Cover der Woche

November 25, 2008

chase-an-einem-freitag-um-halb-zwolf1


TV-Tipp für den 25. November: Rette Deine Haut!

November 25, 2008

3sat, 04.35

Rette Deine Haut! (D 2001, R.: Lars Becker)

Drehbuch: Lars Becker

Einige befreundete Polizsten verschaffen ihren Frauen mit illegalen Einnahmen ein gutes Leben. Als sie eine Zeugin umbringen sollen, eskaliert die Situation.

Grandioser deutscher Cop-Thriller, der zuletzt 2003 gezeigt wurde. Also: Aufzeichnen!

Mit Gregor Törzs, Henriette Heinze, Jan Gregor Kremp, Katharina Böhm, Ken Duken

Hinweise

Wikipedia über „Rette Deine Haut!“

Die Welt: Rainer Tittelbach zur Erstauststrahlung von „Rette Deine Haut!“ (1. Oktober 2001)

Die Welt: Sascha Westphal über die Bedeutung von „Rette Deine Haut!“ auf „Nachtschicht“ und „KDD – Kriminaldauerdienst“ (18. Juni 2007)


Kleinkram: Interview mit „24“-Macher Howard Gordon, New York Times Magazine über Film, „Gran Torino“-Drehbuch (demnächst) online, Neue Jim-Thompson-Verfilmung geplant, Dick Adlers 2008er-Listen, Grafton und Burke sind die neuen MWA-Grandmaster

November 24, 2008

Pünktlich zum zweistündigen, wie immer hochkarätig besetzten TV-Spielfilm „24: Redemption“ gibt es im IFMagazine ein langes, informatives Interview mit Executive Producer Howard Gordon, einem der kreativen Köpfe bei „24“ und Drehbuchautor für das Prequel zu der im Januar in den USA startenden siebten „24“-Staffel:

It’s tricky doing 24 hours. If you don’t hit it exactly right, it’s not like any other show where you can write it off and say “that was just a mediocre episode,” it has such implications downstream, you have to be a lot ahead or just get really lucky.

Über Jack Bauer sagt Gordon:

Jack reboots every year, but I think the cumulative toll of all the things he’s lost and all the things he’s done, it’s a collective judgement. Obviously last year was a particularly cruel one for Jack in the media. Abu Ghraib, and the conceits into that conduct, have come home to roost on the show. So the show is viewed through a different lens now. So not only has Jack lost so much, but the world is a different place when the show first launched. It makes him a far more complex, darker character than when he first started.

Und im dritten Teil des Interviews redet er dann auch über die siebte Staffel, die in Washington, D. C. spielt und einen alten Bekannten als Bösewicht hat.

–

Die „New York Times Magazine“-Ausgabe über das Filmgeschäft ist draußen. Es gibt ein Interview mit David Lynch, Artikel über Sitcoms, Werbung in der Post-TV-Welt, über die überall flimmernden Bildschirme und zwölf Autoren, Regisseure und Blogger schreiben über die bewegensten Momente in der Welt der bewegten Bilder.

–

„Gran Torino“, das Drehbuch von Nick Schenk zu dem neuen Clint-Eastwood-Film gibt es demnächst hier. Der Film erzählt anscheinend von einem Koreakriegsveteranen, der einen Nachbarjungen, der seinen 1972er Gran Torino klauen wollte, bessern möchte. Der Trailer sieht dagegen nach Dirty Harry in der Vorstadt aus. Mit Clint Eastwood als Regisseur und Hauptdarsteller dürfte es trotzdem ein guter Film sein.

–

Crimespree Cinema meldet, dass Casey Affleck (zuletzt die Lehane-Verfilmung „Gone, Baby, Gone“) die Hauptrolle in der Jim-Thompson-Verfilmung „The Killer inside me“ (Der Mörder in mir, 1952) spielt. Jessica Alba spielt auch mit. Robert Weinback und John Curran haben das Drehbuch geschrieben. Der Regisseur ist noch nicht bekannt, aber Michael Winterbottom ist im Gespräch. In wenigen Wochen soll der Dreh beginnen. Oh my Gore sagt, dass Andrew Dominik, Curran und Winterbottom die letzte Drehbuchfassung geschrieben hätten und dass auch Elias Koteas mitspielt. Aber auch Oh my Gore sagt nicht, ob der Film in den Fünfzigern spielt (unwahrscheinlich) oder die Geschichte in die Gegenwart (aus Budgetgründen wahrscheinlich) verlegt wurde.

„The Killer inside me“ ist eines von Jim Thompsons besten und wichtigsten Büchern. In ihm erzählt der nette Sheriff Lou Ford, wie er einige Menschen umbringt. Das war damals natürlich ziemlich schockierend. Ich bin jedenfalls skeptisch gespannt auf den Film.

–

Krimi-Kritiker Dick Adler hat nach seiner Liste der zehn besten Krimis des Jahres 2008 (unter anderem Michael Koryta: Envy the night, Tom Rob Smith: Child 44, Stieg Larssen: The Girl with the dragon tattoo, Sean Chercover: Trigger City, C. J. Box: Blue Heaven [Stumme Zeugen]) eine Liste der Bücher vorgelegt, die es fast auf die erste Liste geschafft hätten (unter anderem Edward Wright: Damnation Falls, Christa Faust: Money Shot [Hardcore Angel], Marcus Sakey: Good People, Deon Meyer: Devil’s Peak, Don Winslow: The Dawn Patrol).

