„Green on Red“ rockt

Juni 18, 2012

Obwohl mir das Rockpalast-Konzert der Alternative-Country-Rocker „Green on Red“ (Dan Stuart, Chuck Prophet, Chris Cacavas, Jack Waterson und Daren Hess) besser gefällt als ihr Auftritt im Rialto Theater in Tucson, Arizona, ist auch dieser denkwürdige Auftitt (ihre Reunion) hörenswert:

Mehr über „Green on Red“ auf ihrer Homepage, Wikipedia (deutsch, englisch) und Blue Rose (mit einer schönen Besprechung des Rialto-Konzerts; die CD/DVD ist nicht mehr erhältlich).


TV-Tipp für den 18. Juni: Unter Beschuss

Juni 18, 2012

ZDF, 23.15

Unter Beschuss (F 2008, R.: Claude-Michel Rome)

Drehbuch: Claude-Michel Rome, Olivier Dazat

Elite-Cop Drieu wird in ein kleines Revier bei Marseille, das demnächst geschlossen wird und dessen Polizist vollkommen demotiviert sind, versetzt. Aber Drieu akzeptiert die laxe Arbeitshaltung seiner Kollegen nicht. Außerdem entdeckt er Verbindungen zwischen einigen Verbrechen, die auf den ersten Blick nicht miteinander zu tun haben.

Der Quasi-Western „Unter Beschuss“ (DVD-Titel: Crossfire) reiht sich gelungen in die aktuelle Reihe französischer Kriminalfilme ein, die zeitgemäß aufbereitet, die einheimische Kriminalfilmtradition pflegen und sich an Hollywood-Vorbildern bedienen.

Mehr in meiner Besprechung der DVD.

mit Richard Berry, Pascal Elbé, Zabou Breitman, Aïssa Maïga, Bernard Blancan, Guilaine Londez, Moussa Maaskri, Fred Saurel, Aure Atika

Wiederholung: Mittwoch, 20. Juni, 01.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Homepage zum Film (dann Recherche nach “Les Insoumis” machen)

Tout le Cine: Interviews mit den Machern

Wikipedia über „Crossfire“

Meine Besprechung von „Crossfire“ (Les Insoumis, F 2008)


TV-Tipp für den 17. Juni: Jesse Stone: Totgeschwiegen

Juni 16, 2012

ZDFneo, 21.30

Jesse Stone – Totgeschwiegen (USA 2006, R.: Robert Harmon)

Drehbuch: J.T. Allen, Tom Selleck, Michael Brandman

LV: Robert B. Parker: Death in Paradise, 2001

Dritter Jesse-Stone-Film nach dem dritten Jesse-Stone-Roman. Dieses Mal muss Kleinstadtcop Jesse Stone den Mord an einer 14-jährigen aufklären. Seine Ermittlungen führen ihn in die besseren Kreise von Boston.

Ein weiterer feiner Polizeifilm.

Mit Tom Selleck, Edward Edwards, Viola Davis, John Diehl, William Devane

Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Bitteres Ende“ (The Professional, 2009)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 16. Juni: Freedomland – Das Gesicht der Wahrheit

Juni 16, 2012

Pro 7, 22.00

Freedomland – Das Gesicht der Wahrheit (USA 2006, R.: Joe Roth)

Drehbuch: Richard Price

LV: Richard Price: Freedomland, 1998 (Das Gesicht der Wahrheit)

Brenda Martin sagt, ihr vierjähriger Sohn sei von Schwarzen entführt worden. Eine fieberhafte Suche beginnt. Aber schnell fragt der ermittelnde Polizist Lorenzo Council sich, ob die Mutter die Wahrheit sagt.

Irgendetwas ging da völlig schief. “Freedomland” erlebte, trotz seiner Besetzung und dem Renommee von Price als Roman- und Drehbuchautor (The Wanderers, Clockers, Die Farbe des Geldes, Kiss of death, Kopfgeld, Shaft – und die in den USA erfolgreiche Cop-Serie “The Wire”) seine Deutschlandpremiere als DVD. Die Kritiker und die Zuschauer waren – zu recht – enttäuscht. Stellvertretend:

“Der thematisch wichtige, gut gespielte Film demonstriert, wie aus einem Funken ein Flächenbrand entstehen kann. Dabei bekommt er das Thema des unter der Oberfläche schlummernden Rassismus nur ungenügend in den Griff.” (Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2006)

