TV-Tipp für den 5. Dezember: „Jean-Luc Godard“-Filmnacht

Dezember 5, 2010

80 Jahre ist Jean-Luc Godard und 3sat wird seinem Ruf als Kultursender mit einer Godard-Filmnacht gerecht. Gezeigt werden


3sat, 22.55

Eine Frau ist eine Frau (F/I 1960, R.: Jean-Luc Godard)

Drehbuch:

Anna will ein Kind. Ihr Freund ist von der Idee nicht begeistert. Aber vielleicht springt sein Freund als Samenspender ein.

Godards erster Farbfilm ist eine anarchistische Mischung aus Komödie und Musical, aus Verehrung für Lubitsch und Hollywood-Musicals und Dekonstruktion dieser Filme. Ein großer Spaß für offene Geister.

mit Anna Karina, Jean-Paul Belmondo, Jean-Claude Brialy, Jeanne Moreau

–

3sat, 00.15

Elf Uhr nachts (F/I 1965, R.: Jean-Luc Godard)

Drehbuch: Jean-Luc Godard

LV: Lionel White: Obsession, 1963

Ferdinand stolpert in eine undurchsichtige Mordgeschichte und flüchtet mit seiner Ex Marianne quer durch Frankreich auf eine einsame Insel.

Auch bzw. besser bekannt als „Pierrot le fou“. Die Krimifarce hat mit dem Buch wenig bis nichts zu tun, aber viel mit Godard, seinem filmischen Kosmos und dem Lebensgefühl der Sechziger.

Mit Jean-Paul Belmondo, Anna Karina

–

3sat, 02.00

Die Außenseiterbande (F 1964, R.: Jean-Luc Godard)

Drehbuch: Jean-Luc Godard

LV: Dolores Hitchens: Fool’s gold, 1958 (Flucht nach Las Vegas)

Vordergründig erzählt Godard die Planung und Durchführung eines Einbruches. Aber die Abschweifungen von dieser Geschichte sind ihm wichtiger. Inzwischen ist „Die Außenseiterbande“ ein Klassiker der Nouvelle Vague und einer der zugänglichsten Filme Godards. Ein schöner Film, aber eher für die Cineasten unter uns.

„´Bande à part´ (Die Außenseiterbande) ist der heiterste Film Godards, nicht wegen seiner Story (eigentlich ist die gar nicht so heiter), sondern wegen der ironischen leichten Art, mit der Godard spielerisch mit den Formen, die er in den vorangegangenen Filmen entwickelt hat, umgeht. Er selbst spricht einen Kommentar, der ergänzt, ironisiert, ansatzweise interpretiert und vor allem immer wieder darauf hinweist, daß alles, was da geschieht, auch anders verlaufen könnte…In ´Bande à part´ weist der leichte, spielerische, ironisch-distanzierte Kommentar ebenso auf die Entstehung wie die äußerst raffinierte Schwarzweiß-Fotografie von Raoul Coutard (z. B. bei den Autofahrten).“ (Hanser Reihe Film 19: Jean-Luc Godard)

Mit dem spannenden Krimi „Fool’s gold“ hat „Die Außenseiterbande“ natürlich, außer der Prämisse und einigen Elementen der Handlung, kaum noch etwas gemeinsam. Oder sagen wir es umgekehrt: dafür, dass Godard sich nur von dem Roman inspirieren ließ, hat er verdammt viel übernommen.

Mit Anna Karina, Claude Brasseur, Sami Frey

–

3sat, 03.35

Weekend (F/I 1967, R.: Jean-Luc Godard)

Drehbuch: Jean-Luc Godard

Der Wochenendtrip eines jungen Ehepaares wird zu einem Abgesang auf die Wohlstandsgesellschaft. Ein Film, der nicht in wenigen Worten beschrieben werden kann, sondern gesehen werden muss.

