TV-Tipp für den 26. Dezember: My Blueberry Nights

Dezember 26, 2010

ARD, 23.25

My Blueberry Nights (China/USA 2007, R.: Wong Kar-wai)

Drehbuch: Wong Kar-wai, Lawrence Block (nach einer Geschichte von Wong Kar-wai)

Elizabeth hat Liebeskummer. In einem kleinen New Yorker Café schüttet sie dem Kellner ihr Herz aus. Der verliebt sich in sie, aber sie macht sich auf eine Reise durch die USA. Auf ihrem Selbstfindungstrip begegnet sie anderen einsamen Seelen.

Lawrence Block war zwar irgendwie am Drehbuch beteiligt, aber letztendlich ist es ein Wong-Kar-wai-Film geworden.

Mit Norah Jones, Jude Law, Rachel Weisz, David Strathairn, Natalie Portman

Wiederholung: RBB, Dienstag, 28. Dezember, 23.45 Uhr

Hinweise

Homepage von Lawrence Block

Unbedingt kaufen müssen Sie das von mir herausgegebene Buch „Lawrence Block – Werkschau eines New Yorker Autors“ (KrimiKritik 5, Nordpark-Verlag)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Telling Lies for Fun and Profit – A Manual for Fiction Writers” (1994)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Spider, spin me a web – A Handbook for Fiction Writers” (1995)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks: “All the flowers are dying” (2005)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Lucky at Cards” (2007)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Abzocker“ (Grifter’s Game, 2004; frühere Ausgaben: Mona, 1961; Sweet slow death, 1986)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks “Verluste” (Everybody dies, 1998)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Killing Castro“ (Originalausgabe unter dem Pseudonym Duncan Lee als „Fidel Castro Assassinated“, 1961)

Meine Besprechung von Lawrence Blocks „Falsches Herz“ (The Girl with the long green Heart, 1965)

Lawrence Block in der Kriminalakte

Wikipedia über „My Blueberry Nights“ (deutsch, englisch)

Deutsche Homepage zum Film

Französische Homepage zum Film (nicht so umfangreich)

Film-Zeit über „My Blueberry Nights“


„Das Rätsel von Paris “ in der BLK gelöst

Dezember 26, 2010

Das ging im Weihnachtstrubel etwas unter: in der Berliner Literaturkritik ist meine Besprechung von Pablo de Santis‘ neuem Roman „Das Rätsel von Paris“ erschienen.


TV-Tipp für den 25. Dezember: Es war einmal in Amerika

Dezember 25, 2010

Kabel 1, 23.30

Es war einmal in Amerika (USA/I 1984, R.: Sergio Leone)

Drehbuch: Leonardo Benvenuti, Piero De Bernardi, Enrico Medioli, Franco Arcalli, Franco Ferrini, Sergio Leone, Stuart Kaminsky (zusätzliche Dialoge), Ernesto Gastaldi (ungenannt)

LV: Harry Grey: The Hoods, 1952

Buch zum Film: Lee Hays: Once Upon a Time in America, 1984

Kamera: Tonino Delli Colli

Musik: Ennio Morricone

Ein grandioses Gangsterdrama: die Geschichte von Freundschaft und Verrat – erzählt in wunderschönen Bildern und in einer komplexen Struktur, die lose auf dem autobiographischen Buch von Harry Grey basiert. Leone meinte, im Drehbuch seien nur zehn bis zwanzig Prozent des Buches geblieben.

Mit Robert de Niro, James Woods, Joe Pesci, Treat Williams, Burt Young, Elizabeth McGovern

Es wird anscheinend, wie zuletzt vor sechs Jahren(!!!), eine minimal gekürzte Fassung von 214 Minuten gezeigt. Die us-amerikanische Langfassung ist 227 Minuten, die Kurzfassung 144 Minuten. In Deutschland wurden im Kino zwei Fassungen gezeigt: eine FSK-18 mit 228 Minuten und eine FSK-16 mit 167 Minuten. – Mein Tipp: Immer die längste mögliche Fassung sehen. Denn keine Minute ist überflüssig. (Oh, und auf dem größten möglichen Bildschirm oder im Kino.)

Zum Filmstart erschien im Bastei-Lübbe-Verlag das Buch zum Film mit Hays‘ Roman, vielen Filmbildern (SW und Farbe), einem Sergio-Leone-Porträt von Andreas Kern und einem Text von Leone über den Film. So machen „Bücher zum Film“ Spaß.

Hinweise

Wikipedia über „Es war einmal in Amerika“ (deutsch, englisch)

Turner Classic Movies über „Once upon a time in America“

Fanseite zum Film

Sternstunde der Filmgeschichte über „Es war einmal in Amerika“



Kleinkram

Dezember 24, 2010

Duane Swierczynski (aka Duane Louis) hat seine Weihnachtsfilme zusammengestellt. Eine feine Liste, unter anderem mit „The Ice Harvest“ (der dieses Jahr leider nicht im TV läuft) und „Stirb langsam“ (der heute Abend läuft).

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Christopher G. Moore schreibt über „The cursed day in a Thai dog’s life“ und „Mapping the loss of empathy“.

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Matt Beynon Rees über, hm, Kundenservice:

I’ll sum up what’s been going on, and then I’ll tell you why the “customer service” department is the anti-creative, anti-crime novel acme of our society. I’ll also tell you why I bet Dick Cheney doesn’t like crime novels.

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Christa Faust schreibt über ihren Lieblings-Noir-Film „Night and the City“ (das Original mit Richard Widmark).

