• The Potter’s Field, von Andrea Camilleri, übersetzt von Stephen Sartarelli (Mantle)
• I Will Have Vengeance, von Maurizio de Giovanni, übersetzt von Anne Milano Appel (Hersilia Press)
• Until Thy Wrath Be Past, von Åsa Larsson, übersetzt von Laurie Thompson (Quercus/MacLehose)
• Trackers, von Deon Meyer, übersetzt von T.K.L Seegers (Hodder & Stoughton)
• Phantom, von Jo Nesbø, übersetzt von Don Bartlett (Harvill Secker)
• The Dark Valley, von Valerio Varesi, übersetzt von Joseph Farrell (Quercus/MacLehose)
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CWA Non-fiction Dagger
• To Live Outside the Law, von Leaf Fielding (Serpent’s Tail)
• Dark Market, von Misha Glenny (Vintage)
• Hood Rat, von Gavin Knight (Pan Macmillan)
• The Negotiator, von Ben Lopez (Little, Brown)
• Witness, von David Smith, mit Carol Ann Lee (Mainstream)
• The Eleventh Day, von Anthony Summers und Robbyn Swan (Transworld/Doubleday)
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CWA Short Story Dagger
• The Golden Hour, von Bernie Crossthwaite (aus „Guilty Consciences“, herausgegeben von Martin Edwards; Severn House)
• Hixton, von William Kent Krueger (aus „Crimes von Moonlight“, herausgegeben von Charlaine Harris; Gollancz)
• The Message, von Margaret Murphy (aus „Murder Squad: Best Eaten Cold and Other Stories“, herausgegeben von Martin Edwards; The Mystery Press)
• He Did Not Always See Her, von Claire Seeber (aus „Guilty Consciences“)
• A Long Time Dead, von Mickey Spillane und Max Allan Collins (aus „The Best American Mystery Stories 2011“, herausgegeben von Harlan Coben und Otto Penzler; Corvus)
• Laptop, von Cath Staincliffe (from „Murder Squad: Best Eaten Cold and Other Stories“)
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CWA Ellis Peters Historical Dagger
• The Crown, von Nancy Bilyeau (Orion)
• I Will Have Vengeance, von Maurizio de Giovanni (Hersilia Press)
• Bitter Water, von Gordon Ferris (Corvus)
• Prague Fatale, von Philip Kerr (Quercus)
• Icelight, von Aly Monroe (John Murray)
• Sacrilege, von S.J. Parris (HarperCollins)
• A Willing Victim, von Laura Wilson (Quercus)
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CWA Dagger in the Library
• Belinda Bauer
• S.J. Bolton
• Susan Hill
• Peter May
• Steve Mosby
• Imogen Robertson
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CWA Debut Dagger
• Death von Glasgow, von Jon Breakfield
• Easy to Die, von Sean Carpenter
• The Watchers, von Karen Catalona
• One Man Army, von Bram E. Gieben
• Beached, von Sandy Gingras
• Trick, von Sean Hancock
• Broken-Winged Bird, von Renata Hill
• Death Knell, von Rob Lowe
• Chasing Shadows, von Lesley McLaren
• The Wrong Domino, von Simon Miller
• Message from Panama, von Britt Vasarhelyi
• Port of Spain, von Elizabeth Wells
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Die Preisverleihung ist am 5. Juli und dann gibt es auch den zweiten Schwung mit Dagger-Nominierungen.
Reykjavik – Rotterdam: Tödliche Lieferung (Island 2008, R.: Óskar Jónasson)
Drehbuch: Arnaldur Indridason, Óskar Jónasson
Der Schmuggler und Familienvater Kristófer, auf Bewährung draußen, will, obwohl er finanziell kaum über die Runden kommt, ehrlich bleiben. Aber für seine Familie lässt er sich auf eine letzte Schmuggeltour ein.
„Isländischer Kriminalfilm, der trockenen Humor mit rasanten Actionszenen verbindet.“ (Lexikon des internationalen Films)
Für das gelungene US-Remake „Contraband“ übernahm Hauptdarsteller Baltasar Kormákur die Regie und Mark Wahlberg die Hauptrolle.
Heute hat mein eine der seltenen Gelegenheiten, sich das Original anzusehen – und man kann überrascht feststellen, dass einige der unglaublichsten Szenen schon im deutlich vom US-Gangsterthriller beeinflussten Original, das einen kräftigen Schluck aus der Kaurismäki-Pulle genommen hat, drin waren.
„Reykjavik – Rotterdam: Tödliche Lieferung“ wirkt wie die Skizze für „Contraband“.
mit Baltasar Kormákur, Ingvar Eggert Sigurdsson, Kilja Nótt Thórarinsdóttir
So, jetzt haben auch die Pornofans auf diese Seite geklickt und sie werden wahnsinnig enttäuscht sein, dass „Jack Taylor liegt falsch“ ein Hardboiled-Privatdetektivkrimi mit einem unorthodoxen Ermittler ist.
Denn auch in seinem zweiten Jack-Taylor-Roman, der jetzt als Taschenbuch erschien, wird der Fall am Ende nicht wegen, sondern trotz des Ermittlers gelöst und gerade das macht die herrlich knappen und pointiert geschriebenen Taylor-Romane so faszinierend. Denn sie sind tiefschwarze Noirs voller Einzeiler und literarischer Anspielungen.
Mit dem in Galway ermittelndem Privatdetektiv Jack Taylor hatte Ken Bruen endlich den großen Durchbruch beim Publikum. Oder wie Krimiautor Mark Billingham (die Thorne-Thriller) sagte: „For years, those of us in the known, have read Ken Bruen. Now the rest of the world is catching up.“
In „Jack Taylor liegt falsch“ soll Jack Taylor, gerade aus London in sein heimatliches Galway zurückgekehrt und jetzt nicht nur Alkoholiker, sondern auch Junkie (etwas muss man ja aus London mitbringen), im Auftrag des Tinker-Anführers Sweeper herausfinden, wer in den vergangenen sechs Monaten vier Tinker, wie dort die Landfahrer und Kesselflicker heißen, tötete. Außerdem bringt jemand Schwäne um. Genug Arbeit für den schlechtesten Detektiv der Welt, der dafür einen erlesen Buchgeschmack hat und immer wieder verprügelt wird.