–

Die Mystery Writers of America (MWA) haben die Grandmaster 2009 (weil die MWA auf ihrer Homepage die Meldung noch nicht online hat) bekannt gegeben. Richtig, „die“. Denn die Ehrung wird vergeben an

Sue Grafton (deren Privatdetektivin Kinsey Millhone buchstabiert das ABC durch. In ihrer Heimat ist sie bereits beim T; in Deutschland beim R und, wenn ich mich nicht verzählt habe, sind derzeit nur vier Romane erhältlich)

James Lee Burke (dessen Serienhelden Dave Robicheaux und Billy Bob Holland haben es mehr mit Louisiana (vor allem New Orleans und die nähere Umgebung), Texas und Montana (eher Gastspiele); auf Deutsch ist derzeit kein Buch von James Lee Burke erhältlich.)


TV-Tipp für den 24. November: Todsünde

November 24, 2008

ZDF, 20.15

Todsünde (D 2008, R.: Matti Geschonneck)

Drehbuch: Hannah Hollinger

LV: Friedrich Ani: Idylle der Hyänen, 2006

Kommissar Polonius Fischer und sein Team, die Sieben Apostel, suchen einen Frauenmörder.

Matti Geschonneck ist eigentlich ein Guter. Hanns Zischler dito. Also könnte die Ani-Verfilmung durchaus gelungen sein. Bei dem Buch hat mich der religiöse Schwurbel (ein Ex-Mönch, der Psalme rezitiert, über das Böse sinniert und bei der Polizei ist; ein Team, das sich die Sieben Apostel nennt) und die Ankündigung, dass Fischer sich nicht um die normalen Ermittlungsmethoden kümmere, abgestoßen.

Mit Hanns Zischler, Lisa Maria Potthoff, Matthias Brandt, Christoph Waltz, Sissy Höfferer

Hinweise

ZDF über „Todsünde“

Homepage von Friedrich Ani

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Wer lebt, stirbt“ (2007)

Meine Besprechung von Friedrich Anis „Der verschwundene Gast“ (2008)


TV-Tipp für den 23. November: Miami Vice

November 23, 2008

RTL, 20.15

Miami Vice (USA 2006, R.: Michael Mann)

Drehbuch: Michael Mann

Die Polizisten Crockett und Tubbs jagen einen mächtigen Drogenhändler.

Optisch überzeugendes, inhaltlich schwaches Remake der erfolgreichen von Michael Mann und Anthony Yerkovich erfundenen bahnbrechenden TV-Serie. Denn in dem Spielfilm zeigt Mann nichts, was er nicht schon besser in der Serie gezeigt hat. Der Film ist nur ein optisch (also Mode, Musik und Technik) auf den aktuellen Stand gebrachtes Best-of der ersten Staffel von „Miami Vice“.

Mit Colin Farrell, Jamie Foxx, Gong Li, Naomie Harris, Ciarán Hinds, Justin Theroux

Wiederholung: Montag, 24. November, 01.15 Uhr (Taggenau! – und wahrscheinlich ungekürzt, denn der Film ist FSK-16)

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Film-Zeit über „Miami Vice“

Spielfilm.de: Interview mit Michael Mann zum Film

Confessions of a film critic: Interview mit Michael Mann zum Film

Drehbuch „Miami Vice“ von Michael Mann (First Draft, 22. September 2004)

Meine Besprechung der ersten Staffel von „Miami Vice“


Global Trends 2025 – Der Link zum Bericht

November 22, 2008

Ich versteh’s nicht. Da schreiben Spiegel Online und die Netzeitung über den neuen Bericht „Global Trends 2025 – A transformed World“ des US-amerikanischen National Intelligence Council und geben keinen Link zum Bericht an. Also, hier ist er.

Und hier einige Ergebnisse des Berichts, der amerikanischen Politikern bei ihren künftigen Entscheidungen helfen soll sind:

  • The whole international system—as constructed following WWII—will be revolutionized. Not only will new players—Brazil, Russia, India and China— have a seat at the international high table, they will bring new stakes and rules of the game.
  • The unprecedented transfer of wealth roughly from West to East now under way will continue for the foreseeable future.
  • Unprecedented economic growth, coupled with 1.5 billion more people, will put pressure on resources—particularly energy, food, and water—raising the specter of scarcities emerging as demand outstrips supply.
  • The potential for conflict will increase owing partly to political turbulence in parts of the greater Middle East.

TV-Tipp für den 22. November: Achternbuschs Bayern – zum 70. Geburtstag

November 22, 2008

Heute gibt es wieder einen Themenabend: “Achternbuschs Bayern – zum 70. Geburtstag“. Damit ehrt der Bayerische Rundfunk eines ihrer Urgesteine.

