Die Homepage von Steve Wynn und bei Wikipedia steht auch etwas über den Musiker.
TV-Tipp für den 11. Juni: Layer Cake
Juni 11, 2012Kabel 1, 20.15
Layer Cake (GB 2004, R.: Matthew Vaughn)
Drehbuch: J.J. Connolly
LV: J.J. Connolly: Layer Cake, 2000 (Layer Cake: Willkommen im Club)
Ein Drogenhändler der besseren Art will aussteigen. Sein Boss hat vorher noch zwei Aufträge für ihn: er soll eine Junkie-Tochter aufspüren und eine riesige Menge Ecstasy aufkaufen. Das ist beides nicht so einfach.
Allgemein abgefeierter Gangsterthriller, der leider nie in die deutschen Kinos kam. Eine euphorische Stimme: „Aktionsreicher, beinharter Thriller in bester britischer Tradition. Hervorragend gespielt, fotografiert und inszeniert, bis ins kleinste Detail präzise entwickelt.“ (Lexikon des internationalen Films)
Mit Daniel Craig, Tom Hardy, Jamie Foreman, Sally Hawkins, Burn Gorman, Sienna Miller
Wiederholung: 23.50 Uhr
Hinweise
TV-Tipp für den 10. Juni: Nur die Sonne war Zeuge
Juni 10, 2012RBB, 22.00
Nur die Sonne war Zeuge (F/I 1960, R.: René Clément)
Drehbuch: René Clément, Paul Gégauff
LV: Patricia Highsmith: The talented Mr. Ripley, 1955 (Nur die Sonne war Zeuge, Der talentierte Mr. Ripley)
Tom Ripley soll im Auftrag von Philippes Vater den Sohn nach Amerika zurückbringen. Aber Tom und Philippe verstehen sich gut und Tom gefällt das müßige Millionärsleben. Warum also nicht einfach Philippe Greenleaf umbringen und dessen Stelle einnehmen?
Grandiose Verfilmung des ersten Ripley-Romanes; obwohl der Film moralisch korrekter endet.
Neben dem ausgefeilten Drehbuch trug besonders Henri Decaes superbe Farbfotografie zum Erfolg des Films bei. Erstmals schuf Farbe jene beklemmende Atmosphäre, die bis dahin nur aus den Schwarzweiß-Filmen der Schwarzen Serie bekannt war.
Patricia Highsmith schrieb danach vier weitere Bücher mit Tom Ripley, dem ersten sympathischen Psychopathen der Kriminalgeschichte.
Mit Alain Delon, Marie Laforet, Maurice Ronet
Hinweise
Wikipedia über Patricia Highsmith (deutsch, englisch)
Times: The 50 Greatest Crime Writers No 1: Patricia Highsmith
Kaliber .38 über Patricia Highsmith (Bibliographie)
Krimi-Couch über Patricia Highsmith
Kirjasto über Patricia Highsmith
Wired for Books: Don Swain redet mit Patricia Highsmith (1987)
Gerald Peary redet mit Patricia Highsmith (Sight and Sound – Frühling 1988 )
Wikipedia über Alain Delon (deutsch, englisch, französisch)
Meine Besprechung von „Der Leopard“ (mit Alain Delon und Burt Lancaster)
Meine Besprechung von „Die Abenteurer“ (mit Alain Delon und Lino Ventura)
„Jack Taylor liegt falsch“, aber die Leser von Ken Bruens Noir liegen goldrichtig
Juni 9, 2012He is the world’s worst detective. Cases get solved not because of him but despite him.
Ken Bruen über Jack Taylor
In Irland gibt es keine Privatdetektive. Also erfindet Ken Bruen einen Privatdetektiv. Inzwischen gibt es auch in Galway Privatdetektive.
Hoffentlich arbeiten sie anders als der von Ken Bruen erfundene Jack Taylor.
Denn Jack Taylor ist nicht der normale Privatdetektiv, der sich Hals über Kopf in seine Fälle stürzt. Nein. Sogar der von Lawrence Block erfundene Privatdetektiv Matt Scudder wirkt gegen Jack Taylor wie ein blindwütiges Arbeitstier. Und der verbrachte einen guten Teil seiner ersten Aufträge als Detektiv im Alkoholrausch. Danach besuchte er in New York exzessiv Sitzungen der Anonymen Alkoholiker.