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Dank dem netten Presseteam kann ich ein Exemplar von Ken Bruens PI-Noir „Jack Taylor fliegt raus“ verlosen. Die Teilnahmebedingungen sind:
Schickt eine E-Mail mit dem Betreff „Verlosung“ und einer deutschen Postadresse an info@axelbussmer.de
Einsendeschluss ist Sonntag, der 10. Juni, um Mitternacht.
Im Angesicht des Verbrechens: Berlin ist das Paradies/Wo wir sind, ist vorne (D 2010, R.: Dominik Graf)
Drehbuch: Rolf Basedow
Nach der Premiere von „Im Namen des Verbrechens“ auf der Berlinale schrieben die Kritiker Jubelarien. Das kann allerdings auch einfach daran gelegen haben, dass sie sich beglückwünschten in zwei, jeweils gut fünfstündigen Sitzungen, den TV-Zehnteiler gemeinsam im Kinosaal gesehen zu haben. Ich kann mir vorstellen, dass nach dem letzten Bild im Saal ein ähnliches Gefühl herrschte, wie bei einer Wandergruppe, die den Gipfel erstürmte. Geschafft und stolz auf die eigene Leistung.
Die TV-Premiere im Frühling auf Arte wurde dann auch mit mehr als wohlwollenden Artikeln begleitet und jetzt, zur ARD-Premiere zu einer durchwachsenen Uhrzeit (aufgrund der vielen nackten Haut kann der Film nicht um 20.15 Uhr gezeigt werden und einen späteren Serienslot hat das Erste nicht mehr), gibt es wieder seitenlange Jubelarien.
Dabei ist eines unbestritten: „Im Namen des Verbrechens“ ist das bislang umfangreichste Werk von Regisseur Dominik Graf und Drehbuchautor Rolf Basedow.
Und sehr wahrscheinlich werden Graf und Basedow nie wieder zehn Millionen Euro erhalten und die Tortur eines 500-minütigen Films mit 120 Drehtagen und 140 Sprechrollen und unzähligen Komparsen auf sich nehmen.
Allein dafür gebührt ihnen Respekt und natürlich gibt es in „Im Angesicht des Verbrechens“ viele grandiose Szenen. Aber insgesamt, vor allem wenn man sich den Zehnteiler in einem Rutsch ansieht (und nicht vom Gruppengefühl beeinflusst wird), enttäuscht die Serie.
Denn die Serie wirkt niemals wie ein in einem Stück gedrehtes Werk, sondern wie die von verschiedenen Autoren und Regisseuren gedrehten Folgen für eine Serie, die nach der ersten Folge lange nach der episodenübergreifenden Geschichte sucht.
Da kann man dann auch damit Leben, dass Subplots fallengelassen werden, es Irrwege gibt, die im Nachhinein, weil die Folge bereits gezeigt wurde, nicht mehr korrigiert werden können und einige für das Verständnis der Geschichte wichtige Punkte in jeder Episode wiederholt werden. Das kennt jeder, der sich US-amerikanische Serien, die fast in Echtzeit produziert werden, ansieht. Ich sage nur „24“.
Aber „Im Angesicht des Verbrechens“ wurde geschrieben, gedreht, geschnitten und erst dann der Öffentlichkeit präsentiert. Da müsste der episodenübergreifende Plot viel deutlicher sein und sich in jeder Folge weiterentwickeln.
Außerdem scheint Dominik Graf hier mit jeder Folge einen anderen Stil ausprobieren zu wollen. Da wird plötzlich exzessiv mit Split-Screens gearbeitet. Andere Folgen und Szenen erinnern mal an einen Horrorfilm, mal an einen Polizeifilm, mal an einen kitschigen Heimatfilm und mal an einen Märchenfilm. Außerdem feiern die russischen Gangster ungefähr einmal pro Folge ein rauschendes Fest mit Wein, Weib, Gesang und Tanz. Und ungefähr alle zehn Minuten gibt es eine das Herz des Berliners erfreuende Panoramaaufnahme von seiner Stadt.
Entsprechend verfranst wirkt vieles. So sollen nach dem vor jeder Folge gezeigten Vorspann (es spricht einiges dafür, dass das auch die für die Macher wichtigen Geschichten und Themen sind) der junge Polizist Marek Gorsky (Max Riemelt), seine Liebe zu Jelena (Alina Levshin), die Suche nach dem Mörder seines Bruders Grischa und die enge Beziehung zu seiner Schwester Stella (Marie Bäumer), die einen russischen Gangsterboss Mischa (ungewohnt blass: Misel Maticevic) geheiratet hat, im Mittelpunkt der Serie stehen.
Nur Mareks Wunsch, den Mörder seines vor zehn Jahren ermordeten Bruders zu finden, bezeichnet ein konkretes Ziel. Das ist allerdings über weite Strecken nicht handlungstreibend. Stattdessen jagen Marek und sein Polizistenkumpel Sven Lottner (Ronald Zehrfeld, der als draufgängerischer Polizist viel präsenter als Riemelt ist) russische Gangster, verfolgen einen halbseidenen Spediteur in den Osten und haben viel Spaß bei ihrer Arbeit. Doch auch der Kampf gegen die Russenmafia bleibt episodisches Stückwerk. Hier mal eine Razzia, da mal ein Zugriff auf ein Lagerhaus. Denn es wird nie deutlich, welcher Gangster am Ende der Staffel verhaftet werden soll. Entsprechend abrupt endet dann auch der Zehnteiler mit einer weiteren Razzia im benachbarten Brandenburg.