In der legendären Hanser-Filmreihe wird Achternbusch so vorgestellt: „Herbert Achternbusch, 1938 in München geboren, gehört nicht erst seit seinem Christus-Film Das Gespenst (1982), dem ersten Zensurfall des Neuen deutschen Films, zu den eigenwilligsten deutschen (bayerischen) Autorenfilmern. (…) Sein anarchisches, komisches, bajuwarisches und anstößiges Kino wurde zum dichtesten Zeugnis eines autobiographisch-poetischen Autorenfilms in Deutschland. Seine Vorbilder Groucho Marx, Karl Valentin, Jerry Lewis, John Ford und Yazujiro Ozu hat er, bis zur Kenntlichkeit einer eigenen kinematographischen Sprache, sich anverwandelt.“

Herzlichen Glückwunsch, Herbert Achternbusch!

Und Sie, liebe Zuschauer: Nehmen Sie die Filme auf! Sie laufen fast nie im Fernsehen.

BR, 21.45

Achternbusch (D 2008, R.: Andreas Niessner)

Drehbuch: Andreas Niessner

Spielfilmlange Doku über den Schriftsteller, Autorenfilmer und Maler Herbert Achternbusch.

Mit Herbert Achternbusch, Sepp Bierbichler, Margarethe von Trotta, Gabi Geist

–

BR, 23.15

Das Andechser Gefühl (D 1974, R.: Herbert Achternbusch)

Drehbuch: Herbert Achternbusch

Ein Jung-Lehrer, der seinen Beruf und die Welt hasst, tagträumt sich in eine Beziehung mit einer Schauspielerin – bis diese leibhaftig vor ihm steht.

Sein Debütfilm

„Herbert Achternbuschs Erstling hat seine Ecken und Kanten und wirkt wie ein unbehauener Stein, erhält aber gerade dadurch – und seine klobigen Holzschnittsätze – seine eigene Dimension, die eines mit groteskem, bitterem Humor durchsetzten bayrischen Moritatenstücks.“ (Zoom-Filmberater)

Mit Herbert Achternbusch, Margarethe von Trotta, Barbara Gass, Heinz Braun, Walter Sedlmayer, Reinhard Hauff

–

BR, 00.15

Servus Bayern (D 1977, R.: Herbert Achternbusch)

Drehbuch: Herbert Achternbusch

Ein Schriftsteller und Wilderer plant seine Flucht aus dem verhassten Bayern.

„’Servus Bayern’ ist auch Kritik am gängigen ‚sensiblen’ Dichterbild der Siebziger Jahre und einem aufs Neue, Interessante, ja Neurotische fixierten Kulturbetrieb.“ (Helmut Schödel in Peter W. Jansen/Wolfram Schütte: Achternbusch – Hanser Reihe Film Band 32, 1984)

Mit Annamirl Bierbichler, Herbert Achternbusch, Sepp Bierbichler, Heinz Braun, Barbara Gass, Gerda Achternbusch

–

BR, 01.20

I Know the Way to the Hofbräuhaus (D 1991, R.: Herbert Achternbusch)

Drehbuch: Herbert Achternbusch

Hick trifft im Hofgarten auf etliche Typen, die ihm auf dem Weg zum Hofbräuhaus das letzte Geleit geben.

„Die wahren deutschen Komödien entstehen halt ohne ‚Manta’-Etats und nimmersatte TV-Stars im Fastfood-Look“ (Fischer Film Almanach 1992)

Mit Bettina Hauenschild, Barbara de Koy, Veronika von Quast, Herbert Achternbusch

Hinweise

BR über Herbert Achternbusch und den Abend

Wikipedia über Herbert Achternbusch

Tagesspiegel: Interview mit Herbert Achternbusch (Juni 2008)

Süddeutsche Zeitung zum 70. von Herbert Achternbusch

Die Welt: Hans-Günter Pflaum über Herbert Achternbusch (17. November 2008)

Weitere Filme von Herbert Achternbusch

ARD: Montag, 24. November, 01.55 Uhr (Taggenau!)

Picasso in München (D/A 1997)

3sat, Dienstag, 25. November, 22.55 Uhr

Das letzte Loch (D 1981)


TV-Krimi-Buch-Tipps online

November 21, 2008

Ah, ich liebe die alten Buchcovers und Filmplakate, die Alfred immer für meine TV-Krimi-Buch-Tipps ausgräbt. Die neueste Folge für die Tage bis zum 6. Dezember gibt es hier:

In den kommenden beiden Wochen leistet James Bond nicht nur im Kino Überstunden und von Alfred Hitchcock gibt es auch (wieder) einige Werke zu bestaunen. Außerdem wird die „Heißer Verdacht“-Reihe fortgesetzt. Als TV-Premiere flimmert die Friedrich-Ani-Verfilmung „Todsünde“ (nach seinem Roman „Idylle der Hyänen) über den Bildschirm. Und Lars Beckers „Rette deine Haut!“ wird, wenn auch mitten in der Nacht, endlich wieder gezeigt. Nach Mitternacht läuft ebenfalls Robert Altmans Edward-Anderson-Verfilmung „Diebe wie wir“, Clint Eastwoods Andrew-Klavan-Verfilmung „Ein wahres Verbrechen“ und Karel Reisz Robert-Stone „Dreckige Hunde“ erleiden das gleiche Schicksal. Etwas früher gibt’s die von Edgar Wallace miterfundene Geschichte von „King Kong und die weiße Frau“.


