TV-Tipp für den 5. Juli

Juli 4, 2007

WDR, 23.20

Schau mir in die Augen, Kleiner (D/F/Nl 2007, R.: André Schäfer)

André Schäfer zeichnet mit zahlreichen Filmausschnitten und Statements den Weg der schwul-lesbischen Filmkultur vom Underground in den Mainstream nach. Also von „Pink Flamingos“ zu „Brokeback Mountain“.

Zu Wort kommen unter anderem John Waters, Gus Van Sant, Rosa von Praunheim und Stephen Frears.

Arte über die Doku: http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=696185,day=7,week=7,year=2007.html


TV-Tipp für den 4. Juli

Juli 3, 2007

Erinnern Sie sich noch daran? Die Öffentlich-Rechtlichen haben einen Kulturauftrag. Und sie kommen ihm auch nach. Zum Beispiel indem dieser hochgelobte Zeichentrickfilm seine TV-Premiere kurz nach Mitternacht erlebt. Und nein, das ist jetzt kein Affront gegen das Publikum. Auch die Teen-Noir-Serie „Veronica Mars“ scheint im ZDF auf ihrem nachmitternächtlichen Sendeplatz erfolgreicher zu sein als am Samstagnachmittag.

Hier also der Tipp des Tages:

ARD, 00.35

Das große Rennen von Belleville (F/B/Can 2003, R.: Sylvain Chomet)

Drehbuch: Sylvain Chomet

Ein Tour-de-France-Radfahrer wird entführt. Seine Großmutter und ihr Hund jagen die Gangster.

Stellvertretend für die vielen positiven Kritiken: „Mit ungeheurem Detailreichtum und viel Liebe zu alten Comics und dem skurrilen Witz europäischer Komiker wie Jacques Tati ist Das große Rennen von Belleville eine wundervolle, sepiafarbene Hommage an selige untergegangene Kinozeiten, die zudem ohne Dialoge auskommt und allein auf die mitunter kantige Ausdruckskraft ihrer Figuren vertraut. Eine gelungene, sehenswerte und sehr europäische Alternative zum glatten und cleanen Animationskino aus den USA.“ (http://www.kino-zeit.de/filme/artikel/522_das-grose-rennen-von-belleville.html )

Wenn Ihnen das zu spät ist, können Sie auf die nächste Ausstrahlung warten: 3sat, Donnerstag, 26. Juli 2007, 22.25 Uhr. Ist dann Teil der Reihe „Trickfilme für Erwachsene“ und das Heft dazu gibt es hier: http://pressetreff.3sat.de/Public/Trickfilme.pdf


TV-Tipp für den 3. Juli

Juli 2, 2007

Gestern „Die Träumer“, heute

 

HR, 00.05

Der letzte Tango in Paris (I/F 1972, R.: Bernardo Bertolucci)

Drehbuch: Bernardo Bertolucci, Franco Arcalli, Agnès Varda (zusätzliche Dialoge)

In einem leeren Pariser Apartment treffen sich ein älterer Amerikaner und eine junge Französin. Sie geben sich ihren sexuellen Trieben hin und öffnen dem anderen ihre Seele.

Damals war’s ein Skandalfilm, bei dem besonders die aus heutiger Sicht sehr harmlosen Sexszenen provozierten. Heute ist es ein immer noch in jeder Beziehung beeindruckender Film über sexuelle Obsessionen und existentielle Verzweiflung. Halt ein zeitloser Klassiker und einer der Brando-Filme, die man gesehen haben muss.

Michael Althen schlug in „Marlon Brando“ (Bertz Verlag, 2004) in seiner Besprechung von „Der letzte Tango in Paris“ die Brücke zu „Die Träumer“: „Zwei Menschen begeben sich in die camera obscura eines unmöblierten Pariser Appartements, um herauszufinden, ob es ein Leben jenseits von Geschichte und Geschichten geben kann, ob man alles abstreifen und sich neu erfinden kann. Und so wie dieser Film ein Schlag ins Gesicht jener Jahre war, ist es auch The Dreamers (Die Träumer, 2003), mit dem Bertolucci unlängst jene Jahre Revue passieren ließ. Die Wahrheit, von der diese Filme erzählen, ist aber, dass im Scheitern womöglich der ganze Zweck des Lebens liegt. Brando mag sich für den Einzigen gehalten haben, der in seiner Biographie gefangen ist – dabei ist er nur ein Mensch wie du und ich.“

Mit Marlon Brando, Maria Schneider, Jean-Pierre Léaud, Massimo Girotti, Catherine Breillat


TV-Tipp für den 2. Juli

Juli 2, 2007

ZDF, 22.15

Die Träumer (GB/I/F 2002, R.: Bernardo Bertolucci)

Drehbuch: Gilbert Adair

LV: Gilbert Adair: The holy innocents – A Romance, 1988 (später überarbeitet zu „The Dreamers“ und dann auf Deutsch als „Träumer“ erschienen)

Paris, Frühling 1968: Die Cinémathèque Francaise wird geschlossen. Drei Studenten, Matthew und die Zwillinge Isabelle und Theo, ziehen sich in die riesige Wohnung der Zwillinge zurück und spielen anfangs Filme nach. Später wird es immer mehr zu einem Spiel sexueller Obsessionen.

Bertoluccis Liebeserklärung an das Kino und sein bester Film seit langem. Adair meinte, so sein Agent in einem Gespräch, Bertolucci habe in dem Film das gesagt, was er in seinem Roman habe sagen wollen. Ein schöneres Kompliment hat wahrscheinlich noch kein Regisseur gehört.

Mit Michael Pitt, Eva Green, Louis Garrel

Ein Artikel von Jenni Quilter über „The holy innocents“, die Verfilmung, das Buch „The Dreamers“ und Gilbert Adair: http://www.oxonianreview.org/issues/3-3/3-3-2.htm


TV-Tipp für den 1. Juli

Juni 30, 2007

Zum zehnten Todestag von Robert Mitchum kann es nur eine Empfehlung geben:

Tele 5, 22.10

Fahr zur Hölle, Liebling (USA 1975, R.: Dick Richards)

Drehbuch: David Zelag Goodman

LV: Raymond Chandler: Farewell, my lovely, 1940 (Lebewohl, mein Liebling/Betrogen und gesühnt/Lebwohl, mein Liebling)

Los Angeles, 1941: Der gerade freigelassene Bankräuber Moose Malloy engagiert Marlowe. Der Detektiv soll Malloys Freundin Velma finden. Ein nur scheinbar einfacher Fall.

Dritte, sehr originalgetreue und sehr gelungene Verfilmung des Chandler-Buches.

Mit Robert Mitchum, Charlotte Rampling, John Ireland, Harry Dean Stanton, Sylvester Stallone (in einer erträglich kurzen Rolle) und – in einer ganz kleinen, aber wichtigen Rolle – Jim Thompson (!)

Wiederholung um 03.40 Uhr

 

Am 6. August hat Robert Mitchum seinen 90. Geburtstag. Dann senden die Öffentlich-Rechtlichen hoffentlich einige Filme mit ihm. Mein spontanes Wunschprogramm, ohne die regelmäßigen Wiederholungen, wäre:

Dead Man, Yakuza, Die Freunde von Eddie Coyle (Wann lief der Film zuletzt im TV?), Ein Köder für die Bestie, Engelsgesicht, Goldenes Gift und eine Wiederholung der lange nicht gezeigten David Morrell-Verfilmung „Der Geheimbund der Rose“. Wurde dieser TV-Zweiteiler überhaupt jemals wiederholt?


TV-Tipp für den 30. Juni

Juni 30, 2007

Kult oder Kultur?

Hmhm.

Zur Auswahl stehen Werner Herzog und Pamela Anderson.