„‚Week-End‘ ist das Chaos; ‚Week-End‘ ist wie das Zeugnis eines fremden, fernen Sterns (des unseren?). Wir sind das Chaos – ein Trümmerfeld abendländischer Kultur -“ (Ronald M. Hahn/Volker Jansen: Lexikon des Science-Fiction-Films)

mit Mireille Darc, Jean Yanne, Jean-Pierre Léaud

–

Hinweise

Wikipedia über Jean-Luc Godard (deutsch, englisch, französisch)

IMDB über Jean-Luc Godard

Kriminalakte gratuliert Jean-Luc Godard zum Geburtstag


Etwas für die Wunschliste: Film Noir Collection Box 1

Dezember 4, 2010

Wer die ersten drei Filme der „Film Noir“-Reihe von Koch Media noch nicht hat, sollte bei der jetzt erschienenen „Film Noir Collection Box 1“ zuschlagen. Denn „Die blaue Dahlie“ (nach einem Drehbuch von Raymond Chandler), „Spiel mit dem Tod“ (nach einem Roman von Kenneth Fearing) und „Scharzer Engel“ (nach einem Roman von Cornell Woolrich) sind tolle Noirs und schon seit Ewigkeiten nicht mehr im TV gelaufen.


TV-Tipp für den 4. Dezember: Last Man Standing

Dezember 4, 2010

RTL II, 22.10

Last Man Standing (USA 1996, R.: Walter Hill)

Drehbuch: Walter Hill (nach dem Drehbuch „Yojimbo“ von Ryuzo Kikushima und Akira Kurosawa)

USA, 1931: In dem texanischen Grenzkaff Jericho kämpfen zwei Schnapsbrennerbanden um die Vorherrschaft. Da taucht ein wortkarger Fremder, der sich gut mit Schusswaffen auskennt, auf. Beide Banden hätten ihn gerne als Handlanger und er lässt sich von beiden bezahlen.

Walter Hills Version von Akira Kurosawas „Yojimbo“ (und damit auch von Sergio Leones „Yojimbo“-Remake „Für eine Handvoll Dollar“). Und Kurosawa ließ sich für seinen Samurai-Film von Dashiell Hammetts „Red Harvest“ (Bluternte, Rote Ernte) inspirieren.

Schade, dass Walter Hill seitdem keinen guten Kinofilm mehr drehte.

mit Bruce Willis, Bruce Dern, William Sanderson, Christopher Walken, David Patrick Kelly, Karina Lombard, Ned Eisenberg

Wiederholung: Sonntag, 5. Dezember, 04.05 Uhr (Taggenau!)

Hinweise

Wikipedia über „Last Man Standing“ (deutsch, englisch)

Walter Hill in der Kriminalakte


Neue TV-Krimi-Buch-Tipps online

Dezember 3, 2010

Sodele, bei den Alligatorpapieren (Dank an Alfred für die Bilder) sind meine neuen TV-Krimi-Buch-Tipps draußen. Wer also wissen will, welche Krimiverfilmungen vor Weihnachten im Fernsehen laufen, muss klicken:

Die Vorfreude der Programmgestalter auf ein friedliches Weihnachtsfest hinterlässt tiefe Spuren im Programm. Wer nicht gerade wegen Sherlock Holmes (gespielt von Basil Rathbone) schlaflose Nächte verbringen oder den Geburtstag von Jean-Luc Godard mit „Elf Uhr nachts“, „Außer Atem“ und der „Außenseiterbande“ feiern will, muss sich mit Dominik Grafs Uwe-Erichsen-Verfilmung „Die Katze“ (die zuletzt wegen Claude Chabrols Tod verschoben wurde), Jonathan Demmes Thomas-Harris-Verfilmung „Das Schweigen der Lämmer“, David Lynchs Barry-Gifford-Verfilmung „Wild at heart“, Bob Rafelsons James-M.-Cain-Verfilmung „Wenn der Postmann zweimal klingelt“, Doug Limans Robert-Ludlum-Verfilmung „Die Bourne Identität“ und Alfred Hitchcocks Victor-Canning-Verfilmung „Familiengrab“ begnügen.


Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Jean-Luc Godard!

Dezember 3, 2010

Jean-Luc Godard, geboren am 3. Dezember 1930 in Paris.

Sein erster Spielfilm war 1960 „Außer Atem“ (À bout de souffle) mit Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg. Danach zahlreiche weitere Filme, wobei die Filme seit 1968 zunehmend abstrakter wurden und, auch deshalb, nur noch ein überschaubares Publikum erreichten.

In unseren Kinos lief schon seit Ewigkeiten kein Godard-Film mehr und auch im Fernsehen laufen seine nach „Eins plus eins“ (Sympathy for the devil) gedrehten Filme selten bis nie.

Sein neuester Film heißt „Film socialisme“ (Homepage, Wikipedia).