One World Berlin – Die Eröffnung

November 21, 2008

„60 Jahre Erklärung der Menschenrechte“ ist ein Schwerpunkt des diesjährigen One World Berlin. Während der Eröffnung im vollen Arsenal wurden zwei Kurzfilme gezeigt, die während eines Wettbewerbs des Goethe-Instituts und der Stiftung Erinnerung Verantwortung Zukunft entstanden. In „Ein menschliches Anliegen“ (D 2007, R.: Barbara Falkner) wird sehr konzentriert, verknappt und etwas experimentell nachgezeichnet, wie es nach dem zweiten Weltkrieg zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte kam. Mir hat der Film gerade wegen seiner Klarheit und Fokussiertheit gefallen. Dass er dabei gleichzeitig sehr didaktisch wurde und bei der Darstellung der Gegenpositionen zu den Menschenrechten (historisch korrekt) Stereotypen des Westens bediente, nahm ich dafür hin. Viele Zuschauer sahen das allerdings anders und es gab schnell eine lebhafte Diskussion; und damit ist auch ein Ziel erreicht. Es wurde darüber diskutiert, ob das in dem Film gezeigte Bild der Menschenrechte überhaupt stimmt. Ob nicht gezeigt werden müsste, wo die Menschenrechte noch nicht verwirklicht sind; wo die USA gegen die Menschenrechte damals und heute verstößt.

Weniger Diskussion gab es dagegen über „Gewahrsam“ (USA 2007, R.: Michael Masarof). Er erzählte die fiktive Geschichte eines pakistanischstämmigem Durchschnittsamerikaners, der eines Tages vom Geheimdienst als Terrorist verhaftet wird. Masarof sagte anschließend, er verstünde seinen Film (auch) als Warnsignal. Im Arsenal, immerhin wurden mehrere Deutsche von US-Geheimdienstlern entführt und nach jahrelanger Haft freigelassen, wurde „Gewahrsam“ als Beschreibung der Wirklichkeit wahrgenommen.

Nach dem offiziellen Teil unterhielt ich mich länger mit Ulrich Gregor (der auch einen einführenden Vortrag über das Verhältnis von Kino zu Menschenrechten hielt), seiner Frau, Michael Masarof und Bartosz Paduch. Dessen Kurzfilm „Ohne Visum“ wird am Sonntag, um 17.00 Uhr, im Arsenal gezeigt.


TV-Tipp für den 21. November: Projekt: Peacemaker

November 21, 2008

Pro 7, 20.15

Projekt: Peacemaker (USA 1997, R.: Mimi Leder)

Drehbuch: Michael Schiffer

LV: Leslie Cockburn, Andrew Cockburn: One Point Safe (Artikel)

US-Colonel Thomas Devoe und Nuklearspezialistin Dr. Julia Kelly suchen mehrere verschwundene russische Atomsprengköpfe. Einer davon gelangt in die Hände eines serbischen Terroristen, der die Bombe in New York zünden will.

Interessant ist an „Projekt: Peacemaker“ nicht die Geschichte, sondern die kleinen Verschiebungen und Brüche innerhalb eines Genrefilms. Denn nach dem Ende des Kalten Krieges existieren die alten Fronten und Regeln nicht mehr. Neue Regeln gibt es noch nicht. Das ausführlich geschilderte Motiv des Terroristen ist sehr nachvollziehbar. Er möchte seine Familie rächen.

„Projekt: Peacemaker“ versucht innerhalb einer Genregeschichte die neue Realität nach dem Ende des Kalten Krieges für die Geheimdienste und die internationale Politik zu fassen. Dabei ist der Film genauso unsicher wie die Geheimdienste. Der alte Gegner Kommunismus ist verschwunden. Ein neuer ist noch nicht gefunden. An dieser Schnittstelle erzählt „Projekt: Peacemaker“ seine Geschichte.

Mit George Clooney, Nicole Kidman, Armin Müller-Stahl, Alexander Baluyev

Wiederholung: Samstag, 22. November, 00.25 Uhr (Taggenau!)


Kleinkram: Compart über Bond, Script Tease, „Plan B“ im Angebot, One World Berlin

November 20, 2008

Martin Compart (der hat unter anderem die Dumont-Noir-Reihe und den „Sodom-Kontrakt“ verbrochen) hat bereits vor einigen Tagen bei Evolver einen schönen Artikel über Ian Fleming und James Bond geschrieben. Außerdem hat er den neuen Bond-Film „Ein Quatum Trost“ gesehen, äh, erlitten:

„Quantum of Solace“ ist bestenfalls als mißlungene Fußnote zu „Casino Royale“ zu sehen.

Die Begründung gibt’s bei Evolver.

–

Bleiben wir bei „schlechten Filmen“. Die Seite Script Tease widmet sich diesem, hm, Genre:

Welcome to Script Tease, your home for Cinema’s Lost Classics. Season your popcorn with gunpowder, pour yourself a glass of high-octane fuel (or blood if you prefer), grab a seat, and look around–we have movie posters, script pages, and more for your browsing pleasure.