Ui.

BR zeigt einfach so ab 20.15 Uhr „Fitzcarraldo“ (D 1982), „Mein liebster Feind“ (D 1999) und „Invincible – Unbesiegbar“ (USA/GB/D/Irl. 2001). Der erste Film, in dem Klaus Kinski als Opernfan ein Schiff über einen Dschungelberg zerrt, ist bekannt. Der Zweite heißt neudeutsch „Making of“ und ist eine mit zahlreichen Ausschnitten von den Dreharbeiten zu den Herzog-Kinski-Filmen versehene Liebeserklärung von Herzog an seinen Star. Und dem Dritten hätte eine Portion Kinski sicher nicht geschadet. Aber der starb bereits 1991.

Das Vierte zelebriert ab 18.10 Uhr den Vierzigsten von Pamela Anderson. Es beginnt mit fünf Folgen “Baywatch”. „Ein mörderischer Wettkampf“, „Die Graffiti-Gang“, die Doppelfolge „Spuk im Hotel“ und „Filmteam am Strand“. Danach gibt’s “Playboy’s Babes of Baywatch”, “The Best of Pamela Anderson“, „The Ultimate Pamela Anderson“ und The Pamela Anderson Video Centrefold”.

Oha.

Ähem, Programm 23.


TV-Tipp für den 29. Juni

Juni 28, 2007

Sat.1, 03.25

Blond: Eva Blond! – Wie das Leben so spielt (D 2004, R.: Matthias Glasner)

Drehbuch: Sascha Arango

Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Außerdem waren die Quoten für „Blond: Eva Blond!“ auch nie wirklich überzeugend. Einige Preise sicherten der abgedrehten Krimiserie ein längeres Leben bei dem Privatsender. Für Krimifans mit einem Hang zum Absurden, Makabren und Schwarzhumorigen waren die sechs „Blond: Eva Blond!“-Filme immer ein Festschmaus. Drehbuch, Regie, Schauspieler – hier stimmte einmal einfach alles.

Dabei klingt der Fall nach schlimmster Kolportage: Regierungsdirektor Bierbichler und Starkoch Schlenz sterben anscheinend eines natürlichen Todes. In ihren Mägen werden Reste einer Prostituierten gefunden. Die schusselige, blonde Kommissarin Eva Blond gerät an drei seltsame Witwen.

Das klingt jetzt nach 08/15-Krimi, aber die Mischung macht’s und die stimmt hier.

Mit Corinna Harfouch, Erdal Yildiz, Herbert Knaup, Sissi Perlinger, Merit Becker, Ulrike Krumbiegel, Frank Giering, Bülent Sharif

Die „Blond: Eva Blond!“-Filme:

Das Urteil spricht der Mörder (D 2002, R.: Jorgo Papavassiliou)

Das Buch der Beleidigungen (D 2002, R.: Urs Egger)

Der Zwerg im Schließfach (D 2004, R.: Hermine Huntgeburth)

Wie das Leben so spielt (D 2004, R.: Matthias Glasner)

Epsteins Erbe (D 2006, R.: Achim von Borries)

Der sechste Sinn (D 2006, R.: Matthias Glasner)

Sascha Arango schrieb alle sechs Drehbücher und beantwortet einige Fragen zu seiner „Blond: Eva Blond!“: http://presse.prosieben.de/db/6/doc/9/4/5/8/1.html


TV-Tipp für den 28. Juni

Juni 28, 2007

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ARD, 22.45

Catch me if you can (USA 2002, R.: Steven Spielberg)

Drehbuch: Jeff Nathanson

LV: Frank Abagnale (mit Stan Redding): Catch me if you can: The Amazing True Story of the Youngest and Most Daring Con Man in the History of Fun and Profit, 1980 (Mein Leben auf der Flucht, Catch me if you can)

Spielberg erzählt die wahre Geschichte des Hochstaplers Frank Abagnale. Der Film „ist eine swingende, schwerelose Krimikomödie, die durch Tempo, Charme und Verspieltheit überzeugt.“ (Berliner Zeitung, 30. Januar 2003)

Mit Leonardo DiCaprio, Tom Hanks, Christopher Walken, Martin Sheen, Nathalie Baye, James Brolin, Jennifer Garner

Heute berät Frank Abagnale immer noch Banken und das FBI. Wie er über seine wilde Jugend denkt, erfahren Sie in diesem Spiegel-online-Artikel.


TV-Tipp für den 27. Juni

Juni 26, 2007

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Kabel 1, 22.25

Leben und Sterben in L. A. (USA 1985, R.: William Friedkin)

Drehbuch: William Friedkin, Gerald Petievich

LV: Gerald Petievich: To live and die in L. A., 1984 (Leben und Sterben in L. A.)

Zwei Polizisten jagen einen Geldfälscher. Dabei sind sie in der Wahl ihrer Mittel nicht gerade zimperlich.

Nihilistischer Polizei- und Gangster-Thriller mit rasanten Action-Szenen.

Mit William L. Petersen, Willem Dafoe, John Pankow, John Turturro, Dean Stockwell, Gerald Petievich (in einer Minirolle als „Special Agent“)

Homepage von Gerald Petievich: http://www.petievich.com/

Meinen mit vielen schönen Buchcovers, Filmplakaten und Fotos aufgepeppten Überblick über die verfilmten Kriminalromane gibt es in den TV-Krimi-Buch-Tipps. Außerdem informiert der Alligator täglich über krimirelevantes in der Web-Öffentlichkeit und ist damit immer einen Klick wert.

 


TV-Tipp für den 26. Juni

Juni 26, 2007

Das Vierte, 22.10

Repo Man (USA 1984, R.: Alex Cox)

Drehbuch: Alex Cox

LA-Vorstadt-Punk Otto hat null Bock auf eine geregelte Arbeit. Aber Action ist okay. Als Repo Man bekommt er genug davon. Besonders nachdem er, sein Chef, die CIA, Gangster und Ufo-Freaks einen alten Chevy haben wollen, weil eine sehr obskure Organisation dem Finder 20.000 Dollar für die Kiste geben will.

Die kohlrabenschwarze Satire „Repo Man“ war Alex Coxs gelungener USA-Start. Danach drehte der Brite „Sid & Nancy“, „Straight to hell“, „Walker“ und verschwand anschließend aus dem Blickfeld des Publikums. Ähnlich erging es Otto-Darsteller Emilio Estevez. In den Achtzigern einer der heißen Jungstars. In den Neunzigern abgetaucht und zuletzt mit „Bobby – Sie alle hatten einen Traum“ (für den starbestückten Film über die Ermordung von Robert F. Kennedy schrieb er auch das Drehbuch und führte Regie) wieder aufgetaucht.

„Repo Man“ war ein auch an der Kinokasse erfolgreicher Low-Budget-Punkfilm. „Cox versteht es, in seinem launig inszenierten Low-budget-Streifen innerhalb eines sehr realistisch dargestellten Umfeldes Action, Slapstick und Groteske zu integrieren, ohne dass Brüche entstehen. Witzige Dialoge, flotte Regie und gute Darstellung (besonders Harry Dean Stanton als Bud) hinterlassen den Eindruck eines rundherum gelungenen Spaßes.“ sagte der „Fischer Film Almanach 1985“. Heute sagt „Das große Filmlexikon“ von TV Spielfilm: „Repo Man ist vollgestopft mit absurden Einfällen, eingebettet in eine fragmentarische Handlung. Herausragend die Kamera von Robby Müller und der Soundtrack mit Musik von Black Flag, Suicidal Tendencies, The Circle Jerks und Iggy Pop.“ Und bei Rotten Tomatoes erhält der Kultfilm von den Kritikern eine fast hundertprozentige Frische bescheinigt.