Die Liebesgeschichte zwischen Marek und Jelena spielt in der ersten Hälfte der Serie keine Rolle, in der zweiten Hälfte wird sie wichtiger. Aber sie erscheint psychologisch unmotiviert (jaja, Liebe macht blind und Wer verliebt ist, reagiert nicht vernünftig) und es ist auch nicht nachvollziehbar, weshalb Marek plötzlich versucht Jelenas Freundin Swetlana aus einem letztklassigem Puff in Weißrussland zu befreien.
Und Mareks Beziehung zu seiner Schwester Stella wird zwar immer wieder angesprochen. Aber es wird nie deutlich, wo denn genau der Konflikt für den superehrlichen, fast schon 150-prozentig korrekten (und entsprechend langweiligen) Polizisten Marek liegt. Denn er hat keine Ahnung, wie sehr Stellas Mann Mischa in die Geschäfte der Russenmafia verwickelt ist. Daher muss Marek sich über viele Folgen nicht zwischen seinem Beruf und seiner Schwester beziehungsweise seiner Familie entscheiden. Dieser Konflikt könnte, vor allem nach den in mehrfacher Hinsicht überraschenden Ereignissen in den letzten beiden Episoden von „Im Angesicht des Verbrechens“, in einer zweiten Staffel von „Im Angesicht des Verbrechens“ wichtig werden.
Aber ob es eine zweite Staffel gibt, werden die Fernsehredakteure erst nach der Ausstrahlung der ersten Staffel entscheiden. Dass die DVD, mal wieder mit einem ausgesucht hässlichem Cover und wenig Bonusmaterial (Herrje, warum darf Dominik Graf nicht mal einen Audiokommentar sprechen? Warum gibt es keine Doku über die Russenmafia?), bereits für den 16. November angekündigt ist, sagt allerdings einiges über die Erwartungen der Macher aus. Denn dann läuft die Serie noch im Ersten.
Trotz aller Kritik spricht für die Serie, dass hier endlich einmal mehr als Dienst nach Vorschrift gemacht wurde, dass versucht wurde ein großes Epos zu drehen und dass sich nicht an die biederen Konventionen des neunzigminütigen TV-Films gehalten wurde.
Die weiteren Folgen von „Im Angesicht des Verbrechens“ werden, immer als Doppelfolgen, am Dienstag um 22.25 Uhr, Mittwoch um 22.25 Uhr, Donnerstag um 22.40 Uhr und Freitag um 22.25 Uhr gezeigt.
mit Max Riemelt (Marek Gorsky), Marie Bäumer (Stella), Misel Maticevic (Mischa), Ronald Zehrfeld (Sven Lottner), Alina Levshin (Jelena), Katja Nesytowa (Swetlana)
Drehbuch: Jean-Emmanuel Conil (Pseudonym von Alain Page), Jean-Claude Carrière (Adaption und Dialoge), Jacques Deray (Adaption und Dialoge)
Viel Story hat „Der Swimmingpool“ nicht, aber darum ging es auch nicht. Denn das High Concept hieß: Das ehemalige Liebespaar „Alain Delon und Romy Schneider am Swimmingpool. Und Jane Birkin ist auch dabei.“
Denn der Filmplot ist eine (wenn man mehr als Delon und Schneider leicht bekleidet am Swimmingpool sehen will) arg zähe Dreiecksgeschichte mit Sex und Mord unter der südfranzösischen Sonne.
mit Alain Delon, Romy Schneider, Maurice Ronet, Jane Birkin
Heute neun Stunden, morgen wieder neun Stunden und übermorgen schlappe sieben Stunden gibt es, immer ab 18.00 Uhr, Konzerte, Interviews und Impressionen vom diesjährigen „Rock am Ring“.
Heute mit, uh, keine Ahnung, welche Konzerte übertragen werden.
Aber am Samstag stehen unter anderem Cypress Hill (18.25 Uhr), Kasabian (21.05 Uhr), Soundgarden (21.30 Uhr) und Machine Head (00.00 Uhr), am Sonntag Peter Doherty (20.20 Uhr), The Stranglers (20.50 Uhr), Billy Talend (21.05 Uhr) und Metallica (23.00 Uhr) auf dem Programm.
Das gesamte TV-Programm gibt es hier, das Catering müsst ihr im Lebensmittelgeschäft eures Vertrauens kaufen. Freunde einladen ist natürlich auch eine Option.
Die Erklärung dafür – und ich werde nicht die Ausflucht nehmen, dass in Märchen immer ganz viele Verbrechen begangen werden oder dass ich in die Schauspielerinnen verliebt bin (obwohl Kristen Stewart und Charlize Theron verdammt gut aussehen) – ist ganz einfach. Es sind die Drehbuchautoren.
John Lee Hancock schrieb die Bücher für die Clint-Eastwood-Filme „Perfect World“ und „Mitternacht im Garten von Gut und Böse“, Hossein Amini die Bücher für John Maddens Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ und Nicolas Winding Refns James-Sallis-Verfilmung „Drive“. Jetzt wollte ich wissen, wie sie die Geschichte von Schneewittchen und den sieben Zwergen erzählen. Denn Snow White ist Schneewittchen und, weil Hollywood inzwischen ungern seine Filmtitel in andere Sprachen übersetzen lässt, müssen wir uns an den Namen Snow White (was beim Sehen für Erheiterung sorgt) und einige Änderungen in dem uns seit Kindertagen vertrauten Märchen gewöhnen.
Die böse Königin Ravenna (Charlize Theron), die ihre ewige, jugendliche Schönheit mit dem Blut junger Frauen konserviert, hat ihre Stieftochter, die Königstochter Snow White (Kristen Stewart), seit Jahren in einem Turm eingesperrt. Snow White, die langsam zur Schönsten im Land wird, kann entkommen. Sie flüchtet durch den bedrohlich-gefährlichen finsteren Wald zu ihrem Kinderfreund William und dessen Vater, Herzog Hammond, der mit seinen Männern eine Trutzburg gegen Ravenna aufgebaut hat.