Taylor ist auch Alkoholiker. Oder irisch trinkfreudig.
Seit seinem Aufenthalt in London, der zwischen dem ersten und dem zweiten Jack-Taylor-Roman lag, ist er auch kokainsüchtig.
In „Jack Taylor liegt falsch“, dem zweiten Jack-Taylor-Romana, der den Macavity Award als Bester Roman erhielt und für den Anthony und Barry Award nominiert war, ist er wieder zurück in seiner alten Heimat Galway und er hat auch gleich zwei Fälle.
Jemand bringt die von allen geliebten, fast nationalheiligen Schwäne um und die Polizei kümmert sich nicht darum.
Aber die Schwan-Morde sind für Jack Taylor nur der kleinere Fall. Denn er soll herausfinden, wer mehrere Tinker (also irische Landfahrer, die dort ungefähr so beliebt sind, wie bei uns die Sinti und Roma) ermordete. Auch diese Morde interessieren die Polizei nicht.
Und Jack Taylors Ermittlungsmethoden sind definitiv nicht nach dem Lehrbuch für angehende Privatdetektive.
Dafür liest er etliche gute Bücher, die man locker in die eigene Lektüreliste aufnehmen sollte und wir erfahren einiges über den alltäglichen Rassismus in Irland.
Dieses Mal gefällt mir die Übersetzung von Harry Rowohlt besser als sein erster Versuch, Ken Bruen zu übersetzen. Obwohl mir Ken Bruens schnörkellose, harsch-poetische Prosa in den anderen Übersetzungen oder im Original immer noch besser gefällt. Denn da ist ein Junge ein „boy“ und kein „Bub“ und die Thin-Lizzie-Referenz augenfällig. Ein „career crash“ ist auch deutlicher als ein euphemistischer „Karriereknick“; – vor allem weil dieser Karriereknick für Jack Taylor bedeutet, dass die Polizei ihn vor die Tür setzte, nachdem er am Anfang von „Jack Taylor fliegt raus“, einem hohen Beamten im Dienst die Fresse polierte.
Im dritten Jack-Taylor-Roman „Jack Taylor fährt zur Hölle“ (The Magdalen Martyrs) gräbt Ken Bruen, der mit den Jack-Taylor-Romanen den Durchbruch hatte und mit Preisen überhäuft wurde, dann tief in der katholischen Geschichte des Landes. Auch in den späteren Jack-Taylor-Krimis gerät er mit der Kirche in Konflikt.
Seine volle Wirkung entfaltet der PI-Noir, wegen der vielen kurzen Rückblicke auf Ereignisse aus den vorherigen Romanen, wenn man vorher die ersten beiden Jack-Taylor-Romane „Jack Taylor fliegt raus“ und „Jack Taylor liegt falsch“ gelesen hat.
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Hinweis: Die Verlosung von Ken Bruens „Jack Taylor liegt falsch“ endet morgen um Mitternacht.
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Ken Bruen: Jack Taylor liegt falsch
(übersetzt von Harry Rowohlt)
dtv, 2012
240 Seiten
8,95 Euro
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Deutsche Erstausgabe
Atrium Verlag, 2010
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Originalausgabe
The Killing of the Tinkers
Brandon, 2002
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Hinweise
Meine Besprechung von Ken Bruens Jack-Taylor-Privatdetektivromanen
Meine Besprechung von Ken Bruens „Jack Taylor fliegt raus“ (The Guards, 2001)
Meine Besprechung von Ken Bruens „Sanctuary“ (2008)
Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Flop“ (Bust, 2006)
Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Crack“ (Slide, 2007)
Meine Besprechung von Ken Bruen/Jason Starrs „Attica“ (The MAX, 2008)
TV-Tipp für den 9. Juni: Martha
Juni 9, 2012BR, 21.55
Martha (D 1973, R.: Rainer Werner Fassbinder)
Drehbuch: Rainer Werner Fassbinder
LV: Cornell Woolrich: For the Rest of Her Life, 1968 (Kurzgeschichte, ursprünglich erschienen in Ellery Queen’s Mystery Magazine, deutscher Titel „Für den Rest ihres Lebens“)
Unerreichte Studie einer sadomasochistischen Paarbeziehung: Helmut Salomon versucht seine Frau, die etwa dreißigjährige Martha, zu erziehen und isoliert sie dafür zunehmend von der Außenwelt. Martha hat zunehmend Angst um ihr Leben. Aber sie will auch erzogen werden.