Mit Emilio Estevez, Harry Dean Stanton, Fox Harris, Olivia Barash, Tom Finnegan

 


TV-Tipp für den 25. Juni

Juni 24, 2007

Kabel 1, 03.15

Miami Vice: Der kleine Prinz (USA 1984, R.: Alan J. Levi)

Drehbuch: A.J. Edison (nach einer Geschichte von Joel Surnow & Wendy Cozen)

Seit einigen Tagen strahlt Kabel 1 mitten in der Nacht die kultige Krimiserie „Miami Vice“ aus. „Der kleine Prinz“ ist eine der zahlreichen Episoden, die zeigt, warum die Serie immer auch als Noir-Serie bezeichnet wird. Die beiden Polizisten Sonny Crockett (Don Johnson) und Ricardo Tubbs (Philip Michael Thomas) sollen einen erfolgreichen Wall-Street-Broker und Drogenhändler schnappen. Um an ihn heranzukommen, bedienen sie sich des Sohnes. Am Ende haben sie eine Familie zerstört. Crockett meint am Ende der Episode auf die Frage von Tubbs, was sie heute getan hätten: „Gute polizeiliche Routinearbeit.“

Ähnlich düster endeten viele Folgen.

Der Look, die Musik, das Zusammenspiel der Schauspieler (von denen viele hier einen ihrer ersten Auftritte, teilweise sogar den ersten, hatten), die Geschichten, die gesellschaftliche Probleme ansprechen, die düstere Diagnose der USA unter Ronald Reagan, und die teilweise aus heutiger Sicht archaische Technik (Computer, Telefone, Wanzen) sorgen immer noch für gute Fernsehunterhaltung. Dagegen ist der „Miami Vice“-Spielfilm von Michael Mann nur ein schwacher Abklatsch.

Wahrscheinlich zeigt Kabel 1 an den kommenden Wochentagen nachts alle fünf Staffeln.

Immerhin wurde vergangenes Jahr die Nachmittagsausstrahlung mangels Quote abgebrochen.

Meine Besprechung der ersten Staffel von „Miami Vice“:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-zwoelf-miami-vice.html


Verfilmte Kriminalromane am 23. und 24. Juni im TV

Juni 23, 2007

Das Wochenende verwöhnt mit zahlreichen Krimiverfilmungen. Hier die schmucklose Präsentation. Die schöne gibt’s hier.

Samstag, 23. Juni

RTLII, 12.55

Fair Game (USA 1995, R.: Andrew Sipes)

Drehbuch: Charlie Fletcher

LV: Paula Gosling: A Running Duck; Fair Game, 1978 (Töten ist ein einsames Geschäft)

Eine Anwältin wird von Killern gehetzt. Ein Polizist will sie beschützen. Überleben sie?

Und wieder wurde ein Buch von Paula Gosling für den Kinomarkt geschrottet. Die Frau ist eine hochgelobte und ausgezeichnete Autorin (u. a. Silver Dagger, Gold Dagger, John Creasey Award). Also: den Film vergessen, das Buch lesen.

Joel Silver produzierte gewohnt realitätsfern, mit Cindy Crawford, William Baldwin, Steven Berkoff.

Pro 7, 20.15

Jede Menge Ärger (USA 2002, R.: Barry Sonnenfeld)

Drehbuch: Robert Ramsey, Matthew Stone

LV: Dave Barry: Big Trouble, 1999 (Jede Menge Ärger – Big Trouble)

Etwa ein halbes Dutzend Menschen suchen in Florida eine Atombombe.

Auch Dave Barry porträtiert Florida als Irrenanstalt und Barry Sonnenfeld (Get Shorty, Men in Black) schien der geeignete Regisseur zu sein. Trotzdem floppte die sehr kurze, prominent besetzte Komödie, kurz nach 9/11, an der Kasse und erlebte in Deutschland nur eine Videopremiere.

„So simpel die Story, so prominent die Besetzung – von leichter Hand inszenierte Komödie, der ein wenig mehr Ironie gut getan hätte.“ (Lothar R. Just: Filmjahrbuch 2004)

Mit Tim Allen, Rene Russo, Stanley Tucci, Tom Sizemore, Johnny Knoxville, Dennis Farina, Dwight ‚Heavy D‘ Myers, Omar Epps, Jason Lee, Martha Stewart (als sie selbst), Dave Barry (Gastauftritt als Anwalt)

Dave Barrys Homepage: http://davebarry.com/

Dave Barry zu seinem Roman:

http://www.bookpage.com/9909bp/dave_barry.html

Ausführliche Informationen zum Film:

http://www.rottentomatoes.com/m/1109942-big_trouble/about.php

BR, 20.15

Tod auf dem Nil (GB 1978, R.: John Guillermin)

Drehbuch: Anthony Shaffer

LV: Agatha Christie: Death on the Nile, 1937 (Der Tod auf dem Nil)

Auf einem Nildampfer wird die Millionenerbin Linnet Ridgeway ermordet. Ihr Mörder ist noch auf dem Schiff. Hercule Poirot wird mit der Hilfe seiner kleinen grauen Zellen den Fall lösen.

„Tod auf dem Nil“ erhielt einen Oscar für die besten Kostüme und läutete eine kleine Renaissance von Christie-Verfilmungen ein. Der Film ist eine weitgehend spannungsfreie, nostalgische, stargarnierte Angelegenheit.

Mit Peter Ustinov, Jane Birkin, Bette Davis, Mia Farrow, Lois „Moonraker-Bondine“ Chiles, David Niven, Jon Finch, Angela Lansbury

Das Vierte, 20.15

Prince of the City (USA 1981, R.: Sidney Lumet)

Drehbuch: Jay Presson Allen, Sidney Lumet

LV: Robert Daley: Prince of the City, 1978 (Prince of the City)

Nach der Entdeckung der “French Connection” in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bildete die Polizei von New York eine mit besonderen Rechten ausgestattete Eliteeinheit zur Bekämpfung des Drogenhandels: die Special Investigating Unit (SIU). Sie nannten sich „Prinzen der Stadt“. Nach kurzem begannen sie ihre Rechte auszunutzen. Bob Leuci war einer von ihnen. Bis er sich bereit erklärte seine Kollegen zu bespitzeln.

Sidney Lumet verfilmte die auf Tatsachen beruhende Geschichte von Bob Leuci – der im Film Daniel Ciello heißt – als spannendes Biopic, bei dem keine Seite des Gesetzes besonders gut wegkommt und Leuci/Ciello sich zunehmend isoliert.

Das Drehbuch war 1982 als bestes Drehbuch für den Oscar, Edgar Allan Poe Awards und den Preis der Writers Guild of America nominiert.

Heute ist der auch nach den in „Prince of the City“ geschilderten Ereignissen immer noch überzeugte Polizist Bob Leuci ein Krimiautor. Robert Daley, der Autor des verfilmten Tatsachenromans, war ebenfalls ein Polizist. Bis 1972 war er stellvertretender Polizeichef von New York City.

Mit Treat Williams, Jerry Orbach, Bob Balaban

Pro7, 22.00

Stirb langsam 2 (USA 1990, R.: Renny Harlin)

Drehbuch: Steven E. de Souza, Doug Richardson

LV: Walter Wager: 58 Minutes, 1987

John McClane (Bruce Willis) feiert Weihnachten: nachdem er im ersten Teil ein Hochhaus zerlegte, ist dieses Mal ein Flughafen dran, unterstützt wird er von Franco Nero, Dennis Franz, William Atherton, Reginald VelJohnson, William Sadler, John Amos, Vondie Curtis-Hall.