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Maxim Jakubowski schreibt über Derek Raymond.

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Brian Lindenmuth über den Fall (und Aufstieg) von Krimi-Comics.

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Charlie Huston schreibt eine Kurzgeschichte.

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Der A. V. Club hat sich mit „Burn Notice“-Erfinder Matt Nix unterhalten.

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Crime always pays (Declan Burke) mit R. J. Ellory und mit James Thompson.

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PBS mit Garry Disher.

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In der aktuellen Ausgabe von The Big Thrill gibt es unter anderem ein Interview mit Heather Graham, Alexandra Sokoloff und Deborah LeBlanc und Hoyt Hilsman schreibt über seinen Weg vom Drehbuch- zum Buchautor.

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Im Tainted Archive (Jack Martin/Gary Dobbs) wird der jetzt von den Coen-Brüdern wieder verfilmte Western „True Grit“ von Charles Portis mit der Verfilmung „Der Marshal“ (von Henry Hathaway, mit John Wayne) verglichen.

Außerdem wird der zweite Rooster-Cogburn-Film „Mit Dynamit und frommen Sprüchen“ (Rooster Cogburn, von Stuart Miller, mit John Wayne und Katharine Hepburn) besprochen.

Und es gibt die Erklärung, warum Roger Moore der beste James Bond war.

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Ahem, James Bond: die BBC hat in ihren Archiven gewühlt und etliche historische Interviews mit verschiedenen Bond-Machern, Reportagen über die Bond-Filme und ein halbstündiges Gespräch von 1958 zwischen Raymond Chandler und Ian Fleming ausgegraben.

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Der Noir of the Week ist „Escape from Crime“.

Hoffentlich nicht.


TV-Tipp für den 24. Dezember: Stirb langsam

Dezember 24, 2010

Während wir unterm Tannenbaum ein friedliches Fest feiern, muss er dafür erst die Grundlagen schaffen

Sat.1, 22.00

Stirb langsam (USA 1988, R.: John Mc Tiernan)

Drehbuch: Jeb Stuart, Steven E. de Souza

LV: Roderick Thorp: Nothing lasts forever, 1979 (Stirb langsam)

Bahnbrechendes Action-Kino, das Bruce Willis zum Star machte – im Buch besucht der Held seine Tochter, im Film besucht der Held seine Frau, der Rest (Terroristen besetzten ein Hochhaus, unser Held kämpft gegen sie) ist bekannt. EPD Film meinte „ein durch und durch regressiver Film, der einer infantilen Lust an der Zerstörung Nahrung verschafft.“

Und das am Heiligen Abend. Teil 2 und 3 folgen, wie letztes Jahr, an den kommenden Tagen (und wahrscheinlich gräbt irgendeine Postille wieder den dümmlichen Artikel „Empörend, dass ein Film wie ‚Stirb langsam‘ an Weihnachten läuft.“ aus).

Das Drehbuch von Jeb Stuart und Steven E. De Souza war für den Edgar nominiert.

Mit Bruce Willis, Alan Rickman, Bonnie Bedelia, Alexander Godunov, Reginald VelJohnson, William Atherton, Paul Gleason, Hart Bochner

Hinweise

Wikipedia über „Stirb langsam“ (deutsch, englisch)

Spiegel: „Eines Tages“ über 20 Jahre „Stirb langsam“

Thrilling Detective über Joe Leland (so heißt John McClane im Buch)

The Independent: Nachruf auf Roderick Thorp


The Lincoln Lawyer – neuer Trailer

Dezember 23, 2010

Der neue Trailer für die Michael-Connelly-Verfilmung „The Lincoln Lawyer“ (Der Mandant) ist draußen:

Sieht aus, als ob sich die Macher ziemlich an das Buch halten. Allerdings waren für mich beim Lesen alle Charaktere einige Jahre älter.

Und das erste Plakat sieht so aus:

Den deutschen Starttermin kenne ich noch nicht. Aber er wird nach dem 18. März 2011, dem US-Start, sein.


R. i. P. Blake Edwards, Captain Beefheart

Dezember 23, 2010

R. i. P. Blake Edwards (16. Juli 1922 – 15. Dezember 2010)

In den letzten gut fünfzehn Jahren genoss der Drehbuchautor und Regisseur seinen Ruhestand. Sein letzter Film war, als TV-Film, die Aufzeichnung einer Theateraufführung der Verwechslungskomödie „Victor/Victoria“, einem Stoff, den er bereits 1982 als Spielfilm (mit seiner Ehefrau Julie Andrews und James Garner) verfilmte und der ein Remake des gleichnamigen UFA-Films von 1933 war. Die 1982er-Verfilmung erhielt zahlreiche wichtige Filmpreise, wie den César als bester fremdsprachiger Film und den Preis der Writers Guild of America für das Drehbuch.

Edwards präsentierte uns „Ten – Die Traumfrau“ (damals war Bo Derek die heißeste Frau des Planeten, heute – nicht mehr) , den „Partyschreck“ (ein typischer Silvesterfilm), „Das große Rennen rund um die Welt“ (dito), „Das Frühstück bei Tiffanys“ (nach einer Novelle von Truman Capote) und er erfand die Privatdetektiv-Krimiserie „Peter Gunn“. Aber das alles wird überschattet von einer anderen Filmserie: Inspector Clouseau und dem „rosaroten Panther“.

Blake Edwards starb in Santa Monica, Californien, an den Folgen einer Lungenentzündung.