Auf ihrer Flucht begegnet sie den sieben Zwergen (Ian McShane, Bob Hoskins, Ray Winstone, Nick Frost, Toby Jones, Eddie Marsan, Brian Gleeson, Johnny Harris; – acht kaum erkennbare Gründe für den Filmbesuch) und es wird auch für sie immer deutlicher, dass sie die Auserwählte ist.
Die Königin weiß das, dank ihres Spiegels („Spieglein, Spieglein,…“) schon lange und deshalb hat sie ihre Soldaten losgeschickt. Angeführt werden sie von dem Huntsman (Chris Hemsworth, ohne „Thor“-Hammer, aber trotzdem schlagkräftig), der den finsteren Wald in- und auswendig kennt.
Als der Huntsman (Nee, „Jäger“ geht für einen echten Huntsman nicht) bemerkt, dass die Königin ihm niemals die versprochene Belohnung geben wird, hilft er Schneewittchen (Ähem, Snow White) im Kampf gegen die böse Königin.
Das ist als ein in einer mittelalterlichen Landschaft spielender Action-Fantasyfilm durchaus unterhaltsam und kurzweilig. Allerdings setzt sich „Snow White and the Huntsman“ unschön zwischen die Stühle. Denn mir ist vollkommen unklar, wer sich den Film ansehen soll.
Als Märchenfilm ist „Snow White and the Huntsman“ eindeutig ein Film für Kinder. Aber für die ist diese Verfilmung von Grimms Märchen dann doch zu brutal und düster. Besonders die Szenen im dunklen Wald, die Kämpfe und auch einige Verwandlungen der bösen Königin sind ziemlich furchterregend. Deshalb ist der Film in vielen Länder auch erst für Jugendliche freigegeben. In den USA ist er ein PG-13-Film. Bei uns ist er „frei ab 12 Jahre“. Allerdings werden die meisten Jugendlichen den Märchenfilm links liegen lassen und lieber in den nächsten Actionfilm gehen. Dabei ist es einerlei, ob wir an James Bond oder Harry Potter oder einen Superheldenfilm denken. Schließlich ist man als Teenager zu alt für Märchenfilme aus dem Haus der Brüder Grimm.
Die noch Ältere werden sich an den eindimensionalen Charaktere stören. Denn die Königin ist böse, Schneewittchen gut, der Jäger tapfer und die sieben Zwerge sind letztendlich ebenso todesmutig. Da fehlen dann die postmodernen Brechungen und Anspielungen, die „Snow White and the Huntsman“, wie zum Beispiel „Shrek“, zu einem intellektuellen Vergnügen machen könnten.
Snow White and the Huntsman (Snow White and the Huntsman, USA 2012)
Regie: Rupert Sanders
Drehbuch: Evan Daugherty, John Lee Hancock, Hossein Amini (nach einer Geschichte von Evan Daugherty)
mit Kristen Stewart, Charlize Theron, Chris Hemsworth, Sam Claflin, Ian McShane, Bob Hoskins, Ray Winstone, Nick Frost, Toby Jones, Eddie Marsan, Brian Gleeson, Johnny Harris, Sam Spruell
Inzest ist immer noch ein Tabu und auch in Deutschland verboten. Das macht die Geschwisterliebe in einem Film zu einem ungleich größerem dramatischem Treibmittel als eine normale Liebesgeschichte über eine zwischen zwei Männern stehende Frau.
Wenn dann der Inzest in der Vergangenheit spielt, als man sogar bis nach der Hochzeit auf den Geschlechtsverkehr verzichtete (jedenfalls mit der Künftigen), wird es noch dramatischer.
Und wenn dann die Liebesgeschichte an die Egos von Künstlern, die ja für ihren laxen Umgang mit bürgerlichen Konventionen bekannt sind, gekoppelt wird und diese auf dem Leben von verstorbenen Künstlern beruht, dann ist es noch interessanter. Immerhin verspricht ein solches Biopic auch einen Blick durch das Schlüsselloch.
In „Tabu“, dem neuesten Kinofilm des „Tatort“- und „Bloch“-Regisseur Christoph Stark, geht es um die Beziehung des expressionistischen Dichters Georg Trakl (1887 – 1914) zu seiner jüngeren Schwester Grete (1891 – 1917), die, am Filmanfang, am Beginn einer Karriere als Pianistin steht. Dass beide sich sehr nahe standen und Trakl sie in seinen Gedichten öfters erwähnte, ist historisch verbürgt. Aber ob sie auch Sex miteinander hatten, ist umstritten, aber eher unwahrscheinlich. In dem Film wird die Frage mit einem eindeutigen „Ja“ beantwortet, mit viel nackter Haut im Stil eines Softpornos auch gezeigt und am Ende mit einer Schwangerschaft belohnt.
Das Problem des Films ist allerdings nicht die nackte Haut oder der exzessive Drogenkonsum der Protagonisten. Georg Trakl nimmt nicht nur verschiedene Drogen, sondern besorgt auch für seine Mutter Laudanum. Es ist auch nicht der laxe Umgang mit der Historie. Schließlich nehmen Spielfilme sich oft mehr oder weniger große Freiheiten von der historischen Wahrheit, die den meisten Zuschauern nicht auffallen und sie, solange die Geschichte gut ist, auch nicht stören.
„Tabu“ krankt an Christoph Starks Entscheidung, den Film absolut zeitgenössisch mit wackelnder Handkamera zu drehen. Da erinnert nichts an die formale Strenge von David Cronenbergs ebenfalls vor dem 1. Weltkrieg spielendem, ungleich gelungerem Drama „Eine dunkle Begierde“, das auch als veritable Geschichtsstunde genossen werden kann.
Auch das Spiel der Schauspieler in „Tabu“ deutet eher auf einen in der Gegenwart spielenden Film hin. Und das ist er unter den historischen Kostümen dann auch: ein typisch deutscher, teils unnötig elliptisch erzählter Problemfilm mit beziehungs- und bindungsunfähigen Charakteren, die nicht über ihre Gefühle reden können und die einen höchstens als Fallstudie einer vollkommen verkorksten Familie interessieren.