„Wenn Die Hard eine neo-klassische Geschichte auf eine (beinahe) neo-klassische Weise erzählt, eine höchst traditionsbewusste Dramaturgie mit einem neuen Twist verbindet, dann ist Die Hard 2 der Beginn eines formelhaften Spiels: Vieles, was Willis´ Figur, den New Yorker Cop John McClane, anbelangt, ist nun bereits etabliert, wird wiederholt, variiert und vertieft, und erst in dieser Reflexion wird ein Charakter zum paradigmatischen Helden. Der Regisseur Renny Harlin erweist sich dabei als perfekter Erfüllungsgehilfe, da er selber dieser Formel kaum etwas hinzufügt, sondern versucht, alles auf eine geradezu mathematische Weise zu steigern: mehr Effekte, mehr Action, mehr Tote – mehr Bruce Willis.“ (Georg Seeßlen in Annette Kilzer, Hrsg.: Bruce Willis)

Tele 5, 22.00

Mord am Rainbow Drive (USA 1990, R.: Bobby Roth)

Drehbuch: Bill Phillips, Bennett Cohen

LV: Roderick Thorp: Rainbow Drive, 1986

Detective Mike Gallagher entdeckt fünf Leichen, aber nur vier werden im Polizeibericht erwähnt. Gallagher will herausfinden warum und legt sich mit seinen Vorgesetzten und einflussreichen Lokalpolitikern an.

Ein weiterer Teil der verdienstvollen Reihe „Ausgrabungen“: Heute gibt es einen TV-Cop-Krimi, der außer der Besetzung und atmosphärischen LA-Bildern, anscheinend nur eine ordentlich präsentierte 08/15-Story zu bieten hat.

Roth drehte zuletzt mehrere Episoden für „Prison Break“.

Mit Peter Weller, Sela Ward, David Caruso

Wiederholung um 01.45 Uhr

Auch bekannt als “Rainbow Drive”

BR, 22.35

Das Böse unter der Sonne (GB 1982, Regie: Guy Hamilton)

Drehbuch: Anthony Shaffer

LV: Agatha Christie: Evil unter the sun, 1941 (Das Böse unter der Sonne oder Rätsel um Arlena)

Hercule Poirot sucht den Mörder der Broadway-Diva Arlena Marschall. Er muss einer der Gäste des griechischen Nobelhotels sein.

Großes Staraufgebot (Peter Ustinov, Jane Birkin, James Mason, Colin Blakely, Roddy McDowall, Diana Rigg), hübsche Kostüme, Musik von Cole Porter; Tendenz: gediegene Langeweile.

RBB, 22.50

In der Hitze der Nacht (USA 1967, R.: Norman Jewison)

Drehbuch: Sterling Siliphant

LV: John Ball: In the heat of the night, 1965 (In der Hitze der Nacht)

In einem Südstaatenkaff müssen ein weißer, reaktionärer Sheriff und ein afroamerikanischer Kollege einen Mord aufklären.

John Balls hochgelobter, erfolgreicher Roman war der erste Auftritt eines afroamerikanischen Polizisten als Sympathieträger. Ball wollte damit zur Verständigung zwischen den Rassen beitragen. Außerdem reflektierte er in seinem Krimi die damaligen politischen Kämpfe des Civil Rights Movements in den Südstaaten.

Die enorm erfolgreiche Verfilmung erhielt fünf Oscars, unter anderem als bester Film des Jahres. Aus heutiger Sicht ist „In der Hitze der Nacht“ ein extrem naives und einseitiges Bekenntnis zur Rassenversöhung (etwas guter Wille und schon geht´s) und ein technisch gut gemachter Whodunit.

Poitier drehte noch zwei schwächere Fortsetzungen. Letztendlich wurde es ein normaler, bestenfalls durchschnittlicher Polizeikrimi.

Mit Sidney Poitier, Rod Steiger, Warren Oates, Lee Grant

BR, 00.25

Die Morde des Herrn ABC (GB 1965, R.: Frank Tashlin)

Drehbuch: David Pursall, Jack Seddon

LV: Agatha Christie: The ABC Murders, 1936 (Die Morde des Herrn ABC)

Hercule Poirot sucht einen Mörder, der seine Opfer in alphabetischer Reihenfolge tötet.

Vergnügliche Christie-Verfilmung nach einem Drehbuch der Autoren der bekannten Miß Marple-Filme.

Mit Tony Randall, Robert Morley, Anita Ekberg

WDR, 00.30

Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia (USA 1974, R.: Sam Peckinpah)

Drehbuch: Gordon Dawson, Sam Peckinpah (nach einer Story von Frank Kowalski und Sam Peckinpah)

Der mehr als abgehalfterte Barpianist Benjamin wittert seine große Chance. Denn auf den Kopf von Alfredo Garcia ist eine hohe Belohnung ausgesetzt. Und Benjamin weiß, wo Alfredos Kopf ist.

„Wie eine klassische griechische Tragödie rollt das Filmdrama vor dem Zuschauer ab, mit allen Momenten und Zutaten des klassischen Genres. In einem hermetisch geschlossenen Zirkel, aus dem es keinen Ausweg gibt, zeugt Gewalt fortzeugend Gewalt…Dennoch wird man sagen dürfen, dass – sicher im Gegensatz zu unendlich vielen anderen Action-Filmen – hier die Gewalt in einem eindeutig kritischen, und zwar politisch-kritischen Rahmen dargestellt und präsentiert wird. Peckinpah zeigt einen Staat, in dem statt der Gesetze das Recht des Stärkeren regiert, statt des Rechtes die Faust, statt der Pistole die Maschinenpistole.“ (Film-Dienst)

Mit Warren Oates, Isela Vega, Gig Young, Kris Kristofferson

Sonntag, 24. Juni

Pro 7, 14.35

Jede Menge Ärger (USA 2002, R.: Barry Sonnenfeld)

Drehbuch: Robert Ramsey, Matthew Stone

LV: Dave Barry: Big Trouble, 1999 (Jede Menge Ärger – Big Trouble)

Etwa ein halbes Dutzend Menschen suchen in Florida eine Atombombe.

Auch Dave Barry porträtiert Florida als Irrenanstalt und Barry Sonnenfeld (Get Shorty, Men in Black) schien der geeignete Regisseur zu sein. Trotzdem floppte die sehr kurze, prominent besetzte Komödie, kurz nach 9/11, an der Kasse und erlebte in Deutschland nur eine Videopremiere.

„So simpel die Story, so prominent die Besetzung – von leichter Hand inszenierte Komödie, der ein wenig mehr Ironie gut getan hätte.“ (Lothar R. Just: Filmjahrbuch 2004)

Mit Tim Allen, Rene Russo, Stanley Tucci, Tom Sizemore, Johnny Knoxville, Dennis Farina, Dwight ‚Heavy D‘ Myers, Omar Epps, Jason Lee, Martha Stewart (als sie selbst), Dave Barry (Gastauftritt als Anwalt)

Dave Barrys Homepage: http://davebarry.com/

Dave Barry zu seinem Roman:

http://www.bookpage.com/9909bp/dave_barry.html

Ausführliche Informationen zum Film:

http://www.rottentomatoes.com/m/1109942-big_trouble/about.php

Tele 5, 20.15

Wag the dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt (USA 1997, R.: Barry Levinson)

Drehbuch: Hilary Henkin, David Mamet

LV: Larry Beinhart: American Hero, 1991 (American Hero)

Ein Medienberater rät dem Stab des Präsidenten, einen Krieg in Albanien zu inszenieren, um von einer Sexaffäre des Präsidenten abzulenken. Nach einem überzeugenden Anfang gerät das Ablenkungsmanöver außer Kontrolle.