Weil Rainer Werner Fassbinder die Rechte an der Geschichte von Cornell Woolrich nicht hatte, durfte der für das Fernsehen gedrehte Film fast zwanzig Jahre nicht gezeigt werden. Er lief nur zweimal, 1974 und 1976, im Fernsehen. Als „Martha“ 1994 in Venedig seine Kinouraufführung hatte und im November 1994 im Kino startete, waren die Kritiker begeistert.
„Martha“ ist ein gut abgehangener Noir. Oder, für die Bildungsbürger: „Martha ist die ‚triviale’ Horror-Variante von Fontane Effi Briest…Von allen Filmen Fassbinders erscheint mir dieser der kompakteste, ein Film ohne Abschweifungen, zielstrebig auf einen Punkt zusteuernd.“ (Wilhelm Roth in Rainer Werner Fassbinder, Reihe Film 2, Hanser Verlag)
Mit Margit Carstensen, Karlheinz Böhm, Adrian Hoven, Barbara Valentin, Ingrid Caven, Günter Lamprecht, Peter Chatel, Salem El Hedi, Kurt Raab (und dem Bodensee, besonders Konstanz, als Kulisse)
Hinweise
Wikipedia über „Martha“ (deutsch, englisch)
Rainer-Werner-Fassbinder-Foundation
Wikipedia über Rainer Werner Fassbinder (deutsch, englisch)
Rainer Werner Fassbinder in der Kriminalakte
Wikipedia über Cornell Woolrich (deutsch, englisch)
Krimi-Couch über Cornell Woolrich
Kurzkritik: Adrian McKinty: Ein letzter Job
Juni 8, 2012Dass es bei diesem Job ein Problem geben wird, ist Killian von der ersten Sekunde an klar. Denn warum sollte der Millionär Richard Coulter so versessen darauf sein, seine Ex-Frau, die mit seinen beiden Kindern verschwunden ist, zu finden. Vor allem, weil sie schon vor einigen Wochen verschwunden ist. Und warum hat die Ex den goldenen Käfig, der mit Coulters Unterhaltszahlungen üppig ausgestattet war, verlassen? Aber Killian schiebt die Bedenken beiseite. Immerhin kommt der Job, über einige Ecken, von Michael Forsythe (den wir aus Adrian McKintys früheren Romanen „Der sichere Tod“, „Der schnelle Tod“ und „Todestag“ kennen) und als Bezahlung winkt eine halbe Million Pfund; Geld das Killian gut für den Start ins bürgerliche Leben gebrauchen kann.
In Irland macht er sich auf die Suche nach Rachel. Er nimmt auch schnell die Fährte der Junkie-Braut, die von einem Versteck zum nächsten flüchtet, auf. Dabei bemerkt Killian, dass er von einem Mann verfolgt wird, der skrupellos über Leichen geht. Dieser Killer wurde ebenfalls von Coulter engagiert.
„Ein letzter Job“ ist ein schnörkelloser Hardboiled-Gangsterroman mit satten Impressionen vom irischen Hinterland, inclusive einem Besuch bei den Tinkern. Das erfreut das Herz des Genrejunkies, der auch dankbar die kleinen Abweichungen aufnimmt.
Killian ist dabei, wie wir schon bei der ersten Begegnung mit ihm erfahren, ein guter Verhandler, der seine Ziele vor allem mit Worten erreichen will. Auch wenn er fähig ist, Gewalt anzuwenden.
Nur am Ende hätte ich gerne noch einen weiteren Satz gehabt. So kommt es für meinen Geschmack etwas zu abrupt.
Davon abgesehen ist das Einzelwerk ein verdammt guter Einstieg in die düstere Welt von Adrian McKinty.
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Adrian McKinty: Ein letzter Job
(übersetzt von Peter Torberg)
400 Seiten
14,99 Euro
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Originalausgabe
Falling Glass
Serpent’s Tail, 2011
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Hinweise
Krimi-Couch über Adrian McKinty
TV-Tipp für den 8. Juni: Welt am Draht
Juni 8, 2012Arte, 20.15
Welt am Draht (D 1973, R.: Rainer Werner Fassbinder)
Drehbuch: Fritz Müller-Scherz, Rainer Werner Fassbinder
LV: Daniel F. Galouye: Simalacron-3, 1964 (Welt am Draht, Simulacron 3, The 13th Floor)
Nach dem mysteriösen Tod von Professor Vollmer übernimmt sein engster Mitarbeiter, Dr. Fred Stiller, die Leitung von „Simulacron 1“, einem Projekt in dem eine künstliche Welt erschaffen wurde, die präzise Vorhersagen über die reale Welt machen kann. Bald fragt Stiller sich, ob er Teil eines anderen Simulacron-Projekts ist und daher in einer künstlichen Welt lebt.