Tabu – Es ist die Seele…ein Fremdes auf Erden (Österreich/Deutschland 2011)
Regie: Christoph Stark
Drehbuch: Ursula Mauder
mit Lars Eidinger, Peri Baumeister, Rainer Bock, Rafael Stachowiak, Petra Morzé, Jules Werner
Jason Stathams neues Action-Vehikel „Safe“ ist nicht wirklich schlecht. Immerhin schrieb Boaz Yakin das Drehbuch und führte auch Regie. Yakin ist auch verantwortlich für „Fresh“, „The Punisher“, „Rookie – Der Anfänger“ (okay, keine von Clint Eastwoods Sternstunden), „Gegen jede Regel“ und „Prince of Persia: Der Sand der Zeit“ und er war auch im Gespräch für den neuen „Batman“-Film, der jetzt von Christopher Nolan gedreht wurde. Da kann solide Genrekost erwartet werden.
„Safe“ ist aber auch nicht wirklich gut. Denn gerade weil er ein viel besserer Film hätte werden können, enttäuscht „Safe“ als solide, unter ihren Möglichkeiten bleibende Actionkost mit Seventies-Touch dann auch.
Statham spielt den Ex-Cop Luke Wright, der als Obdachloser durch New York irrt. Als er eine kleine Chinesin (Catherine Chan) sieht, die von Gangstern verfolgt wird, besinnt er sich auf seine alten Reflexe. Er rettet das Kind und die atemlose Jagd durch Manhattan beginnt. Denn die zwölfjährige Mei wird von russischen und chinesischen Gangsterbanden und der Polizei verfolgt. Sie hat als Mathematik-Genie die gesamten US-Geschäfte des Triaden-Bosses Han Jiao (James Hong) und einen unglaublich komplizierten Safe-Code, den sie sich für Han Jiao merken sollte, in ihrem Gedächtnis gespeichert.
Das erinnert jetzt etwas an den mauen Bruce-Willis-Actioner „Das Mercury-Puzzle“ (in dem Film beschützte Willis als Cop einen autistischen Jungen, der einen supergeheimen Geheimdienst-Code geknackt hat), aber in Yakins Film ist die zu beschützende Mei, bis auf ihre Mathe-Begabung, ein ganz normales Mädchen und die Gegner und ihre Motive sind zahlreicher und auch, immerhin geht es um einen mit 30 Millionen Dollar gefüllten Safe, glaubwürdiger. Auch dass die Polizei als korrupte Vereinigung, die prächtig mit beiden Gangsterbanden zusammenarbeitet, porträtiert wird, fügt sich schön in den düsteren Kosmos des Films, der die Gesellschaft bis in die höchsten Ränge der Stadtpolitik als vom Verbrechen durchzogen porträtiert.
Aber bis zur ersten Begegnung von Luke Wright und Mei vergeht zu viel Zeit, in der Yakin reichlich umständlich und mit vielen Zeitwechseln die wichtigsten Charaktere einführt. Das hätte man schneller machen können. Aber so bleibt immerhin genug Zeit, sich im Old-School-Feeling der Siebziger-Jahre-Actionfilme zu suhlen. Mit „The Bank Job“ hat Statham ja bereits einen Ausflug in die Siebziger gemacht. Mit „The Mechanist“ gab es dann das mit etwas Action aufgepäppelte Remake des gleichnamigen Charles-Bronson-Thrillers.
In „Safe“ wird allerdings, nachdem Wright Mei begegnet, ein „Transporter“- und „Crank“-verdächtiges Actionfeuerwerk, in dem Statham dann zum unkaputtbaren Jojo-Männchen verkommt, abgebrannt. Das ist dann das, was man von einem Statham-Film erwartet, aber es ist auch nicht mehr.
Und so enttäuscht „Safe“ letztendlich, weil Yakin zu sehr auf Nummer Sicher geht. Mit etwas mehr Wagemut hätte nicht nur solide Genrekost, sondern ein wirklich interessanter Thriller mit einem angenehmen Retro-Touch entstehen können.
Safe – Todsicher (Safe, USA 2012)
Regie: Boaz Yakin
Drehbuch: Boaz Yakin
mit Jason Statham, Catherine Chan, Robert John Burke, Reggie Lee, Anson Mount, James Hong, Chris Sarandon
Tatort: …es wird Trauer sein und Schmerz (D 2009, R.: Friedemann Fromm)
Drehbuch: Astrid Paprotta
Kommissarin Lindholm jagt einen Heckenschützen, der anscheinend wahllos Menschen tötet und anschließend den Angehörigen einen Brief schickt.
Dass Astrid Paprotta das Drehbuch schrieb, verspricht einen ungewöhnlichen “Tatort”. Dummerweise werden wir auch mit einer Portion Familienglück (die Kommissarin ist mit Sohn und Mitbewohner im Urlaub) bedient und die Lindholm-Tatorte rangieren bei mir unter “muss nicht sein”.
“Mich hat die Geschichte hinter der Krimi-Geschichte gereizt. Während es auf der ersten Ebene um die Jagd auf einen Mörder geht, geht es auf der Meta-Ebene, der zweiten Ebene der Geschichte, um die Bedeutung des Schauens und Beobachtens in unserer heutigen Mediengesellschaft. So wird ein Unglück heute erst dann als richtig real empfunden, wenn Bilder davon existieren und herumgeschickt werden.” (Astrid Paprotta im Presseheft zum “Tatort”)
mit Maria Furtwängler, Ingo Naujoks, Torsten Michaelis, Anne Ratte-Polle
Massimo Carlotto hat wieder zugeschlagen und nicht nur die angenehme Länge von 160 Seiten erinnert an die guten alten Tage, als man einen Kriminalroman locker an einem Abend lesen konnte. Es ist auch, erzählt im wunderbar lakonischen Hardboiled-Stil, die Verbindung aus gerechter Empörung über die schmutzigen Geschäfte der Mächtigen und den honorigen, aber von Anfang an zum Scheitern verurteilten Versuchen der Machtlosen, etwas dagegen zu tun, das an Jean-Patrick Manchette und die bei uns unbekannteren Vertreter des Neo-Polar erinnert. Aber auch, schließlich ist Carlotto Italiener, an die knappen Romane von Leonardo Sciascia, die gut recherchierte Gesellschaftsporträts und Anklagen gegen die Verbindung von Mafia und Staat sind. Und natürlich erinnert „Tödlicher Staub“ an die grandiosen italienischen und französischen Polit-Thriller und Gangsterfilme aus den sechziger und siebziger Jahren.