Köstliche Medien- und Politsatire, die von Beinharts langatmigem Buch nur die Idee („Wir fälschen einen Krieg. Merkt doch keiner.“) übernimmt und durch die damaligen politischen Ereignisse (Clinton-Lewinsky-Affäre, Jugoslawien) eine nicht geplante tagespolitische Brisanz erhielt.

Mit einer bestens aufgelegten Riege von Schauspielern: Dustin Hoffman, Robert De Niro, Anne Heche, Denis Leary, Willie Nelson, Kirsten Dunst, William H. Macy, Woody Harrelson

Mehr über Larry Beinhart:

http://www.thelibrarian.biz/default.html

Spurensuche über Larry Beinharts “Crime – Kriminalromane und Tbriller schreiben“:

http://www.alligatorpapiere.de/spurensuche-dreissig-zwei.html

Pro 7, 22.15

Stirb langsam – Jetzt erst recht (USA 1995, R.: John McTiernan)

Drehbuch: Jonathan Hengsleigh

LV: Charakter von Roderick Thorp

Es ist Sommer in New York und John McClane entdeckt den gesamten Staat New York als Spielplatz.

Der dritte „Stirb langsam“-Film beendet die „Stirb langsam“-Vorbereitungstage. Ab Mittwoch knallt, rummst und wummst „Stirb langsam 4.0“ in den Multiplexen ihres Vertrauens.

Davor gibt’s noch, direkt im Anschluss an „Stirb langsam – Jetzt erst recht“, „Das große ProSieben TV-Special zu ‚Stirb langsam 4.0’“, das mit dreißig Minuten gar nicht so groß ist.

Mit Bruce Willis, Jereym Irons, Samuel L. Jackson, Graham Greene

ZDF, 23.15

Inspector Barnaby: Sport ist Mord (GB 1999, R.: Jeremy Silberston)

Drehbuch: Anthony Horowitz

LV: Charaktere von Caroline Graham

Tara Cavendish wird mit einem Kricket-Schläger ermordet. Inspector Barnaby sucht im Kreis der ehrwürdigen Familie nach dem Mörder.

Mit John Nettles, Daniel Casey

Kabel 1, 00.25

Weiblich, ledig, jung sucht… (USA 1992, R.: Barbet Schroeder)

Drehbuch: Don Roos

LV: John Lutz: SWF seeks same; Single White Female, 1990 (Mitbewohnerin gesucht; Weiblich, ledig, jung sucht …)

Durchschnittlicher Thriller über die Freuden des WG-Lebens (besonders wenn die neue Mitbewohnerin eine besitzergreifende Psychopathin ist) mit Bridget Fonda, Jennifer Jason Leigh

ARD, 01.30

Cutter´s Way – Keine Gnade (USA 1981, R.: Ivan Passer)

Drehbuch: Jeffrey Fiskin

LV: Newton Thornburg: Cutter and Bone, 1976

Der verkrüppelte Vietnam-Veteran Alex Cutter begibt sich auf einen fanatischen Rachefeldzug gegen den Ölmagnaten J. J. Cord. Denn Cutters Freund Richard Bone glaubt, er habe Cord kürzlich beim Verstecken einer Leiche gesehen.

Der an der Kinokasse ziemlich gefloppte Film (die deutsche Premiere war auf Video) ist eine düstere Zustandbeschreibung der USA, in der mehrere amerikanische Genres gegen den Strich gebürstet werden und es keine sympathischen Figuren gibt. Inzwischen gilt „Cutter’s Way“ als kleiner Klassiker; – genau wie Thornburgs Roman.

Fiskins Drehbuch erhielt 1982 den Edgar als bestes Drehbuch.

Mit Jeff Bridges, John Heard, Lisa Eichhorn, Stephen Elliott, Ann Dusenberry

auch: „Cutter & Bone – Bis zum bitteren Ende“ und „Bis zum bitteren Ende“

ZDF, 02.05

Der aus dem Regen kam (F/I 1969, R.: René Clement)

Drehbuch: Sébastien Japrisot

Buch zum Film: Sébastien Japrisot: Le passager de la pluie, 1992

Mellie erschießt in Notwehr einen Fremden und lässt die Leiche verschwinden. Eines Tages taucht ein geheimnisvoller Amerikaner auf und erpresst sie.

Spannender Psycho-Thriller: „La mise en scène est irréprochable, l’interprétation excellente et le film distille un charme doux-amer plein de suspense. Mais trop de froideur et une intrigue confuse finissent par lasser. Il n’est pas certain que ce film résiste à des diffusions répétées tant ses limites finissent par devenir évidentes.“ (Dictionnaire du cinéma, Robert Laffont)

Mit Marlène Jobert, Charles Bronson, Jill Ireland


Verfilmte Kriminalromane am 22. Juni im TV

Juni 21, 2007

RTL II, 22.10

Fair Game (USA 1995, R.: Andrew Sipes)

Drehbuch: Charlie Fletcher

LV: Paula Gosling: A Running Duck; Fair Game, 1978 (Töten ist ein einsames Geschäft)

Eine Anwältin wird von Killern gehetzt. Ein Polizist will sie beschützen. Überleben sie?

Und wieder wurde ein Buch von Paula Gosling für den Kinomarkt geschrottet. Die Frau ist eine hochgelobte und ausgezeichnete Autorin (u. a. Silver Dagger, Gold Dagger, John Creasey Award). Also: den Film vergessen, das Buch lesen.

Joel Silver produzierte gewohnt realitätsfern, mit Cindy Crawford, William Baldwin, Steven Berkoff.

 

ARD, 01.20

Verrat in den eigenen Reihen (NL 2000, R.: Jean van de Velde)           

Drehbuch: Simon de Waal, Jean van de Velde

LV: Jan van Daalen: Sans Rancune, 1991

Polizist Eddy will einen Drogenbaron verhaftet. Nachdem die Verhaftung schief geht, wittert er einen Verräter in den eigenen Reihen.

Auf Tatsachen beruhender, sich an amerikanischen Vorbildern orientierender Polizeithriller.

 

ARD, 03.05

Steckbrief 7-73 (USA 1951, R.: John Berry)

Drehbuch: Guy Endore (Strohmann von Dalton Trumbo und Hugo Butler)

LV: Sam Ross: He Ran All the Way, 1947

Ein Verbrecher versteckt sich auf der Flucht bei einer Arbeiterfamilie und terorisiert sie.

Straffer, kleiner Thriller, bei dem die bedrohte Familie sich oft überraschend gut den Wünschen des Verbrechers fügt. Immerhin sind sie zu viert und er fuchtelt nicht ständig mit seiner Pistole herum.

Der Geiselnehmer ist ein getriebener Mann, der mehr in die Sache hineinstolperte und jetzt zwischen Zu- und Abneigung zu seinen Geiseln hin und hergerissen ist. Immerhin stammt er aus der gleichen Schicht wie sie und er verliebt sich in Shelley Winters. Wegen ihr nahm er ihre Familie als Geisel. Ein unterschätzter Krimi. 

„Psychologisierender Kriminalfilm, der mit atmosphärischer Dichte und der hervorragenden Leistung von John Garfields in seiner letzten Filmrolle zu packen weiß.“ (Lexikon des internationalen Films)

Guy Endore fungierte hier als Strohmann für die damals als Kommunisten auf der Schwarzen Liste stehenden Kollegen Dalton Trumbo und Hugo Butler. John Berry und John Garfield hatten ebenfalls Ärger mit dem für seine fanatische Jagd auf wenige echte und viele vermeintliche Kommunisten bekannten und gefürchteten Senator Joseph R. McCarthy.