TV-Tipp für den 3. Dezember: Ein Fall für Harper

Dezember 3, 2010

WDR, 23.15

Ein Fall für Harper (USA 1966, R.: Jack Smight)

Drehbuch: William Goldman

LV: Ross MacDonald: The moving target, 1949 (Reiche sterben auch nicht anders, Das wandernde Ziel)

Privatdetektiv Lew Harper soll den verschwundenen Mann der reichen Mrs. Sampson finden.

Wenn wir von einflussreichen Privatdetektivromanautoren sprechen, darf ein Name nicht fehlen: Ross MacDonald.

Hier die kommerziell erfolgreiche Verfilmung des ersten Archer-Romans. Lew Archer heißt im Film Lew Harper. Der Grund dafür war, so Goldman im Audiokommentar zur DVD, dass MacDonald die Rechte am Namen nicht abgeben wollte. „Ein Werk nur mittlerer Qualität“ (Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms)

Drehbuchautor William Goldman schreibt im lesenswerten „Das Hollywood-Geschäft“ (Adventures in the Sreen Trade, 1984) über „Ein Fall für Harper“ und die Qualität seines Drehbuchs: „Der daraus entstandene Film war übrigens aus einer Vielzahl von Gründen sehr erfolgreich, von denen ich keinen für mich verbuchen kann.“

Mit Paul Newman, Lauren Bacall, Julie Harris, Janet Leigh, Arthur Hill, Robert Wagner, Robert Webber, Shelley Winters, Strother Martin

Hinweise:

Krimi-Couch über Ross MacDonald

Thrilling Detective über Ross MacDonald

Thrilling Detective über Lew Archer

January Magazine über Ross MacDonald und Lew Archer


DVD-Kritik: „Shank“ sucks

Dezember 2, 2010

„Das ‚Clockwork Orange‘ unserer Generation“ steht auf dem Cover von Mo Alis Debütfilm „Shank“. Mit dem Werbespruch wird eine Fallhöhe aufgebaut, an der der Film nur scheitern kann. Doch auch ohne diesen hochstehenden Vergleich von der Werbeabteilung ist „Shank“ ein schlechter Film. Jedenfalls für alle, die nicht zum von den Machern anvisiertem Zielpublikum gehören. Das, ungefähr Fünfzehnjährige (aus Südlondon oder einer strukturell ähnlichen Gegend), mag das vielleicht anders sehen.

Dass „Shank“ für Ältere so ziemlich auf ganzer Linie scheitert, liegt nicht unbedingt an dem Miniplot (Junior will den Tod seines Bruders rächen, er macht sich auf den Weg, muss einige Prüfungen überstehen, findet neue Freunde, steht am Schluss dem Mörder seines Bruders gegenüber und muss sich entscheiden, ob er weiterhin den gewaltlosen Weg seiner Gang gehen oder sich rächen will) und dem Willen der Macher, in erster Linie einen Actionfilm mit Musik und Humor zu machen, sondern an der Inszenierung. Mo Ali drehte vorher einige Musikvideos und „Shank“ wirkt über weite Strecken, unterlegt mit der richtigen Musik, wie ein Video für einen Rap-Song.

Die Kamera wackelt, es wird oft geschnitten und es wird reichlich unmotiviert ständig zwischen normaler Geschwindigkeit, Zeitlupe und trendigem Zeitraffer gewechselt. Sparsam eingesetzt können solche Tempoverschiebungen das Gesehene intensivieren. Aber gerade weil Mo Ali diese Stilmittel so wahllos und häufig benutzt, nutzen sie sich schnell zu ärgerlichen Manierismen ab.

Das ganze wird mit schlecht verstandenem Standbild-und-Erklärung-Guy-Ritchie, aber ohne dessen Humor, und etwas „Kill Bill“-Quentin-Tarantino verschnitten. Denn wie in „Kill Bill“ wird auch mal, weil man es kann, der Stil gewechselt. In „Shank“ hin zu einem altmodischen Computerspiel, so „Tron“ auf dem Fahrrad, und Anime.

Die Action-Szenen werden, wie es heute üblich ist, so zerschnitten, dass die Arbeit der Stuntmänner kaum noch erkennen ist.