Nachrufe gibt es bei Spiegel Online, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Tageszeitung, Tagesspiegel, Die Welt, Guardian, Telegraph, Washington Post und der New York Times.

Und Peter Bogdanovich hat auch einen Nachruf geschrieben.

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R. i. P. Captain Beefheart (Don Van Fliet, 15. Januar – 17. Dezember 2010)

Don Van Vliet hieß er in der Schule. Als „Captain Beefheart“ spielte er experimentellen Avantgarde-Blues für eine kleine eingeschworene Fangemeinde. Sein bekanntestes Werk ist die 1969 erschienene Doppel-LP „Trout Mask Replica“. Außerdem war er mit Frank Zappa befreundet: Er war Mitglied in Zappas Band und Frank Zappa produzierte einige seiner Platten. 1982 erschien mit „Ice Cream for Crow“ die zwölfte und letzte LP von „Captain Beefheart and The Magic Band“. Danach zog er sich aus dem Musikgeschäft zurück.

Neben und nach seiner Karriere als Musiker war er auch als Maler erfolgreich.

Der in Arcata, Kalifornien, verstorbene Musiker hatte MS.

Nachrufe gibt es in der Zeit, Spiegel Online, Frankfurter Rundschau, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Welt, Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Guardian, Telegraph, Washington Post, Rolling Stone und der New York Times.

Mehr Infos gibt es in der Captain Beefheart Radar Station.

Sehenswert ist auch Anton Corbijns Film über Captain Beefheart: „Some YoYo Stuff“.



TV-Tipp für den 23. Dezember: Charade

Dezember 23, 2010

ARD, 00.50

Charade (USA 1963, R.: Stanley Donen)

Drehbuch: Peter Stone

LV: Marc Behm, Peter Stone (Story)

In Paris wollen etliche Gangster etwas von der Witwe Reggie. Sie scheint nur ihrer Urlaubsbekanntschaft Peter vertrauen zu können.

Donens Thrillerkomödie ist einer der besten nie von Hitchcock gedrehten Filme.

Marc Behm schrieb später unter anderem den zweimal verfilmten Kriminalroman „Das Auge“.

Mit Audrey Hepburn, Cary Grant, Walter Matthau, James Coburn, George Kennedy

Hinweise

Wikipedia über „Charade“ (deutsch, englisch)

Kriminalakte: Nachruf auf Marc Behm.


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

Dezember 23, 2010

Wegen des Wetters und einiger anderer Dinge sind meine letzten TV-Krimi-Buch-Tipps für dieses Kalenderjahr etwas verspätet bei den Alligatorpapieren online gegangen. Wer also wissen will, was er sich während der Festtage ansehen muss:

Weihnachtsgefühle kommen bei diesem Programm kaum auf. Denn die Macher verwechseln mal wieder Masse mit Klasse. Aber immerhin gibt es einige lange nicht mehr gezeigte Filme, wie Jürgen Rolands Joachim-Jessen/Jens-Lerch-Verfilmung „Tatort: …und dann ist Zahltag“, Abel Ferraras Elmoere-Leonard-Verfilmung „Short Run – Hexenkessel Miami“, Fritz Langs Vera-Caspary-Verfilmung „Gardenia – Eine Frau will vergessen“ und Sergio Leones Harry-Grey-Verfilmung „Es war einmal in Amerika“.
Ansonsten gibt es, als TV-Premiere, Wong Kar-wais „My Blueberry Nights“ (Lawrence Block schrieb mit dem Regisseur das Drehbuch. Aber Blocks Beteiligung fällt nicht weiter auf.), Sidney Lumets Robert-Daley-Verfilmung „Nacht über Manhattan“ und seine John-Hopkins-Verfilmung „Sein Leben in meiner Gewalt“, Billy Wilders Agatha-Christie-Verfilmung „Zeugin der Anklage“, Paul Greengrass‘ Robert-Ludlum-Verfilmungen „Die Bourne Verschwörung“ und „Das Bourne Ultimatum“, Jean-Jacques Annauds Umberto-Eco-Verfilmung „Der Name der Rose“, John McTiernans Roderick-Thorp-Verfilmung „Stirb langsam“ (inzwischen traditionelles Weihnachtsprogramm; die Teile zwei und drei werden auch gezeigt), Henri Verneuils John-Trinian-Verfilmung „Lautlos wie die Nacht“, José Giovannis „Endstation Schafott“ (nach seinem Drehbuch), George Stevens‘ Jack-Schaefer-Verfilmung „Mein großer Freund Shane“, Clint Eastwoods Michael-Connelly-Verfilmung „Blood Work“ und Martin Scorseses Paul-Schrader-Verfilmung „Taxi Driver“ (Naja, was soll man auch sonst mit einem Drehbuch machen?).
Und Henning Mankell hat das Treatment für „Tatort: Borowski und der vierte Mann“ geschrieben.
Da sehen wir uns lieber Mickey Spillane in „Columbo: Schreib oder stirb“ an.

 


TV-Tipp für den 22. Dezember: Panic Room

Dezember 22, 2010

Sat.1, 22.15

Panic Room (USA 2002, R.: David Fincher)

Drehbuch: David Koepp

Die frisch geschiedene Meg Altman entdeckt mitten in Manhattan ihr Traumhaus. In ihm ist sogar, letzter Schrei der Sicherheitsindustrie für ängstliche, stinkreiche Großstädter, ein Panic Room. In diesen sicheren Raum kann sich der Hausbesitzer während eines Einbruchs zurückziehen und abwarten bis die Polizei anrückt. Meg hält den Raum für überflüssig, aber als in der Nacht drei Einbrecher auftauchen, flüchtet sie mit ihrer Tochter in den Panic Room. Dummerweise wollen die Einbrecher die in diesem Zimmer versteckten Millionen des Vorbesitzers stehlen.

