R.: Marco Ferreri)

Drehbuch: Marco Ferreri, Rafael Azcona, Francis Blanche (Dialoge)

Vier in der Midlife-Crisis steckende, zum Bürgertum gehörende Männer treffen sich in einer Villa. Sie wollen dort ihren Trieben, nämlich Sex und Essen, bis zum Tod nachgehen.

Arte meint „eine groteske schwarze Komödie“. Im „Großen Filmlexikon“ von TV Spielfilm steht „zügellose schwarze Satire“. Nur das „Lexikon des internationalen Films“ ist nicht amüsiert: „Die Allegorie auf eine nur am Konsum orientierten Gesellschaft geht in der vordergründigen Inszenierung unter.“

„Das große Fressen“ ist der Start einer vierteiligen Hommage an Philippe Noiret. Arte, wir danken!

Mit Philippe Noiret, Marcello Mastroianni, Ugo Tognazzi, Michel Piccoli, Andrea Ferréol

Wiederholung: Montag, 23. Juli, 00.35 Uhr

Weitere Informationen: http://www.arte.tv/de/Philippe-NOIRET/1619136.html


TV-Tipp für den 11. Juli

Juli 10, 2007

ARD, 22.45

Die Hardliner des Herrn – Christlicher Fundamentalismus in Deutschland (D 2007, R.: Tilman Jens)

45-minütige Doku über den zunehmenden Einfluss von christlichen, hauptsächlich evangelikalen, Fundamentalisten in Deutschland.

Ein Beispiel dafür ist der vor wenigen Tagen von der hessischen Kultusministerin Karin Wolff (CDU) wieder einmal gemachte Vorschlag, die Schöpfungsgeschichte in den Biologieunterricht aufzunehmen. Die frühere Religionslehrerin findet, es gäbe erstaunliche Übereinstimmungen zwischen der Evolutionslehre und der biblischen Schöpfungsgeschichte. (Was soll man zu so einem unwissenschaftlichen Unfug sagen? Wahrscheinlich hat die Dame die Vorlesungen zur Wissenschaftsgeschichte und zum wissenschaftlichen Arbeiten geschwänzt.) 

Weitere Informationen:

http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,x06wq3j3jo4lkc97~cm.asp

Wiederholung um 02.30 Uhr


TV-Tipp für den 10. Juli

Juli 9, 2007

ARD, 22.45

Tote schweigen nicht – Rechtsmediziner ermitteln (D 2007, R.: Ernst August Zurborn)

Premiere einer 75-minütigen Doku über die Jungs vom CSI. Zurborn beobachtet zwei Hamburger Rechtsmediziner bei ihrer Arbeit an fünf verschiedenen Fällen. „Ein naher, realistischer und spannender Blick auf den Beruf des Rechtsmediziners.“ (ARD-Pressetext)

Weitere Informationen:

http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,m57hyncdpdh5unqf~cm.asp


TV-Tipp für den 9. Juli

Juli 8, 2007

Wenig los, heute, im sonnigen Osten, deshalb ein Trip in den verschneiten Westen, als Männer noch Männer waren:

Das Vierte, 23.30

Nevada-Pass (USA 1976, R.: Tom Gries)

Drehbuch: Alistair MacLean

LV: Alistair MacLean: Breakheart pass, 1974 (Nevada-Pass)

1873 im Winter: Undercover-Agent Deakon muß während einer Zugfährt ein Komplott aufklären.

Der Krimi spielt zwar im Wilden Westen, aber McLean verbrät seine üblichen Ideen nur vor einer anderen Kulisse (Undercover-Agenten, große Verbrechen, Doppelspiele, Frauen – halt das, was wir auch von seinen Kriegs- und Agententhrillern kennen). Trotzdem ganz unterhaltsam. 

Mit Charles Bronson, Jill Ireland, Ben Johnson, Charles Durning, Richard Crenna

Krimi-Autor Bill Crider schrieb im January Magazine über Detektive im Westen und dieses Buch: „There was a time when Scottish novelist MacLean was the premier thriller writer on both sides of the Atlantic. (Ask anyone who’s read some his early books, if you don’t believe that. Better still, read one yourself.) His forte was putting extremely competent heroes into situations that required physical strength, endurance and intelligence, and his plots were often quite complex mysteries. He was a little past his prime when he wrote Breakheart Pass, about an accused killer who’s taken on board a train loaded with medical supplies, relief troops and more than its fair share of troublemakers. Still, the book is a lot of fun, with one surprise after another (you never know just who’s on the side of the ungodly and who’s not in a MacLean novel), and enough action for two or three volumes. It rips along right until the breathless conclusion, and even the one embarrassing technical glitch probably won’t bother anyone too much.“ (Bill Crider: Sleuths in Spurs – in January Magazine)