“For fans of Richard Price’s phenomenal 1998 novel Freedomland, sitting through Joe Roth’s incompetent big-screen translation will feel like you’re watching helplessly as an old friend gets kicked to death by a pack of drooling imbeciles. It’s the kind of literary adaptation that makes you wonder if anyone on the set had even a passing familiarity with the original text. Given that the credited screenwriter turns out to be the novelist himself … well, that’s saying something.” (Sean Burns, Philadelpia Weekly, 22. Februar 2006)

mit Samuel L. Jackson, Julianne Moore, Edie Falco, Ron Eldard, William Forsythe, Philip Bosco

Wiederholung: Sonntag, 17. Juni, 02.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Freedomland“ (deutsch, englisch) und Richard Price (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über „Freedomland“

–

Bonushinweis

Richard Price spricht über seinen Roman „Lush Life“ (deutscher Titel ist „Cash“) und beantwortet Fragen

 

 


Viele Fragen, viele Antworten zur italienischen Mafia

Juni 15, 2012

Der Untertitel „100 Fragen – 100 Antworten“ ist Betrug.

Aber was kann man auch von einem Buch erwarten, dessen Titel „Die Mafia“ ist? Immerhin ist diese Vereinigung dafür bekannt, dass sie ihr Geld mit Verbrechen verdient.

Weil „Die Mafia: 100 Fragen – 100 Antworten“ aber nicht von der Mafia, sondern von dem Journalisten Attilio Bolzoni geschrieben wurde und dieser seit Jahren für „La Repubblica“ über die Mafia schreibt und mehrere Bücher über sie veröffentlichte, hat er gleich 105 Fragen beantwortet, die einen ziemlich umfassenden Überblick über die italienische Mafia geben.

Es geht um die Geschichte der Mafia, ihre Regeln, den Maxi-Prozess, die Antimafia, das Bild der Mafia in den Medien und um noch ungelöste Rätsel um die Mafia. Bolzoni beantwortet unter anderem die Fragen „Wie mordet die Cosa Nostra?“ („Wie es am zweckmäßigsten ist.“), „Welche Einstellung haben die Mafiosi zur Homosexualität?“ (Geht gar nicht.), „Sind die Mafiosi religiös?“ (Nun, irgendwie schon.), „Stimmt es, dass die Amerikaner dank der Mafia in Sizilien landen konnten?“ (Ein Märchen, aber…), „Wovor hat die Mafia wirklich Angst?“ („Ihren Reichtum zu verlieren.“), „Apropos Sciascia: War er ein Schriftsteller gegen die Mafia oder gegen die Antimafia?“, „Haben Fernsehserien wie La Piovra (Allein gegen die Mafia) mehr der Mafia oder mehr dem Ansehen Italiens geschadet?“ und „Ist Berlusconi ein Freund der Mafia?“.

Aufgrund der Frage-Antwort-Struktur ist „Die Mafia“, wie ein Lexikon, vor allem ein informatives Buch zum Blättern und Nachschlagen.

–

Attilio Bolzoni: Die Mafia: 100 Fragen – 100 Antworten

(übersetzt von Walter Kögler und Rita Seuß)

Klett-Cotta, 2012

216 Seiten

14,95 Euro

–

Originalausgabe

FAQ (Frequently asked Questions) MAFIA

Bompiani, FAQ BOOKS, 2010

–

Hinweise

Die Mafia-Seite von Klett-Cotta

Wikipedia über die Mafia (deutsch, englisch)


Die Macavity-Nominierungen 2012

Juni 15, 2012

Die Nominierungen für den diesjährigen Macavity Award sind draußen. Der Krimipreis wird von den Lesern und Förderern der Magazine Mystery Readers International und Mystery Readers Journal vergeben.

Nominiert sind:

Best Mystery Novel

• 1222, von Anne Holt, übersetzt von Marlaine Delargy (Scribner)

• Claire DeWitt and the City of the Dead, von Sara Gran (Houghton Mifflin Harcourt)

• The House of Silk (Das Geheimnis des weißen Bandes), von Anthony Horowitz (Mulholland)

• The Ridge, von Michael Koryta (Little, Brown)

• A Trick of the Light, von Louise Penny (Minotaur)

• The Two Deaths of Daniel Hayes, von Marcus Sakey (Dutton)

• Hell & Gone (Der Wärter), von Duane Swierczynski (Mulholland)

–

Best First Mystery Novel

• Learning to Swim, von Sara J. Henry (Crown)