Das mag jetzt neu klingen, aber im Kern erzählt „Panic Room“ eine uralte, aus jedem zweiten Western bekannte Story. Tauschen Sie einfach den Panic Room gegen ein Fort oder eine Wagenburg; die Einbrecher gegen Indianer aus und Sie wissen genau, in welchem Moment die Kavallerie auftaucht. Oh, und in welchem Zustand das Haus ist.

David Koepp und David Fincher machen daraus einen spannenden Hightechthriller.

Oder sagen wir es mit den Worten von Georg Seeßlen: Panic Room „ist vor allem ein reduzierter, ebenso brillant konstruierter wie fotografierter Thriller, ein Kammerspiel des Terrors, das alle Elemente, die am Anfang eingeführt wurden, beständig transponiert, wendet und variiert. Insofern ist Panic Room ein Stück reiner Film-Komposition, in der Sujets, Objekte und Einstellungen die Rollen von Melodien, Takten und Tönen übernehmen (…). Und wie für eine musikalische Komposition, so gilt auch für Panic Room: Es kommt nicht allein auf die Erfindung einer Melodie an, sondern auch darauf, was ein Interpret mit ihr anzustellen weiß.“ (in Frank Schnelle [Hrsg.]: David Fincher)

Mit Jodie Foster, Kristen Stewart, Forest Whitaker, Dwight Yoakam, Jared Leto, Patrick Bauchau, Andrew Kevin Walker (der „Se7en“-Drehbuchautor spielt den verschlafenen Nachbarn)

Wiederholung: Freitag, 24. Dezember, 00.10 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über David Fincher (deutsch, englisch) und „Panic Room“ (deutsch, englisch)

Die Welt: Interview mit David Fincher zu „Panic Room“

Süddeutsche Zeitung: Interview mit David Fincher zu „Panic Room“

Drehbuch „Panic Room“ von David Koepp

The Works and Genius of David Fincher (Fan-Blog – mit einem „Panic Room“-Special)


Cover der Woche

Dezember 21, 2010


TV-Tipp für den 21. Dezember: Der Kuß vor dem Tode

Dezember 21, 2010

ZDFneo, 22.30

Der Kuß vor dem Tode (USA 1991, R.: James Dearden)

Drehbuch: James Dearden

LV: Ira Levin: A kiss before dying, 1953 (Kuss vor dem Tode)

Student Jonathan hat wenig Geld, aber den unbedingten Willen zu Macht und Reichtum. Dafür geht er über Leichen. Nur die schöne Zwillingsschwester Ellen ahnt etwas.

Nettes Remake.

Mit Matt Dillon, Sean Young, Max von Sydow, James Russo

Wiederholung: Mittwoch, 22. Dezember, 03.35 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Der Kuß vor dem Tode“ (deutsch, englisch)

Kriminalakte: Nachruf auf Ira Levin

 


Dominik Graf spricht über seine Filme

Dezember 20, 2010

Von der zehnteiligen Krimiserie „Im Angesicht des Verbrechens“ war ich enttäuscht.

Von dem die Serie begleitendem Buch bin ich begeistert.

Denn das von Johannes F. Sievert herausgegebene Buch „Im Angesicht des Verbrechens“ ist kein Roman zum Film, kein Abdruck des Drehbuchs und kein blindes Abfeiern der Serie als Meisterwerk. Es ist ein Interviewband, der „Fernseharbeit am Beispiel einer Serie“ (so der Untertitel) zeigen will und deshalb einen tiefen Einblick in die Produktion eines Films von den ersten Ideen bis zur Premiere gibt. Gleichzeitig, weil das Herzstück des Buches ein zweihundertseitiges Interview mit Regisseur Dominik Graf ist, ist es auch ein Rückblick auf sein Leben, wie er Regie führt und wie sich sein Stil änderte. Dabei kommt er in dem Gespräch immer wieder auf „Der Fahnder“ (die Serie, in der er seine ersten Meriten sammelte), „Die Katze“ (der erfolgreiche Banküberfallthriller mit Götz George und Gudrun Landgrebe) und „Die Sieger“ (ein erfolgloser Thriller über ein SEK-Team) zurück. Gerade „Die Sieger“ wird von Graf in dem Gespräch immer wieder genannt. Denn an diesem Film, den er für gescheitert hält, könne man einfach am Besten erklären, was er erreichen wollte, was schiefging und welche Folgen die falschen Kompromisse und Budgetbeschränkungen auf einen Film haben können. Die knappen und oft zu knappen Budgets, was sich vor allem an Action- und Massenszenen zeigt, sind ein wiederkehrendes Thema in dem Buch. Ein anderes wiederkehrendes Thema ist Grafs Suche nach dem Schmutz und dem bisschen Leben im Film. Denn er möchte in seinen Filmen nicht nur eine in jeder Beziehung perfekte Traumwelt zeigen, sondern auch Überraschungen und Improvisationen Raum geben. So wies er, als beim Dreh einer komplizierten Restaurantszene von „Im Angesicht des Verbrechens“, in der verschiedene Gruppen von Polizisten Gangster beobachten sein Team an, einen herumstreunenden Hund nicht aus dem Bild zu entfernen.