 

Kirjasto über Alistair MacLean: http://www.kirjasto.sci.fi/maclean.htm

Langer englischer Wikipedia-Eintrag: http://en.wikipedia.org/wiki/Alistair_MacLean

 

Krimi-Couch über Alistair MacLean: http://www.krimi-couch.de/krimis/alistair-maclean.html

Deutsche Alistair MacLean-Fanpage: http://www.alistairmaclean.de/index.html


TV-Tipp für den 8. Juli

Juli 8, 2007

Pro 7, 20.15

Der Manchurian Kandidat (USA 2004, R.: Jonathan Demme)

Drehbuch: Daniel Pyne, Dean Georgaris

LV: Richard Condon: The Manchurian Candidate, 1959 (Botschafter der Angst, Der Manchurian Kandidat)

Der weltumspannende Konzern “Manchurian Global” hat einer Golfkrieg-I-Einheit falsche Erinnerungen implantiert. So wollen sie den vielversprechenden Politiker Raymond Shaw ins Weiße Haus bringen. Doch Shaws ehemaliger Vorgesetzter Ben Marco zweifelt an seinen Erinnerungen und will die Wahrheit herausfinden.

Gut besetztes Remake des Kalter Krieg-Klassikers „Botschafter der Angst“. Etliche der Nebendarsteller sind aus anderen Zusammenhängen oder aus verschiedenen hochkarätigen TV-Serien und Filmen bekannt. Der Film selbst ist gut – obwohl für mich die Prämisse heute schlecher funtioniert als vor über vierzig Jahren, als Frank Sinatra die Rolle von Denzel Washington spielte. Davon abgesehen gibt es zahlreiche grandiose Szenen (ich sage nur Meryl Streep), eine beeindruckende Vision des zu viels an Informationen, überraschende Verknüpfungen von Szenen und eine träumerische Stimmung. Fast immer könnte es sein, dass Ben Marco aus einem Alptraum aufwacht.

Insgesamt ist der Polit-Thriller „Der Manchurian Kandidat“ ein gelungenes, eigenständiges Remake, das besonders beim porträtieren der Verflechtung zwischen Politik und Wirtschaft ein gespenstisches Bild der USA entwirft.

Mit Denzel Washington, Meryl Streep, Liev Schreiber, Jon Voight, Kimberly Elise, Jeffrey Wright, Bruno Ganz, Vera Farmiga, Robyn Hitchcock (eigentlich Musiker), Al Franken (als TV-Interviewer fast als er selbst), Paul Lazar, Roger Corman, Zeljko Ivanek, Walter Mosley (eigentlich Krimiautor), Charles Napier, Jude Ciccolella, Dean Stockwell, Ted Levine, Miguel Ferrer, Sidney Lumet

Wiederholung um 01.50 Uhr

Drehbuch „The Manchurian Candidate“ von Dean Georgaris


TV-Tipp für den 7. Juli

Juli 7, 2007

ZDF, 20.15

Wilsberg: Schuld und Sühne (D 2005, R.: Buddy Giovinazzo)

Drehbuch: Ulli Stephan

LV: Figur von Jürgen Kehrer

Hat Matthias, Ehemann von Wilsbergs Jugendliebe Katharina, die Edelhure Lilly umgebracht? Wilsberg sucht den Täter.

Inzwischen verdient der us-amerikanische Regisseur und Krimiautor Buddy Giovinazzo seine Brötchen mit deutschen Serien und inszenierte für den Tatort („Dreimal schwarzer Kater“ mit den Münsteranern Thiel und Börne) und Polizeiruf 110 („Tiefe Wunden“ mit den Münchnern Tauber und Obermaier) gute Folgen. Auch für den doch eher betulichen Wilsberg drehte er zwei sehr gute Episoden. „Schuld und Sühne“, die erste und bessere, ist ein Krimidrama über Schuld, Sühne und die eigene Vergangenheit.

Giovinazzos neuester Film „Life is Hot in Cracktown”, eine Verfilmung seiner Kurzgeschichtensammlung “Cracktown” mit Lara Flyn Boyle und RZA, befindet sich inzwischen in der Postproduktion. Die Verfilmung seines Krimis „Potsdamer Platz“ von den Scott-Brüdern ist dagegen wahrscheinlich auf Eis gelegt worden.