Die krude Geschichte von „Shank“ spielt 2015 in einem von Gangs regiertem London. Die Macher entschieden sich für das Verlegen der Geschichte in die Zukunft allerdings nicht, weil sie, wie man es aus Science-Fiction-Filmen gewohnt ist, so ihre Botschaft und Kritik an der Gegenwart besser formulieren konnten, sondern aus finanziellen Erwägungen. Denn so mussten sie in Südlondon keine Straßen sperren lassen, sondern konnten auf nicht befahrenen Nebenstraßen und verlassenen Industriegeländen drehen. Die Location-Scouts und Set-Designer gaben ihr bestes, möglichst verfallene Gebäude und Straßen zu finden und diese dann mit einigen Ladungen Müll weiter zu vermüllen.

Allerdings bleibt die negative Zukunftsutopie blass. Es wird kein Grund für den rapiden Verfall der Gesellschaft genannt. Es wird auch keine Kritik an der Gesellschaft oder an bestimmten Werten geübt und selbstverständlich wird auch nichts, wie in Kubricks genialem „Clockwork Orange“ satirisch überspitzt. Denn dafür müsste man eine politische Forderung oder eine Gesellschaftsutopie haben. In „Shank“ geht es nur um Action und eine eher banale moralische Botschaft.

„Shank“ ist ein Michael-Bay-Film mit Mini-Budget: Stil über Substanz und bitte nicht nach der Logik fragen.

Die DVD

Das Bonusmaterial ist für einen kleinen Film erfreulich umfangreich und informativ. Die Interviews sind das Rohmaterial für das halbstündige „Making of“, das einige interessante Einblicke in die Produktion gewährt. „Beim Dreh“ und „Outtakes“ sind verschiedene, mehr oder weniger witzige Szenen von den Dreharbeiten. Einmal gesehen und vergessen. Ebenso die kurze, eindeutig als Werbung gedachten Reportage von der Premiere. „Der Dodger Gate Skandal“ ist eine Pseudo-Doku über einen „Shank“-Schauspieler, der ausrastet, weil ihm seine Wünsche nicht erfüllt werden.

Shank (Shank, GB 2010)

Regie: Mo Ali

Drehbuch: Paul van Carter

mit Kedar Williams-Stirling, Adam Deacon, Ashley Bashy Thomas, Michael Socha, Jan Uddin, Kaya Scodelario, Jennie Jacques, Rheanne Murray, Jerome Holder, Colin Salmon, Terry Stone, Robbie Gee, Luke de Woolfson, Robert Fucilla

–

DVD (Two Disc Extreme Edition)

Ascot Elite

Bild: 2.4:1 (16:9)

Ton: Deutsch (DTS, Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bonusmaterial: Interviews (mit Mo Ali, Kedar Williams-Stirling, Adam Deacon, Ashley Thomas, Kaya Scodelario, Jan Uddin, Michael Socha [12 Minuten]), Outtakes (8:20 Minuten), Beim Dreh (3:40 Minuten), Der Dodger Gate Skandal (8 Minuten), Making of (30 Minuten), Die Premiere (3:20 Minuten), Original Trailer (1:20 Minuten)

Länge: 90 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

–

Hinweise

Englische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Facebook-Seite von Mo Ali

MTV: Interview mit Mo Ali über „Shank“

Wikipedia über „Shank“

Rotten Tomatoes über „Shank“


TV-Tipp für den 2. Dezember: Die Lügen vom Dienst

Dezember 2, 2010

ARD, 22.45

Die Lügen vom Dienst: Der BND und der Irakkrieg (D 2009, R.: Stefan Buchen)

Drehbuch: Stefan Buchen

Halbstündige Doku die den BND-Informanten „Curveball“, der supertolle Infos über Fabriken für Massenvernichtungswaffen hatte, die dann zum Einmarsch in den Irak führten. Dummerweise waren seine Informationen etwa so valide wie das Horoskop der Boulevardzeitung ihres Misstrauens.

Die Doku deckt die Hintergründe dieser Geheimdienstpleite auf und die Reporter haben sich auch mit „Curveball“ unterhalten.

Hinweis

ARD über die Doku

Wikipedia über „Curveball“ (deutsch, englisch)


Kleinkram, vollkommen unsortiert

Dezember 1, 2010

Für den “ Telegraph“ hat David Gritten sich mit Elmore Leonard unterhalten. Der Grund war die DVD-Veröffentlichung der ersten Staffel der TV-Serie „Justified“ mit Timothy Olyphant als dem von Elmore Leonard erfundenem Charakter US Marshal Raylan Givens in der Hauptrolle.