Auch Carlotto recherchierte für seinen neuen Roman „Tödlicher Staub“ ausführlich über Uranmunition, die beim Verschießen entstehenden Nanopartikel und das militärische Sperrgebiet Salto di Quirra – Capo San Lorenzo. Dabei half ihm das neunköpfige sardische Journalistenkollektiv Mama Sabot.
In der Nähe des Sperrgebiets Salto di Quirra sammelt die junge Tierärztin Nina Tola die Kadaver von verunstalteten Schafen und Ziegen ein. Sie will herausfinden, wie die im Sperrgebiet verschossene Uranmunition wirkt.
Zur gleichen Zeit wird der untergetauchte Deserteur Pierre Nazzari von zwei Polizisten erpresst. Er soll bei ihr einbrechen und sich, als Barkeeper, mit ihr befreunden. Er tut beides – und beginnt ihr, nachdem sie gemeinsam ermordet werden sollten, zu helfen.
„Tödlicher Staub“ ist ein herrlich verschachtelter, noirischer Polit-Thriller, in dem jeder nur versucht, seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Dummerweise hat niemand von ihnen mit den Faktoren Dummheit, Gier und Zufall gerechnet. Und wenn dann, in der zweiten Hälfte des Krimis, die verschiedenen Parteien sich gegenseitig erpressen, belügen und betrügen, wird es teilweise etwas unübersichtlich. Aber so ist das Leben.
Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada(USA/F 2005, R.: Tommy Lee Jones)
Drehbuch: Guillermo Arriaga
Ein junger Grenzpolizist erschießt irrtümlich den Rancharbeiter Melquiades Estrada. Sein bester Freund, der Vorarbeiter Pete Perkins, will Estradas letzten Wunsch, eine Beerdigung in seiner Heimat Mexiko, erfüllen. Weil die Polizei sich nicht für den Tod eines Illegalen interessiert und Perkins altmodische Vorstellung von Moral und Ehre hat, entführt er den Todesschützen und begibt sich mit ihm und der Leiche auf den Weg zu Estradas Heimatdorf.
Toller noirischer Neo-Western, der leider nie richtig in unseren Kinos lief. In Cannes erhielten Tommy Lee Jones und Guillermo Arriaga die Preise für beste Regie und bestes Drehbuch. Außerdem erhielt „Die drei Begräbnisse des Melquides Estrada“ den Bronze Wrangler der Western Heritage Awards als bester Kinofilm.
Der Film ist Tommy Lee Jones’ bislang einziger Kinofilm.
mit Tommy Lee Jones, Barry Pepper, Julio César Cedillo, Dwight Yoakam, January Jones, Melissa Leo, Levon Helm, Guillermo Arriaga
Nachdem Sean Connery für eine damals unglaublich hohe Summe, die er sofort an den Scottish International Educational Trust spendete, 1971 in „Diamantenfieber“ wieder James Bond spielte, versuchte er einen Imagewandel. Schon in den sechziger Jahren hatte er versucht, sich neben den James-Bond-Filmen als Charakterdarsteller zu profilieren. Aber damals wollte man ihn nur als Geheimagenten sehen.
Jetzt sollte es anders werden und John Boorman schien, neben Sidney Lumet, mit dem Connery mehrmals zusammen arbeitete, der ideale Regisseur zu sein. Boorman hatte sich mit „Point Blank“, „Die Hölle sind wir“ und, zuletzt, „Beim Sterben ist jeder der erste“ einen exzellenten Ruf erarbeitet. „Zardoz“ war sein neuestes Projekt: eine Science-Fiction-Dystopie, die locker auf der Geschichte des Zauberers von Oz (Wizardof Oz – Zardoz) basiert.
In der Zukunft ist die Welt geteilt in das perfekte Utopia Vortex, in dem Unsterbliche leben, und den verarmten Außenländern, in denen Sklaven für die Nahrung der Unsterblichen sorgen und von dem über ihnen schwebendem Gott Zardoz beherrscht werden. Eines Tages gelingt es Zed (Sean Connery) von den Außenländern in das Reich der Unsterblichen einzudringen. Er wird als Kuriosität bewundert, erforscht und löst einige Prozesse unter den Unsterblichen, deren Welt gar nicht so perfekt ist, aus. Denn letztendlich sehnen sich die Unsterblichen nach der Sterblichkeit.
„Zardoz“ ist kein perfekter Film und es ist auch schade, dass Sean Connery gerade in einem der schwächeren Filme von John Boorman (sein nächster Film, „Exorzist II – Der Ketzer“ dürfte dagegen sein schlechtester Film sein) die Hauptrolle spielte. Aber er ist definitiv einen Blick wert. Allein schon wegen Sean Connerys Kostüm.
Auch als Zeitdokument ist „Zardoz“ immer noch faszinierend und, nach „Matrix“, „Minority Report“ und „Inception“ sind war auch daran gewöhnt, dass bildgewaltige Science-Fiction-Filme auch Hirnfutter liefern können.
Denn damals war „Zardoz“ als intellektueller Science-Fiction-Film ein Unikat. Es ist ein nicht immer überzeugender, aber zum Nachdenken inspirierender, bildgewaltiger Mischmasch aus philosophischen Gedanken und literarischen Anspielungen, garniert mit einer Siebziger-Jahre-Filmästhetik und einigen technischen Spielereien, die man eher in aktuellen Filmen erwarten würde. Sowieso beeindrucken die Special Effects, die alle ohne die Hilfe von Computern erledigt wurden. Denn John Boorman und sein Team mussten vor vierzig Jahren alle Tricks von Hand machen.