Mit Leonard Lansink, Heinrich Schafmeister, Ina Paule Klink, Rita Russek

 

Homepage von Jürgen Kehrer

Besprechung von „Wilsberg und die dritte Generation“


TV-Krimi-Buch-Tipps online

Juli 6, 2007

Bei den Alligatorpapieren sind meine bunt bebilderten TV-Krimi-Buch-Tipps für die kommenden beiden Wochen online.

Vor dem Klick gibt’s hier die ersten Zeilen:

Hallo liebe Krimifreunde,
in den kommenden beiden Wochen werden die beiden von Buddy Giovinazzo inszenierten Wilfsberg-Filme „Schuld und Sühne“ und „Todesengel“ wiederholt. Außerdem empfehlenswert sind Charles Laughtons Davis Grubb-Verfilmung „Die Nacht des Jägers“, Jonathan Demmes Richard Condon-Verfilmung „Der Manchurian Kandidat“, das auf der Biographie von Joseph Pistone beruhende Mafiadrama „Donnie Brasco“, Philip Noyces Graham Greene-Verfilmung „Der stille Amerikaner“, Wolfgang Murnbergers Wolf Haas-Verfilmung „Komm, süßer Tod“ (die Austro-Version eines Action-Thrillers), Bertrand Taverniers Georges Simenon-Verfilmung „Der Uhrmacher von St. Paul“ und die weiteren Abenteuer von Jane Tennison in der von Lynda La Plante erfundenen Serie „Heißer Verdacht“.
Gespannt bin ich auf die Brian Moore-Verfilmung „Am Ende einer Flucht – The Statement“ (verschwand viel zu schnell aus dem Kino) und den sehr selten gezeigten Noir „Die seltsame Liebe der Martha Ivers“. Der Noir ist gleichzeitig das Filmdebüt von Kirk Douglas. Die beiden Nesser-Verfilmungen „Das vierte Opfer“ und „Münsters Fall“ dürften dagegen für meinen Geschmack zu betulich sein.
Kabel 1 beginnt mit seinem alljährlichen Edgar Wallace-Festival. Immer samstags im Doppelpack.
 


TV-Tipp für den 6. Juli

Juli 6, 2007

Vor über zwanzig Jahren las ich den von Curt Siodmak geschriebenen S-F-Roman „Donovans Gehirn“ und war begeistert. Deshalb muss ich heute – was bei dem kärglichen Programm auch einfach ist – dieses selten gezeigte B-Picture empfehlen:

WDR, 00.25

Donovans Hirn (USA 1953, R.: Felix Feist)

Drehbuch: Felix Feist, Hugh Brooke (Adaption)

LV: Curt Siodmak: Donovan’s Brain, 1942 (Der Zauberlehrling, Donovans Hirn)

Der Hirnforscher Patrick Cory findet nach einem Flugzeugabsturz das noch aktive Gehirn des skrupellosen Unternehmers Donovan. Cory erhält es am Leben. Das Gehirn beeinflusst den Arzt immer mehr.

Der unbekanntere Bruder des Regisseurs Robert Siodmak wurde 1902 in Dresden geboren. Seinen ersten Erfolg hatte er mit dem später erfolgreich verfilmten Roman „F. P. 1 antwortet nicht mehr“. 1937 wanderte Curt Siodmak in die USA aus. Dort schrieb er erfolgreich Romane und Drehbücher und führte auch Regie. „Donovan’s Brain“ war sein erster, dreimal verfilmter Welterfolg. Er starb am 2. September 2000.

Die beste Filmfassung von Siodmaks Roman meint „Die Science Fiction Filmenzyklopädie“ über diese Mad-Scientist-Geschichte. Aber trotzdem kein guter Film, wie David Pringle in dem ebenfalls zuverlässigen „Das ultimative Science Fiction Lexikon“ meint: „Der Film ist Quatsch, noch dazu langweiliger Quatsch. Erschreckenderweise sind die beiden anderen Versionen noch schlechter. Noch erschreckender ist allerdings der Anblick von Nancy Davis, spätere Mrs. Reagan, die schrecklich betroffen darüber ist, dass ein reicher Mensch wie Donovan so geizig sein kann, auf Kosten der Armen weniger Steuern zu zahlen.“

Mit Lew Ayres, Gene Evans, Nancy Davis