Zum Beispiel diese Sammlung von Trailern. Zu dem neuesten „Black Roses“ sagen die Macher:

Script Tease salutes fine cinema everywhere . . . but we’re going to post this Black Roses trailer anyway.

Und dabei ist der Trailer und die Mucke so cool. Yeah, vor dieser Musik haben uns unsere Eltern immer gewarnt. Ohne Erfolg.

–

Film- und Theaterbücher macht ein Angebot, das man nicht ausschlagen kann. Jedenfalls wenn man zu den Unglücklichen gehört, die noch kein Exemplar des letzten, posthum erschienenen Romans „Plan B“ von Chester Himes haben. In ihrem letzten Auftritt kämpfen die Detectives Grave Digger Jones und Coffin Ed Johnson in Harlem gegen einen politischen Visionär, der einen Aufstand der Schwarzen in Harlem organisiert.

Denn der Verkäufer (Ich kenne ihn. Sie können ihn sich bei einem Klick auf sein Angebot denken. Und ich bekomme keine Prozente vom Verkauf.) konnte einige Exemplare aus einem Lager retten und bietet das Buch jetzt für einen (!) Euro bei Amazon an. Also: Zugreifen!

–

In wenigen Stunden startet das „One World Berlin“-Filmfestival. Es werden ein Haufen gute Dokumentarfilme gezeigt und auch die Humanistische Union (teilweise mit mir auf dem Podium) präsentiert einige Filme:

Chicago 10 – Speak Your Peace (Samstag, 22. November, 21.30 Uh, Kino Arsenal, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin)


Neu im Kino: Der Mann, der niemals lebte; Max Payne

November 20, 2008

Der Mann, der niemals lebte (USA 2008, R.: Ridley Scott)

Drehbuch: William Monahan

LV: David Ignatius: Body of lies, 2007 (Der Mann, der niemals lebte)

CIA-Geheimagent Roger Ferris soll sich in eine Terrororganisation einschleusen. Er muss dabei seinem Vorgesetzten und dem jordanischen Geheimdienst vertrauen. Doch kann er das?

Prominent besetzter Politthriller, dessen Geschichte sich über die halbe Welt erstreckt und in erster Linie eine gut gespielte Zeitdiagnose ist.  David Ignatius ist jedenfalls zufrieden mit der Verfilmung.

Mit Leonardo DiCaprio, Russell Crowe, Mark Strong, Chase Edmunds

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Der Mann, der niemals lebte“

The Washington Post über ihren Mitarbeiter David Ignatius

Harper’s Magazine: Sechs Fragen an David Ignatius über seinen Roman „Body of lies“

Hollywood Hills: Interview mit David Ignatius über die Verfilmung (Teil 1, Teil 2)

–

Max Payne (USA 2008, R.: John Moore

Drehbuch: Beau Thorne

LV: Computerspiel von Sam Lake

Ein Bulle auf Rachefeldzug. Der Grund: irgendein Bösewicht hat seine Familie und seinen Partner umgebracht. Das Ergebnis: viele Tote, viele kaputte Gebäude, viel Action.

Die Optik ist schönstes Neo-Noir irgendwo zwischen den üblichen Verdächtigen „Blade Runner“, „Matrix“ und „Sin City“. Die Story ist dagegen mau. Und die Präsentation des gesamten Werkes hält nicht nur nach dem Konsens der Kritiker, sondern auch nach der Meinung vertrauenswürdiger Menschen mit einem guten schlechten Geschmack, wie Jörg Buttgereit, dieses Niveau: „Maximale Langeweile“ (tip 24/2008)

Mit Mark Wahlberg, Mila Kunis, Beau Bridges, Chris ‚Lucacris’ Bridges, Chris O’Donnell, Olga Kurylenko, Nelly Furtado

Hinweise

Amerikanische Homepage zum Film

Deutsche Homepage zum Film

Film-Zeit über „Max Payne“

Drehbuch “Max Payne” (Vierte Fassung, 24. August 2007) von Beau Michael Thorne


TV-Tipp für den 20. November: Die Geduldeten

November 20, 2008

WDR, 23.15

Die Geduldeten (D 2008, R.: Natascha Breuers, Ralf Jesse)

Drehbuch: Natascha Breuers, Ralf Jesse

Spielfilmlange Doku über unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge in Deutschland und deren unsichere Situation. Denn sie können jeden Tag abgeschoben werden.

P. S.: Heute ist der Internationale Tag der Kinderrechte.

P. P. S.: Warum läuft die TV-Premiere des Films so spät auf einem Regionalsender (Jaja, seitdem alle dritten Programme deutschlandweit empfangen werden können, ist das nicht mehr so stichhaltig. Aber die Quoten.)? Warum nicht um 20.15 Uhr? Denn der Tatort „Lastrumer Mischung“ (WDR) und Donna Leons „Beweise, dass es böse ist“ (ARD) wurden in den vergangenen Jahren wirklich oft genug gezeigt.