In dem Interview erfahren wir auch, was „W W E D“ bedeutet.

–

Für die „taz“ hat Ilka Kreutzträger sich mit Frank Göhre unterhalten:

Ich weiß bei meinen Geschichten, auf welche inhaltliche Lösung ich hinauswill, aber wenn mich meine Frau abends fragt, wie es weitergehen soll, kann ich keine Auskunft geben.

–

Für Collider hat Steve Weintraub sich mit William Monahan über seine Ken-Bruen-Verfilmung „London Boulevard“ (die deutsche Ausgabe ist jetzt bei Suhrkamp erschienen [Unbedingt kaufen!]) unterhalten.

–

Daniel Woodrell fragt sich „How much Ozarks is in me?“

–

Joe R. Lansdale meint „Walmart I can’t quit you“.

–

R.J. Ellory fragt „Why does an Englischman write American Fiction?“.

–

Lawrence Block erinnert sich an den Krimiautor Henry Kane (Sie kennen ihn nicht? Im nächsten Antiquariat müssten Sie eines seiner Werke finden.).

–

Darren Aronofsky

– spricht über seinen letzten Film „Black Swan“ (deutscher Kinostart ist 20. Januar 2011). Hauptdarstellerin Natalie Portman war auch dabei.

– spricht über seinen nächsten Film „The Wolverine“ (yep, X-Men-Universum):

I think, for the first time in my life—you know, every single film that I’ve done so far I’ve been the only person in the room who wants to make the movie. And, I kinda am excited about doin’ a film where actually everyone wants to make it. And, just to see what the experience is like and to see if I can do what I do in that world.

Ich gehe mal davon aus, dass die Produzenten wissen, dass Darren Aronofsky nicht gerade der klassische Mainstream-Regisseur ist und sie keinen 08/15-Blockbuster wollen. Sonst könnte es zu ernsthaften „kreativen Differenzen“ kommen.

–

Der enorm produktive Kevin J. Anderson gibt in seinem Blog tolle Schreibtipps.

Anderson schrieb – wenn Sie sich gerade fragen, woher sie den Namen kennen –  zahlreiche „Star Wars“- und „Akte X“-Romane.


TV-Tipp für den 1. Dezember: Sweet and Lowdown

Dezember 1, 2010

Herzlichen Glückwunsch, Woody Allen!


3sat, 22.25

Sweet and Lowdown (USA 1999, R.: Woody Allen)

Drehbuch: Woody Allen

USA, dreißiger Jahre: Emmet Ray, der zweitbeste Jazzgitarrist der Welt (in Frankreich ist dieser andere Typ), schlägt sich durch.

Tolle Komödie, in der Allen, wieder einmal, seine Liebe zum Jazz und dem Dreißiger-Jahre-Hollywoodfilm thematisiert. Dabei ließ er sich von wirklichen, mehr oder weniger erfundenen Ereignissen (Wer kann schon den Erzählungen von Musikern trauen?) inspirieren.

mit Sean Penn, Samantha Morton, Uma Thurman, Anthony LaPaglia, Gretchen Mol, John Waters

Hinweise

Wikipedia über „Sweet and Lowdown“ (deutsch, englisch)

Woody Allen in der Kriminalakte


Cover der Woche

November 30, 2010


R. i. P. Irvin Kershner

November 30, 2010

Was für ein Tag. Zuerst Leslie Nielsen und dann Irvin Kershner.


R. i. P. Irvin Kershner (29. April 1923 – 27. November 2010)

Der Regisseur Irvin Kershner begann als Dokumentarfilmer. Dann gab ihm Roger Corman 1958 mit „Stakeout on Dope Street“ die Chance einen Spielfilm zu inszenieren. Weitere folgten, sind inzwischen vergessen und Kershner unterrichtete an der USC. Einer seiner Studenten war George Lucas.

Mit „Der Mann, den sie Pferd nannten – 2. Teil“ (The return of a man called horse, 1976) und „Die Augen der Laura Mars (The eyes of Laura Mars, 1978) wurde sein Name bekannter. Nachdem George Lucas ihn überzeugen konnte, die Regie bei „Star Wars II: Das Imperium schlägt zurück (The empire strikes back, 1980) zu übernehmen, wurde sein Name weltweit bekannt. Der James-Bond-Film „Sag niemals nie“ (Never say never again, 1983) folgte. Sein letzter Spielfilm war „Robocop 2“ (Robocop 2, 1990). Seine letzte Regiearbeit war 1993 die Folge „To Be or Not to Be“ für die SF-Serie „SeaQuest“.