Im Anschluss an das ausführliche Interview mit Dominik Graf führte Johannes F. Sievert kürzere Interviews mit Drehbuchautor Rolf Basedow (das hätte ruhig ausführlicher sein können), den WDR-Redakteuren Wolf-Dietrich Brücker und Frank Tönsmann, Arte-Redakteur Andreas Schreitmüller, Producerin Kathrin Bullemer, Kameramann Michael Wiesweg, Szenenbildner Claus-Jürgen Pfeiffer, den Musikern Florian Van Volxem und Sven Rosenbach, der Cutterin Claudia Wolscht und den Hauptdarstellern. Diese Statements, die nach vertrauten Promo-Sätzen klingen, hätte man ruhig streichen können.

Eine euphorische Kritik der Serie von Peter Körte, ein Episodenguide, ein Glossar, eine detaillierte Filmographie von Dominik Graf und 75 Abbildungen runden das für Filmfans essentielle Werk ab.

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Johannes F. Sievert (Hrsg.): Dominik Graf – Im Angesicht des Verbrechens: Fernseharbeit am Beispiel einer Serie

Alexander Verlag, 2010

392 Seiten

29,90 Euro

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Hinweise

Meine Besprechung von Dominik Grafs „Schläft ein Lied in allen Dingen“

Meine Besprechung von „Im Angesicht des Verbrechens“

Dominik Graf in der Kriminalakte

 


TV-Tipp für den 20. Dezember: L. A. Crash

Dezember 20, 2010

Eins Festival, 20.15

L. A. Crash (USA 2004, R.: Paul Haggis)

Drehbuch: Paul Haggis, Robert Moresco

Oscarprämiertes Episodendrama über die zufälligen Begegnungen von Menschen verschiedener Ethnien und Schichten in Los Angeles. Das alles zusammenhaltende Thema ist Rassismus.

2005 war das Jahr für Paul Haggis. Nachdem er jahrelang in Hollywood arbeitete, hatte er endlich seinen großen Durchbruch. Zuerst verfilmte Clint Eastwood sein Oscar-nominiertes Drehbuch „Million Dollar Baby“. Danach schrieb Haggis, wieder für Clint Eastwood, das ebenfalls Oscar-nominierte Drehbuch für „Letters from Iwo Jima“ und „Flags of our Fathers“, leistete gutbezahlte Arbeit an den Drehbüchern der beiden Daniel-Craig-Bond-Filme und erhielt für „L. A. Crash“ unter anderem den Oscar für das beste Original-Drehbuch und den besten Film. Auch sein zweiter Spielfilm „Im Tal von Elah“ überzeugte – jedenfalls die wenigen Menschen, die ihn im Kino gesehen haben.

Mit Sandra Bullock, Don Cheadle, Matt Dillon, Jennifer Esposito, Brandan Fraser, Terrence Howard, Chris „Ludacris“ Bridges, Thandia Newton, Ryan Phillippe, Larenz Tate, Michael Pena, William Fichtner

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Film-Zeit über “L. A. Crash“

Film School NYFA: Guest Lecture: Paul Haggis – Part 1

Kriminalakte über „Im Tal von Elah“ von Paul Haggis


TV-Tipp für den 19. Dezember: Short Run – Hexenkessel Miami

Dezember 19, 2010

Tele 5, 00.10

Short Run – Hexenkessel Miami (USA 1989, R.: Abel Ferrara)

Drehbuch: James Borelli, Elmore Leonard

LV: Elmore Leonard: Cat Chaser, 1982 (Florida-Fieber)

Kriegsveteran George Moran betreut in Miami ein Strandhotel. Als sich einige Verbrecher in dem Hotel einquartieren und Morans große Liebe, die inzwischen mit einem dubiosem Geschäftsmann liiert ist, wieder auftaucht, gerät sein Leben aus den Fugen.

Seit Ewigkeiten nicht mehr gezeigte Leonard-Verfilmung, die eine beeindruckende Besetzung und einige gute Szenen aufweisen kann. Aber weil es während der Produktion massive Probleme gab, ist der Film ein Torso. Dass danach in den verschiedenen Ländern die Verleiher noch einmal beherzt zur Schere griffen, steigerte die Qualität des Films nicht. Heute soll eine 85-minütige Version gezeigt werden, die wahrscheinlich der FSK-18-Version entspricht. Die längste Kinoversion hat 98 Minuten.

Die Musik ist von Chick Corea.

“Ferrara sent his script to Elmore to see if he could get the story going, the first ten minutes were just two guys talking: a set up that works in the book but not on the screen. Peter Weller had script approval and didn’t want Elmore’s dialog touched. Ferrara asked Elmore to rewrite the first twenty pages of Cat Chaser and he rewrote the whole thing. But Ferrera didn’t use his script. The producers took Cat Chaser away from the director and recut it. It was only released theatrically in England. The producer cut film is very slow and detached. It demonstrates another problem in putting Elmore Leonard’s sound on the screen: a well intentioned and faithful adaptation is not enough to insure a successful movie.” (von Elmore Leonards Homepage)

mit Peter Weller, Kelly McGillis, Charles Durning, Frederic Forrest, Tomas Milan, Juan Fernández

Hinweise

Wikipedia über „Cat Chaser“

Noffload über „Cat Chaser“

Homepage von Elmore Leonard

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Up in Honey’s Room“ (2007)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Gangsterbraut“ (The hot Kid, 2005)

Meine Besprechung von Elmore Leonards „Callgirls“ (Mr. Paradise, 2004)

Mein Porträt „Man nennt ihn Dutch – Elmore Leonard zum Achtzigsten“ erschien im „Krimijahrbuch 2006“

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Sie nannten ihn Stick“ (Stick, USA 1983)

Meine Besprechung der Elmore-Leonard-Verfilmung „Killshot“ (Killshot, USA 2008)

Elmore Leonard in der Kriminalakte


Alter Scheiß? Ross Thomas: Der Yellow-Dog-Kontrakt

Dezember 18, 2010

1976 veröffentlichte Ross Thomas (19. Februar 1926 – 18. Dezember 1995) seinen fünfzehnten Roman „Yellow Dog Contract“.