Rainer Werner Fassbinder dreht für das Fernsehen einen Science-Fiction-Zweiteiler und lädt dafür neben seinem Clan auch ungefähr alles, was damals Rang und Namen hatte, ein. Das Ergebnis ist toll und wurde in den vergangenen Jahren, nachdem der Film jahrelang nicht mehr im Fernsehen lief, auch gewürdigt. Neben den „Matrix“-Vergleichen (wonach „Welt am Draht“ ein Vorläufer von „Matrix“ ist und die Brüder Andy und Larry Wachowski etliche Ideen aus Fassbinders Film geklaut haben) hat vor allem die 2010 auf der Berlinale präsentierte restaurierte Fassung, mit anschließender DVD-Auswertung, einen entscheidenden Anteil an der Wiederentdeckung des Klassikers, der fragt, wie real die Wirklichkeit ist. Allerdings ist „Welt am Draht“ aus heutiger Sicht auch arg betulich inszeniert.
Dennoch: so gut konnte das deutsche Fernsehen sein.
Ach ja: Arte zeigt erstmals im TV die restaurierte Fassung.
mit Klaus Löwitsch, Barbara Valentin, Mascha Rabben, Karl-Heinz Vosgerau, Wolfgang Schenck, Günter Lamprecht, Ulli Lommel, Adrian Hoven, Ivan Desny, Joachim Hansen, Kurt Raab, Margit Carstensen, Peter Chatel, Ingrid Caven, Gottfried John, Christine Kaufmann, Rainer Langhans, Bruce Low, Eddie Constantine, Walter Sedlmayr, Elhedi Ben Salem, Peter Kern, Werner Schroeter, Magdalena Montezuma
Hinweise
Wikipedia über „Welt am Draht“ (deutsch, englisch)
Arte über die Fassbinder-Reihe
Rainer-Werner-Fassbinder-Foundation
Wikipedia über Rainer Werner Fassbinder (deutsch, englisch)
Rainer Werner Fassbinder in der Kriminalakte
Die KrimiZeit-Bestenliste Juni 2012
Juni 7, 2012Die KrimiZeit-Bestenliste für den Sommermonat Juni (nach dem Kalender, nach dem Kalender) ist online:
1 (1) Fred Vargas: Die Nacht des Zorns
2 (-) Peter Temple: Tage des Bösen
3 (5) Matthew Stokoe: High Life
4 (7) Don Winslow: Die Sprache des Feuers
5 (3) Oliver Bottini: Der kalte Traum
6 (10) Carol O’Connell: Tödliche Geschenke
7 (-) David Ignatius: Der Deal
8 (4) Donald Ray Pollock: Das Handwerk des Teufels
9 (-) Michael Robotham: Der Insider
10 (8) John Hart: Das eiserne Haus
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In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.
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Peter Temple, Matthew Stokoe, Don Winslow, David Ignatius und Donald Ray Pollock wünsche ich auch viele Leser.
Ebenso George Pelecanos („Ein schmutziges Geschäft“) und Adrian McKinty („Ein letzter Job“ [Lobeshymne folgt]).
Ansonsten: eine ziemlich männerlastige Liste.
TV-Tipp für den 7. Juni: ECHO Jazz 2012
Juni 7, 2012MDR, 23.35
ECHO Jazz 2012
Wahrscheinlich weil der ECHO-Jazzpreis der Deutschen Phono-Akademie in Dresden verliehen wird, sieht der MDR sich genötigt, über die Preisverleihung zu berichten. Dieter Moor moderiert, es wird Lob- und Dankesreden und, hoffentlich, auch etwas Musik geben.