„‚Zardoz‘ gehört sicher zu den verrücktesten Filmen in Connerys bunter Karriere, prätentiös, exotisch, voll futuristisch-visueller Fantasie. (…) Die Kritik hatte Probleme mit dem schwer zugänglichem Film, der mit ungewöhnlichen Stilmitteln experimentierte: Spiegelungen, schrillen Farben und schrägen Projektionen. (…) Unter den Liebhabern des Genres avancierte ‚Zardoz‘ inzwischen zum Kultfilm.“ (Adolf Heinzlmeier: Sean Connery, 2001)
In seinem durchwachsenen Audiokommentar erzählt John Boorman, wie sie einige der Tricks machten und von den Schwierigkeiten beim Dreh, der in Irland in den Wicklow Mountains in der Nähe seines Hauses stattfand. Das geringe Budget machten sie dabei durch Einfallsreichtum und den Enthusiasmus der Schauspieler wett.
Das Problem bei dem Audiokommentar ist, dass John Boorman viel zu oft und zu lange schweigt. Mit einem Gesprächspartner, der ihn mit den richtigen Fragen zum Reden animiert hätte, wäre der Audiokommentar sicher deutlich besser geworden.
Die Bildergalerie lohnt sich. Die Teaser und Trailer sind, nun, Teaser und Trailer.
Zardoz (Zardoz, USA 1973)
Regie: John Boorman
Buch: John Boorman
mit Sean Connery, Charlotte Rampling, Sara Kestelman, John Alderton, Sally Ann Newton, Niall Buggy
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DVD
Koch Media
Bild: 2,35:1 (16:9)
Ton: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0/5.0)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Bonusmaterial: Zwei deutsche und ein englischer Kinotrailer, Radiospots, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial, Audiokommentar von John Boorman, Wendecover
Der stille Amerikaner (USA 2002, R.: Phillip Noyce)
Drehbuch: Christopher Hampton, Robert Schenkkan
LV: Graham Greene: The quiet American, 1955 (Der stille Amerikaner)
Saigon, 1952: Der britische Reporter Thomas Fowler führt, zwischen gelegentlichen Reportagen, Opium rauchen und Sex, ein ruhiges Leben. Der stille, idealistische Amerikaner Alden Pyle will dagegen etwas bewegen. Schnell sind beide in politische Intrigen verwickelt, die sie nicht überblicken.
„Der stille Amerikaner“ ist eine gelungene Greene-Verfilmung und ein im besten Sinn angenehm altmodischer Film, der zwar 1952 spielt, aber auch die heutige Außenpolitik der Ersten Welt präzise beschreibt.
Mit Michael Caine, Brendan Fraser, Do Thi Hai Yen, Rade Sherbedgia
Die International Association of Media Tie-In Writers (IAMTW) hat die Nominierungen für den diesjährigen Scribe Award veröffentlicht. Der Scribe Award soll gute Filmromane und auf TV-Serien und Filmen bestehende Romane ehren. Denn immer noch werden diese „Romane zum Film“, obwohl sie teilweise von bekannten Autoren geschrieben sind, als hingeschluderte Literatur verachtet.
Nominiert sind:
GENERAL FICTION/BEST ORIGINAL NOVEL
ROYAL PAINS: FIRST DO NO HARM von D.P. Lyle
MIKE HAMMER: KISS HER GOODBYE von Max Allan Collins & Mickey Spillane
BURN NOTICE: THE BAD BEAT von Tod Goldberg
–
SPECULATIVE FICTION/BEST ORIGINAL NOVEL
STAR WARS: KNIGHT ERRANT von John Jackson Miller
DUNGEONS & DRAGONS – FORGOTTEN REALMS: BRIMSTONE ANGELS von Erin M. Evans
SUPERNATURAL: COYOTE’S KISS von Christa Faust
DUNGEONS AND DRAGONS: THE SHARD AXE von Marshiela Rockwell
PIRATES OF THE CARIBBEAN: THE PRICE OF FREEDOM von A.C. Crispin
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BEST ADAPTATION GENERAL OR SPECULATIVE
CONAN THE BARBARIAN von Michael Stackpole
CRYSIS LEGION von Peter Watts
TRANSFORMERS: DARK SIDE OF THE MOON von Peter David
COWBOYS & ALIENS von Joan D. Vinge
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BEST YOUNG ADULT
ME & MY MONSTERS: MONSTER MANNERS von Rory Growler (Ian Pike)
THE SMURFS von Stacia Deutsch und Rhody Cohon
THUNDERBIRDS: EXTREME HAZARD von Joan Marie Verba
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BEST AUDIO
MIKE HAMMER: ENCORE FOR MURDER von Max Allan Collins & Mickey Spillane
DARK SHADOWS: THE LOST GIRL von D. Lynn
HIGHLANDER: ALL THE KINGS HORSES von Scott Andrews
DOCTOR WHO: THE MANY DEATHS OF JO GRANT von Cavan Scott & Mark Wright
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GRANDMASTER
KEVIN J. ANDERSON
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Die Preisverleihung ist im Juli während der Comic-Con in San Diego.
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Im Gegensatz zu früheren Jahren wurde dieses Jahr keines der Bücher ins Deutsche übersetzt. Aber „Mike Hammer“ und „Burn Notice“ interessieren mich schon.
Ab 10.40 Uhr bis 03.15 Uhr zeigt Arte nur Schwarzweiß-Filme: Spielfilme, Kurzfilme, Dokumentarfilme. Klassiker, Bekanntes und Neues. Unter anderem von Walter Ruttmann (der Stummfilm-Klassiker „Berlin, die Sinfonie der Großstadt“ um 10.50 Uhr), Jim Jarmusch (einige der „Coffee and Cigarettes“-Filme um 16.05 Uhr und 17.40 Uhr), Josef von Sternberg („Marokko“ mit Gary Cooper und Marlene Dietrich um 16.10 Uhr), Joel & Ethan Coen („Der unauffällige Mr. Crane“ um 20.15 Uhr), Bruce Weber (die Chet-Baker-Doku „Let’s get lost“ um 22.05 Uhr) undundund.