1978 erschien als „Geheimoperation Gelber Hund“ die deutsche Ausgabe.

Jetzt erschien im Alexander-Verlag, als Teil der nur lobenswerten Ross-Thomas-Wiederveröffentlichungen, das Buch in einer überarbeiteten und vollständigen Übersetzung als „Der Yellow-Dog-Kontrakt“.

In dem Polit-Thriller soll Harvey Longmire (früher Wahlkampfberater, heute Gedichteschreiber und Bauer) für Roger Vullo, der gerade die Arnold-Vullo-Foundation gegründet hat, die Verschwörungen aufdecken will, herausfinden, warum der Gewerkschaftsführer Arch Mix verschwand. Longmire nimmt den Auftrag vor allem an, weil er wissen will, ob er inzwischen zum alten Eisen gehört. Denn von seiner früheren Arbeit als Wahlkampfberater, Abteilungen „Stimmen um jeden Preis beschaffen“, kennt er Mix, die Gewerkschaften und das politische Geschäft.

Bei seinen Recherchen, die vor allem im Kreis seiner Familie, seinen Bekannten aus dem Politikgeschäft (Freunde wäre wahrscheinlich die falsche Bezeichnung) und dem Umfeld der Gewerkschaft stattfinden, wird es für ihn schnell gefährlich. Denn jemand will mit allen Mitteln verhindern, dass herauskommt, was mit Arch Mix geschah und er ermordet dafür jeden, der die Wahrheit kennt.

Als Longmire erfährt, dass erst kürzlich in mehreren Großstädten die Gewerkschaftsbosse durch unbekannte Nachfolger ersetzt wurden und diese unerfüllbare Forderungen an die städtischen Arbeitgeber stellen, glaubt er, dass hier ein Yellow-Dog-Kontrakt (ein in den USA bekannter Begriff für einen, seit 1932 verbotenen, Arbeitsvertrag, in dem dem Arbeitnehmer die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft untersagt wird) vorbereitet werden soll. Er weiß allerdings noch nicht, wie diese beiden Ereignisse zusammenhängen.

„Der Yellow-Dog-Kontrakt“ ist sicher nicht der beste Thriller von Ross Thomas. Dafür ist das Komplott letztendlich doch zu unübersichtlich und wird am Ende zu hastig aufgelöst und dass die Geschichte, wie in einem klassischem Privatdetektivroman aus Longmires Sicht erzählt wird, erhöht hier die Spannung nicht unbedingt. Auch sind die Charaktere weniger farbig als in seinen anderen Büchern. Nur Longmires Onkel Jean-Jacques Le Gouis, kurz „Slick“, erinnert als Mann, der wahrscheinlich in jedem zweiten schmutzigen Geschäft zwischen dem Zweiten Weltkrieg und Watergate seine Finger drin hatte, an die überlebensgroßen Ross-Thomas-Charaktere. Die anderen sind doch sehr brave Beamte und Gewerkschaftler; – jedenfalls nach Ross-Thomas-Standard. Roger Vullos Angewohnheit ständig auf seinen Fingern herumzukauen, ist anfangs amüsant, verbraucht sich als Running Gag aber schon während Longmires erster Audienz bei Vullo (den wir uns heute wohl als eine Mischung aus Mark Zuckerberg und Julian Assange vorstellen können). Da ist der zweite Running Gag, nämlich dass jeder einen anderen Schauspieler nennt, als er sagt, an wen ihn Longmires Bart erinnere, schon gelungener.

Aber im Vergleich zu John le Carrés neuestem Werk „Verräter wie wir“ ist „Der Yellow-Dog-Kontrakt“ ein hundsgemeiner Thriller aus den Hinterhöfen der Politik. Denn es geht im Post-Watergate-Washington um Gewerkschaften, die für politische Zwecke gebraucht werden (von Missbrauch wollen wir nicht reden, denn die Gewerkschaftler machen gerne mit) und die Idee, dass mit Streiks sogar Präsidenten gemacht werden können. Es gibt herrlich zynische Dialoge und einige köstliche Einblicke in das politische Geschäft.