„Sparks“ – ein Kurzfilm nach einer Geschichte von Elmore Leonard
Juni 6, 2012„Sparks“ (USA 2009) ist ein von Schauspieler Joseph Gordon-Levitt (Killshot, Inception, 50/50) geschriebener und gedrehter Kurzfilm mit Carla Gugino, Eric Stoltz und Xander Berkeley. Gordon-Levitts Regiedebüt basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Elmore Leonard, die zuerst in dem von Otto Penzler herausgeben Sammelband „Murder and Obsession“ (1999) und später in „When the Women come out to dance“ (2002), einem Sammelband mit neun Elmore-Leonard-Kurzgeschichten in dem auch „Fire in the Hole“, die Geschichte, die die tolle TV-Serie „Justified“ mit Timothy Olyphant als US Marshal Raylan Givens inspirierte, erschien.
Obwohl Gordon-Levitt die Dialoge (so meine Erinnerung, die ich schnell mit einem Blick in die Kurzgeschichte überprüfte) getreulich von Elmore Leonard übernahm, funktioniert der Kurzfilm besser als leicht experimentelles Experiment.
Michael Connelly – mit George Pelecanos und Richard Castle
Juni 6, 2012Schon etwas älter, aber eben bei meiner George-Pelecanos-„Ein schmutziges Geschäft„-Recherche entdeckt:
Michael Connelly und George Pelecanos beantworten einige Fragen zu ihren damals neuen Büchern:
Michael Connelly beantwortet einige Publikumsfragen, die ihm Richard Castle vorliest:
Das erinnert mich daran, dass ich unbedingt wieder ein Buch von Michael Connelly lesen muss.
R. i. P. Ray Bradbury
Juni 6, 2012Ray Bradbury (22. August 1920 – 5. Juni 2012)
Ich hab’s eben erfahren: der Science-Fiction-Autor Ray Bradbury ist tot.
Er schrieb unter anderem „Fahrenheit 451“ (verfilmt von Francois Truffaut), „Die Mars-Chroniken“, zahlreiche Kurzgeschichten und auch Drehbücher, unter anderem für „Alfred Hitchcock präsentiert“.
Demnächst werden wohl weitere Nachrufe folgen.
Bis dahin hilft ein Blick auf seine Homepage, Wikipedia (deutsch, englisch) und in der Kriminalakte wurde er auch einige Male erwähnt.
Die ersten Nachrufe gibt es bei People, SpiegelOnline und Hollywood Reporter.
Spero Lucas wickelt in George Pelecanos‘ „Ein schmutziges Geschäft“ ab
Juni 6, 2012Spero Lucas ist ein Kriegsveteran, der jetzt in Washington, D. C., seine Brötchen als Ermittler für den Anwalt Tom Petersen und als Wiederbeschaffer verdient. Er verlangt, wenn er erfolgreich ist, vierzig Prozent des Wertes des verlorenen Gegenstandes. Ältere Krimifans dürften sich an John D. MacDonalds Wiederbeschaffungsexperten Travis McGee erinnern.
Jetzt übernimmt Lucas für den im Gefängnis sitzenden Drogenhändler Anwan Hawkins den Auftrag, zwei verschwundene Dreißig-Pfund-Drogenpakete zu finden. Sie wurden, im Abstand von drei Wochen, von einem Paketboten vor einer Haustür abgelegt und geklaut, bevor die Hawkins‘ unterstehenden, etwa zwanzigjährigen Drogenkuriere Tavon Lynch und Edwin Davis sie sich nehmen konnten.
Kurz darauf verschwindet ein drittes Paket, Lynch und Davis werden erschossen und ein filmbegeisterter Schuljunge hat gesehen, dass die beiden Drogenkuriere einem Polizisten das Paket gegeben haben. Auch die Spur in dem Doppelmord führt Lucas zur Polizei.