P. P. P. S.: Zukunft Kino Marketing GmbH (das ist die von der Filmwirtschaft mit der nervigen Kampagne „Filmbefreier“ beauftragte Firma) hat kürzlich eine repräsentative Studie veröffentlicht. Danach wünschen 62 Prozent der Befragten, dass in den Kinos mehr Dokumentarfilme gezeigt werden. (Keine Ahnung, wo das Teil im Netz zu finden ist.)

Das könnte doch ein Argument für die Programmgestalter sein, mehr Dokus zu für Berufstätige normalen Zeiten auszustrahlen.

Hinweis

WDR zur Doku


The Spirit schlägt wieder zu

November 19, 2008

cooke-the-spirit-2

Mit einem Diamantendiebstahl beginnt der zweite “The Spirit”-Band. Danach gibt es, als kleine Sozialstudie, im hochsommerlichen Central City eine rasante Verfolgungsjagd durch ein Mietshaus und den Mord an dem Butler einer bekannten Action-Schauspielerin. Aber diese drei Geschichten sind nicht von Darwyn Cooke, der im ersten „The Spirit“-Band den von Will Eisner erfundenen Charakter fit für das neue Jahrhundert machte, sondern von Walter Simonson, Jimmy Palmiotti und Kyle Baker. Sie schrieben das im August 2007 veröffentlichte „Summer Special“. Mit dem achten Heft übernahm Darwyn Cooke dann wieder das monatliche erscheinende Heft.

In „Zeitbombe“ trifft The Spirit wieder auf die knallharte Agentin Silk Satin. Octopus will mit einer Atombombe Central City vernichten. Nach einem heftigen Kampf mit dem Spirit kann Octopus den Countdown für die Bombe starten und, mal wieder, unerkannt fliehen. Satin soll die Bombe entschärfen. Aber während des Kampfs wurde sie verletzt. Sie erinnert sich an nichts und die Zeit läuft ab.

In „El Morte“ muss The Spirit gegen Alvarro Mortez kämpfen. Mortez starb, wie wir aus der dritten Spirit-Geschichte „Auferstehung“ wissen, vor einigen Jahren, als er als Handlanger für einen Terroristen arbeitete. Denny Colt, der als The Spirit wiederauferstand, „starb“ ebenfalls bei diesem Kampf. Mortez ist jetzt ein unverwundbarer Untoter, der nur von dem Gedanken an Rache beseelt ist. In „El Morte“ wird vor allem die Geschichte der Auferstehung von Alvarro Mortez geschildert.

Der „Tag der Toten“ findet in auch Central City an dem mexikanischen Feiertag statt. Aber das ist auch das einzig folkloristische an diesem Zombie-Reißer. Denn El Morte erweckt eine scheinbar unbesiegbare, wild mordende Zombie-Armee und schickt sie nach Central City.

In „Tod via TV“ tritt, wenig überraschend, die bereits aus dem ersten neuen The-Spirit-Abenteuer „Ginger Coffee auf Eis“ bekannte TV-Journalistin Ginger Coffee auf. Mehrere TV-Moderatoren wurden ermordet. The Spirit versucht, mit Ginger Coffees Hilfe, den Mörder zu finden. „Tod via TV“ ist ein Whodunit, der auch als ironisches Spiel mit den verschiedenen Ebenen von Realität und Fiktion funktioniert: ein Comic spielt im TV-Milieu und die verschiedenen Charaktere (die behandelt werden, als ob sie wirklich leben würden) durchbrechen immer wieder die Geschichte, um sich – mehr oder weniger direkt – an die Leser zu wenden.

Bereits auf der ersten Seite ruft Commissioner Dolan Ellen und Ebony, die sich mit mehreren Personen wegen des gesundheitlichen Zustandes von Denny Colt und dem Erscheinen des nächsten Spirit-Abenteuers unterhalten, zur Ordnung. Die Geschichte müsse beginnen. Auf der zweiten Seite, mit dem Titel als „BoobTube“-Bild (auch bei Darwyn Cooke sind die Titelbilder wie bei Spirit-Erfinder Will Eisner ein individuell gestalteter Teil der Geschichte), stampft Dolan missmutig ‚Wenn ich eins hasse, sind es diese Multimedia-Crossover-Krimis’ knurrend durch das Bild.

Zum Abschluss trifft Denny Colt in „Sand“ seine erste Liebe Sand Saref wieder. Schon als sie Kinder waren, war ihre Beziehung, wie die zahlreichen Rückblenden zeigen, nicht einfach. Sand wurde zu einer Verbrecherin. Jetzt ist sie im Besitz von einem tödlichen Virus, das in wenigen Stunden den Besitzer wechseln soll.

Damit bietet auch der zweite „The Spirit“-Sammelband in jeder Beziehung abwechslungsreiche und spannende Unterhaltung. Nach dem zwölften Heft hörte Darwyn Cooke, wegen Umstrukturierungen bei dem Herausgeber DC Comics und weil Zeichner J. Bone sich anderen Projekten zuwandte, auf. Die erfolgreiche neue „The Spirit“-Reihe wird seitdem von Sergio Aragones und Mark Evanier weitergeschrieben. Und Frank Millers nach den bisher bekannten Filmbildern wesentlich düstere „The Spirit“-Verfilmung startet Ende Januar 2009 in Deutschland.