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Ross Thomas: Der Yellow-Dog-Kontrakt

(übersetzt von Stella Diedrich, Gisbert Haefs und Edith Massmann)

Alexander Verlag, 2010

272 Seiten

14,90 Euro

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Originalausgabe

Yellow Dog Contract

William Morrow & Co, 1976

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Deutsche Erstausgabe

Geheimoperation Gelber Hund

(übersetzt von Edith Massmann)

Ullstein, 1978

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Hinweise

Wikipedia über Ross Thomas (deutsch, englisch)

Alligatorpapiere: Gerd Schäfer über Ross Thomas (Reprint “Merkur”, November 2007)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Gottes vergessene Stadt” (The Fourth Durango, 1989)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Umweg zur Hölle“ (Chinaman’s Chance, 1978)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Kälter als der Kalte Krieg“ (Der Einweg-Mensch, The Cold War Swap, 1966)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Teufels Küche“ (Missionary Stew, 1983)

Meine Besprechung von Ross Thomas’ „Am Rand der Welt“ (Out on the Rim, 1986)

Meine Besprechung von Ross Thomas‘ „Voodoo, Ltd.“ (Voodoo, Ltd., 1992)

Kleine Ross-Thomas-Covergalerie in der Kriminalakte


TV-Tipp für den 18. Dezember: Tatort: …und dann ist Zahltag

Dezember 18, 2010

NDR, 23.30

Tatort: …und dann ist Zahltag (D 1976, R.: Jürgen Roland)

Drehbuch: Werner Jörg Lüddecke

LV: Joachim Jessen/Jens Lerch: Der Zahltag, 1976

Das Kind von Ex-Knacki Ewald Merten wird entführt. Die Entführer verlangen von ihm einen Banküberfall. Merten tut’s und liefert damit die Ablenkung für einen weiteren Banküberfall. Kommissar Brammer ermittelt.

Alter „Tatort“, der zuletzt 1994 im Fernsehen lief.

Mit Knut Hinz, Günther Bothur, Günter Heising, Uwe Dallmeier, Jörg Pleva, Monica Bleibtreu

Hinweise

Tatort-Fundus über Kommissar Brammer und die Vorlage „Der Zahltag“

Lexikon der deutschen Krimiautoren über Werner Jörg Lüddecke


Neu im Kino: 22 Bullets, Monga – Gangs of Taipeh, The Tourist

Dezember 17, 2010

Die ersten beiden Kriminalfilme sind keine keine Neustarts, aber ich hatte sie bisher noch nicht erwähnt. Und, ja, die englischen Titel sind die deutschen Titel. Seltsame Mode, das.

22 Bullets ((L’Immortel, Frankreich 2010)

Regie: Richard Berry

Drehbuch: Richard Berry, Eric Assous (Adaptation und Dialog), Alexandre de La Patellière (Adaptation), Mathieu Delaporte (Adaptation)

LV: Franz-Olivier Giesbert: L’Immortel, 2007

Als auf einen sich im Ruhestand befindenden Mafiosi ein Attentat verübt wird, beginnt er die Typen, die ihn umbringen wollten, zu jagen.

Blutige Angelegenheit, das.

mit Jean Reno, Gabrielle Wright, Kad Merad, Richard Berry, Marina Fois

Hinweise

Französische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „22 Bullets“

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Monga – Gangs of Taipeh (Báng-kah, Taiwan 2010)

Regie: Doze Niu Chen-Zer

Drehbuch: Tseng Li-Ting

Drama über eine Jugendgang in Taipeh in den 1980er Jahren.

mit Mark Chao, Ethan Ruan

Hinweise

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Monga – Gangs of Taipeh“

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The Tourist (The Tourist, USA 2010)

Regie: Florian Henckel von Donnersmarck

Drehbuch: Florian Henckel von Donnersmarck, Christopher McQuarrie, Julian Fellowes (nach dem Drehbuch „Anthony Zimmer“ von Jérôme Salle)

Eine geheimnisvolle Schönheit spricht einen US-Lehrer, der Europa besucht, an. Was er nicht ahnt, ist, dass sie von Polizisten und Gangstern verfolgt wird und ihn nur als Ablenkungsmanöver benutzen will.

Die Kritiker halten das Remake des tollen französischen Thrillers „Anthony Zimmer“/“Fluchtpunkt Nizza“ für einen Langweiler. Auch die US-Ticketverkäufe entsprachen wohl nicht den Erwartungen der Produzenten. Da sind die Golden-Globe-Nominierungen nur ein schwacher Trost. Deshalb wird wohl auch gerne verschwiegen, dass „The Tourist“ nicht in der Drama-, sondern der Comedy/Musical-Kategorie nominiert wurde.

Jedenfalls, wenn der Film die Qualität des laaaangweiligen Trailers hält, sollte man sich einfach wieder das gewitzte Original mit der wunderschönen Sophie Marceau (Wer braucht schon Angelina Jolie, wenn er Sophie Marceau haben kann?) ansehen.

Mit Angelina Jolie, Johnny Depp, Paul Bettany, Timothy Dalton, Steven Berkoff, Rufus Sewell

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „The Tourist“

Und hier der Trailer für das Original „Anthony Zimmer“



TV-Tipp für den 17. Dezember: Die Spur führt zurück – The Two Jakes

Dezember 17, 2010

3sat, 22.55

Die Spur führt zurück – The Two Jakes (USA 1989, R.: Jack Nicholson)

Drehbuch: Robert Towne

Los Angeles 1948: Privatdetektiv Jake Gittes soll eine untreue Ehefrau observieren. Als sein Auftraggeber seinen Nebenbuhler ermordet und Gittes auf einem Tonband den Namen Kathrine Mulwray (die Filmfans aus „Chinatown“ kennen) hört, ist seine Neugierde geweckt.

Fortsetzung des Klassikers „Chinatown“, die von Robert Towne als Mittelteil einer Trilogie geplant war. Aber der Film floppte und die Kritiker waren auch nicht begeistert. Dabei ist „Die Spur führt zurück“ gar nicht so schlecht als klassischer Privatdetektivkrimi mit Starbesetzung.