Mit John Garfield, Shelley Winters

Mehr Informationen zum Film: http://www.tcm.com/thismonth/article/?cid=12481   

 

Hinweis:

Nachdem Alligator-Alfred wieder zurück ist, erscheinen die TV-Krimi-Buch-Tipps wieder regulär und mit vielen schönen Bildern (Filmplakate und Buchcovers)  hier. In der Kriminalakte werde ich nach einem blutigen Wochenende verstärkt auf Höhepunkte im Fernsehen hinweisen. So etwas wie der „TV-Tipp des Tages“ – wenn es wirklich einen gibt.


Verfilmte Kriminalromane am 21. Juni im TV

Juni 20, 2007

Das Vierte, 20.15

Blutspur (USA 1979, R.: Terence Young)

Drehbuch: Laird Koenig

LV: Sidney Sheldon: Bloodline, 1978 (Blutspur)

Die miese Sippschaft will die Erbin eines Pharmakonzerns mit allen Mitteln von der Konzernspitze verdrängen.

Tja, das kommt mit den falschen Menschen am falschen Ort heraus: Hochkarätig besetzte Langeweile. Im Kino ein Flop, kann im Puschenkino das Ratespiel “Welcher Star läuft jetzt durch’s Bild?” unterhalten.

Mit Audrey Hepburn, Ben Gazzara, James Mason, Claudia Mori, Irene Papas, Michelle Phillips, Maurice Ronet, Romy Schneider, Omar Sharif, Gert Fröbe, Marcel Bozzuffi, Pinkas Braun, Ivan Desny, Vadim Glowna, Wolfgang Preiss, Dietlinde Turban, Walter Kohut

Homepage von Sidney Sheldon: http://www.hachettebookgroupusa.com/features/sidneysheldon/index.html  

 

3sat, 22.25

Nächtliche Irrfahrt (F 2003, R.: Cédric Kahn)

Drehbuch: Laurence Ferreira Barbosa         , Cédric Kahn, Gilles Marchand

LV: Georges Simenon: Feux rouges, 1953 (Schlusslichter)

Antoine und Hélène wollen nur die Kinder aus dem Ferienlager abholen. Im Auto eskaliert der Ehestreit zwischen ihnen und dann nimmt Antoine auch noch einen entflohenen Sträfling mit.

Ist wohl ein bizarrer Roadtrip mit einer guten Portion David Lynch.

Mit Jean-Pierre Darroussin, Carole Bouquet

 

WDR, 23.15

Der Panther wird gehetzt (F/I 1960, R.: Claude Sautet)

Drehbuch: José Giovanni, Claude Sautet, Pascal Jardin

LV: José Giovanni: Classe tous risques, 1958 (Das Ende vor Augen)

Gangster Abel Davos kehrt aus seinem italienischen Versteck nach Frankreich zurück. Seine alten Freunde wollen nichts mehr von ihm wissen. Nur der Einzelgänger Eric Stark hält zu ihm.

Tolles Unterweltdrama über die letzten Tage eines Gangsters. Jean-Pierre Melville war begeistert. „Für mich bedeutete dieser Film einen Wendepunkt in meiner Karriere, rein gefühlsmäßig zählt er sehr viel. Er gehört zu jenen Filmen, die ich liebe. Aber das ist ganz persönlich.“ (Lino Ventura)

Damals fand die kirchliche Filmkritik keine lobenden Worte: „Was soll eigentlich der Film? Eine spannende Handlung hat er nicht zu bieten…Dann wird zu unserer berechtigten Empörung das Leben eines Verbrechers ganz unverfroren als Beruf hingestellt. In der gleichen Weise wird die Freundestreue hier so erstaunlich gewürdigt, dass man beinahe vergisst, dass hier Menschen durch Gewaltverbrechen aneinander gebunden sind. Die Kinder des Panthers sind schließlich noch der Gipfel der Unverfrorenheit, denn sie dienen nur dem Zweck, den eiskalten Mörder außerberuflich zum rührenden Familienvater zu verklären.“ (Evangelischer Filmbeobachter)

Mit Lino Ventura, Jean-Paul Belmondo, Sandra Milo


Verfilmte Kriminalromane am 20. Juni im TV

Juni 20, 2007

Kabel 1, 20.15

L.A. Confidential (USA 1997, R.: Curtis Hanson)

Drehbuch: Brian Helgeland

LV: James Ellroy: L. A. Confidential, 1990 (Stadt der Teufel, L. A. Confidential)

Drei unterschiedliche Polizisten versuchen einen Mord aufzuklären und müssen dabei einen tiefen Sumpf aus Drogen, Sex, Gewalt und Abhängigkeiten trockenlegen.

Grandiose Verfilmung eines grandiosen Buches, das den Deutschen Krimipreis erhielt.

Brian Helgeland schaffte das scheinbar unmögliche: er raffte den 500-seitigen Thriller gelungen zu einem etwa zweistündigen Film zusammen und erhielt dafür einen Oscar. Kim Basinger für ihre Rolle als Edelhure erhielt ebenfalls die begehrte Trophäe.

Mit Guy Pearce, Russell Crowe, Kevin Spacey, Kim Basinger, Danny DeVito

 

SWR, 23.00

Rendezvous mit dem Tod (USA 1977, R.: Ashley Lazarus)

Drehbuch: Stanley Price

LV: Alistair MacLean: Golden Rendezvous, 1962 (Rendezvous mit dem Tod)

Ein Schiff wird gekapert und Schiffsoffizier Richard Harris greift ein. Hält den mauen Standard der meisten MacLean-Verfilmungen.

Mit Richard Harris, Ann Turkel, Gordon Jackson, John Vernon, David Janssen, Burgess Meredith


Verfilmte Kriminalromane am 19. Juni im TV

Juni 18, 2007

Das Vierte, 22.10

Countdown in Manhattan (USA 1980, R.: Robert Butler)

Drehbuch: Bill Norton, Rick Natkin

LV: William P. McGivern: Night of the Juggler, 1975 (Dunkle Nächte)

Psychopath Gus Soltic entführt die Tochter des Fuhrunternehmers und Ex-Polizisten Sean Boyd. Das war eine Verwechslung. Aber Boyd zeigt noch einmal, was er bei der Polizei gelernt hat.

Ein an der Kinokasse ziemlich gefloppter, bis heute nicht als DVD veröffentlichter und nie im TV gezeigter Film. Die damalige Filmkritik meinte: Der Film „verliert, das kaputte New York mit seinen Trümmer- und Pornovierteln zum Hintergrund degradierend, schnell das Interesse für die gesellschafts- und sozialpolitische Komponente zugunsten einer, zugegeben, spannenden Verfolgungsjagd und reiht sich so ein in die Reihe der Selbstjustizfilme des Jahres 1982.“ (Fischer Film Almanach 1983) Die katholische Filmkritik sekundierte: „Spannender Actionfilm vor dem Hintergrund verfallender Viertel und urbaner Gewalttätigkeit; stellenweise fungiert der soziale Hintergrund jedoch nur noch als Kulisse.“ (Lexikon des internationalen Films). Und Einige halten Brolins Darstellung für die beste seiner langen Karriere.

Dürfte also für einen lauschigen Sommerabend der ideale Actionfilm mit hohem Retro-Faktor sein.

Vor dem Öffnen der Bierbüchsen noch einige Infos: Die Dreharbeiten begannen bereits im Sommer 1978. Es wurde vor Ort gedreht. Die Premiere war erst am 6. Juni 1980 in New York. Der bewährte TV-Routinier Robert Butler übernahm die Regie von Sidney J. Furie.