–

Darwyn Cooke/Walter Simonson/Jimmy Palmiotti: Will Eisner’s The Spirit 2

(übersetzt von Gerlinde Althoff)

Panini Comics 2008

148 Seiten

16,95 Euro

–

Enthält die Spirit-Abenteuer 7 bis 12:

The Spirit 7: Summer Special, August 2007 (Harder than Diamonds/Härter als Diamant, Synchron, Hammer Handy)

The Spirit 8: Timebomb, September 2007 (Zeitbombe)

The Spirit 9: El Morte, Oktober 2007 (El Morte)

The Spirit 10: Death by Television, November 2007 (Tod via TV)

The Spirit 11: Day of the Dead, Dezember 2007 (Tag der Toten)

The Spirit 12: Sand, Januar 2008 (Sand)

.

Originaltitel

Darwyn Cooke, Walter Simonson, Gail Simone, Jimmy Palmiotti and others: The Spirit Vol. 2

DC Universe, 2008

176 Seiten

(enthält die Spirit-Abenteuer 7 – 13)

–

Hinweise

Meine Besprechung von Darwyn Cookes „Will Eisner’s The Spirit 1“

Comic Con: Interview mit Darwyn Cooke (2007)

Revisions 3: Interview mit Darwyn Cooke (Januar 2008)



TV-Tipp für den 19. November: Das Gelübde

November 19, 2008

ARD, 20.15

Das Gelübde (D 2007, R.: Dominik Graf)

Drehbuch: Markus Busch, Dominik Graf

LV: Kai Meyer: Das Gelübde, 1998

Dülmen, 1818: der frisch bekehrte Clemens Brentano protokolliert die Visionen der stigmatisierten Nonne Anna Katharina Emmerick und fragt sich, ob es den Teufel wirklich gibt.

Ein Historiendrama, das unter den Händen von Dominik Graf nicht schlecht sein kann.

Mit Misel Maticevic, Tanja Schleiff, Anke Sevenich, Maren Eggert, Johann von Bülow

Wiederholungen

Donnerstag, 20. November, ARD, 10.30 Uhr

Donnerstag, 20. November, 3sat, 22.25 Uhr (im Rahmen des 3sat-Zuschauerpreises)

Hinweis

Homepage von Kai Meyer


Cover der Woche

November 18, 2008

spillane-flucht-ist-sinnlos


TV-Tipp für den 18. November: Hexen von heute

November 18, 2008

ARD, 02.20

Hexen von heute (I/F 1967, R.: Luchino Visconti, Mauro Bolognini, Pier Paolo Pasolini, Franco Rossi, Vittorio De Sica)

Drehbuch: Giuseppe Patroni Grifft, Bernardino Zapponi, Age & Scarpelli, Pier Paolo Pasolini, Franco Rossi, Luigi Mani, Cesare Zavattini, Fabio Carpi, Enzo Muzzi

Wie die lange Liste von Regisseuren und Drehbuchautoren vermuten lässt, handelt es sich bei „Hexen von heute“ um einen Episodenfilm. Die Verbindung zwischen allen fünf Episoden ist Hauptdarstellerin Silvana Mangano. Ihren Durchbruch hatte sie in „Bitterer Reis“. Weil in den Sechzigern ihre Karriere stagnierte (höflich formuliert), engagierte ihr Mann Dino de Laurentis fünf Regisseure. Sie sollten die Wandlungsfähigkeit seiner Gemahlin zeigen.

Wie viele (War überhaupt einmal einer erfolgreich?) dieser Episodenfilme war auch „Hexen von heute“ ein Flop bei den Kritikern und dem Publikum. „Der ganze Film – und auch die Episode mit Clint – war letzten Endes eher belanglos und wurde kein Erfolg. Die Geschichten wirken etwas lieblos, so als ob sie eben mal zwischendurch gedreht worden seien.“ (Richard Schickel: Clint Eastwood – Eine Biographie; stellvertretend für den Tenor der Presse)

Aber Fans von Visconti, Pasolini und Eastwood, um nur die heute noch allgemein bekannten Namen zu nennen, dürfen sich dieses selten gezeigte Werk bei einer seiner raren Ausstrahlungen nicht entgehen lassen.

Mit Silvana Mangano, Annie Girardot, Massimo Girotti, Helmut Berger, Alberto Sordi, Totó, Clint Eastwood

Hinweis

YouTube: der zweite Teil der Episode mit Clint Eastwood

YouTube: Weitere Ausschnitte aus „Hexen von heute“ (Le streghe)


Hinweise auf Drehbücher, eine Max-Allan-Collins-Verfilmung und Peter W. Jansen ist gestorben

November 17, 2008

Via Simply Scripts habe ich von einigen Drehbüchern zu neuen Filmen, die teilweise ins Rennen um den Drehbuch-Oscar geschickt werden, erfahren. Es sind:

Wall-E – Undated, unspecified draft script by Andrew Stanton & Jim Reardon (original story by Andrew Stanton & Pete Docter)

Eagle Eye – March 28, 2008 draft script by John Glenn and Travis Wright, J. R. Orci, Alex Kurtzman and Roberto Orci, J. J. Abrams current revisions by Hillary Seitz