Mit „Ein schmutziges Geschäft“ will George Pelecanos, der Chronist Washingtons abseits der großen Politik, eine neue Serie beginnen und im ersten Band werden Pelecanos-Fans viele bekannten Themen und Elemente erkennen. Die ausführlichen Schilderungen des Lebens der kleinen Leute, der Fokus auf Probleme im heutigen Amerika (wobei Pelecanos, wie Bruce Springsteen in seinen Liedern, in seinen in verschiedenen Jahrzehnten spielenden Romanen auch eine Geschichte des Verfalls von Werten und dem Verlust des amerikanischen Traums erzählt), der sozialarbeiterische Touch, die Frage, wie die verschiedenen Ethnien miteinander umgehen, die Bedeutung der Populärkultur für seine Charaktere, die Nennungen von Liedern, Filmen, Büchern und Autoren, die Frage nach der Verantwortung des Individuums für seine Familie, vor allem die Beziehungen zwischen Vätern und Söhnen, die Frage, wie man mit den Folgen seiner Entscheidungen umgeht und sein Leben gestaltet, wie man anständig bleibt in einer Welt, in der die eigenen moralischen Werte mit den Umständen kollidieren. Und, selbstverständlich, die Darstellung des Verbrechens als integralen Teil des Lebens in einer multiethischen Großstadt, die vor zwanzig Jahren auch die Mordhauptstadt der USA genannt wurde und in der 2011 immer noch über hundert Morde verübt wurden.
So versucht der ebenfalls filmbegeisterte Spero Lucas dem Schuljungen zu helfen, obwohl er selbst keine Ahnung hat, was er aus seinem Leben machen soll. Er findet die Drogenkuriere und seinen Auftraggeber, einen Drogenhändler der als Vater eines fast erwachsenen Sohnes aus dem Geschäft aussteigen will, durchaus sympathisch. Und der korrupte Polizist wurde wegen seines Vaters korrupt. Am Ende mündet alles, ohne dass sich wirklich etwas ändert, in einem Western-Showdown.
Das ist Pelecanos pur.
Ebenso steht in Pelecanos, der auch für die TV-Serien „The Wire“ und „Treme“ schrieb, fein konstruierter Geschichte „Ein schmutziges Geschäft“ nicht der nach den Thriller-Bestseller-Regeln formulierte überraschende Plot à la Jeffery Deaver oder Harlan Coben, sondern die Beschreibung des Alltags der Charaktere, die sich wie abgelauscht zu lesenden Gespräche und die sich daraus ergebenden Verwicklungen im Zentrum. Das erinnert dann eher an Elmore Leonard und Leonards Klassiker „Nr. 89 unbekannt“ (Unknown Man No. 89, 1977) wird von Pelecanocs auch mehrmals erwähnt.
Nachdem Pelecanos seine vorherigen Romanen immer durchgehend mulitperspektivisch erzählte, beschränkt er sich in „Ein schmutziges Geschäft“, bis auf wenige Szene, auf Spero Lucas‘ Perspektive; – fast wie in seinen frühen Romanen, den in der ersten Person erzählten, nicht übersetzten Nick-Stefanos-Privatdetektivromanen,
So ist „Ein schmutziges Geschäft“ auch eine Rückkehr zu einem einfacheren Erzählen mit weniger offensichtlich autobiographischen Elementen. Denn während in „Kein Weg zurück“ (The Way Home, 2009), „The Turnaround“ (2008) und „Der Totengarten“ (The Night Gardener, 2006) die Probleme von liebevollen Eltern und ihren pubertierenden Kindern, immerhin ist Pelecanos dreifacher Vater, stark im Vordergrund standen, ist der 29-jährige Spero Lucas noch ein Drifter ohne feste Beziehungen, aber mit Freunden und Bekannten, für die er freiwillig Verantwortung übernimmt. Fast wie die klassischen Privatdetektive.
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George Pelecanos: Ein schmutziges Geschäft
(übersetzt von Jochen Schwarzer)
rororo Taschenbuch, 2012
384 Seiten
9,99 Euro
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Originalausgabe
The Cut
Regan Arthur Books/Little, Brown and Company, 2011
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Hinweise
Meine Besprechung von George Pelecanos’ “Wut im Bauch” (Hell to pay, 2002)
Meine Besprechung von George Pelecanos’ „Drama City“ (2005)
Meine Besprechung von George Pelecanos’ „Der Totengarten“ (The night gardener, 2006)
Meine Besprechung von George Pelecanos’ „The Turnaround“ (2008)
Meine Besprechung von George Pelecanos‘ „Kein Weg zurück“ (The way home, 2009)
George Pelecanos in der Kriminalakte
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Und nun redet der Autor über sein schmutziges Geschäft
TV-Tipp für den 6. Juni: Auf der anderen Seite
Juni 6, 2012Arte, 20.15
Auf der anderen Seite (D 2007, R.: Fatih Akin)
Drehbuch: Fatih Akin
In Hamburg nimmt ein türkischer Witwer eine Prostituierte bei sich auf. Nach ihrem Tod fährt sein Sohn nach Istanbul, um ihre Tochter zu suchen.