• Nazareth Child, von Darrell James (Midnight Ink)

• Turn of Mind, von Alice LaPlante (Atlantic Monthly)

• All Cry Chaos, von Leonard Rosen (Permanent Press)

• The Informationist, von Taylor Stevens (Crown)

• Before I Go to Sleep, von S.J. Watson (Harper)

–

Best Mystery-Related Non-Fiction

• Books, Crooks and Counselors: How to Write Accurately About Criminal Law and Courtroom Procedure, von Leslie Budewitz (Linden)

• Agatha Christie: Murder in the Making: More Stories and Secrets from Her Notebooks, von John Curran (HarperCollins)

• Wilkie Collins, Vera Caspary and the Evolution of the Casebook Novel, von A.B. Emrys (McFarland)

• The Savage City: Race, Murder, and a Generation on the Edge, von T.J. English (Morrow)

• The Sookie Stackhouse Companion, herausgegeben von Charlaine Harris (Ace)

–

Best Mystery Short Story

• Disarming, von Dana Cameron (Ellery Queen Mystery Magazine, June 2011)

• Facts Exhibiting Wantonness, von Trina Corey (EQMM, November 2011)

• Palace von the Lake, von Daryl Wood Gerber (aus „Fish Tales: The Guppy Anthology“, herausgegeben von Ramona DeFelice Long; Wildside)

• Truth and Consequences, von Barb Goffman (aus „Mystery Times Ten“, herausgegeben von MaryChris Bradley; Buddhapuss Ink)

• Heat of Passion, von Kathleen Ryan (aus „A Twist of Noir“, February 2011)

• The Man Who Took His Hat Off to the Driver of the Train, von Peter Turnbull (EQMM, March/April 2011)

–

Sue Feder Historical Mystery Award

• Naughty in Nice, von Rhys Bowen (Berkley)

• Narrows Gate, von Jim Fusilli (AmazonEncore)

• Dandy Gilver and the Proper Treatment of Bloodstains, von Catriona McPherson (Thomas Dunne/Minotaur)

• Mercury’s Rise, von Ann Parker (Poisoned Pen Press)

• Troubled Bones, von Jeri Westerson (Minotaur)

• A Lesson in Secrets, von Jacqueline Winspear (Harper)

–

Die Preisverleihung ist im Oktober auf der Bouchercon in Cleveland, Ohio.

(via Mystery Fanfare)

 

 

 


TV-Tipp für den 15. Juni: Der Einsatz

Juni 15, 2012

Pro7, 20.15

Der Einsatz (USA 2003, R.: Roger Donaldson)

Drehbuch: Roger Towne, Kurt Wimmer, Mitch Glazer

Der junge Computerspezialist James Clayton wird vom CIA angeworben. Bereits während seiner Ausbildung soll er einen Maulwurf finden. Ein Test oder Realität?

Hübsch paranoider Agententhriller, bei dem Al Pacino wie auf Autopilot spielt. Naja, Colin Farrell und Bridget Moynahan entschädigen dafür und für die doch etwas formelhafte Geschichte mit ihren ständigen Überraschungen, die irgendwann genau deshalb auch langweilen.

mit Al Pacino, Colin Farrell, Bridget Moynahan, Gabriel Macht, Karl Pruner, Eugene Lipinski

Wiederholung: Samstag, 16. Juni, 02.25 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Der Einsatz“ (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über „Der Einsatz“


Meine Besprechung von Robert B. Parkers Spenser-Roman „Bitteres Ende“ ist online

Juni 14, 2012

Natürlich habe ich Robert B. Parkers Spenser-Roman „Bitteres Ende“ (The Professional, 2009) gelesen, meine Gedanken dazu aufgeschrieben und jetzt ist die Besprechung bei Crime Chronicles für die Augen der Welt veröffentlicht worden. 

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Robert B. Parker: Bitteres Ende

(übersetzt von Emanuel Bergmann)

Pendragon, 2012

224 Seiten

9,95 Euro

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Hinweise

Homepage von Robert B. Parker

Mein Porträt der Spenser-Serie und von Robert B. Parker

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Die blonde Witwe“ (Widow’s walk, 2002)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Alte Wunden” (Back Story, 2003)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der stille Schüler“ (School Days, 2005)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Der gute Terrorist“ (Now & Then, 2007)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers “Hundert Dollar Baby” (Hundred Dollar Baby, 2006)

Meine Besprechung von Robert B. Parkers „Trügerisches Bild“ (Painted Ladies, 2010)

Mein Nachruf auf Robert B. Parker

Robert B. Parker in der Kriminalakte


Herr Juretzka, ist jetzt „Sense“ für „Platinblondes Dynamit“?