Kershner starb am Samstag in Los Angeles nach einer langen Krankheit.

Nachrufe gibt es bei FoxNews (AP-Meldung), in der New York Times, The Hollywood Reporter, Spiegel Online und der F. A. Z..


TV-Tipp für den 30. November: Match Point

November 30, 2010

3sat, 20.15

Match Point (GB 2005, R.: Woody Allen)

Drehbuch: Woody Allen

Ein Woody-Allen-Film ohne New York? Geht das? Wie sein erster im Ausland gedrehter Film “Match Point” zeigt, geht das sehr gut. Für Allen scheint es sogar eine Frischzellenkur gewesen zu sein. Denn er drehte seine weiteren Filme, ohne die gewohnten Allen-Wortkaskaden, in Europa.

Die Geschichte von „Match Point“ ist die alte Geschichte vom Aufsteiger aus kleinen Verhältnissen, der für seine Ziele über Leichen geht. Denn seine große Liebe ist nicht seine Ehefrau und er denkt nicht an eine Scheidung, die ihn selbstverständlich seine gerade mühsam erreichte gesellschaftliche Stellung kosten würde.

„Match Point“ wurde von den Kritikern abgefeiert, erhielt Preise und wurde für wichtige Preise, unter anderem den Oscar und den Edgar Allan Poe Award als bestes Drehbuch, nominiert. Der Film ist ein schön gemeines, etwas überbewertetes Thrillerdrama mit einer bitterbösen Schlusspointe.

Anschließend läuft um 22.10 Uhr „Kennwort Kino: Woody Allen und der Sinn des Lebens“ und um 23.25 Uhr im BR „Mach’s noch einmal, Sam“ (mit dem Film können wir dann in Woody Allens 75. Geburtstag hineinfeiern).

Mit Scarlett Johansson, Jonathan Rhys Meyer, Emily Mortimer, Emily Mortimer, Matthew Goode, Mark Gatiss, Brian Cox, Ewen Bremner, James Nesbitt

Hinweise

Guardian: Interview mit Woody Allen (20. Dezember 2005)

Total Film: Interview mit Woody Allen (30. Dezember 2005)

Die Welt: Interview mit Woody Allen (23. Dezember 2005)

Homepage zum Film

Film-Zeit über „Match Point“


R. i. P. Leslie Nielsen

November 29, 2010

R. i. P. Leslie Nielsen (11. Februar 1926 – 28. November 2010)

Die erste Hälfte seiner Hollywood-Karriere verbrachte der Kanadier Leslie Nielsen als Nebendarsteller und Gastdarsteller in zahlreichen TV-Serien, wie „Auf der Flucht“, „Peyton Place“, „Dr. Kildare“, „Ihr Auftritt, Al Mundy!“, „Solo für O. N. K. E. L.“, „Die Leute von der Shiloh Ranch“, „Die Straßen von San Francisco“, „Hawaii Fünf-Null“, „Kojak – Einsatz in Manhattan“ und „Columbo“. Die meisten dieser Auftritte sind heute vergessen. Zu den heute noch bekannten Filmen, in denen er mitspielte, gehören der Krimi „Menschenraub“ (Ransom, USA 1956 [wobei heute vor allem Ron Howards Remake „Kopfgeld“ mit Mel Gibson bekannt ist]), der Science-Fiction-Klassiker „Alarm im Weltall“ (Forbidden Planet, USA 1956) und der starbesetzte Katastrophenfilm „Die Höllenfahrt der Poseidon“ (The Poseidon Adventure, USA 1972).

Große Spuren in der Filmgeschichte hinterließ er nicht, bis er 1980 in „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ (Airplane) mitspielte und der Rest ist, wie man so sagt, Geschichte. Der Film war ein Hit. Mit der auf einer kurzlebigen TV-Serie basierenden Komödie „Die nackte Kanone“ (The Naked Gun: From the Files of Police Squad!, USA 1988) festigte er seinen Ruf als Comedy-Darsteller, der selbst in den absurdesten Momenten keine Mine verzog. Diese Rolle des Lt. Frank Drebin wurde die Rolle seines Lebens.