Mit James Brolin, Cliff Gorman, Abby Bluestone, Dan Hedaya

Auch bekannt als “Die Ratte” (neuer Verleihtitel im Kino ein Jahr nach der Premiere)

Mehr über William P. McGivern: http://kirjasto.sci.fi/mcgivern.htm

und auf Deutsch: http://www.mordlust.de/biographie_william_peter_mcgivern.php

RBB, 23.00

Der Profi (F 1981, R.: Georges Lautner)

Drehbuch: Michel Audiard, Georges Lautner

LV: Patrick Alexander: La mort d´une bete à la peau fragile, 1978

Jean-Paul Belmondo verfolgt als Killer im Dienste Frankreichs seinen Auftrag, unabhängig von der geänderten politischen Großwetterlage – und Ennio Morricone komponierte dazu das überaus erfolgreiche und eingängige Stück „Chi Mai“. Der Fischer Film Almanach meinte: „Zwischen Agentenfilm und Parodie pendelnd, bleibt der hintergründig politische Anspruch wegen der gezeigten Brutalitäten und der ausgesprochen rassistischen Tendenzen auf der Strecke.“ Außerdem ist der Film langweilig und ohne Atmosphäre.

HR, 00.10

Der unauffällige Mr. Crane (USA 2001, R.: Joel Coen)

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

Friseur Ed Crane führt ein unauffälliges und ehrliches Leben, bis ihm ein Kunde ein todsicheres Geschäft anbietet.

De Noir-Hommage „The Man who wasn’t there“ ist einer der schönsten Filme der Coen-Brüder.

„Kein Fehler, sich dieses kunstvolle Meisterwerk der Melancholie anzusehen.“ (Adrian Prechtel, AZ, 8. November 2001)

Mit Billy Bob Holland, Frances McDormand, James Gandolfini, Scarlett Johansson, Richard Jenkins, Tony Shalhoub

Auch bekannt als “The Man who wasn’t there”


Verfilmte Kriminalromane am 18. Juni im TV

Juni 18, 2007

NDR, 21.00

TATORT: Bienzle und der Champion (D 1998, R.: Dieter Schlotterbeck)

Drehbuch: Felix Huby

LV: Felix Huby: Bienzle und der Champion, 1999

Hat der Boxer Piet Mangold den Wirt Jaco Riewers umgebracht? Eine harte Nuss für Bienzle, denn Piet kann sich an nichts erinnern.

Ein guter Bienzle im Boxmilieu. 

Mit Dietz Werner Steck, Rüdiger Wandel, Ben Becker, Claude-Oliver Rudolph, Martin Semmelrogge, Dariusz ‚Tiger’ Michalczewski

 

Tele 5, 22.00

Heißer Verdacht I – Teil 1 (GB 1991, R.: Christopher Menaul)

Drehbuch: Lynda La Plante

DCI Jane Tennison soll in Soho den Mörder einer Prostituierten finden. Erschwert wird ihre erste Leitung bei einem Mordfall durch chauvinistische Kollegen und Vorgesetzte.

Ursprünglich war „Heißer Verdacht“ nur als Zweiteiler von jeweils 100 Minuten geplant. Aber der große Erfolg bei Publikum und Kritik führte zu sechs weiteren, ebenso erfolgreichen Folgen. Denn die Filme zeichnen ein realistisches Bild der Polizeiarbeit, sind spannende Thriller mit exzellenten Drehbüchern und außergewöhnlichen Leistungen der Schauspieler (wobei natürlich Helen Mirren im Zentrum der Aufmerksamkeit steht) und sie sind treffende Beschreibungen der englischen Gesellschaft und ihrer Probleme in den Neunzigern. Halt alles das, was deutschen Krimis oft fehlt.

„Heißer Verdacht“ wurde für zahlreiche Preise nominiert und erhielt unter anderem den Edgar Allan Poe-Preis für das beste Drehbuch.

Tele 5 zeigt in den kommenden Wochen die ersten fünf, zwischen 1991 und 1996 gedrehten, Fälle. Der zweite Teil des ersten „Heißer Verdacht“-Films gibt es am kommenden Montag, den 25. Juni.

Mit Helen Mirren, Tom Bell, John Benfield, John Bowe, Zoë Wanamaker, Bryan Pringle, Tom Wilkinson

Wiederholung um 01.50 Uhr

Homepage von Lynda La Plante: http://www.laplanteproductions.com/  

 

Arte, 00.50

Sophie Scholl – Die letzten Tage (D 2005, R.: Marc Rothemund)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Das sei Schulfernsehen, sagte Breinersdorfer, als Rothemund ihm vorschlug die letzten Tage der Geschwister Scholl zu verfilmen. Dann vertiefte er sich in die Protokolle der Verhöre und schrieb das Drehbuch zu einem von Kritikern, Kollegen und Publikum hochgelobten Film. Über eine Million sahen „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ in den deutschen Kinos.

Mit Julia Jentsch, Alexander Held, Fabian Hinrichs, Jörg Hube

 


Verfilmte Kriminalromane am 16. und 17. Juni im TV

Juni 15, 2007

Wenn das Wetter nicht so schön wäre, würde ich sagen: „Versorgen Sie sich gut mit Getränken und Snacks und nehmen Sie in der ersten Reihe platz.“ Aber so muss ich sagen: „Programmieren Sie ihren Rekorder.“

Samstag, 16. Juni

RBB, 14.30

Die den Tod nicht fürchten (USA 1959, R.: Michael Anderson)

Drehbuch: Eric Ambler

LV: Hammond Innes: The wreck of the Mary Deare, The ´Mary Deare´, 1956 (Der Schiffbruch der Mary Deare)

Was geschah auf der Mary Deare? Und warum schweigt der Erste Offizier Gideon Patch?

Spannendes Krimidrama mit Gary Cooper, Charlton Heston, Michael Redgrave, Richard Harris

Das Vierte, 20.15

Der Pate von Greenwich Village (USA 1984, R.: Stuart Rosenberg)

Drehbuch: Vincent Patrick

LV: Vincent Patrick: The pope of Greenwich Village, 1979

Zwei Gauner wollen sich mit einem Coup sanieren. Dabei kommen sie der Mafia in die Quere und werden von der Polizei gejagt.

Spannender, vor Ort gedrehter Gangsterfilm mit guten Schauspielern. Inzwischen verschleudern Roberts und Rourke ihr Talent meistens in letztklassigem Schund. Wobei Rourke mit seinen Auftritten in „Irgendwann in Mexico“, „Man on fire“, „Domino“ und „Sin City“ wieder in interessanten Filmen mitspielte.

Mit Eric Roberts, Mickey Rourke, Daryl Hannah, Geraldine Page, M. Emmet Walsh, Burt Young

NDR, 21.45

Tod auf dem Nil (GB 2004, R.: Andy Wilson)

Drehbuch: Kevin Elyot

LV: Agatha Christie: Death on the Nile, 1937 (Der Tod auf dem Nil)

Auf einem Nildampfer wird die Millionenerbin Linnet Ridgeway ermordet. Ihr Mörder ist noch auf dem Schiff. Hercule Poirot wird mit der Hilfe seiner kleinen grauen Zellen den Fall lösen.

Der dritte Poirot-Film mit Suchet soll ein gelungenes Remake des 1978er-Spielfilms sein – bei geringerem Budget und der Abwesenheit großer Schauspielernamen.

Mit David Suchet, David Soul

BR, 00.00

Ein Sommer auf dem Lande (F 1999, R.: Jean Becker)

Drehbuch: Sébastien Japrisot

LV: Georges Montforez: Les Enfants du marais, 1958

Cri-Cri erinnert sich an einen der schönen Sommer in den frühen Dreißigern auf dem Land. Damals konnte man auch mit wenig Geld glücklich sein.