Juni 14, 2012

Die böswillige Interpretation von „Platinblondes Dynamit“ ist, dass Jörg Juretzka von seinem Verlag den Befehl bekam, seinen Helden Kristof Kryszinski einzumotten und, weil sich das besser verkauft, Krimis mit einer Heldin zu schreiben.

Die gutwillige Interpretation ist, dass Jörg Juretzka einfach seinen Spaß haben wollte und dafür in „Platinblondes Dynamit“ dem Affen mächtig Zucker gegeben hat.

Für diese Interpretation spricht, dass unlängst der zweite Kryszinski-Krimi „Sense“ neu aufgelegt wurde. Dieses Mal in der „metro“-Reihe des Unionsverlags. Und wenn es keine Leser für die chaotischen Ermittlungen des Ruhrpott-Privatdetektivs gäbe, würde auch kein Verlag einen zwölf Jahre alten Krimi neu auflegen.

Und das ist, um unseren Hauptstadt-Bürgermeister zu zitieren, auch gut so. Denn „Sense“ ist ein waschechter Kryszinski. Der Detektiv soll den Duisburger Spielautomaten-König Sascha ‚Pascha‘ Sentz finden. Er tut’s und, nachdem er schon während der Suche nach Sentz, tatkräftig unterstützt von seinem Kumpel Scuzzi (mehr Drogen als Verstand), ordentlich becherte, er Sentz nach einer Odyssee durch die Lokale und Spielsalons des Ruhrpotts zufällig an einer Theke (Wo sonst?) getroffen hat und sie gemeinsam weitersoffen, wacht Kryszinski am nächsten Tag, immer noch betrunken, in seiner Wohnung neben der Leiche von Sentz auf. Seine Lieblingskommissare Menden und Hufschmidt, die ihn wie die Pest hassen, halten ihn für den Mörder.

Also muss Kryszinski den wahren Mörder finden und er hat auch gleich einen Topverdächtigen, der sich für die Tat vor allem dadurch qualifiziert, dass er von Kryszinski viel Geld, das der ständig abgebrannte Privatermittler nicht hat, will.

„Sense“ ist nach „Prickel“ der zweite Roman mit Kristof Kryszinski und der Humor, der die späteren Kryszinski-Romane zu einem Lesevergnügen macht, ist schon da. Aber das Plotting ist ärgerlich nachlässig. Denn letztendlich regelt, während unser Held von einem Fettnapf in den nächsten stolpert, Kommissar Zufall immer wieder alles. Den Rest übernehmen gewagte Annahmen des Helden, die vollkommen aus der Luft gegriffen sind und sich letztendlich, trotzdem, als irgendwie richtig entpuppen, aber sogar einen Edgar-Wallace-Film als Meisterwerk der Logik erscheinen lassen. In den neuesten Kryszinski-Fälle hat Jörg Juretzka sich, zum Glück, wesentlich mehr Gedanken über die Handlung gemacht.

In „Platinblondes Dynamit“ gibt er dem Affen Zucker. Denn wie eine Srewball-Comedy lebt dieser Krimi über den Groschenromanautor Folkmar Windell, der als Will B. Everhard die in den vierziger Jahren in New York spielenden Jack-Knife-Krimis schreibt und jetzt Jack Knife durch eine Heldin ersetzen soll, von seiner Geschwindigkeit.

Widerwillig und mit der Hilfe eines aus dem Internet gezogenen Schreibprogramms (das ihm ein Scuzzi-artiger Freund empfohlen hat) erfindet Windell mit Pussy Cat eine Heldin, die, nun, Jack Knife mit Titten ist.

Pussy Cat gelangt aus der Windells Romanwelt in das heutige Köln. Dort setzt sie ihre Mission, die Suche nach dem Roosveldt-Diamant, „ein Stein von solchem Feuer, dass er selbst im Schwarz-Weiß als rosa zu erkennen gewesen war“, fort und hinterlässt eine Spur der Verwüstung, die Jack Knife nicht besser hinbekommen hätte..

Ach ja, und wenn Windell Pussy Cat (die aus ihrer Sicht supersexy, aus Sicht der anderen nur der hässliche Windell mit nicht passender Perücke ist) nicht rechtzeitig findet, hat Hermine Inaway (so sein Pseudonym für den ersten Pussy-Cat-Roman) ein Problem an der Backe, das im Kleingedruckten des Programms versteckt war.