„Nicholson inszenierte einen betulichen, einen altmodischen Film. Die Verwicklungen seines Plots sind selbst für einen Detektivfilm zu kompliziert, verlangen zu viel Aufmerksamkeit und erzeugen einige Längen, in denen es nicht sonderlich interessant ist, Jake Gittes zu folgen. Zudem wirken Figuren und Handlung museumsreif.“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms – Völlig überarbeitete Neuausgabe, 1993)

„einer der meisterhaftesten, zugleich unterschätzten Detektivfilme vom Anfang der neunziger Jahre“ (Georg Seeslen: Grundlagen des populären Films: Detektive, 1998)

mit Jack Nicholson, Harvey Keitel, Meg Tilly, Madeleine Stowe, Eli Wallach, Ruben Blades, Frederic Forrest, David Keith, Richard Farnsworth, James Hong, Van Dyke Parks (auch Musik), Tom Waits (Kurzauftritt als Polizist)

Wiederholung: Samstag, 18. Dezember, 03.50 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Die Spur führt zurück“ (deutsch, englisch)

Thrilling Detective über Jake Gittes


Übersetzen? Lee Goldberg: The Man with the Iron-On Badge

Dezember 16, 2010

Bevor Lee Goldberg mit seinen „Monk“-Romanen auch bei uns bekannt wurde, schrieb er „The Man with the Iron-On Badge“, eine Privatdetektivgeschichte, die 2006 auch für den renommierten Shamus-Preis als bester Privatdetektivroman des Jahres nominiert war. Die Hardcover-Ausgabe verschwand schnell vom Buchmarkt, eine Taschenbuchausgabe wurde nicht gedruckt und Lee Goldberg entschloss sich in einem Akt der Selbsthilfe, den Roman, der wahrscheinlich als Beginn einer Serie gedacht war, in den USA in einer Kindle-Edition zu veröffentlichen.

Der neunundzwanzigjährige Harvey Mapes ist Nachtwächter in einer geschlossenen Wohnanlage in Camarillo, Kalifornien. Seine Zeit verbringt er mit der Lektüre von Privatdetektivromanen und dem Ansehen von entsprechenden TV-Serien.

Eines Tages beauftragt ihn der Wohnanlagenbewohner Cyril Parkus seine Frau Lauren zu beobachten. Er soll herausfinden, mit wem Lauren ihn betrügt. Als Sicherheitsbeamter habe er doch Erfahrung mit der Arbeit eines Detektivs.

Mapes nimmt den Auftrag an. Denn, so glaubt er, könne er dem perfekten Leben von Travis McGee einige entscheidende Schritte näherkommen.

Travis McGee ist ein von John D. MacDonald erfundener, enorm populärer Privatdetektiv, der in Florida auf einem Hausboot lebt, verschwundene Gegenstände für einen Finderlohn sucht und gutaussehenden Frauen in Not hilft, die sich selbstverständlich in ihn verlieben.

Schon dieser Vergleich gibt die Melodie, die Lee Goldberg in dem ironischer Krimi anstimmt, vor. „The Man with the Iron-On Badge“ ist eine Hommage an den klassischen Privatdetektivroman. Dabei entsteht ein großer Teil des Witzes aus dem Unterschied zwischen Traum und Realität. Denn Harvey Mapes ist kein Travis McGee. Aber am Ende fügt sich dann vieles so zusammen, wie man es aus einem Privatdetektivroman kennt und liebt. Es gibt schöne Frauen, einen Freund mit guten Verbindungen, Schläger, Geheimnisse, Lügen und die aktuellen Ereignisse haben ihren Ursprung in der Vergangenheit. Das ist dann fast schon so, wie bei Ross Macdonald und seinen in Kalifornien spielenden Krimis mit Lew Archer als Ermittler.

Diese und viele weitere Anspielungen, die von Lee Goldberg lässig in die Geschichte eingestreut werden, verknüpft mit der spannenden Geschichte, die natürlich viele vertraute Elemente enthält, machen „The Man with the Iron-On Badge“ zu einer sehr vergnüglichen, traditionsbewussten Geschichte, die übersetzt werden sollte.

Und, wer Kindle doof findet, kann, wie Lee Goldberg auf seiner Homepage schreibt, nächstes Jahr eine Taschenbuchausgabe von „The Man with the Iron-On Badge“ kaufen.

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Lee Goldberg: The Man with the Iron-On Badge

Five Star, 2005

224 Seiten

–,– (Hardcover-Ausgabe nur noch antiquarisch

2,99 US-Dollar (Kindle-Ausgabe)

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Hinweise

Homepage von Lee Goldberg

Meine Besprechung von Lee Goldbergs „Mr. Monk und die Feuerwehr“ (Mr. Monk goes to the Firehouse, 2006)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs “Mr. Monk besucht Hawaii“ (Mr. Monk goes to Hawaii, 2006)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs “Mr. Monk und die Montagsgrippe“ (Mr. Monk and the Blue Flu, 2007)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs „Mr. Monk und seine Assistentinnen“ (Mr. Monk and the two Assistants, 2008)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs „Mr. Monk und die Außerirdischen“ (Mr. Monk in outer space, 2008)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs „Mr. Monk in Germany“ (Mr. Monk goes to Germany, 2008)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs „Bonjour, Mr. Monk“ (Mr. Monk is miserable, 2008)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs „Mr. Monk und die Wurzel allen Übels“ (Mr. Monk and the Dirty Cop, 2009)

Meine Besprechung von Lee Goldbergs „Mr. Monk und Mr. Monk (Mr. Monk in Trouble, 2009)

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Bonus: Ein Interview mit Lee Goldberg