Inzwischen müsste die Geschichte von „Shutter Island“ bekannt sein. Immerhin wurde Dennis Lehanes fantastischer Kriminalroman von Martin Scorsese mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle verfilmt. Der Kassenhit erntete 2010 von den Kritikern Lobeshymnen. Ich empfand ihn als ziemlich langweilig und frage mich immer noch, warum sie den Trailer so schneiden mussten, dass die Lösung offensichtlich ist. Aber das ist Hollywood-Marketing.
Schon bevor Martin Scorsese sich mit Lehanes Geschichte beschäftigte, schrieb und zeichnete der Franzose Christian De Metter eine Graphic Novel, die dem Roman genau folgt und oft wie das Storyboard für die Verfilmung wirkt.
Auf der titelgebenden Insel Shutter Island leitet Dr. Jeremiah Naehring, der bereits für die Nazis Menschenversuche machte, 1954 eine Irrenanstalt, in der besonders gefährliche, geisteskranke Verbrecher eingesperrt werden. Die US Marshals Teddy Daniels und Chuck Aule sollen dort die spurlos verschwundene Insassin Rachel Solando suchen. Als sich ein Sturm der Insel nähert, müssen Daniels und Aule länger als geplant auf der Insel bleiben.
Daniels verfolgt allerdings auch noch zwei geheime Missionen. Er will herausfinden, was mit Andrew Laeddis, dem Mann, der seine Frau umbrachte, geschah und er glaubt, dass Dr. Naehring und Dr. Cawley, der als leitender Arzt ihr Ansprechpartner ist und bereits für mehrere Geheimdienste arbeitete, im Auftrag der Regierung geheime Versuche mit Menschen machen. Deshalb will er auch wissen, was mit dem Patienten Nummer 67, der in den Akten der Anstalt nicht auftaucht, geschah.
Als Dennis Lehane vor zehn Jahren „Shutter Island“ schrieb, war er bei Krimifans als Autor der Patrick-Kenzie/Angela-Gennaro-Privatdetektivkrimis bereits ein bekannter Name und mit seinem ersten Einzelwerk „Mystic River“ festigte er seinen Ruf als exzellenter Krimiautor. Er hätte also locker ein zweites „Mystic River“ schreiben können. Aber er machte eine Kehrtwende und schrieb einen leicht pulpigen, in den fünfziger Jahren spielenden Thriller, der unbekümmert Verschwörungstheorien mit Fünfziger-Jahre-Paranoia und Horroratmosphäre mischt und einen wirklich überraschenden Schluss hat.
Christian De Metter folgte Lehanes Geschichte genau bis zur überraschenden Pointe; – jedenfalls wenn man noch nicht den Roman gelesen oder die Verfilmung gesehen hat. Beim Lesen seiner fast vollständig in Schwarz-Weiß-Zeichnungen gehaltenen Graphic Novel fällt auf, wie präzise Lehane falsche Spuren legte und, wenn man sie richtig deutete, Hinweise auf die Lösung gab. In der Verfilmung wird dagegen mit dem Holzhammer gearbeitet.
Insofern lohnt sich De Metters Version von „Shutter Island“ für die Lehane-Fans als werktreue, aber auch eigenständige Interpretation des Romans. Und wer zuerst den Comic gelesen hat, sollte trotzdem auch den Roman lesen.
Bringing out the dead – Nächte der Erinnerung (USA 1999, R.: Martin Scorsese)
Drehbuch: Paul Schrader
LV: Joe Connelly: Bringing out the dead, 1998 (Bringing out the dead – Nächte der Erinnerung)
Verfilmung des biographischen Romans von Joe Connelly über einen Notarztwagenfahrer, der in Hell’s Kitchen zu Beginn der neunziger Jahre zunehmend an seiner Arbeit und dem Sinn des Lebens zweifelt. Da werden, nicht nur weil das Team Martin Scorsese/Paul Schrader wieder zusammen ist, Erinnerungen an „Taxi Driver“ wach.
Eine feine, etwas unterschätzte Tour de force
mit Nicolas Cage, Patricia Arquette, John Goodman, Ving Rhames, Tom Sizemore, Marc Anthony, Nestor Serrano
JAMES BOND: Man lebt nur zweimal (GB 1967, R.: Lewis Gilbert)
Drehbuch: Roald Dahl
LV: Ian Fleming: You only live twice, 1964 (Man lebt nur zweimal)
Blofeld kapert Raumkapseln. James Bond wird losgeschickt dem schändlichen Treiben ein Ende zu bereiten. In Blofelds Zentrale, einem erloschenen Vulkan, treffen beide aufeinander.
Die erste Begegnung zwischen den Herren Bond und Blofeld (im Film – in den Büchern war die Reihenfolge etwas anders). Der Film ist eine ziemlich ermüdende Materialschlacht mit einem als Japaner verkleideten Bond.
„You only live twice“ ist das vorletzte Bond-Buch von Ian Fleming. Für den Film wurde eine vollkommen neue Story entworfen. Nur der Gegner (Blofeld) und der Ort der Handlung (Japan) sind gleich.
Ein interessanten Blick auf den damaligen Presserummel findet sich in Erich Kocians Buch „Die James Bond Filme“ (Heyne Filmbibliothek, Auflage egal). Kocian berichtete damals aus Japan über die Dreharbeiten unter ständiger Belagerung von Reportern und Fans.
Mit Sean Connery, Karin Dor, Donald Pleasence, Akiko Wakabayashi, Bernard Lee, Lois Maxwell, Desmond Llewelyn, Charles Gray
Hinweise
Wikipedia über „James Bond: Man lebt nur zweimal“ (deutsch, englisch)