Und das sind nur die Verwicklungen auf den ersten Seiten von „Platinblondes Dynamit“, das seine Absurditäten und Unglaubwürdigkeiten durch hohes Tempo ausgleicht. In diesem Alptraum eines Schriftstellers, der auch einige schöne Querverbindungen zu Juretzkas Kristof-Kryszinski-Krimis hat, darf es keine Sekunde zum Nachdenken geben – und genau solange ist „Platinblondes Dynamit“ pures Dynamit.

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Jörg Juretzka: Platinblondes Dynamit

Pendragon, 2012

272 Seiten

13,95 Euro

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Jörg Juretzka: Sense

Unionsverlag, 2012

288 Seiten

9,95 Euro

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Erstausgabe

Rotbuch Verlag, 2000

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Hinweise

Krimi-Couch über Jörg Juretzka

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Jörg Juretzka

Kaliber .38 interviewt Jörg Juretzka (2002)

Literaturschock interviewt Jörg Juretzka (2003)

Alligatorpapiere: Befragung von Jörg Juretzka (2004)

2010LAB interviewt Jörg Juretzka (2010)

Meine Besprechung von Jörg Juretzkas „Bis zum Hals“ (2007)

Meine Besprechung von Jörg Juretzkas „Rotzig & Rotzig“ (2010)

Meine Besprechung von Jörg Juretzkas „Freakshow“ (2011)


John Zorn 2010 in Marciac

Juni 14, 2012

Noch ein großartiges Konzert von John Zorn.

Allein schon die Band:

John Zorn – direction, saxophone
Marc Ribot – guitar
Jamie Saft – piano, orgue
Trevor Dunn – bass
Kenny Wollesen – vibraphone
Joey Baron – drums
Cyro Baptista – percussion

Und das haben die Jungs am 11. August 2010 verbrochen

Das „Masada Sextet“-Konzert habe ich ja schon gepostet.


TV-Tipp für den 14. Juni: Literatur im Foyer

Juni 14, 2012

SWR, 23.45

Literatur im Foyer

Heute unterhält Thea Dorn sich mit Donna Leon, die am 28. September Siebzig wird und den Venedig-Kommissar Guido Brunetti erfunden hat.

Hinweise

SWR über „Literatur im Foyer“

Wikipedia über Donna Leon (deutsch, englisch)

Krimi-Couch über Donna Leon

Diogenes Verlag über Donna Leon


DVD-Kritik: Nicht witzig: „Screwed – Krieg im Knast“

Juni 13, 2012

Der harte britische Knastthriller „Screwed – Krieg im Knast“ basiert auf den Erinnerungen von Ronnie Thompson (ein Pseudonym), der sieben Jahre als Gefängniswärter arbeitete. Das verleiht dem Film im ersten Moment eine große Authentizität und man fragt sich immer wieder, ob es in englischen Gefängnissen wirklich so zu geht – und wie sehr sich das von deutschen Gefängnissen unterscheidet.

Allerdings werden Thompsons sieben Jahre im Film auf eine wesentlich kürzere Phase (ich hatte den Eindruck, dass der Film während einer mehrmonatigen Probezeit spielt) verkürzt und die Parallelgesellschaft des Gefängnisses wirkt dann wie ein Best-of-Knastfilm mit Insassen, die seelenruhig dealen, Wärtern, die schonungslos Gewalt anwenden, – sowieso herrscht hier das Recht das Stärkeren -, unfähigen Vorgesetzten (David Hayman schön fies), Pub- und Sexbar-Abenden der Wärter, die ihr Schlafdefizit mit Drogen ausgleichen und, etwas Story muss ja sein, einem schwunghaftem Drogenhandel, bei dem ein Wärter der Chef der Schmuggler ist. Unser ach so ehrlicher Held will sich nicht anpassen und es geschieht, was geschehen muss.

Dabei ist „Screwed – Krieg im Knast“ kein schlechter Film. Es ist halt nur ein weiterer harter Knastthriller, der trotz aller Übertreibungen und erzählerischen Verdichtungen (anscheinend hat sich der gesamte Abschaum des Universums in dem fiktiven Buch- und Filmknast HMP Romwell versammelt und beschlossen, dem Frischling gleich in den ersten Wochen zu beweisen, dass der wahre Krieg im Gefängnis und nicht im Irak stattfindet), gut und auch kurzweilig unterhält.