The Dark Knight – undated, unspecified draft script by Jonathan Nolan & Christopher Nolan

Max Payne – August 24, 2007 4th draft script by Beau Michael Thorne (based on the Remedy and 3-D Realms video game written by Sam Lake)

–

Der ‘letzte” Quarry-Roman “The Last Quarry” von Max Allan Collins wurde verfilmt. Im Moment tingelt der gut besetzte Low-Budget-Streifen durchaus erfolgreich über die verschiedenen Festivals. Die Homepage für „The Last Lullaby“ sieht jedenfalls professionell aus; die Filmbilder vielversprechend. Jeffrey Goodman führte Regie. Peter Biegen und Max Allan Collins schrieben das Drehbuch. Tom Sizemore, Sasha Alexander, Sprague Grayden, Bill Smitrovich, Ray McKinnon und Omid Abtahi spielen mit.

In Deutschland wird’s hoffentlich für eine DVD-Premiere (an einen Kinostart will ich überhaupt nicht denken) reichen.

–

R. i. P.: Peter W. Jansen (11. November 1930 – 15. November 2008)

Eben entdeckt: Peter W. Jansen ist am Samstag, den 15. November, gestorben. Er war einer der großen Filmkritiker Deutschlands. Wolfram Schütte, der fast zwanzig Jahre zusammen mit Peter W. Jansen die „Reihe Film“ im Hanser-Verlag herausgegeben hat, hat einen liebevollen Nachruf geschrieben:

Seine sinnlich und persönlich formulierten Kritiken und Beiträge wurden getragen von einer eminenten filmhistorischen und -ästhetischen Kenntnis, angetrieben von einer unstillbaren Neugier und einer enthusiastischen Offenheit für alles Neue, Riskante, das in ihm einen luziden Fürsprecher und Verteidiger gegen den „Mainstream“ hatte, den er gar nicht verachtete – wo er in ihm das Gelungene erkannt hatte. Denn PWJ war weitherzig in seiner geradezu erotischen Beziehung zum Kino, der eine ebenso intensive berufliche Professionalität und jederzeit entflammbare Arbeits- & Formulierungslust zur Seite stand.

In der FAZ gibt es einen Nachruf von Andreas Kilb:

Jansen war mehr als ein Kenner und Könner, er hat unseren Blick geprägt – auf Filme ebenso wie auf das Schreiben und Reden über Film.

Im Tagesspiegel einen von Jan Schulz-Ojala:

Journalistenleben, gemacht fürs schnelle Schreiben und Versenden, produzieren selten Vermächtnisse. Und doch: Jansen hat, mit jener immens fleißigen Beiläufigkeit, die ihn auszeichnete, eines geschaffen.

und in der FR einen von Daniel Kothenschulte:

Peter W. Jansen war ein Vorbild, was immer er tat. Er erstritt dem Film in Deutschland maßgeblich den Rang als Kulturgut, schon weil er sich so kultiviert damit auseinandersetzte: Àllwöchentlich im ZDF-Kulturmagazin aspekte, regelmäßig in Tageszeitungen wie der Frankfurter Rundschau und permanent im Bücherregal, da wo die blauen Hanser-Bändchen ihren dauerhaften Platz gefunden haben.


TV-Tipp für den 17. November: Eco-Crimes

November 17, 2008

Arte, 20.15

Eco-Crimes: Piratenfischer (D 2008, R.: Heinz Greuling, Thomas Weidenbach)

Drehbuch: Heinz Greuling, Thomas Weidenbach

Dreiteilige Reihe über Umweltverbrechen. Allerdings nicht das nächtliche Entsorgen des eigenen Autos im städtischen Wald, sondern als großes Geschäft. Im ersten Teil geht’s um die illegale Jagd nach dem Schwarzen Seehecht. Im zweiten Teil (morgen) um den illegalen Handel mit Produkten, die immer noch FCKW enthalten. Im dritten Teil (übermorgen) um den illegalen Handel mit dem Fell des in Indien vom Aussterben bedrohten Tigers.

Wiederholung: Montag, 24. November, 12.00 Uhr

Hinweis

Arte über „Piratenfischer“, „Auf der Spur der Ozonkiller“ und „Tibet-Connection“ (etwas versteckt im normalen Programm; daher auf den Tag, und nicht auf die Sendung, verlinkt)


TV-Tipp für den 16. November: ttt- titel thesen temperamente

November 16, 2008

ARD, 23.05 (VPS 23.00)

ttt – titel thesen temperamente

Unter anderem wird ein Gespräch mit John le Carré über sein neues Buch „Marionetten“ (A most wanted man, 2008), den islamistischen Terrorismus und den Antiterrorkampf des Westens gezeigt.

Ich lese gerade „Marionetten“ und nach mehreren le-Carré-Romanen, die mehr Pflicht als Kür waren (eigentlich alles seit dem „Schneider von Panama“), bin ich bis jetzt (ungefähr Seite 120) wirklich begeistert.

Hinweis

ARD-Seite zu „ttt – titel thesen temperamente“ (dort müsste die Sendung auch in der Mediathek zu finden sein)