Leslie Nielsen starb am Sonntag in Fort Lauderdale, Florida, an einer Lungenentzündung.

Nachrufe gibt es im Hollywood Reporter,  dem Guardian, der Washington Post und Spiegel Online. Weitere werden folgen.


Drehbücher, die im „Oscar“-Rennen sind

November 29, 2010

Dank den „Oscars“ gibt es, wie in den letzten Jahren, ganz offiziell die Drehbücher für einige Filme, die im „Oscar“-Rennen sind, im Netz.

Simply Scripts hat sie alle fein säuberlich aufgelistet und selbstverständlich wird die Liste ständig aktualisiert.

Unter anderem gibt es diese Drehbücher (und hoffentlich gibt es demnächst noch einige weitere Krimi-Drehbücher):

Rowan Joffe: The American

Angus Maclachlan (Überarbeitungen von Edward Norton und John Curran): Stone

Aaron Sorking: The Social Network

Linda Wolverton: Alice in Wonderland (verfilmt von Tim Burton)

Sofia Coppola: Somewhere


Neu im Kino: Fair Game

November 29, 2010

Fair Game (Fair Game, USA 2010)

Regie: Doug Liman

Drehbuch: Jez Butterworth, John Henry Butterworth

LV: Joseph Wilson: The Politics of Truth: : A Diplomat’s Memoir – Inside the Lies That Led to War and Betrayed My Wife’s CIA Identity; Valerie Plame: Fair Game: My Life as a Spy, My Betrayal by the White House, 2007

Valerie Plame war CIA-Agentin. Ihr Mann, der Exbotschafter und Bill-Clinton-Berater Joseph Wilson, wurde von George W. Bush beauftragt, in Niger die Beweise für den Irak-Krieg zu liefern. Er fand keine. Die Regierung behauptete das Gegenteil. Wilson ging an die Öffentlichkeit – und die Regierung Bush startete eine Schmutzkampagne gegen Wilson und seine Frau, die dabei als CIA-Agentin enttarnt wurde.

Ein weiterer Polit-Thriller, der mit der Regierung Bush und dem „war on terror“ abrechnet. Doch während der unterschätzte „Green Zone“ (inszeniert von Paul Greengrass, der zwei „Bourne“-Film inszenierte), basierend auf einem Sachbuch, eine Geschichte erfand, nahm „Bourne“-Regisseur Liman als Grundlage für seinen international abgefeierten Film eine Interpretation der wahren Ereignisse, die auch „Plamegate“ (nach „Watergate“) genannt wurde . Die deutschen Kritiker sind dagegen negativer.

Jedenfalls ist es schön, dass der Polit-Thriller der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts ein Renaissance erlebt.

mit Sean Penn, Naomi Watts, Sam Shepard, Noah Emmerich, Michael Kelly, Bruce McGill

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Fair Game“

Wikipedia über „Fair Game“

The Blurb: „Fair Game – The Story behind the Film“

I am rogue: Interview mit Doug Liman über „Fair Game“ (4. November 2010)


TV-Tipp für den 29. November: Stalking

November 29, 2010

3sat, 20.15

Stalking: Belästigt, verfolgt, bedroht (D 2009, R.: Uta König)

Drehbuch: Uta König

45-minütige Doku, in der vier Stalking-Opfer und auch ein Stalker zu Wort kommen.

Hinweise

3sat über die Doku (mit einigen weiterführenden Links)

Wikipedia über Stalking (Opens external link in new windowdeutsch, Opens external link in new windowenglisch)

Opens external link in new windowFamilienministerium (BMFSFJ): „Stalking: Grenzenlose Belästigung“ (Broschüre)

Opens external link in new window§ 238 StGB (Nachstellung), eingefügt durch das Gesetz zur Strafbarkeit beharrlicher Nachstellungen (40. StrÄndG) vom 22.3.2007 (BGBl. I S. 354) m.W.v. 31.3.2007

Opens external link in new windowBundestag: Beschlussempfehlung und Bericht zu den Gesetzentwürfen von Bundesrat (einstimmig abgelehnt) und Bundesregierung (in geänderter Fassung angenommen, gegen Stimmen von Grünen/FDP/Linken – So vom Bundestag beschlossen am 30.11.2006 beschlossen)

Opens external link in new windowGrüne Bundestagsfraktion: So nicht! (30.11.2006)

Opens external link in new windowPE Irmingard Schewe-Gerigk, 30.11.2006: Strafrecht allein reicht nicht aus

Opens external link in new windowGrüner Entschließungsantrag zum Stalkinggesetz (29.11.2006)

Opens external link in new windowSachverständigenanhörung im Rechtsausschuss 18.10.2006

Opens external link in new windowZusammenfassende hib-Meldung zur Anhörung

Opens external link in new windowDie Grüne Abgeordnetenhausfraktion hatte 2005 gefordert, dass sich Berlin im Bundesrat für eine gesetzliche Verankerung strafrechtlicher Vorschriften gegen Stalking einsetzt.