Eigentlich war ich sogar positiv überrascht, weil ich eher einen dümmlichen Actionfilm erwartete und ein straff erzähltes Drama sah, das Probleme zeigt, ohne eine Lösung zu haben. Denn auch wenn unser Held Sam am Ende den Job quittiert, wird sich im HMP Romwell nichts ändern. Der Kreislauf der Gewalt in dem geschlossenen System bleibt bestehen.

Screwed – Krieg im Knast (Screwed, GB 2011)

Regie: Reg Traviss

Drehbuch: Colin Butts

LV: Ronnie Thompson: Screwed: The Truth about Life as a Prison Officer, 2008

mit James D’Arcy, Noel Clarke, Frank Harper, Kate Magowan, Jamie Foreman, Doug Allen, Ray Panthaki, Andrew Shim, David Hayman, Joseph Gilgun

DVD

Sunfilm

Bild: 16:9 (1:2,35)

Ton: Deutsch (DTS, DD 5.1), Englisch (DD 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial (angekündigt): Interviews, Trailer

Länge: 106 Minuten

FSK: ab 18 Jahre

(Blu-ray identisch)

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Hinweise

Homepage von Ronnie Thompson

Wikipedia über Ronnie Thompsons Buch „Screwed: The Truth about Life as a Prison Officer“

Hey U Guys: Set-Interviews mit Reg Traviss und James D’Arcy (1. Juni 2011)

Matt J. Horn interviewt Reg Traviss (14. Juni 2011)

Lovefilm interviewt Reg Traviss (7. Juni 2011)

 Rotten Tomatoes über „Screwed“


Die Anthony-Nominierungen 2012

Juni 13, 2012

Die Nominierungen für den diesjährigen Anthony Award sind draußen:

Best Novel

• The End of Everything, von Megan Abbott (Reagan Arthur/Little, Brown)

• Hurt Machine, von Reed Farrel Coleman (Tyrus)

• The Drop, von Michael Connelly (Little, Brown)

• A Trick of the Light, von Louise Penny (Minotaur)

• One Was a Soldier, von Julia Spencer-Fleming (Thomas Dunne/Minotaur)

–

Best First Novel

• Learning to Swim, von Sara J. Henry (Crown)

• Nazareth Child, von Darrell James (Midnight Ink)

• All Cry Chaos, von Leonard Rosen (The Permanent Press)

• Who Do, Voodoo?, von Rochelle Staab (Berkley Prime Crime)

• The Informationist, von Taylor Stevens (Crown)

• Purgatory Chasm, von Steve Ulfelder (Thomas Dunne/Minotaur)

• Before I Go to Sleep, von S.J. Watson (HarperCollins)

–

Best Paperback Original

• The Company Man, von Robert Jackson Bennett (Orbit)

• Choke Hold (Die Rachegöttin), von Christa Faust (Hard Case Crime)

• Buffalo West Wing, von Julie Hyzy (Berkley Prime Crime)

• Death of the Mantis, von Michael Stanley (HarperCollins)

• Fun & Games (Der Bewacher), von Duane Swierczynski (Mulholland)

• Vienna Twilight, von Frank Tallis (Random House)

–

Best Short Story

• Disarming, von Dana Cameron (Ellery Queen Mystery Magazine, June 2011)

• The Case of Death and Honey, von Neil Gaiman (aus „A Study in Sherlock“, herausgegeben von Laurie R. King und Leslie S. Klinger; Bantam)

• Palace von the Lake, von Daryl Wood Gerber (aus „Fish Tales: The Guppy Anthology“, herausgegeben von Ramona DeFelice Long; Wildside)

• Truth and Consequences, von Barb Goffman (aus „Mystery Times Ten“, herausgegeben von Mary Chris Bradley; Buddhapuss Ink)

• The Itinerary, von Roberta Isleib (aus „Mystery Writers of America Presents The Rich and the Dead“, herausgegeben von Nelson DeMille; Grand Central)

• Happine$$, von Twist Phelan (aus „Mystery Writers of America Presents The Rich and the Dead“)

–

Best Critical Non-fiction Work

• Books, Crooks and Counselors: How to Write Accurately About Criminal Law and Courtroom Procedure, von Leslie Budewitz (Quill Driver/Linden)

• Agatha Christie: Murder in the Making: More Stories and Secrets from Her Notebooks, von John Curran (HarperCollins)