„Auf der anderen Seite“ steht im Schatten von Fatih Akins großem Erfolg „Gegen die Wand“. Trotzdem erhielt der Ensemblefilm neben euphorischen Kritiken auch etliche Preise; unter anderem in Cannes den Preis für das beste Drehbuch, den Europäischen Filmpreis für das Drehbuch und den Deutschen Filmpreis in den Kategorien bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch und bester Schnitt.
„Sowohl auf der Dialogebene als auch in der gesamten Anlage der Geschichte findet er eine sehr überzeugende Balance aus Künstlichkeit und Realismus.“ (Lexikon des internationalen Films)
Mit Baki Davrad, Nursel Köse, Hanna Schygulla, Tancel Kurtiz
Hinweise
Film-Zeit über „Auf der anderen Seite“
Die Shamus-Nominierungen 2012
Juni 5, 2012Die Private Eye Writers of America (PWA) haben für den diesjährigen Shamus Award folgende Privatdetektivkrimis nominiert:
Best Hardcover P.I. Novel
• Bye bye, Baby, von Max Allan Collins (Forge)
• 1222, von Anne Holt (Scribner)
• When the Thrill Is Gone, von Walter Mosley (Riverhead)
• A Bad Night’s Sleep, von Michael Wiley (Minotaur)
• The Highly Effective Detective Crosses the Line, von Richard Yancey (Minotaur)
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Best First P.I. Novel
• The Plot Against Hip Hop, von Nelson George (Akashic)
• Claire DeWitt and the City of the Dead, von Sara Gran (Houghton Mifflin Harcourt)
• The Ocean Forest, von Troy D. Nooe (Ingalls)
• The Shortcut Man, von P.G. Sturges (Scribner)
• The Stranger You Seek, von Amanda Kyle Williams (Bantam Press)
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Best Paperback Original P.I. Novel
• Quarry’s Ex, von Max Allan Collins (Hard Case Crime)
• Threat Warning, von John Gilstrap (Kensington)
• Serial, von John Lutz (Kensington)
• Long Pig, von James L. Ross (Perfect Crime)
• Fun & Games (Der Bewacher), von Duane Swierczynski (Mulholland)
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Best P.I. Short Story
• A Bullet from Yesterday, von Terence Faherty (Ellery Queen Mystery Magazine)
• Mr. Monk & the Sunday Paper, von Lee Goldberg (EQMM)
• Who I Am, von Michael Z. Lewin (EQMM)
• Vampire Slayer Murdered in Key West, von Michael West (EQMM)
• Dancer in a Storm, von L. A. Wilson (Alfred Hitchcock Mystery Magazine)
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Die Preisverleihung ist auf der Bouchercon in Cleveland, Ohio, am Freitag, den 5. Oktober.
(via The Rap Sheet)
TV-Tipp für den 5. Juni: Romeo is bleeding
Juni 5, 2012Bayern, 23.45
Romeo is bleeding (USA 1993, R.: Peter Medak)
Drehbuch: Hilary Henkin
Der korrupte Cop Grimaldi soll eine Berufskillerin, die sich mit der Mafia angelegt hat, beschützen. Er verliebt sich in sie und, auch weil sie ihr eigenes Spiel spielt, gerät er zwischen alle Fronten.
„Ein Film noir wie aus der Schreibmaschine von Cornell Woolrich“, steht vollkommen zutreffend im Fischer Film Almanach (1995).
mit Gary Oldman, Lena Olin, Annabella Sciorra, Juliette Lewis, Roy Scheider, Will Patton, David Proval, James Cromwell, Ron Perlman, Dennis Farina (Cameo)
Hinweise
Die Nero-Nominierungen 2012
Juni 4, 2012Das Wolfe Pack, ein in New York City residierender Verein von Fans von Rex Stouts einzigartigem Privatdetektiv Nero Wolfe, hat die Nominierungen für den diesjährigen Nero Award verkündet:
• Guilt by Association, von Marcia Clark (Mulholland)
• The Silent Girl, von Tess Gerritsen (Ballantine)
• The House of Silk (Das Geheimnis des weißen Bandes), von Anthony Horowitz (Mulholland)
• Spiral, von Paul McEuen (The Dial Press)
• Though Not Dead, von Dana Stabenow (Minotaur)
• Black Orchid Blues, von Persia Walker (Akashic)
Die Preisverleihung ist am ersten Samstag im Dezember (dieses Jahr der 1. Dezember) auf dem Black Orchid Banquet (einmal dürft ihr raten, woher der Name kommt) in New York City.