Den Kritikern gefiel das Loblied auf das einfache Leben: „Kino-Rarität als Sommerfrische.“ (Angie Dullinger, AZ, 13. Juli 2000) „Ein französischer Heimatfilm, aber das Genre hat, im Land von Giono und Pagnol, aber auch von Céline, andere Qualitäten als bei uns.“ (Fritz Göttler, SZ, 15. Juli 2000) „Und auch wenn dies vielleicht kein ganz großer Film ist, so steht er gleichwohl in dieser großen Tradition [der Qualität]. Und die braucht sich für diesen Nachzügler keineswegs zu schämen.“ (Rupert Koppold, Stuttgarter Zeitung, 13. Juli 2000) „Japrisots prägnante Figurenzeichnung, sein Sinn für beiläufige Spannung und verhaltenen Humor ergänzen sich kongenial mit Beckers unprätentiösem, aber präzisem Inszenierungsstil.“ (Lexikon des internationalen Films)

„Ein Sommer auf dem Lande“ ist die zweite Zusammenarbeit von Becker und Japrisot. Die erste war „Ein mörderischer Sommer“ (mit Isabelle Adjani).

Mit Jacques Villeret, Jacques Gamblin, André Dussolier, Michel Serrault

Auch bekannt als „Kindes des Moors“ (Schweizer Titel)

Sonntag, 17. Juni

Tele 5, 20.15

Bei Anruf Mord (USA 1954, R.: Alfred Hitchcock)

Drehbuch: Frederick Knott

LV: Frederick Knott: Dial M for Murder, 1952 (Theaterstück)

Der ehemalige Tennisprofi Tony Wendice plant den perfekten Mord an seiner untreuen Ehefrau Margot. Als sie den Killer umbringt, wird es Zeit für Plan B.

Für Hitchcock war die Verfilmung des Broadway-Stückes eine Verlegenheitsarbeit, bei dem er damals modische 3-D-Effekte einbauen musste. Er tat dies nur in einer Szene: als Margot den Killer mit einer Schere ersticht. Der Rest ist gut abgefilmtes Theater. Mit Grace Kelly, Ray Milland, Robert Cummings, John Williams, Anthony Dawson

ZDF, 22.00

Inspector Barnaby: Der Fluch von Aspern Tallow (GB 1999/2000, R.: Moira Armstrong)

Drehbuch: Douglas Watkinson

LV: Caroline Graham (Charaktere)

Barnaby neuester Fall beginnt harmlos mit einem beschädigten Gemälde. Aber dann spielen die Geister verrückt. Oder gibt es eine irdische Erklärung für den Toten?

Ein weiterer Barnaby-Fall – und das richtige Kontrastprogramm zu dem zeitgleich laufenden „Stirb langsam“, bei dem kein Stahlträger auf dem anderen bleibt.

Pro 7, 22.20

Stirb langsam (USA 1988, R.: John Mc Tiernan)

Drehbuch: Jeb Stuart, Steven E. de Souza

LV: Roderick Thorp: Nothing lasts forever, 1979

Bahnbrechendes Action-Kino, das Bruce Willis zum Star machte – im Buch besucht der Held seine Tochter, im Film besucht der Held seine Frau, der Rest (Terroristen besetzten ein Hochhaus, unser Held kämpft gegen sie) ist bekannt. EPD Film meinte „ein durch und durch regressiver Film, der einer infantilen Lust an der Zerstörung Nahrung verschafft.“

Und das zu Weihnachten.

Am 27. Juni kommt der vierte Teil ins Kino. Der Trailer verspricht viel Rumms und Wumms und Bumms.

Mit Bruce Willis, Alan Rickman

Tele 5, 22.20

Das Quiller Memorandum (GB 1966, R.: Michael Anderson)

Drehbuch: Harold Pinter

LV: Adam Hall: The Berlin Memorandum, The Quiller Memorandum, 1965

Berlin, während des Kalten Krieges: Geheimagent Quiller soll den Mörder eines Kollegen finden. Wenn das so einfach wäre.

Spannender, in der deutschen Synchronisation entnazifizierter, Agententhriller.

Das Buch von Adam Hall, ein Pseudonym von Elleston Trevor, erhielt den Edgar Allan Poe Award for Best Novel und den Grand Prix de Littérature Policière. In den folgenden Jahren schrieb Hall weitere von der Kritik hochgelobte, kommerziell erfolgreiche Quiller-Romane.

Mit George Segal, Senta Berger, Alec Guiness, Max von Sydow, George Sanders

Wiederholung um 01.55 Uhr

3sat, 23.45

Todesangst bei jeder Dämmerung (USA 1939, R.: William Keighley)

Drehbuch: Warren Duff, Charles Perry (ungenannt), Norman Reilly Raine

LV: Jerome Odlum: Each Dawn I Die, 1938

Ein unschuldig des Mordes verurteilter Reporter versucht mit der Hilfe eines Lebenslänglichen seine Unschuld zu beweisen.

Unterschätztes Cagney-Vehikel und bis „White Heat“ (USA 1949; Maschinenpistolen, Sprung in den Tod) sein letzer Auftritt in einem Gangsterfilm. Außerdem gibt es hier das einzige Leinwandduell zwischen Cagney und Raft.

„Ein spannungsgeladener Film über die unmenschliche Härte des Strafvollzugs, in dem das Gefühl des ohnmächtigen Ausgeliefertseins durch James Cagney beklemmend dargestellt wird.“ (Lexikon des internationalen Films)

„It’s a grim story.“ (Alan Page, Sight & Sound)

Mit James Cagney, George Raft, Jane Bryan, George Bancroft

SWR, 00.00

Maschinenpistolen (USA 1949, R.: Raoul Walsh)

Drehbuch: Ivan Goff, Ben Roberts

Der Gangsterfilmklassiker „White Heat“ führte den psychopathischen Gangster ein: James Cagney als neurotisch-brutaler Gangsterboss am Rockzipfel seiner Mutter. Grandios.

Auch das Ende: Cagney jagt sich und etliche Gas-Tanks in die Luft und brüllt: „Made it, Ma! Top of the world!“

Mit James Cagney, Virginia Mayo, Edmund O’Brien, Margaret Wycherly

Auch bekannt als „Sprung in den Tod“


Verfilmte Kriminalromane am 15. Juni im TV

Juni 15, 2007

MDR, 00.00

Mankells Wallander: Am Rande der Finsternis (S/D 2005, R.: Stephan Apelgren)

Drehbuch: Stephan Apelgren, Ulf Rydberg

LV: Henning Mankell (Treatment)

Der depressive Carl Svendsen verschwindet spurlos. Mord, Selbstmord oder etwas ganz anderes, fragen sich Kommissar Wallander und seine Tochter Linda.

Nachschub für die Mankell-Fans; auch wenn der Meister nur die Treatments schrieb.

Mit Krister Henriksson, Johanna Sällström


Verfilmte Kriminalromane am 14. Juni im TV

Juni 13, 2007

Gut, die Überschrift stimmt nicht. „Sophie Scholl“ ist keine Literaturverfilmung. Außer wir halten Verhörprotokolle dafür. Ein Kriminalfilm ist es trotz Straftate, Verhören und Bestrafung auch nicht.

Aber Fred Breinersdorfer wird für mich immer ein Krimiautor bleiben.

 

Arte, 20.40

Sophie Scholl – Die letzten Tage (D 2005, R.: Marc Rothemund)

Drehbuch: Fred Breinersdorfer

Das sei Schulfernsehen, sagte Breinersdorfer, als Rothemund ihm vorschlug die letzten Tage der Geschwister Scholl zu verfilmen. Dann vertiefte er sich in die Protokolle der Verhöre und schrieb das Drehbuch zu einem von Kritikern, Kollegen und Publikum hochgelobten Film. Über eine Million sahen „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ in den deutschen Kinos.

Mit Julia Jentsch, Alexander Held, Fabian Hinrichs, Jörg Hube