• On Conan Doyle: Or, The Whole Art of Storytelling, von Michael Dirda (Princeton University Press)

• Detecting Women: Gender and the Hollywood Detective Film, von Philippa Gates (SUNY Press)

• The Sookie Stackhouse Companion, herausgegeben von Charlaine Harris (Ace)

–

Die Preisverleihung ist im Oktober auf der Bouchercon in Cleveland, Ohio. Wo auch sonst? Immerhin ist der nach Anthony Boucher benannte Anthony Award der Bouchercon-Preis

(via The Rap Sheet)

 


Die Ngaio-Marsh-Nominierungen 2012

Juni 13, 2012

Die Nominierungen für den diesjährigen Ngaio Marsh Award sind draußen. Nominiert werden können Kriminalromane, die von einem Neuseeländer oder einem dort lebendem Autor vergangenes Jahr in Neuseeland oder Übersee (also irgendwo im englischsprachigen Raum) publiziert wurden.

Jedenfalls sind nominiert:

• Collecting Cooper, von Paul Cleave (Simon & Schuster)

• Luther: The Calling (Luther: Die Drohung), von Neil Cross (Simon & Schuster)

• Furt Bent from Aldaheit, von Jack Eden (Pear Jam Books)

• Traces of Red, von Paddy Richardson (Penguin)

• By Any Means, von Ben Sanders (HarperCollins)

• Bound, von Vanda Symon (Penguin)

• The Catastrophe, von Ian Wedde (Victoria University Press)

Aus dieser Longlist werden von einer aus UK, USA, Deutschland und Neuseeland kommenden Jury die drei Finalisten ausgewählt.

Das hört sich alles furchtbar kompliziert an und dass Neil Cross ein in Neuseeland lebt, hatte ich bis jetzt erfolgreich verdrängt.

(via The Rap Sheet)


TV-Tipp für den 13. Juni: Der ewige Gärtner

Juni 13, 2012

Kabel 1, 20.15

Der ewige Gärtner (GB/D 2005, R.: Fernando Meirelles)

Drehbuch: Jeffrey Caine

LV: John le Carré: The constant gardener, 2001 (Der ewige Gärtner)

Der in Kenia lebende Diplomat Justin Quayle will herausfinden, wer seine politisch aktive Frau Tessa umbrachte.

Gute le-Carré-Verfilmung, die auch dem Autor gefällt.

Mit Falph Fiennes, Rachel Weisz, Danny Huston, Peter Postlethwaite, Anneke Kim Sarnau

Hinweise

Homepage von John le Carré

Meine Besprechung von John le Carrés „Geheime Melodie“ (The Mission Song, 2006)

Meine Besprechung von John le Carrés “Marionetten (A most wanted man, 2008)

Meine Besprechung von John le Carrés “Verräter wie wir” (Our kind of traitor, 2010)

Meine Besprechung der John-le-Carré-Verfilmung „Bube, Dame, König, Spion“ (Tinker, Tailor, Soldier, Spy, Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2011)

John le Carré in der Kriminalakte


Das Baseball Project rockt

Juni 12, 2012

Auf Steve Wynns Homepage habe ich diesen fantastischen Konzertmitschnitt vom 13. April 2012 entdeckt:

Die Band besteht aus Steve Wynn, Peter Buck (R. E. M.), Scott McCaughey (The Minus 5) und Linda Pitmon. Mike Mills (R. E. M.) war bei diesem (und einigen anderen Konzerten) als Gastmusiker dabei.

Die Musik rockt; die Texte – nun, es geht um Baseball…


Cover der Woche

Juni 12, 2012


TV-Tipp für den 12. Juni: Solaris

Juni 12, 2012

RTL Nitro, 20.15

Solaris (USA 2002, R.: Steven Soderbergh)

Drehbuch: Steven Soderbergh

LV: Stanislaw Lem: Solaris, 1961 (Solaris)

Dr. Chris Kelvin soll herausfinden, was auf der abgelegenen Raumstation Prometheus geschah. Die überlebenden Besatzungsmitglieder verhalten sich seltsam und eines Tages wacht Kelvin neben seiner quicklebendigen Frau auf. Dummerweise ist sie seit Jahren tot.

Das US-Remake von Andreij Tarkowskis Science-Fiction-Klassiker „Solaris“, den heute Zwanzigjährige nie gesehen haben. Dreißigjährige mit viel Glück. Denn nach der OFDB (und meinem Gedächtnis) lief der Film zuletzt vor sechs Jahren um Mitternacht auf Arte und die deutschen DVDs sind nicht empfehlenswert (Ton, Bild, Bonusmaterial).