Mit dem tollen Sherlock-Holmes-Roman „Das Geheimnis des weißen Bandes“ hat es sogar ein Vorläufer von Nero Wolfe auf die Nominierungsliste gepackt.
Ach ja, nominiert werden Krimis, die in der Tradition der Nero-Wolfe-Krimis (antiquarisch gut erhältlich) stehen.
(via The Rap Sheet)
James Sallis erhält den Hammett-Preis 2012
Juni 4, 2012Die North American Branch der International Association of Crime Writers hat auf der Bloody Words Conference in Toronto, Ontario, den diesjährigen Hammett-Preis an
The Killer is dying (Der Killer stirbt) von James Sallis
verliehen.
Nominiert waren außerdem
Feast Day of Fools, von James Lee Burke
Claire DeWitt and the City of the Dead, von Sara Gran
The Cat’s Table, von Michael Ondaatje
The Informant, von Thomas Perry
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Ach, James Lee Burke und Thomas Perry könnten auch mal wieder übersetzt werden.
(via The Rap Sheet)
Die Arthur-Ellis-Award-Preisträger 2012
Juni 4, 2012Die Crime Writers of Canada haben den diesjährigen Arthur-Ellis-Preis verliehen:
Best Crime Novel
Before the Poison, von Peter Robinson (McClelland & Stewart)
nominiert
A Trick of the Light, von Louise Penny (St. Martin’s Press)
I Am Half-Sick of Shadows, von Alan Bradley (Doubleday Canada)
I’ll See You in My Dreams, von William Deverell (McClelland & Stewart)
The Guilty Plea, von Robert Rotenberg (Simon & Schuster)
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Best First Novel
The Water Rat of Wanchai (Die Wasserratte von Wanchai), von Ian Hamilton (House of Anansi Press)
nominiert
The Man Who Killed, von Fraser Nixon (Douglas & McIntrye)
The Survivor, von Sean Slater (Simon & Schuster)
Tight Corner, von Roger White (BPS Books)
Watching Jeopardy, von Norm Foster (XLibris)
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Best Crime Book in French
La chorale du diable, von Martin Michaud (Les Editions Guelette)
nominiert
Pwazon, von Diane Vincent (Editors Triptyque)
Pour Ne Pas Mourir ce soir, von Guillaume Lapierre-Desnoyers (Levesque Editeur)
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Best Juvenile or Young Adult Crime Book
Blink & Caution, von Tim Wynne-Jones (Candlewick Press)
nominiert
Charlie’s Key, von Rob Mills (Orca)
Empire of Ruins, von Arthur Slade (HarperCollins)
Held, von Edeet Ravel (Annick Press)
Missing, von Becky Citra (Orca)
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Best Crime Non-fiction
Hot Art: Chasing Thieves and Detectives Through the Secret World of Stolen Art, von Joshua Knelman (Douglas & McIntyre)
nominiert
A Season in Hell, von Robert Fowler (HarperCollins)
The Devil and the Deep Blue Sea, von Steven Laffoley (Pottersfield)
The Pirates of Somalia, von Jay Bahader (HarperCollins)
The Weasel: A Double Life in the Mob, von Adrian Humphreys (Wiley)
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Best Crime Short Story
What Kelly Did, von Catherine Astolfo (North Word Magazine)
nominiert
A New Pair of Pants, von Jas. R. Petrin (Alfred Hitchcock Mystery Magazine, September 2011)
Beer Money, von Shane Nelson (Ellery Queen Mystery Magazine, February 2011)
The Girl with the Golden Hair, von Scott Mackay (EQMM, December 2011)
The Perfect Mark, von Melodie Campbell (Flash Fiction, July 2011)
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Best Unpublished First Novel (“Unhanged Arthur”)
Last of the Independents, von Sam Wiebe
nominiert
Gunning for Bear, von Madeleine Harris-Callway
Snake in the Snow, von William Bonnell
The Rhymester, von Valerie A. Drego
Too Far to Fall, von Shane Sawyer
(via The Rap Sheet)
Veröffentlicht von AxelB 