Opens external link in new windowDies wurde vom Abgeordnetenhaus entsprechend beschlossen und getan.

Opens external link in new windowStellungnahme des Deutschen Juristinnenbund von 2006 zum Stalkinggesetz

Opens external link in new windowBIG – Berliner Interventionszentrale bei häuslicher Gewalt


TV-Tipp für den 28. November: Druckfrisch

November 28, 2010

ARD, 23.35

Druckfrisch

Denis Scheck stellt heute unter anderem Heinrich Steinfests neuen Kriminalroman „Batmans Schönheit“ vor und stellt dem Autor einige Fragen.

Wer’s verpasst, kann hier im Archiv wühlen.


Die KrimiWelt-Bestenliste Dezember 2010

November 27, 2010

Die vorweihnachtliche Bestenliste der KrimiWelt:

1 (-) John le Carré: Verräter wie wir

2 (1) Don Winslow: Tage der Toten

3 (3) David Peace: Tokio, besetzte Stadt

4 (-) Åke Edwardson: Der letzte Winter

5 (2) Zoran Drvenkar: DU

6 (-) Solange Fasquelle: Trio infernal

7 (9) Oliver Bottini: Das verborgene Netz

8 (-) Joe R. Lansdale: Kahlschlag

9 (-) Håkan Nesser: Die Perspektive des Gärtners

10 (5) Heinrich Steinfest: Batmans Schönheit

–

In ( ) ist die Platzierung vom Vormonat.

–

Auch die Dezemberliste besteht zur Hälfte aus Neueinsteigern. Dass John le Carré, nachdem er einhellig abgefeiert wird (jedenfalls habe ich noch keinen Verriss entdeckt), auch einen Platz auf der Liste erhält, werwundert nicht. Trotzdem hat mir „Verräter wie wir“ nicht gefallen. Mehr dazu demnächst. Dass Zoran Drvenkar, nachdem die Besprechungen für „DU“ bestenfalls gemischt waren, wieder auf der Liste ist, verwundert dagegen schon etwas. Und schön, dass Joe R. Lansdale einen „Kahlschlag“ liefert.


TV-Tipp für den 27. November: Tatort: Taxi nach Leipzig

November 26, 2010

NDR, 23.15

TATORT: Taxi nach Leipzig (D 1970, R.: Peter Schulze-Rohr)

Drehbuch: Friedhelm Werremeier

LV: Friedhelm Werremeier: Taxi nach Leipzig, 1970

An der Autobahn Leipzig-Berlin wird eine Kinderleiche gefunden. Als Kommisar Trimmel erfährt, dass der Vater des Kindes vor wenigen Tagen von Hamburg nach Frankfurt gezogen ist und einen gleichaltrigen Sohn hat, ist seine Neugierde geweckt. Er fährt – entgegen aller Dienstvorschriften – in die DDR.

Mit „Taxi nach Leipzig“ begann am 29. November 1970 ein Experiment, das sich „Tatort“ nannte und zuerst auf zwei Jahre befristet war.

Der erste Trimmel-Tatort ist ein Klassiker. Dabei waren die nächsten Trimmel-Tatorte auch nicht schlecht. Kein Wunder, denn das Team Werremeier/Schulze-Rohr arbeitete weiter zusammen.

Mit Walter Richter, Edgar Hoppe, Hans Peter Hallwachs, Günter Lamprecht

Hinweise

Krimilexikon über Friedhelm Werremeier

Galerie der Detektive über Paul Trimmel

3sat über „Taxi nach Leipzig“

Das Erste über den „Tatort“

Tatort-Fundus (eine umfangreiche Fanseite)

Meine Besprechung von Friedhelm Werremeiers „Taxi nach Leipzig“

Meine Besprechung von Friedhelm Werremeiers „Trimmels letzter Fall“