Soderberghs Version ist Science-Fiction für denkende Menschen. Nicht perfekt, aber interessant.

Als Teenager war ich von Lems Roman mächtig begeistert. Tarkowskis Film sah ich erst Jahre später im TV.

mit George Clooney, Natascha McElhone, Jeremy Davies, Viola Davis, Ulrich Tukur

Wiederholung: Mittwoch, 13. Juni, 23.20 Uhr

Hinweise

Wikipedia über „Solaris“ (deutsch, englisch)

Rotten Tomatoes über „Solaris“

Stanislaw Lem über das Remake

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Contagion“ (Contagion, USA 2011)

Meine Besprechung von Steven Soderberghs „Haywire“ (Haywire, USA 2011)

Steven Soderbergh in der Kriminalakte


Wer hat „Jack Taylor liegt falsch“ gewonnen?

Juni 11, 2012

Der Einsendeschluss ist vorbei.

Die Lostrommel wurde mehrmals herumgewirbelt, durch den Raum geworfen, aufgefangen, mit Alkohol getränkt, mit Kokain bestäubt, nochmals kreisen gelassen, ein Limerick gelesen, ein Trinkspruch gerufen – und dann wurde der glückliche Gewinner von Ken Bruens „Jack Taylor liegt falsch“ (Tolles Buch!) gezogen.

Es ist

Heike K. aus Westerstede.

Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß bei der Lektüre!

Das Buch wird gleich verschickt werden.


Lesenswerter Sammelband über die „Öffentlichkeit im Wandel“

Juni 11, 2012

Dass die Öffentlichkeit sich durch das Internet wandelt, dürfte niemand bestreiten. Die Frage ist nur, wie die neue Öffentlichkeit aussieht. Die grünnahe Heinrich-Böll-Stiftung versucht in ihrem kostenlos erhältlichen Sammelband „Öffentlichkeit im Wandel – Medien, Internet, Journalismus“ in 24 Texten darauf eine Antwort zu geben und wer sich schon länger für Netzpolitik interessiert, wird unter den Autoren und Interviewpartnern viele bekannte Namen, wie Stephan Weichert, Robin Meyer-Lucht, Peter Glaser, Geert Lovink, Markus Beckedahl, Christiane Schulzki-Haddouti, Matthias Spielkamp und Marcel Weiß entdecken.

Und natürlich gibt es in dem lesenswertem Buch nicht die eine Antwort, sondern es werden verschiedene Aspekte des Wandels beleuchtet. Aber insgesamt wird dieser Wandel, teils vielleicht zu optimistisch, begrüßt und die Chance für eine neue, politisch informierte Öffentlichkeit und einen neuen Journalismus gesehen.

Es gibt auch Aufsätze über mögliche Einnahmequellen im Netz. Denn bisher verdienen die Tageszeitungen im Netz noch kein Geld. Bislang haben sie viele Abonnenten für die gedruckten Ausgaben, die für entsprechend feste Einnahmen sorgen. Denn bis ein Abonnent sein Abo kündigt, muss einiges geschehen. Spielkamp erklärt, warum die Verlage im Netz nicht so schutzlos sind, wie sie immer wieder behaupten. Und Jeanne Collins berichtet von ihrem „Sommer auf der Content-Farm“.

Nachdem die meisten Aufsätze über die deutsche und die US-amerikanische Öffentlichkeit gehen, muten die letzten drei Aufsätze über den Wandel der Öffentlichkeit in Russland, Weißrussland und China etwas unpassend an. Aber sie zeigen, dass es immer wieder Wege gibt, sich gegen staatliche Propaganda zu wehren. Früher mit Flugblättern und den Gründungen von Zeitungen („taz“), später mit Radiosendern und CD-Roms und jetzt, wesentlich kostengünstiger und einem potentiell größerem Publikum, im Internet.

Heinrich-Böll-Stiftung (Herausgeber): Öffentlichkeit im Wandel – Medien, Internet, Journalismus (Bildung + Kultur, Band 11)

Heinrich-Böll-Stiftung, 2012

156 Seiten

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Hinweise

Heinrich-Böll-Stiftung: Seite zum Buch (mit mehreren Audiodateien), Diskussion „Qualitätsjournalismus:Neue Ansprüche und alte Werte“ und Download des Buches